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Reviews 1 bis 9 (von 9 insgesamt):
22.07.2016 | 21:18 Uhr
Hallo Helge,

nun bin ich auch mit Teil 3 durch und ich muss sagen, das steck schon arg nicht mehr so viel Zynismus drin wie in den ersten beiden. Was bleibt sind Bitterkeit und ein lauter Appell zu mehr Menschlichkeit zu stehen. Tja, die Sache mit den Statistiken ist schon wirklich schlimm. Da wird so lange dran rumgeschraubt, bis die Zahlen die bei der Bevölkerung die gewollte Wirkung heraufbeschwören. Men denke nur mal an der "Body Count" in Vietnam... Sehr schön fand ich auch, wie eben erwähnt das Ende. Gerade weil es so offen ist. Wobei ich bei einer Zeile doch ein wenig verwirrt war. Dort hieß es "Und öffnet euer Herz der ganzen Welt" - eine, wie ich finde, nicht zu erfüllende Bitte. Die "ganzen Welt", dass sind so unzählbar viel Menschen, die Leid und Freud erfahren - so groß kann, glaube ich kann kein Herz sein. (Aber vielleicht viel zusammen?)

Viele Grüße
Ramona
22.07.2016 | 21:00 Uhr
Hallo Helge,

hier nun meine Meinung zu Teil 2. Auch sehr direkt und kompromisslos gereimt. Zwei Stellen haben mir besonders gut gefallen, bzw. besonders erschreckt. Das war einmal "Die Schuldigen waren erraten". Das ist einfach zu unfassbar wahr und gleich traurig. Denn es wird ganz klar, dass es ihr um einen wahllosen Sündenbock geht. Und die andere Stelle war "Zum Glück gibt es ausreichend Spaten". Da hatte ich wieder Infanteristen mit ihren Klappspaten im Kopf. Ist bei mir gerade brandaktuell, da ich selbst über Spaten gedichtete habe... Und, oh ja, da war sogar noch eine dritte Stelle: "Man zündet sie an [...] Man sollte sich vorher besaufen". Auch dazu fehlen mir die Wort. Es trifft auf traurige Weise den Kern der Sache. Wenn ich an die vielen Veteranen denke, die sich täglich besaufen um die Bilder in ihrem Kopf loszuwerden und dann diese Zeilen lesen, dann denke ich wow, scheiße, er hat recht!

Viele Grüße
Ramona
16.07.2016 | 21:02 Uhr
Hallo Helge,

da hab ich doch vor ein paar Monaten das Buch über Fanfiktion "With Love, Mary Sue" gelesen, dass auch hier auf der Seite beworben wurde und mich beim Lesen von dem Interview mit dir ernsthaft gefragt, wo wohl die Texte von dir schlummern, und nun bin ich über diese Gedichtreihe gestolpert! (Hab einfach mal bewusst die letzte Seite bei den Gedichten aufgerufen.)
Nun, was kann ich zu dem ersten Teil von "Amerikas Ascendancy" sagen. Ich bin immer wieder überrascht, für wie viel Menschen die Anschläge so bedeutsam und unvergesslich sind. Ich hab die Bilder damals auch in Fernsehen gesehen. Allerdings war ich da erst 10 Jahre alt und es hat mich lange nicht so bestürzt, wie viel Erwachsenen. Heute, mit Mitte Zwanzig, will sich bei mir immer noch keine unangenehmes Gefühl einstellen, wenn ich die Bilder der einstürzende Türme wieder sehe. Und trotzdem glaube ich dein Gedicht verstanden zu haben. Es ist sehr bös und zynisch formuliert und manchmal - oder eigentlich sogar sehr oft, wenn man ins politische Kabarett schaut - ist das ein guter Weg Menschen wachzurütteln und sie zumindest für einen Moment zum Nachdenken / Innehalten zu bewegen. Gleichzeitig bleibt nicht aus, dass man über so viele überspitzte Worte auch lachen muss. Was ja bekannter maßen auch ein gute Medizin ist. Die Umschreibung mit der "Bienenwabe" fand ich beispielweise sehr amüsant.
Also halten wir fest, der erste Teile trifft den Kern der Sache, kommt zu einem klaren Punkt, nämlich einer Frage, die jeder Leser für sich selbst beantworten muss, kann und soll.

Viele Grüße
Ramona
28.03.2014 | 21:58 Uhr
Das ist das letzte. So lässt dus ändern. Mit einem 'Vielleicht irr ich'
Und ich weiß was du meinst und bei deinen Gedanken will ich auch so zynisch sein und böse und verbittert werden. Die Menschen. Es ist hier so leicht Pessimist zu werden. Und gleichzeitg so schwer, weil man sie doch nicht aufgeben will. Weil man ja selbst einer der jenen ist. Und sie alle aufgeben, den Glauben an sie verlieren, hieße, sich selbst aufzugeben, den Glauben an sich selbst zu verlieren. Und das darf nicht passieren. Denn wenn wir das tun, dann gibt es sowieso kein Zurück mehr.
Alle lieben lernen. Und nur, weil so viele andere so Vieles so Schlechtes gemacht haben, heißt das nicht, dass um sie nicht getrauert werden soll. Gerade um die, die viel Schlechtes gemacht haben, sollte getrauert werden, weil sie die Wege nie zum Guten, zum Positiven, zu der Alternative gefunden haben. Und das ist sehr schade.
Mir scheint dein Text beinahe eine Hetze auf die Amerikaner in ihrer Gesamtheit. Aber mit einer Hetze auf ein gesamtes Volk, damit würde ich vorsichtiger mit umgehen. Verallgemeinerungen stimmen nur in den seltensten Fällen und wenn sie sich auf gerade so große Menschengruppen beziehen, dann sicher nicht.
Und das ist auch der Punkt, den ich besonders im letzten Teil sehe. Es gibt viele gute Dinge, die in der Welt passieren. Diese haben viele Gesichter. Und oft sind es Menschen. Das Lächeln der alten Dame im Zug. Die Gruppe von Ausgeschlossenen, die sich zusammentut und gemeinsam stark ist. Friedensverträge. Weltgebetstage, die über die ganze Welt verteilt sind. Friedliches Zusammensitzen mit Schülern aus aller Welt durch Austausche. Und es gibt noch so viel mehr. Immer nur ein kleines Stückchen. Es ist die Gesamtheit des Guten, dass es so mächtig macht. Aber das ist nicht übersichtlich. Daher gibts auch meiner Meinung nach das Gute im Allgemeinen nicht, sondern nur das Gute in jedem Einzelnen. Und indem du es förderst und unterstützt, suchst und es versuchst, zu leben. Es mag kitschig klingen, aber die Welt können wir nur verändern, indem wir bei uns und unserer kleinen Welt und Umgebung anfangen. Also gib die Hoffnung noch nicht auf. Wir schaffen das schon irgendwie.

(schon wieder so viel gedacht)
with hope, Felicia
28.03.2014 | 21:42 Uhr
Hier weiter im Text.
Kloake.
Wort noch in der Erinnerung. Amerika ist gefürchtet wie geliebt. Denn wenn man ganz oben sein will, muss man sich die Hände schmutzig machen. So lautet die Devise. Und jetzt. Was haben sie erreicht? Mehr Unheil als Frieden. Und wenn sie jeden in den Krieg schicken, den sie finden können und davon welche sterben. Arme Soldaten. Unschuldig gestorben. Alles Helden. Und doch alle vergessen. Doch vielmehr noch die, die sie umbrachten. Diese werden sowieso nie erwähnt. Darauf kann man zählen. Wir fühlen uns in so vielem überlegen und denken wir könnten die Welt besser machen, indem wir überall eingreifen. Und doch hat sie davor ja auch irgendwie funktioniert oder? Die Verständigung ist schwer und wir können ihren Krieg nicht begreifen. Ihre Kultur. Ihr Leben. Ihr Verhalten. Und plötzlich scheint uns dieser Standardamerikaner näher, als der Zivilist. Denn wir sind nicht im Krieg. Wir lassen kämpfen. Unser Spielfeld ist ihr Leben. Doch wir nehmens hin. Es geht uns ja irgendwie doch nichts an.
Das geht mir durch den Kopf hierbei. Ich weiß nicht, ob du das meinst, aber daran muss ich bei deinen Worten denken. Und während die Musik dabei läuft, fühl ich mich plötzlich schuldig. 'Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist. Es wär nur deine Schuld, wenn sie so bleibt.'-Ärzte, deine Schuld
Und dann will ich wieder was ändern und bleib trotzdem hier sitzen, weil ich mich nicht fähig glaube.

Felicia
28.03.2014 | 21:29 Uhr
Hey du :)
ich hab es so an mir, mir aus einer Kategorie, die mir was sagt, mich beschäftigt, mich interessiert, die ältesten Sachen mit den wenigsten Reviews rauszusuchen, denn das Reviewen finde ich wichtig und gut und ich hoffe ja genau wie andere auf Rückmeldung zu meinen Arbeiten, also warum nicht selbst damit anfangen.
Es ist zynisch. Wie auch bisher schon gesagt wurde. Ich möchte hier zu jedem Teil was hinschreiben und dann nochmal insgesamt, weil ich die Eindrücke nicht komplett in ein Ding packen kann und will.
Beim ersten Teil, der auch der einzige ist, den ich bisher gelesen habe, muss ich sagen, bin ich schockiert. Nicht nur das, ich wollte zeitweise nicht weiterlesen. Weil es verstört hat. Ich gehöre zu einer Generation, die dieses Ereignis zwar mitbekommen hat, aber nicht so wahrgenommen hat, weil sie damals noch zu jung war. Ich habe viel darüber gelesen und Erzählungen gehört. Natürlich berühren diese. Sehr sogar. Sie schockieren auch. Aber wenn man das hier so liest, wenn man so einen Text darüber bekommt, dann fällt man auf die Nase. Ja so mein ich das auch. Wenn man plötzlich mit dieser wirklich wichtigen Gegenseite konfrontiert wird, dann merkt man erst, wie das ganze wirklich abgelaufen ist. Man lernt andere Perspektiven erkennen. Zwar finde ich es an manchen Stellen nicht ganz fair und überspitzt, aber das ist ja auch der Sinn des Textes. Mit übergenauer Dringlichkeit Tatsachen ins Auge blicken und gestoßen werden auf das, was wir jahrelang nicht sehen wollen. Ich bin gespannt auf die nächsten Kapitel.

Felicia
19.08.2008 | 19:53 Uhr
hey,
habe deine Gedichte beim stöbern gefunden und muss schon sagen du bist echt ein krasser Zyniker. Mit diesen Gedichten hast du echt schockiert und aufgerüttelt. Selbst nach Jahren hat sich die Erinnerung an diesen Tag bei mir eingebrannt und wieder stehen mir Tränen in den Augen.
Und immer noch tobt der Krieg, den Amerika hervor gerufen hat. Sag mir wann hat das ein Ende?! Das wir Menschen Gewalt, mit Gewalt bekämpfen. Das Täter den freitot wählen und Unschuldige sterben? das endet nie den der Mensch kennt kein wahres Mitleid oder Gerechtigkeit.

Danke für diese kostbaren Werke.
Lg robin
02.05.2004 | 19:12 Uhr
mir gefallen die gedichte auch sehr gut! du hast (wie luzi schon gesagt hast) noch ma die wirklichkeit richtig einem vor augen geführt. Die wortwahl finde ich auch gut, denn man sollte einem nicht die netten worte wie onig vor den mund schmieren, denn dass wäre hier ganz und gar nicht angebracht, deswegen finde ich die "harten" wörter richtig. mach weiter so, mir gefällt wie du deine geschichten schreibst ^.~

Baba, Mika-chan
10.04.2004 | 13:44 Uhr
das sind echt supertolle gedichte! ein wirklich echt guter stil, den du da hast. auch vom sinn sind sie nachvollziehbar, trotz dass sie nicht in direktem zusammenhang zu stehen scheinen, was sie aber tun. auf jeden fall sind deine texte ehrlich und sprechen auf jeden fall die wahrheit, die wir alle kennen, aber die wenigsten auch sehen wollen! vor allem das letzte gefällt mir am besten! ich hoffe, es gibt bald mehr von dir und deinen texten!
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