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Autor: Liskaya
Reviews 1 bis 5 (von 5 insgesamt):
Iryna Wolkowa (anonymer Benutzer)
23.02.2012 | 13:03 Uhr
Kommentar zu …

→Glaube.←

Hy Fireblossom,

so, da ich jetzt wieder die Motivation gefunden habe, mich weiter durch die anderen Schreibanstöße zu boxen, bekommst auch du einen Kommentar. Ich muss zugeben, dass der Titel mich skeptisch hat werden lassen, denn ich habe so meine Probleme mit dem christlichen Glauben. Was aber nicht bedeuten soll, dass ich dies nicht toleriere. Von mir aus soll jeder an das glauben, an was er will, solange man nicht versucht, mich dazu zu bekehren. Ob es jetzt Christentum, Islam ist oder der Glaube an den heiligen Waschbären, völlig egal, solange andere nicht dadurch zu schaden kommen.

Aber das hat ja nur indirekt etwas mit deinem OS zu tun und man kann ja auch nicht nur einen Glauben in Religionen haben, nicht wahr? (:

Nur eine kleine Frage vorne weg: Ist der Punkt beim Titel Absicht?

Den Anfang fand ich schon mal gelungen, und irgendwie passt auch die Ich-Perspektive perfekt ins Kontext.

Einen Kommafehler habe ich entdeckt:

[Seltsam erscheint es da, dass ich mich aus unserem kühlen Haus wage langsam den Weg entlang schlendere, der aus unserem Dorf hinausführt.]

Zwischen “wage“ und “langsam“, → Komma, da es ja eine kurze Aufzählung von Handlungsabschnitten ist.

Ich weiß nicht, warum, aber dieser Satz

[Meine Gedanken nutzen die Weite, die sich ihnen bietet - sie schwirren durcheinander wie Schwalben, die in der Dämmerung auf Futtersuche gehen.]

hat mich auf eine sonderbare Art und Weise berührt. Ich kann es mir diese Szene so gut vorstellen, als ob in meinem Kopf ein Film ablaufen würde. Dieses Metapher ist dir einfach gelungen, großes Lob.

Der zweite Absatz deiner Geschichte hat in mir Erinnerungen geweckt. An meine Kindheit in meinem Heimatland. Genau wie deine Figur liebe ich den Regen. Auch im Sommer, obwohl ich dieser Jahreszeit recht wenig abgewinnen kann. Ich vertrage die Hitze einfach nicht, muss man sich da über meine Antipathie wundern?

[Wenn ich mich umschaue, kann ich verstehen dass dieser Ort es ihr leicht macht, alle Sorgen loszulassen und sich allerlei Müll von der Seele zu reden.]

Zwischen “verstehen“ und “dass“ → Komma, aber auch mit dem Fehler gefällt mir dieser Satz sehr. Man kann richtig spüren, was diesen Ort so besonders macht …

Deine Figur widerspiegelt wohl dein Selbst, oder? Wenn ja, dann kann ich mich mit dir/ihr immer mehr identifizieren. Ich kann nicht einmal sagen, wieso das so ist. Wahrscheinlich liegt es daran, dass deine Figur als eine von vielen geschildert wird. Sie ist nachdenklich, liebt die Natur, den Regen, macht sich Gedanken. Keine perfekte Persönlichkeit, einfach jemand von nebenan, sozusagen.

[Woran lohnt es sich zu Glauben?]

Wenn mich nicht alles täuscht, muss “glauben“ klein geschrieben, da es ein Verb ist.

[Solche Diskussionen führe ich ungern. Sie sind voller Arroganz. Und ebenso die Menschen, die sich wegen dieser Fragen verbal die Köpfe einschlagen. ]

*unterschreibt*

Zu Anfang schrieb ich, dass ich an keinen der großen Gottheiten glaube, weder an den christlichen Gott, an seinen angeblichen Sohn Jesus noch an Allah, was aber nicht heißt, dass ich an gar nichts glaube. Denn in einem hast du recht. Jeder von uns braucht etwas, in dem er Halt findet, wenn, um es mit deinen Worten wiederzugeben: “alle Stricke reißen“. Ich glaube an das Schicksal und auch daran, dass es so etwas wie eine Wiedergeburt geben kann. Ich denke auch nicht, dass es ein Zufall gibt, aber das ist meine persönliche Meinung und keiner muss mit ihr übereinstimmen.

[Ob ich ins Paradies komme ist mir – ganz ehrlich gesagt – unwichtig.]

Zwischen “komme“ und “ist“ → Komma.

Früher da habe ich es mit dem Christentum versucht, aber ich musste schnell feststellen, dass es nichts für mich war. Es war eine Phase, eine Lehre, ich bereue diesen Abschnitt nicht, denn er hat mir gezeigt, dass ich – zwar getaucht – nicht an die christliche Kirche glauben kann. Es ist einfach so. Ich brauche keine Religion, mir reicht es schon, wenn ich an mich selbst und an das Schicksal glauben kann. Ich hoffe, dass war verständlich genug.

Diesen Abschnitt muss ich ebenso unterschrieben:

[Was ich allerdings weiß – und dies ist sicher – ist, dass ich hier und jetzt lebe und die Welt um mich herum es ebenso tut. Dass es ganz allein an mir liegt, ob ich jetzt nach Hause gehe oder noch zwei Stunden hier sitzen bleibe. Dass es meine Entscheidung ist, wie ich anderen Menschen begegne. Und dass alles, was ich tue, eine Auswirkung und einen Grund hat. Manches fällt überhaupt nicht ins Gewicht, anderes dafür umso mehr. Alles ist miteinander verbunden, gibt uns Möglichkeiten, so viel zu tun. Zu erreichen. Zu erleben. Doch es bürdet und ebenso Verantwortung auf. Für uns, andere und die Welt, in die wir hineingeboren werden.]

Ja, ich glaube an Schicksal, aber der Mensch ist auch selber verantwortlich für seine Handlungen. Jeder hat das Recht auf das Leben, welches er leben will, solange keine andere Menschen zu Schaden kommen. Ich glaube nicht, dass Gott, Allah oder wer auch immer unsere Entscheidungen lenkt. Nur wir. Doch dann sollt es uns bewusst sein, dass es Auswirkungen haben wird. Ob positiv oder negativ, sei mal dahin gestellt.

Ein Fehler ist dir im vorletzten Satz unterlaufen. Ich denke, das “und“ soll in Wahrheit “uns“ heißen. Anders ergibt es für mich keinen Sinn.

Was die Musik anbelangt, da muss ich dir zustimmen. Ich persönlich brauche die Musik zum Schreiben, sie gibt mir Antrieb, neue Ideen. Es gibt da eine russische Band [Руки Вверх/zu Deutsch “Hände hoch“], die mich seit meiner frühsten Kindheit begleitet und nie losgelassen hat, egal ob ich sie eine Zeit lang nicht gehört habe. Die Band hat mich auf meinen Lebensweg begleitet und tut es immer noch. Sie gibt mir auch einen Halt, wenn ich mich verliere, denn sie erinnert mich an meine Kindheit. Man kann auch sagen, dass diese Band und die Musik fest mit meinem Leben verankert sind. Die Welt ändert sich immer, doch eines bleibt mir gewiss und dass ist meine Treu zu der Band und auch den beiden Mitgliedern. Sie werden mich auch weiterhin begleiten – man kann sagen, bis in den Tod.

[Respekt – gegenüber anderen und sich selbst. Durchhaltevermögen – egal wie tief man fällt. Wertschätzung – andere Menschen, Natur, kleine Zeichen der Freundschaft oder die simple Tatsache, dass man etwas zu Essen auf dem Teller und Kleidung hat, um nicht nackt durch die Gegend rennen zu müssen. Offenheit – weder die Ohren, noch das Herz zu verschließen und somit alles erleben zu können, was um uns herum passiert. Mut – etwas zu hinterfragen, zu verteidigen oder auch abzulegen, wenn man merkt, dass es nicht das ist, was man eigentlich vertreten oder gar sein möchte.]

Diese Werte sind sehr wichtig und dürfen nie verschwinden. Es erschreckt mich immer wieder, wie respektlos manche sind, wie die Natur zerstört wird, wie arrogant manche Leute ihren “Wohlstand“ hier als selbstverständlich ansehen und auf die Armen schimpfen. Es gibt in der Bibel eine Aussage, der ich zustimme, selbst wenn ich sonst nicht glaube, aber alle Menschen sind (sollen) vor Gott gleich sein. Kein Arm und Reich. Gerechtigkeit für alle.

Mir kommt ehrlich gesagt das Kotzen, wenn mir super reiche Kinder begegnen, die immer das Neuste, Teuerste haben wollen, während andere Kinder schon um etwas Brot kämpfen müssen. Und die Sprüche von solchen, denen es so gut geht, die treiben mir echt die Galle hoch.

[Der Baum, der neben der kleinen Bank steht auf der sich sitze, ist älter als ich und hat somit mehr erlebt, mehr erlitten und überstanden.]

Zwischen “steht“ und “auf“ → Komma.
Und das “sich“ soll eigentlich “ich“ heißen, oder?

Wir sollen die Natur schätzen und nicht als unser Eigentum betrachten, denn sie hat mehr erlebt als es uns bewusst ist.

[(…) doch es gibt eine Sache, die mir sauer aufstößt: Dass viele Menschen die Verantwortung über sich und ihr Leben einfach so aus der Hand geben wollen, in dem sie sagen: „Gott wird das schon richten. Er wird einen Weg finden.“ ]

Genau diese Tatsache habe ich bereits ebenfalls angesprochen, weil sie mich genauso sauer aufstößt. Weiteres dazu steht weiter oben.

[Was wir jedoch wissen ist, was wir jetzt und heute leben – und dass uns nur dieses eine Leben geschenkt wurde.]

das “was“ nach dem Komma sollte eigentlich “dass“ heißen, oder?

Was mich traurig stimmt, ist, dass viele Menschen ihr Leben nicht schätzen und sich selber zerstören. Sie begreifen nicht, dass das Leben ein Geschenk ist, selbst wenn es uns mal verarscht.

Der letzte Abschnitt hat mich zu Tränen gerührt. Nein, eigentlich war es der ganze Text, der mich ergriffen hatte.

Liebe Fireblossom, ich liebe deinen OS. Es ist unglaublich, was du aus so einem schönen Bild gezaubert hast. Ich gestehe hiermit ehrlich, dass dieser OS zu den Besten gehört, die ich je lesen durfte. Danke dafür.

Lg Ira

PS: Ich hoffe, du bist mir wegen den Anmerkungen bezüglich Fehler nicht böse.
11.02.2012 | 14:34 Uhr
Das war wunderschön geschrieben und sehr durchdacht, ragt hier wirklich heraus.
Etwas, das es wirklich gibt als Aufhänger für allgemeine Gedanken und sehr persönliche Erinnerungen.
Großes Kompliment.
Lieben Gruß ! R ♥
07.02.2012 | 19:05 Uhr
Find ich sehr gut geschrieben. Du hast genau diese Gefühle zum Ausdruck gebracht,
die jeder bei dem Gedanken an das an das er glaubt empfindet.
Besonders gut finde ich, dass du das auf diesen bloßen Impuls durch das Bild mit
der Bank hin entwickelt hast. Respekt.
Schreib unbedingt mehr solche Texte. Du triffst die richtigen Gefühle.
GLG
Josy
03.02.2012 | 21:20 Uhr
Hi

Es ist lange her, seit ich etwas von dir gelesen habe. Endlich ändere ich das mal! :)

Das Thema gefällt mir sehr, das du gewählt hast. Ich finde es wirklich interessant, zu sehen, was andere Leute über Glauben denken. Auch wenn ich mich irgendwo zwischen Atheismus und Agnostizismus einordnen würde, finde ich nicht, dass das ein Grund ist, Religion und den Umgang damit nicht faszinierend zu finden.

Als erstes: Ich liebe die ruhige Stimmung, die du vermittelst. Ich würde gerne mal an diesen Ort ;)
Die Sonne, der Baum, die Bank, das nahende Gewitter, das klingt alles irgendwie schön. Und wirklich beruhigend, irgendwie.
Auch ansonsten finde ich deine Metaphern schön.
(z.B. das hier: "Meine Gedanken nutzen die Weite, die sich ihnen bietet - sie schwirren durcheinander wie Schwalben, die in der Dämmerung auf Futtersuche gehen." Oder die Analogie mit der Tür. Hat mir gut gefallen, das passt zu dem nachdenklichen Stil)

Hm. Hierzu: „Gott wird das schon richten. Er wird einen Weg finden.“
Den Umgang, den du bei dieser Aussage kritisierst, den würde ich auch kritisieren. Aber ich habe irgendwie das Gefühl, dass es anders gemeint ist - dass damit gesagt wird, dass die entsprechende Person auf Gott vertraut und somit darauf vertraut, dass es einen Weg _gibt_ und dass sie ihn (mit Gottes Hilfe) finden kann. Vielleicht irre ich mich, aber das ist der Gedanke, den ich dazu hatte.

Deine Haltung, dass man sein Leben selbst in die Hand nehmen sollte, finde ich äußerst sympatisch ;)

Das Bild zur "Gebetsbank" gefällt mir, aber irgendwie wünsche ich mir, dass ich nicht draufgeklickt hätte - meine eigene Vorstellung gefiel mir besser. *g*
Aber den Schreibanstoß hast du gut umgesetzt, finde ich.
Apropos Bilder: Ich habe heute dieses Bild (http://humon.deviantart.com/gallery/?offset=864#/d2gkxr) angesehen und finde, es passt irgendwie zu deinem OS.

Liebe Grüße,
Romy
Devil73 (anonymer Benutzer)
02.02.2012 | 05:23 Uhr
Ich glaube an nichts,doch an mich und meine Kinder.Aber nicht an Gott und bin trozdem glücklich,
aber jeder sollte an dass glauben was er will.
Ich könnte auch etwas aufschreiben,was für tolle Taten ich doch tat und in 200 Jahren finded es einer
und ich werde eine Göttin,ich meine es nicht böse.
Ich sehe dass Leben als Geschenk an und werde es so gut es geht ,geniesen,es kann ja schnell
vorbei sein.
Viele gibt den Glauben Mut,Kraft und Hoffnung,aber nein,verloren bin ich nicht ,weil ich eigentlich an
nichts glaube,wenn es mir schlecht geht,habe ich meine Familie an die ich mich festhalten kann,dafür
brauch ich keinen Gott.
In Namen Gottes werden Kriege geführt,gemorded,ihn für alles verantwortenlich gemacht ,in grunde tut
er mir leid,aber anderseits,fände ich es eine Sauerrei,wenn es einen Gott gäbe und er dabei zusehen würde
wie ein Kind vergewaltigt wird.
Ich fand es aber höchst intressant,was du geschrieben hast,auch so tiefgründig und exellent geschrieben:)
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