Oh, sinners, let’s go down

OneshotAllgemein / P12
"Pille" Leonard McCoy James T. Kirk Spock
16.09.2016
16.09.2016
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Dies ist eine autorisierte Übersetzung der gleichnamigen Fanfiction von Raven – eine Geschichte, die so wunderschön ist, dass ich nicht anders konnte, als mich daran zu versuchen.

Das Original findet ihr hier: Oh, sinners, let's go down



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In den Tagen und Wochen zwischen diesem Moment und dem Raumdock der Erde wird es die Runde unter der Besatzung des Schiffes machen, eine Geschichte, die man sich mit gedämpfter Stimme und hinter erhobenen Händen erzählt: Was könnten sie zueinander sagen, das sie nicht schon zueinander gesagt haben? Es wird Geflüster geben über geworfene Gegenstände, geschwungene Fäuste, sogar über etwas Sexuelles: irgendetwas, um die Intensität davon zu erfassen.

Aber so ist es nicht. Es passiert während des Schichtwechsels des Schiffes. Eine lange Nacht für Leonard McCoy, aber jetzt ist es Morgen; einige Patienten wurden aus der Krankenstation zurück in die große, weite Welt entlassen, mit strengen Aufforderungen, nächstes Mal nicht so dämlich zu sein und zurückzukommen, falls irgendetwas wehtut. Spock spricht per Subraum-Übertragung mit irgendjemandem auf Vulkan – möglicherweise einem Heiler.

„Ein Forscher“, sagt er sanft, als der Mann auf der anderen Seite des Bildschirms für einen Moment verschwindet. „Von der Vulkanischen Akademie der Wissenschaften – er hofft, eine Abhandlung über die Zeremonie des Fal-Tor-Pan schreiben zu können. Ich kann an einen anderen Ort gehen, falls der Anruf Sie belästigt.“

„Machen Sie weiter.“

McCoy braucht den Bildschirm in seinem Büro momentan nicht. M’Benga fragt ihn nach seiner Meinung zu irgendetwas. Eine schnelle Überprüfung des Inventars; ein Wort zu einer der Krankenschwestern. Spock redet über seine Katra. (Seine Seele, fügt McCoy innerlich hinzu: Er will der Sache ihr Gewicht und ihre Resonanz geben, selbst in der Übersetzung.) Sie müssen ihren Vorrat an Hypospray-Patronen überprüfen. Spock redet über seine Eltern; seine Erinnerungen; sein Behältnis.

„Was?“, sagt McCoy laut; er hat es nicht beabsichtigt.

Und dann dreht Spock sich um, um McCoy aus entschlossenen und humorlosen Augen anzusehen, und sagt es noch einmal: „Das Behältnis. Ein Mensch, männlich“ – und dann folgt etwas über McCoys Größe und Gewicht – „der anwesend war, als ich ...“

Als Spock die Verbindung schließt, spricht McCoy nicht. Die Wut kommt langsam, nimmt sich ihre Zeit, um sich aufzubauen, und zieht sich von den Strömungen im tiefen Gewässer empor.

„Ich entschuldige mich für die Unannehmlichkeit“, sagt Spock.

McCoy dreht sich um und nickt. „Behältnis, Spock?“

„Doktor McCoy, ich ...“

„So nennen wir es also?“ – und das ist vielleicht der Punkt, an dem es beginnt, ein wenig außer Kontrolle zu geraten, und von ihren üblichen Beschimpfungen in etwas anderes umschlägt.

„Es ist korrekt.“ Spocks Stimme ist sehr ruhig, aber mit einem harschen Unterton, weil das hier nicht den üblichen Bahnen folgt. „Ein Behältnis. Sie waren da, Doktor.“

„Ich war da?“ Eine Pause für diese Wut, tief und ätzend wie Salzwasser. „Darum haben Sie mich benutzt? Weil ich da war?“

„Bestreiten Sie diese Darstellung?“, fragt Spock, und plötzlich ist McCoy in einer anderen Krankenstation, in einer längst vergangenen Zeit, in der er vor Spock zurückweicht, während Adrenalin bitter in seiner Kehle aufsteigt. Er sagt nichts.

„Bestreiten Sie diese Darstellung?“, fragt Spock erneut, und das ist ihre letzte Möglichkeit, unbeschadet aus der Klemme herauszukommen.

„Vor vielen Jahren, das andere Sie“, sagt McCoy plötzlich. „Der Transporterunfall, die andere Welt. Sie erinnern sich. Das andere Sie hat mich niedergestoßen und ist in meinen Kopf eingedrungen.“ Er erhebt seine Finger in der Geste der Gedankenverschmelzung. „Hat mich auf meine Knie hinunter und gegen die Wand gedrückt und hat mir das angetan, vor Gott und all Seiner Schöpfung. Und wissen Sie, ich habe es Ihnen nie gesagt.“ Er breitet die Hände aus. „Denn ich dachte, wieso Ihnen so wehtun, wie Ihnen das wehtun würde. Wenn Jim es wusste und das genug war. Wenn Jim Ihnen erzählt hatte, dass Sie in jedem Universum derselbe seien, ein guter Mann.“

Spock sagt nichts.

„Wann haben Sie angefangen, Leute wie Sachen zu behandeln, Mr Spock?“

Und nachdem er das gesagt hat, stürmt er nicht direkt davon, er dreht sich lediglich langsam um und bewegt sich zur Tür, und auf der Schwelle ist er wütend auf sich selbst, weil er diese alte Geschichte hervorgekramt hat, nur um sie wie eine Waffe zu werfen, um zuzuschlagen, zu verletzen; und noch wütender ist er auf Spock, der mit dieser verdammenswert besorgten Miene in der Mitte des Raumes steht, so, als sei es McCoy, dem man wehgetan hat, trotz allem.


~°~



Die neue Enterprise ist geschmeidig wie sonst etwas, überall schnittige Linien und Kurven, eine silberne Dame. Sie ist die USS Enterprise NCC-1701-A, weil es anscheinend so viele verdammte Schiffe mit diesem Namen gegeben hat, dass sie jetzt mit angehängten Buchstaben des Alphabets zur Identifikation gebaut werden: Das hier ist A und irgendwann wird es B geben und in seinen düstereren Momenten kann sich McCoy ihre ganze Produktionslinie deutlich vorstellen, alle aufgereiht bis zur Unendlichkeit, jedes davon ein perfekter Segen mit seinem eigenen perfekten Untergang. Auf dieser ersten Mission, derjenigen, bei der sie die Macken des Warp-Triebwerks austüfteln und die Plastikumhüllung von den Schaltpulten nehmen und herausfinden, was all die brandneuen Knöpfe und Pfeifen tun, ist er selbst vor der Sache mit Spock launenhaft und zu sensibel; er stapft im seinem Quartier umher und hebt Dinge hoch und stellt sie wieder ab und legt sich auf nichts fest, alles ist zu hell und zu laut und dann, danach, hat er eine ziemlich benommene Phase und die neue silberne Dame Enterprise ist für eine Weile zurück im Raumdock.

„Es hat nichts mit dir zu tun, Bones“, beteuert Jim, und Gott segne ihn, er bemüht sich. „Spock retten, die Erde retten und dann vor dem Militärgericht stehen – das ist genug für eine Crew. Wir alle brauchen etwas Zeit.“

„Jaah, sicher“, sagt McCoy, weil er zu müde ist, um zu diskutieren. „Es ist okay, Jim. Es wird okay sein.“

Jim sieht ihn nur an, als ob er sich wundert, wieso es McCoy ist, der ihm das erzählt – dass alles in Ordnung ist, dass alles gut werden wird. Und McCoy will mehr hinzufügen: Er will sagen, dass Jim Kirk ein guter Mann ist und ein guter Captain und dass er einen neuen Ersten Medizinischen Offizier bekommen wird, ganz egal, wen; jemanden, der ihm dort hinaus ins Schwarze folgen wird, er wird besser als gut sein, er wird wunderbar sein. Dass er dort hinaus ins Weltall gehört, als wäre er dort geboren worden, und dass Leonard McCoy, Arzt, wieder einmal im Dreck kniet und nicht vorhat, wieder aufzustehen.

Er spricht nichts davon aus. Er dreht seinen Kopf zur Seite, hält seine Hände gegen die nächtlichen Lichter der Stadt hoch und geht von Bord des Shuttles, ohne sich umzudrehen.


~°~



Jim kommt vorbei, um ihn dort unten in dem alten Haus in Georgia zu besuchen, was seltsam ist – Jim Kirk in seiner zivilen Kleidung in seinem Haus stehen zu sehen, wie er gesüßten Eistee in eine alte Glastasse gießt und sich hinsetzt, um ihn auf der Veranda zu trinken, ist, als sähe man seine Lehrer in ihren Sommerklamotten. McCoy lehnt sich gegen den Türpfosten und beobachtet, wie Jim den Schaukelstuhl zum Schaukeln bringt, und er nippt an seinem eigenen Tee mit der Zitronenscheibe darin. „Meine Mutter hätte mir eine Kopfnuss verpasst“, sagt er nach einem Moment. „Dafür, dass ich zulasse, dass ein Gast sich selbst bedienen muss.“

Jim lächelt ihm zu und tippt die Seite des Glases mit seinem Löffel an. „Das ist dein Stuhl, nicht wahr?“

„Das hier ist mein Haus, Jim, sie gehören alle mir“ – aber er lenkt ein, als Jim liebevoll einen Finger über das polierte Holz der Armlehne gleiten lässt, als ob es etwas ist, das man bewundern müsse. Im Weltall gibt es nicht viel Holz, oder frische Zitronen. „Aber dort, äh, sitze ich für gewöhnlich, ja. Woher hast du das gewusst?“

„Ich hab’s mir nur gedacht.“ Jim schaukelt nach vorne, dann zurück, und blickt hinaus auf den Vorgarten und auf die pink und grün gefärbten Mandevillas. Sie brauchen teuflisch viel Wasser, aber McCoys Mutter hat sie geliebt. „Ich wollte sagen, dein Akzent ...“

„Wird stärker, was?“ McCoy blickt in seinen Tee hinab. „Wirklich, was für eine Überraschung.“

„Und dann hab ich beschlossen, es nicht zu tun.“ Jim schaukelt noch immer, und die Eiswürfel klimpern gegen sein Glas. „Jeder muss irgendwo her sein. Leonard ...“

„Nicht“, sagt McCoy. „Komm mir hier nicht mit meinem Namen. Ich kann nicht – nicht hier.“

„Bones, dann eben“ – und McCoy denkt darüber nach. Er ist schon seit langer Zeit James T. Kirks Bones, aber nicht seit jeher. Er war es nicht, als diese Mandevilla-Reben gepflanzt wurden, als er dort mit der Schaufel in diesem Hof stand und salziger Schweiß in seinen Handflächen ausbrach. „Ich beantrage keinen neuen Ersten Medizinischen Offizier“, sagt Jim. „Ich meine es ernst. Meine Crew kann ihre Verletzungen von nun an selbst verpflastern. Ihren Mann stehen und damit fertigwerden, wenn sie ihre Gliedmaßen verlieren. Aber wenn du bleibst ...“

„Ich glaube, das werde ich.“ McCoy lehnt seinen Kopf zurück gegen den Türrahmen und blickt zum hellblauen Himmel empor. Nicht für immer.

„Dann ist hier etwas für dich.“ Jim legt ein PADD auf den Tisch neben seinen Tee. „Einer meiner alten Freunde aus der Akademie braucht leihweise einen Allgemeinmediziner.“

„Nicht hier draußen, nehme ich an.“

„Nein. Denk darüber nach, Bones.“ Jim steht vorsichtig auf, so dass der Schaukelstuhl kaum verrutscht. Während er seinen Kommunikator sucht und Vorkehrungen für einen Transport trifft, trinkt McCoy den Rest seines eigenen Tees in kleinen Schlucken. Bevor Jim aufbricht, um zur örtlichen Beam-Station unten in der Stadt zu gehen, sagt er: „Spock wird in der Gegend sein. Er hält ein paar Gastvorlesungen für den neu angekommenen Schwung Kadetten.“

„Sicher“, sagt McCoy und lässt zu, dass Jim leicht den Arm um seine Schultern legt; er verkrampft sich nicht unter der Berührung, doch als Jim gegangen ist, merkt er, dass er wieder zittert, selbst hier im Sonnenschein Georgias, dem ersten Sternenlicht, das er jemals gespürt hat.


~°~



Danach kann er ein paar Tage lang nicht schlafen, sondern sitzt am Fenster und beobachtet die lilafarbenen Morgen- und Abenddämmerungen. Er vermisst die ankommenden Schiffe. Joanna ist nicht da – sie hat eine neue Freundin und sie sind ausgerechnet auf Vulkan, um an irgendeinem Gartenbau-Projekt in der polaren Region des Planeten zu arbeiten, und wer wusste überhaupt, dass Vulkan eine polare Region hat? McCoy schickt ihr eine Nachricht und sie schickt ihm eine zurück. Sie glaubt nicht, dass er bleibt.

Er trinkt und schläft nicht und blickt zu den Sternen hinauf. Und dann, weil das weiß Gott genau so ist, wie Leonard McCoy ursprünglich diesen Sprung gewagt hat – wie er ins Weltall hinausgegangen ist mit dem herben Geschmack von tagealtem Bourbon in seinem Mund und mit jeder beschissen erbärmlichen Entscheidung, die er jemals gemacht hat, schmerzend in seine Knochen eingeätzt –, bricht er am Morgen zur Transporterstation auf, so früh, dass er gerade vor Anbruch des Tages über der Bucht auf der anderen Seite des Kontinents ankommt.

Er hält die unklare Notiz fest, die Jim ihm gegeben hat; es ist irgendein Kerl aus dem zivilen Flügel des Krankenhaus der Akademie, der sich leihweise einen Allgemeinmediziner wünscht, und McCoy schätzt, dass er den hellen Lichtern ausweichen und ebenso gut zittern kann, während er sich nützlich macht, wie auf seinem Hintern zu sitzen. Als er erneut nachschaut, ist da auch eine Notiz von Spock, die er ungelesen löscht. Im dunklen Frost schlendert er die Straßen bis zum Krankenhaus entlang und wirft seine Tasche nieder, als es an der Zeit ist, den Arztkittel anzuziehen. Diesen Morgen hat er das Haus in Georgia verlassen und einige Monate davor war er auf Vulkan und stand neben dem, was für die Leute dort als Ozean durchgeht, das Wasser war salzig-süß und gelb-grün, und er fragt sich, wie er hierhergekommen ist.


~°~



Der erste Patient dieses Tages ist ein Junge im Teenager-Alter, der nicht auf den Aufschlag seines Freundes geachtet hat. McCoy säubert das blaue Auge des Jungen und rät ihm für ein oder zwei Tage vom Tennis ab. Der nächste ist eine ältere vulkanische Frau, die wegen einer Überprüfung ihrer Verschreibungen gegen Diabetes gekommen ist; McCoy geht die Unterlagen durch und macht ein paar schnelle Tests und versichert ihr, dass alles in Ordnung ist, sie ist vollkommen gesund und wird es für lange Zeit bleiben. Die dritte Patientin beginnt, ein Gefühl der Verkehrtheit in sich zu spüren, als ob sie als Fremde an dem Ort aufgewacht ist, an dem sie immer gelebt hat. McCoy sucht einige Flugblätter und Prospektmaterial für sie zusammen und fragt sie, ob sie viel Sonnenlicht an ihre Haut lässt, und redet über langfristige Therapien und etwaige Behandlungsmöglichkeiten, und sie dankt ihm und sagt, dass er sehr freundlich sei, und geht. Und dann, nachdem sie fort ist, zieht er die Vorhänge zu und sitzt einfach nur eine Weile im Dunkeln, bis Spock gerade vor der Mittagszeit anklopfte. „Doktor McCoy“, sagt er, als sich die Tür öffnet. „Sind Sie ...“

Bei seinem Anblick steht McCoy auf und zuckt zurück, und der Rand des Biobetts bringt ihn zum Innehalten. Dann kommt Spock vollständig in den Raum, denn wie zur Hölle soll McCoy ihn auch aufhalten, und das ist es, was seinen Kampfgeist erlöschen lässt, diese Erkenntnis. Er setzt sich auf das Biobett, zieht die Füße hoch und umarmt seine Knie und verharrt einige Minuten lang dort, und Spock sagt nichts, sondern setzt sich einfach auf den Stuhl neben dem nächsten Bett, und sie warten beide, bis das Zittern aufhört.

„Doktor“, sagt Spock, sehr freundlich. „Die Zeit für die Ausgabe des Mittagessens nähert sich. Der Captain hat mich über Ihre Anwesenheit hier in Kenntnis gesetzt, und ich wollte Sie fragen ...“

McCoy nickt, nicht zustimmend, aber voller Verständnis. „Spock“, sagt er und blickt zu Boden. „Ich kann das nicht, okay? Wenn ich Ihnen auch nur irgendetwas bedeute, dann lassen Sie mich in Ruhe.“

„Das werde ich, wenn es das ist, was Sie wünschen“, sagt Spock nach einem Augenblick. Er wendet sich zum Gehen und hält dann auf der Türschwelle inne. „Jedoch ...“

McCoy hebt eine Hand. „Das ist es, Spock, ich kann nicht mal mehr mit Ihnen streiten. Ich weiß, dass es das ist, was wir tun. Ich weiß Bescheid über diese Sache von wegen erinnere dich daran, wer du bist, okay?“ Er blickt auf, während er es ausspricht, für einen Moment von seiner alten Wildheit angetrieben. Es fühlt sich an, als ob er die Kleider eines anderen trüge. „Ich weiß es. Gott, ich weiß es. Aber ich kann es nicht mehr.“

„Doktor“, sagt Spock mit unendlicher Sanftmut, und McCoy hasst ihn dafür. Er bewegt sich langsam; er macht nur kleine Schritte zurück ins Zimmer, als sei McCoy ein wildes Tier, das er nicht erschrecken will, und McCoy hebt erneut den Kopf.

„Sind Sie – geht es um das, was ich gesagt habe ...“

„Es geht um das, was ich gesagt habe, Doktor.“

„Ich schätze“, sagt McCoy nach einer Weile, „das ist der Moment, in dem wir kapieren, dass das alles nur ein großes Missverständnis ist, und wir lachen darüber. Sie haben überhaupt nicht über mich geredet. Sie haben eine Außenmission geplant und ein eingepacktes Mittagessen beantragt. Wir haben jemanden abgeschleppt und Sie haben etwas gebraucht, wo Sie die Dilithiumkristalle hineintun konnten.“

Spock erhebt den Blick. „Ich habe über Sie gesprochen.“

„Also“, sagt McCoy und schaukelt nach vorne, dann zurück. „Das wär’s dann also.“

„Ich habe über Sie gesprochen“, sagt Spock, beständig wie der Ozean. „Und es war eine respektlose Art, über Sie zu sprechen, und eine grausame obendrein.“

„Haben Sie es so gemeint?“, sagt McCoy scharf. „Bin ich wirklich nur ...“

„Nein“, sagt Spock. „Ich entschuldige mich uneingeschränkt, Doktor.“

McCoy umarmt seine Knie ein wenig mehr, dann dreht er sich um. „Was auch immer es wert ist“, sagt er müde, „ich nehme Ihre Entschuldigung an, Mr Spock.“ Er blickt auf. „Ich weiß nicht, was es wert ist. Ich bin ziemlich durcheinander.“

Spock betrachtet ihn, immer noch ruhig, aber vielleicht mit einer gewissen Freundlichkeit in seinem Blick. „Ich glaube, Sie leiden an schweren Depressionen.“

„Kein Scherz.“ McCoy lehnt sich nach vorne, dann nach hinten. „Weiß nicht. Sie haben mich ziemlich mit allen möglichen Drogen vollgepumpt, als sie dachten, ich wäre völlig irre. Ich war die gerade erst losgeworden, möge der liebe Gott die menschliche Nierenfunktion segnen, als Ihre Lady T’Lar mich unter diesem Himmel hingelegt hat, und ich weiß nicht, wie das mit hineinspielt, falls es das überhaupt tut. Ich schätze, ich werd’s überleben. Das tue ich immer.“

„Ich bin ...“ Spock scheint einen Augenblick lang nicht sicher zu sein, was er sagen und wie er es sagen soll, „dankbar. Für das, was Sie getan haben, und was Sie getragen haben. Für Sie.“

„Zur Hölle, Spock“, sagt McCoy. „Daran habe ich bisher nie gezweifelt.“

Spock nimmt sich einen Moment lang Zeit, um darüber nachzudenken, und setzt dann eine vertraute, entschlossene Miene auf. „Wann haben Sie zuletzt Nahrung zu sich genommen?“

McCoy zuckt mit den Achseln; Frühstück ist immer etwas, das anderen Leuten passiert, und das Abendessen der letzten Nacht bestand aus einem halben Kentucky Bourbon, rauchig und süß.

„Wenn ich Ihnen ein Tablett aus der Kantine der Kadetten bringe“, sagt Spock, „werden Sie dann versuchen, ein wenig zu essen? Und sich hinterher ausruhen?“

„Arzt, heile dich selbst“, merkt McCoy an, aber er nickt, und Spock geht das Tablett holen. Als er zurückkommt, scheint es einen Moment lang so, als würde es ziemlich peinlich werden, denn McCoy fühlt sich immer noch zittrig und müde und hat mit dieser alten und schmerzenden Gewissheit beschlossen, dass er unter dem klaren Himmel San Fanciscos auseinanderfiele, sollte er nach draußen gehen. Doch Spock hat auch etwas für sich selbst mitgebracht, ein helles Brot, das nach Fenchel und Anissamen riecht, also probiert McCoy ein gekochtes Ei, und sie essen zusammen wie zivilisierte Leute. Und danach findet Spock eine Decke für ihn, und er schläft ein wenig, und es ist in Ordnung.


~°~



Es ist harte Arbeit, aber nicht die Art, die wehtut. Am nächsten Tag gibt es Schniefen und Husten, während sich die Stadt dem Herbst zuwendet; ein betazoider Kadett, der gedankenverloren einen Suppentopf direkt vom Ofen hochgehoben hat; und ein Team auszubildender Ingenieure, die ihre erste Warp-Spule demontiert haben, ohne zuvor darauf zu warten, dass sie sich vollständig entlud. McCoy erneuert Hautschichten, versorgt gebrochene Knochen und richtet Fühler, verschreibt Ruhe und Flüssigkeiten und ermahnt viele von ihnen, nächstes Mal nicht so verdammt dämlich zu sein. Ein andorianisches Kind, das die Pubertät aufschieben möchte, kommt herein, und McCoy atmet tief ein und verbringt dann einige ruhige Minuten mit ihm und erläutert ihre Optionen, während er ein Taschentuch nach dem anderen aus seinem privaten Vorrat überreicht.

Und es ist alles – nun, es ist in Ordnung. Es ist etwas zu tun. Niemand taucht mit einem Bein auf, das nur noch an einem Faden hängt, oder etwas Derartiges, aber das ist nicht der Job, der gerade vor ihm liegt. Als das andorianische Kind sich endlich in Richtung des Flurs aufmacht, ist McCoy wieder auf den Füßen und sagt: „Es wird in Ordnung sein, Kleines, alles wird gut“ – und dann sagt eine forsche, leidenschaftslose Stimme: „Sie sind ein gütiger Mann, Doktor“ – und McCoy stößt zwei PADDs und einen Stapel Papier zu Boden und verstreut dann der guten Ordnung halber noch eine Handvoll Eingabestifte überall.

„Das ist mein Job, Spock“, entgegnet er verärgert und nimmt sich einen Moment, um die physischen Anzeichen von Angst in einem erwachsenen Menschen zu katalogisieren, ehe er fortfährt. „Das ist das Großartige an Allgemeinmedizin – du tust einfach, was du tun musst, wie es gerade passiert.“

„In der Tat.“ Spock neigt den Kopf. „Es ist mein Verständnis, dass eine gewisse Leidenschaft und Bereitwilligkeit, sich um das zu kümmern, was auch immer passiert, ebenfalls wichtige Eigenschaften eines Schiffsarztes sind.“

McCoy verdreht die Augen. „Hat Jim Sie darauf angesetzt?“, fragt er ohne Verbitterung. „Es war klar, dass er als nächstes Sie bearbeiten würde, um mich dazu zu bringen ...“

„Ganz und gar nicht, Doktor.“ Spock blickt unschuldig drein. „Jedoch hat Captain Kirk sein Wort gehalten und nicht die Zuweisung eines neuen Ersten Medizinischen Offiziers beantragt. Als ein Mitglied seiner Crew, das sich nun bemühen muss, die ganze Zeit über vollständig gesund zu bleiben, liegt es auch in meinem Interesse, Sie zu überreden ...“

Gegen seinen Willen schmunzelt McCoy. „Sparen Sie’s sich, Spock, ich hab’s schon kapiert. Also, was kann ich für Sie tun?“

„Ich bin lediglich gekommen“, sagt Spock, „um Sie an die Uhrzeit zu erinnern.“ Er nickt förmlich, und plötzlich liegt ein Sandwich auf McCoys Seitentisch.

Als er sich zum Gehen wendet, sagt McCoy: „Spock, warten Sie.“

„Ja, Doktor?“

„Danke“, sagt McCoy, und es ist nicht Vergebung, aber es ist etwas.


~°~



Am nächsten Wochenende besucht Jim ihn erneut, und er und McCoy und Spock nehmen ein ruhiges Abendessen in Georgia ein, an dem einen Abend, an dem keiner von ihnen unterrichten muss oder eine Schicht hat oder ein Raumschiff kommandieren muss. Keiner von ihnen redet viel. Spock räumt die Teller ab, als sie fertig sind, und als er zurückkommt, steht Jim unter den offenen Fensterläden und blickt zum endlosen Sternenhimmel hinauf. „Erinnert mich an Iowa“, sagt er nachdenklich. „Ich schätze, viele der Kinder, die der Sternenflotte beitreten, kommen von Orten wie diesem.“

„Man könnte eine Studie erstellen“, bemerkt Spock. „Eine höhere Eintrittsrate könnte unter jungen Leuten festgestellt werden, die in Gegenden mit geringer Lichtverschmutzung aufgezogen wurden.“

McCoy zuckt mit den Schultern und breitet seine Hände aus. „Dann wäre ich wohl Ihr Sonderfall. Ich wurde in diesem Haus geboren, aber ich hab nicht von den Sternen geträumt.“

„Und dennoch waren die Sterne Ihr Schicksal“, zitiert Spock gedankenschnell, und anstatt zu diskutieren, lacht McCoy nur ein wenig, beide Hände noch immer ausgebreitet.

„Wir gehen nicht immer dorthin, wo wir sein sollen, Mr Spock“, sagt er und erhebt sich, um ein Glas unter dem Wasserhahn zu füllen.

„Ich kann nicht anders, als zu bemerken“, sagt Jim, bevor er geht, „dass Spock derzeit viel Zeit mit dir zu verbringen scheint.“

„Es ist nicht so, wie du denkst“, protestiert McCoy, und dann hält er inne. „Vielleicht ist es das auch, ich weiß nicht, was du denkst. Er hat beschlossen, dass das alles seine Schuld ist und dass er mich wieder zusammenfügen wird.“

„Wie?“

„Was weiß ich.“ McCoy zuckt mit den Achseln. „Hast du gedacht, das wäre die Vorlage für irgendeinen Witz, Jim? Ja, ich bin nicht zu reparieren. Es ist nicht lustig.“

„Bones“, sagt Jim, sehr sanft, „du weißt, dass das nicht das ist, was ich meinte. Wenn ich denken würde, dass es hilft, würde ich ...“ Er lässt den Satz im Nichts verklingen und macht eine Geste, und diese Geste, das weiß McCoy, soll die Art und Weise aller Dinge andeuten, vielleicht sogar die Bewegungen von Himmel und Erde. Es ist schmerzhaft und erniedrigend und mehr, als er gerade vertragen kann. Stattdessen verabschiedet er sich, überreicht Jim eine Schachtel mit übriggebliebenem Pfirsichkuchen, wie seine Mutter es ihm beigebracht hat, und genießt dann einfach die leise, kühle Nachtluft, die die Fensterläden zum Schwingen bringt. Spock ist auch im Haus, und McCoy ist sich seiner in der Nähe bewegenden Anwesenheit bewusst, aber für diesen Moment zumindest ist er ruhig und kann aufatmen.


~°~



Später, nachdem Jim fort ist, blickt McCoy auf und ist nicht überrascht, dass er verfolgt wird.
„Dachten Sie, Sie müssten nach mir schauen, was?“

„Ich war neugierig“, sagt Spock ohne jede Spur von Reue, doch nach einem Augenblick wird seine Miene weicher. „Ich möchte Sie nicht belästigen. Ich werde wieder gehen, sollte ich unwillkommen sein.“

„Oh, zur Hölle, Spock“, sagt McCoy und wedelt mit der Hand. „Sie können genauso gut bleiben. Dieser Ort ist es wert, gesehen zu werden.“

Sie befinden sich nahe an der Küste; das meiste Licht stammt von einem großen, niedrig stehenden Mond, obwohl ein paar Lichter der Stadt hinter ihnen das Wasser beleuchten, ebenso wie das seltsam helle Shuttle, das in die Wolken dort oben fliegt. „Was ist das für ein Ort?“, fragt Spock.

„Er heißt Tybee Island“, sagt McCoy und wischt sich den Sand von den Händen. „Schauen Sie aufs Meer – ein bisschen nach Norden, da kommt das Licht her.“

Spock beobachtet, wie der Lichtstrahl des Leuchtturms in großem Bogen durch die Bucht gleitet, und fragt: „Es gibt hier keinen kommerziellen Schiffsverkehr?“

McCoy schüttelt den Kopf. „Nicht viel. Aber man kann einen Leuchtturm nicht abreißen, wissen Sie? Das bringt Unglück. Wir sind oft hierhergekommen, als ich ein Kind war.“

„Ich verstehe“, sagt Spock. Er legt eine Fülle an Bedeutungen in diese beiden Wörter, und McCoy reagiert gereizt.

„Wenn Sie über Rückfälle in die Kindheit oder so was reden wollen, Mr Spock“, beginnt er, aber Spock erhebt eine Hand und McCoy bemerkt auf einmal, dass sie einander angiften, ungezwungen und vertraut.

„Vielleicht nicht auf die Art, die Sie meinen“, sagt Spock. „Stattdessen muss ich Sie der Einsicht beschuldigen, Doktor.“

„Ah“, sagt McCoy. Sie haben begonnen, an der Küste entlang zu gehen. Seine Stiefel sinken leicht im Sand ein und der Geruch nach salziger Luft ist stark und vertraut. Hier unten ist gerade Saisonspause, mit der kleinsten Andeutung von nächtlicher Kälte in der Luft. „Das ist mir neu.“

Spock hält einen Moment lang inne. „Sie sind hierher zurückgekehrt“, sagt er langsam. „Zu einem Ort, an dem ich niemals war. Zu einem Ort, der vollkommen verschieden ist von einem Raumschiff im interstellaren Weltall.“

„Ja“, sagt McCoy erschöpft. „Ich, nicht Sie; meine Vergangenheit, nicht Ihre. Ich kann gar nicht damit anfangen, Ihnen zu erzählen, wie es war, Sie in meinem Kopf zu haben, Spock. Und dann – nicht mehr.“

Spock nickt, aber er sagt nichts, und sie trotten weiter, hinunter zu den Felsengarnelen und dem Schlamm und dem Sand, der der Flut weicht. McCoy hat die unausgegorene Idee, seine Hände ins Wasser zu tauchen, um das Züngeln und die Wärme davon zu spüren.

„Doktor“, sagt Spock unbehaglich in die Stille hinein, „was Sie zuvor gesagt haben. Über jenes andere Universum, und über mein Gegenstück ...“

„Herrgott, Spock“, sagt McCoy gedankenschnell. „Ich hätte niemals – es waren nicht Sie, klar? Es waren nicht Sie, es ist lange her, es waren nicht Sie.“

Für einen Moment scheint Spock das zu akzeptieren, dann bleibt er stehen und wendet sich ihm zu. „Ich vermute“, sagt er, „dass dies ein Beispiel für Ihre gründlich belegte Güte ist.“

„Nehmen Sie’s, Spock“, sagt McCoy und breitet die Hände aus. „Das ist alles, was ich habe.“

„Nicht alles“, sagt Spock, „aber der Großteil“ – und McCoy lacht ein wenig.

„Ich war so wütend auf Sie, Spock“, sagt er. „Mein Vater ist oft so rasend geworden, und dann ist er hinaus in den Holzschuppen gegangen und hat sich am Bauholz abgeregt; er hat gesagt, so könne er sich nicht unter anständigen Leuten bewegen. Sie und ich, zwischen uns beiden sind im Laufe der Jahre oft die Fetzen geflogen, aber das hatte ich nie in mir, nicht diese frevelhafte Sache.“

Spock denkt darüber nach. „Sagen Sie mir, Doktor“, sagt er, „bereuen Sie etwas in Ihrem Leben? Dinge, von denen Sie sich wünschen, dass Sie sie getan oder nicht getan hätten?“

Daraufhin runzelt McCoy die Stirn. „Sicher“, sagt er nach einem Moment. „Geht es nicht jedem so? Ich schätze, das, was ich bereue, hat vor allem mit meiner Ehe zu tun. Man könnte denken, dass ich nach all dieser Zeit darüber hinweg wäre, aber sogar Jahre später kannst du manchmal vor lauter Gedanken nicht schlafen.“ Nach einer weiteren Sekunde ist er von sich selbst überrascht. Vielleicht liegt es an der nahezu vollkommenen Dunkelheit; Dinge wie diese entschlüpfen einem leicht, wenn man das Gesicht der Person, die fragt, nicht sehen kann.

„Wut“, schlägt Spock vor, als McCoy nichts weiteres sagt, „die gegen sich selbst gerichtet ist ...“

„Oh, nein.“ McCoy hält inne, dann geht er weiter. „Sie erzählen mir das, weil Sie ein Teil von mir waren ... Scheiße. Selbstverachtung, ist das nicht einer der reizvollsten menschlichen Charakterzüge.“

„Vulkanier sind nicht dagegen immun, Doktor.“ Spocks schweres Ausatmen könnte fast als Seufzer zählen. „Und – das Fal-Tor-Pan ist nichts, was aus medizinischer Sichtweise als Exzision bezeichnet werden könnte.“

„Das hab ich schon kapiert.“ McCoy stößt seinerseits ein Seufzen aus und lässt damit die Spannung entweichen. „Sie sind immer noch ein Teil von mir.“ Eine Pause. „Bin ich immer noch ...“

„Ja.“

„Also“, sagt McCoy, „ich schätze, wir müssen darauf achten, einander nicht anzuschreien.“ Plötzlich hat er eine Vision davon: irgendeine gewöhnliche Meinungsverschiedenheit auf der Brücke der Enterprise, die von zwei Leuten, die einander mit chirurgischer Präzision aufschlitzen können, in einen grausamen Horror verwandelt wird. Aber dann denkt er an die Stille und Seltsamkeit eines Lebens, in dem er und Spock unscheinbar und ruhig miteinander klarkommen. „Oder vielleicht“, ergänzt er, „müssen wir aufeinander aufpassen. So einfach.“

„Manch einer würde behaupten“, sagt Spock neutral, „dass wir diese Kunst viele Jahre lang geübt haben.“

Sie haben den Rand des Wassers erreicht. Inzwischen sind sie zu weit von der Stadt entfernt, um deren Lichter zu sehen, und zwischen dem Aufblitzen des Leuchtturmstrahls ist es hier draußen stockfinster, abgesehen von den funkelnden Sternen. McCoy schnürt seine Stiefel auf und kniet sich nieder, und er lässt die ankommende Flut sanft und leicht über seine Füße und ausgestreckten Hände schwappen. „Hier komme ich her“, sagt er nach einer Weile. „Das Salz in der Luft und im Wasser – das ist das Salz, das sich in meinen Knochen abgelegt hat. Das ist es, was ich mit mir hinaus ins Weltall getragen habe. Und dann wache ich eines Tages auf und ich habe auch Wüsten in mir. Getrocknete alte Knochen, die unter der Schmiede Vulkans bleichen; und das war alles ein bisschen viel. Mein Name ist Leonard McCoy, wissen Sie. Ich wurde nicht geboren als ... Sie wissen schon.“

Spock sagt, sehr sanft: „Auf Vulkan gibt es auch Ozeane.“

McCoy lächelt. „Ja, Spock, ich weiß. Warum tun Sie das?“

„Was genau?“

„Das wissen Sie.“ McCoy wedelt vage mit der Hand. „Sie sagen mir, ich soll essen, und folgen mir um die halbe Welt, um sicherzugehen, dass ich es auch tue. Sie wissen verdammt noch mal genau, was ich meine.“

„Es ist logisch.“

„Das habe ich wohl geradezu herausgefordert, was? Würden Sie das bitte näher ausführen, mein Freund?“

„Sie haben mich getragen“, sagt Spock schlicht. „Und nun ...“

„Oh, zur Hölle, Spock“, sagt McCoy erneut, und aus einem Impuls heraus drückt er seinen Kopf unter Wasser, so dass seine Zehen und Finger sich krümmen, und als er wieder auftaucht, um nach Luft zu schnappen, brennen seine Nase und sein Mund und seine Augen vom Salz.

„Das“, sagt Spock mit vertrauter Strenge, „war töricht.“

„Nennen Sie’s ein Ritual“, sagt McCoy, nachdem er ein weiteres Mal zum Luftholen aufgetaucht ist; er kniet mit erhobenen Händen in den Wellen, und Salzwasser strömt aus seinem Mund. „Was werden Sie dagegen tun, Mr Spock? Werden Sie meine Seele retten?“

„Nein“, sagt Spock. „Das ist Ihre Aufgabe“ – aber nach einer Weile zieht er seine eigenen Stiefel aus und wirft sie hinüber auf den trockenen Sand und tritt in das dunkle Wasser. „Das“, fügt er hinzu und streckt McCoy eine Hand hin, „liegt an Ihnen.“
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