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Autor: Stilzkin
Reviews 1 bis 8 (von 8 insgesamt):
27.07.2020 | 19:59 Uhr
Willkommen in der Welt meiner Arbeitsdisziplin. Meine Reviews kommen so regelmäßig wie meine Geschichten. Wohlan denn!

Die Kryptizität nimmt nur noch mehr zu mit diesem ersten Briefwechsel. So viele neue Dinge, die mit Bestehendem in Verbindung gebracht werden wollen. Rhea hat also eine Art... Mission (ob nun selbstgestellt oder von außen auferlegt)? Ich weiß nicht, ich lese irgendwie raus, dass sie nicht aus reiner Herzensgüte bei Kuja abhängt, auch wenn sie ihm zugetan ist und ihm helfen möchte. Wobei sie ja augenscheinlich nicht zufrieden ist mit dem Effekt, den sie hat, und sich deswegen bei ihrem geheimnisvollen Briefpartner Rat sucht. Der (oder die) auch nicht so wirkt, als sei er ein Normalbürger aus dem Laden um die Ecke. Solche Leute mixen ihren Text nicht mit japanischer Schrift (hihi, 理 in "Brief", sehr schön). Tja, weiterhin sehr geheimnisvoll. Pass nur auf, dass du der Andeutungen und Aufhänger nicht zu viele ausstreust. Ich komm ja schon jetzt kaum mit, und wir sind noch so am Anfang... Lenneth hab ich ergoogelt, muss bei Valkyrie Profile aber passen. Kommen da etwa Crossoverelemente ins Spiel? Fandomfremde, meine ich?

Weiter zu Kujas Auftritt in der edlen Gesellschaft Trenos. Ich hab was von Bällen und Festen geschrieben, oder? Sehr schön, denn da gehört er hin =D Hat mir sehr gefallen, dass ein wenig Hintergrund geliefert wird, Worldbuilding betrieben wird. Ich hab mir das auch schon verschiedentlich überlegt, dass Treno als einzige im Krieg nicht zerstörte Stadt (Dali zählen wir mal nicht), dessen Oberschicht auch nachweislich mit einer ganzen Menge Kapital ausgestattet ist, die Gelegenheit beim Schopf packen müsste und seinen Einfluss und Reichtum in der Nachkriegszeit massiv mehren dürfte. Und Kuja ist in seiner Persona (wie passend, der Titel) mittendrin, und er zieht sich sogar was an dafür. O tempora, o mores, um gleich beim Latein zu bleiben. Du bringst ihn schön mit der Geltungssucht der aufstrebenden, vom Wiederaufbau profitierenden Händler zusammen; offenbar hat er immer noch Unmengen an Knete zur Verfügung. Wir erfahren ja nie, wie viel ihm Brahne für seine Unterstützung tatsächlich zahlt, aber ich kann mir gut vorstellen, dass das nicht so schnell ausgeht, auch wenn er nicht mehr den schwarzmagischen Dealer spielt.

Der Lord ist ja eine angenehme Erscheinung, mit dem möchte man direkt einen trinken =D Und Kuja zeigt sich wirklich sehr verändert in diesen Szenen, von einigen kleinen boshaften Beobachtungen und subtilen Spitzen abgesehen. Die unbeschreibliche, selbstzentrierte Arroganz, die er im Spiel hat, ist fast nicht mehr da, und das Bemerkenswerte ist, dass ich ihn dir in dieser Form doch noch abnehme. Er spielt weiterhin den Geheimnisvollen und schafft es, sich nicht zu sehr von Whittemores Ratschlag beeindrucken zu lassen, auch wenn er sich dabei hinterfragen muss - das ist konform mit dem Kuja, den wir aus dem Spiel kennen. Gleichzeitig ist er aber halt nicht mehr der Kuja aus dem Spiel, sondern der Kuja ganz am Ende des Spiels, der Grund genug hat, seine Sicht auf die Welt und praktisch seine gesamte Herangehensweise an das Leben komplett neu zu bewerten. Das ist der Grund, warum ich hier nicht ansatzweise in die Versuchung komme, OOC zu schreien. Da ist wohl eher angebracht, zu sagen, dass ich deinen Kuja weiterhin ziemlich gut finde, beziehungsweise deine Art, einen das Spielende überlebenden Kuja darzustellen.

Ich verdächtige dich weiterhin, ihn über kurz oder lang mit Rhea verbandeln zu wollen. Aber die Story hat schon so viele der erwähnten kryptischen Hinweise (und deine Erklärungen aus der letzten Reviewantwort), dass das kein sehr solider Verdacht ist. Überrasch mich. Geradliniges und Eindimensionales ist, das seh ich ja auch bei Spektrum, deine Sache nicht, von daher sollte ich mir wohl keine Sorgen machen.

Ich hoff, ich brauch nicht wieder Wochen bis zum nächsten Review. Ich weiß ja, wie gut die Dinger tun.

Antwort von Stilzkin am 12.08.2020 | 22:30 Uhr
Hey Lazalantin,

herzlichen Dank fürs Weiterlesen und Kommentieren! Ich habe viel über deinen Kommentar nachgedacht und möchte dir nun endlich antworten, obwohl meine Gedankengänge noch längst nicht abgeschlossen sind. Kurz: Deine Aufmerksamkeit überfordert gerade meine Schaltkreise für diese Geschichte. Daher mach dir keine Gedanken über die Wartezeit von Reviews. Wenn etwas kommt, freue ich mich einfach. Zudem brauche ich auch öfters länger. Längere Kapitel zu veröffentlichen ist schlimm, Regelmäßigkeit klappt gar nicht. Es ist und bleibt schwierig, hehe.

Zum Brief. Ich muss dazu einiges sagen, auch wenn es vorab vielleicht etwas zu viele Infos sind.
Zu Valkyrie Profile (VP): Trotz der Erwähnung von VP wird es keine Fandomfremden Crossover-Elemente geben, da kann ich dich beruhigen. Die Erwähnung davon habe ich aus verschiedenen Gründen gewählt, zwei werde ich dir erklären. Zum einen habe ich Rhea die Charaktereigenschaft gegeben, dass sie gerne Geschichten liest. Und in dieser FF ist VP nur eine alte, schöne Sage, die man in Daguerreo ausleihen kann. Es wird immer wieder um Geschichten, Märchen, Erzählungen gehen. Das wird mit dem tieferen Sinn der ganzen Geschichte zu tun haben, der sich aber erst im Laufe der Zeit entfalten wird. Zum anderen habe ich an dieser Stelle VP erwähnt, weil ich mich bei Kujas neuer Persona für den Namen Lucian Regis entschieden habe. Mir gefiel die Bedeutung „König des Lichts“, aber mir fiel auch ein, dass Lucian eine wichtige Figur in VP ist, für die Lenneth bis zum Äußersten geht. Kuja und VP Lucian haben eigentlich nichts gemeinsam, aber mir gefiel der Gedanke eine subtile Verbindung zu schaffen, was „A“ im letzten Absatz mit „Siehst du den Vergleich?“ anspricht. Irgendwas muss da schon passiert sein, mit Krieg und Seelen…
Zu Rheas „Mission“: Es ist beides – selbst gestellt und von außen auferlegt. Aber Rhea sieht selbst eine andere Mission für sich als die, die ihr von außen auferlegt wurde. Das liegt daran, dass die Umstände für die von außen auferlegte Mission ihr noch gar nicht klar sind – sie sich aber trotzdem im vollen Gang befinden. Rheas sich selbst auferlegte Mission wird zum ersten Mal angedeutet in Schritt #07 – Fabel und direkter angesprochen in Schritt #11 – Calor. Warum sie sich diese auferlegt hat, wird erst in späteren, noch nicht veröffentlichten Kapiteln erklärt. Aber es hat mit einem kleinen Gegenstand zu tun, der in Schritt #09 – Integrität zum ersten Mal erwähnt wird. Sein Sinn wird da noch nicht erklärt, aber behalte den dafür einige Zeit im Hinterkopf.
Rhea und Kuja: Ich denke, ich nehme da nichts vorweg, wenn ich sage, dass es kompliziert war, ist und bleibt. Ich wollte einige Sachen zwischen den beiden noch länger unangesprochen lassen, aber ich habe mich nach deinem Kommentar dafür entschieden, manche Aspekte früher als geplant anzusprechen. Ich glaube, dass es nicht weniger interessant ist, wenn der Leser in manchen Situationen einfach weiß, was da los war. Daher werde ich später in Schritt #14 und in darauffolgenden Briefen die erste wichtige Sache erzählen, wo der Leser erst im Nachhinein erfährt, wie es dazu kam, er aber schon weiß, was da passiert ist. Und nein, sie waren nicht zusammen und haben sich getrennt. Das wäre für uns beide zu banal. xD
Die Kryptizität: Die Briefe werden (leider?) wohl immer so gehalten sein. Sie werden aber immer Andeutungen enthalten, was in dieser Geschichte eigentlich wirklich unterschwellig passiert. Daher sollte man sie besser nicht überspringen, auch wenn man erst einmal nicht so viel versteht. Halte einfach etwas durch! xD Wer oder was A ist, wird wohl noch lange Zeit ein gut gehütetes Geheimnis bleiben (macht es jetzt nicht besser, oder? *seufz*). Ich habe noch nicht alle 28 Briefe fertiggeschrieben, daher könnte es sein, dass ich irgendwann das Antwortschreiben von A noch einmal überarbeite. Aber ich werde das dann anmerken.

Jetzt zu Treno. Wie in deinen Gedanken passte es auch für mich, dass Kuja nach dem Krieg nach Treno zurückkehrt und sich dort in den Adelskreisen ein neues Leben aufbauen will. Ich glaube, dass dies das Leben ist, nach dem er immer gestrebt hat, wenn er frei von der Aufgabe gewesen wäre, die Garlant ihm gab. Jetzt ein Teil der Gesellschaft zu sein, die nach dem Krieg einen starken Aufschwung erlebt und deren Wohlstand weiter wächst, sollte genau das sein, wonach Kuja der Sinn steht.
Du hast recht, Kuja hat durch den Deal mit Brane sicherlich viele Gil eingestrichen, aber ich habe mir überlegt, dass er schon zuvor einiges an Kapital zur Verfügung hatte, um die ersten Schwarzmagier überhaupt konstruieren zu können. Wie genau er dazu gekommen ist, werde ich über etliche Kapitel verteilt ab Schritt #15 oder #16 erzählen (fängt mir „Präsent“ an).
Den Ball zu beschreiben und Lord Whittemore zu entwerfen, hat wirklich Spaß gemacht. Ich wollte nach all dem Erst und den Geheimnissen an dieser Stelle etwas schreiben, das genauso gemeint ist, wie es sich liest. Ein amüsanter Abend. Hochtrabende Adelige. Ein netter, aber gewiefter Lord mit Lebenserfahrung. Und wie Kuja sich in all dem einfügt. Ich bin wirklich – WIRKLICH – froh, dass er dir bislang nicht OOC vorkommt, obwohl er durchaus anders ist als im Spiel. Aber, du hast es richtig angesprochen, am Ende des Spiels hat er sich verändert. Wenn er eine zweite Chance erhielte, bestünde die Möglichkeit, dass er verändert sein könnte, ohne seine Grundzüge alle über Bord zu werfen. Schließlich wird Kuja immer eine gewisse Überheblichkeit den normalen Gaianern an den Tag legen und sich oftmals fähiger und überlegender fühlen (ohne das würde es auch weniger witzig zu schreiben sein). ABER. Puh, du hast mich echt ins Grübeln gebracht. Ich habe schon Kapitel geschrieben, die sich mit seiner Vergangenheit ca. 4 Jahre vor FF IX Spielstart beschäftigen. Und da bin ich mir nicht sicher, ob er dir an einigen Stellen zu OOC sein könnte, obwohl ich wirklich versuche, darauf zu achten, ihn egoistischer und anderen gegenüber verachtender darzustellen. Ich bin also sehr gespannt, was du sagen wirst, wenn du das Kapitel „Präsent“ lesen wirst (könnte Schritt #15 oder #16 werden). Zudem bin ich auch sehr auf deine Meinung zu Schritt #04 – Selenicereus gespannt.

Dass du nun diese Geschichte liest, hat meine eigenen Ansprüche noch einmal wachsen lassen. Ich spüre den Druck, aber auch den Willen, endlich mal wieder in die Gänge zu kommen. Ich schreibe an verschiedenen Stellen in der Zeitlinie und habe nach deinem Kommentar endlich mal wieder an der Stelle in der Geschichte weitergeschrieben, in dessen Reigenfolge hier veröffentlicht wird (sprich Schritt #13 – Dextra und #14 – Magi). #14 ist noch im Feinschliff, aber hoffentlich wird es in den nächsten Tagen fertig. Ich möchte noch viel erzählen und werde versuchen, dabei zu bleiben. Ich hoffe, ich darf dich mit meinem Idee-Chaos auch in Zukunft überschwemmen. :D
05.07.2020 | 19:43 Uhr
Und weiter gehts! Ich glaube, wir müssen über Rhea sprechen. Beziehungsweise, ich werde das tun, und du kannst mein Gefasel geraderücken =P

Noch eine von Garlants Elitegenomen, wie? Das leite ich zumindest aus dem Absatz über die "anderen drei" ab, war mir aber nicht sicher, ob sie wirklich ein Genom ist, denn wann immer Genome beschrieben werden, findet früher oder später der Schwanz Erwähnung, und das bleibt hier völlig aus. Gut, Kuja hat in seiner Nicht-Trance-Form auch keinen, aber er war ja auch der erste und hebt sich in vielerleit Hinsicht von seinen Artgenossen ab... Jedenfalls schön, dass Mikoto und Zidane zumindest mal Erwähnung finden. Apropos Mikoto, erlaub mir die Frage, warum du sie nicht ausgewählt hast, um sie Kuja zur Seite zu stellen? Sie erfährt ja im Spiel so minimale Charakterisierung, dass sie sich als Leinwand für eigene Gedanken gut eignet. Die Rolle, in der sie mir aus Fanfics am vertrautesten ist, ist die einer im Schwarzmagierdorf lebenden Tüftlerin und Wissenschaftlerin, die versucht, den Fragen nach Seelen und wie man sie bekommt auf den Grund zu gehen - auch um ihren Mitgenomen aus ihrer Existenz als leere Gefäße zu helfen. Würde mich interessieren, was hier gegen sie sprach.

Ansonsten hab ich eigentlich gegen OCs keine Vorbehalte und werde Rhea mal so hinnehmen, zumal sie mir bislang ganz gut gefällt. Die nächste Frage, die sie aufwirft, ist, ob du noch beleuchten wirst, wie sie in die vom Spiel erzählte Geschichte kommt. Meiner Meinung nach sind die besten OCs die, die im Original bereits existieren, aber niemals beleuchtet werden. Es gibt ja noch Dutzende andere Genome, die wir sehen, und sicher noch mehr, die wir nicht sehen. Wäre cool, wenn sie noch irgendeine Verbindung zum Originalmaterial bekäme, statt einfach da zu sein... aber wenn dem doch so sein sollte, was soll's, gibt Schlimmeres. Immerhin hast du die Fähigkeit, einen neuen Charakter auch auszugestalten und ihn auf angemessene Weise mit dem Stoff interagieren zu lassen - das ist es ja, was vielen Leuten, die OCs einführen, irgendwie abgeht und das Konzept so verschrien macht. Aber da hab ich mal keine Befürchtungen.

Sie hat es sich also zur Aufgabe gemacht, sich mit den anderen Gestalten zu befassen, die Kuja so auf die Nerven gehen? Wo wir schon mal dabei sind, Gratulation zu der Entscheidung, den einen und einzig wahren lästigen Clown mit in die Story aufzunehmen, ich freu mich schon ungemein auf ihn =P Ich hab noch nie selbst versucht, ihn zu schreiben (gleiches gilt für Seymor), aber ich bin gespannt, wie du das anstellen wirst. Kefka ist sehr leicht als eindimensionaler Wahnsinniger darzustellen, meine ich.

Zurück zu Rhea. Du streust aufs Neue ein wenig Charakterisierung aus, aber nicht sehr viel - das ist ganz gut gemacht, denn so bleibt sie einigermaßen geheimnisvoll und wird dabei nicht aufdringlich. Tja, warum hängt sie mit Kuja ab? Ich glaub ihr das "du hast halt nie gesagt, ich soll gehen" nicht wirklich. Die zwei haben offensichtlich Vergangenheit miteinander, und irgendwas scheint sie an ihn zu binden, und umgekehrt - immerhin schafft er's ja nicht, den alten Kuja zu machen und sie Verachtung spüren zu lassen. An der Stelle, als er nicht rausbringt, dass es ihm egal ist (und der Absatz gegen Ende, als sie ihn bittet, auf sich aufzupassen), hatte ich schon Bedenken, dass dir jetzt gleich die Charakterisierung flöten geht und du hier mit was Zwischenmenschlichem (Zwischengenomischem?) anfängst - dafür eignet sich Kuja meiner Meinung nach nämlich gar nicht, egal ob reformiert oder nicht; der Mann ist und bleibt für mich ein hundertprozentiger Narzisst... Aber ihr Verhältnis scheint dann doch wieder ganz anderer Natur zu sein, und Kuja wischt den Moment beiseite. Und natürlich wird an Ort und Stelle nichts weiter erklärt, wo kämen wir denn da hin? =P

Rhea ist jedenfalls ein weiterer Baustein in dem für dich typischen Erzählpuzzle, in dem man erstmal bloß Teile aus der Mitte findet, die nicht so recht zusammenpassen wollen. Aber wie versprochen, ich werde warten, bis du mir welche vom Rand zukommen lässt.

Achja, eins noch... welches Luftschiff ist das denn? Das müsste ja die Hildegard I sein, die Kuja damals mitsamt Cids Frau unter seine Kontrolle gebracht hat. Ich hab sogar noch mal recherchiert, und nach dem Gurug-Vulkan wird dieses Schiff tatsächlich nie wieder gesehen und wir erfahren nie, was daraus geworden ist. Könnte also tatsächlich wieder im Palais gelandet sein. Ich dachte, ich hätte ein Loch im Plot entdeckt, aber entweder war dir das klar oder du hattest Glück =P

Antwort von Stilzkin am 06.07.2020 | 02:01 Uhr
Hey Lazalantin,
vielen Dank fürs Lesen von Schritt #02 – Impuls! Ich denke auch, wir müssen hier über einiges sprechen.

Rhea. Ja, die Erschaffung dieses OCs war ein sehr langer Prozess, da ich 1.) den Sinn und 2.) die Lebensgeschichte des Charakters definiert habe, bevor ich richtig in die Plotkonstruktion der Geschichte einsteigen konnte. Ob Rhea eine Genomin ist oder nicht, wird sie in Schritt #11 – Calor verraten.
„[…] Immerhin hast du die Fähigkeit, einen neuen Charakter auch auszugestalten und ihn auf angemessene Weise mit dem Stoff interagieren zu lassen […]“ Vielen Dank für deine Hoffnung in mich, ich gebe mir Mühe, dass nicht zu sehr zu enttäuschen! xD

Zu Rheas Integration in die Story des Spiels: „[…] Meiner Meinung nach sind die besten OCs die, die im Original bereits existieren, aber niemals beleuchtet werden. […]“. Diesen Gedanken kann ich sehr gut nachvollziehen und so wollte ich sie auch designen. Ihre Rolle ist so definiert, als wäre sie schon immer Teil des Universums gewesen, nur in den Spielszenen nicht anwesend, sondern woanders. Ich möchte noch Vieles über die Zeit vor dem Spiel erzählen, auch im Bezug auf Kuja, sodass eigene Kapitel mit Fokus auf die Vergangenheit erscheinen werden. Das wird Rheas Rolle und ihre Beziehung zueinander tiefgehend beleuchten. Ein erstes Vergangenheitskapitel wird wahrscheinlich um Schritt #18 kommen (hier noch nicht veröffentlicht).

Mikoto wird eine wichtige Rolle im Dorf der Schwarzmagier einnehmen, allerdings stelle ich mir ihre emotionale Entwicklung weiter als bei anderen Genomen, aber noch lange nicht ausgereift vor. Im Vergleich zu anderen Genomen ist sie eine noch sehr junge Schöpfung und hat viel Zeit mit Garlant verbracht, der seine Ansichten in sie hinein trichtern konnte. Ich stelle mir vor, dass sie auch zwei Jahre nach Terras Fall damit beschäftigt ist, diese Indoktrinierung in ihrer neuen Realität zu verarbeiten. Wir werden Mikoto auf jeden Fall später begegnen.
Es gab tatsächlich einen bestimmten Grund, warum ich mich für einen OC und gegen Mikoto entschieden habe, diesen an Kujas Seite zu setzen. Es hat mit der tiefsten Ebene des Plots zu tun, über die ich an dieser Stelle leider noch nichts verraten kann.

Haha, ja, Kuja ist und bleibt schon ein ganz schöner Ego-Mensch, aber du wirst merken, dass er hier immer wieder für sich herausfinden muss, wie viel Ego ihm wirklich gut tut und wo er sich nur selbst mit schadet. Eine zweite Chance bedeutet auch, sich manchmal für etwas zu entscheiden, dass zuvor unmöglich schien. Trotzdem denke ich, dass ich noch genug Narzisst übrig lassen werde, um einen Kuja-gerechten Unterhaltungsfaktor zu bieten (zu lesen bereits in Schritt #03 – Persona & #04 – Selenicereus). Macht auch einfach viel zu viel Spaß zu schreiben. xD

„Die zwei haben offensichtlich Vergangenheit miteinander, und irgendwas scheint sie an ihn zu binden, und umgekehrt - immerhin schafft er's ja nicht, den alten Kuja zu machen und sie Verachtung spüren zu lassen.“ Das ist absolut zutreffend und wird ein Kernelement in der Geschichte sein, herauszufinden, warum das so ist und was das mit den anderen drei Gestalten zu tun hat.

Apropos, die drei Gestalten. Ich werde mir große Mühe geben, sie einigermaßen IC zu schreiben. Aber ich muss dazu sagen, dass ihre Gemütszustande nicht so wahnsinnig / todversessen / Gottkomplex-artig sein werden wie in den Spielen. Sie werden also menschlicher auftreten, sind also ihren Versionen aus frühen Stadien in den Spielen ähnlicher als den Endgegner-Versionen. Das liegt auch wieder an der Struktur des Plots, weil sie sich erst allmählich an ihre eigenen Vergangenheiten erinnern müssen, was überhaupt mit ihnen passiert ist. Ich werde ihre Charakterisierung auch psychologischer angehen und bin sehr gespannt, was du davon halten wirst.

Oh, bei dem Luftschiff handelt es sich nicht um die Hildegard I, auch wenn es eine logische Möglichkeit gewesen wäre. Aber die Hildegard I wäre zu auffällig gewesen und hätte früher oder später Kuja in Bedrängnis bringen können, da Hilda und Cid IX genau wissen, wie das Luftschiff aussieht. Daher bleibt sie bei mir (erstmal?) verschollen. Das erwähnte Luftschiff soll ein neu gebautes Modell der Dampfschiffserie aus Lindblum sein, die von der Ingenieurswerft Whittemore & Söhne gebaut wurde. Kuja hat es gekauft, um mobil zwischen Geschäfts- und Privatangelegenheiten reisen zu können, von denen du in späteren Kapiteln noch lesen wirst.

Ich bin schon sehr gespannt, was du zum nächsten Kapitel (Brief #29) sagen wirst, weil es vom Aufbau so ganz anders gestaltet ist. Hoffentlich hast du dann mit dem regulären Kapitel Schritt #03 – Persona so viel Spaß wie ich beim Schreiben!
01.07.2020 | 16:45 Uhr
So fang ich denn mal an mit diesem Werk - ich bin schon einige Kapitel weiter, aber im Lichte deines wunderbaren Revieweifers für meine Drabbles wäre es ja fast sowas wie'n Verbrechen, wenn ich hier knauserig wäre...

Zuallererst mal das Introkapitel - das Bizarre ist wirklich deins, was? ;) Beginnend mit Kanji und Kana, deren Lautwerte die lateinischen Buchstaben vertreten, zu den PHP-Codezeilen (ich hab in dieser Sprache genug programmiert, um sie nie wieder sehen zu wollen...) ist das ein reichlich wunderlicher Einstieg in die Geschichte - ich bin gespannt, ob sich dahinter ein in kommenden Kapiteln noch zu enthüllender Sinn versteckt. Ansonsten ist das eine Art Kapitelübersicht (mit Protagonistenkürzeln anscheinend... KJ, SP, SY...), oder? Ziemlich originell gemacht, auf sowas käme ich im Leben nicht. Schaut auf jeden Fall nach einem Großprojekt aus (500 000 Wörter?). Mit Spektrum scheint es auch irgendwie zusammenzuhängen, wenn meine Vermutung, dass Spektrum nach FFIX spielt und Kuja zum Protagonisten hat, korrekt ist. Die verwirrende Kulisse ist ein weiteres verbindendes Element.

Oh, Crossover, und Kuja ist schon auf den ersten Metern offensichtlich not amused =P Ich versuche immer, das Szenario in Relation zum Originalmaterial zu setzen. In diesem Fall hilfst du mir, indem schon im einleitenden Kapitel "Fortsetzung" steht - er ist offensichtlich wieder bei Kräften, hat seine Niederlage gut weggesteckt und sich vor den Augen der sich erholenden Welt in seinem Palais verborgen. Meine instinktiven Fragen sind: wie geht's den anderen? Ich glaub zwar nicht, so bald was von ihnen zu erfahren (zumal ja explizit angedeutet wird, dass Kuja nicht darüber nachdenken will, was einst war), aber interessieren würd's mich doch... Jedenfalls, er scheint so getrieben zu sein wie eh und je. Dieses schon fast verzweifelte Streben ist ja ein wesentlicher Zug seines Charakters im Spiel, der hier schön eingefangen ist.

Ansonsten ist es aber schwierig, zuzuordnen, was Kujas Platz in der Welt jetzt ist. Er hat offensichtlich ungebetene Gäste, wobei wir (noch) nicht erfahren, wer das ist und woher die kommen. Werden wir aber wahrscheinlich noch. Er sucht nach Informationen, findet aber keine - was treibt ihn an? Von seiner Vergangenheit lösen kann er sich nicht, die sieht er ständig am Horizont. Echt mal, ich bin sehr gespannt, was du aus ihm machst - ich finde Kuja eine wirklich schwierig zu schreibende Persönlichkeit, beziehungsweise nein, ich finde es schwierig, mir vorzustellen, was er im Fall seines Überlebens am Ende von FFIX weiter anstellen könnte. Dass er überlebt, okay, warum nicht? Zidane hat's ja auch hinbekommen. Aber dann? Jeder, der Kuja schreibt, kommt da zu anderen Schlüssen. Ich hab mehr als einmal gesehen, dass er zu Mikoto und den anderen Genomen ins Schwarzmagierdorf zieht, aber irgendwie will eine solche Existenz nicht recht zu ihm passen. Ein rastloses Suchen nach mehr Wissen, um seinem Leben einen neuen Inhalt zu geben, entspricht dem Charakter mehr. Angedeutet wird hier auch, dass er versucht, nicht nur zu existieren, sondern auch zu leben. Wie er das wohl anstellt? Kuja ist wie gemacht für edle Bälle, Opern und Theater, hochklassiges Entertainment. Ob ihn das auf Dauer erfüllen kann?

Ich habe immer das Gefühl, mich mit meinen Reviews im Kreis zu drehen und viel zu sagen, was aber eigentlich nix aussagt. Das passiert mir vorrangig dann, wenn ich mich nicht an einzelnen Szenen aufhängen kann und auch nichts Stilistisches zu kritisieren hab. Wenn irgendwas, dann, dass sehr viel Saat ausgestreut wird, die der Leser im Kopf behalten muss, ehe sie endlich keimt. Das Kapitel ist voller Vagheiten und Andeutungen, aber ich will das auch nicht zu hart kritisieren, denn das ist halt dein Stil und deine Art, eine Geschichte aufzuziehen - wenn man weitergelesen hat, wird man diesen Anfang wahrscheinlich mit anderen Augen sehen. Das kommt einem Vorhaben, kapitelweise Reviews zu geben, natürlich nicht gerade entgegen, aber was solls. Ich bleibe mal dran und melde mich alsbald zurück ^^

Antwort von Stilzkin am 01.07.2020 | 22:53 Uhr
Hey Lazalantin,
ich habe sehr lange auf diesen Tag gewartet. Ich danke dir von Herzen, dass du in dieses Projekt hinein geklickt hast und mir deine Gedanken dazu dalässt. Das bedeutet mir viel.
Die lieben Schreiber, die zuvor hier Kommentare hinterlassen haben, kennen mich persönlich und wussten teilweise von der Grundidee, die ich erzählen wollte. Aber seitdem hat sich das Konzept dynamisch weiterentwickelt. Du gehst mit einem neutralen Blick an die Geschichte und es erfreut und interessiert mich sehr, deine Eindrücke zu lesen.

Das Introkapitel. Ich habe damals lange überlegt, ob ich das wirklich dazu veröffentliche. Bei so einem Kauderwelsch fühlen sich manche Leser sicherlich gleich abgeschreckt. Und ich glaube immer noch, dass es eine Einstiegshürde darstellt. Andererseits steckt da (vielleicht auch nur für mich) eine tiefere Bedeutung drin, dass ich es als Teil des Gesamtwerks behalten wollte. Die Seite wird mit jedem veröffentlichten Kapitel aktualisiert und gibt sowohl eine Übersicht als auch einen kleinen Vorgeschmack, was als nächstes kommt. In diesem Sinne vielleicht doch nicht nur für mich interessant, haha.
Du bist php-Codezeilen-Experte? Du beeindruckst mich immer mehr. :D Ich kenne mich in diesem Gebiet leider nur „pseudo“ aus, aber ich werde versuchen, die entsprechenden Kommandos halbwegs logisch zu verwenden. Denn Katakana, Hiragana, Kanji und php werden auf jeden Fall wieder vorkommen.
Eine Sache möchte ich dir aber schon verraten: Spektrum und Grenzenlos werden zwei unterschiedliche Ideen darlegen, was nach der Kristallwelt geschehen sein könnte.

„Oh, Crossover, und Kuja ist schon auf den ersten Metern offensichtlich not amused =P“. Danke, ich musste über diesen Satz so lachen! Absolut, man spürt diese Verbissenheit, dass er mit dieser Situation gar nicht leben kann. Eine Freundin sagte mal zu mir, dass ich meine Figuren mental gerne quäle, aber gerade das auch Spaß macht zu lesen. Vielleicht stellst sich das Gefühl bei dir ebenfalls ein.
Welche Rolle er in der Welt nach seinem Überleben einnehmen wird, wird in „Schritt #03 & #04“ näher thematisiert, obwohl darin noch nicht alles zur Sprache kommt, was sein neues Leben ausmacht. Dazu werde ich erst wieder etwas in Schritt #16 erzählen, was hier noch gar nicht veröffentlich ist.
Es ist ein spannender Gedanke, dass das offene Ende im Originalspiel so viele Möglichkeiten lässt, was wirklich mit Kuja passiert ist. Ich habe auch Geschichten gelesen, in denen er mit den Genomen und Schwarzmagiern eine neues Leben beginnt. Ich mochte diese Geschichten, aber auch bei mir stellte sich nicht das Gefühl ein, dass das zu seinem Charakter passt. Zumindest nicht, wenn man den Endpunkt seiner Charakterentwicklung im Spiel nimmt. Trotz seiner Einsicht, dass es das Richtige ist, die Truppe vom Hügel der Verzweiflung zu teleportieren und damit ihre Leben zu retten, bleibt dieser Eifer nach Freiheit und Selbstbestimmtheit und die Furcht vor dem Scheitern (das sind Aspekte, auf die ich immer wieder zu sprechen kommen werde).
„Kuja ist wie gemacht für edle Bälle, Opern und Theater, hochklassiges Entertainment. Ob ihn das auf Dauer erfüllen kann?“ Eine sehr weise Überlegung. Das werden wir zusammen herausfinden.
Noch einmal kurz zurück zur FF IX Heldentruppe: Leider werden wir sie in den ca. 15 Kapiteln von Schritt #14 an gerechnet nicht sehen, aber ich verspreche, alle werden nach und nach vorkommen (wenn wir es zusammen bis dahin geschafft haben).

Kreisende Gedanken sind ein Zeichen, dass du schon viele Fragen im Kopf hast, die dich beschäftigen. Die Saat wird hoffentlich über viele Kapitel reifen, bis sie letztendlich Früchte trägt. Es wird noch eine Weile verwirrend und vage bleiben, aber ich habe im Hinterkopf, nach und nach Antworten zu liefern. Dennoch muss ich mir noch mehr Gedanken darüber machen, welcher Zeitpunkt für welche Antwort der Richtige wäre.
Ich finde es klasse, dass du dich kapitelweise an Reviews versuchen willst. Es ist eine Momentaufnahme deiner Gedanken und genau das gibt mir einen Einblick, was das Kapitel in dir ausgelöst hat. Das hilft mir viel besser, dich als Leser, mich als Autor und diese Geschichte in ihrer Wirkung zu verstehen. Ich habe lange darauf gewartet. Und ich sage nochmals Danke dafür.
15.07.2016 | 15:54 Uhr
Hallihallo Stilzi,

„Persona“ besitzt gleich zu Beginn eine hübsche Einführung in das neue Setting, indem du Treno und die dort ansässige Gesellschaft überaus treffend beschreibst. Insbesondere die Dynamik zwischen Adel und Diebesgesindel, die du gleich im ersten Absatz ansprichst, ruft Erinnerungen wach :D
Als einer meiner Lieblingsorte des Spiels schätze ich das Ambiente der Stadt sehr und freue mich, dass du diese Stimmung in deinem Text einfangen konntest.

-- Nach der wochenlange Suche in der Bibliothek des Wüsten-Palais und der beschwerlichen Ankunft der Fremden wusste er es zu schätzen, wieder der Herr seines Hauses zu sein, Hunderte Meilen entfernt von Problemen, die ihn seiner Ansicht nach überhaupt nicht betreffen sollten.

Wie wunderbar allein dieser eine Satz es schafft, die Bedeutung dieser Stadt für Kuja zu beschreiben :D Ein Zufluchtsort, der scheinbar unendlich viele Möglichkeiten bietet, sich von den eigentlich wichtigen Dingen und Problemen, die ihn sehr wohl betreffen, abzulenken.
Auch wenn seit dem Spiel bereits etwas Zeit vergangen ist, in der er bereits an einigen alten Verhaltensweisen hat arbeiten können, erscheint solch ein egoistisches Verhalten äußerst passend.
Er muss eben noch viel lernen... ;)

Weiterhin erhält der Leser erneut einen kurzen Rückblick zu dem Morgen seiner Abreise, an dem Rhea ihr Vorhaben, ihn künftig wieder zu verabschieden, in die Tat umsetzt. Eine schöne Szene, die besonders durch Details, wie zum Beispiel Rheas Solidaritätsbekundung oder die Tatsache, dass Kuja ihr seine Privaträume als Rückzugsort zur Verfügung stellt, die Beziehung der beiden zueinander erneut hübsch verdeutlicht.

-- Es war nicht die Zeit und der Ort, weiter daran zu denken, denn es stand für heute Nacht ein Ball im Hause der Whittemores an, deren Sitz im Norden Trenos lag.

Abgesehen davon, dass es erneut ziemlich unfair ist, sich auf einem Ball zu vergnügen, während andere mit Problemen allein gelassen werden, freue ich mich natürlich immer über hübsche Ball-Szenen :3 Deine Ausführung bezüglich des Wandels nach „der Magischen Offensive“, wie du es so schön betitelt hast, gefallen mir ebenfalls.

In dem Abschnitt mit dem Portier triffst du Kujas Charakter wieder wunderbar und auch die Tatsache, dass er einen anderen Namen verwendet ist ein gut durchdachtes Detail, welches durchaus große Bedeutung trägt.

In den folgenden Abschnitten stellst du einmal mehr unter Beweis, wie wundervoll du einen edlen Ball unter Adligen darstellen kannst, das hat mir schon in „Dodo“ wirklich gut gefallen! Die Beschreibungen der Umgebung, der Gäste und Handlungen, ebenso wie das Gespräch mit Lord Whittemore, welches sogar Kuja zum Nachdenken bewegen konnte, bilden einen schönen Einstieg in den Abend.
Mir gefällt außerdem die Idee, dass der Nebel, welcher ja mittlerweile nicht mehr existent ist, eine bedeutende Rolle in Kunst und Kultur einnimmt. Wirklich gelungenes Detail!

Ein hübsches, erstes Treno-Kapitel, das erneutviele vertraute Aspekte des Spiels aufgreift und Lust auf die folgenden Kapitel, die in dieser Stadt spielen, macht :)

Alles Liebe!
Dagraiel
14.07.2016 | 23:46 Uhr
Hi Stilzkin,

leider kann ich bei meinen Reviews nie Kontinuierlichkeit versprechen, ich versuche aber, im Laufe der Zeit mit den Kapiteln aufzuholen und auch zu jedem eine Review zu hinterlassen, ungeachtet dessen, dass es eben ein Weilchen dauern könnte.
Daher nun hier also meine erste Review, zum Kapitel "Recherche".

Zuerst einmal habe ich großen Respekt vor deiner Fähigkeit, Beschreibungen ausschweifen zu lassen, ohne dass es sich unerträglich in die Länge zieht und man die Sätze nicht mehr auseinandergespaltet bekommt. Das ist definitiv eine Kunst, der nicht jeder mächstig ist. Viele erzählen ihre Geschichten zu hektisch, viele andere verlieren sich zu sehr in den Beschreibungen bis hin zu einem Punkt, dass es eigentlich kaum mehr Handlung gibt. Man merkt aber schon innerhalb der ersten Sätze, dass du damit ziemlich gut umgehen kannst, und detaillierte Beschreibungen und Vorantreibungen der Story sich miteinander einhergehend abwechseln, sodass der Leser zwar Hintergrundinformationen bekommt, aber eben auch Handlung direkt erlebt.
Was mir im ersten Abschnitt übrigens positiv aufgefallen ist - ich vermute, dass es Absicht war - war die zweimalige Verwendung von Dreifach-Alliterationen. Einmal bei "Magie, Mythen und Mysterien" und dann bei "versteckt, verborgen, möglicherweise vergessen". Ich bin eh der totale Alliterations-Junkie, wenn es angebracht ist, von daher war das für mich das gefundene Fressen.

Insgesamt wirfst du den Leser mit dem ersten Kapitel in eine bekannte, jedoch völlig neue Welt, was auch in der Handlung aufgegriffen wird. Die Dinge haben sich für Kuja und den Planeten zwar definitiv geändert, und das nicht zu knapp, dennoch erkennt man das Fundament der Handlung wieder.
Besonders gut gefallen hat mir übrigens auch der Teil mit dem Charakter, der für Kujas Überleben verantworlich ist. Im ersten Moment schreien die Erinnerungen an FF IX im Kopf "oh, ja, Zidane, da damals unter diesem fürchterlichen Gestrüpp unter Iifars Baum!", aber ehrlich gesagt möchte man - oder eher: ich - zu diesem Wissensstandpunkt noch gar nicht unbedingt davon ausgehen, dass es sich um Zidane handeln muss. Es ist im Bereich des Möglichen, aber bei allem, was man bis zu diesem Zeitpunkt weiß, ist es definitiv nicht bewiesen. Das mochte ich irgendwie, auch, weil das Thema gleich darauf abgehakt wird, man aber davon ausgehen kann, dass es in späteren Kapiteln noch mal eine Bedeutung haben wird.

Oh, im Übrigen noch eine Kleinigkeit zum Beginn: Ich mag es, dass die Handlung mit der Abendsonne beginnt. Sonnenuntergänge können für den Abschluss von etwas Altem sowie für den Beschluss eines Neubeginns stehen - jedenfalls empfinde ich das so. Das passt thematisch meiner Auffasung nach zu dem, was von dieser Geschichte zu erwarten ist, und war daher eine schöne Einleitung.

Zum Schluss noch ein paar Zeilen zu Flüchtigkeitsfehlern oder Beschreibungen, die mir beim Lesen aufgefallen sind.
Im ersten Absatz gegen Ende steht "auf und untergehen". Da fehlt mir lediglich der Bindestrich.
Im zweiten Absatz recht zu Beginn steht "wenn auch manches Pergament bereits darunter zu leiden hatte". Das klingt für mich ein wenig nach einem Zeitfehler, denn so würde es bedeuten, dass die Pergamente zum Erzählzeitpunkt darunter leiden. Für mich klang es aber so, als wollest du damit sagen, dass bereits zuvor einige Pergamente darunter gelitten hätten, also wären "wenn auch manches Pergament bereits darunter zu leiden gehabt hatte" oder "[...] darunter hatte leiden müssen" eventuell glücklichere Formulierungen. Falls ich es falsch verstanden habe, ignorier diese Kritik einfach.
Gleich im Satz darauf, bei "Öfters dachte er daran, dass jene ihm als Strafe auferlegt worden waren, deren Nähe er zu ertragen hatte." finde ich, dass die Bedeutung des Satzes sich ein wenig in der Formulierung verliert. Günstiger wäre es vielleicht, es so umzustellen, dass der letzte Satzteil gleich hinter "jene" folgt, sodass die Auferlegung der Strafe den Abschluss des Satzes darstellt, da dies - so habe ich es jedenfalls aufgefasst - die Kernaussage des Satzes ist.
Ansonsten ist mir soweit aber nicht wirklich etwas negativ aufgefallen.

Somit verabschiede ich mich aus dem ersten Kapitel und hoffe, dass du aus dieser Review, die weitaus weniger nützlich geworden ist, als ich es vorgehabt hatte, trotzdem noch irgendetwas mitnehmen kannst, und gebe mir Mühe, keine Monate bis zur Nächsten vergehen zu lassen.

Lieben Gruß,
Vale
13.07.2016 | 23:30 Uhr
Liebe Stilzi,

es ist zugegeben immer etwas gefährlich Kapitel direkt aus der Sicht eines eigenen Charakters zu schreiben, noch dazu, wenn die Ich-Perspektive verwendet wird und in einem Brief lässt sich diese Erzählart noch nicht einmal umgehen, daher verstehe ich, dass du Bedenken bezüglich dieser „Einschübe“ hattest.

Es ist sicherlich eine Frage des Geschmacks, ob einem diese Kapitel gefallen, aber mir persönlich gefällt die Idee mit den Briefen.
Sie geben dir die Möglichkeit einen noch sehr unbekannten Charakter näher vorzustellen, ohne, dass du dazu ganze Storyabschnitte aus dessen Sicht schreiben musst.

Die Briefe fassen Geschehnisse voriger Kapitel so zusammen, dass man nun, neben der Sicht des eigentlichen Erzählers des jeweiligen Kapitels, auch die Gedanken Rheas erfährt.
Ich persönlich erachte es als geeignetes Mittel, um Rhea dem Leser etwas näher zu bringen. Daher finde ich diese Briefe ziemlich wichtig, da die anderen Kapitel dieses Sichern einer engeren Bindung zum Charakter vielleicht gerade zu Beginn nicht immer so gut zulassen.
Durch diesen „ersten“ Brief erfährt man nun ganz konkret, wie sehr Rhea das Verhalten anderer beobachtet, bewertet und äußerst feinfühlig darauf eingeht.
Ebenso wird hier noch einmal deutlicher, dass sie sich Gedanken macht und versucht diese außergewöhnlichen Geschehnisse einzuordnen.
Abseits davon geben ihre Worte erneut einen groben Überblick über ihren Wissensstand bezüglich Terra und Iifar.

-- Aber irgendwie fühlt es sich nicht nach Terra an.

Allein dieser Satz deutet an, dass sie scheinbar eine viel tiefere Verbindung zu dem Ganzen hat, als man bisher vielleicht annahm (zuvor wurde diese Verbindung ja lediglich auf direkte Art durch Kuja an einer kleinen Stelle in „Impuls“ angesprochen).

Ein ganz anderer Punkt, der nun auch einmal unbedingt Erwähnung finden möchte (in meinem letzten Review hatte ich ihn total vergessen), ist die Geschichte, die Rhea gelesen hat. Denen, den „Valkyrie Profile“ ein Begriff ist, wird die „Anspielung“ aufgefallen sein. Die Frage ist nur, ist es eine bloße Anspielung, ohne große Bedeutung, oder doch ein wichtiges Element, das man im Hinterkopf behalten sollte? :)
Allein die Tatsache, dass Ameya sich in der Antwort nochmals darauf bezieht und das Kapitel im Sachstand ein Zitat aus VP erhalten hat, deutet eher auf letzteres hin, aber wir werden sehen ^^

Womit ich schon zum Antwortbrief komme. Mir gefällt, wie deutlich er sich von Rheas Brief unterscheidet. Zum einen der Stil, der sich durch auffällig neutrale Aussagen und kurze Sätze auszeichnet, zum anderen die Position, die der Verfasser einnimmt, welche sich, im Vergleich zu Rheas, wissender und leitender darstellt, unterscheiden diesen Brief deutlich vom vorigen.
Beide Punkte führen dazu, dass nicht bekannt wird, welche Beziehung beide zueinander eigentlich besitzen.
Auffällig ist, neben der Tatsache, dass Ameya scheinbar die angesprochene Geschichte kennt und durch sie Dinge verdeutlicht, zudem das „ア”in „Namen“. Das Wort bleibt das selbe, doch der offensichtliche Sprachenwechsel, der wie ein Fehler erscheint, ist dennoch interessant, wurde er doch bewusst von dir gesetzt (ebenso wie die kryptischen Fetzen vor, nach und zwischen den Briefen ;) ).
Ich gehe davon aus, dass wir auch hier den Hintergrund erst zu späterer Zeit erfahren werden ;)

Ich bin wirklich froh, dass es die Briefe, trotz Bedenken, in die Story geschafft haben und freue mich auf weitere :3

Liebste Grüße
Dagraiel

Antwort von Stilzkin am 27.09.2016 | 22:32 Uhr
Liebe Dagraiel,

Danke für deine positiv gestimmten Gedanken zu gerade diesem Abschnitt. Beim Brief-Kapitel hatte ich wirklich etliche Bedenken. Allein, weil die Perspektive eine ist (1. Person Singular, OC-Sicht), die ich in anderen Geschichten sehr ungern lese. Aber es ist durchaus etwas anderes, wenn man aus dieser Perspektive eine Geschichte erzählt, oder man einen kleinen Abschnitt in Form eines Briefes liest. Denn Briefe können nur so geschrieben werden. Wie eine Unterhaltung zwischen zwei Personen, die zeitversetzt stattfindet. Zudem haben sie etwas sehr Nahes, Ehrliches an sich. Das hat gut gepasst, um die neue Figur Ameya und deren Interaktion mit Rhea einzuführen.

Die Briefe sind bislang (und noch für einige Zeit) die einzige Möglichkeit, tiefer in Rheas Gedanken zu blicken, da ich die Geschichte zwar aus wechselnden Perspektiven schreiben werde, sie aber nicht auf der Hauptliste steht. In ihnen werden hin und wieder einige Sachen angesprochen, die in anderen Kapiteln nur vage oder unterschwellig thematisiert werden und das aus einer emotional intimen Nähe.

Sehr aufmerksam, Dagraiel, Rhea hat wirklich die Geschichte von „Valkyrie Profile“ als Buch gelesen. Sagen, Mythen und Erzählungen liest und hört sie wirklich gerne und dass Ameya noch einmal darauf eingeht, dürfte vom Grad der Bedeutung für sich sprechen.

Ameyas Wissen und das ア… Halte weiter danach Ausschau und beobachte die Ausmaße. Hehe. Hintergründe wird es erst später geben, ja. Viel später. Es tut mir jetzt schon Leid dafür. xD

Dieses Kapitel ist sicher nicht so leicht gewesen, weil es so viele Fragen aufwirft, aber es ist ein spannender Aspekt für die Entwicklung der Geschichte. Diverse Briefe werden immer mal wieder eingestreut, nicht nur zwischen Rhea und Ameya.

Ich bin froh, dass dir das Brief-Experiment im ersten Versuch schon einmal gefallen hat!

Kupohafte Grüße
Stilzi
19.03.2016 | 01:09 Uhr
Liebe Stilzi,

mein letztes Review ist erst ein paar Tage her und schon gibt es wieder so viel zu kommentieren :3

Zunächst einmal, auch wenn ich es dir bereits gesagt habe, dieses Kapitel ist bisher wirklich mein Favorit. Damit meine ich natürlich nicht nur im Bezug auf diese zwei Kapitel ^^
Ich schätze es wegen der vielen Dinge, die angesprochen und angedeutet werden, der wunderschönen Atmosphäre und der interessanten Dynamik zwischen den Charakteren. Daher werde ich in diesem Review insbesondere auf genau diese Aspekte eingehen.

Fangen wir mit der Atmosphäre an, die zwar zum einen direkt mit den anderen angesprochenen Aspekten zusammenhängt, zum anderen aber unheimlich aus dem gewählten Setting resultiert.
Ich war nie ein großer Wüsten-Fan, wenn ich ehrlich bin ^^“ Der Gedanke an den vielen Sand und die Hitze, erzeugen für gewöhnlich ein ganz unangenehmes Gefühl in mir. Deine Ausführungen zu der Umgebung erzeugen hier hingegen ein behagliches Gefühl von Freiheit und Frische.
Du beschreibst die Umgebung in diesem Kapitel so wunderschön und detailliert, dass ich die Kjerha-Wüste bereits ab diesem lieben gelernt habe. Ein schöner Sonnenuntergang, der für gewöhnlich sogar die schmutzigste Großstadt in einen bezaubernden Ort zu verwandeln vermag, tut hier natürlich sein übriges xD

Ansonsten resultiert die Atmosphäre selbstverständlich aus den Charakterinteraktionen und dem Gespräch.
Auch hier muss ich eines vorweg sagen. Ich nie ein großer Fan von OCs. Dies hängt vermutlich mit den überaus nervigen OCs dieser Welt und den schlechten Erfahrungen, die man mit eben diesen gemacht hat, zusammen ^^“
Doch wie meine bisherigen Worte vermuten lassen, trifft dies hier absolut nicht zu.
Rhea erhält mit diesem Kapitel eine gelungene Einführung in die Story, indem du sie als sympathischen und unaufdringlichen Charakter vorstellst. Für den Leser besitzt sie bereits ab diesem Kapitel eine eigene Vergangenheit, die, zusätzlich zum ersten Kapitel, weitere Fragen aufwirft.
Ich finde es äußerst interessant darüber nachzudenken, welche Rolle genau sie in den Geschehnissen um Iifar gespielt hat und aus welchem Grund sie anschließend im Wüsten-Palais geduldet wird. Die ist ja bei Kuja absolut keine Selbstverständlichkeit.

>> …deren ruhige Ausstrahlung selbst einen aufgewühlten Geist zu besänftigen vermochte...

Eben diese ruhige und überlegte Art, welche besonders in dem Gespräch der beiden zum Ausdruck kommt, ist es, was meines Erachtens, unheimlich zu der sanften Atmosphäre dieses Kapitels beiträgt.

Das Gespräch an sich, zeichnet sich, abgesehen vom Inhalt, durch die interessante Dynamik zwischen den beiden Charakteren aus. Augenscheinlich, bildet Kuja den superioren Part in diesem Gespräch, während Rhea, besonders in dem Abschnitt über Iifar, oftmals einfach zustimmt. Allerdings scheint es sich in Wirklichkeit genau gegensätzlich zu verhalten, was dem ganzen eine besondere Tiefe gibt.

Bezüglich des Inhalts, lässt sich sagen, dass erneut die „Fremden“ angesprochen werden und diesmal erfährt man zudem auch ein klein wenig über ihre Herkunft (zumindest über die von einem der „Fremden“ ;) ). Wenn uns diese Info mal nicht bekannt vorkommt... ^^

Ein weiterer äußerst interessanter Gesprächsteil ist definitiv der über Iifar. Mir gefällt sehr, wie du hier eine offensichtliche Erinnerungslücke bei Rhea ansprichst und somit auch den Leser mit einer offenen Frage zurücklässt.
Ich für meinen Teil, kenne das Gefühl, dass einen plagt, wenn man die Vermutung besitzt, etwas wichtiges vergessen zu haben.
Eine schöne Möglichkeit, den Leser über eine solche quälende Situation an einen OC zu binden (es sei denn, man kann sich dieses Gefühl nun gar nicht vorstellen ^^“)

Zu guter Letzt möchte ich kurz noch etwas anderes ansprechen, das mir in diesem Kapitel unheimlich gelungen erscheint und mir bei jedem erneuten Durchlesen besonders positiv ins Auge fällt.
Deine Integration von beiläufigen Handlungen neben dem Gespräch, wie z.B. Aktionen und Beschreibungen, die die kaputte Öllampe betreffen, sind treffend gesetzt und unterstützen auf schöne Art und Weise die Passagen, die wörtliche Rede beinhalten, indem sie das Geschehen greifbarer machen.
Absätze, die lediglich aus wörtlicher Rede und beschriebenen Emotionen bestehen sind nicht unbedingt schlecht oder schwer greifbar, doch passiert es bei ihnen leicht, das eigentliche Bild, welches sich beim Lesen zeichnet, etwas zu verlieren. Deine Ausführungen in diesem Kapitel malen jedoch beständig ein neues Bild, voller kleiner Handlungen, zwischen den Gesprächen.
Dies ist mir komischerweise noch nie so sehr aufgefallen, wie in diesem Kapitel.

Ich hoffe auf weitere Gespräche dieser Art und freue mich selbstverständlich auf die folgenden Kapitel :3 Mögen sie viele viele weitere Fragen aufwerfen :P

Liebste Grüße an dich
Dagraiel

Antwort von Stilzkin am 26.09.2016 | 23:47 Uhr
Liebe Dagraiel,

es ist wirklich schön, dass dir gerade dieses Kapitel (immer noch) so gut gefällt! So, wie es sich entwickelt hat, war das der Grundstein, die ganze Geschichte verfassen zu wollen. An diesem Punkt habe ich gemerkt, dass meine Ideen und Schreibmöglichkeiten bereit dafür sein könnten. Ein Jahr musste jedoch vergehen, bis ich daran ernsthaft mit Kapitel 3 weitergeschrieben habe.

Von Wüstensettings bin ich schon recht lange Fan, muss ich sagen. Es hat etwas Verlassenes, aber auch Geheimnisvolles an sich. Ein Ort, an dem man – zum Guten oder Schlechten – auf sich gestellt ist und der in gewisser Weise auch an das Meer erinnert, ohne das entspannende Rauschen der Wellen. Zudem unterscheidet es sich von der Atmosphäre stark, welche Tageszeit herrscht. Das Gefühl der Frische und Freiheit kommt vor allem dadurch zustande, dass man vom Felsvorsprung aus die Wüste überblickt, wie ein Herrscher sein reich, und sie nicht verloren durchwandert. All diese Aspekte passen auch gut zu Kuja, weswegen ich die Wüste als seinen Zufluchtsort immer sehr passend fand und diesen Ort als Ausgangspunkt nahm.

Ja, der weiblich OC. Eigentlich bin ich selbst kein großer Freund dieser Figuren, weil sie meist viel zu aufdringlich geschrieben sind. Daher war es mir besonders wichtig, Rhea als ein Teil dieser Welt darzustellen, dass sie dort wirklich Zuhause sein könnte. Ich bin froh, dass sie dir bei ihrem ersten Auftritt nicht negativ im Gedächtnis geblieben ist, obwohl dieses Kapitel durchaus einige Klischees bereithält, wie bsp. eine Gedächtnislücke oder das Zusammenleben mit einem (Ex-)Antagonisten. Ich habe aber versucht, sie so angenehm wie möglich unterzubringen. Hier möchte ich noch einmal anbringen, dass Rhea nicht unter genereller Amnesie über ihre Vergangenheit leidet, sondern es diesen einen Moment gibt, der stattgefunden haben muss, an den sie sich aber absolut nicht erinnert. So, wie du es auch schön beschrieben hast; das Gefühl, als wäre da noch was gewesen…

Sehr interessant ist, dass dir die eigenwillige Dynamik zwischen den beiden Figuren aufgefallen ist und die offensichtlich stärkere Position des Einzelnen nicht unbedingt das widerspiegelt, was wirklich gerade zwischen ihnen geschieht. Sei weiterhin wachsam für solche unausgesprochenen Tatbestände. ;)

Ich glaube „Wirf 10 neue Fragen auf, beantworte 2 und wirf wieder 5 auf“ dürfte noch für längere Zeit mein Motto sein. ^^“ Aber ich werde darauf achten, vieles im Laufe der Geschichte eingehender zu erklären.

Immer, wenn ich dieses Kapitel nachlese, schätze auch ich diese kleinen Handlungen, die mir damals eingefallen sind und die zum großen Ganzen maßgeblich beitragen. Eine Geschichte sollte nicht nur erzählt, sondern „erlebt“ werden. Möge mir das auch weiterhin gelingen.

Gerade schreibe ich an einem Kapitel, das erst zu einem späteren Zeitpunkt erscheinen wird. An (hoffentlich) dynamischen Charakterinteraktionen wird es auch in Zukunft nicht mangeln.

Auf viele weitere, gemeinsame Momente
Stilzi
08.03.2016 | 19:07 Uhr
Liebe Stilzi,

ich habe eine gefühlte Ewigkeit kein Review mehr verfasst, doch dein neuster Beitrag zu unserem geliebten, aber leider auch sehr unterbewerteten Fandom hat auf jeden Fall eine kleine Abhandlung nötig.

Als ich dieses Kapitel zum ersten Mal gelesen habe, kannte ich weder Kuja so richtig, noch konnte eine vernünftige, zeitliche Einordnung machen. Ich hatte das Spiel noch nicht beendet, besaß einige zusätzliche Informationen lediglich aus Erzählungen und dennoch hatte mich bereits dieses erste Kapitel fesseln können.
Du erwähnst viele kleine Details, die in meinem Kopf Fragezeichen erscheinen lassen haben (zugegebenermaßen entstanden auch einige Fragezeichen, da mir lediglich die Infos aus dem Spiel fehlten xD ). Die „Fremden“, die sich ganz offensichtlich in Kujas Anwesen aufhalten, die „Person […], der er die Chance auf ein zweites Leben verdankte“. Andeutungen wie diese werfen Fragen auf und gestalten somit bereits das erste Kapitel dieser Story so, dass man mehr lesen möchte.
Letztere dieser Andeutungen führt selbstverständlich zu einer weiteren Frage, die in den Raum gestellt wird. Auf welche Art und Weise und aus welchem Grund bekam er diese zweite Chance? Eine Frage, die mir auf den ersten Blick am vermutlich wichtigsten erscheint, führt dieser Umstand doch erst dazu, dass dieses Kapitel möglich ist. Ich bin nach wie vor gespannt, wann und wie du uns eine Antwort darauf präsentieren wirst.

Aber kommen wir nochmal kurz zu dem eigentlichen Inhalt des Kapitels zurück. Lese ich diesen Teil heute, deutlich mehr Wissen über das Spiel besitzend (von weiteren Informationen sehen wir gerade mal ab), erscheint mir das Geschriebene deutlich greifbarer als damals. Du befasst dich zu Beginn des Kapitels nicht groß mit Beschreibungen der Umgebung. Wieso auch? Das Aussehen der Bibliothek des Wüsten-Palais ist für Kenner des Spiels bekannt und wieso sollte Kuja sich gedanklich nochmals damit auseinander setzen. Nur war ich damals absolut kein „Kenner“ xD

Deine Beschreibungen der Aktionen und Geschehnisse sind hingegen ausführlich und zudem sehr gelungen. Sie erzeugen das bestehende Gefühl der inneren Unruhe und Anspannung, welche lediglich durch gedankliche Abschweifungen Kujas unterbrochen werden.
Eben diese Gedanken an vorwiegend vergangene Zeiten liefern eine passende Art des Rückblicks aus Kujas Sicht, welche mir für das Einfinden in die Story äußerst wichtig erscheinen (mögen sie auch noch so viele Fragen aufwerfen).

Mir gefällt, wie du dich bereits im ersten Kapitel mit wichtigen Begebenheiten aus dem Spiel, wie z.B. dem Baum Iifars und den Seelenströmen, auseinander setzt. Es führt dazu, dass sich die Story trotz der Tatsache, dass es sich um ein Sequel handelt, gut in das Spiel integriert und man als Leser in eine Art „vertraute Umgebung“ geworfen wird, mit der man vermutlich schöne Erinnerungen assoziiert. Für mich ein äußerst wichtiger Aspekt, der bei allen Fanfiktions zum tragen kommt.

Wirklich ein gelungener erster Schritt dieser, hoffentlich langen Reise durch die Welt von FFIX und ich freue mich sehr auf folgende Kapitel :)

Kupotastische Grüße an dich!
Dagraiel

Antwort von Stilzkin am 18.07.2016 | 21:30 Uhr
Liebe Dagraiel,

offiziell sind wir nun schon einige Monate auf reisen, inoffiziell noch viel länger, da wird es höchste Zeit für mich, den Review-Antwort-Feldzug zu starten! Fast möchte ich mich auf die stille Treppe setzen. ^^“

Rückblickend ist es schon erstaunlich, als ich dir damals das erste Kapitel zeigte und du noch mittendrin warst, das Spiel zu erleben. In dieser Zeit hat sich dein Wissen über diese Welt stark ausgeweitet und ich finde es spannend, dass du Erinnerungen vor und nach beenden von FF IX an die ersten zwei Kapitel hast, die dir in einem anderen Licht erschienen sein durften.

Die „Ankunft der Fremden“ ist eine Idee, über die ich schon Jahre, bevor ich die ersten Zeilen geschrieben habe, nachdachte. Angefangen hat alles mit Comedy (xD), aber der Gedanke, ein paar spezielle Figuren ernsthaft miteinander interagieren zu lassen, verfestigte sich früh. In meinem gemächlichen Erzähltempo wird es allerdings noch ein paar Kapitel dauern, bis wir erste Interaktionen erleben.

Die Frage nach dem „Warum“ wird sich durch die ganze Geschichte ziehen. Ich versuche aber darauf zu achten, immer wieder offene Fragen zu beantworten, sodass sich am Ende dem Leser durch die einzeln gestreuten Antworten ein großes Ganzes ergibt.
Was Kuja betrifft, so wird noch etliche Zeit ins Land gehen, bis wir dazu mehr erfahren.

Zu Beginn wollte ich vor allem Kujas Handlung und das zentrale Thema der Geschichte in den Vordergrund rücken. Da das Wüsten-Palais als Setting immer mal wieder aufgegriffen wird, kommen die Beschreibungen dazu erst in späteren Kapiteln.

Wichtige Story-Elemente aus dem Spiel aufzugreifen und neu zu verweben, ist einer der Antriebe, die mich an der Idee zu dieser Geschichte gereizt haben. Die Leser sollen sich an das Feeling von FF IX erinnert fühlen, auch wenn es sich um etwas Neues handelt, und ich werde hoffentlich noch viele Gelegenheiten haben, dies zufriedenstellend umzusetzen.

Danke für die lobenden Worte zu meinem Startkapitel einer langen Reise!

Mogry-mäßige Grüße
Stilzi~
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