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Autor: LockXOn
Review 1 bis 1 (von 1 insgesamt):
Serpentarius (anonymer Benutzer)
25.02.2010 | 21:52 Uhr
Bonsoir, Mademoiselle.

Es ist freilich eine Seltenheit, im deutschen Raum überhaupt jemanden anzutreffen, dem die Serie "Dragon Quest" ein solcher Begriff ist, dass er mehr darüber zu schreiben weiß als "Hab' ich gespielt, war toll" oder "Fand ich nich' so gut". Dementsprechend seltener sind FanFictions zum Thema und dementsprechend freue ich mich gewissermaßen, endlich doch wieder eine lesen zu können, dank Ihnen. Eine Ansprechende, muss phan schreiben, denn Titel und Tatsache des OneShots lesen sich einladend. Kurzbeschreibung? Interesseweckend, durch die doch recht auffällige Wortwahl und die würzige Kürze (nicht unbedingt ein Muss, ehe mensch mich falsch versteht), selbst wenn das "Agent" im ersten Moment irritierende Wirkung hat, was möglicherweise an mir selbst liegt, der ich bisher eher von Templerspionen weiß. Hätten Sie also ein wenig Zeit und Interesse, etwas Text zu lesen? Sie reagieren nicht auf Flames und nicht immer auf Lob, doch wie es Ihnen nun mit Kritik steht, weiß ich nun doch nicht, soll mir jedoch auch überaus gleichgültig sein, solange Sie sie zur Kenntnis nehmen und, was ich Ihnen wünsche, den einen oder anderen Vorteil daraus ziehen können.

Wohlan. Ich fasse mich kurz.

Der Text liest sich i.G.u.G. rasch und ungewöhnlich fehlerlos. Ihre Wortwahl ist auch hier - wie bei der Kurzbeschreibung - durch das ausgenutzte Vokabular und die interessanten Wendungen und Beschreibungen (Bsp: "[...] in die Nasenlöcher schauen zu können [...]") zu loben. Sie denken an die Kommata nach wörtlichen Reden, aber leider lassen Sie hin und wieder Rede nach Rede folgen, ohne wenigstens einen Zeilenumbruch einzufügen, der normalerweise dazwischen steht, und wenn das Gesagte noch so marginal bzw. lapidar ist (Bsp: "Angelo schloss die Augen und zischte: „Genug!“ „Pardon“, fragte der Soldat verblüfft.").
Die Einleitung gelingt durch ihre Einfachheit und Angelos knappen Rückblick; die Erklärung bzw. Ins-Gedächtnis-Rufen der Umstände, welche ihn zum Templeroffizier machten. Die Ausschnitte, die dem Leser lediglich vorgesetzt werden, sind zwar aussagekräftig, aber einer von ihnen theoretisch nicht "wichtig" für die Handlung, was eine Textart wie diese zu schreiben schwieriger macht als viele annehmen. Wären es in Ihrer Novelle mehrere Stücke, die von solch niederer (oberflächlich gesehen!) Relevanz sind, würde das Ganze wie ein defekter Film wirken, der immer einmal wieder zwischendrin abreißt. Auch ein hübsches Stilmittel, aber gewiss nicht für eine Mittelalterwelt.
Die Pointe sagt mir zu; dass Sie überhaupt eine in Ihre Handlung eingebaut haben. Ich hätte Ciel nicht für Marcello gehalten, obschon es sich anbietet, sobald sich herausstellt, dass er nicht der Anführer der Räuber ist. Dass er es nicht ist, dieser Gedanke stellte sich mir relativ früh, da "Marcellos" Plan, durch den Mord an König Pavan selbst König zu werden, vermuten ließ, dass er inzwischen ziemlich verzweifelt darauf aus sein muss, möglichst weit oben zu stehen, gleichgültig, ob innerhalb der Kirche oder eben als ganz weltlicher Monarch. Ich war mir infolgedessen noch nicht vollkommen gewiss, ob ich ihm das zutrauen würde, da er eine Abscheu wider diese Herrscher und überhaupt den Adel hegt und es somit fraglich ist, ob er jemals selbst dazugehören will. Tatsächlich wollte er nicht einmal "Oberster Hohepriester" werden, wie er einst selbst erklärte - zwar Kirchenoberhaupt, aber nicht im Sinne eines Papstes; inwiefern genau, das haben wir nie erfahren. Fürderhin ist der Oberste Hohepriester in dieser Welt von weitaus reicherer Bedeutung als ein König, der gerade einmal über ein Schloss, sechs Häuser und ein wenig Grünfläche herrscht (wenn Ascantha in den drei Jahren nicht expandiert hat) - non, das hätte seinem Ehrgeiz, den Sie freilich selbst erwähnen, bestimmt nicht genügt.
Marcello scheint in Ihrer FanFiction über den Dingen zu stehen, und ich muss zugeben, dass ich vielleicht sogar ein wenig eifersüchtig darauf bin, denn als das, was ich nun einmal bin, fällt es mir sehr schwer, seine Würde bis zur Unkenntlichkeit zu verzerren. Bewahren Sie sich das doch, s'il Vous plaît! Ich rechne es Ihnen überdies an, dass Sie ihn bzgl. nicht mit Merkmaldetails sparen, die anderen Menschen gar nicht auffallen; gemeint ist das Verschränken der Hände mit dem darauf abgestützten Kinn (wobei das in japanischen Fantasiegefilden durchaus eine verbreitete Pose unter kühlen Geschäftsmännern zu sein scheint...), auch wenn sie nicht durch Marcello vollzogen wird. Sie hätten darauf verzichten können, dass Angelo diese Geste wahrnimmt und sie dafür "Ciel" ausführen lassen, was eine geringe, aber leicht zu übersehende (in diesem Fall ja nur zu wünschen) Anspielung geworden wäre.
Angelo übrigens scheint überaus ruhig geworden zu sein in jenen drei Jahren. Er erinnert mich in seinem Verhalten, seiner Fähigkeit in der Spionage an jemanden, der "wirklich" und nie anderes als Spion des Templerordens war (äußerst wahrscheinlich kennen Sie ihn nicht), mehr als an den häufig unbekümmert wirkenden roten Begleiter der Heldentruppe. Hie und da liest phan noch von Frauen, aber zumeist ist er ernst und wahrlich "bei der Sache". Deswegen sind mir seine "Abschiedsgedanken" ("Verdammt. Und dabei gibt es noch so viele schöne Frauen auf der Welt, die ich kennenlernen wollte... Und Wein zu erproben... Und…") unfreiwillig komisch, wenn ich zusätzlich bedenke, wie bedeutsam ihm die ihn umgebende Situation ist. Dass direkt darauf die blitzartige Erkenntnis folgt, dies könne unmöglich sein Bruder sein, stellt einen doch hoffentlich ungewollten Zusammenhang zwischen den Frauen und der Ähnlichkeit des "Bosses" zu Marcello her...
Das Ende, welches aus einer teilweisen Aussprache besteht, hat den "Konflikt" ausreichend gelöst und die Situation entspannt, wie phan es gegen Abschluss einer FanFiction gerne und geduldsvoll verlangt. Marcellos Diktion ist mir nicht immer mit seiner bekannten überein, doch er kann sich in diesen Jahren durchaus verändert haben - hat er augenscheinlich auch. Ich freue mich für ihn, soweit phan das kann, auch wenn der Leser nicht erfährt, was den Umschwung verursacht hat, wodurch derselbe einen überraschenden und zu plötzlichen Eindruck hinterlässt.
Abgesehen von der erwähnten manchmal ungewohnten Redeart Marcellos schreiben Sie Ihre Dialoge übrigens recht lebhaft. Es bereitet Vergnügen, sie zu lesen.

Im Folgenden beziehe ich mich nicht mehr länger auf Allgemeines, sondern auf bestimmte Stellen. Erlauben Sie mir zu dem Zwecke, mein Kommentar mit Zitaten aus Ihrer Novelle zu ergänzen. Das erspart uns beiden unnötige Arbeit.

Zitat: "Verwendete Songs: /"

Vielleicht ein Glück. Wissen Sie eigentlich, wie oft so etwas schief geht?

Zitat: "„Pardon“, fragte der Soldat verblüfft."

Dann sollte er vielleicht auch fragen und zwar mit entsprechendem (Frage-)Zeichen.

Zitat: "Es ist mir egal, ob die Sterne huldvoll auf Euch herabgesehen oder die Stierstare furchtsam vor Eurer ehrwürdigen Gestalt zurückgewichen sind, Korporal!"

Ich weiß es immer zu schätzen, wenn in FanFictions "ganz nebenbei" auf bekannte Monster, Orte oder Begriffe verwiesen wird.

Zitat: "[...] dass ihr Haus in der Zwischenzeit von anderen Die- meine natürlich, von anderen importierenden Exporteuren [...]"

Hier erleichtert ein Komma nach dem Die- nicht nur das Verständnis. Angelo verbessert sich offensichtlich, und auch, wenn es in Gedanken geschieht, so wird er dabei gewiss kurz pausieren, wie es üblich ist.

Zitat: "Dann stellte er sich vor den Ersten- [...]"

Den ersten...? Kandidaten, nehme zwar ich an, aber ersichtlich wird es nach den Sätzen, die zwischen diesem und den vorher erwähnten Kandidaten stehen, nicht unbedingt auf den ersten Blick, worauf man jedoch achten sollte, denn dies ist nun wirklich keine Stelle, an der man den Leser aus dem Konzept zu bringen braucht. Die Bedeutung des Bindestrichs hier ist mir übrigens nicht ganz bewusst, zumal er am "Ersten" klebt.

Zitat: "Niemand würde auf die Idee kommen, dass ein so auffälliger Mensch wie ich ein Spitzel sein könnte."

Wirklich ausgesprochen klug!

Zitat: "Angelos Braue zuckte: „Ich denke nicht [...]"

Ein Punkt hätte es hier besser getan, auch wenn das wohl mit subjektiver Vorliebe zusammenhängt. An der beinahe direkt darauf folgenden Stelle passt der Doppelpunkt, da Angelos Handlung mit der wörtlichen Rede verbunden ist, während Augenbrauenzucken i.G. wenig mit Sprechen zu tun hat.

Zitat: "Und doch gefiel ihm das Leben, das er zurzeit führte, wesentlich besser, als die Arbeit in der Abtei."

Hier bin ich mir zuweilen nicht gänzlich sicher, aber möglicherweise steht kein Komma vor dieser Nutzung des "als". Falls Sie dem nachgehen wollen, sollten Sie sich da besser noch einmal andernorts erkundigen, ehe ich Sie falsch belehre. Selbiges wiederholt sich übrigens im nächsten Satz, sollten Sie es ausbessern.

Zitat: "Raphthorne"

Hier ist Ihnen das erste h zu weit gerutscht. Der freundliche Fürst schreibt sich "Rhapthorne".

Zitat: "hältst"

Nicht selten kann phan an diesem einzelnen Wort hervorragende Rückschlüsse auf die Rechtschreibfertigkeiten eines Schreibers legen. Sie haben bestanden.

Zitat: "Boice, ein bulliges Muskelpacket steckte den behelmten Kopf zur Tür herein [...]"

Ein Paket, ergo c-los. Das Komma hinter eben dem Wort, das den Relativsatz vom Hauptteil trennt, fehlt.

Zitat: "Die perfide geplanten Beutezüge [...]"

Sie wiederholen in der Geschichte Ihre eigene Beschreibung derselben. Aufmerksamen fällt es auf, und das nicht unbedingt positiv. Auch auf dergleichen muss oder sollte man zumindest achten.

Zitat: "Templerritter"

Templer oder Tempelritter, wenn es Ihnen nichts ausmacht. Eine exakt übereinstimmende Übersetzung des englischen "Templar Knights" gibt es im Deutschen nicht.

Zitat: "Lange, braune Haare, die unter dem Helm hervorquollen."

Braunes Haar als Erkennungsmerkmal für Ihn? Hat da jemand eventuell das ziemlich rare Artwork gesehen oder woher kommt der Vorzug des Brünetten gegenüber des Schwarzen?

Zitat: "Nicht mal ´ne Maus kommt da rein oder raus, ohne dass wir's merken."

Mit oder ohne Apostroph? Sie sollten sich entscheiden. Vorher haben Sie ihn nämlich ausgelassen.

Zitat: "Angelo sah in flach an."

Hier fehlt ein h. Und das wäre es auch bereits von meiner Seite. Sind Sie noch wach? Sind Sie verwirrt, vielleicht sogar verärgert über mich Krümelzähler? Sie sollten mich nicht falsch verstehen und erkennen, dass ich Ihre FanFiction auf einem Niveau bewertet habe, in welchem ich mir gestatte, Kleinigkeiten zu kritisieren, die ich bei anderen Schreibern nicht einmal erwähne. Sie sollten auch wissen, dass ich immerzu nichts als Hinweise und ggf. kleine Denkanstöße geben will, denen lediglich an der Hilfe zur Selbsthilfe liegt. Lassen Sie sich gesagt sein, dass ich den OneShot genossen habe, und sicher nicht nur deshalb, weil es in dieser Themenabteilung dermaßen wenige gibt.

Auf dass Ihnen das Vergnügen am Schreiben lange nicht vergehen werde, verbleibt dieser Leser mit imaginärer Verneigung als

Niemand Geringeres denn
L.F.d.l'O.

Antwort von LockXOn am 15.04.2010 | 20:52 Uhr
Guten Abend, Herr Phantom.

Vielen Dank für dieses ausführliche Feedback! Da ich schon lange das Interesse, aber leider nicht die Zeit dazu hatte, es zu lesen, antworte ich mit reichlicher Verspätung, was Sie hoffentlich nicht verstimmt hat. Inzwischen habe ich auch den ein oder anderen Vorteil aus Ihrer Kritik gezogen und die Textstellen, bei denen ich sie nachvollziehen konnte, überarbeitet.

"Zitat: "„Pardon“, fragte der Soldat verblüfft." Dann sollte er vielleicht auch fragen und zwar mit entsprechendem (Frage-)Zeichen."

Tut mir leid, stilistisch vielleicht etwas holprig, aber grammatikalisch korrekt. Weil der Leser ins Stocken kommt, habe ich es abgeändert.

"Zitat: "Dann stellte er sich vor den Ersten- [...]" Den ersten...? Kandidaten, nehme zwar ich an, aber ersichtlich wird es nach den Sätzen, die zwischen diesem und den vorher erwähnten Kandidaten stehen, nicht unbedingt auf den ersten Blick, worauf man jedoch achten sollte, denn dies ist nun wirklich keine Stelle, an der man den Leser aus dem Konzept zu bringen braucht. Die Bedeutung des Bindestrichs hier ist mir übrigens nicht ganz bewusst, zumal er am "Ersten" klebt."

Verbessert. Der Bindestrich bleibt, da er als Atempause fungiert, in der Angelo seinem Untergebenen vor den Solarplexus starrt.

"Zitat: "Raphthorne" Hier ist Ihnen das erste h zu weit gerutscht. Der freundliche Fürst schreibt sich "Rhapthorne"."

Isch schämme misch. Ausgebessert.

"Zitat: "Boice, ein bulliges Muskelpacket steckte den behelmten Kopf zur Tür herein [...]" Ein Paket, ergo c-los. Das Komma hinter eben dem Wort, das den Relativsatz vom Hauptteil trennt, fehlt."

Wie peinlich! Ausgebessert.

"Zitat: "Die perfide geplanten Beutezüge [...]" Sie wiederholen in der Geschichte Ihre eigene Beschreibung derselben. Aufmerksamen fällt es auf, und das nicht unbedingt positiv. Auch auf dergleichen muss oder sollte man zumindest achten."

Manche Autoren schreiben wörtlich ein Stück aus ihrem Buch auf den Einband! DAS nenne ich Wiederholung. Aber jetzt stört es mich, weil es Sie stört, deswegen (hoffentlich) verbessert.

"Zitat: "Templerritter" Templer oder Tempelritter, wenn es Ihnen nichts ausmacht. Eine exakt übereinstimmende Übersetzung des englischen "Templar Knights" gibt es im Deutschen nicht."

Ausgebessert. Ich habe es wohl von "Templerhauptmann" abgeleitet.

"Zitat: "Lange, braune Haare, die unter dem Helm hervorquollen." Braunes Haar als Erkennungsmerkmal für Ihn? Hat da jemand eventuell das ziemlich rare Artwork gesehen oder woher kommt der Vorzug des Brünetten gegenüber des Schwarzen?"

Langzeitgedächtnis: Dunkelbraun. Offizielles Lösungsbuch: Schwarz. Google: Schwarz. Spiel: Schwarz. Ich beuge mich demutsvoll der Mehrheit. Ausgebessert.

"Zitat: "Angelo sah in flach an." Hier fehlt ein h."

Jetzt nicht mehr.

"Zitat: "Nicht mal ´ne Maus kommt da rein oder raus, ohne dass wir's merken." Mit oder ohne Apostroph? Sie sollten sich entscheiden. Vorher haben Sie ihn nämlich ausgelassen."

Hier weiß ich leider nicht, welchen Apostroph bzw. welches "vorher" Sie meinen. Möglicherweise bin ich "betriebsblind" und überlese die Stelle ständig, aber ich kann sie nicht finden!

Dies sind die Aspekte, bei denen ich mit Ihnen übereinstimme. Alles, was hier nicht angeführt wurde, habe ich überprüft und als fehlerfrei bestätigen können oder als nicht verhandelbar erachtet^^.

Noch einmal meinen ergebensten Dank für diese mühselige Krümelzählerei, die ich mir am Ende aller meiner Geschichten explizit erbitte und viel zu selten bekomme.

Einen schönen Abend wünscht Ihnen
LockXOn
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