Autor: kweenron
Reviews 1 bis 2 (von 2 insgesamt) für Kapitel 1:
15.05.2016 | 11:57 Uhr
zu Kapitel 1
Hey Ronja!
Ich muss dir jetzt auch mal ein Kompliment für diesen, unheimlich traurigen und einfühlsam geschriebenen Text machen, denn mir geht es genauso wie dir! Ich habe eine Freundin, die an Angst- und Panikattacken leidet, ich selber bin hochsensibel und leide an meinem Dasein, an meiner Sensibilität und dem Hass, den ich mir regelmäßig entgegen bringe. Die Welt soll auf jeden Fall aufgeklärter in diesen Dingen werden und auch toleranter, denn nur weil jemand anders ist, heißt es nicht gleich, dass er außen vor ist. Das müssen die Menschen leider noch lernen, es wird zwar viel in dieser Hinsicht getan, aber meiner Meinung nach, noch nicht genug!
Ich möchte mich ebenfalls für deinen Mut und deine Ehrlichkeit bedanken, deine Gefühle und Empfindungen aufzuschreiben und zu veröffentlichen. Ich tue dies auch in Form von Gedichten und ich muss sagen, dass das schreiben einem helfen kann.
Ich freue mich, bald vielleicht noch mehr von dir zu lesen.
Lg
Maja

Antwort von kweenron am 15.05.2016 | 23:45:34 Uhr
Hallo Maja,
danke für dein Review erst einmal.
Verwunderlich, wie sehr wir uns ähneln. Meine beste Freudin leidet unter dem Selben wie eine der deinen und von mir hast du ja bereits gelesen.
Ich finde es immer an einem Bespiel besonders drastisch:
Mit 13, 14 haben wir bei uns in der Schule einen Tag mit den anonymen Alkoholigern gehabt. Ich will nicht sagen, dass es unwichtig ist Kinder und Jugendlichen über die Folgen von Alkohol aufzuklären - aber mit 13? Laut Gesetz dürfen sie dann noch nicht einmal trinken. Es ist die falsche Zeit für dieses Thema, da man in dem Alter mit Alkohol noch nicht viel am Hut hat (haben sollte); viel mehr ist es das Alter, in welchem die Pupertät beginnnt. Wie ich erwähnte, bekommt ein Großteil der pupertierenden Jugendlichen in Kontakt mit psychischen Problemen - 13, 14 ist als genau das RICHTIGE Alter um darüber aufgeklärt zu werden.
Zudem wird man im Laufe seiner schulischen Laufbahn in jedem Jahrgang über Sex etc. aufgeklärt - dieses Thema besitz gar nicht so viel tiefe, als dass man es so oft behandeln müsste.
Manchmal verstehe ich das Schulsysthem und seine Logik nicht.

"Ich möchte mich ebenfalls für deinen Mut und deine Ehrlichkeit bedanken, deine Gefühle und Empfindungen aufzuschreiben und zu veröffentlichen."
Ich danke dir dafür. Es ist die Bestätigung den richtigen Schritt gemacht zu haben, an welchem ich so sehr zweifle. Teilweiße lesen Familienmitglieder das hier und ich habe Angst, dass sie von meinem Problem erfahren. Nein, ich habe niemandem davon erzählt - nur mit meiner besten Freundin und über Twitter spreche ich darüber, da keiner aus meinem engeren Bekanntenkreis letzters hat. Teilweiße fühlen Texte wie dieser sich wie ein Hilferuf an. "Ich bin hier und das ist mein Problem - bitte seh es doch endlich!"

Ich würde mich auch freuen, wieder von dir zu lesen.
~Ronja
05.05.2016 | 14:59 Uhr
zu Kapitel 1
Hallo Ronja-Lii,

Ich finde es toll, dass du das Thema Ansatzweise angesprochen hast, denn deine Sicht, dein Standpunkt zu dem stimmen einfach, wie ich finde. Zwar glaube ich nicht, dass die Welt aufgeklärt sein wird, wenn sie solche Themen thematisieren würde, aber vielleicht aufgeklärter.
Außerdem hast du recht, was die Schule betrifft - Es ist nahezu erschreckend, dass diese Rubrik in einigen Schulen tatsächlich nicht behandelt wird...
Und doch hat mich dein Geschriebenes zu tränen geführt/gerührt.
Ich diskutiere sehr gerne, finde es überaus interessant andere Sichtweisen kennen zulernen und würde von mir behaupten, dass ich demnach tolerant bin. Und gerade dabei fällt mir auf, dass sogar in meiner Umgebung, eher gesagt in meinem Freundeskreis, das Thema kaum behandelt wird - Es kommt mir manchmal so vor, als hätten sie Angst was das anbelangt. Angst davor die Wahrheit zu entdecken:
Denn, es ist nicht nur das Thema des Selbsthasses oder der Depression, dass Menschen den Mund verschließen, die Augen schließen, die Ohren betäuben, bis man kaum mehr was hört:
Es sind auch ganz einfache politische Themen, aktuelle "Religionsthemen", Themen an die man wirklich kritisch ran gehen kann, aber... Es nützt rein gar nichts.
Sie hören weder zu, noch tolerieren sie irgendeine Meinung. Und dabei möchte ich auch nicht negativ über mein Freundeskreis sprechen - Im Gegenteil - Es geht hierbei nicht spezifisch um mein Freundeskreis, sondern es ist ein Beispiel, dass eine Menge (Sogar kluge Köpfe) nicht darüber reden, diskutieren - Naja, irgendwas besprechen, was relevant ist, was besprechen werden müsste!
Und auch was die Aufklärung angeht: Ich frage mich oft, ob man nun unaufgeklärt ist, wenn man eine Sichtweise unterstützt, wie die Religion, wenn man wirklich religiös veranlagt ist - Das zeigt mir dann wiederum wie unaufgeklärt wir noch heute sind! Akzeptanz - Gehört das nicht auch zur Aufklärung?

Jedenfalls musste ich sogar stoppen, als ich das gelesen habe...
Es hat mich daran erinnert, wie ich meiner besten Freundin schrieb wie scheiße es mir geht: Aber mir ging es nicht nur scheiße, ich fühlte mich von jeden verlassen, fühlte mich alleine. Es war sehr kompliziert und ich erkannte in meinem Alltag kein 'Licht' mehr. Ich war gefangen im Schatten, versuchte mich anzupassen - funktionierte kaum.
Und dann hat mich die eine Stelle an etwas erinnert und mich echt zum heulen gebracht.

" Selbsthass? Du weißt doch selbst, dass du gut aussiehst.
Panikattacken? Überwinde doch einfach deine Angst.
Depressionen? Hör einfach auf so traurig zu denken.
Essstörungen? Ist doch nur Essen, mach einfach. "

Ich war mental fertig, und fragte meine Freundin, ob sie mir doch irgendwo einen Rat geben könnte.
Und ich frage nie, rede nie, wenn es darauf ankommt Hilfe zu brauchen. Doch dieses eine Mal wusste ich, dass ich fallen würde, nicht mehr aufstehen könnte, wenn ich jetzt nicht schreien würde...
Und ich fragte, und die Antwort war tatsächlich;
"Wieso machst du nicht das, was dich glücklich macht?"
Naja, ich war verletzt, aber schlimmer war es, als ich dachte, dass es echt an mir selbst lag. Es lag ja auch an mir selbst - Aber nicht dass ich mich schon aus irgendeinem unerklärlichen Grund schuldig fühlte - Das setzte noch einen drauf.
Ich finde mich schon seit geräumiger Zeit hässlich.
Und wenn ich sage, dass ich hässlich bin, lachen einige mich aus und sagen "Normales Mädchenverhalten; Normale Mädchengedanken."
Eben nicht. Ich bin ein Komplexbündel. Ich finde mich hässlich und könnte Millionen von Gründen sagen wieso - Und nicht alle sind Äußerlichkeiten, die ich abgrundtief verachte.
Und so verfalle ich ab und an mal. Habe oft Selbstzweifel, aber wie soll ich herauskommen? Frage ich mich oft und so tue ich mir auch weh. Aber ritzen tu ich nicht, tat es nie. Ich tue mir jedoch weh, also weiß ich wovon du sprichst.

Diese Erfahrung musste ich jetzt erwähnen, da es passte... Und ich finde es sehr interessant, in welcher Welt du leben möchtest. Doch ich würde noch behaupten, dass noch einige weitere Aspekte kein Tabuthema mehr sein sollten. Noch weit aus mehrere.
Doch ich glaube auch, dass es niemals eine aufgeklärte Welt geben wird.
Wir Menschen sind uns uneinig, auf allen ebenen. Und irgendwann müssen wir uns einig sein; Aber dann wird es auch zu spät sein.

Jedenfalls finde ich es sehr schön, wie du dein Geschriebenes gestalten hast. Die zentrierte Sicht hat gepasst und auch die Wortwahl und das gestalten von einem Aspekt ins nächste hast du auch sehr schön hinbekommen.

War sehr interessant, konnte mich gut hineinversetzen und es nachvollziehen.
Bis dann!
a lovely author

Antwort von kweenron am 05.05.2016 | 16:22:05 Uhr
Hallo a lovely Author,
wow. Ich kann nicht mehr sagen als Wow.
Dein Review hat mich echt umgehauen. Genau soetwas wollte ich mit diesem Text/dieser Sammlung erreichen: Menschen dazu bringen nachzudenken und mir ihre Erfahrungen zu schreiben, mit mir zu diskutieren.
Ich danke dir für deine Offenheit mir das hier zu erzählen. Ich kann dir in vielen Punkten zustimmen, die Welt mag nicht aufgeklärt aber aufgeklärter sein. Wir müssen noch viel mehr Themen behandeln, die noch als Tabu gelten. Ich weiß nicht, ob das hier jemals mehr als 50 Menschen erreichen wird - doch solange diese bewegt sind hat sich jedes einzelne Wort gelohnt. Ja, dass zeigt mir wieder welche Kraft Worte doch haben.
"Selbsthass? Du weißt doch selbst, dass du gut aussiehst.
Panikattacken? Überwinde doch einfach deine Angst.
Depressionen? Hör einfach auf so traurig zu denken.
Essstörungen? Ist doch nur Essen, mach einfach. "
Meine beste Freundin hat mich darauf gebracht, Bilder und Texte in Sozialen Medien sind auch nicht ganz unschuldig und letzten Endes war es meine eigene Erfahrung. Gut, es wissen drei Leute wie es um mich stehen - dass ich Selbsthass nicht nur vom lesen oder schreiben kenne - und von diesen drei werde ich super unterstützt. Tortzdem bleibt da immer der Hintergedanke, dass andere diese Sätze hören müssen und dass sie vielleicht niemanden zum reden haben.
Ja, "Normales Mädchenverhalten" mag es in gewisser Form sein. Ich habe mich auch schon morgens vor dem Spiegel stehen sehen mit dem Gedanken "Boar, siehst du heute scheiße aus". Man hat doch immer Tage an denen man sich besser gefällt als an anderen - Selbsthass ist da eine ganz andere Liga.

"Jedenfalls finde ich es sehr schön, wie du dein Geschriebenes gestalten hast. Die zentrierte Sicht hat gepasst und auch die Wortwahl und das gestalten von einem Aspekt ins nächste hast du auch sehr schön hinbekommen. " Ich danke dir dafür von Herzen, gerade weil ich Zweifel mit dieser Form hatte. Danke für dein Review, vielleicht liest man sich ja wieder.
~Ronja