Reviews 1 bis 4 (von 4 insgesamt):
06.07.2015 | 15:53 Uhr
zu Kapitel 3
Wenn ich es so recht bedenke müssten eigentlich die Bunker-Schwaben selbst am meisten Opfer der Experimente sein.
Im wesentlichen muss man vielleicht ein Dutzend "Barabren" sezieren um zu sehen "Wie funktionieren sie, was haben sie was wir nicht haben?".
Im Gegenzug muss man dann ein Dutzend Bunker-Schwaben sezieren um, zu sehen "Wie funktionieren wir, was fehlt uns was die anderen haben?".
Anschließend müssten alle Methoden für neue Fruchtbarkeit dann immer an Bunker-Schwaben getestet werden, denn alles andere wäre wissenschaftlich sinnlos, vor allem weil ja nur sie und niemand anderes das Fruchtbarkeitsproblem hat.
Was dann zu der Tragik führen könnte, dass Dutzende von Bunker-Schwaben auf den Versuchstischen sterben und dass auch noch freiwillig, in der Hoffnung Kinder haben zu können.
Da hat wieder "Mass Effect" mit den Kroganern ein ganz ähnliches Beispiel.
https://www.youtube.com/watch?v=q7k_5JMZBaw
https://www.youtube.com/watch?v=68TtyDxpjCM

Wäre es nicht eine witzige Lösung, wenn die Bunker-Schwaben dann einfach mit "Barbaren" Kinder haben und so ihr Volk am Leben halten könnten?
Apropos, zusätzlich zu meinen Ideen verschiedener Widerstandsfraktionen wäre da außerdem noch eine Fraktion der Bunker-Schwaben denkbar, die den "Barbaren" nicht sofort gleiche Rechte geben, sie aber langfristig "zivilisieren" und in die Bunker-Gesellschaft eingliedern wollen.
Solche Gedanken waren im 19. und frühen 20. Jahrhundert unter Kolonialismus-Kritikern die vorherrschende Geisteshaltung.

Es ist wirklich so, dass in deinen Geschichts-Ideen eine Menge interessantes Potenzial steckt, aber im Moment bleibt in der praktischen Ausführung es leider weitgehend bei "Die bösen Unterdrücker und die guten Freiheitskämpfer, man sieht jeweils nur Vertreter der einen und der anderen Gruppe und alle die dazwischen stehen könnten werden nur am Rande erwähnt, falls es sie überhaupt gibt".
Wie intressant wäre es z.B. in dieser Geschichte die Gedanken und Motive eines Nosfera oder "Barbaren"-Soldaten im Dienste Ottokars des Kahlen zu lesen.
Oder eines normalen Stadtbewohners, der am Ende vielleicht die herrschenden Bunker-Schwaben und den Widerstand der solche "Monster" wie Taratzen und Hydriten aufnimmt, gleichermaßen verabscheut und fürchtet.
Oder, wie eben im letzten Review gesagt, generell jede Art von Regime-Widerstand/Kritikern die zwischen den beiden Extremen "100% Loyalität für Ottakar den Kahlen" und "Alle Menschen und denkenden Geschöpfe sind Brüder und Schwestern und sollten als große glückliche Familie zusammen leben".

Das noch mal als wirklich letzte Abschlussbemerkung um klar zu machen, dass ich diese Geschichte nicht grundsätzlich in die Tonne trete, sondern viel mehr bedauere was sie alles sein könnte.

MfG
Kenny

Antwort von Meteoritenfreak am 07.07.2015 | 15:52 Uhr
Ich weiß nicht, wann du aus der Heftchenserie ausgestiegen bist, aber dass alle Bunkerbewohner durch das (weltweit verbreitete) Serum unfruchtbar geworden sind, kam so auch in den Heftchen vor. Und tatsächlich ähnlich wie in meiner Geschichte, haben auch da die Bunkerbewohner teilweise ziemlich verzweifelte Dinge getan. Wie sich später jedoch herausgestellt hat, wurde die Unfruchtbarkeit jedoch mit der Zeit aufgehoben. Somit können sich auch die "Bunker-Schwaben" in meiner Geschichte nicht fortpflanzen - zumindest vorerst - egal ob untereinander, mit den Barbaren oder den mutierten Menschen.

Ich glaube das liegt eher daran, dass ich noch recht wenig Übung in der Charakterisierung habe, bzw. darin, "realistische" Charaktere zu erstellen. Aber ich hoffe, dass ich da auch noch Fortschritte machen kann.
04.07.2015 | 11:50 Uhr
zu Kapitel 3
Okay, nun habe ich beim nochmaligen Durchlesen den Sinn des Labors und der Menschenversuche erfasst.
Trotzdem ist das Ganze immer noch etwas Vage: "Wir töten sie halt und hoffen dass in ihren Leichen irgendein Fruchbarkeitsmittel steckt."
Auf der anderen Seite wäre es tatsächlich ein interessantes moralisches Dilemma, wenn es tiefer gehend gezeichnet wäre.
Etwa, dass die Bunker-Schwaben durchaus realisieren dass es Schrecklich ist, was sie tun.
Aber wenn sie überhaupt nichts versuchen, wird Volk unweigerlich aussterben und all ihr Wissen, alle ihre Kultur, alles was sie jemals ausgemacht hat, wird für immer verloren sein.
Das sind Aussichten die Menschen tatsächlich zu Extremen treiben würden und in der Vergangenheit auch getan haben (der medizinische Fortschritt ist tatsächlich über Leichen gegangen).
Und so leicht es dabei für Aussenstehende ist zu sagen "Wie könnt ihr so etwas nur tun?", welche Antwort käme dann auf die Gegenfrage "Was würdest du denn in unserer Lage tun?"
Welche Entscheidung würde jeder Einzelne treffen, wenn es darum geht, Menschenleben gegeneinander aufzurechnen? Welche Antwort ist die richtige, wenn man so oder so Leute zum Tod oder gar Aussterben verurteilt?
https://www.youtube.com/watch?v=h9Qr-iSO6ac
https://www.youtube.com/watch?v=JZ6fhp483YU
http://sfdebris.com/videos/startrek/film9.php
http://www.pqed.org/2014/07/how-should-we-talk-and-post-about.html
Nur leider wird es hier hier nicht als ein solcher Gewissenskonflikt ausgeführt, sondern zeichnet die Bunker-Schwaben nur als eindimensional arrogant-rassistische Strohmänner.
Und das ist ziemlich Schade, denn es wäre eine echte Gelegenheit gewesen.


Aber ich bleibe dabei, diese Todesliste fällt für mich unter das Gleiche wie die "Hunger Games" von Suzanne Collins: Eine völlig willkürliche Todesmaschinerie, der die Menschen nur durch ihre Zerstörung entkommen können und die den Widerstand mehr denn je anfacht, anstatt ihn löschen.
Oder wie die Nazis, die sich gewundert haben, dass nach willkürlichen und sinnlosen Massakern an der Zivilbevölkerung in den besetzen Gebieten plötzlich auf jeden Kollaborateur drei bis fünf Widerständler kamen.
Wenn sich solche Grausamkeit gegen echten Widerstand richten würde, nachvollziehbar.
Aber "So, jetzt töten wir deine kleine Tochter, nicht weil sie was Schlimmes getan hat, sondern weil sie nicht ganz so viel für die Gesellschaft beisteuert wie andere"?
Ich stelle mir vor, wie Ottokar der Kahle jeden Abend vor der Liste mit tausenden von Namen steht und diese konzentriert hin und her verschiebt und angestrengt grübelt welche Art von Dienst jetzt wie viele Bonuspunkte bringt.
Wie ich es auch drehe und wende, so ein Verfahren bleibt für mich einfach Stupid Evil und das passt nicht zu Recht zu einer Person, die ansonsten die Lebensumstände der Stadt aufmöbelt und persönliche faire Gerichtsurteile zu Gunsten und unter Mithilfe von "Minderheiten" erlässt.


Dagegen ist die dann Widerstandsgruppe so glatt und geschlossen gezeichnet,dass sie gar nicht als echte Personen erscheinen.
Alle Arten von "Barbaren", Hydriten, Wulfane, Nosfera, Taratzen und sogar eine Bunker-Schwäbin (ist sie ernsthaft die einzige? Das wäre etwas Mary-Sue-haft), arbeiten scheinbar ohne Konflikte und Vorurteile zusammen und sind sich über alle Ziele völlig einig.
Aber das ist einfach nicht wie Widerstandgruppen mit echten Leuten funktionieren. Da gibt es haufenweise innere Konflikte und Spaltungen.
http://www.meme-generator.de/media/created/psr7lw.jpg
https://www.youtube.com/watch?v=RtmSLZk2Y-I
https://en.wikipedia.org/wiki/The_Troubles
http://www.cfr.org/separatist-terrorism/ira-splinter-groups-uk-separatists/p9239
https://en.wikipedia.org/wiki/Spanish_Civil_War
https://en.wikipedia.org/wiki/Mexican_Revolution
https://en.wikipedia.org/wiki/Russian_Revolution
https://en.wikipedia.org/wiki/Second_Sino-Japanese_War
Mir würden hier spontan verschiedene Konflikte und Splittergruppen einfallen.
Etwa eine Gruppe, die glaubt dass es mit den Bunker-Schwaben (zumindest einigen) Verständigung geben kann und man ihre Technologie weiterhin zum Nutzen aller verwenden sollte.
Dann eine andere Gruppe, welche die Bunker-Schwaben als Monster sieht und deren "unnatürliche" Technik ganz vernichten möchte.
Vielleicht einen ambitionierten Rebellenführer, der sich nach dem Sieg selbst auf dem Thron sieht, nicht notwendigerweise aus Machtgier, sondern weil er Angst hat dass ohne eine feste Hand alles ins blutige Chaos stürzen wird.
Verschiedene kulturelle, ethnische und vielleicht auch religiöse Konflikte zwischen verschiedenen Völkern und Spezies, die sich unter anderen Umständen gegenseitig bekämpfen würden, aber nun erzwungenermaßen kooperieren müssen, auch wenn sie dabei die Hälfte der Zeit miteinander streiten. Und es keine Garantie gibt, was nach dem Sieg über den gemeinsamen Feind sein wird.
Das kriegt z.B "Mass Effect" großartig hin:
https://www.youtube.com/watch?v=T6QiCXct-4E
https://www.youtube.com/watch?v=cMYTcToLo9A
https://www.youtube.com/watch?v=UmUqu6qkIZs
https://www.youtube.com/watch?v=1lLd_eIab9c
https://www.youtube.com/watch?v=b7_yOcRr95Q
https://www.youtube.com/watch?v=oES7oUpoNhc
https://www.youtube.com/watch?v=Bfua41Mwu1U
https://www.youtube.com/watch?v=tLlAObjR-gs
Sogar in den "Star Wars"-Romanen hat sich die Rebellen-Allianz hinter den Kulissen permanent in der Wolle gehabt, etwa darüber wessen Heimatwelt man zuerst vom Imperium befreit oder inwieweit Vergeltung gegen tatsächliche und angebliche Kollaboratuere des Imperiums angemessen ist, um nur einige Themen zu nennen.

Aber fällt hier leider alles völlig weg, es gibt keinerlei Unterschiede oder gar in Konflikte in Sachen Moral, Kultur, Religon oder Lebensweise. Stattdessen reden alle von "Diktatur", "Rassisten" und "Spezisten", obwohl das meines Wissens nach in der Maddrax-Welt völlig alltäglich ist und kaum ein Mensch tatsächlich Geschöpfe wie Nosfera oder Taratzen ohne Furcht, Misstrauen oder zumindest starkes Befremden betrachtet.
Wie schon im letzten Review gesagt, die Protagonisten wirken alle mehr oder weniger als wären sie in einer progressiven deutschen Familie im frühen 21. Jahrhundert aufgewachsen, nicht als Angehöriger verschiedener, teilweise für uns völlig fremdartiger Kulturen und Spezies, in einer Welt, in der alle möglichen Ideen aus Fantasy, Horro und Sci-Fi zusammen geschmissen wurden und die meiste Zeit über jeder dem anderen auf´s Haupt schlägt.


So, ich hoffe das hat meine Probleme mit der Handlung und Charakterzeichnung etwas verständlicher gemacht.
Übrigens würde ich mich auf mal sehr für eine Fanfic intressieren, in der tatsächlich auch Maddrax & seine Freunde aus den Groschenromanen als Protagonisten auftreten.

MfG
Kenny

Antwort von Meteoritenfreak am 04.07.2015 | 17:52 Uhr
Nun ja, das Serum - das so auch im Canon vorkommt - hat sie eben alle unfruchtbar gemacht (wenn auch nicht permanent), und sie töten während ihrer Experimente die sehr fruchtbaren Barbaren, um etwas daran zu ändern. Die Gesellschaft wurde nur deshalb verbessert, damit es nicht zu einer offenen Rebellion kommt. Ein durchschnittlicher Barbar soll denken: "Ohne den Herrscher wäre ich vielleicht den Taratzen oder einer Seuche zum Opfer gefallen. Und vielleicht auch meine halbe Familie. Da kann ich es verschmerzen, meine jüngste Nichte zu opfern." Tatsächlich stehen sie den Barbaren jedoch nicht sehr positiv gegenüber. Wären sie auf die regelmäßigen "Menschenopfer" nicht angewiesen, hätten sie die Stadtbewohner "in ihrem Dreck versauern" lassen.

Es gibt eine Star-Wars-Comic-Reihe, die kurz nach der Order 66 handelt. Ein überlebender, menschlicher Jedi freundet sich mit einer Gruppe von Schmugglern an. Und er ist der einzige Mensch unter ihnen (bis später eine Frau dazukommt). Irgendwie hat mich das zur "Ej-El-Ef" inspiriert. Diese besteht im Übrigen nur aus knapp drei Dutzend Mitgliedern. Du willst mir ernsthaft sagen, dass kaum 30 aufgeschlossen und unvoreingenomme Leute, und 10.000 Menschen und Nichtmenschen in Stuttgart, unrealistisch sind? Was wäre denn realistisch? Ein Helden-Duo wie Kick-Ass und Hit-Girl? Außerdem sollten sie tatsächlich mehr als Gruppe, denn als Einzelcharaktere auftreten. In diesem Fall ist Felia übrigens tatsächlich die einzige "Bunker-Schwabe", aber in MX kam es schon häufiger vor, dass ein Bunkerbewohner an der Oberfläche überlebt hat, und sich dann auf die Seite der "Wilden" schlug. Aber warum macht sie das zu einer Marx Sue? Gut, sie ist etwas schlauer als der durchschnittliche Barbar, aber an sich ist sie jedem Barbaren, selbst der schwächsten Barbarin, körperlich unterlegen, da sie das Überleben in der Wildnis kaum kennt.

Natürlich hast du Recht, dass verschiedene Gruppen und Spaltungen untereinander realistischer wären, aber in MX kam sowas bisher kaum vor. Es war stets nur eine Rebellengruppe und eine Diktatur. Die einzigen Ausnahmen waren das Bunkerbündnis gegen die Daa´muren, und das Bündnis zwischen Barbaren und Taratzen in El´Ay, im Kampf gegen die japanischen Invasoren.

Tatsächlich sehe ich deine Kritik häufig als Ansporn, es etwas besser zu versuchen. Vielleicht hast du in Colette ja auch die Rassistin (und potentielle Vergewaltigerin) erkannt, deren Sexualtrieb stärker als der Rassismus ist. Allerdings merke ich, dass du da schon etwas anspruchsvoll bist.^^ Wenn die Guten nur Gutes, und die Bösen nur Böses tun, sind sie zu stereotyp; wenn die Bösen mal etwas Gutes tun, und die Guten mal etwas Böses, gefallen dir die Antagonisten mehr als die Protagonisten.^^

Na ja, ich weiß nicht. Der Grund, warum ich so gerne Fanfiktions mit Nebencharakteren oder eigenen Charakteren schreibe, ist nicht nur der, dass ich so mehrere Kulturen/Rassen/Spezies "ausprobieren" und gängige Klischees über Bord werfen kann; sondern auch, weil ich mich in die Hauptcharaktere der meisten Fandoms irgendwie nicht wirklich einfinden kann. Den einen oder anderen finde ich sogar recht unsympathisch. Aber da du der einzige bist, der meine Maddrax-Fanfiktions reviewt, sage ich mal, dass wenn es einen Canoncharakter (außer Aruula) gibt, über den du unbedingt etwas lesen möchtest, ich mir die Sache dann ja mal anschauen kann.
04.07.2015 | 01:04 Uhr
zu Kapitel 3
So, dann nehmen wir uns mal die anderen Haare in der Suppe vor.

*„Ich möchte gerne mehr über euch erfahren. Wer ist denn euer Anführer?“ fragte Felia schließlich.
„Niemand. Wir entscheiden alles als Gleichberechtigte.“ sagte der junge Mann, das noch immer die Wand anstarrte, „Nur deshalb konnten wir uns den Technos solange widersetzen. Egal wieviele von uns sie töten oder gefangen nehmen, solange auch nur einer übrig ist, lebt der Widerstand noch.“

Nenne mit eine einzige para-militärische Bewegung, historisch oder aktuell, die tatsächlich keine Führungspersonen hat. Oder besser, mach dir keine Mühe, denn so etwas hat es nie gegeben.
Es hat nämlich praktische und notwendige Gründe, warum solche Gruppen Kommandostrukturen haben, nicht einfach weil halt irgendwer General spielen möchte.
https://en.wikipedia.org/wiki/Paramilitary
https://en.wikipedia.org/wiki/Military_organization
Und ja, auch anarchistische paramilitäische Gruppen hatten sehr wohl Anführer mit Befehlsgewalt.
https://en.wikipedia.org/wiki/Buenaventura_Durruti
https://es.wikipedia.org/wiki/Ricardo_Sanz_Garc%C3%ADa
https://en.wikipedia.org/wiki/Liu_Shifu
https://en.wikipedia.org/wiki/Li_Shizeng
https://en.wikipedia.org/wiki/Zhang_Renjie
https://en.wikipedia.org/wiki/Nestor_Makhno
https://en.wikipedia.org/wiki/Emiliano_Zapata

*„Du gehörst zur Ej-El-Ef. "

Ich habe als Leser keine Ahnung was das sein soll. Das Maddrax-Wiki zeigt keine Ergebnisse und bei Google kommt unter "E.L.F" nur das hier raus:
https://en.wikipedia.org/wiki/Eyes_Lips_Face
Hat also der Konzern e.l.f. Cosmetics überdauert und heuert nun Söldner an, um Stuttgart für seine Kosmetik-Korpokratie zu erobern? XD


*"Mit der flachen Hand schlug er einem weiteren seiner Angreifer ins Gesicht. Seine Mutter hatte ihm einst erzählt, dass eine Ohrfeige ein Zeichen für Kampfwillen sei. Besonders weibliche Menschen liebten diese Form des Angriffs, waren dann aber seltsamerweise entsetzt, wenn ein männliches Exemplar diesen Angriff erwiderte."

Das hat seine Mutter zweifellos in einer Männerzeitschrift aus dem frühen 21. Jahrhundert gelesen, ohne sich bewusst zu sein dass diese Info verzerrtes und offenbar nicht mehr zeitgenössisches Halbwissen ist. Tatsächlich wurde und wird die Ohrfeige in verschiedenen Kulturen von Männern, Frauen und Kindern aus verschiedenen Gründen untereinander und gegeneinander verwendet.
https://de.wikipedia.org/wiki/Ohrfeige
https://www.youtube.com/watch?v=IKVr81wqqgw
https://www.youtube.com/watch?v=jF7MPS7YsH0
https://www.youtube.com/watch?v=VHDTkoz35XY
https://www.youtube.com/watch?v=dSXhZItSVpI
https://www.youtube.com/watch?v=NRy3fCCR0Yg
https://www.youtube.com/watch?v=e_LpTmWGLHk
https://www.youtube.com/watch?v=zqeGMvsBHgU
https://www.youtube.com/watch?v=hkCqSHwhKVg
https://www.youtube.com/watch?v=4FvbCwOTfe8

*„Warum lasst ihr sie denn völlig schutzlos zurück?“ fragte er, „Einige von ihnen sind bewusstlos, und die anderen haben keine Waffen. Wenn jetzt die Bateras angreifen, sind sie in Gefahr.“
„Sie hatten versucht, die Bateras zu töten. Die Bateras sind einfache Tiere, sie sind nicht böse. Wenn sie angreifen, trinken sie nicht mehr Blut als sie benötigen. Wenn diese Menschen dort kräftig genug sind, werden sie schon überleben.“ erklärte Bintü-Neg.

Wow. Ich will nicht sagen dass Bintü-Neg ein heuchlerisches Arschloch ist, aber verdient es definitiv dass man ihn nackt einem Batera-Rudel vorwirft, mit den Worten "Denk dran, dass sind nur einfache Tiere! Und wenn du kräftig genug bist überlebst du vielleicht! Loooooooooooooooool!"
Vielleicht sollte man den Herren darüber aufklären dass "so viel die Bateras halt benötigen" nicht notwendigerweise "so viel die Köper der Menschen entbehren können" bedeutet.
Warst du mal Blut spenden? Ich war heute erst und da werden Dutzende kleine Vorkehrungen getroffen (vorher viel Essen und Trinken, Voruntersuchung von Blutdruck und Blutwerten, Desinfektion der Einstichstelle, Zuführen von Kochsalzlösung um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, hinterher eine Ruhepause mit viel Trinken und ein keimfreier Verband), damit die Blutspender hinterher nicht umkippen. Irgendwie bezweifle ich dass die Bateras so etwas machen. Aus dem einfachen Grund dass sie keine Rot-Kreuz-Mitarbeiter sind, sondern einfach nur Tiere sich sich satt fressen wollen und gar nicht die die geistigen Fähigkeiten haben, sich um das Wohlergehen ihrer "Blutbeutel" zu sorgen.
Und mit etwas Pech haben die Flatterer dann noch Tollwut oder ähnliche Späße.
https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeiner_Vampir#Gefahren_des_Bisses

Wie deckt der Herr Bintü-Neg eigentlich SEINEN Proteinbedarf? Hat er dass Glück dass ihn die Hydriten mit ihrem Was-auch-immer-Ersatz füttern?
Dann sollte er das mal lieber unter die Leute verteilen und ihnen damit ernsthafte helfen, anstatt solche verlogenen Parolen von " eine Welt, in der alle Spezies friedlich zusammenleben können" (außer denen, die ich an die Bateras verfüttere) abzulassen.


*Würde ich als Mensch aus einer wohlhabenden 21.-Jahrhundert-Industrie-Demokratie unter Ottokar dem Kahlen leben wollen? Definitiv nicht.
Aber nach allem was ich von der Maddrax-Welt weiß gurkt Deutschland zu diesem Zeitraum irgendwo zwischen Stammgesellschaft und Feudalherrschaft herum, wo derjenige mit dem dicksten Knüppel das Sagen hat und "Demokratie" ein Fluss in Afrika ist.
Gemessen an diesen Maßstäben scheint mir der alte Murmelkopf ein recht progressiver Herrscher zu sein: Einführung von sanitären Einrichtungen (damit rettet er Tausende von Leben und erhöht die Lebenserwartung dramatisch) , verbesserte Schutz gegen mutierte Riesentiere und Banditen von außerhalb (noch mal Tausende Leben gerettet) sowie der Versuch sogar die menschenfressenden Nosferas und Wulfanen ( die sich mit dem Menschen üblicherweise bis zum blutigen Ende fetzen, zumindest war das so in allen Romanen die ich zu der Serie kenne und das Wiki sagt da wenig anderes) in die Gesellschaft zu intrigieren.
Und dann auch noch ordentliche Gerichtsverhandlungen, mit Zeugen und Beweisen. Schon komisch, laut Bintü-Neg stehen Türken und Nosferas gegenüber Deutschen unterhalb in der Hierarchie, aber tatsächlich spricht Ottkar der Kahle hier die Todesstrafe gegen zwei Deutsche für den Mord und die Vergewaltigung einer Türkin aus, auf die Aussage der Nosferas hin. Und für Mordversuch am Big Boss gibt´s dann eben verschärftes Sterben, absolut üblich und normal für diese Gesellschaftsform.
Das macht "Freund aller lebenden Geschöpfe" jetzt nicht gerade glaubhafter.
Himmel, er geht sogar auf die Bitte des Informanten ein und das in einem Gesellschaftssystem wo
Alles in allem scheint Stuttgart unter Ottkar dem Kahlen keineswegs schlechter dran zu sein als jede typische Maddrax-Stadt unter ihrem lokalen Kriegsherren, eher besser.
Ich würde sogar direkt so weit gehen, ihn mit diesen aufgeklärten Tyrannen zu vergleichen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_der_Gro%C3%9Fe
https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_der_Gro%C3%9Fe
https://de.wikipedia.org/wiki/Elisabeth_I.
https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_II._(Preu%C3%9Fen)
Während die Widerstandsgruppe....
https://www.youtube.com/watch?v=CNg0UNTsOYY


*Je höher man steht, umso mehr Rechte und weniger Pflichten hat man. Dazu kommt, dass jeder von ihnen auf einer Liste steht. Die Technos selbst allerdings ausgenommen.“ fügte Bintü-Neg hinzu, „Über diese Liste ist nicht viel bekannt, außer, dass diejenigen die ganz oben stehen, nach einiger Zeit verschwinden, und viel später tot wieder aufgefunden werden. Die Technos bezeichnen das als Dienst an der Gesellschaft.“

Okay, hat Ottokar hier einen Blinden Blödheitsfleck? Willkürlich Leute töten, weil Keks? Mit so etwas schürt er nicht nur Widerstand gegen sein Regime, sondern setzt die Produktivität seiner Stadt herab, indem loyale und produktive Personen sterben, nur weil sie diese komische Liste runter rutschen. Und wir erfahren nicht einmal, wozu dieses komische Labor mit den Menschenversuchen gut ist und was damit erreicht werden soll.
Das kommt leider so rüber:
http://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/StupidEvil
Dabei wär´s doch viel einfacher und schlauer, eben Loyalität zu belohnen und Widerstand zu bestrafen, wie es sonst üblich ist.


So, das waren meine schlimmsten Haare in der Suppe.
Ich weiß, du wirst´s nicht persönlich nehmen und das respektiere ich an dir.
Wie gesagt, dein Schreibstil ist gut, aber in meinen Augen ist Maddrax nun gar nicht so eine Welt in der sich 21.-Jahrhundert-Moral-Botschaft über Demokratie, Vegetarismus und ein vorurteilsfreies-friedlich-einträchtiges Miteinander aller Spezies in dieser Art einschieben lassen. Es wirkt einfach nicht glaubhaft für Charaktere, die in so einer Welt aufgewachsen sind, vor allem weil die Antagonisten neben diesen Protagonisten ihnen wie dümmlich-fiese Pappkameraden gezeichnet sind. Politisch-realistisch gemeinte Themen einerseits und ein so klares Gut-Böse-Schema andererseits ist allgemein kein guter Mix.

MfG
Kenny

Antwort von Meteoritenfreak am 04.07.2015 | 17:17 Uhr
Die "Ej-El-Ef" ist eine englische Verballhornung der ALF (Animal Liberation Front) auf englisch ausgesprochen. Und bevor du fragst, wie eine englische Verballhornung in den deutschsprachigen Raum kommt: Die Sprache der wandernden Völker ist ein Mischmasch aus den jetzigen, europäischen Sprachen.

Cora´tars Mutter weiß auch lämgst nicht alles über die menschliche Kultur. Sie kann nur auf den Forschungen anderer hydritischer Wissenschaftler aufbauen, oder das wiedergeben, was ihr menschlicher Liebster (und Cora´tars alter Herr) ihr erzählt hat. Tatsächlich gibt es solche Verwechslungen häufiger. In einem Band gelangt ein Hydrit irgendwie an Comics über Superhelden (ich hoffe du fragst mich jetzt nicht, wie sie 500 Jahre lang in einer Kiste auf dem Meeresboden überdauern konnten^^), und ist dann tatsächlich der Ansicht, dass es früher Menschen gab, die monströse Kräfte hatten. Und irgendwie ist es da doch ironisch, dass die Daa´muren-Kristalle manchen Menschen im MX-Universum tatsächlich besondere Kräfte verleihen (auch wenn sich kaum einer von ihnen mit z.B. den X-Men messen könnte).

Bintü-Neg magst du wohl nicht besonders.^^ Ich wollte mit ihm nur die sehr misantrophische Haltung einiger, weniger Tierrechtler kritisieren. Sie verachten die Menschen derart, das ist fast so, als würde sich ein Afroamerikaner dem Klu-Klux-Clan anschließen wollen. Und wie du vielleicht bemerkt hast, ist Cora´tar mit dieser Haltung nun wahrlich nicht einverstanden. Übrigens, die Sekte der "Vegaans", die sich fast nur aus miltanten Veganern rekrutiert, gibt es im MX-Universum tatsächlich. Ich weiß aber nicht, ob sie im MX-Wiki auch erwähnt werden, sie hatten einen relativ kurzen Auftritt. Offenbar haben auch sie keine Probleme ihre Proteinbedarf zu decken.

Es gibt durchaus so einige Orte, wo verschiedene Rassen/Spezies friedlich zusammenleben. In Sub´Sisco leben Dutzende Menschen und Hydriten friedlich zusammen. In Moskau gibt es einen wackeligen Frieden zwischen Menschen und Nosferas. Die Nosferas jagen entweder Tiere oder suchen freiwillige Spender auf. In Cinna/China gibt es auch ein Dorf, in welchem mehrere Spezies friedlich zusammenleben. In Afraa gibt es zwei Stämme, in denen mutierte Gorillas (Zilverbaks) mit Menschen friedlich zusammenleben. Das ist keine Entschuldigung für die Diktatur von Ottokar. Das mit der Türkin war "nur" eine versuchte Vegewaltigung, und die Nosferas sind aufgrund ihrer Nützlichkeit sehr zynisch integriert. Ähnlich, wie wenn ein Pegida-Mitglied sagt: "Der Türke der sich anpasst, kann ja gerne bleiben. Vorerst."

Natürlich nehme ich das nicht persönlich, weil es ja "bloß" um die Geschichte geht. Wenn du einen Comic, einen Film oder eine Serie parodierst, dann richtet sich dein Ärger - so nehme ich das zumindest an - meist doch nicht gegen den Drehbuchschreiber oder Zeichner als Person, sondern gegen die Umsetzung seiner Ideen. Bist du hier denn aufgrund negativer Reviews denn schon beleidigt oder beschimpft worden? Mir ist das bislang nicht passiert.
03.07.2015 | 13:20 Uhr
zu Kapitel 1
Wie immer ein sehr angenehm zu lesender Schreibstil, mit Blick aufs Detail.
Manchmal denke ich echt, dass du das professionell machen solltest.
Liest sich auf jeden Fall nicht schlechter als vieles was in den Buchläden ausliegt.

Allerdings habe ich speziell in dieser Geschichte inhaltlich wieder ein paar Sache, die mir als Studenten menschlicher Kultur und Geschichte leichte Magenschmerzen bereiten.

*Beim ersten Punkt klärst du es eigentlich selbst auf, nämlich die absolute Idiotie der Bunkermenschen eine "ethnische Säuberung" zu machen. Man sollte meinen dass eine derart kleine Gemeinschaft ihren Genpool so divers wie möglich halten möchte, um zu verhindern dass in ein paar Generationen jeder mit jedem blutsverwandt ist und nur degenerierte Inzucht-Kinder herumlaufen (gewisse europäische Königshäuser sowie verschiedene abgelegene menschliche Gemeinschaften weltweit haben da höchst erschreckende Ergebnisse zustande gebracht).
Hier ein Foto aus Apartheid-Südafrika (Stichwort: Lieber die eigene Schwester geschwängert, als eine schwarze Frau)
https://robertlindsay.files.wordpress.com/2013/03/pollock1-16-6.jpg
Und hier ein Kind aus einem abglegenen Dorf in Pakistan:
http://www.medindia.net/afp/images/Pakistan-children-disabled-religion-poverty-37654.jpg
Und dies hier aus den amerikanischen Südstaaten:
http://lh6.ggpht.com/-TwBFQOjAfCc/VCXty5IpKOI/AAAAAAAABG4/P_WGvV_OaTs/inbreeding-1_zps252508aa_thumb1.jpg?imgmax=800
Und das weltweit berüchtigte Beispiel der Habsburger
http://sciencev1.orf.at/news/155367.html
http://www.habsburger.net/de/kapitel/ferdinand-ein-betriebsunfall-im-hause-habsburg
Am Schluss schreibst du auch selbst dass die Bunkermenschen keine fruchtbare Generation mehr haben, weiß nicht ob das ein Kommentar in dieser Richtung sein soll.


*Wieso reden die Bunkermenschen von Bayern und der bayrischen Flagge?
Stuttgart liegt mitten im Bundesland Baden-Württemberg, dessen Hauptstadt es ist, und war immer ein Teil des Herzogtum/später Königreich Württemberg, über einen größten Teil seiner Geschichte sogar schon dessen Hauptstadt.
Die Leute dort sind Schwaben und daher ebenso wenig Bayern wie wir Sachsen und das sage ich dir als jemand der Freunde in Stuttgart hat und schon ein paar Mal dort war.
Wenn überhaupt müssten die Einwohner Stuttgarts den Schwarzen Hengst anbeten (Stuttgarts Name leitet sich von "Stutengarten" ab, nach den fürstlichen Gestüten die es dort einst gab; daher ist das Stadtwappen auch ein schwarzes Pferd) und vielleicht auch dessen Propheten Gottlieb Daimler und Ferdinand Porsche (dass Stuttgart ein historisches Zentrum der Automobilindustrie ist, weißt du gewiss) :)
DAS wär doch eine Idee! XD


*Von dem was ich bisher über die Maddrax-Welt gelesen habe weiß ich, dass ein ziemlich großer Teil der Menschheit nach dem Kometeneinschlag drauf gegangen ist und die meisten anderen dann in eine Jäger-und-Sammler-Gesellschaft zurück gefallen sind.
Unter solchen Umständen müssten sich die Überlebenden im Stuttgarter Raum schon aus purer Überlebensnotwenigkeit derart miteinander vermischt haben (u.a. eben wegen Inzuchtgefahr), dass ein paar hundert Jahre später definitiv keine so klare Unterscheidung von Deutschen, Türken, Griechen, Italienern (und Franzosen, Kroaten, Serben, Bosniern, Polen, Österreichern, Kurden, verschiedenen Ethnien aus Afrika und Arabien, Russen, Kasachen, Chinesen usw.; die lebten zum Komenteneinschlag 2012 alle in Stuttgart; meine Freundin dort zum Beispiel wurde in St. Petersburg geboren) mehr möglich sein dürfte. Eher ethnisches/kulturelles Potpourri in diesem Stil.
http://slumberparties.deviantart.com/art/West-Coast-Future-Map-With-Annotations-418718742


*"Cora´tar war entsetzt als er fragte: „Ihr esst Tiere? Ihr esst Fleisch? Ihr seid Frevler!“
Hydriten ernährten sich nicht von Fleisch. Das hatte zunächst nur biologische Gründe, war aber im Laufe der Zeit ein wichtiger Bestandteil der hydritischen Kultur geworden. Offenbar galt das jedoch nicht für Menschen.
„Nein, das kann ich nicht gestatten!“ fuhr der Mendrit fort.
(...)
„Ich habe euer Alphamännchen besiegt.“ verkündete Cora´tar, „Jetzt bin ich euch euer Alphamännchen.“
Dieser Plan war ihm in letzten Moment gekommen. Er würde diesen Menschen sagen, dass sie in Ruhe lassen sollten, und niemals mehr Tiere töten durften."
Halt! Stop! Lange Denkpause nötig!
Einen großen Applaus für Cora´tar, Kultur-Imperialist in bester "Wenn ich ihnen mit Gewalt drohe, werden sie schon meine überlegene Lebensart annehmen"-Tradition.
Ernsthaft, ich hatte mich zuerst gefreut dass die Szene offenbar so verläuft dass die Menschen ihn zwar wegen seines fremdartigen Aussehens fürchten, aber auch für die Hilfe dankbar sind und unbehelligt ziehen lassen. Und dann kommt dieser "Fleisch essen ist böööse und diese Idee anderen Leuten mit Gewalt die Kehle runter stopfen ist der richtige Weg"-Holzhammer.
Der ganze dramatische Kampf kommt nur deshalb zu Stande, weil unser sogenannter Held sich weigert zu tolerieren dass andere Leute auch etwas essen müssen.

Diese Leute können nicht einfach in den nächsten Supermarkt gehen und sich eine Packung Tofu kaufen um ihren Proteinbedarf zu decken (den der liebe Fischmensch ja offenbar nicht hat, echt scheiße als Omnivore auf die Welt zu kommen). Aller Wahrscheinlichkeit nach müssen sie auch ihre Kinder ernähren, die heute Abend hungrig schlafen gehen dürfen, dank Cora´tar. Die gehen wohl kaum auf die Jagd weil sie zu viel Zeit haben, denn so eine Jagd auf mutierte Riesentiere mit Speeren ist kräftezehrend und lebensgefährlich. Weißt du warum die Landwirtschaft schließlich so beliebt wurde? Weil sie ein wesentlich gesichertes Nahrungseinkommen man nie garantierte als die Jäger-und Sammelgesellschaft, bei der wusste ob man durch den Tag kommt. Offenbar haben diese Menschen noch nicht die Landwirtschaftsstufe erreicht.

Und es ist ja nicht einmal so als wären diese Riesenfledermäuse harmlos und bedauernswert. Vielmehr machen sie genauso Jagd auf die Menschen und allgemein scheinen in der Regel die Menschen mit ihren primitiven Waffen den Kürzeren zu ziehen. Ein Fressen oder gefressen werden, bei dem die Menschen wohl kaum aus Vergnügen mit machen, ebenso wenig wie die Fledermäuse.
Man kann nicht einfach die Moral unserer 21.-Jahrhundert-Industrie-Lebensmittel-Überfluss-Gesellschaft an eine ärmliche Jäger-und-Sammler-jeder-Tag-ist-ein-neuer-Kampf-ums-Überleben-Gesellschaft anlegen.

Kennst du Dschingis Khan? Zu dessen Zeit betrieben die Mongolen keine Landwirtschaft sondern waren ein nomadisches Volk von Hirten und Jägern. Das hatte vor allem den Grund dass die Mongolei wegen ihres Klimas und Bodenbeschaffenheit für die Landwirtschaft ungeeignet ist. Es sickerte aber auch so in die Kultur und Religion ein, dass es nach Ansicht der Mongolen ein widerlicher Frevel war, das Antlitz der Erde gewaltsam mit Werkzeugen aufzureißen und respektlos ihre Früchte zu entreißen. Als die Mongolen dann in Transoxanien und Chorasan einfielen, sahen sie dass die Muslime dort von der Landwirtschaft lebten. Ihr Zorn über diesen Frevel an der Erde war grenzenlos. Sie brannten die Felder der Muslime nieder und zerstörten die ausgeklügelten Bewässerungsanlagen, welche die Landwirtschaft in der Region erst ermöglicht hatte. In dieser Folge verhungerten in dieser Region Zehntausende elend. Was die Mongolen freilich wenig kümmerte, denn was war schon das Leben von Erdschändern gegen ihre eigene Moral? So tritt Cora´tar ironischerweise in die geistigen Fußstapfen von Dschingis Khan selbst…

Ich ziehe diesen Punkt ziemlich in die Länge, ich weiß.
Aber ist einfach Schade, weil es für Cora´tar eine gute Gelegenheit gewesen wäre zu erleben dass die Mensch einerseits biologisch/kulturell/moralisch einfach anders ticken als seine Hydriten-Leute und daher eben Dinge tun, die ihm unverständlich oder gar abstoßend erscheinen. Aber dass die andererseits auch Dinge kenne, wie Gemeinschaft, Liebe, Dankbarkeit, Familie…
Stattdessen haben wir nur wieder einerseits den Stereotyp der doofen, gewalttätigen Barbaren und andererseits die edlen Widerstandskämpfer, moralisch so blütenweiß, dass dagegen Grant Morrisons Superman wie Frank Millers Batman aussieht. Aber zu dem komme ich im nächsten Review.

Antwort von Meteoritenfreak am 03.07.2015 | 15:18 Uhr
Danke für dein Reviwe. Besonders freue ich mich über das Lob, dass ich praktisch schon professionell schreibe. :D

Was die "Säuberung" der Bunkermenschen angeht, da wollte ich einfach den ersten Punkt dafür setzen, dass sie später als Antagonisten wahrgenommen werden. Aber tatsächlich ist das so auch im Canon, dass bei den meisten Bunkern ein strikes System vorherrscht, wer mit wem ins Bett darf, gerade damit die Auswirkungen von Inzucht möglichst geringgehalten werden.

Das mit der bayerischen Fahne war jetzt wirklich eine große Panne von mir. Ich kannte mal eine Genossin, die in der Nähe von Stuttgart gewohnt hat. Bei Großdemonstrationen und die Blockierung von Naziaufmärschen, war sie auch nicht selten dabei. Und sie hat mir immer wieder geschrieben, wie brutal die Polizei in Bayern vorgeht, wie schnell man da auf einer Demo gegen rechts verhaftet wird, wie hart dort besonders Linke (nach ihrer Meinung) bestraft werden. Und gleichzeitig hat sie angemerkt, wie wenig es ihr in Stuttgart gefällt, und dass sie in ein anderes Bundeland auswandern möchte, wo viel weniger Rechtskonservative im Landtag sitzen. Und irgendwie habe ich da Stuttgart einfach mit Bayern verbunden.^^

Auch da wird es so im Canon angegeben, dass es diese Vermischungen eben nicht immer gab. Obwohl, hier muss ich sagen, dass der hohe Norden Europas noch recht nahe an der Steinzeit ist. Aber die Mitte und der Süden Europas sind kulturell deutlich weiter entwickelt. Eher in der späten Bronzezeit oder dem frühen Altertum. Und es ist nicht unüblich, dass auch Reisende aus fernen Ländern kommen, und sich woanders niederlassen wollen/müssen/können. Also sind die meisten Türken, Griechen und Italiener dort wahrscheinlich keine "Einheimischen", sondern erst viel später dazugekommen.

Oh, also Cora´tar muss ich jetzt aber wirklich in Schutz nehmen. Er ist alles andere als ein Hobby-Eroberer! Vielleicht kommt das im Text nicht so rüber, aber er hat fast sein ganzes Leben bei den Hydriten auf dem Meeresgrund verbracht. Und dort wird Tierschutz sehr großgeschrieben. Ein Tier einfach so zu töten, und gar zu fressen, ist da eines der schlimmsten Vergehen! Dass das bei den Menschen anders ist, weiß er zu diesem Zeitpunkt überhaut nicht. Dazu kommt auch, dass bei ihm und den Hydriten die Tantrondrüse durch Fleischverzehr aktiviert wird, und eine sehr negative Veränderung mit sich bringt. Dass Menschen durch Fleischverzehr nicht grausam und brutal werden, weiß er ebenfalls nicht.

Gerade weil die Bateras - die übrigens noch recht ungefährlich, im Vergleich zu den meisten Mutationen sind - gerade keine harmlosen Tiere sind, sollte ja so auch verdeutlicht werden, bzw. dass nichts vollkommen gut oder vollkommen böse ist. Durch die Befreiung von wehrlosen Taratzen hat Cora´tar in der vorherigen Geschichte ja auch die Barbaren (unbeabsichtigt) dem ganzen Rudel ausgeliefert. Und auch hier gilt: Entweder haben die Menschen Jagderfolg, oder die mutierten Fledermäuse; beides zusammen geht nicht.

Was die Sache mit dem Alphamännchen angeht. Er ist nicht machtgierig, und wollte in dieser Position auch nicht bleiben. Er wollte nur die Leben der Tiere retten. Wie gesagt, vom brutalen Überlebenskampf der Oberfläche weiß er nur sehr wenig. Außerdem sollte das auch verdeutlichen, dass diese Leute nicht so primitiv wie die Barbaren von der Nordseeinsel waren, da er ja eben nicht zum neuen Alphamännchen wurde, sondern alle ihn gleich angegriffen haben.

Ich hoffe, du gibst der Geschichte und Cora´tar noch eine Chance, denn gerade hier habe ich mir ja Mühe gegeben, die "Bösen" auch einige gute Dinge tun zu lassen, und die "Guten" einige moralisch fragwürdige Dinge.