Autor: RamonaXX
Reviews 1 bis 6 (von 6 insgesamt):
24.07.2017 | 15:43 Uhr
zu Kapitel 1
Hallo liebe Ramona!

Wie ich sehe gibt es noch jede Menge, das ich noch nicht gesehen habe und das man zuerst überliest, weil man den Titel zuerst nicht richtig wahrnimmt, aber ich dachte, schau es doch mal an und ich bin echt baff. Irgendwie ist da schon was dran, so wie eine Mutter über ihre Kinder wacht, sie fürsorglich betreut, tut es sicher auch ein Soldat über die ihm Anvertrauten. Das war wirklich sehr einfühlsam geschrieben, aus dem Alltag beide Menschen gefriffen und dass deine Worte immer sitzen, das bestätigt sich hier wieder. Wirklich wirklich sehr gut. Mich würde es recht mal reizen, ein Gedicht von dir zu Alltagsthemen zu lesen, ich bin sicher du könntest das genauso gut, wie das hier.

Das schreit nach einem Stern, wie immer.
Ganz ganz liebe Grüße Susann

Antwort von RamonaXX am 25.07.2017 | 21:00:30 Uhr
Guten Abend Susann,

es freut mich, dass Du so viel Zeit zum Lesen zu haben scheinst und dabei dann auch noch immer wieder auf meinem Profil unterwegs bist. Herzlichen Dank dafür! Ich gebe zu, der Titel kann hier tatsächlich Desinteresse verursachen und zum Weiterblättern animieren. Aber wie Du ja selbst festgestellt hast, lohnt sich ein Blick hinein. Die Sicht des Soldaten zu schreiben, ist mir bei weitem leichter gefallen als die Mutterrolle zu füllen. Insofern ist es eine große Bestätigung für mich, wenn mir Mütter sagen, dass sie die Gemeinsamkeiten erkennen und nachempfinden können. :-)

Ich und Altgastthemen? Wow, das hätte ich mir so jetzt nicht zugetraut, zumal ich ja noch sehr stark in meiner "Kriegsschleife" festhänge. Aber vielleicht ist das ja auf längere Sicht eine Perspektive... ;-) Noch mal besten Dank für deine einfühlsame Rückmeldung.

Liebste Grüße
Ramona
22.12.2016 | 15:56 Uhr
zu Kapitel 1
Hei Ramona,

ich weiß gar nicht, was ich zu deinem Gedicht sagen soll.
Vielleicht liegt es daran, dass ich erst vor Kurzem "71: Into the Fire" gesehen habe - dass mich dieses Gedicht so mitnimmt - oder aber es liegt daran, dass es wohl der Wahrheit entspricht. Wie meine Vorrednerin bereits anmerkte: wieso müssen Menschen in den Krieg ziehen? Wieso?

Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie schwer es sein muss; wie schwer es für eine Mutter sein muss ihr Kind in den Krieg ziehen zu lassen, wenn sie sich schon in Alltagssituationen genug Sorgen macht. Wenn ihr Kind sein Essen für die Schule vergisst und dann hungrig sein muss. Aber was muss sie sich für Sorgen machen, wenn ihr Kind in den Krieg zieht, ungewiss ob sie es je wieder sehen wird. Und ich finde den Vergleich mit den Zugführer auch gut gewählt, da die Mutter die Verantwortung für das Leben ihres Kindes mehr oder weniger in die Hände des Zugführers gibt. Er trifft Entscheidungen, die Leben retten oder kosten können (korrigiere mich, wenn ich falsch liege - natürlich gibt es noch ranghöhere Leute, aber ich denke mitten im Gefecht, übernimmt er die Entscheidungsgewalt? mehr oder minder). Ich kann mir auch vorstellen, dass ein Zugführer seine Soldaten auch als Söhne sehen kann, seine Söhne die er versucht hat auf das Ungewisse - den Krieg - vorzubereiten ( so wie die Mutter die Kinder auf das Leben - welches genauso ungewiss ist- vorzubereiten versucht), denen er versucht hat so viel beizubringen wie möglich, natürlich in erster Linie für das Vaterland und den vermeintlichen Sieg.
Was schreibe ich hier eigentlich, im Endeffekt, kann ich mir das gar nicht ausmalen, welche Gedanken und Gefühle man in einer solchen Situation hat.

Ich wollte nur sagen, dass das Gedicht sehr gut geschrieben ist und viele Emotionen hervorruft.

Beste Grüße
Floki

Antwort von RamonaXX am 25.12.2016 | 13:13:37 Uhr
Tag Floki,

auch hier hat mich deine Meinung echt umgehauen und es hat mich sehr bewegt, dass Du so viele Gedanken zu diesem Gedicht niedergeschrieben hast. Das ist echt was Besonderes für mich einen derart ausführlichen Kommentar zu erhalten. Dafür das Du nicht wusstest, was Du schreiben solltest, ist es eine ganze Menge geworden.

Wie schwer es für eine Mutter ist ihr Kind in den Krieg zu schicken? Nun ich denke - denn mehr als spekulieren kann ich da nicht, da ich selbst keine Kinder habe - dass es auch eine Frage der gelebten - bzw. eben NICHT gelebten - (Militär)Kultur ist. Hast Du mal nach Amerika geschaut? Dort ist Soldat-sein gesellschaftlich ein sehr, sehr angesehener Status. Sicher, hat das auch was mit Patriotismus, Vaterlandsliebe usw. zu tun. Aber für mich ist der wesentliche Aspekt, dass es dort im Zivilen eine gelebte Militärkultur gibt. Soldaten werden mit Respekt behandelte, es gibt verschiedene Gedenk- und Feiertag in den USA und im täglichen Leben werden Soldaten viele Vergünstigungen zugestanden. (z.B. bei Preiserlass von Hotelzimmer und ähnliches.)
Ich will nicht sagen, dass ich das alles erstrebenswert finde, aber in meinen Augen trägt diese Art der Kultur (also der öffentliche Umgang mit Soldaten) maßgeblich dazu bei, das es in den USA etwas Angesehenes ist als Soldat in den Krieg zu gehen. Ich bin mir sicher, dass das auch Einfluss auf die Familien nimmt und die Entscheidung, die eigenen Kinder eine Laufbahn als Soldat einschlagen zu lassen. Nichtsdestotrotz glaube ich, dass alle Mütter ihre Kinder auf gleiche Weise lieben, also unabhängig ob in Europa, den USA oder sonst wo geboren. Der Tod des eigenen Kindes ist sicher mit kaum etwas anderem zu vergleichen...

Ich danke dir für deine vielen Gedanken. Schön das Du dich so intensiv mit dem Gedicht beschäftigt hast.
Was deine Einschätzung angeht, so hast Du recht. Im Normalfall bekommt ein Zugführer die Befehle von seinem Vorgesetzten (regulär der Kompaniechef) und gibt sie dann an die Soldaten seines Zuges weiter.
"71: Into the Fire" - Hab ich noch nie gehört und mir gleich mal den Trailer angesehen. Sieht interessant aus. Könnte gut was für meine Sammlung sein. (Ich sammle nämlich Kriegsfilme.)
Du scheinst auch was für solche Filme übrig zu haben, richtig? Auf meinem Profil finden sich diverse Geschichte zum Film "Platoon", vielleicht ist das ja was für dich?

Viele Grüße
Ramona
30.10.2016 | 21:58 Uhr
zu Kapitel 1
liebe Ramona,

jetzt habe ich doch eins gefunden, was ich sofort verstehe und was mir ausgesprochen gut gefällt. Wie viele Gemeinsamkeiten sie doch haben, die Mutter und der Zugführer. Bei beiden ist fast das gleiche Maß an Sorge, Liebe, Furcht und Stolz zu spüren. Beiden liegen ihre Kinder am Herzen. Beide wissen, dass sie Verantwortung haben, dass sie aber ihre Schützlinge nun loslassen müssen, in der Hoffnung, Ihnen alles mit auf den Weg gegeben zu haben, was sie brauchen. Trotzdem hinterlässt der Vergleich bei mir eine gewisse Traurigkeit. Warum müssen Soldaten überhaupt in den Krieg ziehen? Aber das fragt man sich wohl schon, seit es Kriege gibt - warum?
Wirklich ein sehr gelungenes Werk mit viel Inhalt und viel Hintergrund, der zum Nachdenken anregt.

liebe Grüße Maggie

Antwort von RamonaXX am 03.11.2016 | 21:45:54 Uhr
Hallo Maggie,

danke für dein Review. Du hast das wirklich ganz wundervoll auf den Punkt gebracht, es geht nämlich genau darum, ums "Loslassen". Das Wort war mir bis jetzt in diesem Zusammenhang noch gar nicht in den Sinn gekommen, aber als ich es in deinem Review gelesen habe, da dachte ich - wow, das stimmt. Die Mutter und der Zugführer haben beide das bestmöglichste getan, um ihre Schützlinge auf die bevorstehende Aufgabe vorzubereiten und doch müssen sie loslassen. Wobei natürlich nicht von der Hand zu weisen ist, dass Kinder die zur Schule gehen etwas weitaus positiveres sind, als Soldaten die in den Krieg ziehen! Zuletzt macht mich dein Lob noch stolz. Es tut gut zu hören, dass der Text Hintergrund hat und zum Nachdenken anregt...

Liebe Grüße zurück
Ramona
18.09.2016 | 17:40 Uhr
zu Kapitel 1
Liebe Ramona!
Mir gefiel der Vergleich Mutter und Zugsführer sehr gut,
sehr einfühlsam, auch im Detail.
Das letzte hast du (vielleicht gottseidank) unerwähnt gelassen:
Wenn den Kindern/Untergebenen etwas passiert
und sich wohl beide vorwerfen, es nicht verhindern haben zu können.

Das ist dir ausgezeichnet gelungen, sodass ich dir gerne ein Sternchen dafür gebe.
Das unausgesprochene Bindeglied ist: sich verantwortlich fühlen.
Lieben Gruß.
R Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ

Antwort von RamonaXX am 19.09.2016 | 12:19:23 Uhr
Hallo Internetspatz,

wie schön wieder ein Review von dir zu kriegen. Ich kann mir vorstellen, dass man diesen Text als Mutter noch mal ganz anders wahrnimmt. Am Ende hast Du es fasst noch besser auf den Punkt gebracht, es geht tatsächlich um das "sich-verantwortlich-fühlen". Wobei die Ängste von einer Mutter und einem Zugführer natürlich nicht identisch sind. Auch das stimmt, dieser Part "fehlt" bzw. wurde von mir offen gelassen. Ein Kind könnte auf dem Weg zur Schule von einem Auto angefahren werden, ein Soldat im Gefecht verletzt oder gar getötet werden. Es ist nicht ein und dasselbe, aber die Art und Weise der Sorg ist, denke ich vergleichbar. Genau das wollte ich zum Ausdruck bringen.

Vielen Dank für den Stern! :-)
Ramona
18.09.2016 | 15:00 Uhr
zu Kapitel 1
Hi Ramona,

diese Worte machen sehr nachdenklich.
Auf einer Seite die Mutter, die nur das Beste für ihre Kinder möchte und auf der anderen Seite der Zugführer, der nur das Beste für seine ihm unterstellten Männer möchte.
Jetzt ist es noch die Mutter, die ihre Kinder führt. Aber irgendwann werden eben diese Kinder, vor allem die Söhne, unter dem Zugführer dienen.
Ein erschreckender Gedanke. Denn die Mutter muss ihre Söhne dann in eine andere Obhut entlassen. Wo sie dann keine Kontrolle mehr über das Wohlergehen ihrer Söhne hat.
Das fällt den meisten Müttern sehr schwer, verständlich. Denn wo der Zugführer ist, sind auch totbringende Waffen. :-( Aber beide wollen das Gleiche - das Überleben ihrer Schutzbefohlenen.
Wobei ich im ersten Moment dachte, dass der "Zugfüher" wörtlich zu nehmen ist, von wegen Zugfahren usw. ;-)
Dankeschön für diese nachdenklich machenden Worte, die du sehr gut geschrieben hast.

Liebe Grüße
John´s Chaya

Antwort von RamonaXX am 19.09.2016 | 12:11:49 Uhr
Hi John´s Chaya,

freut mich zu lesen, dass dir der Text gefällt. So tiefsinnig hatte ich das noch gar nicht betrachtete, dass der Junge, der eben noch bei seiner Mutter an der Haustür stand, bald am Landeplatz neben seinen Zugführer steht. Was das "Mutter-sein" betrifft, so kann ich nur rätseln wie sich das wohl anfühlt. Insofern habe ich auch zum Teil Zweifel gehabt, ob ich die Mutter nicht etwas zu perfekt dargestellt habe. Was den Zugführer betrifft, so kann ich sagen, dass ich auch da keine eigenen Erfahrungen habe. Aber ich habe mit Soldaten über Führung und Verantwortung gesprochen. Insofern fiel mir diese Sichtweise doch weitaus leichter und ich hatte eine sichereres Gefühl beim Schreiben.
Danken möchte ich dir auch für deinen kleinen Kritikpunkt. Nein, Zugführer ist nicht gleich Lokführer. ;-)
Da kann man mal sehen wie tief ich in den militärischen Vokabeln steckte.
Ich werde das gleich mal als Ergänzung drunter schreiben...

viele Grüße und auf ganz bald (bei Rodney und John)
Ramona
18.09.2016 | 14:53 Uhr
zu Kapitel 1
Wow. Das war ... einfach wow. Ehrlich, ich liebe es, wenn Leute solche Vergleiche schreiben, und besonders, wenn es aus so vollkommen verschiedenen Richtungen kommt, und es am Ende doch so absolut ähnlich ist. Praktisch nur ein paar Worte ausgetauscht, aber an sich sind beide Situationen genau gleich. Nur eben total anders.
Ehrlich. Ich finde diesen Text hier großartig. Da hast du wirklich zwei wundervolle Szenen eingefangen. Hast du wirklich gut hinbekommen!
Grüße,
Riri

Antwort von RamonaXX am 19.09.2016 | 12:03:34 Uhr
Liebe Riri.

wie schön wieder von dir zu lesen. *Ramona freut sich ganz doll* Ich gebe dir vollkommen recht! Es beeindruck mich selbst, wie ich es geschafft habe mit so wenigen anderen Worten ein ganz andere Situation darzustellen und zu umschreiben. Die Idee dazu kam übrigens aus einem Buch (natürlich ein Kriegsroman), das ich vor kurzen gelesen habe. Da hieß es wörtlich: >>Er zog an einer zu locker befestigten Feldflasche, zupfte an einer Handgranate die nachlässig angehakt war, durchlief die Routine der Inspektion, wie eine Mutter ihre Kinder zurechtmachte, bevor sie zur Schule gehen.<< Das hab ich einfach aufgegriffen, weil es mich so sehr berührt hat und noch ein paar Strophen dazu gedichtet.

Herzlichen Dank für den Lob!
Ramona