Autor: NorthernLight
Reviews 1 bis 25 (von 75 insgesamt):
24.08.2019 | 09:57 Uhr
zu Kapitel 1
Hallo NorhernLights,

Wow, das war echt ein aufschlussreicher Text und ich bin echt doppelt überrascht. Nicht bloß wegen der offenen Art, wie Du das Thema angegangen bist, sondern auch weil dieser Beitrag von 2008 ist?
Wow, vor 10 Jahren war das also schon ein Gesprächsthema, echt?
Dass hat mich doch sehr überrascht. Gerade wenn man mal zurück denkt, wie sehr die Toleranz gegenüber nicht-hetero orientierten Menschen in den letzten Jahre gewachsen ist!

Für mich mit am schönsten, war dieser Absatz hier:
>>Heteronormativität, das kennen viele – das alte Rollenmodell in unseren Köpfen: Wer weiblich aussieht, fühlt sich auch so und fühlt sich zu Männern hingezogen; wer nur männliche Geschlechtsmerkmale hat, fühlt sich wie ein Mann und möchte nur mit Frauen schlafen. Homonormativität – das ist neu, das Schubladendenken unseres Zeitalters. Hetero ist „normal“, homo wird akzeptiert, bi ist schon wieder so eine Sache, denn Bisexuelle werden oft als „unentschieden“ abgestempelt.<<

Der Absatz zeigt mir etwas, in dem ich mich selbst – als Frau mit weiblichen Geschlechtsmerkmalen, die seit sie ein Kind ist, kurze Harre hat, nur dunkelblaue und schwarze T-Shirts trägt, sich nicht schminkt, seit Jahren in der Männerabteilung ihre Jeanshosen kauft und immer noch mit Ende 20 für einen Mann gehalten wird (sehr blöd beim Abtasten am Flughafen *kicher*) – das so jemand wie ich, auch eine Schublade zum Wohlfühlen hat und ich nicht allein bin. Das ist viel wert!

Vielen Dank für diesen tollen Beitrag!
Ich werd ihn weiter empfehlen!!

Herzliche Grüße
Ramona
15.05.2019 | 23:18 Uhr
zur Geschichte
Hi nochmal,

nur in Ermangelung eines ordentlichen Suchalgorithmus in dieser App möchte ich gerne hier meine Geschichte für alle diejenigen erwähnen, die deine Reviews lesen und eine der wenigen Geschichten über Girlfags lesen möchten. Ich hoffe, das ist ok.
Also Mädels, ich schreibe gerade eine Story über eine Girlfag: Just a little queer. Bin gespannt auf eure Reviews.

Farnlieb
05.05.2019 | 23:56 Uhr
zu Kapitel 2
Hi Northernlights,

mich hat es berührt, wenn du schreibst, dass es dich frustriert, nirgendwo dazu zugehören.
Ja! Das kotzt mich auch an.
Also ich liebe es, dass ich endlich weiß, wo ich "hingehöre". Nur gibt es diesen "Ort" gar nicht.

So wie das Forum leider ausgestorben ist.
Ich bin froh, dass ich Slash-Fanfiction schreibe und mich mit diesen Mädels austauschen kann. Das ist immerhin etwas, etwas wertvolles!

Auch kann ich mit meinem besten Freund reden (total hetero). Aber es versteht niemand wirklich. Es versteht keiner, dass ich im Prinzip mit 29,x nochmal durch eine Pubertät gehe, weil der männliche Teil in mir endlich zu seiner Sexualität stehen darf.

Farnlieb
05.05.2019 | 23:41 Uhr
zu Kapitel 1
Hi!
Erst einmal danke für den Artikel! Da steckt viel Arbeit drin. Zumal du ja versuchst etwas zu erklären, was eigentlich total offensichtlich ist, aber für alle anderen nicht vorhanden zu sein scheint.

Ich finde es toll, dass du Interviews geführt hast. Das ist genial. Ich hatte die selben Fragen, als ich mit dem Lesen von Slash-Geschichten wegen Malec angefangen habe. Und dann bin ich schnell auf das Wort Girlfag gestoßen. Und ich bin froh, überhaupt dazu etwas zu finden. Daher vielen Dank für deinen Artikel.

Ich war so verrückt und habe vor ein paar Tagen bei gay.de einen Forenthread zu dem Thema eröffnet. Ich wollte unbedingt wissen, wie schwule Männer zu dem Thema denken.

Erstmal ist es trotzdem für mich ein Kulturschock, wie schwule untereinander reden *-*. Aber die Antworten sind interessant. Ist nur doof, dass ich deren Fragen nicht wirklich beantworten kann, da ich noch Neuling bin und keine praktische Erfahrung habe.

Danke *-*
11.01.2019 | 22:11 Uhr
zur Geschichte
Hey :)

Es ist zwar schon etwas her, dass du den Text geschrieben hast, aber ich wollte mich trotzdem kurz bei dir bedanken.
Ich hatte noch nie etwas von GirlFags oder schwulen Frauen gehört und was du geschrieben hast, hat mich zum Nachdenken gebracht. Vielleicht verstehe ich jetzt manches besser.
Ich glaube, Themen wie dieses sollten mehr verbreitet werden, da zu wenige Leute davon wissen. Also vielen Dank dafür, dass du über dieses Thema geschrieben hast!

Liebe Grüße
Frozen
07.01.2019 | 17:55 Uhr
zur Geschichte
Ein schöner Artikel, ich kann verstehen was du meinst.

Bei mir ist das nochmal ganz anders... Ich stehe auf Männer und Frauen, lese aber nur schwule Fanfictions. Alles andere reizt mich nicht... Man kann Menschen nicht in Schubladen stecken, jeder fühlt und empfindet es nun mal anders <3
01.01.2019 | 12:51 Uhr
zur Geschichte
Danke

Ich bin glücklich, ich weiss jetzt, dass ich nicht allein bin! Ich oute mich hiermit als schwule Frau :)

Lg Chilom
Mona (anonymer Benutzer)
21.07.2018 | 03:19 Uhr
zur Geschichte
Ich wusste nie so genau, warum ich mir schon immer gerne schwulen Sex angeschaut habe.
Heimlich allerdings. Wenn mein Partner dies abstoßend empfand, wenn sich Männer liebten, dann hielt ich mich zu diesem Thema zurück. Ich konnte dieses Gefühl nicht einordnen und wollte auch nicht schief angeguckt werden, wenn ich diese Art von Sexualität anziehend fand. Also schwieg ich und tu es im Freundeskreis noch immer.
Mittlerweile habe ich eine Familie, eine Tochter, und gehe einmal im Monat in einen Schwulenclub auf Techno zu tanzen. Mein Partner weiß das und lässt mich gehen. Die Atmosphäre dort ist einfach wie "coming home". Unbeschreiblich toll. Dies sagte ich auch schon am Eingang des Clubs einem Veranstalter , dass es für mich ein Gefühl ist, wie zu Hause zu sein. Und ich bin dort akzeptiert, schminke hier und da manchen Jungs die Augen nach oder sie lächeln mich an und kokettieren ein bisschen. Aber nicht "dummgeil sondern aus dem Herzen.
Dort bin ich glücklich.
Da ich Familie habe, würde ich nichts riskieren, was diese gefährden würde.
Im Alltag bin ich wie eine Hete, manchmal auch mit pansexuellen Gedanken aber geschlechtlich agiere ich nach außen unauffällig.
Girlfag zu sein, war mir bis heute nicht bewußt. Das erklärt aber Vieles und bringt mich näher an mich selbst ran.
Danke für den tollen Text und für das schöne Gefühl, nicht alleine zu sein.
Cat (anonymer Benutzer)
07.07.2018 | 01:02 Uhr
zu Kapitel 1
Ich bin begeistert über diesen Artikel. Ich bin eine von ihnen - ich identifiziere mich als Girlfag. Ich freue mich, diesen wohlformulierten Text gefunden zu haben und stimme dir zu. Es gibt keine eindeutige Definition von meinen Gefühlen, aber Fakt ist, dass es schwule Frauen gibt. Ich fühle mich auf eine schwule Art zu schwulen Männern hingezogen und würde alles dafür geben, dies ausleben zu können. Da dies nicht so leicht ist, gehe ich jetzt zurück auf Youtube und schmachte schwule Seriencharaktere an.. Wie auch immer, ich hoffe, der Begriff Girlfag verbreitet sich mehr und wird irgendwann mal verstanden. Bis jetzt habe ich mich bei zwei Freunden geoutet, die beide sehr gut reagiert haben (ein Hetero-Junge und ein lesbisches Mädchen). Beide kennen mich eben und wussten bereits, dass ich mich sehr für Schwule begeistere und haben es verstanden.
29.03.2018 | 23:21 Uhr
zu Kapitel 2
Hey...
Oh man ich fühl mich zum ersten mal verstanden.
Ich liebe Geschichten, Serien und Filme mit schwulen Männern.
Ich hab selbst mal mit meiner immer noch besten Freundin ausprobiert, wie sich das zusammen sein mit einer Frau anfühlt...das ist nichts für mich...ich steh definitiv auf Männer.

Ich bin zwar schon gerne eine Frau aber es gibt Tage, da fühle ich mich so männlich, das ich aussehen möchte wie ein Mann...das mach ich dann auch...so gut es eben möglich ist. Mein Freund hat damit kein Problem...das ist echt gold wert...er kann auch nicht verstehen warum ich zwei (oder auch mehrere) Männer zusammen so anziehend finde aber es ist ok für ihn.

Lg Min
27.06.2017 | 23:23 Uhr
zur Geschichte
Hey :)

Wow, danke für diesen lehrreichen Essay!
Ich bin noch dabei herauszufinden ob ich asexuell, bisexuell oder Girl Fag bin, einfach weil ich dann innerlich sagen könnte: Ich bin ... und ich fühle mich nicht mehr so alleine weil es einige Menschen gibt, die auch asexuell, bisexuell oder Girl Fags sind.

Liebe Grüße
10.05.2017 | 21:38 Uhr
zu Kapitel 2
Liebe NorthernLight,
leider kann ich nicht so geschickt mit Worten umgehen, wie Du und weiß nicht so recht, wie ich meine Gedanken ausdrücken sol...
Es wurde ja auch schon sehr schön und ausführlich gelobt. Ich möchte mich einfach nur anschließen und mich für deinen offenen und informativen Text bedanken!
Ich habe mir schon lange die Frage gestellt, was mich an /slash eigentlich so interessiert und so die Antworten anderer "Betroffener" zu lesen, hilft sich über die eigenen Gefühle klar zu werden. Auch mit dem Schubladendenken sprichst du mir so aus der Seele! Auf der einen Seite soll man doch einfach alle verschieden sein und die kategorisierung lassen auf der anderen Seite tut es gut zu wissen, dass andere ähnlich fühlen wie man selbst. :-)
Alles Liebe!
Fredinho (anonymer Benutzer)
18.06.2016 | 22:16 Uhr
zu Kapitel 2
Hallo :)
Sehr interessant. Ich hatte eine Kollegin, die sich als Mann fühlt, und sieht, und deswegen habe ich angefangen, mehr über den Begriff Transsexualität zu grübeln.
Aber von dem Begriff GirlFag habe ich noch nie gehört. Vollkommen neu ist es mir jedoch nicht.
Ich glaube, ich verstehe, wie du das alles meinst. Obwohl ich mich hundertprozentig als Frau fühle, und auf Männer stehe, aber nicht so, wie es ein GirlFag tun würde.
Ich hoffe, ich habe nichts Falsches gesagt, ich bin noch relativ "neu", heisst, ich muss noch eine Menge lernen in Sachen Toleranz, denn ich habe recht konservative Eltern, die allen Ernstes denken, schwul sein sei eine Krankheit o.O Und ausserdem ein recht altmodisches Umfeld. Aber ich will natürlich niemandem die "Schuld" geben.
Liebe Grüsse :)
28.03.2016 | 20:45 Uhr
zu Kapitel 1
Okay, ich muss dann jetzt auch mal meinen Senf dazu geben.

Ich finde mich in deinem Text an einer Stelle einfach so wieder:
"Und es gibt jene, die sich nicht als Mann fühlen, aber gerne einer wären, und sei es nur, um die eigene Sexualität wenigstens ausleben zu können. [...] Die Homosexualität eines Mannes steigert das Interesse einer GirlFag und ruft es besonders wach, das heißt jedoch nicht, dass GirlFags nicht auf heterosexuelle Männer stehen können."

Dass ich darauf stehe, wenn zwei Männer, na ja, 'agieren' wie du es so schön ausgedrückt hast, war mir ziemlich früh klar. Und ich dachte mir, ist ja logisch, bin ja hetero. Wenn ich schon auf einen Mann stehe, machen's zwei eben doppelt so toll. Aktuell bin ich am rätseln, ob ich eventuell bi bin, aber dass ich mir da nicht sicher bin, macht mir keine Sorgen. Ich mag flirten und gucken und sehe einfach, wie sich das entwickelt. Trotzdem habe ich bisher immer mehr zu Männern tendiert. Ich kann in einer einzigen Frau einfach nicht den psychischen und physischen Faktor vereinigen.

Aber zurück zum Thema: Wann immer ich Filme/Serien sehe und Geschichten lese mit bisexuellen/homosexuellen Männern, ziehen diese Charaktere mich einfach mehr in den Bann. Da wird einfach ein Schalter in meinem Kopf umgelegt und sie faszinieren mich mehr und ich mag sie einfach mehr, habe sie einfach völlig im Fokus. Und wie oft dachte ich mir 'Wie gerne wäre ich ein Mann und könnte das auch alles haben...' Ja, ich bin neidisch auf schwule Männer, empfinde heterosexuellen Geschlechtsverkehr als langweilig zu sehen/lesen. Ich bin noch Jungfrau (ich bin 17 *hust*) und weiß deshalb nicht, wie ich Sex mit einem Mann dann empfinden würde. Aber trotzdem denke ich mir ständig, dass ich am liebsten in einer schwulen Beziehung wäre. Diese ganze Sache mit den GirlFags erklärt auch so ziemlich, warum ich so viel besessener von der Homosexuellenszene bin als alle anderen Mädchen in meinem Alter, die auch auf Männer stehen. Da liegt eben der kleine, aber feine Unterschied.

Wenn ich mir noch mehr Gedanken darüber mache, wie ich mich denn jetzt bezeichnen möchte, würde ich mich vermutlich verrückt machen, also gebe ich mir gar nicht erst die Mühe. Ich fühle mich wohl in meinem weiblichen Körper, würde ihn aber gegen einen männlichen eintauschen, wenn ich könnte, einfach nur um, na ja "meine Sexualität ausleben zu können", wie du so schön gesagt hast. Ich denke, auch da ich noch so jung bin, wird sich da noch einiges tun. Fakt ist, ich stehe auf Männer, am liebsten zwei zusammen, und ich nehme, was ich kriegen kann - als Frau. Inwiefern andere Frauen da eine Rolle spielen, werden wir ja sehen. Wobei ich denke, dass eine lange Beziehung mich im Endeffekt nur mit einem Mann zufrieden stellen könnte.

Da fällt mir ein... Wenn ich denn jetzt bisexuell wäre, wäre Hetero-Sex für mich noch immer nicht sehr nett anzugucken/zu lesen. Lesbischer Sex zwar auch nicht, aber immerhin -interessanter- als Hetero. Ist das auch ein Zeichen für GirlFags? Dass gleichgeschlechtliche Beziehungen im Grunde einfach für interessanter gehalten werden? Vielleicht so: 'Ich stehe als schwule Frau auf Männer, kann aber durch den Umstand, dass ich weiblich bin, so diese eigene Homosexualität nicht haben, also finde ich sie in zwei Frauen.'

Oh je, mir fängt der Kopf an zu brummen. Ich glaube, ich höre besser auf.

Im Endeffekt ist es ja auch völlig egal. Jeder mag, was er mag, und es ist eben Teil des Menschseins, dass wir uns nicht in Schubladen stecken können, so sehr wir das vielleicht auch wollen. Sexualität ist wie ein Regenbogen: Es gibt die typischen Farben, aber dazwischen sind unendlich viele Übergänge, dass es am Ende doch nur eine große Masse an individuellen Farben ist. Den Spruch mag ich übrigens: Sexualität bzw die sexuelle Orientierung als Individualität.

Danke dafür, dass du auf dieses Thema aufmerksam machst, auch wenn es ein wenig frustrierend ist, zu wissen, dass dieser Neid auf homosexuelle Männer tatsächlich existiert und ich mir nicht nur einbilde, ein schwuler Mann sein zu wollen. *seufz* Man kann ja nicht alles haben. Gut, dass es da das Internet gibt, wo man seine eigenen Fantasien immer ein bisschen besser ausleben kann. ;)

Ganz liebe Grüße,
Valentia
21.02.2014 | 22:14 Uhr
zu Kapitel 1
Ich danke dir.
Danke, dass ich zu euch finden durfte. Danke, dass meine bisherigen Lebensjahre und meine Gefühle und Probleme endlich einen Sinn ergeben.
Seit Jahren bin ich hier unterwegs und habe erst vor drei Tagen endlich kapiert, was Sache ist.

Ich danke dir!
Von Herzen.

LG
Amöbe
no name (anonymer Benutzer)
15.10.2013 | 22:35 Uhr
zu Kapitel 2
Kann man denn dann als Girlfag/Guydyke überhaupt glücklich werden? Oder Sex haben, wie man ihn will?
Wenn man eine schwule Frau ist und im schwulen Sinne mit einem Mann schlafen möchte, ohne sich das Geschlecht ändern zu lassen, dann ist das doch ein Ding der Unmöglichkeit? Kann man sich überhaupt richtig verlieben? Wenn man als schwule Frau einen Mann liebt und dieser einen auch, wie...WIE?!

Und wenn man als Girlfag/Guydyke keine glückliche Beziehung führen kann, wäre es dann nicht besser, wenn man Foren, FFs, Erklärungen und alles sein lassen würde, damit die Menschen denken, sie seien asexuell und nicht etwas nachtrauern, was sie nie haben können, weil es einfach unmöglich ist?
Ich selbst finde mich ganz eindeutig als Girlfag wieder und ich bin nicht gerade erfreut, dass ich erkannt habe, in welche 'Kategorie' ich gehöre, denn ich sehe keine Möglichkeit eine glückliche Beziehung führen zu können und wäre lieber der Ansicht geblieben, asexuell zu sein.

Vielleicht ist es schön, sich in eine Kategorie einordnen zu können und zu sehen, dass es andere Menschen gibt, die genau so sind, aber wenn man erfährt, dass man in eine Kategorie gehört, in der man quasi nicht glücklich werden kann, dann ist das doch iwie ein harter Schlag!
12.03.2013 | 14:57 Uhr
zu Kapitel 2
habe gerade fast ein bissche geheult vor Glück!
Habe mich lange für Asexuell gehalten, aber so ganz passt das nach Definition auch nicht. Ich bin ein Mädchen. Bin ich schwul? Ich weiß es nicht. Vielleicht ein bisschen - zur Hälfte, wenn es das gibt! Habe jetzt schon so viele Jahre überlegt und gezweifelt, was und wie ich bin und bin nie zu einem Ergebnis gekommen. Dann habe ich für mich selbst beschlossen: Ich bin Ich!
Und eigentlich ist es ganz schön so. Es ist nur nicht schön, es anderen erklären zu wollen - auch meinen Freunden. Fairer weise muss ich sagen: sie bemühen sich, es zu verstehen :)
Aber ich bin so unglaublich froh, dass es scheinbar auch noch viel andere Menschen gibt, die nicht "normal definierbar" sind, dass es okay ist, einfach nur zu sein, anstatt sich zu erklären! Ich fühl mich gleich viel leichter! Vielen vielen Dank für diesen Essay!! :)
01.03.2013 | 02:16 Uhr
zu Kapitel 2
Hallo und vielen, vielen Dank!
Ich fand mich immer komisch, seitdem ich anfing, mich so zu fühlen. Aber jetzt, weiß ich ein Stück mehr, wer ich bin, glaube ich. Ich konnte mich mit dem Beitrag fast komplett identifizieren.
Ich habe aber eine dringende Frage: Ich bin erst 14, ist das normal? Ich habe in einigen Foren, die nichts mit GirlFag zu tun haben meine "Probleme" geschildert, aber alle meinten, dass es mit der Pubertät zusammenhängt und das das Blödsinn sei. Ich bin mir aber total sicher! So eine Sicherheit kann doch nicht von Hormonen beeinflusst werden, oder?
Ich würde mich extrem freuen, wenn du mir Antworten würdest. LG Ema
14.01.2013 | 17:46 Uhr
zu Kapitel 1
Nach all diesen wundervollen und teils auch sehr durchdachten und intelligenten Reviews gebe ich mal verspätet meinen unqualifizierten Senf dazu. ;)
Ich selbst empfand mich bisher immer als Mädchen, das auf Männer steht und in ihrer Pubertät mal irgendwann diese Phase hatte, in der Jungs einfach uninteressant waren. Allerdings hatte ich auch panische Angst vor Mädchen, oder vielleicht davor, dass sie mich als lesbisch "entlarven" könnten und sie dann nicht mehr mit mir befreundet sein wollen. Deswegen habe ich mich auch ziemlich abgekapselt und einfach gehofft, dass ich irgendwann wieder "normal" werde. In der Zeit habe ich auch ungefähr angefangen, Slash-Fanfictions zu lesen. Ob das ein Hinweis auf irgendetwas ist - keine Ahnung :D
Heute jedenfalls weiß ich mit ziemlicher Sicherheit, dass ich pansexuell bin - ein Begriff, den ich auch erstmal googeln musste. Aber inzwischen bin ich stolz darauf. Ich lebe in einer glücklichen Beziehung, in der es keine Rolle spielt, dass mein Partner ein Mann ist, auch wenn viele natürlich meinen "also bist du ja eigentlich doch hetero, hab ich's doch gewusst". Nö. Ich finde weibliche Merkmale ebenso attraktiv wie männliche (nicht nur körperlich übrigens!), und wenn eine Frau männliche Geschlechtsmerkmale hat und innerlich wie äußerlich attraktiv auf mich wirkt, verwirrt mich das kein bisschen mehr.

Dein Essay hat mich auf jeden Fall noch mal sehr zum Nachdenken gebracht. Ich habe nämlich die Erfahrung gemacht, dass viele Geschichten einfach so unglaublich heteronormativ sind, dass man sie schon fast als (hetero-)sexistisch bezeichnen kann. Mary-Sues sind nur eine von mehreren Katastrophen, die da gleichzeitig aufeinander treffen. Das nervt mich so ungeheurlich, dass ich fast nur Slash oder Femslash lese. Ich fantasiere auch selten von eindeutig heterosexuellen Handlungen, viel faszinierender finde ich es, wenn jeder jeden als individuelles Wesen akzeptiert und ihre/seine Merkmale nicht bestimmten vorgezeichneten Schubladen zuordnet. Den Begriff GirlFag finde ich von daher gar nicht so abwegig, und auch deine Beschreibung davon ist ziemlich zutreffend, weil jede/r das einfach ganz anders empfindet, individuell.

Sexualität ist eben nichts, das man so eindeutig bestimmen kann wie zum Beispiel eine Blutgruppe und es macht auch keinerlei Sinn, das zu tun. Denn im Gegensatz zur Blutgruppe kann sich die sexuelle Präferenz ändern, genauso wie die eigene Körperwahrnehmung. Das heißt ja nicht, dass man sich alle paar Jahre einer Geschlechtsumwandlung unterziehen muss, man kann ja auch lernen, damit zu leben - zum Beispiel, wenn man eine Frau ist, aber als Mann lebt oder umgekehrt. Leider macht es einem die Gesellschaft (und oft sogar das eigene Umfeld, auch wenn man es bisher immer als tolerant und weltoffen erfahren hat) nicht gerade leicht. Auch wenn man vielleicht als GirlFag oder Pansexuelle/r nicht so "stark" diskriminiert wird, wird man doch belächelt oder die eigene Identität wird von anderen infrage gestellt. Auch Ignoranz ist Diskriminierung!

Wir befinden uns hier ja alle in einem Umfeld, das homophil oder zumindest sehr tolerant ist. Aber man sollte nicht vergessen, dass die Gesellschaft einfach noch nicht so weit ist. Warum ist unsere Regierung nochmal dagegen, gleichgeschlechtliche Ehen mit Hetero-Ehen gleichzustellen?! Gibt es inzwischen ein Gesetz, das es verbieten würde, bei intersexuellen Säuglingen geschlechtszuweisende Operationen durchzuführen? Sollten nicht zwischen den beiden Kästchen "männlich" und "weiblich" auch "anders" oder "beides" oder "unentschlossen" vetreten sein?
Diese Fragen könnte man ewig so weiterführen.
Obwohl ja immer gesagt wird, dass wir in einer so toleranten Umgebung leben, wie sie in der Geschichte noch nie gewesen ist, spüre ich, dass es noch sehr viel Handlungsbedarf gibt.

Alles fängt vielleicht schon damit an, dass sich ein Gedanke etabliert, der mir persönlich unglaublich wichtig ist: Geschlecht und Sexualität findet man nicht zwischen den Beinen, sondern zwischen den Ohren. Es ist nichts Medizinisches wie etwa eine Blutgruppe. Trotzdem kommt mir immer wieder folgende Idee: wie schön wäre es, wenn Sexualität und Gender die gleiche gesellschaftliche Bedeutung hätten wie Blutgruppen? Oder wurde schon mal jemand schief angeguckt, weil er 0 rh. positiv hat?

In diesem Sinne,
Alles Liebe an euch da draußen, alle GirlFags, Guydykes, Schwulen, Lesben, Pans, Bis, Heteros, Tomboys, Transgenders, Genderqueers und alle Unentschlossenen! Lasst euch nicht unterkriegen und verliert eins nicht aus den Augen: das Mensch-Sein.

Danke auch an dich für deinen wundervollen Essay, der zwar viele Fragen aufwirft, aber auch vieles umso klarer macht. Alles Gute dir! :)

LG

Linn
10.01.2013 | 17:02 Uhr
zu Kapitel 2
Mir ist gerade eingefallen das mir ein Kumpel gesagt hat er versteht garnicht warum Frauen auf Männer stehen, da er Männer nicht als "schön" empfindet. Er verstehe nicht warum es Frauen gibt die auf ihn stehen würden.

Vermutlich ist das zum Teil eine der Sachen warum Frauen auf Männer die untereinander aktiv werden stehen. Unter anderem ist da keine Frau als "Nebenbuhler" für den Leser. Von daher ist das auch eine Variante die passen könnte.

Somit bin ich vermutlich keine Schwule Frau. Aber das ist im Grunde ja egal. Irgendwann werde ich auf dahinter steigen was ich genau bin und wenn es nur für mich ist.
Ich persönlich finde deine beschäftigung mit diesem Thema überaus interessant. Es regt zumindest etwas zum nachdenken an ^_~
10.01.2013 | 16:52 Uhr
zu Kapitel 1
Ich selber weis noch nicht ob ich mich als "Schwules Mädchen" oder als "heterosexuelles Mädchen" fühle. Aber deine kleine geschichte hat da ein wenig mehr licht ins Dunkel gebracht. Nett geschrieben und auch gut geschildert.
BriansKitty (anonymer Benutzer)
09.01.2013 | 21:14 Uhr
zu Kapitel 2
Hey there :)

Mein Gott, die letzte Rev liegt zwar schon ein wenig zurück, aber ich werd trotzdem was hierzu schreiben.
Also, erstmal: Ich finde allein die Idee, über dieses Thema zu schreiben großartig. Ich hab diesen Essay durch Zufall gefunden, bei meinem verzweifelten Versuch, herauszufinden, ob Frauen schwul sein können.
Also, großen Dank an dich, du hast mir ehrlich mit all deinen Definitionen und Erklärungen sehr weitergeholfen...

Allgemeim finde ich dieses ganze Thema "sexuelle Orientierung" äußerst schwierig.
Ich meine, sich auf einen Begriff festzulegen, ist doch so, als müsste man eine Definition seinerselbst darlegen. Wie soll das funktionieren? Sollen wir für jeden Menschen einen eigenen Begriff erfinden?
Was ist denn mit den Frauen, die sagen "Wenn ich ein Mann wäre, dann wäre ich wahrscheinlich ein Transvestit der bi ist."
Verstehst du was ich meine?
Ich selbst kann meine Gefühle nicht einordnen, was sehr deprimierend ist; ich kann mich nicht wirklich damit zufriedenstellen, zu sagen, "Ich bin ein Girlfag.".
Damit ist mir auch nicht weitergeholfen und ich habe nach wie vor keine Lösung für das Problem, wie ich meine Sexualität jetzt am Besten ausleben kann. Und außerdem: Wer in meinem Umfeld würde es schon ernst nehmen, wenn ich sage "Ich bin weiblich und schwul."?

Nun, so weit zu meinen Gedanken *lach*
Ich hatte eigentlich nicht vor, dir so einen Roman zu hinterlassen, aber nun ist es schon passiert *zwinka*
Dir auf jeden Fall ein großes Lob für deine sachliche, dennoch sehr amüsante Aufklärung darüber, ob Frauen schwul sein können.
Meine Ausgangsfrage wurde 1A beantwortet, auch wenn ich einer Lösung trotzdem nicht näher bin XD
*thumbs up*

mit herzallerliebsten Grüßen ♥
Kitty
17.01.2012 | 23:56 Uhr
zu Kapitel 2
o.O
Den Begriff habe ich noch nie gehört, aber dein Artikel trifft irgendwie auf mich zu.
Den Gedanken "Wenn ich ein Mann wäre, wäre ich schwul" hatte ich definitiv schon und dass ich Slash/Yaoi/Shonen-Ai mag, ist auch kein Geheimnis (jedenfalls nicht im Internet).
Ich habe schon versucht, dieses Gefühl mit dem Begriff "homophil" zu definieren, aber zufrieden war ich damit nicht, mal ganz abgesehen davon, dass es einen negativen Beigeschmack hat.
Ja, ich glaube ich kann mich damit anfreunden, als GirlFag bezeichnet zu werden. Muss ich natürlich nicht jedem auf die Nase binden, aber dann habe ich wenigstens einen Begriff für mich.
So, genug von mir, nun zu deinem Text!
Du hast sehr gut recherchiert, gute Erklärungen für etwas geliefert, das sich nur schwer erklären lässt und das ganze wirklich ansprechend gestaltet. Die Quellenangaben machen das ganze wirklich professionell, was ein weiterer Pluspunkt ist.
Und ich habe jetzt einen Ohrwurm von "Schwule Mädchen" ^^

Liebe Grüße
Drarrys Lintu
27.12.2011 | 00:29 Uhr
zu Kapitel 2
moin
ich will nur sagen das ich deinen standpunkt sehr spanend finde ich selbst bin leschisch und mag yaoi und yuri ob ich einer der schwulen jungs in den storys sein will ? nein
dieses bedürfnis hatte ich nie kann es aber gut verstehen
aber ab wann sagt man von sich selbst das man ne schwule frau ist ?
ich hab in "the l-word" einen sehr spannenden begriff gehört nämlich lesbischer mann =)
bis jetzt konnte ich mir nicht definieren was es heißt aber durch die story verstehe ich es jetzt
danke für die aufklärung
also nochmal zur frage: ich bin lesbisch liebe und verliebe mich in mädchen
wie ist das bei girlfags und ab welchen zeitpunkt benenst du dich selbst gilrfag ?
hoffe auf antworten
lg mina

Antwort von NorthernLight am 14.02.2012 | 20:40:24 Uhr
Hi Mina,
ab wann man das von sich sagt, muss "man" selber wissen. Man geht ja nicht zum Standesamt und lässt das in die Geburtsurkunde eintragen, das heißt, es gibt kein Kästchen, dass jemand ankreuzt, um zu sagen, ok, die Person ist weder hetero noch homo, sie ist andersrumhomo.
Eine schwule Frau empfindet sich als Frau mit schwuler Sexualität, bei einem lesbischen Mann isses andersrum. ;)
28.11.2011 | 13:16 Uhr
zu Kapitel 1
Ich nochmal...entschuldige bitte, ich meinte natürlich nicht gleich die Gattung, sondern das Geschlecht!

LG