Reviews 1 bis 2 (von 2 insgesamt):
02.12.2015 | 11:02 Uhr
zu Kapitel 1
Hallo liebes Mosaikmaedchen,

eigentlich hätte ich ja wissen müssen, dass ein Drabble von dir besonders ist, immer besonders, ganz egal, um was es sich dreht, von daher… hätte man mich eigentlich nicht überraschen können und ich war es trotzdem. Das war schlicht und ergreifend wunderbar und ich überlege noch, wie ich es am Besten in Worte fassen soll, ohne, dass ich mich zu sehr in ihnen verliere.

Ich werde ehrlich sein: Anfangs habe ich nur sehr grob überflogen und war mir nicht so ganz sicher, was ich jetzt davon halten sollte, bis mir wieder eingefallen ist, dass man grundsätzlich keine Drabbels überfliegen sollte, da sie ab und an wirklich atemberaubende Wortkonstrukte offenbaren können, die nur im Zusammenhang ihre tatsächliche Wirkung entfalten.

Also, frisch ans Werk, würde ich sagen.

Ich habe die Pinselarme geliebt. Als wäre dein Protagonist rundherum ein Lebenszeichner, doch fragil und so leicht zu zerstören, gewunden aus einem Traum, nicht ganz sicher und doch ist er da. Das hat auch wunderbar zum Titel gepasst – ein Paradoxon in sich, hat er doch die Gabe, Wunderwerk zu schaffen und ist vielleicht als solches erschaffen und doch ist es ihm nicht möglich, all seine Gaben zu erschöpfen und wirkt er doch, als würde ihn die Weltfremde mehr als einmal packen.
Hier wird der Titel erklärt und das Tausendarm als tatsächliche tausend Arme aufgedeckt… ich finde das Paradoxon ja cooler, wenn mir der Einwand gestattet ist. :D Auch erschließt es sich mir noch nicht ganz, was er sucht, ob er die Seelenblumen pflückt und versucht, sie in eine bessere Welt zu bringen oder sie zerstören möchte.

Haben wir hier schon einen Twist? Eine Neuerung, eine Andersartigkeit? Ein Ausbrechen daraus, was er wirklich tun sollte und gleichzeitig ein Beleuchten seiner Erinnerungen, die wohl nicht allzu glücklich sein können, wenn ich es mir so genau betrachte? Ausgesprochen interessant, auch, wenn ich noch nicht ganz hindurchblicke, dafür müsste ich dann doch eine Interpretation schreiben.

„Die Vergangenheit klirrt wie Glassplitter.“ <3 Ja bitte!

Ist… auch auf die Gefahr hin, dass ich jetzt mal eiskalt in die falsche Kiste greife, aber das war der genialste Plottwist der Geschichte der Geschichten! Ist es ein Baum? Und ein Baum erzählt, wie traurig er ist, weil er nun alleine seinen Weg bestreiten muss, an einem See stehend und erst im Nebel seine… Bestimmung findet, anderen Angst macht, als kleines Hölzchen startet? Manno, wenn ich hier jetzt komplett falsch liege, darfst du mich steinigen, aber da ich zuvor tatsächlich einen Menschen oder eine fantastische Person vor mir hatte, ist das gerade so ein WOW-Moment, den ich wirklich selten in meiner letzten Lesezeit erlebt habe. Das war richtig, richtig genial! Wow! Mir kribbelt es ja gerade in den Fingern, alle meine obig geschriebenen Versuche an Verständnis zu löschen, aber ich denke, dass es viel besser ankommt, wenn du die mit lesen kannst, wie es so gewirkt hat, während ich noch am Lesen war. Uha, ich bin immer noch ganz hingerissen.

(Ich meine mich zu erinnern, dass ich dir noch nicht erzählt habe, dass ich einer dieser komischen Käuze bin, die zu herbstlicher Zeit durch den Wald rennen und Bäume umarmen?)

All in all: Ich werde jetzt nicht jedes tolle Wort von dir extra auflisten, aus dem einfachen Grund, da ich dann zu jedem einzelnen eine Lobeshymne schreiben müsste und das ist schon ein wenig verwirrend, findest du nicht? Oder wäre es zumindest. Für kleine User, die sich Avarantis nennen. Daher das allübergreifende Lob, das ich bestimmt schon einmal geschickt habe: Es ist phantastisch und einzigartig und wunder, wunderbar. Einfach klasse. Es ist nicht einfach, sondern metaphorisch, übergreifend, wortmalerisch und traumfangend und ich bin sehr davon hingerissen. Und dein Plottwist lastet mir immer noch auf der Seele. :D

Die liebsten Grüße,
Avarantis

Antwort von Mosaikmaedchen am 07.08.2017 | 12:38 Uhr
Allerliebste Avarantis,

verzeih mir, dass es mit der wohlverdienten Antwort für dich so spät geworden ist, du kannst dir aber sicher sein: Ich habe mich sehr, sehr darüber gefreut, freue mich immer noch - hab vielen, vielen Dank. <3

Dein Review hat mich umgehauen. Ich weiß noch, wie ich ungläubig davor verharrt habe, weil ich nicht damit gerechnet hätte, weil so viel Liebe, Zeit und Mühe darin liegt, weil du mich direkt an deinen Gedanken teilhaben lässt - ein schöneres Geschenk gibt es für einen Schreiberling nicht als die Rückmeldung der Leser, die Tatsache, dass sein Geschreibsel gelesen und auf diese Weise gewürdigt wird ... vielen, vielen Dank, Avarantis! <3
Huch, so viel Lob. *rot werd* Du machst mich ganz verlegen und dass dich die Wendung am Ende überrascht hat, lässt ein winziges Lächeln um meine Mundwinkel schleichen ... :,D
Aww, Liebe für deine Interpretationen - vor allem dafür, dass sie ungefiltert sind und während des Leseprozesses dargelegt worden sind. <3 Ich finde die Formulierung Lebenszeichner wunder-wunderschön. <3 Vielen, vielen Dank, dass du mich an deinen Gedanken teilhaben lässt.
Es freut mich so, dass die Personifikation zuerst in die Irre geführt hat. Sorry, Schadenfreude ist wahrlich keine erstrebenswerte Freude, aber es ist so aufregend, das zu beobachten, dass die Seelenblumen und das Aussehen des Tausendarms dazu geführt haben, den Tausendarm zu vermenschlichen. :-)
Es handelt sich bei dem Tausendarm tatsächlich um einen am See stehenden Baum. Dieser ist selbst einmal einer von den vielen, tausend Armen gewesen, das stimmt. Allerdings verliert er einen seiner tausend Arme, einen Ast, der ins Wasser fällt und erst am Grunde dessen von seiner wahren, hölzernen Bestimmung weiß. Auch der Tausendarm-Baum ist mal einer der tausend Arme gewesen und irgendwann von seiner Mamabaum abgespalten worden, um seinen Platz in der Welt zu finden und zu machen. Das ist natürlich fernab der Biologie, weil Bäume sicher anders ihre Wurzeln schlagen, aber ich habe dieser Tausendarm-Eingebung einfach nachgeben müssen, trotz evtl. Logikfehler. ;-)
Tausendarm deshalb, weil die Identität des gestürzten Tausendarm-Asts tausend und eine sein kann, andererseits wegen des Nebels, der die tausend Ästchen des Tausendarm-Asts überzieht, welche - je nach Jahreszeiten - Blätter, Früchte oder Blühten tragen ...
Die Geschichte wird also aus Sicht eines der vielen tausend Arme des Tausendarms erzählt, doch im Grunde genommen hast du Recht: Alle Stränge laufen bei dem am See stehenden, hölzernen Tausendarm zusammen ... :-)
>[...] ist das gerade so ein WOW-Moment, den ich wirklich selten in meiner letzten Lesezeit erlebt habe.<
So ein schönes Feedback - darüber freue ich mich besonders, dass es dir dein damaliges Leseerlebnis etwas versüßen konnte. Solch eine Ehre, ich freue mich sehr darüber! :3
(*lacht* In der Tat nicht, das hattest du mir noch nicht erzählt, aber dass du ein baumumarmendes Wesen bist, macht dich gleich ein stückweit sympathischer als du es ohnehin schon bist. :3)

Hab noch mal vielen, vielen Dank für dein bezaubernd schönes Feedback - ich habe mich sehr gefreut. <3

Alles Liebe,
Lee
28.11.2015 | 08:52 Uhr
zu Kapitel 1
Servus,

ich bin hellauf begeistert! Mit so einer abstrakten Geschichte habe ich zwar nicht gerechnet, aber es ist wirklich toll geworden, was du aus meinen Vorgaben gemacht hast und man liest definitiv die Mühen, die du hineingesteckt hast. Ich bin richtig happy über mein Wichtelgeschenk!

Das es keines meiner Fandoms ist, ist absolut kein Problem (ich stehe vor einem ähnlichen Problem ;) aber es kann nun mal nicht jeder alles kennen). Auch die überraschende Wendung hast du toll umgesetzt. Ich habe zwar geahnt, dass es sich um irgendetwas handeln muss - der "Arm" hat mich allerdings irrgeführt und ich habe anfangs auf den Fluß getippt ;) - und ich habe jetzt mindestens vier oder fünfmal gelesen, um alles aufnehmen zu können (und ich bin mir immer noch nicht sicher, ob ich auch wirklich alles erfasst habe - irre, was in 666 Worten passieren kann :O). Und natürlich traurig, dass er jetzt am Grund des Sees liegt :(
Am meisten mag ich deine tollen Metaphern... zu viele um sie aufzuzählen... die Farbe von... Kerzenschein, Asche, ... z.B. oder die gezielt gesetzten Wortwiederholungen (versehentlich vergriffen ist mir besonders hängengeblieben) und auch wie du das im Schriftbild umgesetzt hast... wirklich, ich könnt jetzt jeden einzelnen Satz auseinander klamüsieren und würde in jedem Satz etwas außergewöhnliches und unerwartetes finden. Ich werde es definitiv noch mehr als einmal lesen (müssen *lach*) um wirklich alles aufnehmen zu können, was hinter deinen liebevoll verschachteteln Sätzen und Wortbildern versteckt ist - ein riesengroßes Dankeschön an dich und die Arbeit die du in mein Geschenk gesteckt hast - ich bin richtig stolz, dass das für mich und aus meinen Vorgaben entstanden ist :D - merci <3

LG
pseudo

Antwort von Mosaikmaedchen am 07.08.2017 | 12:07 Uhr
Liebe pseudo,

entschuldige vielmals die so arg verspätete Antwort zu deinem bezaubernden Review.
Sei dir aber gewiss: Ich habe mich sehr darüber gefreut, freue mich immer noch - vielen, vielen Dank. <3
Aww, ich bin so erleichtert, dass der abstrakte Beitrag Anklang bei dir gefunden hat. Das erleichtert und beruhigt mich sehr, zumal ich mir damals so unsicher war, ob das Entstandene deinen Erwartungen entspricht und oder deinen Zuspruch findet ...
Die Idee mit dem Fluss finde ich auch interessant. ;-) Dass es schlussendlich der Ast vom Baum geworden ist, hat nicht festgestanden, das zeichnete sich erst zum Ende hin ab. Ich wusste nicht, wie die Reise endet, als das erste Wort zaghaft aufs Papier fand ... das war das eigentlich Spannende (neben der Enthüllung am Ende :,D): Dass ich selbst von den Worten überrascht wurde. Ich weiß noch, wie ich einen Moment lang grinsend vor dem Bildschirm saß, als es fertiggeschrieben war, weil ich nicht mit Bestimmtheit sagen konnte, ob ich den Worten ein Schnippchen geschlagen hatte oder sie es waren, die mich an der Nase herumgeführt und schließlich triumphiert hatten. ;-) Aber es war ein schönes Gefühl, sich von den Worten zu diesem unbestimmten Tastentanz überreden zu lassen. ;-)
Ja, das stimmt - ich, als eingefleischte halbe-Romane-Schreiberin bin auch immer wieder erstaunt, was für Emotionen, was für Reaktionen so wenig Zeilen hervorrufen können. Mittlerweile liebe ich Drabbles ja - gerade, weil sie mit so wenig so viel sagen können. :3
Das finde ich auch traurig, sein Ableben, aber die Gewissheit tröstet ihn, ist gewissermaßen tröstlich für ihn ...
Aww, vielen, vielen Dank. Freut mich, dass mein Geschreibsel dir gefällt. Ist nicht Jedermanns Sache, denke ich, weil es zuweilen ausschweifend oder blumig ausufert, aber dass es dir gefällt, ist umso schöner! :3
Stolz auf deine Vorgaben kannst du auf jeden Fall sein. Sie waren wirklich toll und inspirierend. Also genau genommen müsstest du dir, nicht mir danken, schließlich hast du das Ganze durch deine Vorgaben ins Rollen gebracht. ;-)

Noch mal vielen, vielen Dank für dein schönes Review. Ich habe mich wirklich sehr gefreut. :3

Alles Liebe,
Lee