Reviews 1 bis 9 (von 9 insgesamt):
06.11.2018 | 15:42 Uhr
zu Kapitel 8
Vielen Dank für den aufschlussreichen Text!
Der Anfang mit Deinen Geschichten über die Knöpfe an Hemd und Bluse hat mich schmunzeln lassen, aber war auch gut, um zu verstehen, wie anders Menschen denken/fühlen können. Ein guter Einstieg!

Deine Idee der Antworthilfen finde ich äußerst gelungen -- ich denke, dass es vielen asexuellen Menschen hilft, mit solchen Situationen (die sicherlich viel zu oft vorkommen) klarzukommen. Irgendwie ist es doch ein Kreuz -- wenn man in einer Minderheitenposition ist, ist man immer hin- und hergerissen zwischen "ich will doch einfach nur in Ruhe gelassen werden" und "wenn ich nichts dazu sage, dann lernen sie es nie!"

Vielleicht wäre noch für das Glossar eine Erwähnung der ACE Farben (schwarz, grau, weiß lila) und mancher Abkürzungen oder typischen Community Witze hilfreich, vielleicht auch ein paar Links auf Seiten, die Du gut fandest. Ich kann mir vorstellen, dass einem das Gefühl "ich bin nicht allein" sehr weiterhilft.

Asexualität ist ein Thema, über das leider viel zu selten geredet wird und wenn, dann immer gleich wertend. Ich hoffe, das ändert sich bald!
Ich kann Deine Offenheit kann ich nur bewundern!

Alles Liebe
PixelPark
21.09.2018 | 11:26 Uhr
zur Geschichte
Hallo Tintenstreuner
Ich möchte dir für deinen differenzierten und menschenfreundlichen Essay danken! Obgleich selbst nichtasexuell kenne ich die Reaktionsmuster, die du beschreibst, sehr gut. Es gibt halt Inhalte, die für die meisten Menschen extrem wichtig sind, für mich aber nicht. Was manche Menschen dann als Angriff auf ihre Identität betrachten und zurückschlagen als hätte man ihnen ein Messer an die Kehle gesetzt (hat  man ja auch unabsichtlich). Ich musste 30 Jahre alt werden um zu kapieren, was ich mit meinen Worten, ja mit meinem blossen So-Sein auslösen kann. Du bist als asexueller Mensch eins und zufrieden mit deiner Asexualität. Und das ist für manche Zeitgenossen ein Affront. Ich bin mit meiner Seinsweise eins und zufrieden. Und ernte ungebetene Reaktionen darauf.
Und jetzt les ich deinen Essay und sehe: Es geht anderen genaiso. Wow! Und nochmals Danke.
VG Ducktoller
Schneehase (anonymer Benutzer)
29.08.2018 | 22:02 Uhr
zu Kapitel 2
Oh. Eine der Situationen, die du beschreibst, habe ich GANZ ähnlich tatsächlich auch erlebt. Und in den anderen hätte ich vermutlich exakt so wie du (oder sogar noch begriffsstutziger) reagiert. Es ist so schön mal etwas von Menschen zu lesen, denen es in der Hinsicht ähnlich geht, das passiert mir sonst eher selten...

Antwort von Tintenstreuner am 30.08.2018 | 09:30:37 Uhr
Jupp. Das ist der hauptsächliche Grund, aus dem ich den Essay geschrieben habe: Man fühlt sich sehr viel besser, wenn man Gleichgesinnte findet. Und wenn nur dadurch, dass man weiß, dass sie existieren. Wie schön, dass ich dir dieses Gefühl geben konnte! Danke für die Rückmeldung!
09.07.2017 | 14:28 Uhr
zur Geschichte
Hallo Tintenstreuner,

ich habe deinen Essay zwar schon vor einer Woche oder so entdeckt, kome aber leider erst jetzt dazu, etwas dir etwas zu schreiben.

Solche Essays sollte es deffinitiv mehr gegebn, denn ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man alleine nur schwer auf den Gedanken kommt, dass man Assexuell sein könnte. Es fällt einfach nicht so sehr auf, wie zum Beispiel Homosexualität, weil einfach nur etwas fehlt, und nicht komplett anders ist. man nimmt, wie in dem einen Link beschrieben einfach an, dass man heterosexuell sein muss, weil man nicht auf das gleiche Geschlecht steht, nur dass man halt irgendwie nicht mitbekommt, wenn jemand ach so heiß aussieht. Bis vor circa einem Monat habe ich deswegen auch angenommen, entweder in der Hinsichtim Alter von zwölf hängengeblieben zu sein, oder aber es einfach nicht zu bemerken, wenn/dass ich jemanden als sexuell anziehend empfinde. Kein schönes Gefühl... Mittlerweile weiß ich dank Texten wie deinem, dass das nicht der Fall ist. Großes Danke an dich und alle anderen, die soetwas schreiben.

Ich finde es schade, dass in der Schule die verschiedenen Sexualitäten kein wirkliches Thema sind. Gut, Homosexualität wird mittlerweile zumindest erwähnt und Bisexualität ist auch nicht mehr so unbekannt, aber von Asexualität hatte ich bis vor kurzem noch nichts gehört. Deprimierend fand ich auch, als ich feststellen musste, dass mein Handy das Wort nicht mal kennt bzw. nur eine falsch geschriebene Variante ('Asexualtität')...

Am schönsten fand ich deine Gleichnisse. Sie waren schön verständlich (gut, für mich ist das vermutlich sowieso nicht so schwer nachzuvollziehen...) und aus dem Alltag, sodass sich jeder etwas darunter vorstellen kann. Das erste ist mein persönlicher Favorit.

LG

Lukina
17.02.2016 | 20:28 Uhr
zu Kapitel 7
Hallo^^

Eine Sache noch zu dem Harry Potter Beispiel: Das bezieht ein riesiges Problem mit ein, dem ich überwiegend auf Tumblr begegne: Du darfst nichts mögen, mit dem du dich nicht intensiv beschäftigt hast. Du magst zwei Lieder einer Band? Aber WAAAS du hast keine Ahnung, wofür die Band steht, also darfst du nicht einfach sagen, dass du sie magst!
Ich sehe ein, dass man sich nicht einbilden sollte, man wüsste alles, aber man weiß prinzipiell in den allerseltensten Fällen alles über ein Fandom. Nur weil ich Marvel mag, lese ich nicht fünfzig Jahre Comicgeschichte.
Ich kann etwas auch einfach mögen. Punkt. Deshalb muss man noch lange nicht auf mir rumhacken.

Abschließend wollte ich nur kurz sagen, dass du das Ganze sehr verständlich , professionell und trotzdem auf einer Ebene mit den Lesern rübergebracht hast.
Deine Vergleiche waren immer sehr einleuchtend und haben das von dir Geschriebene verdeutlicht, einfacher und klarer gemacht.

Auch äußerlich fand ich deinen Text sehr gut, keine Grammatik- oder Schreibfehler oder irgendwelche Sätze, deren Sinn sich mir auch beim dritten Mal lesen einfach nicht erschließen wollte (gibt es ja leider auch) Ich hätte mich zwar über ein paar Absätze mehr gefreut, aber da du ja welche drin hattest, war das kein Problem.

Lg Yato^^
17.02.2016 | 20:00 Uhr
zu Kapitel 4
Hallo^^
Die Sache lässt sich durch das Alkoholbeispiel schön nachvollziehen. Verhält sich mit Kaffee ganz ähnlich. Erst heute wurde mir gesagt, dass das ganz schön kleinkindmäßig von mir wäre, keinen zu trinken und dass das schon noch kommen würde. Nein! Wenn mir das nicht schmeckt, dann ist das so, basta. Allein der Geruch schon :(

Zu Du musst Sex erst probiert haben, bevor du wissen kannst, dass du nicht willst! hast du wirklich gute Argumente gebracht!
Auch bei Hast du noch nicht die richtige Methode ausprobiert? fand ich die Argumentation absolut logisch. Also wer DANN noch einmal eine dumme Frage stellt, der muss echt ziemlich... nennen wir es freundlicherweise ignorant sein.

Das Beispiel mit der Hörsaalreihe und den Naturblonden ist sehr interessant und anschaulich. Ich rechen ja manchmal durch, wie viele Homosexuelle sich statistisch gesehen in unserer Schule finden müssten, jetzt kann ich das auch noch mit Asexuellen machen, ich wette, einige Leute wären wirklich überrascht!

Ja, dieser Satz: Männer und Frauen können nicht miteinander befreundet sein. Und Pansexuelle haben deshalb keine Freunde, oder wie darf ich das verstehen?

Kuchenstück-Emoticon! Genial XD

LG Yato
17.02.2016 | 16:14 Uhr
zu Kapitel 2
Hallo!
Boar, gleich fliegt die Kuh!
Bei dem ersten Kapitel habe ich mich schon aufgeregt. Ich kann nicht glauben, dass manche Leute wirklich so reagieren. Ich meine... Hallo?!
Vielleicht liegt es einfach an fehlendem Wissen, das will ich nicht ausschließen, aber trotzdem..
Jap, Schulunterricht und Sexualität. Wir haben damals nicht mal Homosexualität angesprochen. Mein Gott, die meisten kennen vielleicht gerade noch so das Wort Bisexuell, dann hört's auf. Mit zB Pansexuell muss man da gar nicht ankommen..

Ich finde es gut, dass du Pansexuell noch mal ins Spiel gebracht hast und außerdem den Begriff Gender verwendest und dazu auch noch viele Beispiele nennst, die du erklärst.
Was mich mal interessieren würde: "Darf" man Girlfag und Guydyke verwenden oder klingt das abfällig? Wobei da wahrscheinlich auch wieder viele Meinungen herrschen, aber so generell?^^

Und schlag mich nicht, wenn ich das falsch verstanden habe, aber ist Libidolosigkeit dann quasi eine Untergruppe der Asexualität?

Ich finde es gut, dass du im 3. Kapitel so viele verschiedene Sexualitäten aufzählst und erklärst!

Vielen Dank für die ausführlichen Erklärungen und auch dafür, dass du so viel von dir erzählst, das hilft einfach, die Denkweise bezüglich Sex von asexuellen Personen zu verstehen, auch wenn man die Definition eigentlich kennt. (Wie zb die Geschichte, wo dein Bruder eine Anspielung gemacht hat und du sie nicht verstehen konntest.) Wenn man sich auf diese Denkweise einlässt, klingt es eigentlich ganz logisch, zumindest für mich.
Ich werde später mal weiterlesen, also bis dann^^
LG Yato (heteroromantic-/sexuell)
14.01.2016 | 17:07 Uhr
zu Kapitel 8
Das ist schön, dass ich auf dieses Essay gestoßen bin. Du hast hier gut erklärt und deutlich erkläutert, beschrieben, was Asexualität wirklich ist, und dabei so einige Klischees aus dem Weg geräumt, bzw. den gesellschaftlichen Umgang mit Asexuellen beschrieben. Wirklich eine gute Arbeit, das kann ich nur loben. Ich habe dabei einige neue Begriffe gelernt, die ich vorher nicht kannte, etwa Demisexualität. Allerdings habe ich den Eindruck, dass die Formulierung der Sätze schon ein wenig darauf schließen ließ, dass Männer einer Frau ihre Asexualität "vorgeworfen" haben. Den umgekehrten Fall gibt es nämlich auch sehr oft.

Die erwähnten Sätze, die man missversteht, sind mir auch schon einige Male passiert. Es ist sogar überraschend oft so, dass Nichtasexuelle in harmlosen Sätze eine sexuelle Bedeutung beimessen. Ein Beispiel welches ich nennen könnte, lief in etwa so, dass ich einer Arbeitskollegin, die etwas gesucht hat, es angeboten habe, es ihr zu besorgen. Sie hat sich schiefgelacht, und mir dann die versehentliche Zweideutigkeit erklärt.

Bei mir stand es irgendwie schon schnell fest, dass man mich eher nicht in weiblicher Gesellschaft sehen würde. Ich habe schon als Kind beschlossen, keine Freundin haben zu wollen. Eine Tante meinte zwar, dass ich meine Meinung schon noch ändern würde, doch sie irrte sich. In der Schule, als die meisten meiner Mitschüler in die Pubertät kamen, stach ich damit besonders heraus. Wenn ein Junge z.B. gesagt hat: "Das Mädchen da hat einen heißen Hintern.", habe ich gefragt, warum er ihr denn auf den Hintern geguckt hätte, denn dort kämen doch eh nur Fäkalien heraus. Natürlich in einer etwas anderen Wortwahl, als ich es hier beschrieben habe.

Eine Zeitlang war es so, dass sich mein Umfeld schon gefragt hat, warum ich bestimmte, gesellschaftliche Erfahrungen nicht erfüllen möchte oder kann. Es ist bekanntermaßen so, dass eine Frau die viele Männerkontakte hat, gesellschaftliche Schmähung erfährt; während ein Mann in der gleichen Situation, für sein großes "Können" bei Frauen gelobt wird. Nur hat das noch eine ganz andere Seite. Wenn eine Frau noch lange nach ihrer Volljährigkeit, jungfräulich geblieben ist, dann wird ihr das als eine gute Erziehung und großer Anstand ausgelegt, da sie ja offensichtlich die Absicht hat, ihre Unschuld erst an "Mr. Right" zu verlieren. Ist jedoch ein Mann in exakt derselebn Situation, so ist sich das Umfeld vollkommen einig, dass er nur heimlich schwul sein kann, oder "keine abgekriegt" hat. Manche haben mir sogar unterstellt, dass ich Frauen hassen würde, weil ich keine feste Freundin habe.

Später habe es aber eher vonseiten der Frauen erlebt, dass sie es nicht fassen konnten, dass ich asexuell bin, während die Männer damit lockerer umgingen. Die Männer meinten, dass ich auf "jede Menge Spaß" verzichten würde, es aber letztlich selber wissen müsste. Die Frauen waren dagegen "gereizt" oder "verärgert". Irgendwie schien es sie zu stören, dass sie sich aufstylen was das Zeug hält, und dann ein Mann offen und frei sagt, dass das nicht die geringste Wirkung auf ihn hat. Erst an meinem letzten Arbeitsplatz waren tatsächlich alle so offen, dass sie meine Asexualität akzeptieren konnten. Das lag aber vielleicht auch daran, dass da noch drei weitere Arbeitskollegen homo- oder bisexuell waren.

Entgegen meiner Asexualität bin ich aber ein großer Verfechter der sexuellen Revolution und der Polyamory. Ich bin froh, dass heute schon selbst Jugendliche von den alten Sitten und Normen befreit sind, bis zur Hochzeit jungfräulich sein zu müssen. Ich habe - wie du - nichts gegen Sex... wenn keiner mich involvieren will. Allerdings möchte ich auch nicht besonders oft darauf gestoßen werden, und störe mich daran, soetwas zu lesen oder zu gucken. Harmloses Ecchi in Animes ist für mich in Ordnung, aber wenn ich konkrete, echte Sexszenen lese oder gucke, dann stört mich das schon ziemlich.

Jedenfalls bin ich froß, dass es dieses Essay gibt. Noch einmal: Gute Arbeit, großes Lob.
23.12.2015 | 11:36 Uhr
zu Kapitel 8
Wow!
Ich finde dein Essay unglaublich gut geschrieben (ich würde den Großteil davon sogar als Sachtext einordnen). Ich hab das Gefühl, dadurch unglaublich viel gelernt zu haben und endlich wirklich zu verstehen worum es geht. Es hat auch so manche meiner Fragen beantwortet, die ich bisher niemandem stellen konnte (wie ist das mit Beziehungen und dem Interesse an Beziehungen; wie fühlt es sich an, kein sexuelles Verlangen zu haben; hat man dann das Gefühl, dass was fehlt,...)
Schade finde ich nur, mit wie viel Unverständnis und Schwierigkeiten ein Mensch mit asexueller Orientierung leben muss. Aus deinem Text klang teilweise Wut und Genervtheit, die das noch deutlicher zeigen. Ich finde es schlimm, dass ein Mensch mit sowas klar kommen muss.
Persönlich dachte ich immer von den nicht heteros haben asexuell orientierte Menschen es am besten, die müssen nicht mit den scheiß Vorurteilen und gewalttätigen Übergriffen leben (ich bin bi und hatte damit lange zu kämpfen, heute denke ich, dass meine Meinung damals, asexuelle Menschen hätten diese Probleme nicht, ziemlich naiv war).
Ich hoffe, dein Text erreicht möglichst viele Menschen und trägt zur Aufklärung bei!
LG