Autor: Rune
Reviews 1 bis 5 (von 5 insgesamt):
Wetterleuchten (anonymer Benutzer)
12.09.2015 | 12:08 Uhr
zu Kapitel 2
Hi Rune,

so, da bin ich mal wieder. Nach zwei Bänden Harry Dresden (den zweiten habe ich im Laufe der letzen Abende und heute Morgern gelesen), konnte ich nicht widerstehen eine FF dazu zu lesen. Noch dazu von dir!

Ich bin absolut begeistert, wie du es mal wieder schaffst so nah am Original zu schreiben, dass man den Eindruck bekommt, Jim Butcher selbst hätte diese Geschichte verfasst. Ein wenig verwirrt war ich von der zeitlichen Einordnung. Spielt die Geschichte vor dem ersten Band? Ich frage, weil Harry überlegt, ob er sich ein Haustier zulegen sollte und seit dem ersten Band ist ja Mister da (den ich absolut toll finde, nur schrecklich vernünftig für eine Katze - meine beiden sind dagegen neurotisch gewesen).

Als du Harry auf dem Gelände des Schrotthändlers einbrechen ließest, musste ich spontan an die Ludolfs denken. Ich hatte eher mit einem dicken, schmuddligen, bärtigen Typen gerechnet, als mit den tätowierten Eidechsen-Glatzköpfen. Und schon gar nicht mit einem Gekreuzigten. Ich konnte mir die Szene gut vorstellen, besonders den Geruch (Asafötida ist mir bekannt). Ich habe mit Harry und Michael gelitten und mitgefiebert und war ganz traurig, als ich sah, dass das Symbol "abgebrochen" neben der Geschichte stand.
Du kannst nicht so eine tolle Geschichte schreiben, einen so sehr darauf neugierig machen, was sich hinter dem Tor befindet, durch das sie nach Harrys Zauber gefallen sind, ohne dass es weitergeht! Hm, jetzt muss ich mal glatt nach einem Zauber suchen, der dich dazu bringt weiterzuschreiben ...

Mir hat die Geschichte jedenfalls super gefallen und ich würde mich freuen, wenn du den Faden der Geschichte nochmal aufnehmen würdest.

Zwei kleine "Fehler" habe ich gefunden, so ich sie denn so nennen kann. Gleich im ersten Absatz des ersten Kapitels fehlt ein s: "Offensichtlich sind sie nicht weiter als ein Schwindler."
Und das zweite Mal, wo ich beim Lesen kurz gestoppt habe, war eine Formulierung, die man vielleicht so stehen lassen kann, die mir aber irgendwie seltsam erschien. "Nach McAnally's verirrte sich nur das magische Völkchen Chicagos." Da könnte man statt "Nach" das Wort "Zu" nehmen, das klingt in meinen Ohren besser.

Ich wäre jedenfalls sehr froh zu lesen, wenn du es wenigstens in Erwägung ziehen könntest die Geschichte fortzusetzen. Sie hat mir jedenfalls sehr gut gefallen. Vor allem verspricht der Titel ja noch so viel mehr. Eine Soulgaze - Szene von dir geschrieben würde ich sehr gerne lesen.

Du hast mich, wie bisher immer, sehr gut unterhalten,

LG, Wetterleuchten
09.01.2015 | 04:28 Uhr
zu Kapitel 2
WAS? Nur drei Reviews? Das kann doch gar nicht sein. Liest denn hier niemand gute Geschichten?
Ich habe auf FF.de selten eine Geschichte gelesen, die so nah am Schreibstil des Originals war. Ich nehme an, bei Michael handelt es sich um Michael Carpenter, was auch die Sache mit dem Kreuz erklären würde (Welch Ironie der Peiniger) - aber andererseits hat Harry ihn erst zwischen dem dritten und vierten (?) Buch, also lange nach seiner Anfangszeit als PD, kennengelernt.
Du fängst die Atmosphäre der Dresden-Bücher wahnsinnig gut ein, und man merkt, dass du deine Hausaufgaben gemacht hast, was das ordentliche Lesen angeht. Großes Lob dafür (wenn ich auch über die zeitliche Einordnung noch nicht ganz sicher bin.
Das Michael sich so schnell erholt, ist zwar nicht ganz Jim Butchers Art - wer da außer Gefecht ist, bleibt es auch erstmal für eine Weile (außer man heißt Harry Dresden oder kriegt Hilfe durch Uriel/Mab/ etc.)
Du kannst wahnsinnig gut schreiben, und ich hoffe, dass ich zur Belohnung für ein Review, ein Favo und eine Empfehlung ein drittes Kapitel kriege, auch, wenn da schon das abgebrochene Kettenglied sichtbar ist, weil ich sehr gerne weiterlesen und sehen würde, was sich da ergibt.
27.07.2010 | 14:55 Uhr
zu Kapitel 2
Hallo!

Für seine kreativen Flüche bekommt Harry noch reichlich Gelegenheiten, wie es aussieht. Nach der Szenerie im letzten Kapitel war auch nicht davon auszugehen, dass die Angelegenheit harmlos wird, und so ist sie nun zwar nicht noch brenzliger als gedacht (denn das wäre auch schwierig), aber noch skurriler. Nach dem ersten Kapitel hatte ich mir den weiteren Verlauf ein wenig mehr in Richtung Krimi mit Fantasy-Elementen vorgestellt - das verschiebt sich nun: Harry steckt mitten im Schlammassel drin, anstatt sich als Ermittler betätigen zu können, und dadurch, dass nicht mehr bloß Magie, sondern auch Drachen, Gestaltwandler und eine Art Parallelwelt (?) - kommt das in den Büchern vor? - mit im Spiel sind, wird alles ein wenig "abgefahrener". Für mich kam das etwas überraschend und wirkte nach dem sehr atmosphärischen, bedrohlichen Anfang auch stellenweise sehr schräg, es kann aber gut sein, dass das für Leser des Originals eine vertrautere Wendung ist.

Überhaupt schwanke ich bei diesem Kapitel ab und zu zwischen "schön schräg" und "bisschen sehr schräg". Die dreisten Sprüche zu den unmöglichsten Situationen gehören zu Harry als Erzähler dazu und ich mag sie grundsätzlich sehr, vor allem, weil sie wirklich kreativ sind und ihn damit vom "Durchschnittsgroßmaul" deutlich abheben. Außerdem lässt du ihn mit seiner Dreistigkeit mal Erfolg haben, mal aber auch auf die Schnauze fliegen, was seinen Teil dazu beiträgt, dass die Figur echt wirkt. Was für mein Empfinden allerdings einen Unterschied macht, ist, ob sie in seinem Erzählerbericht oder in wörtlicher Rede auftauchen. Ersteres halte ich, da die Geschichte in der Vergangenheit erzählt wird, für unproblematisches Gelände, um sich dahingehend auszutoben: im Rückblick, nachdem er die Geschichte offensichtlich überlebt hat, wenn er sie nun erzählen kann, kann er sowohl andere als auch sich selbst als auch die Geschehnisse mit dieser lässigen Ironie betrachten, die man als Leser von ihm kennt (und für meinen Teil echt liebgewonnen hat ;) ).
In wörtlicher Rede finden sich dafür auch Gelegenheiten, da es durchaus Faktoren gibt, die das möglich machen: die Plötzlichkeit der Ereignisse, die den Schrecken noch gar nicht so weit ins Bewusstsein sickern lassen, seine Erfahrungen im Umgang mit "seltsamen" Phänomenen, die ihn nicht so schnell aus der Fassung geraten lassen, und nicht zuletzt auch eine gute Portion jugendlicher Übermut. Da springt schon die eine oder andere glaubhafte Möglichkeit bei raus, bei der er den Mund zu voll nehmen kann. (Und ein klein bisschen mehr als der Durchschnittsmensch darf er sich an Dreistigkeit auch erlauben, das fällt bei so einer Figur nicht negativ auf, erhöht aber das Lesevergnügen ungemein ;) ). Trotzdem ist bei wörtlicher Rede eine vorsichtigere Dosierung als im Erzähltext meiner Meinung nach mehr. Vor allem, da er im ersten Kapitel gezeigt hat, dass sein Leichtsinn schon auch durch eine Menge gesunden Menschenverstand gezügelt wird und er sich nicht mehr als nötig auf seine magischen Fähigkeiten verlassen will, weil er weiß, dass das alles auch seinen Preis hat. Um mal Beispiele zu bringen: Das spontane "weder noch", mit dem er sich am Anfang, noch völlig überrumpelt, einmischt, nehm ich ihm ab, sein "Ich bin tot. Tot und dazu verdammt in der Hölle als Statist schlechter Genrefilme mitzuwirken..." eher nicht. Der Spruch ist lustig, keine Frage, und als Erzählerkommentar in der Vergangenheit fände ich, würd er perfekt passen, wie Harry sich das so ins Gedächtnis ruft und denkt, das war doch wie im schlechten Film. Mitten im Geschehen hingegen, in wörtlicher Rede... Energieverschwendung in seiner Lage, so ausgefallenen Spott von sich zu geben.
Der Spruch mit dem Reis und Klopapier ist zwar auch an der Grenze zu "darauf kommt doch keiner", aber der hat so einen starken Verwirrungseffekt, dass ich mir vorstellen könnte, dass der wirklich funktioniert und ihm einen Vorteil verschafft. Davon ausgegangen, dass Harry verdammt geistesgegenwärtig reagieren kann, wenn's sein muss - und das traut man ihm zu - dann war das wirklich taktisch klug, während dieser Spruch für mich wieder eher ein Negativ-Beispiel ist: "Ich mein' - ... oh Junge, ein lispelnder Schurke in Sado-Maso-Klamotten! Der einen Monolog hält, den zu schreiben selbst der Drehbuchautor des schlechtesten B-Movies nicht über sich bringen würde!" Auch den könnte ich mir als Erzählerkommentar vorstellen, aber nicht als wörtliche Rede. Denn im Gegensatz zu der Rocky Horror Show-Anspielung kommt hier zu der Schwierigkeit, unter den gegebenen Umständen drauf zu kommen, noch dazu, dass er, wenn er tatsächlich drauf kommt, durchs Aussprechen nichts gewinnen kann. Die Gegner verwirren und dann den Moment nutzen, um zu fliehen, ist gerade nicht drin, alles, was er erreichen kann, ist, sie wütend zu machen. Und auch wenn die aktuellen Hasstiraden zu überzogen sind, um sie ernstzunehmen - er hat vor kurzem gesehen, dass sie wen gekreuzigt haben, ich kann mir nicht vorstellen, dass er sie für nichts wütend machen will. Nicht mal bei seinem Temperament.

Das sind im Grunde Kleinigkeiten, auch wenn ich sie gerade so lang und breit aufgedröselt habe. Es bewegt sich meiner Meinung nach wirklich nur ganz knapp über dieser imaginären Grenzlinie zwischen herrlich skurril und zuviel, eine Sache, wo ein Satz mehr oder weniger in Erzählerkommentar oder wörtlichen Rede schon den Ausschlag geben kann, in welche Richtung es kippt. Von daher klingt das jetzt wahrscheinlich alles kritischer als es soll, aber gerade so kleine Nuancen sind manchmal schwer zu packen zu kriegen, und vermutlich formuliere ich sowas dann auch noch mal umständlicher, als eigentlich nötig wäre.
Lass dich jedenfalls von dem Textblock da oben nicht täuschen, das Kapitel war wieder echt spannend, Beschreibungen so gekonnt eingesetzt wie schon beim letztenmal und das Kapitelende macht auch hier wieder verdammt neugierig.

Zwei Sachen sind mit noch aufgefallen, und diesmal habe ich sie gleich rauskopiert:
- "Er starrte uns mit halb geschlossenen Liedern an..." -> Lidern, nicht Liedern.
- "Ich versuchte meinen ganzen Stolz zusammen zunehmen um ebenfalls mein Zittern zu unterdrücken, aber meine Muskeln interessierte das nicht und machten munter weiter." -> Da stimmt was mit der Satzkonstruktion nicht ganz. Zum "interessierte das nicht" ist "meine Muskeln" Akkusativobjekt, aber zu "machten munter weiter" ist es das Subjekt. Man versteht natürlich problemlos, was gemeint ist, aber eigentlich müsste es heißen "und sie machten munter weiter", damit das letzte Verb (weiter machen) noch ein Subjekt hat.

liebe Grüße,
Melmoth
23.07.2010 | 14:40 Uhr
zu Kapitel 1
Hallo!

Endlich hab ich mal den Anfang gelesen, und die Geschichte wandert gleich in meine Favoritenliste, auf dass ich hoffentlich bald zum zweiten Kapitel komme und vor allem nicht verpasse, wenn's weiter geht.

Wegen Unkenntnis des Originals werden mir wohl mit der Zeit immer mal ein paar Details nichts sagen, vermute ich, aber bisher lässt sich dieser Anfang wie deine anderen Dresden Files-Geschichten gut wie freie Arbeiten lesen, von daher soll's mich nicht stören. Und wenn der Bücher-Stapel mit dem imaginären "will ich noch lesen!"-Schild nicht so verdammt hoch wäre, würde ich wohl auch mal ins Original reinlesen, denn was dich immer wieder zu solchen Geschichten inspiriert, kann eigentlich nicht schlecht sein ;)

Dein Harry Dresden hat als Ich-Erzähler von den ersten paar Absätzen an seinen charakteristischen Wiedererkennungswert, der gar nicht so einfach festzumachen ist, aber einem schwerlich entgehen kann. Einerseits hat er eine leicht flapsige Art, wirkt sprachlich eher jung - womit ich nicht typisch teenagerhaft meine, das überhaupt nicht, aber man merkt sofort, hier spricht kein (klischeehaft und überzogen gesagt) resignierter, verbittertet Greis, sondern ein ziemlich gewitzter, ziemlich kreativer junger Typ. Dass er seine Kreativität, wie aus anderen Geschichten von ihm gewohnt, an originellen Vergleichen und manchmal an Flüchen austobt, trägt auf jeden Fall seinen Teil zum Vergnügen bei, diese Figur als Erzähler zu lesen :)

Außer seinen Erzählstil mag ich an deinem Protagonisten vor allem diese Mischung aus guter Absicht und Pragmatismus, einem gut funktionierendem Verstand und doch immer mal wieder einer ordentlichen Portion Leichtsinn und Dreistigkeit. Man glaubt ihm, dass er im Grunde genommen eine ehrliche Person ist und ihm das Lügen oder Stehlen tatsächlich unangenehm ist, aber wenn er merkt, dass es im Einzelfall besser so ist (die alte Frau mit dem vermissten Hund) oder wenn ihm einfach keine andere Lösung einfällt (der Einbruch auf dem Schrottplatz), dann tut er's halt. Ebenso merkt man, etwa an seinem wohlüberlegten Umgang mit Magie, dass er über Lebenserfahrung und die Intelligenz verfügt, sie zu nutzen, das schützt ihn aber noch lange nicht vor Pech und Missgeschicken. Da hängt er beim spontan beschlossenen Einbruch auch schon mal auf dem Stacheldrahtzaun.
All das macht deinen Protagonisten so menschlich, dass man ihm die ungewöhnlicheren Aspekte - den Magier und den Detektiv - tatsächlich abnimmt. Es gibt ja die Meinung, dass man sich bei Fantasy mehr an Perfektion und weniger an Realismus bei den Protagonisten erlauben könnte, weil schließlich so vieles in der Welt einer Fantasy-Geschichte nicht der gewohnten Realität entspricht. Aber ich persönlich bin sehr froh darüber, wenn menschliche Figuren auch als Magier oder ähnliches menschlich bleiben. Harry ist ein glaubwürdiger Charakter, den ich mir ohne seine magischen Fähigkeiten auch in einem anderen Genre vorstellen könnte, und gerade das ist für mich eine soldie Grundlage, auf der ich ihm die Magie abkaufe, ohne das Gefühl zu bekommen, es mit einer völlig abgehobenen Gestalt zu tun zu haben.

Ansonsten... ich staune, wie lebendig du dieses Schrottplatz gemacht hast. Das war mir an "Trophäen" schon aufgefallen, wie bildlich du Räume und Umgebungen beschreiben kannst, ohne dass man überhaupt richtig mitbekommt, dass du sie beschreibst. Da wird so langsam und unauffällig Detail für Detail in die Handlung eingestreut, man hat sich als Leser nie durch eine klassische Beschreibung gewühlt, und doch steht man irgendwann da und merkt, man hat ein sehr genaues Bild vor Augen. Und kaum hat man sich an die Atmosphäre gewöhnt und fühlt sich langsam heimisch in der zwar leicht gruseligen, da dunklen und nicht überschaubaren, aber doch eigentlich ruhigen Lagerhalle, da kommt der Schockmoment.
Zugegeben, erst musste ich eher lachen beim Asafötida. (Da kann aber der Text nichts für, das kommt von der eigenen Trotteligkeit, mit der ich mir vor kurzem per umgeworfener Asafötida-Dose die Wohnung in eine stinkende Hexenküche wie aus dem Märchen verwandelt habe *g*) Doch dann... die Überraschung mit dem Kruzifix ist dir gelungen. Auch, dass man einen Moment braucht, bis man begreift, dass das ein "echtes" ist, keine Holzfigur. Und man kann es dem Erzähler irgendwie nachfühlen, das hat, zusätzlich zur schlichten Scheußlichkeit, die man auch anders hätte hinkriegen können, eine unheimliche Symbolwirkung. Und so wie Harry in dem Moment eine Art Tunnelblick bekommt und sich dieses Falls annehmen muss, egal, wieviel Grund er hätte, panisch wegzurennen und das für mehrere Nummern zu groß für sich zu halten, hast du einen als Leser gleich am Ende des ersten Kapitels gepackt - JETZT ist man wirklich neugierig.

Zu meckern habe ich nichts bis auf zwei oder drei Tippfehler, von denen ich mir beim Lesen natürlich dachte, die merk ich mir schon, die brauch ich nicht rausschreiben... ähem. Nun such ich sie und find sie nicht wieder. Ich schick das Review jetzt erstmal ab, aber falls ich sie noch entdecke, schick ich sie dir per Mail hinterher.

liebe Grüße,
Melmoth
21.06.2010 | 23:13 Uhr
zu Kapitel 1
Seelenglotz - dass war die erste Assoziation mit dem Titel, ähm. Ich mags ganz gerne, aber mitten in der Mitte (jo) dachte ich mir: Nö. Bevor da jetzt noch spoiler kommen, kaufst du dir mal das Buch/die Bücher, und liest darin herum. Ähm. Ich wollte eigentlich nur schön grüße, ich weiss, dass ist etwas unhöflich, aber nun ja.

Liebe Grüße,

Gaza