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Autor: muse01
Reviews 1 bis 4 (von 4 insgesamt):
issachar (anonymer Benutzer)
18.11.2007 | 11:35 Uhr
hi hi

dein gedicht gliedert sich m.e. in zwei abschnitte. im ersten gehst du auf die jugend ein, beschreibst sie kurz und forderst sie auf widerstand zu leisten, im zweiten sprichst du die erwachsenen an. ich lasse die formalen aspekte außer acht, tue meine meinung nur zum inhalt kund.

gucken wir uns zuerst die jugend an.

wenn du in der ersten strophe versuchst, das jungsein an sich zu beschreiben, finde ich’s nicht nachvollziehbar, hier die geschlechtliche ausrichtung anzusprechen. sie ist keine ‚qualität’ der jugend, ebensowenig wie das verliebtsein. oder sprichst du das ausleben der sexuellen orientierung an? hier hättest du konkreter werden müssen. was meinst du: jungsein = trans, - bi, - homo, - oder heterosexuell? oder jungsein = ausleben der sexuellen orientierung?

die nächsten zeilen (lehrer / erwachsenen – jugendlicher) erheben zwar den anspruch, zynisch zu sein, bei näherem hinsehen demaskieren sie sich jedoch als luftblasen. was bemängelst du konkret? den konservativismus der erwachsenen? ihre überkommene, jedoch für absolut und unhinterfragbar erklärte weltanschauung und die daraus resultierenden verständigungsschwierigkeiten zwischen jungen und alten? oder ...?
wer hier tatsächlich eine antwort sucht, wird nicht fündig. daraus resulierend kannst du auch keine überzeugende gegenposition anbieten. eine individualisierung, die auf der verwendung von fäkalienausdrücken beruht, wirkt wenig durchdacht. du beweist an dieser stelle weder ein tiefgreifendes, über plattitüden hinausreichendes problembewußtsein, noch bietest du diskutierbare lösungsansätze. der kritik müßte mehr substanz beigefügt werden, d.h. konkretisiere sie, dann läßt sich auch ein vernünftiger lösungsansatz formulieren. wenn man jedoch nur gegen ‚etwas’ sein will, weil diese haltung gerade der mode entspricht, jedoch nicht weiß, wogegen man sich nun konkret wenden soll, dann existiert auch keine alternative und die kritik geriert zur farce, macht sich über sich selbst lustig und letztlich zum mitläufer.

sollte es in der regierungsstrohe nicht eher heißen: „...nur damit wir sie wiederwählen?“, welch löblicher dienst an der demokratie, 16jährige wählen zu lassen, um ihnen damit zu suggerieren, sie würden ernst genommen werden und ihre stimme zählte etwas ...^^ das erinnert mich ein wenig an kohl, der den ostdeutschen die dm brachte, nur um sich aus dankbarkeit dafür glatt wiederwählen zu lassen ...

in der letzten strophe sprichst du nun die erwachsenen an und da stolpere ich gleich über die erste zeile. sie könnte u.u. eine berechtigte kritik beinhalten, insofern sie den jugendwahn und die damit einhergehende verachtung des alters, die ausblendung der eigenen sterblichkeit, der bioethik- / gentechnologiedebatte zur sprache bringt. oder forderst du die erwachsenen hier tatsächlich auf, schönheitsoperationen durchführen zu lassen, nur um dem anschein nach jung zu sein? angesichts der folgenden zeilen ließe sich das annehmen. was soll dieser blödsinn?

die nächste zeile ließe sich wieder als kritik an der erwachsenenwelt lesen. du erkennst das problem, doch bedienst du dich hier einer zu vereinfachenden schwarz-weiß-malerei, die wiederum keine alternative zu einer auf materiellen werten fußenden gesellschaftsform bieten kann, da sie unrealistisch, naiv wirkt.

in den letzten zeilen bringst du eine berechtigte forderung zum ausdruck, doch hätte sie, - so sie eine deiner kernaussagen ist, im gedicht bereits vertiefend angesprochen werden sollen.

insgesamt erscheint mir das gedicht wenig durchdacht. es bedient sich zwar zynismen, die jedoch bei näherem hinsehen in sich zusammenfallen, weil ihnen die substanz fehlt. lösungsansätze demaskieren sich als ebensolche plattitüden. dadurch geriert das gedicht zur farce.
man sollte niemals etwas einreißen wollen, ohne eine alternative bieten zu können, es sei denn du möchtest immer im zustand der einreißens und zerkloppens bleiben ... und das ist gerade das problem vieler jugendlicher. sie wollen gegen etwas sein, wissen aber nicht, woran sie sich abarbeiten können. statt dessen werden von der gesellschaft / medien bzw. der dahinterstehenden macht kampfbegriffe geboten, die sie verinnerlichen und damit, ohne es zu ahnen, gerade im vorgegebenen rahmen der macht verbleiben und kontrollierbar sind. hinterfragt man diese ‚leitbegriffe’ einmal, prüft sie auf ‚herz und nieren’ stellt man fest, wie wenig substanz sie bieten. und das ist bedenklich. der widerstandwille der jugend wird zum kontrollinstrument.
sollte es (auch) dein anliegen sein, erwachsene zum umdenken zu bringen, wirst du es mit diesem vereinfachenden, trotzköpfigen denken schwer haben. deine emotionale, wütende sprache mag im ersten moment viel staub aufwirbeln und bei jugendlichen eindruck machen, doch wenn sich die euphorie legt, was bleibt dann? nichts als heiße luft.
man könnte meinen, mit diesem gedicht habe sich ein erwachsener den scherz erlaubt, aus der sicht einiger jugendlichen zu schreiben, nur um diesen einen spiegel vorzuhalten und sie auf ihre denkfehler und die daraus resultierende alternativlosigkeit aufmerksam zu machen. das fände ich klasse. leider ist’s nicht so.
aus dem vorhergesagten erscheint das von dir gepriesene jung- u. rebellischsein nicht als alternative, sondern als ein schmoren im eigenen saft.

so long,

issachar
14.11.2007 | 17:22 Uhr
Ich muss sagen, dass och den bisherigen Reviewschreibern nicht ganz Recht geben kann! Und das was ich jetzt sage, sage ich jetzt nicht nur weil du meine Freundin bist: Also...ich denke du hast das mit "den eltern vor die füße kotzen" eher sarkastisch oder gar zynisch gemeint und nicht als Aufforderung...für mich klingt das nämlich aufgrund deiner anderen Texte alles nach starkem Sarkasmus! Und Zynismus und Sarkasmus werden bei solchen Kritikgedichten ja als sehr gute Stilmittel verwendet...also ich bin ganz anderer Meinung. Mir gefällt das Gedicht, du sagst es wie es ist und beschönigst nichts. Und du schreibst nicht das übliche, du machst mal was ganz anderes!
Dein Stil passt sehr gut dazu! Für dich sollte es jetzt eigentlich blumen regnen *blumen schmeiß* !!!!
Mir gefällts!
Bussis lieb dich Fides
Lizriin (anonymer Benutzer)
14.11.2007 | 11:31 Uhr
he. also erstmal muss ich sagen, das die vor revü-erin meiner Meinung nach ein komische Einschätzung abgibt. Gettho, in Deutschland? Hm, nu ja. Bushido? njet! der würde sich kaum als queer darstellen...
Und den Eltern vor die Füße kotzen ist kaum etwas neues, und auch
nicht besonders revolutionär.

aber güt. fand ich den ersten teil etwas allzu althergebracht (schwarzfahren, wie anti ist das denn? :) ), so muss ich sagen, der letze
Textblock hat mir in seiner poetischen destruktivität gut gefallen.

ich kann nicht genau den finger drauf legen, abers gefällt mir.

nu ja. bleibt noch die frage, ob mit die anführungzeichen irjendwas
ironisches angedeutet werden soll, oder nicht? nimmt sich der text nu volkommen ernst oder nicht? höm.

hö, fragen über fragen. aber nun ja.

grüße,

lizriin
Ainsel (anonymer Benutzer)
13.11.2007 | 22:04 Uhr
Spontan laß ich diesen Text hier. Und nun?
Ich denke... Ich weiß nicht, wie ich den Kommentar hier beschreiben soll. Ich persönlich sehe das Ganze mit anderen Augen - auch wenn ich 14 Jahre alt bin. Also...
Dein Text... Als ob Bushido gesprochen hätte. Ich weiß nicht. Erinnert mich ein wenig an Ghetto's und naja... anderen Orten.
Was ich an deinem Text bemängele sind die Stellen, wie die Eltern vor die Füße zu kotzen.
Das ist respektlos und vieles klingt wie eine Aufforderung.
Vorallem diese Stelle. Geht es den Jugendlichen so 'scheiße', wenn sie nicht machen dürfen, was sie wollen?
Ich habe auch weniger Rechte, und? Passiert was? Nein!
Es klingt ein wenig zu 'dramatisiert' - 'die arme Jugend von heute'.
Ich bin selbst 14 Jahre... Ich bin anders erzogen worden.
Ich finde, das diese Person zu viele Freiheiten hat. Man sollte sich schon einschränken. Denn solche Menschen heben leider zu schnell ab - das ist leider so, ich kenne es ja selbst.

Aber zurück zum Text:
Die Textform hätte besser anders sein sollen und Rechtschreibfehler sind enthalten. Vielleicht hättest du die Story in einem andere Genre posten sollen. 'Traurig' ist die Geschichte meiner Meinung nach nicht.
Es ist etwas anderes, doch leider gibt es dafür kein Genre. :-(
Dein Text würde ich noch einmal überarbeiten, damit es lesefreundlicher wird.

Hoffentlich klingt das nicht zu hart und du kannst damit umgehen.
Mir tut es schon an dieser Stelle leid.

PS: Verzeih meine eigenen Fehler hier drinnen, ich verbessere sie meistens nie. (Bin einfach zu faul.)
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