Reviews 1 bis 4 (von 4 insgesamt):
31.03.2016 | 23:16 Uhr
zu Kapitel 1
Das ja wirklich verrückt.
Jetzt merke ich gerade dass nicht nur die Taratzen mich an die Skaven erinnern, sondern dass auch die Mutationen von Lajos (Tierfüße) und Selaria (Fell) starke Ähnlichkeit mit den Mutanten/Tiermenschen aus "Warhammer" aufweisen.
http://whfb-de.lexicanum.com/wiki/Mutation
http://whfb-de.lexicanum.com/wiki/Mutanten
http://whfb-de.lexicanum.com/wiki/Tiermenschen

Diese Mutationen kommen dann tatsächlich indirekt von Göttern
http://whfb-de.lexicanum.com/wiki/Chaos
http://whfb-de.lexicanum.com/wiki/Chaosg%C3%B6tter

Sogar die "grünen Kristalle" mit ihren mutierenden Eigenschaften weisen klare Parallen zu der mutagenen Substanz Warpstein auf
http://whfb-de.lexicanum.com/wiki/Warpstein
http://whfb.lexicanum.com/mediawiki/images/7/77/Warpstone.jpg
http://img10.deviantart.net/a291/i/2011/139/2/f/grey_seer_by_tygodym-d3gp37e.jpg

Hast du dir diese Ideen selbst ausgedacht oder kommen die auch aus den Madrax-Romanen?
Im Fall von letzteren sind sie mit hoher Wahrscheinlichkeit Warhammer-inspiriert, zumal Warhammer seit den späten 90ern in Deutschland ziemlich bekannt und populär ist.
https://de.wikipedia.org/wiki/Warhammer
https://de.wikipedia.org/wiki/Games_Workshop
Alles ist von irgendetwas inspiriert, man denke nur mal daran wie viele Fantasy-Welten klare Einflüsse von Tolkiens Mittelerde haben.

Mann, da haben Selaria und Lajos wirklich Glück dass sie NICHT in der Warhammer-Welt leben, sonst würden sie in einigen Jahren so oder ähnlich aussehen.
http://vignette2.wikia.nocookie.net/warhammerfb/images/8/86/Chaos_Spawn2.jpg/revision/latest?cb=20140807052434
http://whfb.lexicanum.com/wiki/File:Beastmen_Gor.jpg
http://vignette1.wikia.nocookie.net/warhammerfb/images/9/9d/The_Warpgates.png/revision/latest?cb=20160118134759
Aber zumindest hätten sie dann reichlich Gesellschaft...
http://whfb.lexicanum.com/mediawiki/images/e/e7/Beastmen_Map.jpg

Antwort von Meteoritenfreak am 01.04.2016 | 00:42 Uhr
Das ist ja krass. Ich glaube, "Warhammer" könnte auch ein Fandom sein, das was für mich wäre. Ich habe nur einmal ein Buch davon gelesen, das dann aber nicht gut gefunden, weil ich dachte, dass es eh nur klassische Fantasy ist, wie es sie schon hundertfach gibt. Und ansonsten gibt es bei mir in der Bücherei immer nur "Warhammer 4000", das mit Fantasy wohl nicht mehr viel zu tun hat.

Jetzt wurde MX nicht nur von "John Carter" und "Shadowrun" inspiriert, sondern auch von "Warhammer"? Tja, wie sagte schon Christian Morgenstern: "Ein eigener Gedanke ist so selten wie ein Goldstück im Rinnstein."

Nun ja, dass es so tierähnliche Mutationen gibt, wird in MX schon beschrieben, aber dass jemand optisch stark mutiert, ist eher eine Seltenheit. Die Mutationen von Lajos und Serlaria an sich, habe ich mir aber ausgedacht. Ich wollte eigentlich eine Geschichte über Halbdämonen schreiben, denen man ihre dämonische Abstammung auch ansieht, etwa Fledermausflügel, vier Arme, Hörner, Federn am ganzen Körper, Tentakel statt Haare, usw. usf.. Aber die Halbdämonen im Buffyverse und im Inuyashaverse sehen (mit wenigen Ausnahmen) fast wie Menschen aus, anders dagegen z.B. in "Chroniken der Unterwelt". Dann ist mir eigefallen, dass einige von den X-Men körperlich sehr mutiert sind, und dann kam ich darauf, dass es auch bei MX solche "Mutanten" gibt, bei denen man sofort sieht, dass sie keine Menschen sind. Und siehe da...

Ja, da haben die beiden wirklichh Glück, sonst würde man sie am Ende tatsächlich für "Monster" halten. Andererseits, in den Links steht auch, dass einige Menschen über das Auftreten einer Mutation sehr erfreut sind.
30.03.2016 | 20:09 Uhr
zu Kapitel 2
Nun also das zweite:

Das ist dann wieder eine gute solide Abenteuergeschichte mit kreativen Ideen , bei der wir natürlich deine Lieblings-Protas wieder treffen.
Schön zu lesen, dass sie nun auch einen nachvollziehbaren Lebensunterhalt haben und dass nicht alle Städte als Straw Racist gezeichnet sind.

Ich muss den Maddrax-Autoren wieder einen Punkt dafür geben, dass eine eine pfiffige Idee war, den alten Vampir-Film "Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens" von Friedrich Wilhelm Murnau als bewusste Grundlage für Religion und Selbstverständnis der Vampire zu nehmen.
Allerdings hat Kiriaki langer Monolog sie jetzt nicht so divers gezeichnet.
Sie leben offenbar immer noch alle im Ordens-System und kennen nur den einen Gott (auf allen Kontinenten?).
Der einzige wahre Unterschied scheint in der Blut-und-Menschen-Frage zu liegen, ähnlich wie bei vielen anderen Vampir-Darstellungen.
Eine echte Kultur beinhaltet dann schon etwas mehr: eigene Gesichte, Sprachen, Kunst, Technologien, Legenden, Religionen, Kleidungsstile, Speisen, Bräuche, Feste und berühmte Persönlichkeiten etwa.
https://de.wikipedia.org/wiki/Kultur


*".In den meisten Fällen werden die meisten Männer dort getötet, und viele der jungen Frauen und Kinder entführt... und dann dazu gezwungen, in der Kultur ihrer Entführer aufzuwachsen."

Na heul doch. Wäre es dir lieber gewesen dass man dich gleich getötet oder als Sklaven/Knecht aufgezogen hätte?
Das kam nämlich auch häufig vor:
https://de.wikipedia.org/wiki/Thrall
https://de.wikipedia.org/wiki/Sklaverei_im_R%C3%B6mischen_Reich#Wege_der_Versklavung
https://de.wikipedia.org/wiki/Sklaverei_im_Islam#Praxis_der_Sklaverei_in_der_Geschichte
https://de.wikipedia.org/wiki/Mita_(Inka)
So wie die Dinge in Maddrax stehen sollte das ja wohl in dieser Welt wieder Alltag sein, so wie damals auch.

Dass gefangene Kinder tatsächlich "adoptiert", also als vollwertige Mitglieder in den Stamm eingegliedert wurden, so wie Lajos und seine Schwester, kam in nicht so vielen Kulturen vor, gab es aber auch.
https://en.wikipedia.org/wiki/Slavery_among_Native_Americans_in_the_United_States#Traditions_of_Native_American_slavery
https://en.wikipedia.org/wiki/Slavery_among_Native_Americans_in_the_United_States#Native_American_adoption_of_African_slaves
https://de.wikipedia.org/wiki/Herman_Lehmann
https://de.wikipedia.org/wiki/Cynthia_Ann_Parker


*"Dennoch sah man davon nicht viel. Männer wurden dort gezwungen, zu Kriegern zu werden. Jungs, die nicht hartherzig und rücksichtslos genug waren, waren ständigen Spott und sogar grundloser Prügel ausgesetzt."

Strawman Society hoch 10.
Es gab niemals irgendeine Kultur, wo alle Männer Krieger sein mussten, nicht mal bei den Wikingern oder Spartanern.
https://de.wikipedia.org/wiki/Spartiaten
https://en.wikipedia.org/wiki/Vikings#Social_structure
Krieger standen natülich aus nahe liegenden Gründen höher in der sozialen Hackordnung.
Im Übrigen gab es gerade in Stammes- und Clans-Gesellschaften kaum Vollzeitkrieger. Die meisten waren hauptberuflich Bauern, Hirten, Fischer, Jäger, Handwerker und Händler, die sich in Kriegs- und Raubzügen bei Verteidigung der Gemeinschaft und dem Rauben von Beute beteiligten. Dabei bestimmte oft der persönliche Wohlstand sehr stark über Qualität der Waffen und Rüstungen und die Kampffertigkeiten.


*„Sie haben mein Angebot ausgeschlagen. Ich musste sie töten lassen.“ erwiderte er nur.

Ich denke, du kannst Leute kontrollieren? Wozu diese melodramatische Geste? Ein paar Sätze später nimmtst du dir noch auch einfach die Frau, wie du willst.

*Fühlst du die Kraft, welche mein Gott mir verliehen hat?“ fragte Raivis, „Ich muss nur etwas wollen, und mein Körper erzeugt einen Duft, der andere Menschen zutiefst betört. Die Götter haben auch dir Macht gegeben.

Erinnert mich an den Bösen bei "Jessica Jones", der kann das Gleiche, nur mittels eines Virus

http://marvelcinematicuniverse.wikia.com/wiki/Kilgrave

https://www.youtube.com/watch?v=j_XL7GWq5w0
https://www.youtube.com/watch?v=FnWvp6xyT5U
https://www.youtube.com/watch?v=-spJqJWert0

* Selaria fühlte, dass der Bann von ihr abgefallen war. Jetzt musste sie schnell handeln.

Wieso? Haben die Pheromone so eine kurze Halbwertszeit? Oder muss der Kerl sich jeweils immer auf bestimmte Personen konzentrieren?
Wie kontrolliert er dann seinen ganzen Kult gleichzeitig und aus der Ferne? Und wenn er schläft oder auf Klo ist?

Da wären ein paar klare Regeln hilfreich.
Kilgrave etwa funktioniert über Befehle. Sobald eine vom Virus befallene Person einen Befehl von ihm hört (oder lippenliest) hat sie keine Wahl, bis enteder der Befehle ausgeführt ist oder ein neuer Befehl von Kilgrave kommt oder sie für 10-12 Stunden aus Kilgraves Wirkungsbereich fort ist und der Virus nachlässt.
http://marvelcinematicuniverse.wikia.com/wiki/Kilgrave#Powers

Sonst ist das zweite Kapitel dann wieder besser, eine recht kurze aber angenhem zu lesende Fantasy-Story halt.

Antwort von Meteoritenfreak am 30.03.2016 | 23:56 Uhr
Schön, dass dir das zweite Kapitel deutlich besser gefällt. Ich habe mir auch Mühe gegeben, Berufe für die beiden zu finden, und die anderen Menschen besser darzustellen.

Nun ja, so werden die Nosfera nun einmal beschrieben. Und wenn es im Canon so ist, dann halte ich mich auch in meinen FF´s daran. Außerdem sind die Nosfera auch nicht sonderlich zahlreich, es gibt vielleicht ein paar Tausend von ihnen. Dem gegenüber stehen viel mehr Menschen.

Dass ich zu Strawman bin, ich mir gar nicht aufgefallen. Reine Kriegergesellschaften gibt es in MX aber sehr wohl. Und warum soll er heulen? Es ist doch furchtbar mitanzusehen, wie das halbe Dorf niedergemetzelt und der Rest verschleppt wird.

http://de.maddraxikon.com/index.php?title=Nordm%C3%A4nner

http://de.maddraxikon.com/index.php?title=Ostm%C3%A4nner

Oh, bei dem Typen mit den Pheromonen hätte ich mir wohl besser etwas mehr Mühe gegeben, seine Kräfte darzustellen. Wenn man es so sieht, fallen doch ein paar Logiklücken auf.
30.03.2016 | 18:56 Uhr
zu Kapitel 1
Tja, schade.
Das Kapitel fängt recht vielversprechend an, vor allem weil erste mal ohne den erhobenen Zeigefinger und verkrampft eingeschobene Polit-Message (im Stil von "Auch in der Post-Apokalpyse am Existenzminimum kann man überall 1: 1 die gleichen Maßstäbe wie in reichen, progressiven Deutschland des Jahres 2016 anlegen").
Also einfach mal ein ein simples Söldernabtenteuer in Rahmen dieser Welt.
Kein übermäßig gerissene Plan (wie diese Intelligenzbestie Siad es nur zum Anführer eine eigenen Armee gebracht hat?) und dass die Schweiz ein großes Land sein soll (vor allem mit Deutschland, Frankreich und Italien als Nachbarn) ist mir völlig neu...
http://www.europakarte.org/img/europakarte.gif
...aber trotzdem gibt es erst mal ein gutes, unterhaltsames Feeling der Welt, auch wenn Lugano nicht sonderlich anschaulich beschrieben ist.
Aber sonst haben wir einfach mal einen König der jetzt nicht besonders übel rüber kommt, die Stadtbevölkerung sind Avarage Joes, die ihren Geschäften nachgehen und sich über die abgeblasene Invasion freuen (vermutlich kaufen jetzt viele Soldaten der versprengten Barbaren-Armee bei ihnen Bier und Huren), sogar ein Badehaus existiert.
Die drei Söldnerinnen sind okay, wenn auch relativ vage gezeichnet. Offensichtlich ist Selaria am hervorstehenden und ausführlichsten beschrieben , aber Elena und Jorka bleiben in der charakterliche Beschreibung wie ein bisschen auf der Strecke (und später sogar dauerhaft. Haha, was bin ich unlustig).
Soweit so Fantasy, nette Unterhaltung.



Aber dann in der zweiten Hälfte des Kapitels....Oi.

Finde ich ja grundsätzlich nicht schlecht dass du (gerade vor diesem Setting) auch das Thema Sexismus gegen Frauen mit einbaust, aber erinnerst du dich daran was ich dir über "von einem Extrem ins andere Extrem springen" geschrieben habe.

Dieser komische Stamm in Griechenland ist ja eine absolute Strawman Society zum Thema Frauenfeindlichkeit.
"Wir behandeln Frauen in jeder Hinsicht als unterlegen. Und sonst gibt nichts weiter über uns zu wissen. Frauenfeindlichkeit morgens, Frauenfeindlichkeit mittags, Frauenfeindlichkeit abends."

http://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/StrawmanBall
http://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/Anvilicious

Das ist ungefähr so als würde man Nazi-Deutschland so beschreiben dass dort nichts weiter passierte als dass dort den lieben langen Tag Juden erschossen wurden.
Oder dass die weiße Bevölkerung in den amerikanischen Südstaaten keinen anderen Lebensinhalt hat, als Schwarze zu verprügeln.

In der Tat erinnert es mich an den Schreibstil von Terry Goodkind, der schreibst mit Vorliebe solche Strawman Societies, an denen sein toller Richard Rahl seine überlegene Moral und Intelligenz demonstrieren darf.
http://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/YMMV/SwordOfTruth

*Eine Strawman Society über Nationalsozialismus (und Vegetarismus! Ich wette Goodkind glaubt das Märchen, dass Hitler Vegetarier war).
https://en.wikipedia.org/wiki/Wizard%27s_First_Rule

*Eine Strawman Society über Sozialismus
https://en.wikipedia.org/wiki/Faith_of_the_Fallen

*Eine Strawman Society über Pazifismus
https://en.wikipedia.org/wiki/Naked_Empire

*Eine Strawman Society über Affirmative Action und liberale Politik (die Antagonisten sind Karikaturen von Bill und Hillary Clinton)
https://en.wikipedia.org/wiki/Soul_of_the_Fire

Dass Problem ist, wenn man solche beschränkten Gesellschaften schreibt, die ausschließlich von abstoßenden Menschen-Karikaturen bewohnt werden, fällt die versuchte politische Message platt auf die Nase, da sie sich so niemals auf die wahre, komplexere Welt anwenden lässt.


In den letzten Abschnitten kommt es einem leider so vor als würden sämtliche Charaktere an Hirnfäule leiden (die Charaktere, NICHT der Autor!), damit einfach nur der Plot funktioniert:


*"Du hast Schande über unsere Gemeinschaft gebracht, auf unsere Kultur gespuckt, und zwei deiner eigenen Leute angegriffen. Keiner wird deine Hütte bewachen, weil du ein Krieger bist und Ehre hast."

Hä? "Du wirst sterben, weil du ein unehrenhafter Verbrecher bist, der auf unsere Gesetzte und Bräuche scheißt. Wir lassen dich völlig unbewacht, weil du einen ehrenhafter Ehrenmann bist, der unsere Gesetzte und Bräuche achtet."
Das ist der Inhalt dieses Dialogs. Oxymoron?
Ich meine, denken die allen Erstens dass ein zum Tode veurteilter ohnen einen Knochen Ehrgefühl im Leib diese offensichtliche Fluchtchance nicht nutzt? Oder WOLLEN die, dass er abhaut?


*"Dann esse ich eben überhaupt kein Fleisch mehr.“ sagte er, „Die Vegaans behaupten, dass sie ebenfalls keine Tiere mehr essen, und verachten alle, die es doch tun.“

Selaria starrten ihren Bruder ungläubig an. "Wovon ernähren diese Menschen sich denn dann?"
Lajos zuckte mit den Schultern. "Keine Ahnung. Als ich sie bei meinem letzten Besuch fragen wollte, lagen in ihrem Dorf nur noch ausgemergelte Leichen herum. Die Götter allein wissen,warum sie jetzt alle tot sind."


*„Wenn die Götter uns gewogen sind, sehen wir uns wieder.“ versprach Lajos und verließ die Hütte.

"Wie wäre es denn, wenn ich einfach mit dir mitkomme?", fragte Selaria. "Ich habe hier außer dir weder Freunde noch Familie und wenn rauskommt dass ich deine Flucht gedeckt habe, werde ich gewiss bestraft."
"Nein!", brüllte Lajos und ruderte mit den Armen. "Sonst funktioniert doch der ganze Verschwundene-Bruder-Plot nicht! Wir dürfen uns erst am Ende des zweiten Kapitels als dramatisches Happy End wieder sehen."
"Warum?"
"Darum!"


*"Das Mädchen beschloss, ihren Bruder zu suchen, und gemeinsam mit ihm zu fliehen."

Aber...Das ist doch..Das...Argh! WARUM BIST NICHT GLEICH MIT IHM MIT GEGANGEN, DU EINZELLER?


*" Sie packte sie alle zusammen, und stahl dann noch Fleisch von anderen Dorfbewohnern. Das Mädchen verließ das Dorf und legte mit dem Fleisch eine Spur, welche zum Dorf führen sollte."

Die anderen Dorfbewohner waren ein wenig verblüfft, dass Selaria schwerbepackt und mit beiden Armen voller Fleisch in den Wald ging. Aber nach der Flucht ihres Bruders, die sie eindeutig gedeckt hatte, waren die Dorfbewohner begreiflicherweise nicht im geringsten alarmiert oder misstrauisch gegenüber dem Mädchen. Nein, Selaria erschien wirklich nicht verdächtig, die konnte man getrost allein lassen.

*" Nachdem sie eine Weile lang unterwegs gewesen war, warf sie das letzte Fleischstück schließlich vor dem Eingang eines Taratzenbaus. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Taratzen das Fleisch riechen und der Spur ins Dorf folgen würden."

Da Taratzen aber einen feinen Geruchssinn und ein gutes Gehör haben und daher Eindringlinge so dicht vor ihrem Bau wahrnahmen, sprangen prompt zwei von ihnen aus der Höhle, die Selaria in blutige Fetzen rissen und genüsslich verspeisten.
"Sag mal", sagte die schwarze Taratze und knabberte dabei an einer Ohrmuschel der Beute. "Was wollte dieses Menschending eigentlich mit dem Fleisch vor unserer Höhle? Dachte sie dass wir dumme Tiere sind, die unvorsichtig und blindlings einer Futterspur in eine offensichtliche Falle folgen?"
"Wer kann das schon wissen, alter Knabe", sagte die braune Taratze, während sie sich sinnierend mit einem Fingerknochen die Reste zwischen den Zähnen heraus pullte. "Diese Menschendinger können tatsächlich solche Tölpel sein."

In diesem Moment kam der Graue Prophet Thanquol aus der Höhle, gefolgt von seinem untoten Rattenoger Knochenbrecher.
http://whfb.lexicanum.com/mediawiki/images/thumb/8/86/Thanquol.jpg/250px-Thanquol.jpg
http://vignette2.wikia.nocookie.net/warhammerfb/images/8/8d/Grey_Seer_Thanquols.png/revision/latest?cb=20140420005953

"Dumme Clan-Ratten! Zurück an die Arbeit! Schnell, schnell!", quickte er ungeduldig.

Ab diesem Moment wurden dem Schreiber dieses Reviews klar, dass die Taratzen aus "Maddrax" (erfunden im Jahr 2000) mit hoher Wahrscheinlichkeit von den Skaven aus "Warhammer Fantasy" (erfunden 1986) inspiriert wurden. Was auch die Seltsamheiten mit Waffen usw. erklären würde.

Es folgen dunkle Fantasien, wie das Maddrax-Universum wohl mit Skaven anstatt Taratzen aussehen würde.
http://whfb-de.lexicanum.com/wiki/Skaven
http://whfb-de.lexicanum.com/wiki/Tiefenreich
http://whfb-de.lexicanum.com/wiki/Flotte_des_Tiefenreichs
Und tatsächlich wären die Skaven als Mutationen auch halbwegs wissenschaftlich erklärbar...
http://www.willbeck.com/artblog/wp-content/uploads/2014/07/Space-Ratmen-Leaders.jpg
http://www.willbeck.com/artblog/wp-content/uploads/2013/11/Space-Ratmen-01.jpg
http://www.willbeck.com/artblog/wp-content/uploads/2015/01/Space-Ratmen-Characters-01.jpg
http://www.willbeck.com/artblog/wp-content/uploads/2015/12/Space-Ratmen-Special-Characters.jpg
DAS wäre wirklich cool.

Antwort von Meteoritenfreak am 30.03.2016 | 23:42 Uhr
Na ja, wenn man das so sieht, dann sind da wirklich ein paar Logiklücken drin. Da hätten die Charaktere wohl besser etwas klüger handeln sollen. Aber immerhin hat es trotzdem geklappt.

Die Skaven sehen auch ziemlich cool aus. Aber die Taratzen sind immer noch größer und stärker, und haben auch eine andere Gesellschaftsform.
26.03.2016 | 23:11 Uhr
zu Kapitel 2
Dass die Roman-Autoren der Maddrax-Welt so einige Logik-Lücken haben habe ich jetzt verstanden, auch wenn es für mich ein Haar in der Suppe bleibt.
Etwa dass Jäger-Sammler-Stämme auf Steinzeit-Niveau Schwert aus Eisen haben.
Oder warum es noch Deutschland, Österreich und die Schweiz als Nationen gibt, obwohl dort offenbar weder übergreifende nationale Regierungen noch irgendeine Form von nationalen Zusammengehörigkeitsgefühl noch existieren.
Oder warum eine Spezies, die sich ganz klar als Karnivoren entwickelt hat (scharfe Fleischfresserzähne sind nicht einfach nur zur Show da, so funktioniert Evolution nicht) so seltsam auf ihre natürliche Grundnahrung reagiert.


Aber ich denke jetzt kann ich endlich in Worte fassen, was mir bei all deinen Maddrax-FFs gemeinschaftlich fehlt.
Irgendwie ist absolut jeder Handlungsort jeder Geschichte austauschbar und unwichtig.
Frankfurt, Stuttgart, Salzburg, Lugano, sogar irgendwo in Griechenland....überall ist es der gleiche Mix aus Klischee-Höhlenmenschen und Pseudo-Mittelalter (jede Stadt ein Stadtstaat mit einem absoluten König, ohne eine sonstige sichtbare politische, militärische und wirtschaftliche Obersicht, die eine Stadt zum Funktionieren braucht) , der im Grunde genau so gut in irgendeiner Sci-Fi/Fantasy-Welt spielen könnte.

Ich habe vor Jahren tatsächlich mal einen Sammelband gelesen, wo es um die Reise nach Amerika ging.
Da hat ein gewisser Kapitän in alten Schriften davon gelesen, dass irgendwann mal ein gewisser Christoph Kolumbus einen neuen Kontinent jenseits des Ozeans gefunden hatte und war davon so begeistert, dass er unter dem Decknamen "Colomb" seinerseits eine solche Expedition ausrichtet.
Unterwegs stößt die Gruppe auf einen alten Kreuzfahrt-Liner (ob solche Dinger tatsächlich jahrhundertelang auf offener See schwimmen können, ohne dass da was Kritisches durchrostet sei mal dahin gestellt) wo die Crew u.a. alte Kitsch-Romane für "Bücher voller wertvollen Wissens aus der Vergangenheit" interpretiert.
In Amerika angekommen landet man im Hafen von New York City, dass durch die neue Eiszeit zu großen Teilen unter Eis liegt.
Und da geht es los mit den NY-Späßen.

Zuerst werden die verdutzten Entdecker von einem Hafenwächter empfangen, der barsch mitteilt das für das Anliegen Hafengebühr bezahlt werden müsste und fragt ob es zollpflichtige Waren an Bord gäbe. Maddrax lacht innerlich sehr darüber dass die New Yoker noch genau so unfreundlich und geschäftstüchtig sind, wie vor 500 Jahren.
Durch die jahrhundertelange intensive Vermischung zwischen den Weißen, Schwarzen, Hispanics und Asiaten der Stadt gibt in diesem New York kaum noch weiße Menschen, stattdessen sind von der reichen Obersicht bis zu den armen Fischern und Kohle-Schürfern alle mehr oder weniger farbig.
Die Stadt ist ein bedeutender Handelshafen, der mit seefahrenden Händlern aus anderen Küstenstädten und den Jäger-Fischer-Nomaden im Umland intensive Geschäfte betreibt.
Die alten Wolkenkratzer sind Wohnorte, die Freiheitsstatue ein Wach- und Signalturm für den Hafen, im Madison Square Garden ist ein Tempel und das (pre 9/11) World Trade Center dient als Rathaus.
Anführer der Stadt ist der Mayor (also der Bürgermeister), ein recht jovialer Bursche, der echte Zuneigung für sein "zähes, schlaues und leicht verrücktes Volk" hegt. Daneben gibt es noch eine Obersicht aus reichen Geschäftsleuten mit hohem politischen Einfluss (völlig üblich bei allen Stadtstaaten und Handelstäden in der Geschichte).
In den alten Subway-Tunneln leben semi-nomadische "Barbaren", die sich nach den alten Haltestellennahmen benannt haben und von den oberirdisch lebenden New Yokern zwar verachtet aber in Ruhe gelassen werden (schon deshalb weil man mit ihnen auch Handel treiben kann).
Und der allgemeine, freundliche Grüß ist der ausgestreckte Mittelfinger mit den Worten "Fuck You", worauf die übliche Erwiderung der eigene Mittelfinger und die Worte "Fuck You too" sind.
Kurz, als geneigter deutscher Leser hatte man immerhin das Gefühl dass die Handlung im Post-Apokalypse-NY spielt und dass die Autoren ein paar grundlegende Recherchen zu der Stadt betrieben haben.

Eben das fehlt mir ziemlich in deinen FFs.

Die Geschichte mit "Unsichtbaren Revolte" hatte da ein paar Ansätze, die aber in der Umsetzung scheiterten, namentlich in sichtlicher mangelnder Recherche (Stuttgart liegt plötzlich in Bayern? ) und einem schweren Bruch der Universums-internen Logik (Nach über 500 Jahren intensiver, überlebenslebensnotwendiger Vermischungund ohne neue Zuwanderung von Immigranten kann da einer ernsthaft noch zwischen Deutschen, Türken, Italienern, Griechen und Arabern unterscheiden? Zumal sie sowieso mittlerweile die gleiche Sprache und "Barbaren"-Kultur haben?).

Das erst mal als allgemeine Kritik, speziell zu dieser Geschichte komme ich noch.

MfG
Kenny

Antwort von Meteoritenfreak am 27.03.2016 | 23:46 Uhr
Danke für dein Review.

Nun ja, ich finde, bei einer phantastischen Serie muss nicht alles bis zum letzten Komma wissenschaftlich genau sein. Man dürfte bei viele Sciencefiction-Serien Logiklöcher finden, wenn man welche sucht. Da kann man auch der Serie "Stargate" ankreiden, dass die Nachfahren von Menschen aus antiken Kulturen perfekt deutsch sprechen, und es daher nie Verständigungsprobleme mit dem SG1-Team gibt. In einer Folge kamen sogar Christen vor, obwohl es heißt, dass die Goa´uld die Erde so um 3000 vor Christus verlassen hätten.

http://stargate-wiki.de/wiki/Planet_%28SG1_3x08%29

Es gibt durchaus große Unterschiede zwischen der MX-Welt, und irgendeiner Fantasy-Welt. Da wäre unter anderem, dass die Kulturen umso höher entwickelt sind, je weiter es südlich geht. Um einen Vergleich mit "Game of Thrones" zu ziehen (du meintest ja mal, Westeros sei etwa so groß wie Südamerika), wenn dort die gleiche kulturelle Entwicklung wie in MX vorherrschen würde, dann wären die Menschen vor der großen Mauer grunzende Barbaren die nur Keulen schwingen würden, während es in Dorne und Essos schon Dampfmaschinen geben würde. Und MX hat auch eine ganze Reihe neuer Völker, Kulturen und Spezies, statt immer nur Elfen, Zwerge und Orks.

Der Band den du meinst, war wahrscheinlich dieser hier.

http://pictures.abebooks.com/isbn/9783404232697-de-300.jpg

Das sind eben kulturelle Verweise, welche von MX-Autoren gerne mal in die Hefte gesteckt werden. Tatsächlich parodieren diese Autoren genauso gerne unsere Kulturen, wie die Zeichner der Simpsons-Serie. Nichts ist vor ihnen sicher, weder Religionen, noch kulturelle Verhaltensweisen. Sogar vor Comics machen sie nicht halt.^^

http://de.maddraxikon.com/index.php?title=Kristianer

https://www.luebbe.de/cache/media/images/detail_product_ebook/images/ausgabe/1/6/4/5/7/9/8/eb64ffa50d35e4b4.jpeg

In einem in Indien handelnden Band ist eine "Kristallmutantin" aufgetaucht, die so mutiert war, dass sie wie die sechsarmige, blauhäutige, indische Göttin Kali aussah. Im Amerika gibt es eine Sekte voller "Trekkies". In Ostdeutschland gab es ein ganzes Dorf voller Nazis (die alle zu Taratzenfutter geworden sind), und sogar schon Flugscheiben hatten. Die russischen Bunker haben sich bekriegt, weil die Hälfte von ihnen offen kapitalistisch war, die andere jedoch pseudokommunistisch. Deren Krieg ging aber nicht über Beleidigungen per Funk hinaus, weil sie aufgrund der räuberischen Umwelt nicht die Bunker verlassen konnten. Das postapokalyptische Japan hat wieder (oder noch) einen Kaiser und inzwischen auch Ninjas und Samurai. Das römische Kolosseum wurde wieder augebaut, nur kämpfen die Gladiatoren dort gegen mutierte Riesentiere. Usw usf..

Ich gehe davon aus, dass der New-York-Sammelband auch die Idee eines Autoren war, der New York kannte und/oder mochte, und eben diesen Verweis darauf setzen wollte. Woanders in Amerika gibt es durchaus noch "Rassenunterschiede".

http://de.maddraxikon.com/index.php?title=El%27ay#Bev.C3.B6lkerung

Ehrlich gesagt, ich traue mir noch nicht richtig zu, eine Geschichte mit einer komplexeren Gesellschaft, also die von dir erwähnte Oberschicht, usw. zu schreiben. Gerade weil ich mit "Die unsichtbare Revolte" so eine Bruchlandung hingelegt habe. Aber im postapokalytischen Europa ist nun einmal wirklich so, dass die Menschen da irgendwie in der Bronzezeit sind, und die meisten Städte so aufgebaut sind. Eine durchschnittliche, postapokalytische Staddt hat aber auch nicht Millionen von Einwohnern, sondern nur Hunderte, bestenfalls Tausende. Die sollte eigentlich auch ein Alleinherrscher regieren können.