Autor: Sitala Helki
Reviews 1 bis 5 (von 5 insgesamt) für Kapitel 1:
04.12.2014 | 18:09 Uhr
zu Kapitel 1
Liebe Sitala!
Nun also das Sequel.
Das freut mich genauso, wie das Prequel mir wegen der Tanzerei gefallen hat,
so hier nun, dass du Sex mit einem behinderten Partner nicht stigmatisierst.

Ich hätte mir hier allerdings ein bisschen mehr Realismus zum Zwecke des Abbaus von Vorurteilen gewunschen
und eine bessere Recherche.
Sicher hängt es davon ab, wie tif der Wirbelsäulenbruch ist, aber letztlich ist es schon toll, wenn erst ab der Taille abwärts die Lähmung ist und nicht höher.
Nur die Füße sind nicht betroffen.
Wenn noch ein Restgefühl da ist auch in den Beinen, ist es wohl keine komplette Lähmung.
Dann hätte sich bei einem jungen Mann aber auch schon früher was im Unterleib geregt im Zusammenleben mit seinem Partner.

Im Prequel habe ich dir geschrieben:
Auch querschnittsgelähmte Partner können Sex haben. Vielleicht ohne Erektion,
aber Hand- und Blowjob für den Partner gehen und sind auch für den Geber sehr lustvoll.
Berührungen sind immer erotisch, und es gibt noch genug Körperpartien, wo sie etwas fühlen können.
Sex ist auch Kopfsache.
Und zu sehen, wie sehr man den Partner erregen kann, dabei knutschen, ihm beim Orgasmus zusehen, das ist Sex pur.

Gleich ist nämlich allen Querschnittgelähmten die Beeinträchtigung der körperlichen Sexualfunktionen durch den Verlust von Beweglichkeit und eine Blasen-Darmlähmung (darum kann Sex nie ganz so spontan sein wie man es sich vielleicht manchmal wünscht) und natürlich das nicht bestehende Gefühl im Genitalbereich und Funktionseinschränkungen bei Erektion, Ejakulation oder Feuchtigkeit der Scheide.

Zwar gibt es vor allem für Männer Hilfsmittel (z.B. Penisprothese, Viagra), dies ändert jedoch nichts daran, daß der Mann von seiner Erektion allein keinen Lustgewinn hat. Der Lustgewinn liegt hier wohl mehr im Gewinn von Selbstwertgefühl als im Gewinn von sensorischer Empfindung. Also keine Härte und Ejakulation, sondern ein Orgasmus im Kopf.
Wenn ein Mann zum Beispiel die feste Überzeugung hat, daß Sexualität ausschließlich Geschlechtsverkehr mit Erektion und Ejakulation bedeutet, dann wird er sich kaum oder nur schwer damit auseinandersetzen können, neue oder andere Formen von Sexualität auszuprobieren und genießen zu können. Die Anpassung und Bewältigung der Querschnittlähmung wird für ihn im Bereich der Sexualität sicherlich schwieriger ablaufen als bei jemandem, der experimentierfreudig und offen an das Thema herangeht.

Wenn es so einfach funktionieren würde wieder, hätte Simon sicher nicht so lange gewartet.
Körperhygiene, Hilfe vom Partner dabei, die Depression, Psychotherapie, zunehmende Selbstständigkeit hast du nämlich wirklich gut thematisiert.
Danke dafür.

Beide Geschichten über Simon und Andrè waren sehr schön geschrieben.
Du hast auch einen sehr angenehmen Schreibstil.

Wir sind alle sexuelle Wesen. Das ändert sich auch nicht durch eine Querschnittlähmung oder eine andere Behinderung.
Danke, dass du eine Lanze dafür gebrochen hast, wenn es auch sehr geschönt war.
Aber die Aussage, dass man nach einer Lähmung ein Partner zum Heiraten bleibt, die steht hier unübersehbar, und das ist gut so!
Sei herzlichst gegrüßt.
R ♥

Antwort von Sitala Helki am 05.12.2014 | 16:27:15 Uhr
Auch hier noch ein Hallo! :)

Und noch einmal 'Danke'!
Ich bin ganz ehrlich froh über deine Worte. Denn ich war schon verwundert, dass noch keiner die Dinge angemerkt hast, wie du es getan hast.

Vor dem Schreiben der Geschichte (eigentlich schon lange davor, weil mir vor ein paar Jahren schon einmal eine andere Geschichte im Kopf mit dem Thema herumschwirrte) habe ich mich tatsächlich intensiv mit dem Thema „Sexualität und Lähmung“ befasst. Das Ergebnis war recht eindeutig: Es gibt nicht „den“ Querschnittsgelähmten.
Wie du schon schreibst: Die Beeinträchtigungen sind von der Lokalisation und vom Ausmaß der Läsion abhängig und ob es sich um eine komplette (sprich überhaupt keine Sensorik/Motorik mehr) oder um eine inkomplette Lähmung handelt. Gerade bei denen mit einer inkompletten Lähmung ist eine Erektion gar nicht so ungewöhnlich (ebenso wie ein Restgefühl im Penis).
Gleiches gilt für den Teil mit der Blasen- und Darmlähmung. Okay, ich gebe zu, dass ich den Teil aus Romantikgründen ;-) außen vor gelassen habe, aber auch hier gibt es Unterschiede und Gelähmte, die eine nahezu normale Blasenfunktion haben (dabei wird die volle Blase aber tatsächlich meist anders als früher wahrgenommen).

Ja, es ist alles ein wenig geschönt dargestellt und spiegelt nicht den gemeinen Querschnittsgelähmten wider, den man bei einem solchen Thema immer gleich vor Augen hat und den es leider deutlich häufiger gibt, als einen André.
Aber das war auch nicht meine Absicht gewesen. Ich wollte einfach nur eine (wenn auch reichlich überzuckerte *lach* ) Fortsetzung schreiben und zeigen, dass der Rollstuhl nicht das Ende des (Sexual-)Lebens sein muss.
Für ein besseres Verständnis hätte ich wohl deutlicher sein sollen, wie es um Andrés Behinderung genau bestellt ist.
Natürlich spielt sich Sex größtenteils im Kopf ab (bei jedem Menschen) und das ist wirklich ein Punkt, den ich hier ein wenig (oder zu sehr) vernachlässigt habe. Das gebe ich zu.

Ob sich bei André früher etwas hätte regen müssen? Hm, gute Frage. Wenn man bedenkt, dass er erst einmal eine recht lange Zeit in Krankenhaus/Reha verbracht hat und in eine waschechte Depression verfallen ist, denke ich, ist ein Jahr ohne sexuelles Verlangen nicht so ungewöhnlich. Zumal auch bei körperlich ansonsten Gesunden, die an einer Depression leiden, meist kein/kaum sexuelles Interesse vorhanden ist (sei es auf Grund der Erkrankung selbst oder der Medikamente).

Ich freue mich aber, dass dir die Geschichte im Grundsatz dennoch gefallen hat! :)

Ich bin wirklich dankbar über deine ehrlichen und kritischen Worte! Rückmeldungen dieser Art sind leider selten, obwohl sie doch so wichtig sind, wenn man als Autor den Anspruch hat, sich weiterentwickeln zu wollen. Aber ich weiß auch, dass viele sich nicht trauen, derartige Kritik zu äußern. Denn leider scheint es zu einer Art Volkssport verkommen zu sein, solche Kritiker regelrecht nieder zu machen (sei es der jeweilige Autor selbst oder seine selbsternannten Anhänger). Das finde ich ernsthaft schade und zeugt nur von Selbstüberschätzung oder gar Borniertheit.
Daher: DANKE und weiter so ;-)

GLG Sitala
22.11.2014 | 22:26 Uhr
zu Kapitel 1
Eine sehr schöne Fortsetzung. Nicht nur dass sie endlich wieder miteinander geschlafen haben ... nein ... es endete sogar mit einem spontanen Heiratsantrag. Es ist schön zu lesen dass Andres Behinderung nichts an der Rollenverteilung im Bett geändert hat und Simon auch nach wie vor lieber Bottom ist und Andre den aktiven Part überlässt.
Das Andre nach seiner Diagnose von so vielen Ängsten und Zweifeln überfallen war kann ich verstehen und ich bin froh, dass er den Schritt gegangen ist und sich Hilfe bei einem Psychologen geholt hat. Auch wenn ich verstehen kann, dass das ebenfalls ein schwerer Schritt für ihn war. Aber alleine schafft man solch tiefgreifende Veränderungen sicher nicht ...
Ich bin wirklich froh dass die Beiden jetzt wieder glücklich sind.

LG Icelady

Antwort von Sitala Helki am 23.11.2014 | 09:17:27 Uhr
Und noch einmal Hallo! ;-)

Vielen lieben Dank!
Ja, die beiden haben mich lange Zeit nicht wirklich losgelassen und irgendwann war der Drang da, Andrés Sicht der Dinge zu schildern.
Sich professionelle Hilfe bei einem Psychotherapeuten zu suchen, ist sicher ein Schritt, den keiner gerne geht. Andererseits kann ich auch die Leute verstehen, die sich nach solch einem Ereignis erst einmal einigeln und in Ruhe gelassen werden wollen. Nur ist es in Andrés Fall schwer, die neuen Umstände einfach zu ignorieren, weil er natürlich jede Sekunde an seinen 'Zustand' erinnert wird.
Das mit der Rollenverteilung war natürlich Absicht. Denn nur, weil einen äußere Umstände in eine bestimmte Richtung drängen, muss das ja nicht heißen, dass man diese nicht selbst zumindest ein wenig beeinflussen kann.
Der Heiratsantrag war spontan - auch für mich ;-). Ich war so drin in der Szene wollte schon "Ende" schreiben und dann kam das und irgendwie passte es.

Schön, dass dir die Fortsetzung gefallen hat! ♥
Die beiden werden sicher noch einigen Stolpersteinen begegnen, aber ich denke, das Schlimmste haben sie jetzt überstanden.

GLG Sitala
02.11.2014 | 09:20 Uhr
zu Kapitel 1
Hi, ich finde die Fortsetzung toll... ich mag beide total!

Das die Rollenverteilung im Bett bestehen bleibt, wie beide es mögen und nicht vom Unfall beherrscht wird, finde ich gut.

LG Bia

Antwort von Sitala Helki am 02.11.2014 | 09:51:33 Uhr
Danke dir, Bia!
Freut mich, dass es dir gefallen hat! :)
Ja, der gute André hat sich wohl zu viele Gedanken gemacht, während es für Simon selbstverständlich war, dass sich nichts ändert.

GLG und einen schönen Sonntag noch!
Sitala
01.11.2014 | 20:11 Uhr
zu Kapitel 1
Jetzt wissen wir, was aus André und Simon geworden ist.
Ich fand es toll, dass diese Geschichte aus André's Sicht erzählt wurde.
Nur er konnte uns so richtig erzählen, was sich in dem Jahr geändert hat und wie erkämpfte für sich und Simon.
Es war für ihn eine große Überwindung wieder an Sex zu denken und ihn auch zu praktizieren.
Ohne seinen Therapeuten hätte er nie oder zumindest nicht so schnell wieder Gefallen daran gefunden.
Simon hat es ihm aber auch leicht gemacht. Für ihn ist André noch immer so begehrenswert, wie vor dem Unfall.
Der Heiratsantrag war die Krönung ihrer Beziehung und Liebe.

Antwort von Sitala Helki am 01.11.2014 | 22:48:56 Uhr
Hallo Piccolo!
Vielen lieben Dank!
Mir haben die beiden irgendwie auch keine Ruhe gelassen und schon seit Längerem immer wieder im Kopf herumgeschwirrt. ;-)
Dass die Fortsetzung aus Andrés Sicht kommt, war aber irgendwie von Anfang an klar. Ja, André hatte (und hat) viel zu verarbeiten, aber die größten Hürden sind jetzt geschafft und so kann ich sie auch getrost ziehen lassen ;-) .
GLG Sitala
01.11.2014 | 01:10 Uhr
zu Kapitel 1
Andre ist zum Psycho-Doc gegangen? Finde ich sehr gut... Und auch, wenn er Simon davon nichts gesagt hat, so war es doch die richtige Entscheidung... Das hat man ja jetzt eindeutig gesehen... Und Simon hat ja Recht... Wenn er lieber der Bottom ist, wird er eben in Zukunft öfters reiten gehen ;-)
Und ne Hochzeit steht ja auch noch an...

Antwort von Sitala Helki am 01.11.2014 | 07:50:06 Uhr
Guten Morgen!

Vielen Dank für dein Review! :)
Ich denke mal, jetzt wird André ihm auch sagen, dass er zur Therapie geht.
Ja, man muss sich eben den Gegebenheiten anpassen, nicht wahr? ;-)

Ob ich die Hochzeit noch wirklich schreibe, weiß ich noch nicht. Erstmal sind Olli und Adrian dran, aber wer weiß, wenn mir mal wieder nach einem Zuckerschock ist ...
GLG Sitala

P.S.: Um welche Uhrzeit schreibst du denn reviews? *lach*