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Autor: Ailin
Reviews 1 bis 10 (von 10 insgesamt):
Annchen Gruetze (anonymer Benutzer)
24.02.2010 | 23:09 Uhr
Hallo Ailin,

ich mache jetzt mal etwas, das ich aus der Schule noch sehr liebe: die Geschichte in Absäte zerstückeln und dann etwas zu denen sagen, die mir aufgefallen sind. Qualitativ möchte ich vorher noch sagen, dass ich den Stil teilweise immer noch unrund finde. Damit meine ich nicht, dass er dir nicht steht (das passt nämlich schon zu dir), er braucht wahrscheinlich nur noch Aufmerksamkeit, damit er noch natürlicher und ungewollter wirkt. Irgendwo im zweiten Teil habe ich einen kleinen Stilsprung bemerkt: ab da wird es sehr viel fließender (nicht von den Sätzen her, der Lesefluss wird nur schneller und unkomplizierter, weil die Situation hektischer und unübersichtlicher wird). Ich habe den Sprung sehr genossen und finde nicht, dass er den Text schlechter macht. Das war der Punkt, an dem ich an deinen Zeilen gehangen habe.

Aber nun zum Stückeln:



Der erste Teil ist erstklassig. Zwischendurch hast du ein bisschen mit dem Stil gebrochen. Im ersten Abschntt sind die Teilsätze durch Kommas aneinander gereit, dann nimmst du irgendwann kurz Punkte, dann wieder Kommas Das variiert den Lesefluss auf ene Weise, der mich kurz verwundert hat. Allerdings hab ich den Wechsel eher genossen als störend empfunden. Die Art, wörtliche Rede einzuleiten (oder eben nicht einzuleiten), ist auch eine gute, abwechslungsreiche Entscheidung gewesen, die du bei den Gedankenfetzen am Schluss hättest beibehalten sollen.

Handmotiv im ersten und zweiten Abschnitt, auffällig und schön gesetzt. Allerdings ist im zweiten Abschnitt ein Tippfehler (nach den Albtraum, schreibst du da). Ich mag, dass im dritten Absatz von „der Mutter“ die Rede ist. Ich weiß nicht genau, ob es so gut ist, im zweiten Absatz einmal „ihre“ zu benutzen. Auf der einen Seite betont das den plötzlichen Schwenk zum unpersönlichen, auf der anderen Seite wirkt es undurchdacht.

Vielleicht machst du auch gleich im dritten Absatz zu klar, was passiert. Im Hinblick auf den Titel ist es schon fast eine Ohrfeige, die einem erklärt, was da passiert. Dein Spiel mit der Farbe grau war schön, ich hab wirklich angefangen zu überlegen, die Auflösung (und besonders der letzte Teilsatz im dritten Absatz) kamen mir zu früh. Von der Ahnung, die du durch den Titel und das Einstiegszitat gegeben hast, hättest du ruhig noch ein wenig profitieren können.

Die nächsten Absätze sind wirklich gut, gut zusammengerafft und die Emotionen sind deutlich übermittelt. Der letzte Absatz gefällt mir am besten: der kleine irrationale Gedankensprung bzgl. des Fotos ist einfach super, und ich finde auch, dass der menschliche Schutzmechanismus, erst einmal praktisch in solchen Situationen zu denken, sehr schön ausgearbeitet ist.

Dass du das Wort „starr“ ein paar mal im Bezug auf Helen benutzt, finde ich sehr ironisch, sehr passend, weil es ja so gut zu ihren Opfern passt.

Richtig spannend wird es dann wieder in dem „Medusa“-Absatz. Davor ist die Spannung gekonnt geschürt worden. Für meinen Geschmack charakterisierst du die mythische Medusa etwas zu ausführlich, der Eindruck mag aber daher kommen, dass du das Geschehen schon so viel früher aufgelöst hast und ich eigentlich nur darauf gewartet habe.

Was danach kommt, Medusas Ausbruch, die psychische Zerrissenheit, der Wahnsinn... Ich bin beeindruckt, war beim Lesen gefesselt. Zuerst bin ich nur drübergeflogen, weil es mich so mitgerissen hat. Klasse. An der Stelle ist der kindliche Stil auch ganz weg. Die Sätze sind teilweise zwar ähnlich gebaut, aber nicht mehr so naiv. Das ist purer Wahn, ich war und bin begeistert.

Den allerletzten Satz hätte man vielleicht einsparen können, vielleicht auch die letzten zwei Sätze, um den Titelbezug zu haben. Andererseits steht das rot in einem netten Kontrast zum grau von vorher. An der Stelle war ich aber noch so benebelt von den Absäten davor, dass ich mich mit jedem Schlusssatz zufrieden geben würde :)


Gern gelesen habe ich es, auch wenn ich wegen Kleinigkeiten rummosere. Du bist sehr viel weiter als der große Teil von Schreibenden, und gerade dass du mit anderen Schreibstilen experimentierst, ist sehr viel vielsprechender, als würdest du dich auf irgendetwas Konkretes einspielen. Mein Gemotze schreckt dich hoffentlich nicht davon ab, weiter zu experimentieren, ich würde dich eher dazu motivieren wollen. Der kindliche Ailin-Stil ist nämlich ausbaufähig aber vor allem ausbauwürdig :)

Liebe Grüße, deine Grütze
23.02.2010 | 22:03 Uhr
Ahoi Ailin :),

ganz großes Kino. Anders kann ich es nicht sagen. Der Bogen, der vom Ende des Prologs zum Kapitel geschlagen wird, ist überraschend - und ich kann mich nicht erinnern, schon einmal über eine Geschichte mit so einer Mutation gestolpert zu sein. Aber erst mal der Reihe nach.

Der kleine "Rückblick" (ich nenne es mal so wegen Spoiler und so...) ist ein kleiner Schmaus. Die Hektik dieses Augenblick und sein Grauen kommen durch den Aufbau der Sätze sehr gut für mich herüber, richtig ausgeprägt ist es dann durch die Anaphern (Asche auf mein Haupt - gibt es da auch ein deutsches Wort für? Egal, du weißt, was ich meine *lach*), die da immer wieder auftauchen.
Geschickt ist es, dass ich als Leser hier noch im Unklaren war, *warum* das passiert ist. Es liegt jetzt auf der Hand, was passiert ist, aber warum? Und warum ist Helen daran beteiligt? Und genau so etwas mag ich :)

Mit der Farbe "grau" hast du mich ein wenig aufs Glatteis gelockt, muss ich gestehen. Ich dachte da an *flüster* die Augen eines gewissen Hauptmanns. Dann wurde mir der Zusammenhang aber klarer und ich war hellauf begeistert, was genau es nun mit Helen auf sich hat. Es ist grausam; das ist in der Beschreibung sofort deutlich.
Im krassen Gegensatz dazu stehen noch ein paar kindliche Züge. Zum Beispiel der Bär (*girlie mode on* Für den Namen könnte ich dich knutschen! *girliemode off*) oder die Bettwäsche, die sie zusammen mit ihrer Mama gekauft hat.
Ach ja, da habe ich eine Frage. Du schreibst "ihre Mutter" und "der Vater". Das wirkt auf mich so, als wäre das verhältnis zu ihrer Mutter inniger? Oder neige ich da gerade, zuviel in diesen Punkt zu interpretieren?
Der Ende des Abschnitts im Präsens wirkt etwas... hm... abrupt. Jetzt nicht im Sinne von "Ich verstehe ihr Handeln nicht" (denn das peile ich sogar *lach*), sondern im Sinne von, dass ich mir da noch ein oder zwei Details mehr gewünscht hätte.

Großartig finde ich den kleinen Moment mit dem Baustamm, so blöde das nun klingt. Es erscheint auf dem ersten Sinne total abwegig, dabei ist es doch so logisch. Solche Aktionen sind meist das einzige Mittel, um wieder halbwegs zur Besinnung zu kommen.

Und dann zerbricht sie. Komplett. Definitiv mein Highlight, wie du die innere Zerissenheit darstellst. Sie war dabei, nur noch zu funktionieren und dann ist da diese fiese Stimme, die ihr ein paar vermeintliche Fakten um die Ohren haut. Wie sich das in ihr aufbaut, bis sie es einfach nur noch... haaaach, das hat mir extrem gut gefallen.

Das Ende ist zwar abrupt und teilweise auch ein wenig überraschend. Aber ich kann es in dem Sinne nachvollziehen, dass sie noch jung ist - und von der Mutation ziemlich überrollt wurde. Da fände ich es unwahrscheinlich, wenn sie damit sofort sehr souverän umgehen könnte. Denn dazu ist es das, wie du es bezeichnet hast: eine Kreatur, die man erst unter Kontrolle bringen müsste...

Und bevor ich jetzt noch mehr schwafele und mich um Kopf und Kragen rede, bedanke ich mich einfach für die schöne Leseauszeit :)

Lg
Kati
23.02.2010 | 19:49 Uhr
Hey, du *knulls*.

Ich schwanke noch n bissl, was das Kapitel angeht... Stilistisch weiterhin spannend und anspruchsvoll zu lesen, ich les einfach gern Sachen von dir :). So an sich, mit dem Ende, wirkt die Geschichte aber doch recht unfertig, da würd ich auf jeden Fall weitermachen... Es sin mir für n offenes Ende zuwenige Hinweise darauf, wie's weitergehen könnt, und die letzten Sätze zu offen, um mich da mit nem Schluss anzufreunden.

N kleines bissl hadere ich auch mit Helens Wandlung, muss ich zugeben... Dafür, dass sie plötzlich Killer-Instinkte annimmt, hab ich vorher zuwenig von ihr gelesen. Sie kommt als normales, gesundes Mädchen rüber, bis der Unfall is, und von dem Zeitraum haben wir auch zuwenig gelesen, um wirklich nachvollziehen zu können, warum sie die Macht des Tötens plötzlich genießen soll... Aber das is jetzt um Himmels Willen nur mein persönlicher Eindruck, da kann ich auch ganz falsch liegen *schäm*.

Die Mutation an sich find ich klasse, bin sehr gespannt, was du draus machst, sollt es weitergehen :)
23.02.2010 | 17:36 Uhr
ich schon wieder^^
Der zweite Teil war,meiner Meinung nach, noch besser als der erste..ich bin immer noch..paralysiert..gruselig die Sache....
Dein Schreibstil ist echt große Klasse....er bringt das geschriebene so lebhaft rüber das man es für echt hält ist aber auch gleichzeitig so hart das es gruselig ist.einfach klasse...ich hoffe man versteht das :D
Mach weiter so
lg plesant
23.02.2010 | 13:53 Uhr
Das ist wirklich...wow.Klasse Schreibstil..mir ist ein Schauer über den Rücken gelaufen..ganz ehrlich.
Ich freue mich schon auf mehr von dir
lg plesant
23.02.2010 | 10:35 Uhr
Hallo Ailin,

schön, dass es wieder Neues von dir zu lesen gibt. X-Men kenne ich nur die Filme und die laufen für mich unter "ganz nette Unterhaltung mit ein paar optischen Leckerchen" Klassisches Popcornkino.

Dieser Teaser ist ein echter Ailin. In gewohnter Qualität mit den detailreichen Beschreibungen, die einen sofort in die Szene eintauchen lassen. Schon wie du die Luft beschreibst, man hat einfach sofort ein Gefühl, wie Helen in dem Moment empfindet.

Sprachlich finde ich es sehr gelungen. Es passt zur Sichtweise der 15jährigen Helen und ich mag persönlich in einer Geschichte lieber lange als kurze Sätze, denn die lassen eine Szene oft ungewollt hektisch wirken und du findest dabei treffend den Weg zwischen sprachlichem Anspruch und ungewollt gestelzt. Jedenfalls ist es mir nach den letzten beiden Sätzen unmöglich, das nächste Kapitel nicht zu lesen.

Knuddels
Ilmare
Annchen Gruetze (anonymer Benutzer)
22.02.2010 | 21:16 Uhr
Hallo Ailin,

ich hatte es insgeheim ja schon geahnt, nachdem du mal von X-men geredet hast. Ich für meinen Teil habe mal irgendwann zwei Filme gesehen, unaufmerksam auch nur, und bin, was den Canon angeht, noch mehr unbeholfen, als du zu sein meinst.

Hoffentlich macht es also nicht, wenn ich mich einfach auf die stilistischen Schwerpunkte stürze:

Der Einstiegssatz ist genial. Vom ersten Satz hängt viel ab und deiner ist spitze. Außerdem gefällt mir der Kreis, den Anfangs- und Endsatz bilden, runde Sache.

Dann muss ich aber leider sagen, dass die Schreibweise, deine Art Wörter zu nutzen und Sätze zu bauen, nicht so überzeugend ist wie in anderen Werken. Nicht dass du mich falsch verstehst, ich mag die Wirkung der distanzierten, genauen Beschreibungen und personalen Gedankeneinschüben. Auch dass du besonders in den ersten paar Absätzen ziemlich ungewöhnliche Satzstellungen gerade bzgl. der Nebensätze benutzt, finde ich interessant. Das gibt der Szene schon von Anfang an eine verquere Atmosphäre.

Der Text hat sich nur nicht so flüssig gelesen wie andere von dir. Mit flüssig meine ich nicht, dass sich ein Text ohne Stocken, Pausen durchlesen lassen sollte (du setzt Pausen ziemlich gezielt, wenn auch wahrscheinlich unbewusst), manche Sätze wirken nur ein wenig holpriger, als ich es von dir gewöhnt bin.

Außerdem wiederholst du einige Worte, die meines Erachtens nach nicht wiederholt werden müssten, weil sie keine Schlüsselworter sind. (" und von Helen wissen wollte, ob sie ihm helfen wollte." und "hartnäckig").

Das sind Kinkerlitzchen. Du weißt ja, dass ich bei dir wesentlich genauer aufpasse als bei anderen ;)

Woran ich gar nichts zu meckern habe, ist der Spannungsbogen. Der ist sehr schön gespannt, das offene Ende ist etwas, das ich sehr gerne mag. Und auch der Titel verheißt einiges.

Alles in allem ist es ein schöner, was dich betrifft ungewöhnlicher Text, der sehr viel Raum für Interpretationen lässt (und das ist seine größte Stärke ;) ).

Liebe Grüße,
deine Grütze
22.02.2010 | 20:10 Uhr
Was sehen meine trüben Augen... ein Lichtblick :D *ihre Ailin umknutsch*. Hach, ich freu mich, dass du da bist :).

Und gleich wieder so n schöner Anfang *lächel*. Ich bin ja generell wie Kati schon sehr in deinen Stil verliebt... Frisch, neu und unkonventionell, und du wirst mit jeder Story besser. Ich hoffe doch mal, das bleibt kein Zweiteiler, denn ich will definitiv mehr davon *lächel*. Mal sehen, was uns mit Helen noch alles bevorsteht...
22.02.2010 | 18:57 Uhr
Du hast einen tollen Stil und obwohl ich noch nicht ganz dahinter gestiegen bin, was da jetzt genau passiert ist, mag ich es. Der Junge ist tot, würde ich sagen?

Das erste Kapitel war gut und macht gierig auf mehr.
22.02.2010 | 17:47 Uhr
Huch, da war ich doch etwas baff, als ich den Alert gesehen habe - Ailin im X-Men? Klasse *freu*
Ich gebe ja zu, dass ich mit den X-Men bis vor ziemlich genau einem Jahr nichts am Hut hatte, Stormy ist quasi schuld, dass ich in das Fandom reingeschlittert bin. Und dann freue ich mich natürlich, wenn da eine neue Geschichte auftaucht, die von einer meiner favorisierten Autorinnen geschrieben ist ;)

Zur Story selbst: stilmäßig wie immer ein Genuss. Ailin eben :). Ich glaube, du weißt ja mittlerweile, dass ich sehr gerne Geschichten von dir lese ;)

Noch habe ich keine genaue Idee, *was* da passieren kann, ich weiß, was passiert *ist* , aber... noch ist ja so ziemlich alles offen. Und um im Review nicht zu spoilern, belasse ich es bei einem: Die Story wandert gerne in meine Favos und ich bin kreuzneugierig auf Kapitel 2 :)
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