Ich habe die Folge in diesem Moment noch nicht gesehen - sie kam noch gar nicht -, kenne jedoch die Spoiler und poste jetzt schon einmal den ersten Oneshot, weil ich nicht weiß, ob ich heute sonst überhaupt noch dazu komme. Der zweite kommt dafür morgen erst sehr spät am Abend, weil ich davor morgen keinen Internetanschluss habe.
Die nächsten Oneshots muss ich gucken... die habe ich noch nicht geschrieben, aber ich hoffe, ich kriege sie jeweils rechtzeitig fertig.
Diese kleine Sammlung von sehr kurzen Oneshots ist im Übrigen Teil des First Klaine Kit und... es spielt alles, nachdem sie schon wieder zusammen gekommen sind (sind eh chronologisch geordnet bei mir).
Ich hoffe, es gefällt und muntert ein wenig auf. :)
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Er war aufgeregt. Er war aufgeregter, als er es sich je vorgestellt hätte.
Er hatte erwartet, sich komisch zu fühlen. Er hatte sich letztes Jahr auch komisch gefühlt, als er vor diesen Türen gestanden hatte.
Nachdem er beim ersten Mal bei genau dieser Veranstaltung vor zwei Jahren bis aufs Blut blamiert worden war. Nachdem Blaine bei seinem allerersten Tanz verprügelt worden war und das hier nichts anderes als ein Tanz war.
Aber im letzten Jahr waren sie auch zusammen hier gewesen und ihnen war nichts passiert. Alles war gut gewesen. Warum war er jetzt dann noch aufgeregt? Es würde doch nichts passieren.
Er sah noch einmal an sich herunter, richtete seinen Anzug, den er vor einem Monat so sorgfältig ausgesucht hatte.
Vor zwei Monaten hatte Blaine ihn gefragt, ob er mit ihm hierhin gehen würde. Natürlich hatte Kurt zugesagt. Nachdem Blaine ihn zu seinen beiden Proms begleitet hatte, war es keine Frage für ihn gewesen, dass er auch zu Blaines zweitem erscheinen würde.
Vor einem Monat war er wieder in der Gegend gewesen und hatte mit Blaine Anzüge ausgesucht, hatte dieses Jahr gar nicht die Zeit gehabt, eventuell selbst etwas für sich zu machen, hatte seinen eigenen Ausdruck nur durch die Auswahl von Farbe und Stil einbringen können.
Als er wieder zurück in New York gewesen war, hatte er noch einmal sichergehen wollen, dass er den Tag auch frei haben würde. Es war immerhin ein Freitag und er musste ja noch nach Hause fliegen, sich umziehen, sich vorbereiten.
Und obwohl er vor zwei Monaten ein Ja bekommen hatte, hatte es plötzlich geheißen, dass er nicht frei bekommen könnte. Eine ältere Kollegin hatte noch trocken gesagt, dass es immerhin nur ein Prom sein, aber sie verstand es auch einfach nicht.
Er hatte so Schmerzen gehabt, als er an dem Abend bei Blaine angerufen hatte.
„Ich glaube, ich schaffe es doch nicht zu deinem Prom.“
Nie hatte ihm der andere Junge mehr Leid getan, nie hatte er es mehr bereut, in New York zu sein, statt bei ihm.
Tatsächlich hatte er heute also gearbeitet, mit Gedanken nur bei Blaine, und vor der Mittagspause war seine Chefin plötzlich zu ihm gekommen und hatte ihm gesagt, er solle für heute Schluss machen.
„Du wolltest doch zum Prom von deinem Freund“, hatte sie gesagt und kurz darauf hatte er sich auf zum Flughafen gemacht und den nächsten Flug genommen.
Er hatte Blaine nicht Bescheid gesagt. Wie hätte er es gekonnt? Es hatte immer noch so viel schief gehen können, mit dem Flug, mit dem Weg vom Flughafen nach Hause, mit allem.
Stattdessen hatte er nur seinen Vater angerufen, der ihn lächelnd vom Flughafen abgeholt hatte, hatte sich eilig Zuhause umgezogen und fertig gemacht und... nun stand er hier.
Blaine war natürlich schon in der Turnhalle, die wie jedes Jahr als Tanzsaal für den Prom diente. Der Glee Club sollte sowieso wieder singen und so waren sie alle schon eine halbe Stunde vor offiziellem Beginn gekommen, um noch mit dem DJ zu planen, wann genau was dran wäre. Mittlerweile hatte aber auch der normale Prom schon begonnen. Die Halle war vermutlich voll und eventuell würde es Ewigkeiten dauern, bis Kurt Blaine finden würde.
Wenigstens war er aber überhaupt da. Kurt hatte Angst gehabt, dass Blaine ohne ihn gar nicht gehen würde, dabei sollte er doch seine Zeit trotzdem genießen und gerade so ein Ereignis, was er sonst nie wieder erleben würde.
Tatsächlich hätte sich Blaine auch beinahe entschieden, gar nicht zu gehen. Aber wegen seiner Verpflichtungen New Directions gegenüber und weil Artie, Sam und Tina darauf gedrängt hatten, war er doch gegangen.
Tief atmete Kurt nun durch, bevor er endlich die Tür öffnete. Er hatte auf der anderen Seite der Schule geparkt, hatte hinter der Turnhalle gar keinen Parkplatz mehr gefunden, und war nun durch die Schule zur Halle gekommen, trat nicht durch den Haupteingang.
Und einen Moment glaubte er, die Zeit würde stillstehen und alle würden ihn anstarren, aber niemand sah zu ihm. Viele Leute gingen ein und aus. Er fiel nicht auf. Nicht heute. Wo er Jahre zuvor täglich genau in dieser Schule aufgefallen war.
Und er war froh darum, dass niemand innehielt, genau so hatte er es sich gedacht. Obwohl es so natürlich durchaus schwerer war, Blaine zu finden. Würde Blaine ihn einfach sehen und zu ihm kommen… Wobei dann vielleicht auch mindestens ein Teil der Überraschung fort war.
Und natürlich hatte er während des Fluges schon genau überlegt, was er zu Blaine hatte sagen wollen, wie er sich von hinten an ihn heranschleichen wollte und ihn dann ansprechen wollte. Wenn Blaine ihn zuerst sehen würde, konnte das nicht klappen. Andererseits… Dass man sich von hinten unbemerkt an den Partner heranschleichen konnte… das passierte wohl auch wirklich nur in Filmen. Die Wahrscheinlichkeit war viel zu hoch, dass Blaine nicht gerade mit dem Rücken zu ihm stand. Dass er ihn spätestens sehen würde, sobald Kurt auf ihn zukommen würde.
Und letztendlich wäre das eigentlich auch okay. Blaine wäre ja dennoch überrascht und würde sich hoffentlich dennoch freuen.
Also konnte Blaine ihn genauso gut als erstes sehen und auf ihn zukommen, ihn finden, sodass Kurt nicht solange suchen musste.
Und gerade als er dies mit einem leisen Seufzen dachte, fiel sein Blick auch schon an den Rand der Tanzfläche, wo Sam und Tina standen, beide halb ihm zugewandt, tanzend und lachend. Vor ihnen stand noch jemand, mit dem Rücken zu Kurt. Und natürlich erkannte Kurt ihn auch so. Seinen Hinterkopf… Seinen Rücken… Seinen Tanzstil…
Augenblicklich schlug Kurt das Herz noch höher.
Er liebte es, dass das immer noch passierte. Dass er immer noch oft genug die Schmetterlinge im Bauch hatte, wenn er seinen Freund sah. Auch wenn sie mittlerweile schon so lange zusammen waren.
Und es war beinahe zu klischeehaft, wie Kurt langsam auf Blaine zuging, wie Tina ihn sah, als er dichter kam, er ihr mit einem Finger vor seinem Mund andeutete, dass sie nichts sagen sollte, wie sie schmunzelte, wie Sam ihn bemerkte und lange genug innehielt, dass auch Blaine etwas auffiel. Wie Blaine sich in dem Moment umdrehte, als Kurt schon dicht genug dran war, ihm schon beinahe gegenüberstand.
Blaines Gesichtszüge entglitten ihm, überrascht, und bevor sich Freude darauf abbilden konnte, hatte Kurt schon lächelnd seine Hand zu ihm ausgestreckt: „Entschuldigung. Kann ich diesen Tanz haben?“
Ein Strahlen ging Blaine übers Gesicht. „Natürlich“, nickte er und griff nach Kurts Hand.
Kurt zog ihn zu sich heran, lächelte den anderen noch einmal zu, bevor er in den Tanz mit Blaine versank.
„Was machst du hier?“, fragte Blaine, als er sich offenbar wieder gefasst hatte. Er hielt Kurts Hand fest in seiner und hatte die andere auf Kurts Rücken gelegt, hielt ihn eng, als hätte er Angst, Kurt könne einfach wieder verschwinden. „Ich dachte, du müsstest arbeiten.“
„Ich habe gearbeitet“, antwortete Kurt. „Aber ich durfte spontan zum Mittag gehen. Ich bin sofort zum Flughafen, konnte noch beim nächsten Flug mit und… jetzt bin ich hier.“
Blaine lächelte und Kurt sah genau, wie ihm die Tränen hochkamen. Die Tränen des Glücks, dass Kurt es tatsächlich doch noch geschafft hatte. Dass er am Prom, der doch ein Abend für Paare war, nicht alleine sein musste. Dass Kurt trotz Job hier sein konnte. Glück, dass sie sich nach einem Monat wieder sahen, plötzlich doch wieder früher, als vor wenigen Tagen noch gesagt.
Und im nächsten Moment hatte Blaine beide Hände von Kurt gelöst, schlang dafür seine Arme um seinen Nacken, presste ihn so viel enger an sich und machte es unmöglich, noch weiter zu tanzen.
Und Kurt selbst schlang seine Arme um den Körper seines geliebten Freundes, schloss seine Augen, atmete tief Blaines Geruch ein.
Ein Lächeln trat auf seine Lippen.
Das Jahr war nicht leicht gewesen. Sie hatten ihre Schwierigkeiten gehabt. Aber hier waren sie. Auf Blaines Senior Prom. Gemeinsam.
Bald wäre das Schuljahr vorbei. Blaine würde ebenfalls nach New York kommen. Sie hatten die Fernbeziehung so gut wie überstanden. Und Kurt wusste, dass sie jetzt nichts mehr anhaben konnte. Nichts und niemand mehr.
Ein weiteres Mal atmete der junge Mann tief ein, bevor er wisperte: „Ich liebe dich, Blaine.“
Und sofort kam das erstickte Flüstern aus seiner Schulter zurück: „Ich dich auch, Kurt. Ganz unglaublich.“
