Reviews 1 bis 7 (von 7 insgesamt):
14.09.2014 | 23:39 Uhr
zu Kapitel 3
Wie war das noch mit Fortsetzungen?

Dieses dritte Kapitel finde ich am schwächsten. Einerseits gibst du hier sprachlich nach. Es wirkt sehr wie eine unfertige Übersetzung aus dem englischen, weil es viele markierte Formulierungen enthält und fiele grammatikalisch falsche Bezüge. Ausführliche Liste wie immer per Mail.

Auch inhaltlich wird es schwammig, die Bilddichte lässt nach. Im ersten Teil ist es recht belangloses Geplänkel, was zwar irgendwie noch Spaß macht, einfach weil es diese Figuren sind und du den Dialog gut gestaltest, aber das ist eher ein Stil für längere Texte, bei Kurzgeschichten erwarte ich da mehr. Vor allem weil du die Szene den Sprüchen anpasst. Der Absatz in dem Jayne die Hurendiskussion eröffnet ist mit der klugen Bemerkung die lauert und dem verdammten Hinweis sehr schön formuliert, würde so aber nicht passieren. Dafür ist Simons Vorlage zu schwach, bei dem Spruch würde Jayne nur ein "Mhm", murmeln und einschlafen. Da ist überhaupt keine Provokation drin, dadurch wirkt Jaynes Aussage die die folgenden Ereignisse bedingt zu sehr wie ein Autoreneingriff, ein von außen motivierter Konfliktauslöser.

Auch entziehst du Simon zu sehr seine Mitbestimmung und Individualität. Jayne pfeift und Simon springt. Ich glaube dir, dass Simon sich so verhalten würde, aber du vermittelst das Warum nicht, wodurch es extrem diktiert wirkt. Ich glaube es liegt an dem "Ta ma de, tu es einfach!"-Part, da tut Jayne nicht genug um Simons Rückkehr wirklich zu verdienen. Ich sage nicht, dass er mehr sagen müsste, er müsste mehr vermitteln, damit klar wird, dass Simon auf mehr als nur einen plumpen Befehl reagiert.

Dabei bleibt Jayne gut getroffen, zumindest dem Leser gegenüber. Die Wendung zu ”Ich küsse meine Huren nicht” ist sehr schön und der Spruch perfekt auf den Punkt gebracht und ein schöner Bogen zum ersten Teil.

Den Schluss kriegst du dann wieder gut hin, die Kehre mit Simons Feststellung, dass Jayne gar nicht so doof ist wie er sich gibt ist sehr schön, und auch mit dem "Du bist klug" später schön verbunden. Allgemein hat Jayne gerade zum Ende hin ein paar sehr gute Sätze.
Dieser Part war es dann auch der diesen Teil trotz der Schwächen rechtfertigte und das Leseerlebnis vervollständigte, die Einsichten die Simon in Bezug auf seine Eltern und sich bekommt sind spannend und schön umgesetzt, nicht zu plakativ oder aufgesetzt und obwohl auch hier Jayne die Ansage macht, ist es nicht diktiert, hier gelingt die Simon wieder gut, und es ist gut nachzuvollziehen wie er Jaynes Aussagen aufnimmt und begreift.

Verzeih mir die Kritik und bedenke, dass ich immer sehr hohe Ansprüche habe und mich trotzdem von allen drei Teilen gut unterhalten gefühlt habe.

Vielen Dank für diese Geschichte, ich freue mich auf mehr.
14.09.2014 | 17:21 Uhr
zu Kapitel 2
Da bin ich wieder mit dem zweiten Durchgang durch das zweite Kapitel, vorab die Kritik:

Der erste Absatz des zweiten Teils ist irgendwie verquer, er ist nicht falsch oder so, nur bekommt man davon einen Knoten im Hirn: Eine Möglichkeit die zu einer ungewollten Ablenkung wird weil man sie eigentlich realisieren will. Auch wenn man davon ausgeht, dass Jayne klüger ist als er sich gibt, ist das ein zu komplexes Konstrukt und zu aufwändig formuliert.

Auch die, nennen wie es banal "Angrab"-Szene am Anfang des Dialogs ist nicht so ganz gelungen. Natürlich ist Jayne eine Bedrohung aber da Simon der Initiator der Begegnung ist, sich also freiwillig und von sich aus auf Jaynes Terrain begibt, sind hier nie die Bedingungen einer Nötigung vorhanden. Das heißt, dass das WAS eigentlich immer klar ist, die Problematik liegt im WIE und das bekommst du nicht so richtig hin. Von Simons Seite her schon, die Sache mit dem Vertrauen ist gut und auch das mit dem Aufhören trifft den Punkt, aber Jaynes Seite passt hier nicht. In dieser Situation, allein in Jaynes Kabine ist Jayne der absolut dominante, Simon bleibt nur die Flucht, die er in dem Moment in dem er sich von der Leiter entfernt aufgibt, was aber auch vollkommen in Ordnung ist, weil es auf der Krankenstation genau so ist. Aber du zerredest dieses Absolute, was den Vergleich ja so schön macht, durch das Gerede, dass Simon sich wehren/kämpfen könnte. Das finde ich nicht treffend, vor allem aber auch einfach falsch.


Sehr schön fand ich den Hintergrund den du Jayne gibst; die Kindheit in einem Bordel wird gut beschrieben, vor allem das Detail mit den Frauen die immer wieder nach ihm sehen, vermittelt etwas familiäres, ohne unangemessen kitschig zu sein. Du fängst mit dem Respekt auch etwas ein, was ich an Jayne in der Serie sehr toll gefunden habe. Er bewegt sich in sehr schäbigen Milieus mit einem groben Anstand und eben Respekt. Wie er in den Folgen "Jaynestown" und "Leichte Mädchen" mit den Leuten umgegangen ist zeigt genau diesen Aspekt den du hier zeichnest, daher wieder sehr schön IC.

Auch die Wahrnehmung von Simon übernimmst du schön aus der Serie und seiner beginnenden Beziehung zu Kaylee: Simon der "keine Worte findet" ist sehr gut getroffen.

Die Vertrauensfrage löst du sehr souverän, vor allem mit Jaynes Frage ob Simon gelogen hätte, super simpel und platt in der Argumentation aber perfekt unwiederlegbar und wieder super an die Serie angeschlossen.

Mit der Luke hast du dann auch das perfekte Bild für das Vertrauen gefunden, Simon gibt die einzige Option die er hat (Die Flucht) auf und vertraut, das ist sehr schön, vor allem weil Jayne dadurch dass es ihm egal ist so dargestellt wird, dass er nicht versucht Simon zu überzeugen. Das macht die ganze Sache perfekt zu Simons Entscheidung, was mir sehr gut gefallen hat. Es bricht auf gewisse Art die Rollenverteilung auf und definiert die Dominanz um.
12.09.2014 | 21:15 Uhr
zu Kapitel 1
JJ hat einen Firefly-Anfall und ich verpasse es!!!!!????? Sch*** RL!!!!

Da bin ich wieder, drei Jahre Lebenserfahrung mehr und kein Stück klüger, aber immer noch ganz begeistert von deinem Schreibstil leider bin ich bei Reviews etwas arg aus der Übung :-/
Ich versuche es trotzdem:

Sehr gelungen finde ich hier den Flashlight-Aufbau, also das Aufblitzen von Szenen die nicht eingebunden sind aber weit genug streuen um klar zu machen was passiert. Der einstieg in die Vollen ist sehr spannend und packt den Leser sofort.
Die Charaktere sind sehr gut getroffen obwohl du ja durchaus vom Canon abweichst. Vor allem bei Jayne hätte ich nicht erwartet, dass ihm das schwule so gut steht. Das Gespräch der beiden kommt super rüber, es wird klar, dass es ein für Jayne untypisches Gespräch ist, ohne dass der Charakter verbogen wirkt. So Sprüche wie "Sie kann Gedanken lesen, Mann" machen ganz deutlich, dass es immer noch Jayne ist, wenn auch in einer extremen Situation.
Auch Simons Position machst du sehr schön klar, in dem Zwiespalt sich einerseits nicht von seiner Herkunft lösen zu können, andererseits aber auch einzusehen, dass man nicht in das Alte zurückkehren möchte ist er noch hilfloser als sowieso schon.

Stilistisch und sprachlich ist die Geschichte großes Kino, noch besser als ich deine TW Sachen in Erinnerung habe. Die perfekt platzieren und präzise beschriebenen Details - wie das Abwischen der Hände, das Wegsehen - machen das Lesen zu einem absoluten Genuss und zeichnen die Charakter unglaublich schön.

Es war mir ein unglaubliches Vergnügen und eine unendliche Freude nach so langer Zeit zu so guten Texten zurückkehren zu dürfen.
18.12.2013 | 16:00 Uhr
zu Kapitel 3
Liebe JJ !
Nun, wie war Simon denn nun ?
Jedenfalls hat er nachher gezickt ;)
Da kamen eben 2 ganz unterschiedliche Charaktere zusammen.

Aber immerhin hat Simon auch erkannt, dass an Jayne mehr dran ist als das, was er zeigt.
Mir gefiel aber, was Jayne Simon sagte: Dass er keinen Respekt erwarten darf, wenn er sich den nicht erkämpft hat.
Unterstreiche ich !
Sei herzlichst gegrüßt.
R ★
18.12.2013 | 15:58 Uhr
zu Kapitel 2
Liebe JJ !
Irgendwie ist mir entgangen, dass das hier kein OneShot war :(

Ehrlich gesagt kann ich mir Jayne und Simon ganz schlecht mitsammen vorstellen,
eher Malcolm und Simon. Denn Simon ist so besonders sensibel.

Aber wie es Jayne denkt und dass Simon eine gewisse Anziehung verspürt, das kam gut rüber.
Wie Simon wohl wäre als Liebhaber oder Geliebter… ja doch, die Frage ist es wert, gestellt zu werden.
Liebe Grüße.
R ☆
13.07.2013 | 06:20 Uhr
zu Kapitel 1
Firefly .. Weißt Du wie lang das her ist? Und das hier die komplette Staffel und Film rumstehen?
Egal, ich freu mich über die Geschichte. Sie ist gleich auf einer meiner 'Muttu-lesen-Listen' gelandet :)
30.06.2013 | 20:50 Uhr
zu Kapitel 1
Liebe JJ !
Nach langer Zeit mal wieder hier eine FF gelesen – und ich muss feststellen, ich vermisse die Serie.
Du hast den Ton der Serie wirklich gut getroffen
und ich mochte den Hurt/Comfort und wie warmherzig und doch so typisch für die Serie du es eigentlich offen enden ließest.
Sonnige Grüße.
R ☼