Autor: Black dove
Reviews 1 bis 8 (von 8 insgesamt):
02.04.2018 | 17:41 Uhr
zu Kapitel 4
Salût Black dove,
erst einmal: Danke für diese wirklich außergewöhnliche FF.
Sie ist ja nun schon zwei Jahre alt, verdammt ist der Film so lang her? Ich kann das kaum einschätzen, da ich ihn immer wieder gucken könnte. Hast du zufällig das PS4 Spiel dazu gespielt? Comic kennst du ja. Das Spiel ist nichts besonderes, aber ich hab Stunden damit verbracht in "meinem Auto zu sitzen und dem Geräusch des Motors zuzuhören".

Da die FF eben schon ein wenig älter ist und hoffentlich bald der nächste MadMax kommt, fasse ich mich hier auch ein wenig kürzer.
Was ich nicht mochte vorneweg: Tempus. Mit dem Präsens kriegt man mich so gut wie nie und auch hier hat es mir nicht 'geschmeckt'. Würze war aber auf jeden Fall durch die eher ungewöhnliche Strukturierung und die vielen Absätze drin. Auch zum Teil in den Beschreibungen, die ebenso abgehackt klingen, wie Max' wörtliche Rede. Mehr so in der Art: Wir haben keine Zeit für Geschwafel, drück aufs Gas! - Genau das macht alle Kapitel aber sehr atmosphärisch und treffend.

What a lovely day -
hoffentlich schreibst du nach dem nächsten Film noch eine FF dazu. Ich würd' mich freuen.
Grüße Barra

Antwort von Black dove am 31.05.2018 | 20:31:45 Uhr
Hallo liebe Barra,

vielen lieben Dank für dein Review, ich habe mich wirklich unglaublich darüber gefreut!
Und gleich erst mal ein ganz, ganz dickes SORRY hinherher, dass ich erst jetzt und so dermaßen spät antworte, aber direkt nach Ostern gab es einen unerwarteten Trauerfall im Freundeskreis, und danach war ich erst mal total out of order...ja, und dann- habe ich es einfach immer wieder verbummelt, mich hierauf zu melden. Denn als es mir nämlich endlich wieder ein wenig besser ging, habe ich wie blöd an einer anderen Story hier weiter geschrieben, da das Schreiben die Tätigkeit ist, die mir am Meisten über die schwere Zeit hinweg geholfen hat...
Anyway.
Wir kennen uns nicht, aber es war mir trotzdem wichtig zu erwähnen, weshalb ich so sträflich lange nicht auf dein liebes und ehrliches Review geantwortet habe.
Also, noch einmal vielen lieben Dank für dein ehrliches, kritisches und auch lobendes Feedback!
Was das Spiel zum Film angeht: kenne ich leider nicht, bin aber auch nicht wirklich die große Zockerin (eher die RPG-Fraktion, ja richtig, die mit Pen and Paper ;-))
Ja, der Tempus- vor einer gefühlten Ewigkeit konnte auch ich wirklich absolut gar nichts mit dem Präsens anfangen als Erzählform, aber dann habe ich Peter Hoegs "Fräulein Smillas Gespür für Schnee" gelesen und bin seitdem hin und weg, Feuer und Flamme für diesen Tempus.
Generell freut es mich aber sehr, dass du trotz deiner Abneigung dagegen dennoch Gefallen an meiner kleinen Geschichte hier finden konntest! Die vielen Absätze und der Wechsel zwischen Bandwurm- und sehr abgehackt kurzen- Sätzen war ein bewusstes Experiment und es ist schön zu hören, dass ich damit die Atmospähre des Films anscheinend ein wenig rüber bringen konnte. :-)
Ich liebe den Film wirklich abartig und freue mich jetzt schon wie blöd auf die hoffentlich baldige Fortsetzung.
Und ja, Ideen für eine zweite MadMax- FF habe ich jetzt schon genug in meinem Kopf, bin mir aber ziemlich sicher, dass ich spätestens nach MadMax:Furiosa (so soll der nächste Sreifen ja heißen) genügend Inspiration zum Schreiben diesbezüglich haben werde.
In diesem Sinne nochmal ein herzliches Danke!

Liebe Grüße,
Black dove
02.10.2017 | 13:25 Uhr
zu Kapitel 2
Meine liebe Black dove,

gefühlte Ewigkeiten ist es her, dass ich dir ein Review zum zweiten Kapitel deiner herausragenden Mad Max-Fanfiction dagelassen habe. Leider hatte ich einfach nicht die Zeit gefunden, mich erneut in deine großartige Geschichte hineinzulesen, was ich mit dieser Rückmeldung allerdings geändert habe. Einerseits muss ich in einer besonderen Stimmung für deine Endzeit-Vision sein. Andererseits weißt du ja, dass meine Reviews manchmal sehr ausufern können und entsprechend lange brauche ich dann auch, um den eigentlichen Text zu verfassen, zumal ich bei deinem geschätzten Werk eine durchdachte und gut strukturierte Review abgeben möchte, schlicht und ergreifend, weil „Aftermath“ nichts Geringeres verdient hat. Auch in meiner Rückmeldung zu Kapitel 2 werde ich mich wieder auf die sprachliche und stilistische Umsetzung konzentrieren, selbstredend aber ohne die inhaltlichen Aspekte auszublenden. So, genug herumgesülzt, jetzt geht’s ans Eingemachte ;-)

Schon mit dem ersten Satz bin ich als Leser wieder mittendrin im Geschehen, als ein Watcher Max‘ herannahendes Fahrzeug an Furiosa meldet. Natürlich sind wir als Leser der Guten einen Schritt voraus und wissen, wer sich da durch den Wüstenstaub der Zitadelle nähert.

*Kurzer Einschub des Lektoren-Teufelchens: Im ersten Absatz schreibst du: „wie man die Gewächshäusern am Effektivstem nutzen und erweitern kann.“ --> hier müsste es „die Gewächshäuser am effektivsten“ heißen, sprich anderer Kasus und der Superlativ wird kleingeschrieben.

Es folgt ein kurzer aber sehr aufschlussreicher Rückblick auf die derzeitige Situation in der Zitadelle. Die Nahrungs- und Wasservorräte gilt es zu analysieren und gegebenenfalls nach weiteren Möglichkeiten zu suchen, die das Überleben der Menschen in und um diese letzte Bastion der Menschheit in der unbarmherzigen Gluthitze zu sichern vermögen. Auch der Hinweis auf Furiosas problemlose Machtübernahme und die Auslöschung von Immortan Joes Brut bringst du in wenigen Sätzen schonungslos auf den Punkt. Furiosa kannte keine Gnade, sie ist eine kompromisslose Anführerin und damit verdient sie sich im Handumdrehen die Anerkennung und Ergebenheit der einstigen War Pups und War Boys. In einer Welt, die so kaputt und lebensfeindlich ist, schaffen es eben nur die Starken und Furiosa ist genau das: eine starke Frau, eine Kämpferin durch und durch. Das mochte ich auch so sehr an ihrer Darstellung in Fury Road. Sie ist durchaus schön anzusehen, trotz des fehlenden Unterarms, aber zu keiner Zeit täuscht ihr Äußeres über ihre Fähigkeiten als Kriegerin hinweg. Fast schon hat man den Eindruck, dass sie sich so sehr von ihrer eigenen Weiblichkeit entfernt hat, dass sie sich mehr als Mann zu sehen scheint und der Titel „Imperator“ unterstreicht diese männlich-kriegerischen Aspekte zusätzlich. Erst durch den Kontakt mit den Wives scheint sie ihre weibliche Seite allmählich wiederentdeckt zu haben, was übrigens alles reine Spekulationen meinerseits sind, du darfst mich hier sehr gerne korrigieren. ;-)

Interessant finde ich die fast schon nüchtern anmutenden Sprache, die du Furiosa in ihren inneren Monologen in den Mund legst. Gerade im Vergleich zu Max‘ teils verworrenen, fieberhaft-wahnsinnigen Gedankengängen im ersten Kapitel, wirkt Furiosa viel abgeklärter und kontrollierter auf den Leser. Es wird wunderbar deutlich, dass der Personale Erzähler nun in die Rolle eines gänzlich anderen Charakters geschlüpft ist und das, liebe Black dove, rechne ich dir sehr sehr hoch an. Es ist schon ein Kunstgriff, wenn man es schafft, verschiedene Figuren auch unterschiedlich sprechen und denken zu lassen und ich weiß aus eigener Erfahrung, dass diese Form des Erzählens mit viel Mühe, aber eben auch Freude einhergeht. Kompliment an dieser Stelle, dir gelingt das ganz hervorragend.
Und mit dem nächsten Absatz lässt du für mich unbedarften Leser, der die Comics ja nicht kennt, eine Bombe platzen! Ich zitiere: „Unbewusst streicht sie im Gehen mit der Hand kurz über ihren Bauch, glaubt die länglichen Narben auf ihrer Haut durch den Stoff spüren zu können, welche wie üblich unter ihrer Kleidung verborgen sind.
Das einzige, was von ihren Kindern übrig geblieben ist.“
Daraus schlussfolgere ich, dass Furiosa ebenfalls als Gebährmaschine (ein ganz schrecklicher, frauenverachtender Ausdruck, aber leider hier absolut passend) missbraucht wurde, dass sie wohl sogar mehrere Kinder austragen musste? Natürlich kommt mir dann direkt der widerwärtige Immortan Joe mit seiner abscheulichen Fortpflanzungsphilosophie in den Sinn und die ersten Sätze allein reichen, dass es mir den Magen regelrecht umdreht. Kompliment an dich, den Ekel und die Wut von Furiosa konnte ich nur zu gut nachvollziehen.

*Hier taucht das Wort Dreizehnjährige zweimal auf: „Das erste Mal war es eine Frühgeburt gewesen, die die damals fast dreizehnjährig Dreizehnjährige nur knapp überlebt hatte.“

Stakkatoartig lässt du den Leser am Verlust von Furiosas erstem Baby teilhaben und wenn ich Immortan Joe schon im Film gehasst habe, verabscheue ich dieses Tier nach der Lektüre deiner FF von Mal zu Mal mehr. Menschliche Milchkühe, dreizehnjährige Fortpflanzungssklavinnen, zu welchen Perversionen manche Zeitgenossen, die mit zu viel Macht ausgestattet sind, letztendlich fähig sind, übersteigt wohl den Horizont normal denkender und fühlender Menschen. Postapokalypse hin oder her, Immortan Joe ist das verabscheuungswürdigste, degenerierteste Individuum, das mir seit langem untergekommen ist und ich feier es ehrlich gesagt immer noch hart, dass der Widerling in Fury Road draufgegangen ist, jawohl!

Du schilderst das Martyrium der blutjungen Furiosa so grausam bildhaft, dass man mit diesem Mädchen einfach nur mitfühlen und mitleiden kann, auch als sie sich mit Händen und Füßen gegen die erneute, zweite Schwangerschaft zu wehren versucht, verzweifelt um ihren eigenen Körper ringend, der doch nicht mehr ihr selbst gehört. Das ist großes emotionales Kino und nimmt einen beim Lesen wirklich mit. Wenn ich schon dachte, der Ausflug in Max‘ trostlose Gedankenwelt wäre eine Tour de Force, dann ist Furiosas Innere Landschaft ein Ödland voller Schmerz und Verzweiflung und man fragt sich beim Lesen, welch starker Charakter schon damals in ihr gelebt haben muss, um das alles irgendwie zu überstehen. Und dann brichst du auch noch an der entscheidenden Stelle die Rückblende ab und der Leser bleibt verwirrt, verärgert und verzweifelt zurück, einerseits erleichtert, Furiosas Bestrafung nicht auch noch lesen zu müssen, andererseits fast schon enttäuscht, da die Neugier eben doch größer als der Ekel zu sein scheint. Wirklich genial eingeleitet, meine Liebe. Ich hoffe und fürchte, dass wir zu diesem Punkt noch einmal zurückkommen.

*„Seine persönliche Bestrafung an sie, der Widerspänstigen, die es gewagt hatte, sein ungeborenes Kind zu gefährden.“ --> korrekt ist Widerspenstigen.

Toll wie du im Nachfolgenden auf die Situation der War Pups eingehst, die verlorenen Seelen in viel zu schwachen, kaputten Körpern, für die Furiosa gegen ihren Willen zu einer Art Mutterfigur avanciert zu sein scheint. Und da regt sich auch ihr Gewissen, denn viele werden das Mannesalter bzw. die Pubertät nie erreichen, zu sehr hat ihnen diese zerstörte Welt bereits in jungen Jahren zugesetzt. Doch wie du so treffend beschreibst, verachtet sie Immortan Joes Kriegsmaschinerie, die Kinder zu bloßem Kanonenfutter verkommen ließ und bleibt dennoch auf eben diese angewiesen, wenn sie die Zitadelle als letzten Zufluchtsort im sandigen Nirgendwo halten will. Ein schrecklicher innerlicher Konflikt, den Furiosa hier allein bestreiten muss, herrlich von dir in wenige, treffenden Sätze gegossen. Mir gefällt vor allem das Bild des Vogels, das du als Sinnbild für Schönheit und Freiheitsstreben in einem ganzen Absatz näher ausführst und gleichzeitig als Brücke zu ihrer viel zu kurzen Kindheit verwendest. Flügel sind wahrlich zum Fliegen da, selbst in einer Welt wie dieser, doch irgendwann stirbt auch der stärkste Wille, zerbricht die letzte Hoffnung unter den Grausamkeiten der Menschen. Eine Lektion, die Furiosa in so jungen Jahren lernen musste, dass es einfach nur wehtut diese Zeilen zu lesen, so formschön du die Bilder auch in Worte zu gießen verstehst.
Interessant und beachtlich ist an dieser Stelle für mich auch, wie sehr Furiosas Denken doch in der Vergangenheit verortet zu sein scheint. Ihre Peiniger sind allesamt tot und dennoch scheint sie fast ständig in einer gedanklichen Welt zu leben, in der sie sehr lebendig sind. Furiosa lebt in ihrem eigenen Käfig, kann ihre Flügel ebenfalls nicht nutzen – noch nicht, vielleicht auch nie wieder vollständig. Hoffnungslosigkeit ist wohl der schlimmste Feind in der Postapokalypse.

Doch dann kehrt ER zu ihr zurück. Max scheint gegen ihren Willen so etwas wie eine messianische Gestalt für Furiosa zu sein, ein Seelenverwandter, jemand, der ihr entgegen aller Logik und Erfahrung etwas bedeutet. Die plötzliche Angst um Max, der blutüberströmt vor sie tritt, drängt alle anderen Gedanken in den Hintergrund. Monate sind seit ihrem letzten Treffen vergangen und dennoch sind Furiosas Empfindungen schmerzhaft intensiv, sobald sie in die Augen ihres Gegenübers blickt und endlich Gewissheit hat, dass er lebt, dass ihr widersinniges Hoffen und Bangen nicht umsonst war. Ein wirklich intensiver zugleich zerbrechlicher Moment der Schwäche einer sonst so eisernen, starken Frau.
Und wie sollte es auch anders sein, natürlich lässt du uns mit einem eiskalten Cliffhanger allein zurück. Da stehen die Beiden sich an der Rampe gegenüber, voll widerstreitender Emotionen, Max‘ Verzweiflung und Hilflosigkeit zum Greifen spürbar und dann verlässt du mit einem letzten textlichen Kameraschwenk die Szenerie, lässt uns ebenso rat- und hilflos zurück.

Liebe Black dove, leider kann ich kein zweites Sternchen für dieses hervorragende und extrem eindringliche zweite Kapitel dalassen. Du hast Furiosa aus meiner Sicht ganz exzellent getroffen und ich war fasziniert und entsetzt zugleich von ihrem Schicksal. Ich bin jetzt schon gespannt auf die letzten beiden Kapitel und hoffe, dass ich bald zum Weiterlesen und Kommentieren kommen werde. Ich spreche dir für diesen Text meine absolute Hochachtung aus, ehrlich. Ich habe es selten erlebt, dass jemand mit so prägnanter schnörkelloser Sprache eine solche sprachliche Bilderflut hervorrufen kann. Darauf kannst stolz sein!

Viele liebe Grüße und noch eine gute Zeit!
Askaja

Antwort von Black dove am 09.10.2017 | 17:46:56 Uhr
Liebe Askaja,

ein sehr verspätetes, aber nach wie vor von ganzem Herzen kommendes DANKE, für dieses zweite, unglaublich ausführliches Hammer- Review zu meiner kleinen Mad Max- Story!
Du glaubst gar nicht, wie sehr ich mich darüber gefreut habe und es auch immer noch und immer wieder tue, auch nach merhmaligem Lesens meinerseits. :-)
Ich bin wirklich glücklich, dass ich dich mit diesem zweiten Kapitel aus Furiosas Sicht anscheinend genau so oder doch ähnlich überzeugen konnte, wie mit dem ersten Kapitel aus Max' Sicht, und natürlich auch über die Tatsache, dass du wieder einmal in Aftermath reingelesen hast!
Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man beim Schreiben wie auch beim Lesen eines solchen Endzeit- Sznearios in einer gewissen, bestimmten Stimmung sein muss, ist es doch wahrlich keine leichte Kost; um so mehr freut es mich wie gesagt, dass du letztens wieder einmal die Muße für diese kleine Geschichte hattest. :-)
Danke auch für die Hinweise der grammatikalischen Fehlerchen, die werden natürlich auch noch nach und nach dann ausgebessert! Ich habe ja- wie bisher bei allen meinen Stories hier- auch diese Geschichte ohne einen Beta- Leser noch einmal Korrektur lesen zu lassen on gestellt, und obwohl ich wirklich noch mindestens zwei Mal mein Geschreibsel durchlese, bevor ich es hoch lade, sieht man manchmal einfach den Wald voller Bäume nicht mehr, da bin ich für solche Hinweise wirklich dankbar.

Jetzt aber zum Inhaltlichen:

Es freut mich ungemein zu lesen, dass Furiosa aus deiner geschätzten Sicht IC war, das war und bedeutet mir immer noch unglaublich viel, denn nichts finde ich schlimmer, als wenn ich eine FF lese, und die schon bestehenden Charaktere nur noch anhand ihres Namens erkennen kann...
Zudem bin ich überaus happy, dass man beim Lesen merken konnte, dass Furiosa eine ganz andere "Sprache" hat, in der sie denkt, als das bei Max der Fall ist, also vielen lieben Dank an dieser Stelle für dieses Kompliment!
Ja, Furiosa. Sie ist eine Kriegerin durch und durch, eine starke Kämpferin, und es war mir ebenfalls ein Anliegen, dass diese beiden Tatsachen klar im Text rüber kommen.
Ich habe mir gedacht, so, wie man ihren Charakter im Film (wie auch in dem Comic) kennen gelernt hat, sie von Anfang an schnell klar gemacht hat, klar machen musste, dass sie die neue Anführerin in der Zitadelle ist und dass sich den Gehorsam der übrig gebliebenen War Boys und War Pups von Anfang an ebenfalls sichern musste.
Denn nur so konnte und kann sie sich meiner Meinung nach um den Erhalt der Zitadelle und deren Bewohnern ausreichend kümmern, ohne die Angst im Rücken haben zu müssen, dass jederzeit eine kleine Revolte ausbrechen sollte nach Immortan Joes Fall.
Was ihre im Film, und auch die von dir aufgegriffene Idee angeht, bezüglich Furiosas zaghafter, langsam wieder entdeckter, feminineren Seite, so kann ich (Achtung Spoiler zum Comic!) nur bestätigen, dass Furiosa tatsächlich erst duch die Wives wieder einen möglichen Zugang zu dieser Seite ihres Wesens entdeckt haben könnte.

Tatsächlich spielte das Comic um Furiosa aber kurz vor den Ereignissen des Films, wir erfahren also, wie es dazu kam, dass sie die Wives überhaupt in dieser waghalsigen Aktion aus der Zitadelle und fort von ihrem Peiniger Immortan Joe retten wollte- ich hasse diesen Charakter übrigens mindestens genau so sehr wie du, dank den Comics vielleicht sogar noch ein kleines bisschen mehr-, aber leider bekommt man so gut wie nichts über ihre Furiosas eigene Vergangenheit erzählt. Lediglich ein paar wenige, dafür aber um so gewichtigere Andeutungen werden diesbezüglich gemacht, und so hat sich mein eigenes, kleines krankes Hirn eben seine eigene Gedanken dazu gemacht. ;-)
Aber zumindest ist meine Interpretation der Dinge, welche in den Comics angedeutet werden, durchaus entnehmbar, dass Furiosa früher ebenfalls als eine "Wive" für dieses degenerierten Tiers herhalten musste, und das konnte ich einfach nicht ignorieren und die damit eventuell, möglichen Folgen für Furiosa eben so wenig.
Trotzdem ist ihre zweifache Schwangerschaft aber allein auf meinem Mist gewachsen, eben so, wie ihr mögliches "Verhältnis" zu Immortan Joe in und nach dieser Zeit und hoffe nach wie vor, dass ich mich damit nicht zu weit aus dem Fenster des Möglichen gelehnt habe.
Was Furiosas verhaftete Denken in ihrer möglichen, von mir angedichteten, Vergangenheit betrifft:
Mit dieser Sichtweise hast du auf jeden Fall nicht ganz unrecht, auch wennn das beim Schreiben von mir erst mal gar nicht bewusst so intendiert worden ist.
Aber ich komme ja ein klein wenig vom Fach, und es ist leider ein sehr trauriger Fakt, wie sehr Opfer schlimmer Traumata- besonders, wenn diese durch andere Mitmenschen entstanden sind- in dieser Zeit ihrer Vergangenheit quasi wortwörtlich seelisch stecken bleiben, wenn ihnen keinerlei Möglichkeit und Hilfe gegeben wird, diese Art von Traumata irgendwie zu bewältign und zu verarbeiten. :-(
Und diese Art von fachlicher Hilfe wird es in so einer post- apokalyptischen Welt einfach nicht geben, nicht geben können.
Ein -hoffentlich jetzt nicht auch nur Ansatzweise pietätloses- Beispiel bilden da auch die unzähligen, überlebenden Opfer des zweiten Weltkrieges...ich habe ein entferntes Familienmitglied, dass zu diesem Zeitpunkt mit nur dreizehn Jahren als Sudeten- Deutsche fliehen musste, und was sie bei dieser Flucht alles erlebt hat, ist für einen normalen Menschen gar nicht richtig vorstellbar; dieser unsagbare Horror und Terror durch die eigenen Mitmenschen...
Vielleicht sagt dir ja eventuell auch die Theorie vom "inneren Kind" etwas ? Sie besagt in etwa, dass, wenn ein Mensch in so jungen Jahren derartig traumatische Erlebnisse hat, dann dieser seelische Aspekt in genau dem Alter, in dem man das Trauma erfahren hat, und in dieser "Daseinsform" in der Psyche stecken bleibt, ganz sallopp ausgedrückt. Und je jünger man ist, um so schwer wiegender ist die ganze Angelegenheit um den Aspekt einer möglichen, psychisch- seelischen Heilung.
Und man ist, wie du so treffend und zeitgleich so trauriger Weise erwähnt hast, Gefangener (dieses verletzten Seelanteiles) im eigenen Körper und man muss wirklich bewusst darum kämpfen,
frei zu werden- von der eigenen traumatischen Vergangenheit. Puh, okay- sorry, dass das jetzt so ausgeartet ist, aber bei dem Thema gerate ich immer etwas in Rage/Wallung, weil es mir aus mehreren Gründen wirklich sehr am Herzen liegt...
Von daher aber war mir der Absatz mit dem Vogel im Käfig als Symbol auch enorm wichtig, denn Tiere wie auch Menschen gewöhnen sich nur langsam an den Gedanken von etwas eigener Freiheit, wenn sie so lange eingesperrt, ihrer Freiheit beraubt und noch dazu aufs Übelste misshandlet worden sind.

Was Max betrifft, so könntes du durchaus Recht haben, dass er für unsere furiose Dame eine Art unfreiwilliger messianische Gestalt darstellen könnte; immerhin hat er das Unmögliche mit ihrer Hilfe möglich gemacht. Er war es schließlich, der hat Furiosa vorgeschlagen, sich zurück durch alle War Rigs hindurch zur Zytadelle zu kämpfen und diese dann auch noch einzunehmen, und dieser waghalsige, vollkommen verrückte und wahnsinnige Plan ist tatsächlich aufgegangen! Mad Max eben, wie er leibt und lebt. ;-)
Es freut mich sehr, dass dieser Moment auf der Rampe hat deutlich werden lassen, dass diese sonst so unglaublich starke, aber auch harte Frau einen wirklich kurzen, aber intensiven Moment der Schwäche erlebt, so war es beim Schreiben auch nämlich gedacht.

Und ja, Cliffhanger müssen schon sein! Schön, wenn dieser besonders fies herüber gekommen sein sollte bei dir ;-), aber zum Glück (für mich und auch hoffentlich für den geneigten Leser) ist die Geschichte ja fertig gestellt und man kann sich über diesen bösen Cliff einfach hinweg angeln, wann immer Zeit und Muße zum Weiterlesen vorhanden sein sollten.

Liebe Askaja, noch einmal vielen herzlichen DANK für dieses erneut so tolle und ausführliche Review, ich freu mir immer noch nach wie vor einen ganzen Baum ab, dass diese Geschichte wie auch der in diesem Fall einmal ganz anderen, von mir aber bewusst so eingestzten Sprache, dich nach wie vor zu überzeugen vermag, dass bedeutet mir unendlich viel!

Ganz liebe Grüße und noch einen guten Start in die angefangene Woche wünsche ich dir,
Black dove
31.05.2017 | 20:39 Uhr
zu Kapitel 1
Liebe Black dove,

schon seit Längerem will ich deine Fanfiction zum grandiosen vierten Teil der Mad Max-Reihe lesen und reviewen und heute habe ich mir dann endlich einmal die Zeit genommen, um das erste Kapitel von „Aftermath“ gebührlich und intensiv (mehrmals) zu lesen und anschließend zu kommentieren.

Ich bin keine Kennerin der Comics und habe „Fury Road“ bisher nur zweimal gesehen, dies schon einmal als Entschuldigung für etwaige Wissenslücken o.ä. vorweg. Dafür fand ich den Film aber durchweg genial und auch die Vorgängerfilme haben anno dazumal meinen Geschmack getroffen, weil ich Endzeitfilme ohnehin sehr reizvoll finde. Deshalb war deine FF auch ein gefundenes Fressen für mich und da sie aus deiner geschätzten virtuellen Feder stammt, liebe Black dove, konnte ich mir sehr gut vorstellen, dass mich hier keine heile Welt voller Schmusecharakteren erwartet, sondern die harte Realität der Postapokalypse in Form von Dreck, Staub, Blut und kaputten Antihelden. Ich hoffe, ich wiederhole die Feststellungen meiner Vorredner nicht allzu sehr in meinem Kommentar und werde versuchen mich ganz explizit dem Stil und der Sprache zu widmen, die du in deiner FF verwendest, was jedoch nicht bedeutet, dass ich dies ohne inhaltliche Bezüge bewerkstelligen kann und will. Wie gesagt, für etwaige Wiederholungen übernehme ich keine Gewähr^^

Also, genug herumgesülzt, auf geht’s in die Wüste, aber immer der Reihe nach versteht sich, du kennst mich ja mittlerweile, wenn ich reviewe, dann das volle Programm, du hast es ja nicht anders gewollt ;-)

Titel:
„Aftermath“, ein englischer Titel passt sehr gut zu einer FF, die nach „Fury Road“ angesiedelt ist und genau das schwingt in dem Wort ja schon mit, kann man es doch mit Nachwirkung oder vielleicht sogar noch treffender Nachwehen übersetzen. Ich bin gespannt, welche Intention du genau mit dem Titel verfolgt hast (freue mich schon auf deine Erörterung in deiner Antwort ), mein Interesse hast du damit auf jeden Fall schon einmal geweckt und die Bezeichnung macht auf mich einen stimmigen Eindruck. Wahrscheinlich wird sich die Titelwahl auch im weiteren Handlungsverlauf erschließen, denn mich erwarten immerhin 4 Kapitelchen, zu denen ich mich unter Garantie nach und nach auslassen werde, auch wenn’s mal wieder etwas länger dauert ;-) Wenn mir und dem kleinen Lektorenteufelchen auf meiner Schulter zwischendrin eine kleine orthografische oder grammatikalische Ungereimtheit auffällt, werde ich sie als Kurzen Einschub mit * kennzeichnen, das nur vorab zur Info ;-)

Kurzbeschreibung:
Zuvorderst ein Lob meinerseits: Kurzbeschreibungen hast du echt drauf! Nein, im Ernst, es ist verdammt schwer eine gute, passende KB zu einem eigenen Werk zu schreiben, die einerseits informativ ist, aber anderseits die Neugier des Lesers weckt und zugleich eines der Hauptkriterien einer ebensolchen Beschreibung erfüllt: Kürze^^ Mir fällt es z.B. immer verdammt schwer mich kurzzufassen und die Atmosphäre meines gesamten Textes in wenige Sätze zu packen. Also, Chapeau meinerseits, denn deine KB schafft all das. Das englische Zitat ist wundervoll passend und irre ich mich, oder kommt es genauso auch in „Fury Road“ vor? Ich meine mich dunkel zu erinnern, dass Furiosa etwas Dergleichen von sich gibt. Falls nicht, dann passt dieses Zitat in seiner brutalen Schlichtheit dennoch ganz hervorragend zum Mad Max-Universum. Und nach dem Lesen des ersten Kapitels dämmert mir bereits, dass dieses Zitat die Handlung deines „Aftermath“ quasi in einer Nussschale präsentiert. Ganz großes Kino, meine Liebe, so geht Epische Vorausdeutung/ Foreshadowing in eleganter, unaufdringlicher Art und Weise!

Kapitel 1:
In medias res – ich liebe dieses Stilmittel einfach, um eine Geschichte oder ein Kapitel einzuleiten. Es verleiht dem Geschehen direkt eine gewisse Dynamik und als Leser muss man sich zunächst einmal orientieren, wo gerade Hinten und Vorne bei einer Erzählung ist. In diesem besonderen Fall ist das Stilmittel besonders clever gewählt, denn so ergeht es dem Leser nicht besser, als der Figur, die unter Schmerzen „schweißgebadet in die Höhe schießt“ und ebenfalls im ersten Moment nicht realisiert, was da gerade mit ihr passiert ist. Willkommen in der Welt von Mad Max, möchte man da glatt sagen. Blut, Angst, Schweiß, all das erwartet nämlich die Überlebenden der Apokalypse in jener Ödnis, zu der unser Planet in dieser fiktiven Zukunft mutiert ist.

Es folgt eine fast schon greifbare Beschreibung der Empfindungen einer zunächst noch unbekannten Figur, die im Folgenden als schwerverletztes Mädchen entlarvt wird. Hier gefällt mir vor allem, wenn du die Panik samt einhergehendem Schmerz in Worte gießt, die fast schon einen poetischen Klang haben, auch wenn das in Bezug auf das Beschriebene vielleicht etwas pervers anmuten mag. Sätze wie „Der rohe, zerfaserte Fleischklumpen, der weit hinten oben an ihrem Gaumen klebt ist kurz, viel zu kurz.“ klingen gleichsam ekelerregend und doch irgendwie als seien sie mit Worten gemalt. Ganz ehrlich, ich finde diese Gratwanderung beachtlich und dieser besondere, ich nenne ihn mal „dreckig-poetische“ Stil zieht sich durch die gesamten nachfolgenden Schilderungen und ruft beim Lesen zumindest in meinem Fall unweigerlich dieses ganz bestimmte Mad Max- Feeling hervor. Wirklich, wirklich gut!

Im nächsten Absatz erfolgt auch schon ein gewisser Perspektivwechsel, denn nun ist es Max selbst, aus dessen Sicht der Personale Erzähler deiner Geschichte das Geschehen beleuchtet. Überhaupt finde ich deine Erzählform interessant, vielleicht gerade weil sie etwas unstet ist und man immer überlegen muss, in welche der Figuren der Erzähler nun gerade hineinschlüpft. Keine Ahnung, ob du diese Erzählweise bewusst oder intuitiv gewählt hast, aber mir gefällt sie in dieser Erzählung bisher wirklich gut. Was folgt ist eine Rückblende, die du meiner Meinung nach sehr geschickt und dynamisch meisterst, denn das Plusquamperfekt ist wirklich ein äußerst sperriges Tempus und es ist clever nach und nach das Präteritum einschleichen zu lassen, um die Satzkonstruktionen nicht unnötig zu verkomplizieren.

Was wir dann aus Max Perspektive erfahren, ist die widerliche, harte Realität der Postapokalypse, der ein Vater und seine Tochter anheimfallen. Die Willkür der Stärkeren ruft in Max Ekel und Wut hervor, wenngleich ihm Routine und Abgestumpftheit vermitteln, dass dies eigentlich nicht sein Problem sein muss. Hier baust du übrigens – absichtlich oder nicht - ein sehr altes Stilmittel ein, die so genannte „Teichoskopie“ oder „Mauerschau“ (sorry, für den erneuten Klugscheißmodus, aber mich juckts da einfach in den Fingern^^), wobei es sich bei dir nicht um einen mündlichen Bericht eines zeitgleich stattfindenden, beobachteten Ereignisses handelt, sondern um eine Variation, in der Max das Geschehen durch sein Fernrohr verfolgt und den Leser dadurch an dem grässlichen Schauspiel teilhaben lässt. Wieder einmal elegant und interessant gelöst, ich kann mich da nur wiederholen!

*Kurzer Einschub* „Ein Blick in den Rück- und beiden Außenspiegeln zeigt Max,“ --> hier bin ich etwas über die Formulierung bzw. den Kasus gestolpert, denn es muss „Außenspiegel“ heißen, noch flüssiger würde es sich als „den Rück- und die beiden Außenspiegel“ lesen.

Genau diese Mauerschau nutzt du, um eine weitere bruchstückhafte Rückblende in Max Vergangenheit einzubauen, um dem Leser vor Augen zu führen, was diese abscheuliche Szene alles in dem Protagonisten auslöst. Plötzlich ist es nicht mehr nur das Kind eines Fremden, das dort bedroht, aufs widerlichste verstümmelt und beinahe (?) vergewaltigt wird, sondern es ist auf einmal wie damals, damals als man ihm das Liebste genommen hat und gleichzeitig einen Teil seiner Seele für immer herausgerissen hat. Damals als er versagt hat.

Aber genauso abrupt wie die Rückblende eingeleitet wird, wird der Leser wieder aus der Situation katapultiert und landet gemeinsam mit Max in seinem Wagen, neben sich das vollkommen verängstigte Mädchen, das dem Tod näher als dem Leben ist und in ihrem Wahn aus Fieber und Schmerz gefangen scheint.

Es folgt eine geniale Bezugnahme auf das Eingangszitat in deiner KB und eine kurze, doch umso heftigere Erklärung von Seiten Max, die mir dermaßen gut gefallen hat, dass ich sie hier noch einmal in epischer Breite aufgreifen will:

„If you can't fix what's broken, you'll go insane.

Ein Akt des Überlebens, eine unmögliche Wiedergutmachung seines Nicht- Handeln- Könnens damals, als es darauf ankam, für immer und ewig darauf ankam, die kleinste Hoffnung auf Erlösung jetzt, vielleicht, irgendwann, wenn er es irgendwie wieder gut machte.“

Hier lässt du uns in sehr eindringlicher Weise an Max wirrer Gedankenwelt teilhaben, an jenen Stimmen, die ihn allgegenwärtig verfolgen, an dem Wahnsinn, der sich nach und nach in seinem Geist eingenistet hast. Dabei fängst du auch auf geniale Art (sorry, ich wiederhole mich) eben jenen Mad Max ein, den Tom Hardy in so unnachahmlicher Weise in „Fury Road“ vor die Kamera gebracht hat. Ehrlich, ich bin begeistert!

*Kurzer Einschub* „Max weiß, Furiosa hätte es gesehen, wenn er nur lang genug bleiben wäre.“ --> es müsste wohl „geblieben wäre“ heißen.

Auch hier muss ich erneut zitieren, denn du fängst Max inneren Kampf, den er schon vor langer Zeit verloren hat und dennoch einfach nicht aufgeben kann, aufgeben will, in solch bildgewaltiger Sprache ein, dass ich dies nicht in eigenen Worten widergeben will, also nochmal ein Zitat:

„Wie ein Wahnsinniger raste er dann quer durch die Wüste, gejagt von den Geistern seiner Vergangenheit vor den fünf Ehefrauen und Furiosa und der Fury Road, auf der Flucht vor einer unwiederbringlichen Zukunft.
Ohne sie.
Diejenigen, die er einst mit seinem Leben zu beschützen geschworen hatte.
Sein Herz war mit ihnen gestorben, gebrochen, im Wüstensand begraben.
Doch es war reanimiert worden an jenem Tag, als er bar jeglicher Chancen mit Furiosa und den übrig gebliebenen Vulvalinis in den selbst gewählten Krieg gegen Immortan Joe und seine War Rigs gezogen war.
Das Unmögliche zusammen mit Furiosa und den anderen Frauen bewerkstelligt, einen unglaublichen Sieg errungen hatte.
Aber langsam dämmerte Max, dass das nicht genug war.“

Wirklich ganz großes Gedankenkino und bei mir bist du mit solchen inneren Monologen sowas von an der richtigen Adresse, aber das weißt du ja längst ;-) Beinahe konnte ich Max Stimme hören, als ich diese Zeilen mehrmals vor mich hin gelesen habe und dabei hat sich sogar ein Gänsehaut-Moment bei mir eingeschlichen, denn hier wird zum ersten Mal deutlich, was die Begegnung mit Furiosa eigentlich in Max ausgelöst haben muss. Ganz vorzüglich auch der letzte Absatz, der auf das zusteuert, was sich im Grunde schon von Beginn an in dem Kapitel abzeichnete. Ich zitiere (mal wieder):
„Das ist ihm in den letzten drei, unendlich lang erscheinenden Monaten der selbst erwählten Einsamkeit klar geworden, das bittere Bewusstsein wie ein Splitter aus stumpfen, rostigem Metall in seinem Hinterkopf nagend.
Wispernde Stimmen in seinem Kopf.

Die ganze verfluchte Zeit über, die er durch dieses verdammte Ödland geisterte, auf der Suche nach Rache, Wiedergutmachung.

Erlösung.“

Wow, einfach nur, wow! Das ist ein Charakterzug, der für mich das absolute Mad Max-Feeling heraufbeschwört und das Ganze lässt sich in drei Worten zusammenfassen: Rache, Wiedergutmachung, Erlösung. Nur drei Worte, doch dahinter verbirgt sich so viel mehr, so viel Leid, so tiefe menschliche Abgründe, die unweigerlich in den Wahnsinn führen. Du lässt den Leser einerseits ratlos zurück, anderseits bleibt da noch die Hoffnung, dass es auch für Max irgendwo Erlösung geben könnte, wenn nicht in der Einsamkeit der Ödnis, dann vielleicht unter Gleichgesinnten, unter anderen kaputten Seelen in der Zitadelle. Man darf auf das kommende Kapitel mehr als gespannt sein. Ich jedenfalls bleibe selbstredend an deiner Story dran, denn schon mit dem ersten Kapitel hast du mich dermaßen angefixt, dass ich mich jetzt glatt vor den TV hauen könnte, um mir „Fury Road“ ein weiteres Mal zu Gemüte zu führen.

Liebe Black dove, ich bin begeistert von dem Auftaktkapitel deines „Aftermath“ und dementsprechend wandert diese FF ohne Umschweife in meine Favoritenliste mit dem Prädikat „Lesenswert“ *grins* Und weil ich grad derartig geflasht bin, gibt es doch glatt ein Empfehlungssternchen oben drauf, denn das hast du dir bereits mit diesem Einstieg in deine kleine FF mehr als verdient. Überhaupt gibt es viel zu wenige FFs zu Mad Max, dabei bietet diese Welt doch so viel Spielraum für interessante Geschichten, herrlich zerstörte Charaktere – aber ich schweife ab.

Ich freu mich jedenfalls auf die folgenden Kapitel und auf einen Auftritt der geschätzten furiosen Dame, entschuldige mich aber bereits jetzt schon, wenn das nächste Review aus zeitlichen Gründen etwas auf sich warten lassen wird.

Liebe Grüße und einen schönen Abend wünsch ich dir!
Askaja

Antwort von Black dove am 11.06.2017 | 16:32:06 Uhr
Liebe Askaja,

vielen lieben, wahnsinnigen Dank für dieses unglaublich HAMMER- Review, ich habe mich gigantisch darüber gefreut, als ich es zum ersten Mal gelesen habe und freue mich immer noch wie eine Wahnsinnige (ok- schlechtes Wortspiel, aber nichtsdestotrotz ;-)) über dieses unglaublich ausführliche, akribische und dennoch so lobende Feedback!
Und erst mal gleich ein ganz dickes SORRY von mir, dass es so lange gedauert hat, bis ich hierauf geantwortet habe, aber wie du weißt, war ich krank und befinde mich erst jetzt so langsam wieder auf dem Wege der Besserung, aber wie gesagt- normalerweise lasse ich niemanden so lange auf meine Antwort zu einem Review meiner Stories warten und ich hoffe, du kannst mir das nachsehen. :-)

Jetzt will ich aber Stück für Stück versuchen, dein Review in aller Ausführlichkeit zu beantworten, denn das hast du dir mit diesem Feedback mehr als verdient!

Und gleich mal eines vorneweg:
Du musst die Comics um Mad Max Fury Road nicht kennen, um meiner kleinen Geschichte (hoffentlich) folgen zu können; ich habe auch nur das Comic über Nux' Werdegang als War Boy und das zweite zu Furiosa gelesen, wobei in diesem besagten Comic das Augenmerk ganz klar auf ihre Beziehung zu den fünf Bräuten Immortan Joes lag, denn in diesem Handlugsstrang war sie bereits schon ein Imperutor und die Haupthandlung drehte sich hauptsächlich darum (Achtung, Spoiler ;-)), wie ihre Beziehung zu den fünf jungen Frauen ihren Anfang nahm bis hin zu Beginn des Films, wo Furiosa ja die fünf Bräute in ihrem War Rig aus der Zitadelle schmuggelt.
Auf Furiosas Vergangenheit vor ihrem aktuellen Status im Film wird so gut wie nicht eingegangen, es werden hier und da mal und das sehr verzeinzelt ein paar wenige Andeutungen gemacht, aber mehr auch nicht; wahrscheinlich, um die Fortsetzung Mad Max: Furiosa nicht schon im Vorein zu sehr zu spoilern. Also ist fast alles, was du in den nächsten Kapiteln zu Furiosa lesen wirst, meinem eigenen kranken Hirn entsprungen ;-), und ich hoffe sehr, dass ich diesem Charakter auch in deinen Augen einigermaßen Genüge tun konnte.

Zum Titel und der Kurzbeschreibung:
Du weißt ja mittlerweile, dass ich mich mit den Titeln meiner Stories recht schwer tue, und auch hier war es nicht so einfach für mich, einen passenden zu finden; am Ende habe ich zwischen
"Redemption" und "Aftermath" geschwankt und mich dann aus mehreren Gründen für Letzteren entschieden, wobei im Nachhinein "Redemption" fast schon passender wäre, aber auch "Aftermath" hat durchaus seine Berechtigung, wie man ja auch schon anhand der KB erahnen kann. ;-)
Vielen Dank auch für dein Lob diesbezüglich, tatsächlich versuche ich echt immer, mich da so kurz wie möglich zu fassen und es freut mich ungemein von dir zu lesen, dass mir das einigermaßen auch im Bezug des Inhaltlichen gut glückt. :-)
Was das einleitende Zitat in der KB anbelangt, genau diesen Satz hat Max Wort für Wort so zu Furiosa gesagt, um ihr meiner Interpretation nach zu verdeutlichen, dass er aus eigener bitterer Erfahrung spricht und nichts, was man in der Gegenwart und/oder Zukunft tun kann, das Unwiderbringliche zurück holen kann und wird. In Max Fall, seine Familie, in Furiosas ihre viel zu kurze, gestohlene Kindheit und Jugend. Und das jegliche Art von Hoffnung in dieser Welt nichts zu suchen hat, denn Hoffnung kann, sofern sie nur verzweifelt genug ist, die Sinne und den Verstand benebeln, und das kann man alles nicht gebrauchen, will man in dieser postapokalyptischen Welt überleben, irgendwie.
Der Titel meiner kleinen Geschichte soll an sich schon mal eine kleine Vorschau geben, wie das Leben in den Ödlanden ohne Immortan Joe nun weiter geht, denn nicht alles hat sich eben in dieser doch recht kurzen Zeit nach dem Fall dieses Tyrannen geändert, in der meine kleine Story spielt- vor allem war mir das Innenleben der Charaktere wichtig, etwas, das mir ja generell besonders am Herzen liegt.
Wie gehen die einzelnen Charaktere damit um, ein bisschen mehr Freiheit gewonnen zu haben, wird es für alle auch als Freiheit empfunden, was hat der Fall von Immoran Joe im Inneleben der vereinzelten Charaktere bewirken können, hat er überhaupt etwas bewirkt, oder war sein Sturz wie ein Tropen auf dem heißen Stein, und das Leben zieht gnadenlos wie gehabt an einem vorbei?
All diese Dinge eben habe ich vesucht, in meiner kleinen Geschichte aufzugreifen und ich bin schon jetzt mehr als gespannt, wie dein zukünftiges Resümee diesbezüglich ausfällt, wann immer es auch kommen mag. :-)

Zum ersten Kapitel:
Ich lieeebeee "in medias res" und bin gerade total happy, dass ich wohl nicht die Einzige bin, die dieses "Stilmittel" geradezu vergöttert (also ich in diesem speziellen Falle ;-))- da habe ich mir übrigens viel bei den Romanen von David Mitchel abgeguckt, der gute Mann macht das nämlich echt ausschließlich, auch wenn er es manchmal wirklich Seitenlang auf die Spitze treibt.
Und somit hat dieser Art von Anfang auch seine Tücken, denn man muss schon eine Szene wählen, die den Leser animiert, auch überhaupt erst mal weiter zu lesen, bis er endlich weiß, was Sache ist. Eine Freundin von mir sagt dieser Art von Einstieg in eine Geschichte z.B. überhaupt nicht zu, aber wie schon gesagt, ich liebe es. und bin froh, dass es dir da ähnlich geht.
Vielen lieben Dank für dein Hammer- Kompliment bezüglich meines "poetisch- dreckigen" Stils, das freut mich so sehr, du glaubst es gar nicht- denn genau das war es, was ich beim Schreiben und auch für den Leser beim Lesen erreichen wollte:
Ich wollte diese dreckige, zerstörte, kaputte Welt mitsamt ihren Bewohnern in ganz bewusst ruhigen, poetisch anmutenden Worten widergeben, einfach, um den Kontrast von Wort zur jeweiligen Sitaution der Charaktere so krass wie möglich aufzuzeigen. Denn das war es, was der Film auch für mich so grandios gemacht hat: diese wunderbaren, beinahe schon surreal schön erscheindenden Bilder dieser Wüstenwelt, die so im krassen Gegensatz zu dem harten Leben der einzelnen Bewohner dieser Ödlande stand, und ich bin wirklich mehr als happy, wenn ich bei dir damit dieses besondere Mad Max: Fury Road- Feeling aufkommen lassen konnte! :-)

Der Persektiven- Wechsel war tatsächlich zuerst mehr intuitiv als wirklich bewusst gewählt, doch am Ende bewusst beibehalten worden, denn wie du so schön geschrieben hast: Es gibt dem Ganzen etwas unstetes, bisweilen sogar etwas verwirrendes, und das passt zumindest meiner Meinung nach gut zu einer Story dieses speziellen Fandoms. :-)
Die "Teichoskopie" oder auch "Mauerschau" habe ich zumindest nicht in dem Wissen um den korrekten Namens des von mir eingesetztes Stilmittel bewusst gewählt, aber ich wollte schon, dass der Leser wie Max das kommende quasi mit eigenen Augen "sehen" muss, in dem Fall eben durch Maxs Fernrohr und so quasi "mittendrin statt nur dabei ist" und um natürlich aufzuzeigen, was diese grausame Szene mit Max macht, abrupt in ihm auslöst, ohne das er es verhindern könnte.
Ich freue mich wirklich immer wieder und immer noch, dass dir (die von mir erdachte) Erklärung von Max seines eigenen Handelns sich selbst gegenüber- warum er das fremde Mädchen trotz aller Widerstände, auch der inneren, zur Zitadelle bringen will- so gefällt und augenscheinlich auch IC für diesen Charakter ist:
Dass es sein Nicht-Handeln-Könnens damals war bzw noch immer ist, dass ihn durch diese wahnsinnig schwere Schuld, die er seitdem mit sich herum trägt, langsam aber sicher dem Wahnsinn anheimfallen lässt.
Mad Max eben, wie er genial von Tom Hardy verkörpert wurde und du könntest mir kaum ein größeres Kompliment und eine ebensolche Freude machen, wenn du schreibst, dass du beim Lesen dieser diversen Zeilen fast seine Stimme im Kopf hören konntes und ich dir sogar noch einen kleinen Gänsehaut- Moment bescheren konnte, was für mich als Hobby- Autoren echt die Kirsche auf dem Sahnehäubchen ist!

Und zu guter Letzt:

Rache, Wiedergutmachung und Erlösung:
Mit diesen drei Worten triffst du auf den Punkt genau, was ich beim Schreiben dieser kleinen Geschichte transportieren wolle, die Kern-Themen dieser Welt, und ich bin unfassbar glücklich, dass ich diese Stimmung, diese ganz spezielle Atmosphäre dieser Mad Max- Welt im erste Kapitel schon mal scheinbar erfolgreich transportieren konnte!

Die von dir angemerkte Formulierung bezüglich des "Außenspiegel", über die du etwas gestolpert bist, werde ich dementsprechend auf jeden Fall noch umändern, da du ganz Recht hast; deine Alternative klingt wirklich flüssiger, danke für den Hinweis! :-) Selbiges gilt natürlich auch für den von dir angemerkten, später im Text auftauchenden Rechtschreibfehler.

Bleibt mir nur noch ein weiteres Mal mich aus tiefsten Herzen bei dir für dieses Hammer-Reviews zu bedanken, natürlich auch ein dickes DANKE an dich für deinen Favo- Eintrag und selbstverständlich für das Sternchen, ich habe mich wirklich von Herzen darüber gefreut!
Und natürlich freue ich mich auch unglaublich, wenn du nun weiter am Ball bleiben willst, was meine kleine Geschichte hier angeht. :-)

Ganz liebe Grüße und noch einen hoffentlich schönen, sonnigen Sonntag wünsche ich dir,
Black dove
23.08.2016 | 13:50 Uhr
zu Kapitel 4
Hey Black Dove,
ich verfolge deine Geschichten nach wie vor, auch wenn wir uns lange nicht mehr geschrieben haben ... damals kam einiges dazwischen, Verzeihung.
Nun habe ich zum wiederholten Mal deine Aftermath-Geschichte gelesen, nach wie vor bin ich begeistert und wahnsinnig beeindruckt, und ich wollte dir nun doch mal schreiben, wie unglaublich famos und intensiv dir diese Geschichte und vor allem auch die dichte wie beklemmende Atmosphäre gelungen ist; das reißt einen förmlich mit, und immer wieder bange ich um die kleine Tash obwohl ich doch nach dem ersten Durchlesen weiß, dass sie zum Glück überlebt ... die ganze Szenerie drumherum, Max' und Furiosas Gedanken und Flashbacks, die Zwischenszenen, Pip, Toast, die Rohheit, die Authentizität, die schonungslose Bebilderung der Szenerie, das Leiden und das viele Blut, die kleinen Gesten, die Gerüche, Empfindungen, die wenigen und so unglaublich treffenden Worte, die Charakterisierung der Personen ... das alles ist so unfassbar stimmig, du erschaffst damit wirklich eine quasi Fortsetzung des Filmes, nahtlos, und genauso lief es in meinem Kopfkino auch ab: wie ein Film. Es bleibt eine große Bildergalerie im Kopf zurück, sei es nun Max mit dem verwundeten Mädchen auf dem Arm, dass die Schusswaffe bisweilen nicht schneller ist als ein zustoßendes Messer, Furiosa auf der Rampe, Tash auf der OP-Liege, Max reglos und stumm wartend auf Tash's Überleben, verschwitzte Gesichter, blutverschmierte Sachen, bleicher trockener Kindermund, brennende Sonne in karger Umgebung .... so viele Eindrücke und Emotionen, Respekt und großes Lob dafür. :-)
ich weiß kaum, was ich mehr schreiben kann - du hast nichts ausgelassen, und auch die Entscheidung die kurze "Romanze" zwischen Furiosa und Max in der Geschichte drin zu lassen war durchaus stimmig - das ist menschlich, und zum Glück - wie die ganze Geschichte - nichts ist daran beschönigt. Das passte wie alles andere wirklich gut in das von dir geschaffene Bild hinein.
Danke für dieses kleine aber feine Kunstwerk :-) ich freue mich darauif, mehr von dir zu lesen ... und, wenn die Angabe auf deinem Profil noch stimmt: ich wünsche dir gute Besserung.

Antwort von Black dove am 24.08.2016 | 20:08:33 Uhr
Hallo Moosmutzel,

Mensch, was für eine Überraschung! Ich bin echt baff. Du glaubst gar nicht, wie sehr ich mich gefreut habe, endlich mal wieder von dir zu hören bzw. lesen!
Nach dieser doch wirklich langen Zeit habe ich leider nicht mehr daran geglaubt, mal wieder etwas von dir zu hören...ich hoffe, die turbulenten Zeiten bei dir haben sich wieder etwas gelegt?
Vielen lieben Dank für dieses mega- ausführliche, Hammer- Review! Ich bin sprachlos. Du hast deine Eindrücke alle genauso wieder gegeben, wie ich das beim Schreiben für den Leser intendiert hatte- genau diese Bilder wollte ich im Kopf erzeugen, Kopf- Kino eben. ;-) Es freut mich so unglaublich zu lesen, dass mir das anscheinend wirklich geglückt ist. Und natürlich freue ich mich auch sehr, dass du für Tash mitgefiebert hast- schließlich ist sie ja ( wenn auch nur wirklich am Rande als Person vorkommender) OC in der Fury Road Saga. Genau so übrigens wie Pip und Nymoe, die andere erwähnte Helferin neben Toast im Body Shop. ;-) Ach, ich weiß gerade wirklich nicht, was ich auf dein vieles Lob noch sagen soll...Vielen lieben Dank nochmal, dass du dir die Zeit genommen und dieses so unglaublich fundierte Review verfasst hast.
Leider bin ich momentan immer noch ziemlich fies erkältet und habe einen recht dicken Kopf, von daher, danke auch für deine Genesungswünsche!
Auch wenn ich momentan doch sehr raus bin aus dem Dark Knight Fandom, will ich aber deine Story um Bane dort endlich wieder weiter verfolgen, ich habe nämlich gesehen, dass du da wieder dran schreibst- schön! Ich hätte es wirklich unglaublich schade gefunden, wenn diese Geschichte tatsächlich kein Ende bekommen würde.
Ich hoffe, wir lesen uns! :-)

LG
17.02.2016 | 11:51 Uhr
zu Kapitel 3
Nach doch längerer Zeit schreibe ich nun auch noch ein Review^^

Wie bei den vorangegangenen Kapiteln auch schon wurde ich nicht enttäuscht.
Die - nennen wir es - Romanze zwischen Furiosa und Max war authentisch beschrieben. Kein rosa Fluff, kein Schmalz, der zu keinem von beiden passen würde. Sie haben Dinge gesehen, die eine Schulmädchen-Liebe unmöglich machen, vielleicht Liebe im herkömmlichen Sinne unmöglich machen. Dennoch können sie sich gegenseitig etwas geben, was ihre Wunden, körperliche wie seelische, ein bisschen erträglicher macht.
Auch Max' Sorge um das kleine Mädchen, welches ihn so an seine Tochter erinnert, fügt sich in sein Charakterbild ein. Es zeigt, wie sehr er am Verlust seiner eigenen Familie doch zerbrochen ist und wie sehr es ihn noch immer verfolgt, ihn vielleicht immer verfolgen wird.

Es freut mich aber ungemein, dass er mit Furiosa die Chance hat, noch einmal neu zu beginnen und vielleicht ein bisschen Ruhe zu finden. Max/Furiosa ist, direkt nach Nux/Capable, das Pairing, welches in den Protagonisten am meisten gegönnt hätte.
Musste Max seine neuen Freunde doch am Ende aus dramaturgischen Gründen verlassen. Zum Glück gibt es uns Hobby-Autoren, die die eine oder andere Hoffnung doch noch erfüllen. ;)

Niemand kann jemandem je etwas versprechen...
Das ist ein sehr interessanter Ansatz, über den man im ersten Augenblick wohl einfach hinweg liest, der sich jedoch an einen heftet und den man so schnell nicht mehr loslässt. Ich mag es, wenn tiefgründigere Fragen aufgeworfen werden, ohne dass es aufdringlich oder belehrend erscheint. Man kann sich selbst überlegen, ob man dem Satz zustimmt oder nicht.

Alles in allem ein sehr gelungenes Kapitel, wie auch die Story insgesamt, die mir zeigt, dass sich Stöbern in den verschiedenen Kategorien hin und wieder doch lohnt. :)

Somit: Auf ein Wiederlesen.
Surface

Antwort von Black dove am 19.02.2016 | 21:52:17 Uhr
Hallo Surface,

vielen lieben Dank für dein Review, habe mich echt sehr gefreut, mal wieder von dir zu lesen! :-)
Ja, diese sich anbahnende "Romanze" zwischen Max und Furiosa war nicht unbedingt geplant gewesen beim Schreiben, lag der ursprüngliche Fokus dieser Geschichte ja auf etwas anderem, ist aber während des Schreibflusses quasi ein wenig wie von selbst entstanden...
Von daher war ich mir am Ende des dritten Kapitels nicht wirklich sicher, ob ich diese Szene drin lassen sollte, fand aber, dass sie irgendwo dazu gehörte und deswegen freut es mich
umso mehr, nun von dir zu lesen, dass sie authentisch genug fürs Mad Max- Universum war/ ist.
Denn so gut wie alles, was Furiosa und auch Max in dieser Story betrifft, habe ich mir dann doch- auf Grundlage des Filmes beruhend- weitgehend selber zusammen gesponnen, da das Comic um Furiosa eher die Beziehung zwischen ihr und den fünf Bräuten von Immortan Joe behandelt, Furiosas Vergangenheit wirklich nur Teelöffelchen- Weise enthüllt wird und ich das Comic zu Max noch nicht gelesen habe bis jetzt.
Und es freut mich wie gesagt sehr, dass meine kleine Geschichte offensichtlich doch ganz gut in den Canon passt.
Eigentlich habe ich noch einen kleinen Epilog verfasst, über den ich aber nochmal gründlich drüber gehen müssste, bevor ich ihn hier hochlade, insofern ist die Geschichte noch nicht
ganz zu Ende, aber fast. ;-) Ich kann es einfach nicht lassen, meine Geschichten werden immer länger hier, als geplant...
Noch einmal ein Dankeschön, auch für all deine bisherigen Kommentare zu dieser Geschichte, die wirklich unglaublich motiverend waren, und auch von meiner Seite aus:
Auf ein Wiederlesen!
LG,
Black dove
01.07.2015 | 19:17 Uhr
zu Kapitel 2
Heyho^^

Eigentlich wollte ich dieses Review schon längst geschrieben haben. Ich bin fürchterlich unzuverlässig bei solchen Dingen.
Anyway, hier bin ich, nachdem ich mir beide Kapitel nochmal in einem Rutsch durchgelesen habe. :)

Eigentlich gilt alles, was ich zu Wortwahl, Satzbau und stilistischen Mitteln über das erste Kapitel gesagt habe, auch für dieses. Ich liebe Metaphern, auf die man nicht gleich erst im ersten Augenblick kommt. Ich liebe es, wenn sich in eben diesen Metaphern und ähnlichem die Charaktere entfalten. Es ist meiner Meinung nach viel angenehmer, wenn die Persönlichkeiten oder Erinnerungen nicht einfach nur nacherzählt, sondern durch die Sprache nachempfunden wird. Dadurch bekommt man den Eindruck, dass der Autor sich wirklich Gedanken gemacht hat, sich tatsächlich mit dem Gegebenen auseinander setzt, bevor er es niederschreibt und nicht alles einfach nur - entschuldige den Ausdruck - auf das (virtuelle) Blatt auskotzt.
Von daher muss ich es noch einmal loswerden, ich mag Deinen Schreibstil. Lieber nicht zu vollgepackt mit Handlung und dafür aber mit ausdrucksvoller Sprache.

Leider habe ich die Furiosa-Comics nicht, von daher kann ich nicht sagen, wie viel von diesem Kapitel unter dem Einfluss von eben diesen geschrieben wurde, genauso wenig wie deren Inhalt. Aber jedenfalls finde ich ihre Geschichte tragisch und das sie es schafft, sich dennoch zu einer Persönlichkeit zu entwickeln, die sogar noch die Kraft aufbringt, sich für andere einzusetzen und etwas für sie zu riskieren, lässt sie nur noch stärker erscheinen. Ein Leben wie sie und die anderen Breeders es gehabt haben, kann man sich sicherlich nur schwer tatsächlich vorstellen. Was all die Qualen und Demütigungen für sie bedeutet haben müssen, geschweige denn der so brutale Verlust der Kinder. Und das alles für die Machtfantasien und dem Wahnsinn eines einzelnen Mannes.

Die War Boys und War Pups haben mir dagegen irgendwie bereits im Film leid getan und tun es noch immer. Denn im Grunde sind sie genauso Opfer wie die Frauen, vielleicht auf andere Weise, aber doch können sie nichts für ihr Schicksal und können daran auch nichts ändern. Mir gefällt im Übrigen, wie du die Verhältnisse in der Zitadelle dargestellt hast. Die War Pups sehen Furiosa nun sicherlich als eine Art neue Göttin, hat sie doch ihren früheren getötet (so Immortan war er dann glücklicher Weise doch nicht). Jedenfalls wird es schwer für sie, auf eine andere Weise zu leben als die, die sie bisher aufgezeigt bekommen haben. So etwas gräbt sich tief in den Verstand eines Menschen...
Interessant wird sicherlich auch die Versorgung der Menschen, schließlich ist gerade das Wasser ja sicherlich noch immer nicht im Übermaß vorhanden. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass Immortan Joes Taktik, das Wasser zurückzuhalten, neben der Machtdemonstration auch einen pragmatischen Grund gehabt hat, einfach um das Wasser zu rationieren. Dass seine Methoden natürlich alles andere als gerecht waren, ist aber natürlich offensichtlich.

In diesem Sinne: Ich freue mich auf das nächste Kapitel, denn nun möchte ich doch erfahren, ob das fremde Mädchen überlebt und natürlich auch, wie Furiosa und Max aufeinander reagieren und wo dieses Wiedersehen die beiden noch hinführt.

LG

Antwort von Black dove am 04.07.2015 | 16:40:53 Uhr
Hey Ho,

vielen lieben Dank für dein wahnsinnig ausführliches Review, ich habe mich total darüber gefreut! :-)
Eigentlich wollte ich dir auch schon viel früher darauf antworten, aber das liebe Real Life nimmt mich gerade etwas sehr in Beschlag...
Es freut mich wirklich sehr, dass dir das zweite Kapitel ebenfalls zusagt, denn gerade in dieses habe ich sehr viel Arbeit reingesteckt- das Comic Furiosa betreffend habe ich bzw. kenne ich selbst nämlich auch nocht nicht, insofern ist alles, was ihre Vergangenheit und ihren beschriebenen Hintergrund diesbezüglich betrifft, meiner eigenen (kranken) Phantasie entsprungen...;-)
Schön, wenn das also alles einigermaßen schlüssig erscheint!
Ja, Handlung gab es tatsächlich diesmal nicht so viel, aber ich wollte das zweite Kapitel ganz bewusst dafür nutzen, um Furiosa etwas näher "vorzustellen" (also, wie ich sie mir
und ihren Hintergrund seit Fury Road vorstelle).
Ja, was die Resourcen betrifft, habe ich ja schon ziemlich am Anfang erwähnt, dass Furiosa und auch die anderen Bewohner der Zitadelle wissen, dass diese ihnen nicht ewig reichen werden und dass das noch zu einem gewichtigen Problem werden kann...freut mich ebenfalls, dass dir meine Vorstellung zusagt, wie es jetzt in der Festung zugeht, da Immortan Joe fort ist und Furiosa jetzt nun das Sagen hat dort.
Die War Boys und auch die War Pups sind so auf bedingungsloses Gehorchen gedrillt, dass ich mir das - ehrlich gesagt - anders gar nicht vorstellen konnte...
Und auch mir tun diese Jungs und teilweise viel zu jungen Männer wirklich wahnsinnig leid!
Bleibt mir nur noch zu sagen, dass es mich ehrlich freut, wenn du bis zum nächsten und letzten Kapitel mit am Ball bleiben willst!
Es ist schon in Arbeit und ich hoffe, dass ich bald wieder die Zeit dafür finden kann, es auch zeitnah zu beenden!
Bis dahin, liebe Grüße!
14.06.2015 | 19:26 Uhr
zu Kapitel 1
Hallo black dove^^

Ein sehr spontanes Review, also bitte entschuldige, falls es etwas ungeordnet sein sollte. Auch Spontanität sollte gut geplant sein. ;)

Gefunden habe ich Deine FF eher durch Zufall und bin wahnsinnig froh, dass ich offenbar nicht die Einzige bin, die gerade einen wahnsinnigen Hype mit diesem Film durchmacht. Bin ich doch recht skeptisch ins Kino gegangen, kam ich umso begeisterter wieder raus. Unglaublich gut inszeniert, interessante Charaktere und trotz einer Länge von zwei Stunden keine Minute langweilig. Man hat selbst als "Mad Max - Rookie" wie ich die Geschichte gut nachvollziehen und sich ein Bild vom Protagonisten machen können.
Aber genug davon. Erwähnte ich schon, dass es etwas ungeordnet werden könnte und ich eventuell abschweife?

Dein Schreibstil ist interessant und auch etwas gewöhnungsbedürftig (was sich jetzt negativer anhört, als es gemeint ist). Gewöhnungsbedürftig heißt keineswegs schlecht, ganz im Gegenteil. Ich finde, Du hast einen sehr eigenen, aber schönen Stil mit Worten und sprachlichen Mitteln umzugehen. Man muss sich ein wenig einlesen, um tatsächlich mitgerissen zu werden, doch ist das einmal geschehen - und diesen Punkt erreicht man, ohne es wirklich zu merken - dann stellt man fest, dass die Satzkonstrukte etwas seltsam Fesselndes haben, dem man sich nur schwer entziehen kann. Zum Teil ist das vielleicht auch der Tatsache geschuldet, dass die Story im Präsens geschrieben ist, was, zumindest für mich, immer ein kurzes Umdenken im Kopf nötig macht, um wirklich in die Handlung hineinzukommen.
Wie schon angemerkt mag ich Deine Verwendung von Metaphern und Vergleichen wirklich. Es sind kreative Einfälle, die weit über die null-acht-fünfzehn Vergleiche hinausgehen (zum Beispiel der Splitter in Max' Kopf) und der Story dadurch etwas persönliches und individuelles verleihen.
Zudem ist der Charakter von Max gut getroffen, seine Gedanken und Handlungen passen zu ihm. Leider muss ich bei vielen an sich guten Geschichten feststellen, dass die Charaktere so OoC sind, dass ich mich frage, weshalb der Autor dann mit ihnen arbeitet, wenn man sich nicht einmal im Ansatz die Mühe macht, sie als die zu belassen, die sie sind. Dann kann man doch auch gleich OCs verwenden. Zum Glück ist diese Sorge aber bei Dir unbegründet, da es hier absolut nicht der Fall ist.

Zum Abschluss also kann ich nur sagen, dass es sich gelohnt hat, mal nach eventuell schon vorhandenen Mad Max-FFs zu schauen, bevor ich irgendwann in nächster Zeit auch vielleicht mal einen OneShot dazu poste. Ähm... das klingt so furchtbar nach schmieriger Eigenwerbung, ich schäme mich, ich schäme mich wirklich und betone, dass es keine sein soll.
Vielmehr eine Erklärung, wie ich hier gelandet bin. Und ich bin froh darüber.
In diesem Sinne, ich erwarte geduldig, aber gespannt die nächsten ein oder zwei Kapitel, je nachdem, wie viele es noch werden. :)

LG

Antwort von Black dove am 16.06.2015 | 22:46:46 Uhr
Hey Ho Surface!

Vielen lieben Dank für dein Review, ich habe mich wirklich wahnsinnig (man beachte das "Wortspiel"! Okay, Flachwitz...*hust*) darüber gefreut!
Und natürlich auch ebenfalls ob der Tatsache, dass ich wohl ganz offensichtlich nicht mehr nur zu den wenigen Einzelnen hier gehöre, die Mad May Fury Road so dermaßen geflasht hat :-)
Danke auch für deine ehrliche Meinung und die diesbezügliche Kritik, was meinen Sprach bzw. Erzählstil in dieser Story betrifft- ich habe mich ganz bewusst bei dieser Geschichte für eben diese Art zu schreiben entschieden- als eine Art Experiment sozusagen, war es doch auch mal was Neues für mich.
Schön, dass es dir nach etwas mehr "Lesezeit" dann doch noch zugesagt und gefallen hat!
Ach, und danke auch für die Rückmeldung, dass Max schon mal bis hierhin IC war.
Ich hasse es nämlich auch, wenn man eine FF liest und dann die Charaktere nur noch anhand ihres Namens zu erkennen sind.
Deshalb gebe ich mir bei all meinen FF's auch redlich Mühe, die entsprechenden Charaktere so nah wie irgend möglich am Original zu halten!
Und nein- das klingt keineswegs nach schmieriger Eigenwerbung- ich würde mich echt tierisch freuen, wenn hier mal ein paar Fury Road FF's gepostet werden würden!
Also, her mit deinem OS! ;-)
Bleibt mir nur noch zu sagen, dass ich mich ebenfalls freuen würde, wenn du die letzten beiden Kapitel mit mir noch an dieser Story dran bleibst und sie dir hoffentlich ebenfalls etwas zusagen...;-)

LG,
Black dove
04.06.2015 | 18:45 Uhr
zu Kapitel 1
Waaaah! Du hast sie on-gestellt! Große Freude!
Du weißt ja, was ich von deinem Schreibstil halte, von daher nur so viel: Ich liebe deine Sprachbilder hier! Mit "Ausgebleichte Knochen", "rostiger Splitter in seinem Kopf" (und noch viel mehr!) hast du unheimlich gut die Stimmung, die Atmosphäre des Films eingefangen und wiedergegeben. Und natürlich auch die Brutalität. Die schon ziemlich heftig war, aber einfach dazugehört in der Welt von Mad Max.

Und Max! Du hast ihn absolut on-point getroffen, ich hab ihn direkt vor mir sehen können! Seine Gesten, seine Mimik. Oh, und seine Gedanken.
Was in ihm vorgegangen ist, als er das Mädchen gesehen hat, was dieses Kind in ihm ausgelöst hat - seinen Wahnsinn, seinen Schmerz; warum er das Kind gerettet hat - klasse!
Auch seine Gedanken in Bezug auf die ganze Geschichte mit Furiosa und den Frauen, dieser kurze Moment der Erlösung, die aber nur flüchtig war, und von der er weiß (glaubt), sie nie zu erhalten. Aah, der Mann braucht eine Umarmung! ;D (Wäre das OOC? Egal - ich würde es ihm wünschen! ;-))

Ich freu mich sehr auf die weiteren Kapitel und hoffe sehr, wir kriegen Furiosa noch zu Gesicht - und eine Begegnung zwischen ihr und Max! Ich stehe total auf die beiden!

LG

Antwort von Black dove am 04.06.2015 | 20:33:29 Uhr
Aaaaw, vielen lieben Dank für dein Lob und natürlich auch vor allem für dein Review!
Mensch, das ist echt lieb, dass du nach dem Betan auch hier nochmal einen Kommentar hinterlässt!
Ja, Furiosa kommt im zweiten Kapitel dran, dass auch schon in Arbeit ist , und dann- mal sehen. Es wird wie gesagt maximal drei Kapitel geben, ich hoffe nur, ich komme damit auch hin...;-)
Aber Mad Max Fury Road hat mich so geflasht im Kino, dass ich einfach was dazu schreiben musste!
Die Geschichte hinter dem Film, das, was ja in den kommenden Comics zumindest angeblich schon mal angedeutet wird, das war so greifbar während des gesamten Films über, vor allem bei Max und im Besonderen bei Furiosa- ich finde, man hat richtig gemerkt, dass die Charaktere eine Historie haben, diese ganze Welt inneren Gesetzen und Regeln folgt...und ich wollte mehr davon, mehr Story! Will ich immer noch!
Insofern hoffe ich sehr, dass ich mich bei Furiosa nicht all zuweit aus dem Fenster lehne, was den von mir erdachten Hintergrund für sie angeht- aber bis die Comics available sind, muss ich mich halt weiter mit meinen Spinnereien diesbezüglich begnügen. ;-)
Es freut mich echt wahnsinnig, dass Max für dich IC war und dass du bei dieser Story weiter mit am Ball bleiben willst!
Nochmal vielen Dank!

LG