Autor: SuesserKaefer
Review 1 bis 1 (von 1 insgesamt) für Kapitel 2:
05.04.2012 | 01:07 Uhr
zu Kapitel 2
Okay. Du möchtest Reviews. Und ich möchte was sagen. Trifft sich also gut.

Zu allererst: Ich bin mir sicher, das könnte sogar gut werden. Vielleicht. Wenn es anders wäre. Das Ganze braucht um Einiges mehr Schliff, um lesbar zu werden. Und vor allem braucht es die zwei R: Realismus und Recherche. Ich weiß wirklich nicht, wovon es mehr gebrauchen könnte, aber vermutlich vor allem Recherche, um es realistisch zu machen. Ich weiß auch nicht, was genau ich an Beispielen für Verbesserungsmöglichkeiten nehmen soll. Es gibt nämlich so viele.

Generell kann man sagen, dass ich von jemanden, der sich im BoB-Fandom herumtreibt, erwarte, dass er oder sie wenigstens die mindeste Recherche betrieben hat. Der simple Suchstrang "women US army WWII" hätte dir beim Googeln gezeigt, dass das, was du hier machst, ausgemachter Blödsinn ist. Das, was du vorhast, wäre auch gegangen, ohne dass du sie gleich zur "Fallschirmjägerin" (das Wort gibts gar nicht, das heißt "Fallschirmjäger (w)", wenn überhaupt) gemacht hättest.

Stichworte Women's Army Corps, Army Nurse Corps, American Red Cross, USO... Du hättest sie immer noch in Toccoa stationieren können und sie hätte sogar mit nach Europa gehen können, als Krankenschwester sogar schon ziemlich früh (ich empfehle zum Thema Krankenschwestern an der Front immer gerne alles zum Thema Nordafrika und Landung in Anzio, besonders über die britischen QAs, und natürlich die Geschichte der Engel von Bataan im Pazifik-Krieg) und es wäre nicht so gräßlich unrealistisch und damit auch unlesbar geworden. Sogar als Kriegsberichterstatterin wäre es realistischer gewesen (Martha Gellhorn war vor dem großen Hemingway an der italienischen Front, was wohl mit ein Grund war, warum er sich von ihr scheiden ließ...).

Was mich auch sehr gestört hat: Du scheinst, verzeih mir dir Härte, keinerlei Ahnung von der Zeit und dem Sujet zu haben. Niemand in den 40ern hätte das Wort "deeskalierend" verwendet (ich bin mir nicht mal sicher, ob man das da überhaupt schon kannte...) und kein Vorgesetzter der Welt hätte gesagt, dass eine Frau den Männern "Trost" spenden würde, schon gar nicht in der Infanterie. Tatsächlich hätte man sie im Kasernenklatsch umgehend zur Regimentsmatratze gemacht, auch wenn sie das gar nicht war (und alle hätten mitgemacht. Vielleicht sogar Dick Winters. Er war auch nur ein Kind seiner Zeit).

Die 40er waren in den USA eine ziemlich altmodische, man möchte fast sagen prüde Zeit. Ein Mädchen hatte vor der Hochzeit Jungfrau zu sein und wenn sie ein uneheliches Kind erwartete, hatte der Vater sie gefälligst zu heiraten, und wenn er die Schrotflinte im Rücken hatte (daher der Begriff "shot-gun wedding"). Dass sie als Kombattantin bei der Infanterie unterkommt und dort als einzige Frau untergebracht ist, ist VÖLLIG undenkbar. Wirklich VÖLLIG. Da gilt auch keine künstlerische Freiheit mehr.

Ich weiß, es ist einfacher, sich alles irgendwie zusammenzudenken und einfach mal loszuschreiben, aber frag dich mal selbst: Willst du EINFACH... oder willst du GUT? Wenn du einfach willst, mach weiter wie bisher, aber warte nicht auf Leute, die dir zujubeln. Wenn du GUT willst, wühle dich durch Wikipedia, Google und wenn du Spaß dran hast auch Hardcopy-Quellen (ie... Bücher) und fang DANN, an zu schreiben.