Autor: --nur--ich--
Review 1 bis 1 (von 1 insgesamt):
09.03.2016 | 21:49 Uhr
Hallo,

die Szene, die du beschreibst—Spanien, der jemandem das Gitarrespielen beibringt, den er liebt—ist einer meiner heimlichen Favoriten. (Ich habe da einen hartnäckigen Headcanon, dass Spanien Österreich in der Zeit ihrer Ehe das Spielen auf der Vihuela beigebracht hat, einem Vorläuferinstrument der modernen Gitarre. ^^) Auch deinen sprachlichen Ausdruck kann ich nur loben.

Was den Fußschemel betrifft, teile ich deinen Headcanon nicht ganz; ich denke, dass Spanien der von seinem Landsmann Francisco Tárrega (o.k., Tárrega war Katalane ^^) gelehrten klassischen Spieltechnik durchaus einiges abgewinnen kann, zu der neben dem Apoyando-Anschlag eben auch die Verwendung eines Schemels unter dem linken Fuß gehört. (Und wenn Spanien keinen Schemel hat, soll er halt ein paar Bücher nehmen... oder einen umgedrehten Kochtopf oder so was... xD Not macht erfinderisch.)

Was ich allerdings wirklich nicht verstanden habe ist, wieso der Vatikanstaat bei dir eine weibliche Personifikation hat? Ich stelle mir da eher einen zwischen Weltfremde und berechnendem Machtdenken pendelnden männlichen Chara vor.

Liebe Grüße
Kate

Antwort von --nur--ich-- am 09.03.2016 | 22:31 Uhr
Abend,
Zunächst, vielen Dank für deine Review im Allgemeinen und auch den Dank darin. Ich konnte noch nie eine konstruktive Kritik erhalten, ein wirklich angenehmes Gefühl...

Wie ich sehe überschneiden sich unsere Vorstellungen hier, nur verständlich, immerhin sind die Geschmäcker verschieden, wie wir alle wissen. Trotzdem muss ich zugeben, ich kann dein Argument vollkommen verstehen. Vor allem, da es von einer so ersichtlichen Musikliebhaberin kommt. Man hört (oder eher liest) deine Leidenschaft wirklich heraus.
Tatsächlich gibt es sogar einen Grund für das Fehlen des Schemels für mich. Ich bekam die Idee zu dieser Kurzgeschichte nähmlich während ich meinem Gitarrenlehrer zuhörte, wie er ein atemberaubendes spanisches Lied nach dem anderen spielte. Er persönlich ist ein Mann der Schlichtheit und spielt öfters ohne Noten, Ständer, Klammern, Plektrons, und so weiter und so fort. Wie auch dieses eine Mal. Ich konnte mir Antonio perfekt in einer solchen Situationen vorstellen. Also schrieb ich darauf los. Eine nicht vollkommen nachvollziehbare Entscheidung für Aussenstehende, zugegebenermaßen, doch davon gibt es in diesem kurzen Text bereits mehrere. ^^
Ich möchte noch kurz einwenden, dass ich dein Headcanon wirklich bezaubernd und passend finde.

Zum Vatikanstaat gibt es wieder eine persönliche Geschichte... Zunächst war ich zu hunder Prozent deiner Meinung, irgendeinmal kam dann dieses "kleine" Headcanon in meinen Kopf geschlichen, das sagt, dass eine jede Personifikation der Länder nicht so geboren, sondern ausgewählt wird. Nicht besonders logisch an sich, doch mit meiner politischen Ansicht auf den momentanen Papst harmonierte das hervorragend. Für mich macht der Vatikan momentan eine grosse Veränderung durch, eine Phase in der die Normen gebrochen werden. Ich sehe den jetzigen Paps als jemand, der Statements mit ungewöhnlichen Mitteln setzen will. Ich konnte mir bildlich vorstellen, wie er eine Frau aus den wenigen Bewohnern seines Stadtstaates heraus suchte, nur um zu zeigen, wie tolerant und neudenkend er is. So setzte sich in meinem Hirn alles zusammen und Arma war geboren. Eine raue, meinungsuntreue, wechselhafte und doch liebende Frau, die mehr Lovino ähnelt als sie zugeben möchte und die die meisten Länder noch nie zu Gesicht bekommen haben.

Ich danke dir also erneut und möchte noch anmerken, dass ich deine Meinung zu Österreich mit meinem vollen Herzen liebe und unterstütze. Als jemand, der sein halbes Leben in Österreich verbracht hat deprimiert mich die fehlende Aufmerksamkeit zu diesem Land doch ziemlich... Schön jemanden zu treffen, der sich diesem Charakter widmet.

Alles Gute, --nur--ich--