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Autor: meme-chan
Reviews 1 bis 4 (von 4 insgesamt):
Spades (anonymer Benutzer)
10.10.2017 | 12:32 Uhr
Ja, da brat mir doch einer einen Storch! Nichtsahnend schau ich hier rein, denke mir, es gibt wahrscheinlich sowieso nichts Neues und was seh ich...

Erstmal ganz dickes Lob an dich, dass du den Mut hattest, diese Geschichte nach so langer Zeit trotzdem weiterzuführen und sie nicht einach aufgegeben hast. Nachdem nun länger nichts mehr kam, hatte ich die Befürchtung, dass du, wie viele andere Hobbyautoren, einfach drauflos geschrieben hättest und dir nun die Ideen ausgegangen seien. Es freut mich, zu lesen, dass as nicht so ist, denn mir scheint, du hast trotz allem die Kontinuität gewahrt. Ich jedenfalls musste das vorherige Kapitel nicht noch eimal lesen, um den Anschluss wieder zu finden, das ist dir wirklich gut gelungen.

Falls du nicht mehr weißt, wer ich bin, ich habe damals Bakura-Moon geheißen und mich mittlerweile zum zweiten Mal umbenannt. Denke aber doch, dass es bei diesem Usernamen nun bleiben wird^^
Allerdings bin ich, was gerade Hobbygeschichten angeht, auch kritischer und in meinen Reviews ehrlicher geworden. Davor wllte ich nur schon mal warnen und zudem betonen, dass nichts von dem, was nun tatsächlich als negative Kritik folgt, böse gemeint ist.

Also, dann mal los: Dein Schreibstil hat sich insofern geändert, als du diese Einwürfe in ** nicht mehr machst. Also so was wie: *klopf klopf* oder *Schuss* habe ich jetzt zumindest in diesem Kapitel nicht mehr gefunden. Sollte es och drin sein, ist es meiner Aufmerksamkeit entgangen. Sollte ich jedoch recht haben, kann ich das nur positiv anmerken. Wenn du vorhast, die Geschichte zu überarbeiten, würde ich das auf jeden Fall rausnehmen. Das stört den Lesefluss ungemein und wirkt auch wenig authentisch. Also hart gesagt, es klingt ein bisschen so, als hätte der Autor nicht die nötigen sprachlichen Fähigkeiten oder einfach nur keinen Bock gehabt, um die Geräusche und die Handlungen, mit denen sie einhergehen (jemand klopft an die Tür, jemand drückt ab), zu beschreiben. Da du das aber trotzdem gemacht hast, kannst du dir diese *Einwürfe* getrost sparen. Es ist schon klar, dass man hier Szenen verschriftlicht, die normalerweise auf einem Bildschirm stattfinden, mit entsprechenden Geräuschen unterlegt - aber beim Medium Schrift müssen wir uns nun mal leider darauf verlassen, dass die Leser über die entsprechende Vorstellungskraft verfügen, um z. B. das Klopfen an die Tür mit ihrem "inneren Ohr" zu hören.

Das nur als Tipp, falls du die Geschichte irgendwann überarbeiten möchtest. Was ich jetzt anzumerken habe, ist:

Ich verstehe Yumis Vergangenheit nicht so ganz. Zur Sicherheit habe ich die Geschichte doch noch einmal durchgelesen, wobei ich zugeben muss, dass ich an einigen Stellen gesprungen bin. Yumi und Gai sind Geschwister, na klar, das ist der Kern des ganzen Plots. Und ihre Eltern waren offensichtlich böse? Na ja, müssen sie sein, wenn sie ihre eigenen Kinder für irgendwelche menschenentwürdigenden Experimente missbrauchen, oder. Aber welche Rolle nimmt Lans in diesem ganzen Spiel ein? Dumme Frage, wie spricht man den Namen "Lans" überhaupt aus? Da er einen englischen Nachnamen hat, würde ich den Vornamen ebenfalls englisch aussprechen. Allerdings vermute/befürchte ich, dass du eigentlich den bekannten Namen "Lance" meinst. Wenn das so sein sollte, dann ändere das doch bitte (geht ja in Word ganz einfach mit Suchen und Ersetzen). Wenn nicht, bin ich weiterhin unwissend, bitte kläre mich auf^^
Aber, wie dem auch sei, im dritten Kapitel erschien mir der Charakter Lans (solange ich nichts Näheres weiß, bleibt dieser Name für mich) eindeutig böse. Wobei sich dann natürlich die Frage stellt, warum Yumi Gai davon abgehalten hat, ihn zu töten. Ich meine, damals erschien mir die Sache sehr einfach: Lans + tot = nie wieder menschenunwürdige und gesundheitsgefährdende Experimente. Oder nicht? Denn später bekommt Yumi dann ja eine SMS/Nachricht/wie-auch-immer, dass sie sich gefälligst wieder für ein paar jener gefürchteten Experiemnte zur Verfügung zu stellen hat. Praktischerweise zu einem Zeitpunkt, zu dem sie wieder laufen und sich frei bewegen kann. Ist das Zufall? Ich habe nämlich fast die Vermutung, dass nicht.

Im vierten Kapitel nun stellt sich Lans ganz eindeutig als ein grauer Charakter heraus, soll heißen, als einer, der weder gut noch böse ist. Yumi und er haben eine schöne Charakterdynamik zusammen. Was mir allerdings noch nicht so ganz aufgeht, ist, wie das vonstatten gegangen sein soll, dass Lans Yumi seinen Körper überlassen haben soll. Ich meine, sehr praktisch, dass so etwas in einem Sci-Fi/Fantasy-Universum wie dem von Guilty Crown möglich ist, aber trotzdem hätte ich dann doch gerne etwas genauer gewusst, was da eigentlich passiert ist. Im dritten Kapitel z. B. hat es ja Lans sehr schön erklärt, was mit Yumi und Gai jeweils passiert ist, nachdem sie je ein Void-Genom verabreicht bekommen haben. Wenn Yumi sich in ihrer Bitterkeit fragt, warum sie denn damals nicht einfach gestorben sei und dann Lans ankommt und sie daran erinnert, dass er ihr seinen Körper überlassen habe, dann vermute ich jetzt mal, dass Yumi quasi ihre Seele ins einem Körper "zwischenparken" konnte. Oder so. Aber dann hört's schon wieder auf. Keine Ahnung, wie das weiterging. Keine Ahnung, was für eine Wahrheit da jetzt ans Licht gekommen ist, was mir der Titel ja eindeutig sagt. Das dramatische Ende mit Major Segai war natürlich gefickt eingeschädelt und auch, dass wir uns jetzt fragen, ob Lans nun tot ist bzw. ob uns das traurig machen sollte - ich denke schon. Mittlerweile würde es mir jedenfalls so gehen. Nur, wie gesagt, das ist mir alles ein bisschen zu viel Wirrwarr auf einmal. Da ich nicht in dich reinschauen kann, weiß ich nicht, wie viele Gedanken du dir tatsächlich gemacht hast. Aber solltest du schon hinterrücks genau ausgeklügelt haben, wie das nun mit Yumi und Gai und ihren Void-Genoms funktioniert, mit ihrer Vergangenheit, wie sie abgehauen sind (oder nur Yumi abgehauen ist) und was vor allem Lans mit dem ganzen zu tun hat, dann fände ich es sehr schade, was in diesem Kapitel dabei herauskommt: Denn natürlich ist es schön, wie Yumi und Lans miteinander interagieren. Aber all die Anspielungen auf ihre Vergangenheit und die "Experimente" (man möchte sich an dieser Stelle dramatische Musik im Hintergrund vorstellen) wirken auf mich in diesem Kapitel leider viel mehr wie Effekthascherei, weswegen ich es nicht wirklich ernst nehmen kann. Zumindest nicht so ernst, wie ich sollte. Und das ist wirklich schade. Denn entweder hast du dir viele Gedanken gemacht, dann würde es nur noch an der Umsetzung hapern. Oder aber, du hast das bisher versäumt, dann hätte es aber auf jeden Fall Potential. Denk jetzt aber bitte nicht, ich würde das alles so sagen, weil ich genau wüsste, wie es besser zu machen sei.

Effekthascherei ist etwas, das ich dem Anime Guilty Crown an sich vorwerfe. Dieses Wirrwarr an Erklärungen, warum was so ist wie es ist ist so unglaublich verwirrend, dass beinahe unmöglich wird, damit zu arbeiten. Fanfiction in diesem Bereich zu schreiben, ist wirklich schwierig und während in anderen Fandoms über den Canon zumindest ein bestimmter Konsens bei den Fans herrscht, gibt es von Guilty Crown meiner Erfahrung nach so viele Interpretationen wie es Fans gibt. In diesem Sinne war es wohl gar keine so schlechte Idee, aus dieser Geschichte einfach was eigenes zu machen. Ich sagte ja schon, dass ich die Idee interessant finde, dass Gai eine Schwester hat. Im Original hat er ja weder Geschwister, noch Eltern. Ist irgendwann mal von irgendwoher nach Japan verschifft worden und zufällig in die Hände von Shuichiro Keidou gefallen, der ihn zuerst vor dem sicheren Tod bewahrt, ihn später aber ironischerweise ebendiesem zuführt, indem er ihn mit einem tödlichen Virus infiziert. Hach, ist die Welt schön! Sorry, ich schweife ab.
Es fällt mir nur auf, dass du in deinem vierten Kapitel auf ähnliche Effekte abzielst, wie es schon die Originalserie tut. Leider ist das nicht förderlich, weil auch schon in der Originalserie viel zu viele Fragen gleichzeitig aufgeworfen werden und am Ende schätzungsweise 20 % davon beantwortet werden. Das führt zu einer riesengroßen Unzufriedenheit beim Zuschauer (ich weiß ja nicht, wie's dir gegangen ist) und dazu, dass er sich die Fragen früher oder später selbst zu beantworten versucht. Dazu u. a. dienen Fanfictions. Wenn die Fanfiction allerdings genau denselben Fehler macht, dann - so leid's mir tut - macht sie keinen Spaß.

Also, Fragen aufwerfen sehr gerne. Sie dann aber auch beantworten. Oder dem Leser zumindest an der Stelle, wo die Frage aufgeworfen wird, eine reelle Chance geben, über die Antwort Vermutungen anzustellen, die in die richtige Richtung gehen. Denn man soll ja auch nicht gleich schon alles verraten, das wäre genauso schlimm. Die goldene Mitte ist mal wieder der richtige Weg.
Nur, um es noch mal zu erwähnen, weil ich ansonsten so viel meckere: Yumi und Lans miteinander interagieren zu sehen war wirklich sehr schön.

Da komm ich allerdings schon zum nächsten Kritikpunkt: In deiner Geschichte sind deine OCs, Yumi und Lans, die Helden. Alle anderen, die eigentlichen Haupt- und Originalcharaktere der Serie Guilty Crown rücken komplett in den Hintergrund und werden nicht nur zu Statisten, sondern zu unbedeutenden Pappkameraden. Und das ist etwas, das ich, bei allem Verständnis, nicht tolerieren kann. Am wenigsten gefällt mir, was du mit Gai gemacht hast. Auch hier muss ich mich wieder ein bisschen zurücknehmen, denn Gai hab ich in meiner FF auch schon versemmelt, ihn zu schreiben ist wirklich nicht ganz einfach und gerade zu seinem Charakter gibt's wieder mal tausend verschiedene Meinungen.
Aber in deiner Geschichte, gerade im vierten Kapitel, degradiert er sich durch sein Verhalten selbst zum absoluten Weichei. Nehmen wir die Situation, in der Yumi ihn in den Bauch tritt, um zu fliehen. Weißt du, was Gai getan hätte, wenn einer seiner Kameraden das auch nur gewagt hätte, und wenn es seine verschollene Schwester gewesen wäre:
Er wäre von der Stelle, an der er durch den Stoß zum Liegen gekommen wäre, wieder aufgesprungen - trotz der Übelkeit, die notwendigerweise auf einen Tritt in den Bauch folgt - und hätte sich vor die Tür des Raumes geworfen, um dem Angreifer so den Fluchtweg zu versperren. Dann hätte er dem Angreifer beide Arme auf den Rücken gedreht, ihn rücklings zu Boden geworfen und sich draufgesetzt - und zwar während der Angreifer vor lauter Schmerzen noch keine Zeit hatte, seine Arme hinter dem Rücken wieder hervorzuholen, wodurch er schön auf seine beiden Handgelenke fällt. Und sollte besagter Angreifer dann noch Mucken machen, würde Gai ihn in die Beinschere nehmen, sodass er keine Luft mehr bekommt.
Im Anschluss müsste der Angeifer dann übrigens eine wirklich, wirklich gute Entschuldigung für sein Verhalten parat haben, damit er beim Funeral Parlor nicht gleich freiwillig gegangen wird. Und selbst, wenn er bleiben dürfte, könnte er sich mit ziemlicher Sicherheit darauf einstellen, die nächsten zwei Wochen in der Waschmaschine zu schlafen und Sklavendienste zu verrichten.
Warum ich glaube, das so genau zu wissen? Nicht etwa, weil ich die Weisheit über den Charakter Gai für mich gepachtet habe oder sonst irgendwelches Insiderwissen habe - schön wär's. Nein, weil ich mir aufgrund realer, historischer Beispiele von Rebellen- oder Terrororganisationen (z. B. RAF), aber auch aufgrund eigener Überlegungen ziemlich genau vorstellen kann, was passieren würde, wenn sich der Anführer einer solchen Gruppe so etwas gefallen ließe. Beim Funeral Parlor selbst hatte ich immer das Gefühl, dass die Regeln ziemlich klar sind: Du kannst widersprechen, aber du musst dich darauf gefasst machen, dass deine Einwände unbeachtet bleiben. Du kannst jederzeit gehen, wenn du willst. Es erwachsen dir daraus keine Konsequenzen. Aber - und ich würde sagen, das gilt für sämtliche Untergrundgruppen dieser Welt - den Anführer angreifen ist nicht. Und wenn es doch passiert, dann muss der Anführer harte Maßnahmen ergreifen, allein schon, um ein Exempel zu statuieren, damit niemand auf die Idee kommt, es dem Angreifer gleich zu tun. Alles andere würde dazu führen, dass der Anführer gegenüber seinen Anhängern auf ewig sein Gesicht verliert. Und, nein, dass es die eigene Schwester ist, ist keine Entschuldigung! Übrigens tut's mir im Sinne der Gleichberechtigung leid, dass ich ständig von "der Anführer" geschrieben habe - ich meine alle Geschlechter gleichermaßen damit.

Mir ist allerdings beim erneuten Durchlesen deiner Geschichte noch mal umso mehr aufgefallen, dass dieses - in meinen Augen untypische - Verhalten von Gai schon viel früher auftritt. Und leider passt auch das für mich nicht so richtig ins GC-Universum, allein schon dadurch, dass Gai sich damit gegenüber seinen Kameraden unglaubwürdig macht: Ich meine, sie sind eine verdammte Untergrundorganisation! Sie müssen sich darauf gefasst machen, Maulwürfe eingeschleust zu bekommen. Und dann nimmt Gai jemanden auf, der behauptet, seine Schwester zu sein, an die er sich aber nicht im Geringsten erinnern kann und glaubt ihr jedes Wort, noch schlimmer, akzeptiert es sogar, dass sie keinen Ton mit ihm über ihre Vergangenheit reden will! Wie wär's denn zumindest mit nem Bluttest, dann könnte man doch wenigstens feststellen, ob die beiden wirklich Geschwister sind! Und dass die das dafür nötige Equipment da haben, hat man in der Serie gesehen, als Gai die Bluttransfusion bekommen hat.
Aber nein, stattdessen glaubt Gai ihr unbesehen jedes Wort und anstatt, dass er sie mal in die Mangel nimmt, was ihr eigentlich einfällt, sich hier einzunisten und sie alle im Unklaren zu lassen, lässt er sich von ihr zur Sau machen (siehe drittes Kapitel). Allein, wie sie mit ihm redet - das muss ich mir doch nicht bieten lassen als derjenige, der sie aufgenommen hat und ihr Schutz bietet. Da hätte ich sie doch wenigstens zurechtgewiesen.

Witzigerweise fällt das, wenn man nicht wie ich totaler Gai-Fan ist, kaum auf: Und zwar aus dem Grund, dass der Fokus so sehr uaf Yumi liegt. Ich glaube, spätestens jetzt ist das Problem klar geworden, oder? Yumi ist eine klassische Mary Sue, zwar ohne zigtausend Namen und überragendes Aussehen, aber dennoch mit tragischer Vergangenheit und der magischen Fähigkeit, sich selbst in den Mittelpunkt des Geschehens zu rücken und alle anderen eigentlichen Originalcharaktere auszublenden. Die Grundidee deiner Geschichte ist gut, aber das nervt. Gerade unter dem Gesichtspunkt, dass Gai so schlecht dabei wegkommt. Man sieht es allein schon an den Fähigkeiten, die die beiden durch ihre jeweiligen Void-Genoms bekommen haben: Gai kann Voids sehen (kann er im Original auch) und Yumi kann
- selbst zu einem Void werden
- Körperteile, praktischerweise die Arme zu Voids mutieren lassen
- neue Voids in sich speichern und sie dann wiederverwenden, offenbar unabhängig von ihren Besitzern und natürlich ohne, dass die Besitzer dabei bewusstlos werden

Ganz im Ernst, schon eine dieser Fähigkeiten hätte völlig gereicht. Mit allen drei zusammen macht die gute Yumi jeden anderen Charakter von ganz Funeral Parlor (inklusive Shu) so gut wie überflüssig. Sie sind damit Helfershelfer an ihrer Seite. Denn selbst, wenn Gai in dieser Geschichte einigermaßen IC wäre, wäre die vernünftigste aller ihm zur Verfügung stehenden Entscheidungen, sich Yumi warm zu halten und sie zukünftig bei Missionen an vorderster Front einzusetzen. Eigentlich ist es ja Shu vorbehalten, eine biochemische Waffe mit Bewusstsein zu sein und deshalb mit seinem Gewissen zu kämpfen. Das wäre dann also auch erledigt. Und um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen, möchte Yumi auf gar keinen Fall, dass irgendjemand von ihrer Vergangenheit weiß, denn es ist so schrecklich und die tragische Heldin möchte niemanden mit ihren schlimmen Geschichten belasten und nein, überhaupt will sie nicht darüber reden, weil dann all die schrecklichen Bilder wieder in ihr hochkommen (heul, schluchz). Tut mir leid, das ist wie gesagt, nicht böse gemeint. Aber weißt du, mich nervt es schon in der Realität, wenn Leute anfangen zu erzählen, dass ihnen da was ganz Schlimmes passiert ist und anschließend nicht weiterreden. Niemand zwingt sie, darüber zu reden. Aber wenn sie es sowieso nicht wollen, dann sollen sie doch erst gar nicht damit anfangen! Wohingegen Yumi sich im Klaren darüber sein muss, dass in einer Untergrundorganisation, in der man jeden Tag ums Überleben kämpft, jeder, der bleiben will, von vorne bis hinten durchleuchtet werden muss. Weil alles andere nicht nur unvernünftig, sondern auch lebensmüde wäre.

Yumis Persönlichkeit ist ja an sich ziemlich cool. Nur ihre Rolle in der Geschichte passt meiner Meinung nach überhaupt nicht ins Bild, macht sie zu einer Mary Sue, was echt schade ist, weil man aus dieser Idee und damit auch aus den Originalcharakteren so viel rausholen könnte. Deshalb mein Tipp an dich: Fahre Yumi mal ein bisschen zurück. Reduziere ihre Fähigkeiten auf vielleicht eine, lass sie nicht mehr so unbedingt mit ihrer ständigen Verweigerung durchkommen, über sich selbst und ihre Vergangenheit zu erzählen. Und lass nicht zu, dass sie ständig auftaucht und abhaut, wie es ihr gerade beliebt. Das ist Funeral Parlor und nicht die Kommune 1, da sollte es nicht so gar so einfach sein, zu verschwinden und dann wieder reinzuspazieren: "Hallo, hier bin ich! Brauch dringend nen Kaffee, hat hier endlich mal einer die Kaffeemaschine entkalkt?" Wir erinnern uns: Shus Verhalten, als er in einer Mission den Befehl verweigert hat, hatte Konsequenzen. Auch Yumis Verhalten sollte Konsequenzen haben.
Und, noch ein Tipp: Lass Gai und die anderen nicht so leichtgläubig sein. Lass es ein bisschen schwieriger für Yumi werden, sich "einzuleben", wie es im dritten Kapitel heißt. Das wird ihr hier alles ziemlich leicht gemacht, gerade für jemanden, der die unverschämte Forderung stellt, aufgenommen zu werden, obwohl er nie über sich selbst und seine Vergangenheit sprechen will. So steht sie zwar nicht merh so sehr im Mittelpunkt, wie du dir das vielleicht gewünscht hast. Aber es wird dadurch realistischer und der Kern von Guilty Crown, vor alle die Hauptcharaktere, gehen nicht ganz verloren. Schließlich ist es immer noch eine Fanfiction. Wenn du über einen eigenen Charakter eine ganz eigene Story schreiben willst, musst du das in einer freien Arbeit tun (meine Meinung).
Yumi kann trotzdem die Heldin ihrer Geschichte bleiben. Aber ohne, dass sie alle anderen Figuren ausnahmslos zu unwichtigen Nebencharakteren degradiert.

Zuletzt noch ein paar Dinge:
In den vorigen Kapiteln ist mir noch aufgefallen, dass Yumi z. B. eine Schusswunde verbergen kann. Ich würde behaupten, dass das nicht möglich ist, gerade vor den geübten Augen von Widerstandskämpfern. Jedoch, diese merkwürdige Arroganz, nicht verletzt gesehen werden zu wollen, ist eine Schwäche von ihr, die ich beibehalten würde. Nur, dass es ihr nicht so leicht gemacht werden sollte, dem dann auch wirklich Rechnung zu tragen. Zumal es im Sinne ihres eigenen Überlebens sein sollte, auf die Schusswunde aufmerksam zu machen. Gerade bei einer Schussverletzung ist das Risiko, zu verbluten, ziemlich hoch.
Außerdem ist mir noch aufgefallen, dass niemals jemand anders verletzt wird, als Yumi. Ich würde mir noch mal Gedanken darüber machen, wie realistisch das ist.

Wenn Ayase, gerade im vierten Kapitel, agiert, frage ich mich, ob du zeitweise vergessen hast, dass sie im Rollstuhl sitzt. Oder meinst du ihren Endlave? Dann musst du das auch so sagen.

Mir sind ein paar Grammatikfehler aufgefallen, z. B.:
"broch" -> "brach", er/sie/es brach (1. Vergangenheitsform von "brechen")

Das andere weiß ich nicht mehr, aber guck mal drüber, dir fällt's bestimmt auf. Überhaupt würde ich dir empfehlen, dir einen Beta-Leser zu suchen. Wenn ich mich recht entsinne, hast du auch im vierten Kapitel noch viele Verwechslungen von s, ss und ß drin - in den vorigen Kapiteln auf jeden Fall. Bei so was könnte dir ein Beta auf jeden Fall helfen. Nimm aber am besten jemanden, der unparteiisch ist. Gute Freunde tendieren dazu, zu nachsichtig zu sein.

So, das war's jetzt aber wirklich! Trotz aller Kritik freue ich mich auf den Fortgang der Geschichte, bin sehr gespannt, wie das jetzt hier weitergeht! Und, wenn du ein paar meiner Ratschläge vielleicht beherzigen möchtest, freut mich das noch viel mehr.

LG, Spades

Antwort von meme-chan am 13.10.2017 | 22:55 Uhr
Hui da hast du mir echt nen halben Roman geschrieben. Danke dafür erstmal :)
Ich habe ziemlich lange darüber nachgedacht, ob und wie ich die FF fortführen möchte. Als ich die Geschichte angefangen habe war es nämlich nur eine Art Ventil, um meine Gedanken loszuwerden. Also eigentlich ist das schon eine Geschichte die ich einfach so drauflos geschrieben habe, allerdings habe ich in den Monaten in denen ich nicht geupdatet habe mir endlich ein Ende überlegt mit dem ich zufrieden bin, also sollte die Geschichte jetzt eigentlich etwas strukturierter und hoffentlich weniger verwirrend sein *hehe*
Das mit dem Überarbeiten der Geschichte ist jetzt so ne Sache…
Die Vergangenheit von Yumi und Gai ist mir persönlich klar. Ich habe die Geschichte aber jetzt selber nochmal genau gelesen und gemerkt, dass ich alles etwas durcheinander geschrieben habe. Wobei ich auch allgemein die Angewohnheit habe Leute so lange wie möglich im Dunkeln zulassen, tut mir leid, wenn dich das sehr verwirrt.
Du sagst ja auch das du das Kapitel nicht ganz ernst nehmen kannst, was mich zuerst verwundert, weil ich mir eigentlich Mühe gegeben habe alles so ernst wie möglich zuschreiben. Also wenn das wegen der Effekthascherei ist, wie du sagst, guck ich gerne nochmal drüber wobei sich das wahrscheinlich gar nichtmehr lohnt.
Grund ist, dass mir selber schon aufgefallen ist, dass Gai einfach viel zu kurz kommt, andere Charaktere auch, aber eigentlich hat Gai es in dieser FF am meisten verdient im Vordergrund zustehen. Sagst du ja auch in deiner Review. Ich finde man sollte seine eigenen Sachen also Autor nicht runtermachen, aber bitte ich habe das vor einer gefühlten Ewigkeit geschrieben also nehme ich mir jetzt die Freiheit ganz ehrlich darüber zu reden. Ich wollte eigentlich die ganze FF überarbeiten, bevor ich ein neues Kapitel hochladen, weil ich meinen Schreibstil einfach nichtmehr gut finde. Außerdem hat Yumi die Rolle eines „unbesiegbaren“, sooooo starkem Charakter eigenommen, was es jetzt im Nachhinein unmöglich macht die Originalcharaktere richtig einzubauen. Habe ich früher gerne gemacht so einen OP-Charakter zu erstellen. Mittlerweile ist das aber einfach nichtmehr meins. Grundsätzlich will ich also die Geschichte nochmal stark überarbeiten.
Mein Problem: Allein das Anpassen von Gais Charakter würde die Handlung SEHR stark verändern, zum Beispiel das Ende vom ersten Kapitel, vom zweiten und so ziemlich das ganze dritte Kapitel würden eine andere Handlung haben, weil die gleichen Handlungen mit einem im Grunde neuen Charakter nicht funktionieren. Yumis Fähigkeiten etwas runterzufahren (was ich mir bis jetzt überlegt habe wäre ihr eine ganz neue Fähigkeit zugeben, die sie besser in die Geschichte einbettet) verändert die Kampfszenen dann auch teilweise, sodass schlussendlich bis auf den Anfang und das Ende (was es ja nicht mal gibt) alles neu geschrieben werden müsste. Was ich mich dann frage: Ist das dann noch die gleiche Geschichte, wenn sich so viel ändert? Ich hoffe du verstehst was ich damit meine…
Also danke für deinen Review ^^ Es war echt viel Kritik, finde ich, aber weil es konstruktive Kritik ist, freu ich mich darüber. Änderungen kommen vermutlich bald, ich möchte aber vorher gucken ob man die Handlung so stark überhaupt ändern darf oder ob das gegen irgendwelche Richtlinien verstößt. Wenn dem so ist, lad ich die überarbeitete Version einfach als neue Geschichte hoch. Ich überleb jetzt erstmal meine letzte Woche in der Klausurphase und dann setzt ich mich in den Herbstferien mal an diesen Großprojekt.
Spades (anonymer Benutzer)
04.10.2015 | 22:22 Uhr
Hallo!
Coole Idee, dass Gai eine Schwester hat. Interessant, wie schnell er sie akzeptiert hat, obwohl er sich scheinbar an nichts aus seiner Vergangenheit erinnern kann. Da hätte ich ihn besonnener eingeschätzt. Aber möglicherweise war da ein Teil Resterinnerung übrig, ein Gefühl, das ihm gesagt hat, dass Yumi nicht lügt.

Bei Missionen ist sie also dafür zuständig, auf Inori oder andere aufzupassen, deren Void extrahiert wurde. Das macht Sinn, zuerst habe ich darüber nachdenken müssen, was sie denn auf den Missionen macht, wenn sie nicht kämpfen will. Aber natürlich, dafür muss es auch jemanden geben, man kann die Körper der Bewusstlosen ja nicht einfach irgendwo rumliegen lassen, das wäre viel zu gefährlich.

Was die Action-Szenen angeht kann ich mich meinem Vorredner anschließen, sie sind schön ausführlich und man kann sich gut hineinversetzen. Und diese Fähigkeit, die Yumi hat, das ist mal wirklich ein genialer Einfall! Habe ich so noch in keiner bisherigen GuiltyCrown-Fanfiction gelesen und wäre ich selbst auch nie im Leben drauf gekommen. Mächtig und zerstörerisch zugleich. Ich bin sicher, das wird Yumi noch so manches Problem bereiten.

Puhhh und ziemlich übel, wie da plötzlich unser allseits gehasster Major Segai vor ihr stand (das war doch wohl der Mann mit den lila Haaren, oder?) und sie da ganz freundlich auffordert, sich doch mal ebenso zu ergeben... oh Mann, Ekelpaket vom Dienst, wenn auch irgendwie ein ganz cooler Charakter, weil er sich eben so überhaupt nicht aus der Ruhe bringen lässt - außer durch das Voidleuchten vielleicht.
Wie auch immer, es ist super, wie sie reagiert hat und dass sie ihm entkommt.

Einen entscheidenden Rechtschreibfehler hast du leider drin: Es heißt "Genom", nicht "Genum". Gemeint ist das Genom, die grundlegende Erbinformation jedes Lebewesens, der biologische Bauplan sozusagen. Oder aber eben eines für ein Fremdgen, wie das Void-Genom, das sich hier mit den menschlichen Genen verbinden und sie mutieren lassen kann. Okay, Klugscheißerei-Modus Ende^^ Jetzt geht's normal weiter.

Wie schon gesagt, Yumis Fähigkeit ist ungeheuer beeindruckend, aber wahrscheinlich Segen und Fluch zugleich. Allem voran bestimmt deswegen, weil sie auf diese Weise natürlich nur zu gerne als Forschungsobjekt missbraucht werden wird, sollte sie nur irgendjemand kriegen.
Da finde ich es doch ziemlich leichtsinnig von ihr, einfach mal mir nichts dir nichts in die Stadt zu latschen und sich Currynudeln zu bestellen. Andererseits kann ich sie verstehen, irgendwie will man dann eben doch wenigstens ein Stück Alltag in seinem Leben haben. Die Szene mit Lans finde ich schön ausgearbeitet, sie gefällt mir mit am besten. Interessanter Charakter, ich bin gespannt, welche Rolle er noch spielen wird oder ob er nach diesem Informationsaustausch nun doch gleich abgeschossen oder von Shu mit Inoris Void gemessert wird^^
Aber um ehrlich zu sein verstehe ich es vor allem gegen Ende des Kapitels überhaupt nicht, dass sie Gai und Shu daran hindert, Lans irgendetwas anzutun! Wenn sie doch nicht wollte, dass irgendjemand etwas über ihre Fähigkeit herausbekommt, warum lässt sie ihn dann sprechen? Warum schickt sie ihn weg, anstatt ihn erschießen zu lassen, was verspricht sie sich davon?
Zumal er doch offenkundig eine Gefahr für Gai darstellt. Ich sehe das schon richtig, Gai war auch in dieser Geschichte das Versuchskaninchen, das er auch im Anime war und ist geflohen. Nur, dass er sich hier offensichtlich an nichts erinnern kann. (Man möchte ihm ja irgendwo wünschen, dass das so bleibt. Solche Erinnerungen will keiner haben.)

Nun gut, ich bin aber ziemlich sicher, dass sich das alles noch aufklären wird, einfach mal abwarten und Tee trinken. Was mir sonst noch aufgefallen ist: Ich glaube, dass es ziemlich schwierig ist, eine so üble Schusswunde zu verstecken. Also nicht, dass ich jetzt hier Kümmelkornspalterei betreiben will, die Szene war wichtig, um zu zeigen, wie schwer es Yumi fällt, Schwäche zuzugeben (mit wem hat sie das nur gemeinsam, scheint irgendwie in den Genen zu liegen). Aber um das deutlich zu machen, hätte sie sich vielleicht auch einfach irgendwas um ihre Hüfte binden können, das das Blut zurückhält. Zumal ihre Kleidung, wie du beschrieben hast, blutrot verfärbt war. Shu, Gai, Ayase - mindestens einer von ihnen müsste das doch gesehen haben.

Was mir dann übrigens wieder gut gefällt, ist, dass du den Originalnamen der Rebellenorganisation, Funeral Parlor, verwendest. Irgendwie macht das was her. Ich hab mich bewusst dagegen entschieden, weil man den Namen Undertaker nun mal aus der deutschen Synchro kennt und an die halte ich mich, wenn ich ebenfalls deutsch schreibe. Trotzdem, bei dir finde ich das super, mach das ruhig weiter so.

Tja, das war jetzt leider sehr durcheinander und eigentlich wollte ich mich kurz fassen. Vielleicht kann man mir nachsehen, dass ich eine vierstündige Zugfahrt hinter mir habe^^
Wie auch immer, abschließend möchte ich sagen, dass mir die Story und die Idee sehr gut gefallen. An deinem Schreibstil kannst du hier und da noch etwas arbeiten, da du oft sehr kurze Sätze und vorwiegend reine Hauptsätze hintereinander packst, wirkt es oftmals ein wenig abgehackt. Was sich aber während der Action-Szenen wirklich bessert, deswegen nimm dir die vielleicht zum Vorbild.
Pass ein bisschen auf bei der Logik (Beispiel Schusswunde) und, was ich dir dringend raten möchte: Räume Yumi nicht zuviel Platz in deiner Story ein, sodass alle anderen neben ihr verblassen! Vergiss nicht, sie ist "nur" ein OC und wenn du sie in so enge Verbindung mit Gai bringst, kannst du daraus jede Menge machen, indem du beispielsweise sowohl ihre, als auch seine Vergangenheit beleuchtest und herausstellst, wie es ihm teilweise ergangen ist.
Vielleicht hat auch er, ähnlich wie Shu, seine Kindsheitserinnerungen verdrängt, weil sie zu schrecklich sind, als dass er sie aushalten könnte. Das nur als Tipp.
Ich mag die Geschichte, deshalb, lass uns nicht allzu lange auf das nächste Kapitel warten.

LG, Bakura-Moon

Antwort von meme-chan am 04.10.2015 | 22:46 Uhr
Erstmal ein wirklich riesiges Dankeschön an dich. ^^
Ein paar Ideen von dir hab ich mir schon notiert und bin dabei sie einzuarbeiten. Dass sie Gai und Shu davon abhält ihm wehn zu tun hat einen Grund den wollte ich aber noch nicht nennen.
Den Rechtschreibfehler werd ich korrigieren.
Den Originalnamen Funeral Parlor hab ich benutzt, weil ich den Anime komplett auf Englisch dub geguckt habe.
Um ehrlich zu sein hab ich den Namen Major Segai nie benutzt weil ich ihn nicht wusste. Danke dafür auch wenn glaub ich unbeabsichtigt war.
So ich glaub das wars und meine Antwort ist genauso durcheinander wie deine Review ^^
Hera (anonymer Benutzer)
04.10.2015 | 17:17 Uhr
Mir gefallen ganz besonders die Action-Szenen.
Meiner Meinung nach sind sie sehr gut beschrieben und auch ausführlich.
Man kann sich gut in Situation hinein denken.
Einen kleinen Tipp habe ich für dich denn noch:
Wenn du deine Abschnitte besser unterteilst, wird es für den Leser
etwas einfacher deiner Story zu folgen ;)
Glg
Hera

Antwort von meme-chan am 04.10.2015 | 17:33 Uhr
Danke erstmal und das mit dem Abschnitten ist mein Hauptproblem ich versuchs aber. ^^
29.09.2015 | 17:44 Uhr
Gutes Kapitel, auch wenn ich nicht so viel Ahnung von dem Anime habe. Und fast keine Rechtschreibfehler! Ich finde es auch gut, dass man am Anfang nichts von dem OC erfährt. Das macht es interessanter. Also schreib weiter
LG Mii chan <3
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