Reviews 1 bis 3 (von 3 insgesamt):
Charlette1234 (anonymer Benutzer)
16.01.2015 | 19:14 Uhr
zu Kapitel 1
Ich selbst höre hauptsächlich Metal aus den Bereichen Nu, Black und Metalcore. Zuerst kann ich mich deine Antwort auf Malvins Review, dass man über Geschmack nicht diskutieren sollte, nur anschließen.
Desweiteren kann ich seiner Anführung, dass man "innerlich schon ganz schoen abgehaertet und stumpf sein" muss "um so etwas wie Metal auch nur im Ansatz toll zu finden", nur widersprechen. Meine Erfahrungen mit Menschen aus den Bereichen Metal und Gothic ist hierbei eine grundlegend andere.

Nun bezogen auf dein Essay:
Der Musikstil einer Band definiert sich nicht allein über die Inhalte ihrer Texte, sondern vielmehr über die gewählten Instrumente und den Klang allgemein.
Befassen sich die Texte inhaltlich vorwiegend mit religiösen Themen, so könnte man sagen diese oder jene Band gehört zwar in dieses Genre, beispielsweise die Band spielt Blackmetal, befasst sich aber vor allen Dingen mit Religion.
Oft befassen sich Texte diverser Bands mit anti-religiösen Inhalten. Nichts desto trotz würde ich diese Bands nicht als religiös klassifizieren.

In dem Song "Unanswered" von Suicide Silence heißt es beispielsweise:

"How much must I curse your name
And put your beliefs to shame
Before you prove yourself
And end this life?

End this life

And I'll say a f**** prayer
Because I know it
won't be answered

Where is your god?
Where is your f**** god?"

Ist dieser Text nun religiös? Anti-christlich bzw. anti-religiös ganz bestimmt.

Dasselbe gilt beispielsweise für Bands mit dem Label Straight-Edge. So ist oftmals von Straight-Edge Bands die Rede. Ein "Genre" (eigentlich kein wirkliches Genre, vielmehr soll es als Vergleich dienen), das sich auch wieder vorwiegend auf die Inhalte der Texte bezieht bzw. diese versucht an Hand dessen zu klassifizieren.

Nimmt man als Beispiel die Band Heaven Shall Burn. Die textlichen Inhalte der Band behandeln vorwiegend politische Themen, die sich gegen Rassismus und Faschismus äußern. Desweiteren geht es auch um Respekt gegenüber der Natur (beispielsweise der Song Hunters will be hunted). Desweiteren findet auch der Verzicht auf Alkohol und Drogen Inhalt in die jeweiligen Texte. Fällt diese Band nun unter das "Genre" Straight-Edge? Wohl kaum.

Ich finde, man kann sagen eine Band definiert sich über die Inhalte ihrer Songs. Schließlich sind diese Ausdruck für das jeweilige Gedankengut, Lebenseinstellung usw.
Dennoch bestimmt das nicht das musikalische Genre, in dem sich die jeweiligen Bands bewegen. Hierbei mache ich eine klare Differenzierung.

Man könnte allerdings sagen, die Texte einer Band führen dazu, dass sich die jeweiligen Zuhörer mit den Inhalten näher auseinander setzen.
So kann es durchaus sein, dass sich Menschen von den textlichen Inhalten einer Band angesprochen fühlen und aufgrunddessen zum Christentum bzw. zu Religion allgemein finden. Nichts desto trotz definieren die Inhalte allein noch längst nicht das jeweilige Musikgenre.

Antwort von BlutfederderDichter am 16.01.2015 | 21:16 Uhr
Dem kann ich auch nur zustimmen.
Ich bin auf vielen Festivals unterwegs und wenn ich gerade nix zu tun hab, dann rede ich auch mal mit den Sanis oder den Security-Typen. Die wenigsten von denen hören Metal, aber noch keiner hat mir gesagt, das Metal Festivals nicht die besten Festivals wären für Leute mit deren Job. Die Finden das klasse, es gibt kaum Schlägereien und wenn doch werden die Kämpfer nicht angefeuert, sondern von ihren Kumpels meist schon auseinander gehalten. Dadurch haben die Securitys weniger zum tun, und die Sanis auch. deren Hauptaufgabe ist leute zu verarzten die sich geschnitten haben, meist an Raviolidosen oder so. Und natürlich das wegräumen von Schnapsleichen. Mehr ist das meist nich los. Also ein ziemlich entspannter Job.

Ich stimme dir da zu. Die Songtexte definieren die band, aber nicht das Genre. Daher tue ich mich mit den Genres Goregrind und Porngrind schwer. Nein, ich höre gerne solche Bands, aber da die einzige Angrenzung die Sexuelle Komponente im Porngrind ist, sehe ich beides als ein Genre an. So kann eine Band ein Album rausbringen, auf dem Abwechselnd immer ein Gore und ein Porngrindsong drauf ist, aber durch das reine anhören, würde man keinen unterschied bemerken, da bei diesen Genres der Gesang derart entmenschlicht ist, dass mit viel Glück nur einige wenige Wörter erkennbar sind.

Straigt Edge ist eigentlich eine Form des Hardcore Punk, die daher kam, das eine US-Hardcore Band in einem Club spielen sollte, in dem nur an Erwachsene Alkohol ausgeschenkt wird, der aber Jüngere duldet und deren Türsteher den Minderjährigen ein X auf den Handrücken malt, das die Barkeeper wissen, der bekommt keinen Alk. Aus dieser Not wurde eine Tugend gemacht und so lehnen Straight Edger Alkohol, Zigaretten, andere Drogen und manchmal aus Sex ohne Beziehung ab. Das ist eher eine Lebensweise, da die Musik dazu in den meisten Fällen Hardcore Punk ist.

Ich sehe es eher anders herum. Man hört eine Bestimmte band, weil die über ein Thema singen, dass einen interessiert. Nehmen wir einmal Marduk, als Deispiel. Diese singen über Satanismus und Krieg. Wenn man sich jetzt für Beides interessiert, dann muss nur noch die Musik dazu stimmen und schon hat man eine Neue Band in der Handyplayliste.
15.01.2015 | 20:29 Uhr
zur Geschichte
Das "Gedicht" /fuer mich hat der Begriff "Gedicht eine andere literarische Wertung), der Text also, ist Grundreligioes, auch wenn ein Begriff wie Ekel vorkommt, denn er setzt voraus dass es Gott den Schopefer gibt, sonst koennte ich ja nichts an ihm kritisieren.

"Es gibt eine erstaunlich große Gemeinde von personen, welche die alten Religionen und Götter wiederbeleben"
Koennen sie wohl kaum "wieder beleben", da es keinerlei echte schriftliche Ueberlieferungen deren Zeremonien gibt. Es ist ein Abklatsch, eine Pardodie auf irgendwelche "heidnischen" Phantasie-Goetter, mehr nicht. Es ist etwa wie Akne, die auch wieder verschwindet.

"Satanische" Texte sind, streng genommn, ebenso religioes, da Satan nur existieren kann wenn Gott existiert.

"...die bekannten Dämonen angerufen werden, welche in der Bibel Erwähnung finden (was meist die Götter andere Stämme waren, die vom Judentum und später dem Christentum assimiliert ".
Fehlschluss.

Als die ersten Spanier ins heutige Amerika kamen, hoerten sie dass die drei Stamme der Maya ein Kreuz haben.
Hopala, ein Kreuz bei wilden Indios...da musste der einer der Apostel bis nach Amerika gekommen sein und den Indios das Christentum gepredigt haben. Wie sonst soll dort ein Kreuz auftauen?
Diese Geschichte ging bis zum damaligen Papst.
Und was stellte sich heraus? Das Kreuz ist das sogenannte "Maya-Kreuz" dass die vier Windrichtungen anzeigt.
Fehlschluss also.
Und so machst du es auch. Weils bei den Babylonern mal einen Daemon gab, haben ihn automatisch die Juden und Christen uebernommen. Du solltest mal etwas ueber das kollektive Unterbewuste lesen, taete gut.Im uebrigen blicke ich nicht durch, was du eigentlich mit deinem Text aussagen willst. Irgendwie klingt mir das wischiwaschi. Lese doch mal "Nada Brahma − die Welt ist Klang".
Vielleicht noch einen Schlencker als Nachsatz: bei den Indios traegt jedes Musikinstrument den Namen eines Gottes. Wenn das Instrument ertoent, ertoent somit die Stimme des betreffenden Gottest.
Wenn wir davon ausgehen, dass ein Ton eine Schwingung ist, dann duerfen wir erkennen, dass die gesamte Musik Goettlich, also religioes ist, denn das gesamte Weltall besteht aus Toenen, also Schwingungen.
Nur fuer Menschen die keinerlei Empfinden fuer Spiritulles haben wollen, eroeffnet sich das nicht, die ziehen sich auf rein materielle Basen zurueck, ohne aber eine Erklaerung zu liefern, wieso das gesamte Weltall aus Schwingung, also Toenen bestet.
Bachs Musikstuecke sind tiefreligioes und zugleich Matematisch genau. Du siehst, sogar die Wissenschaft kommt ohne dem goettlichen Moment nicht aus.

Davon abgesehen muss man meiner Ansicht nach innerlich schon ganz schoen abgehaertet und stumpf sein, um so etwas wie Metal auch nur im Ansatz toll zu finden.

Antwort von BlutfederderDichter am 15.01.2015 | 23:18 Uhr
Zum ersten Punkt deiner Review, den musste ich mehrmals lesen, bis ich verstanden habe, dass es sich auf den Auszug eines Samsas Traum Textes bezieht. Hier wäre eine deutlichere Formulierung gut gewesen. Hierzu habe ich sonst nichts zu sagen, da die vom Deuter abhängt und jede richtig sein kann, was bei vielen Samsas Traum texten so ist.

Was du zu den Neopaganen Religionen unterschrieben hast, das kann ich nicht unterschreiben. Natürlich gibt es von den Europäischen Vorchristlichen Glaubenssysteme kaum Aufzeichnungen und die meisten der existierenden Aufzeichnungen sind Propagandatexte, welche die ursprünglichen Religionen verzerrt darstellen, sowohl die Römischen Geschichtsschreiber, als auch Reiseberichte von Christen in der Spätantike oder dem Frühmittelalter. Ich sehe es nicht als Parodie oder als Abklatsch. Ich sehe es eher als einen Versuch einer Wiederbelebung. Klar sie können nicht wissen welche Praktiken alles verwendet wurden um welche Götter anzurufen. Aber es ist auch so, alleine im Christentum gibt es die unterschiedlichsten Arten der Lobpreisung Gottes. Man siehe den Unterschied zwischen Katholizismus und den Afroamerikanischen Kirchen. In beiden Kirchen wird gesungen, jedoch sind die Katholischen Kirchenlieder eher langsam, tragend und ernst. Dazu wird in der Katholischen Kirche nur gesessen, gestanden oder gekniet, in den Afroamerikanischen Kirchen werden Kirchenlieder gesungen, die man auch für eine Party verwenden könnte, mit einem treibenden, mitreißenden Rhytmus und einer eher fröhlichen Melodie. Dazu kann auch getanzt werden. Welche Form ist nun die richtige?

Was du über Satanische Texte sagt, dem stimme ich zu. Sie sind Religiös. Der Glaube an Satan, auch außerhalb des Klassischen Satanismus, ist eine Religion.

Kein Fehlschluss. Nehmen wir einmal Baal. Erwähnt wird er in der Bibel unter anderem als Götze, die die Moabiter anbeten. Bei den Kanaanäischen Stämmen war Baal eine Wetter und Fruchtbarkeitsgott. In der Christlichen Dämonologie jedoch ist er, je nach Autor, entweder der erste und Oberste König der Hölle und beherrscht den Osten, andere wiederum sehen in ihm einen Herzog, der die 66 Legionen Satans Befehligt. Nur ein Beispiel.

"Vielleicht noch einen Schlencker als Nachsatz: bei den Indios traegt jedes Musikinstrument den Namen eines Gottes. Wenn das Instrument ertoent, ertoent somit die Stimme des betreffenden Gottest.
Wenn wir davon ausgehen, dass ein Ton eine Schwingung ist, dann duerfen wir erkennen, dass die gesamte Musik Goettlich, also religioes ist, denn das gesamte Weltall besteht aus Toenen, also Schwingungen.
Nur fuer Menschen die keinerlei Empfinden fuer Spiritulles haben wollen, eroeffnet sich das nicht, die ziehen sich auf rein materielle Basen zurueck, ohne aber eine Erklaerung zu liefern, wieso das gesamte Weltall aus Schwingung, also Toenen bestet.
Bachs Musikstuecke sind tiefreligioes und zugleich Matematisch genau. Du siehst, sogar die Wissenschaft kommt ohne dem goettlichen Moment nicht aus."
Hier verstehe ich gar nicht wie du darauf kommst, dass Schwingung Göttlichkeit sei. Aber ich versuche dir zu folgen.
Ich stimme dir zu, dass die erste Musik, also Melodie und Rhytmus, nicht einfach nur Krachschlagen um den Feind einzuschüchtern, etwas spirituelle war und ein Teil der Rituale. Ebenso liegt es nahe, den Instrumenten den Namen einer Gottheit zu geben.
Natürlich ist ein Ton eine Schwingung. eine Schwingung ist das Ergebnis, wenn etwas aus einer Ruhelage geschoben wird und in diese zurückgelangen will, jedoch durch die Trägheit der Masse, schießt dieses etwas über den Ruhepunkt hinaus, bis die Energie in genug Spannung umgewandelt ist um sich in die entgegengesetzte Richtung zu bewegen. Wunderbar zu sehen, wenn man ein Küchengummi zwischen zwei fingern Spannt und dann das gespannte Gummi zupft. Was die Schwingungen im Weltraum betrifft ist es das gleiche. Nur hier war der Impulsgeber für das "Hintergrundrauschen" der Urknall und andere Frequenzen haben ihre Ursachen in Kosmischen Ereignissen, zum Beispiel Supernovae. Also, hier habe ich eine nichtreligöse Erklärung, wieso das Universum, um es mit deinen Worten zu sagen "aus Schwingungen besteht".
In diesem Text sprach ich über Moderne Musik, hauptsächlich jedoch Metal, und Bach, also Barock kann man nicht gerade als modern bezeichnen.

"Davon abgesehen muss man meiner Ansicht nach innerlich schon ganz schoen abgehaertet und stumpf sein, um so etwas wie Metal auch nur im Ansatz toll zu finden."
Dieser Meinung widerspreche ich vollkommen. Aber hier geht es um Geschmack, etwas über das man nicht Diskutieren sollte, da für jeden seine Meinung dazu richtig ist. Durch Argumente allein könnte ich dich davon nicht abbringen, stattdessen empfehle ich dir, dir einige Bands aus dem Metalbereich anzuhören. Aber es ist deine Sache.
15.01.2015 | 10:14 Uhr
zu Kapitel 1
Persönlich mag ich weder "christlichen" Metal noch normalen Metal. Das ist überhaupt nicht mein Geschmack. Was ich mag, sind die guten alten Choräle, und, wie ich es gerne nenne, das Evangelium nach Paul Gerhardt. Schimpf mich konservativ, aber Form und Inhalt müssen miteinander harmonieren, der Weg ist das Ziel, und Metal ist für mich unharmonisch. Metal tut körperlich weh, besonders in der Lautstärke, für die Metal gemacht ist.
Ich bin aber keine Musikexpertin und jedem das, was ihm gefällt.
Mir gefällt das, was sich seit Jahrhunderten in der christlichen Musik bewährt hat.
Aber Metal ist ja nicht die einzige moderne Musik:
In meiner Gemeinde wird immer mehr das gesungen, was ich als "musikalisches Fast Food" bezeichne, moderne Liedchen mit wenig künstlerischem Inhalt. Die sind leicht zu singen, aber die machen nicht satt.
Ich habe mich auch schon bei unserem Prediger und der Gemeindeleiterin darüber beschwert.
Aber jeder soll SEINE Musik hören. Persönlich denke ich aber nicht, das man mit White Metal irgend jemanden zu Christus führen könnte. Aber wie gesagt, Musik ist Geschmackssache.

Antwort von BlutfederderDichter am 15.01.2015 | 12:12 Uhr
Du musst Metal ja nicht mögen, es sei dir unbenommen. Ich höre auch mehr als nur Metal, aber halt hauptsächlich Metal. Es gibt auch innerhalb der Christlichen Gemeinde eine Kontroverse ob Christen Metal hören dürften oder nicht. Einige sind eben der Meinung, dass Rock und Metal Teufelswerk sei. Ich bin anderer Meinung. Zwar kann ich wenig mit christlichen Inhalten im Metal anfangen, aber jeder soll sich anhören und über das singen, was ihm gefällt.