Das Phänomen Cesar Millan: Eine wissenschaftliche Betrachtung

von Kailyn
GeschichteAllgemein / P16
18.11.2013
03.09.2014
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Vorwort


Diese Abhandlung hegt nicht die Intention einer Denunzierung, Diffamierung oder Beleidigung. Jede Behauptung diesbezüglich ist haltlos. Ich beschäftige mich nun seit einigen Jahren mit der Arbeit von Cesar Millan als Hundetrainer und habe bereits einige Abhandlungen zu seinen Methoden geschrieben. Hier jedoch möchte ich sie zusammenfassen und deren Sinn und Unsinn nach aktuellem kynologischen Standard wissenschaftlich und möglichst sachlich und neutral deutlich machen.

Ich denke, dass es auch auf dieser Plattform Menschen gibt, die Cesar Millans Methoden gut finden, als auch welche, die sie schlecht finden. Ich werde versuchen, die Zusammenhänge möglichst sachlich zu erläutern und nicht allzu viel zu bewerten, auch wenn Letzteres vielleicht nicht gänzlich möglich ist, da eine Meinung immer noch mit persönlicher Bewertung einhergeht.


Was ist der Sinn dieser Abhandlung?
Im Wesentlichen ist es mir sehr wichtig, die Methoden, die Cesar Millan anwendet, als zum größten Teil falsch und teilweise gefährlich zu entlarven. Hierbei bediene ich mich den aktuellsten Erkenntnissen der Kynologie und den Ergebnissen von Studien führender Verhaltensforscher, wie unter anderem Günther Bloch (Schwerpunkt Wolfsforschung und Erforschung verwildeter Haushunde), Erik Zimen (Wolfsforscher und Evolutionsbiologe), Dorit Urd Feddersen-Petersen (Schwerpunkt Mensch-Hund-Beziehung, Aggressionsverhalten und Kampfhundedebatte), John Bradshaw (Schwerpunkt Evolutionsgenetik Wolf-Hund), Udo Ganslosser (Universitätsdozent, Schwerpunkt Tierverhalten allgemein, bei Hunden und Wölfen Verhaltensbiologie) und Patricia B. McConnell (Schwerpunkt Lernverhalten, Aggressions- und Angstverhalten). In diesem Zusammenhang möchte ich erwähnen, dass Cesar Millan all diese Schwerpunktthemen der Kynologie nicht studiert hat, weder an Universitäten, noch durch theoretische und praktische Mittel.

Weiterhin möchte ich Vergleiche zwischen den vier derzeit in Deutschland bekanntesten Fernsehhundetrainern ziehen: Cesar Millan, Victoria Stilwell, Martin Rütter und Maike Maja Nowak. Dabei geht es nicht darum, wer der „bessere“ Trainer ist, sondern im Wesentlichen darum, wo ihre Gemeinsamkeiten und ihre Unterschiede liegen.

Allen Lesern dieser Abhandlung lege ich nahe, die folgenden Kapitel möglichst unvoreingenommen zu lesen. Auch lege ich nahe, erst dann einen Kommentar zu schreiben, wenn wirklich der gesamte Text gelesen wurde, da ich in späteren Kapiteln durchaus auch auf vorangegangene Themen näher eingehe und sich dadurch diverse Fragen eventuell von selbst beantworten. Besonders möchte ich darauf hinweisen, dass es sich bei dem folgenden Text nicht um eine Beharrung auf einer persönlichen Meinung oder ein persönliches Empfinden handelt, sondern tatsächlich um wissenschaftlich fundierte Argumentationen. Dies ist ein Fachtext. Textstellen, die nicht fachbezogen sind, sondern meine persönliche Meinung widerspiegeln, werden als solche kursiv gekennzeichnet. Zitate werden entsprechend gekennzeichnet und mit einer Urheberangabe versehen. Um diverse Argumentationen besser zu veranschaulichen, wird Bild- und Videomaterial eingefügt und mit einer Quellangabe versehen.

Es handelt sich nicht um eine Dissertation, sondern um eine private Abhandlung.

Am Ende der Abhandlung findet ihr eine Literaturliste von Büchern, die ich für diesen Text zu Rate gezogen habe. Sie dient gleichzeitig als Empfehlung, wie auch als Quellangabe.


- Sabrina