Bio
über mich:
Die Einsamkein des Künstlers, überhaupt des begabten Menschen, halte ich für unvermeindlich.
Einerlei ob einer Glück und Erfolg hat oder nicht.
Ebenso begreiflich und im Grunde richtig scheint mir, dass der begabte Mensch mit Fantasie diese Einsamkeit möglichst dissimuliert.
Denn so unvermeindlich es ist, dass der Mann/ die Frau mit Talent früher oder später die öde, traurige Beschränktheit des Durchschnittsmenschen bemerkt, so sehr muss er sich gegen diese Einsicht wehren, weil sie am Ende zu einer Lieblosigkeit einer Menschenverachtung führen könnte, die er auch nicht ertrüge.
Aber die große, oft eisige Eisamkeit der Künstlers oder Denkers inmitten der Dutzendmenschen ist, ob verheimlicht oder nicht, immer da.
Sie ist der Preis den wir dafür zahlen, dass wir vor jenen manches voraus haben .
Hermann Hesse - unveröffentlichter Brief