Autor: Matthew Leach
Review 1 bis 1 (von 1 insgesamt):
15.04.2016 | 23:51 Uhr
zu Kapitel 1
MMMM!

Frischer Wind im angestaubten Fandom, hm? Outstanding!

Ursprünglich wollte ich nur ein einziges, zusammenfassendes Review snibbeln, aber durch das kompakte Format deiner FF sind in dem Fall auch problemlos Einzelne drin. Ich weiß nicht ob das gut oder schlecht ist, aber warum fangen wir nicht einfach mal an?

An dieser Stelle möchte ich betonen, dass ich mit meiner Kritik keinesfalls die Absicht verfolge, einem Autoren den Spaß am Schreiben zu nehmen, zu demütigen oder anderweitig niederzumachen. Im Gegenteil, ich möchte ihnen helfen und mich zusammen an einer guten Geschichte erfreuen.

KIL DESE ROBOZ!

Beim Durchlesen fiel mir zuallererst erfreulicherweise auf, dass du einer der Wenigen zu sein scheinst, die StarFox 2 nicht nur vom Hörensagen her kennen. Darum waren mir auch Myu und Fay nicht unbekannt. Blöderweise ist es ewig her, als ich des gespielt hatte und darum kann ich spontan nicht sagen, ob du noch mehr Überraschungen aus SF2 versteckt hast. Vielleicht erleuchtest du uns diesbezüglich? :)

Weiter finde ich, dass du die für mich ungewohnte Ich-Perspektive gut zu nutzen weißt. Bevorzugen werde ich zwar weiterhin den gewöhnlichen Erzähler (Keine Ahnung, wie er heißt, es gibt ja verschiedene), aber bislang kann ich einwandfrei folgen. Das volle Potenzial lässt du leider ungenutzt, aber dazu gleich.

Auch bezüglich des Canons weißt du Bescheid, wie ich daran sehen kann, dass du Pepper gut umsetzt. Ob er wirklich James und Fox ausgebildet hat entzieht sich zwar meiner Kenntnis, aber ich bin mir sicher, dass du dir das nicht aus Jux ausgedacht hast. Besonders Papetoon, mein kleiner grüner Pingas, ich stelle mal ganz provokant die Frage: Hast du die Comics gelesen? Ich nicht, aber mich zumindest auf tvtropes.org darüber belesen. Da weißt du wohl mehr als ich, hervorragend!
Mich interessiert, wie sich die OCs einfügen werden.

Zugegeben es mangelt an Absätzen, besonders nach Sprecherwechseln, aber durch die Kürze ist es keine Textwand geworden und man kann dennoch leicht folgen.
Rechtschreibfehler sind enthalten, keine Frage, aber wenn man sich von ihnen nicht zu sehr stören lässt, ist man trotzdem in der Lage, locker zu lesen. Da hat man schon Schlimmeres gesehen.


Nun aber die unrühmliche Kehrseite, fürchte ich. Und ich sage nochmals, dass ich keineswegs beabsichtige, den Autoren und den Text niederzumachen. Meine Kritik soll helfen und dazu ermutigen, an den Stärken zu arbeiten und die Schwächen nach und nach auszumerzen. Aber ich fürchte, dass da jeder mal durch muss und es ist nicht schön. Weiß ich aus eigener Erfahrung. :(


Erneut zu den Rechtschreibfehlern.
Frage: Hast du mit Rechtschreibprüfung geschrieben? Open Office ist kostenlos und bietet eine, die zwar nicht bei der Grammatik hilft, aber definitiv die gröbsten Schnitzer ausbügelt. Und selbst wenn Open Office ratlos ist (Vorsicht bei zusammengeschriebenen Wörtern!), kann man sich noch mit duden.de behelfen.
Einige Fehler wären so problemlos zu verhindern gewesen. Helfen kann ich dir leider nicht, weil ich selber in der Grammatik schwächel.

Die Ich-Perspektive.
Problem: Sie wird hier meist nur nach dem "Ich tat dies und das, XYZ sagte und dann blubb"-Schema verwendet, was sehr schade ist. Man versetzt sich schließlich direkt in eine Figur und erlebt das Geschehen aus ihrer Perspektive. Darum wäre es schön, wenn Georgia mehr von ihren Empfindungen und Emotionen preisgeben würde, oder ist sie nur ein Roboter? Klar, vereinzelt zeigt sie schon Emotionen, aber sie gehen im reinen Handlungsgewusel - das übrigens zu schnell abgehandelt wird - unter. Es fällt einfach schwer, sich in sie hineinzufühlen, weil sie zu distanziert bleibt und über keinen einprägsamen Charakter verfügt. Ich muss gestehen, dass ich Kate O'Donnell aufgrund ihrer implizierten Herkunft interessanter finde. Was mich direkt fragen lässt: Fällt es Georgia nicht auf, dass Kate vom wohl berühmt-berüchtigsten Söldner abstammt?
Man möchte schlicht mehr über Georgia erfahren - ihre Vorlieben, Stärken, Schwächen, wie sie andere Figuren findet, ihre Hintergründe, usw. Im Moment ist sie einfach zu blass, um wirklich in Erinnerung zu bleiben. Was jetzt keinesfalls heißt, dass sie nun seitenweise über sich selbst erzählen soll, was mich direkt zum nächsten Punkt bringt:

Infodump.
Es werden zu viele neue Namen, Begriffe und Charaktere mit der Holzhammermethode eingeführt und dann so belassen, den Rest muss sich der Leser dazudenken. Aber wie?
Natürlich ist es eine gute Idee, die Phantasie der Leser spielen zu lassen, doch wenn die Details fehlen, ist das kaum möglich. Man stelle sich vor, noch in der Grundschule in der zweiten Klasse zu sitzen und der Mathelehrer wirft völlig unzusammenhängend Polynomdivision, Matrizen, Kontokorrentrechnung und Integrale in den Raum, mit der Erwartung, dass die Schüler sie kennen und berechnen können. Das Ergebnis wird wohl sein, dass sie völlig verwirrt da sitzen, mit ihnen nichts anfangen können und bald darauf wieder vergessen haben.

Darum rate ich an der Stelle, sich Zeit zu nehmen, den Leser erstmal "an der Hand" in die Geschichte einzuführen und ihm die ganzen Neuheiten vorzustellen, ohne ihm zu viel auf einmal zu zeigen. Was und wo ist der Corax Sektor? Was heißt eigentlich USTW? Woher kennen sich Georgia und Kate und wie sind sie zu guten Freundinnen geworden? Wo befinden sie sich, wie sieht es dort aus? Und noch mehr.
Alles Details, die das Geschehen und die Figuren greifbarer machen. Aber auch hier wieder achtgeben: Es ist immer noch aus der Perspektive von Georgia und sie ist nicht allwissend. Sie wird also wahrscheinlich nicht wissen, welche Unterhosenfarbe General Pepper hat und falls doch: Ist diese Information wichtig?
Zu Letzterem würde ich übrigens die kurze Aufzählung der Waffensysteme gegen Ende des Kapitels anführen und bezweifle, dass es tatsächlich notwendig ist. Inwiefern ist es nun von Bedeutung, dass Fay eine Recovery-Wave, Zwillingslaser und 5 Stellar-Bombs hat? Ich weiß, es kann richtig Spaß machen, aber manchmal muss man sich zügeln, zu sehr in die Tiefe zu gehen.

Jetzt etwas Nebensächliches, das Schlimmste hast du also hinter dir. ^__^
Und zwar sehen viele Leser solche Unterteilungen wie "Der nächste Morgen", sofern es kein Tagebuch oder Ähnliches ist, als sehr kritisch an. Wie erzählt Georgia denn das? Sagt sie einfach "Der nächste Morgen: Es war [...]"? Fände ich persönlich unglaubwürdig und ich kenne auch niemanden, der es so machen würde. Ich würde den Teil streichen und den nächsten Absatz mit "Am nächsten Morgen war es [...]" beginnen. Liest sich flüssiger und der Leser ist nicht irritiert über die Frage, ob er da nun eine Person als Erzähler vor sich hat oder aus einem Dokument liest.
Auch mit der Kurzbeschreibung bin ich nicht ganz glücklich, weil sie eher einer Liste gleicht, welche "Features" (Ich-Perspektive, frei erfundene Geschichte (Wirklich frei ja nicht, weil urheberrechtlich geschütztes Material verwendet wird), die Figur, etc.) sie bietet, statt einen tatsächlichen Ausblick auf die Handlung zu geben. Ich bin mir sicher, da findest du etwas Aussagekräftigeres, das einer Zusammenfassung an einem Buchrücken gleicht.


So.
Ich denke, das wars erstmal.
Es tut mir leid, wenn du dich von dem Ausmaß erschlagen fühlst und/oder wütend und enttäuscht bist. Ich fände beides nachvollziehbar und werde dich nicht dafür verurteilen. Selbstverständlich bin ich auch nicht frei von Fehlern. Fühle dich daher frei, ungerechtfertigte Kritikpunkte anzusprechen und mich zu korrigieren. Nichtsdestotrotz hoffe ich, dass du aus meinem Gesülze etwas Hilfreiches für dich mitnehmen konntest.

Zusammenfassend möchte ich sagen:
Wirklich begeistert bin ich zwar nicht, aber für deinen Einstand war das schon gut. Es kann eigentlich nur noch nach oben gehen.

Jedenfalls, viel Erfolg, Glück und toi toi toi, ich bleibe dran!