Anzeigeoptionen  Review schreiben Regelverstoß melden Sortieren 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 
Autor: Fleny
Reviews 1 bis 7 (von 7 insgesamt):
25.07.2011 | 16:16 Uhr
Hallo Fleny,

auf der Suche nach neuen FFs zum Thema „Königreich der Himmel“ bin ich auf deine gestoßen. Jetzt bin ich sehr gespannt, was du geschrieben hast, da besonders der Charakter des Königs Balduin eine Herausforderung darstellt.

Zuerst einmal finde ich es super, dass du aus der Ich-Perspektive über Balduin geschrieben hast. So kann man seine Gedanken und Gefühle noch mehr nachvollziehen und sich in seine Lage versetzen, was ich besonders bei ihm sehr wichtig finde. Er ist ein sehr vielschichtiger Charakter, was ihn wohl so interessant macht.
Die Lepra... Ja, diese Krankheit gehört zu ihm dazu, was seine ganze Persönlichkeit ausmacht. Sie prägt Balduin, was auch im Film sehr deutlich geworden ist. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie es sich anfühlt, wenn einen der eigene Körper im Stich lässt und man spürt, dass sein eigenes Ende immer näher kommt.

Ist das nicht ein Widerspruch? Zuerst sagt Balduin, dass ihm selbst das Sprechen und Atmen immer mehr Kraft kosten, und dann spricht er davon, dass sein Körper zu stark sei, um der Last nachzugeben.

Ein kleiner Zeitfehler: Es heißt „dass mein Leben bald ein Ende finden würde“. Noch ist Balduin ja nicht tot.
Und noch ein kleiner Logikfehler: Balduin stimmt nicht mit seinen Ärzten darin überein, dass er bald sterben wird, hat aber den Kampf um sein Leben aufgegeben und wartet nur noch darauf, von seinem Leid erlöst zu werden. Das widerspricht sich.
Aber all das zeigt ganz deutlich, dass Balduin sein Leben aufgegeben hat. Dass er will, dass es endet, um den Schmerzen und seinem Körper zu entkommen, der ihn sein ganzes Leben im Stich gelassen hat.

Was ich nicht so ganz stimmig finde – aber schließlich ist das deine FF, und ich möchte dir da auch nicht reinreden, es ist nur meine eigene Meinung – ist die Tatsache, dass Balduin einfach so gehen möchte. Sein Leben lang hat er dafür gekämpft – auf seine Weise – dass Jerusalem nicht eingenommen und der Frieden zwischen Christen und Sarazenen gewahrt bleibt. Trotz seiner Krankheit hat er alles dafür getan, einen Krieg zu verhindern.
Wieso meint er, dass Jerusalem untergehen würde, wenn er nicht mehr unter den Lebenden weilt? Es ist mehr als wahrscheinlich, dass Salahaddin die Stadt einnimmt – und er ist, wie Balduin auch, kein Freund des Krieges. Balduins größter Wunsch war immer der Friede zwischen den Sarazenen und den Christen, und ich denke nicht, dass Salahaddin dem widersprechen würde.

Es ist sehr traurig, dass er den Sonnenuntergang so bewusst wahrnehmen muss, gerade weil es sein letzter sein kann. Niemand sollte so leben müssen, mit der Angst, am nächsten Morgen nicht mehr aufzuwachen.

Aber es freut mich, dass es doch noch etwas gibt, was Baldiun für eine kurze Zeit seine Krankheit und all sein Leiden vergessen lässt. Die Frau ist etwas Besonderes für ihn, das merkt man deutlich. Auch, wenn sie nur eine Dienerin ist. Anscheinend scheint sie aber für ihn etwas zu empfinden; es gibt wohl nicht viele Menschen Hofe, die es ertragen können, Balduin dermaßen anzusehen – auch, wenn er eine Maske trägt und die Kleider seinen Körper verhüllen.
Man merkt, wie viel Balduin an die tägliche Routine gewöhnt ist – und wie es ihn erschreckt, als die Dienerin davon abweicht. Er weiß nicht, wie er sich verhalten soll.

Balduin fürchtet den Tod. Das zeigt allein schon seine Vorsicht, als er seine Schlafgemächer betritt.
Ich kann gut verstehen, warum die Dienerin einen Brief geschrieben und nicht selbst mit Balduin gesprochen hat. Es ist schwierig, seine Gefühle in Worte zu fassen - besonders in diesem Fall.

Heimlicher Geliebter? Oha.
Es muss ein großer Schritt für sie gewesen sein, den Brief zu schreiben – und ein noch größerer, ihn in Balduins Schlafgemach zu verstecken. Denn so etwas zu schreiben ist viel leichter, als den Brief am Ende abzugeben.
Aber ich finde es sehr gut von ihr, dass sie gewagt hat, diesen Schritt zu gehen und Balduin zu berichten, was sie für ihn empfindet. Dass sie ihn als einen Menschen sieht, trotz seiner schweren und tödlichen Krankheit. Dass seine Maske sie nicht abschreckt, wie die meisten Menschen am Hof.

Armer Balduin. Dass er erst jetzt, so kurz vor seinem Tod, von ihren Gefühlen erfährt, kann nicht einfach für ihn sein. Und doch... Es gibt ihm Frieden. Den Frieden, den er braucht, um die Erde zu verlassen. Und ich finde, das ist etwas sehr Schönes und Wertvolles, was die Frau ihm mit ihrem Brief geschenkt hat.
Auch, dass sie sich so kurz vor seinem Ableben noch unterhalten... Ich finde, dass das eine sehr noble Geste von ihr ist. Dass sie ihn akzeptiert und annimmt, wie er ist. Ein sehr würdiger und schöner Abschied für Balduin.

Eine sehr schöne, wenn auch traurige FF! Ich freue mich schon darauf, mehr von dir zu lesen.

LG Lady
13.03.2011 | 21:54 Uhr
Hallo *krächz* Moment, muss mich sammeln...

Das war eine sehr schöne Geschichte, ein wundervoller Einblick in das Innenleben des sterbenden Königs... einer meiner liebsten Könige, wenn wir schon dabei sind. Schön geschrieben, wirklich. Nur die Schreibfehler haben mich gestört - aber das kann man ja beheben.

Toll geschrieben,
herzlichst,
Bookworm
21.01.2011 | 15:35 Uhr
Mein Balduin!!!
Ach gott! Warum muss er so leiden? Warum darf er nicht Glücklich werden?
Aber ich glaub, genau wegen seinem Tragischen Schicksal Hab ich ihn so gern!
Is bei mir immer das gleiche *heul* alle die ich gern hab sterben. Früher oder später...
Wenigstens hat er hier noch jemand gefunden, der ihm Frieden schenkt. (Riesen makel im Film!)
Also, da kann maln mal wieder nur eins sagen: Toll gemacht
GVLG Ronsch
18.01.2011 | 21:11 Uhr
Hihi nein, wir hatten noch nicht das Vergnuegen! Heya! :)
Freut mich!
Kizzal
16.01.2011 | 11:16 Uhr
Hallo Fleny*schnief*
Sorry, muss mich sammeln, sonst wird das hier
nur zusammenhangloser Käse.
Also:

Wow, sehr schön, ich hab Tränen in den Augen
und nicht diese sinnbildlichen tränen, die
sooft in Reviews vorkommen.
Ich meine diese feuchten Dinger, die einem aus dem Augenwinkel rinnen =)

Die Liebe, die diese Dienerin für Balduin empfindet.
Es ist so wunderbar: Ein kleiner Hoffnungsschimmer
in seinen von Leid getrübten Tagen.

Zu schade, dass es schon zu spät ist.
Aber zumindest findet sein rastloses Herz
so ein bisschen Freiden =)

Hab mich sehr gefreut *schnief*
Lieste Grüße
deine
Zu

Antwort von Fleny am 16.01.2011 | 17:06 Uhr
Hallo meine Liebe ^^
auch wieder hierher verirrt? *grins* Freut mich.
Du hast echte Tränen? Wow... Also ich wollt dich ja nun nicht zum weinen bringen. :-(
Eine längere Liebesbeziehung war in seinem Zustand nicht mehr möglich und darum ging es mir auch nicht,
es sollte ganz einfach nur zeigen das man auch lieben kann ohne zusammen zu sein und das er vielleicht nicht alleine war bei seinem Tod.
Zu wünschen wäre es...

Danke dir *knutsch*
Winke Winke
14.01.2011 | 00:41 Uhr
Wow.
Das war wirklich herzergreifend. Ich...weiss gar nicht, was ich schreiben soll.
Die Art, wie du die Umgebung einfaengst und in Worte fasst, ist beeindruckend. Respekt dazu. Auch Balduins Gefuehlswelt ist perfekt beschrieben.
Ich fand es ausserdem auch gut, dass du dich bei ihm nicht auf seine Krankheit versteift hast, sondern eher auf seine Gefuehle eingegangen bist.
Ein tolles Werk!
Mach weiter so!

Liebe Gruesse,
Equinox

Antwort von Fleny am 16.01.2011 | 17:02 Uhr
Hi du ^^
ich glaub wir kennen uns noch gar nicht oder? Bin mir grad nicht sicher...
Danke für dein Lob *lach* Ich fühl mich herrlich gebauchpinselt.
Ich werde wohl noch einige solcher kurzen Werke online stellen, vielleicht sieht man sich ja noch mal ^^
Danke für dein Review!
Winke Winke
13.01.2011 | 23:44 Uhr
Oh gott, das war so traurig :(
muss fast heulen.
Aber irgendwie soch schön zu wissen, das Balduin die Erde verlassen hat, aber geliebt wurde.
Und kann es einen schöneren Tod geben, als bei einem geliebten Menschen zu sein?
lg ^^

Antwort von Fleny am 16.01.2011 | 17:01 Uhr
Hi ^^
ich hatte gar nicht gedacht, das es so zu Tränen rührt, aber nun gut... Ist ja nichts schlechtes.
Na ja, ich finde die Vorstellung sehr schön, das auch er nicht alleine sterben musste, auch wenn ihnen keine Zeit blieb.
Danke dir ^^
Winke Winke
 Anzeigeoptionen  Review schreiben Regelverstoß melden Sortieren 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast