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Es war irgendwie ein seltsames Gefühl für sie alle beide, jetzt gemeinsam nach Hause zu kommen. Im Grunde hatte sich ja nichts geändert, denn Lara war jetzt schon eine Weile bei Till und doch war alles mit einem Mal anders. Niemand wagte es, darüber zu reden, aber Tatsache war nun mal, sie lebten ab jetzt gemeinsam in einer kleinen Wohnung, in der es kaum Platz gab und auch noch Christoph, der das Schlafzimmer immer noch bewohnte. Till wagte es kaum, daran zu denken, wie alles überhaupt weitergehen sollte. Lara war erst einmal von ihrem Vater weg, das war das Wichtigste, aber dann, was kam dann? Trug er nun die volle Verantwortung für dieses Mädchen, das zu Hause soviel Mist erlebt hatte? Konnte er das leisten, was Laras Eltern nicht geschafft hatten? Wollte er das überhaupt? Er war der Mann an ihrer Seite, nicht ihr Vater...bei diesen Gedanken lief es Till eiskalt den Rücken herunter. Nein, er musste die Dinge auf sich zukommen lassen, etwas anderes blieb ihnen beiden ja auch nicht übrig...
Till verstaute wortlos Laras Taschen in einer Ecke seines Zimmers während Lara ihren eigenen Gedanken nachhing. Zu viel gab es, das sie immer noch beschäftigte, ihr Vater, Rosie und der ganze Mist, der in letzter Zeit passiert war. Aber jetzt, da sozusagen fast ein wenig Ruhe eingekehrt war, konnte sie selbst kaum fassen, was sie jetzt eigentlich wirklich hier tat. Till hatte ihr gesagt, dass sie jetzt bei ihm wohnen würde. Es gab keine Einschränkung seinerseits, keinen zeitlichen Rahmen und so musste sie wohl oder übel diesen Umstand akzeptieren, besser gesagt, zunächst einmal begreifen. Sie hatte noch nie vorher einen Freund gehabt, Till war der Erste, den sie liebte, dem sie sich vorbehaltlos hingegeben hatte und nun war er auch der Erste, mit dem sie ihr Leben teilen sollte, rund um die Uhr, 24 Stunden. Die Tragweite dieses Umstandes war ihr dabei im Moment gar nicht bewusst. Es hatte sich fast wie von selbst ergeben, ein Resultat der widrigen Umstände und eigentlich hätte sie sich von ganzem Herzen freuen müssen, denn war das nicht ein Beweis seiner Liebe, die er mit Worten niemals hatte ausdrücken können? Teilte man nicht Tisch und Bett auf Dauer nur mit einem Menschen, der einem sehr wichtig war? Aber warum nur fühlte sich das alles im Moment noch so ungewohnt an? Wieso konnte sie nicht einfach nur glücklich sein, jetzt endgültig Teil von Tills Leben zu sein? War es nicht das, was sie sich immer gewünscht hatte? Warum nur musste so viel Schreckliches passieren, damit etwas Gutes daraus erwachsen konnte?
Als Christoph am Nachmittag nach der Arbeit nach Hause kam, saßen Till und Lara immer noch fast bewegungslos im Wohnzimmer. Er betrat das Zimmer vorsichtig, fast auf Zehenspitzen. Er wollte die beiden nicht stören, aber anderseits war es unmöglich, sich hier in dieser Enge ständig aus dem Weg zu gehen und so grüßte er die beiden. Till schaute kurz hoch und Christoph bemerkte, dass sie Stimmung hier sich offensichtlich noch nicht besonders gebessert hatte. Er wusste, dass etwas nicht stimmte, aber er wagte es kaum, danach zu fragen, aus Angst, zu indiskret zu sein.
„Christoph, setz dich doch kurz. Ich möchte dir etwas sagen, du musst es ja sowieso erfahren, da du ja nun mal auch hier wohnst.“
Er ließ sich in den Sessel fallen und war auch ein wenig dankbar, dass Till das Wort ergriffen hatte.
„Ich möchte dir nur sagen, dass Lara ab jetzt auch hier wohnt. Sie kann nicht mehr nach Hause gehen, das ist unmöglich, ihr Vater, er...“
Till redete nicht weiter, sondern schaute Lara an, denn er wollte ohne ihre Erlaubnis natürlich nicht allzu viel ausplaudern, was ihre problematischen Familienverhältnisse anging. Er wusste nur zu gut, dass sie sich deswegen schon genug schämte und Christoph war für sie nun mal ein Außenstehender. Sie musste selbst entscheiden, was sie wem erzählen wollte.
„Okay, das kommt jetzt ein bisschen plötzlich, ihr seit ja noch nicht allzu lange zusammen, aber...ich werde mich natürlich jetzt noch intensiver um eine neue Bleibe bemühen, nur im Moment gestaltet sich das noch ein bisschen schwierig, aber ich krieg das schon hin, versprochen“, sagte Christoph zögernd. Er konnte Till deutlich ansehen, dass ihm das Ganze hier unangenehm war und er fragte sich in diesem Moment, ob es nur daran lag, dass er fürchtete, ihn damit vor den Kopf zu stoßen oder ob er sich unwohl fühlte bei dem Gedanken, Lara nun stets und ständig um sich zu haben. Doch das konnte Christoph natürlich auf keinen Fall ansprechen, obwohl er selbst schon ernsthaft daran zweifelte, dass das gutgehen könnte.
„Mach dir keinen Kopf, Christoph, das soll auf gar keinen Fall ein Rausschmiss sein, ich wollte dir nur Bescheid sagen, nicht, dass du dich wunderst, schließlich werdet ihr beide euch nun auch ständig begegnen. Bitte seh das hier immer noch als dein Zuhause an. Das alles kommt ja auch ziemlich überraschend für uns alle, aber es gibt nun mal keine andere Möglichkeit, das kriegen wir alle schon irgendwie hin.“
„Kein Problem, das hier ist deine Wohnung, du entscheidest, ich...geh dann mal ins Schlafzimmer, oder...braucht ihr irgendwas? Sagt einfach Bescheid...“
„Ist okay...“
Christoph war erst einmal froh, für sich alleine zu sein. Vor Lara konnte er sich einfach nicht so ungezwungen mit seinem Freund unterhalten, wie es wahrscheinlich vonnöten gewesen wäre. Denn eins war sicher, Till machte nicht gerade den Eindruck eines glücklichen Mannes, ebenso wenig Lara und die Entscheidung, zusammenzuziehen, hatte garantiert nichts damit zu tun, dass sie sich beide freiwillig dazu entschieden hatten. Lara hatte Probleme in ihrem eigenen Zuhause, das hatte er schon vorher mitbekommen, also war das Zusammenleben hier eine reine Notlösung und keine Entscheidung aus Liebe. Er ahnte, dass dies wahrscheinlich noch eine Menge Probleme verursachen würde. Er selbst kannte das ja nur zu gut, sein Zusammenleben mit Katharina hatte sich alles andere als einfach herausgestellt. Aber Till und Lara? In seinen Augen waren sie immer noch alles andere als ein Traumpaar. Ob Till inzwischen ernsthafte Gefühle für sie hegte, konnte er auch nicht so richtig abschätzen, denn wie immer hielt er sich sehr bedeckt, was diese Dinge anging. Welche Beziehung sollte unter solchen denkbar schlechten Startbedingungen denn den Test der Zeit bestehen?
Lara machte sich noch einmal, wie versprochen, am nächsten Tag auf den Weg zu Rosie ins Krankenhaus. Rosie erfreute sich immer besserer Gesundheit und würde wahrscheinlich nur noch ein paar Tage dort bleiben müssen. Lara brachte Rosie etwas zu naschen und ein paar wenige Klamotten mit, die sie selbst aus ihrem Fundus hatte entbehren können, denn Rosie war sehr schlank und so würde ihr auch die Kleidung einer 17-jährigen passen. Till wartete währenddessen im Auto. Es war einfach besser so, denn was er ihr noch zu sagen hätte, war wirklich nicht sehr erfreulich und er wollte weiteren Ärger vermeiden.
Rosie nahm die mitgebrachten Sachen dankbar entgegen, konnte aber ihre Enttäuschung, dass Lara keinen Alkohol mitgebracht hatte, kaum verbergen, doch sie hütete sich davor, dass vor Lara zuzugeben. Sie wirkte auf Lara seltsam fahrig und unruhig. Auch wenn Lara es nicht so wirklich wahrhaben wollte, Rosie war offensichtlich auch vom Alkohol abhängig, und der zwangsläufige Entzug hier im Krankenhaus machte ihr schon ganz schön zu schaffen.
Ein wenig betreten stand Lara nun an Rosies Bett. Was gab es noch zu sagen? Dass sie Rosie für die Zukunft alles Gute wünschte? Dass sie sich insgeheim erhoffte, Rosie hätte so etwas, wie eine Art Mutter für sie sein können, eine Mutter, die sie so lange nicht mehr gehabt hatte? Aber wenn Lara ehrlich zu sich war, war sie sich nicht einmal mehr sicher, ob Rosie wirklich die geeignete Person dafür war. Sie schien selbst ziemlich labil zu sein, hatte ihr eigenes Leben kaum im Griff. War das wirklich die Richtige, um ihr selbst Halt zu bieten?
„Ich danke dir, dass du noch einmal gekommen bist“, brach Rosie nach einer Weile das Schweigen. Lara nickte nur.
„Um ehrlich zu sein, habe ich gar nicht mehr damit gerechnet. Du musst mich wirklich für eine feige Kuh halten, weil ich keine Anzeige erstattet habe, aber ich habe wirklich meine guten Gründe dafür, das musst du mir glauben! Nur um dir tut es mir ehrlich leid, ich nehme mal an, Horst ist schon wieder zu Hause?“
„Ja, er ist wieder raus und führt sein beschissenes Leben weiter wie bisher, nur mit dem Unterschied, dass er es jetzt ohne mich bestreiten muss!“
„Hat er sich wenigstens nach mir erkundigt oder ist ihm wirklich alles egal?“
Lara zögerte einen Moment, überhaupt etwas zu sagen. Sie befürchtete, dass Rosie vielleicht wirklich noch mit dem Gedanken spielte, wieder zu ihrem Vater zurückzukehren und nichts lag ihr ferner, als ihn zu verteidigen. So sagte sie nur: „Wir haben nicht mehr viel miteinander geredet, ich wollte nur noch weg, und...“
„Okay, ist schon gut, es spielt ja auch keine Rolle mehr. Und du? Wo lebst du jetzt? Du musst mir versprechen, dass du nicht wieder dorthin zurückkehrst, es ist einfach zu gefährlich und ich mache mir wirklich Sorgen um dich!“
„Ich wohne jetzt bei Till, er hilft mir wirklich sehr und ist für mich da, ohne ihn...ich weiß nicht, wo ich jetzt wäre...“
Rosie runzelte kaum merklich die Stirn bei der Erwähnung seines Namens.
„Ich weiß ja, dass du wirklich sehr verliebt in diesen Mann bist, aber um ehrlich zu sein, weiß ich nicht, ob gerade das eine so gute Idee ist. Du kannst dich doch in deinem Alter nicht schon so von einem Mann abhängig machen. Er ist um einiges älter als du und ihr hattet doch schon so viele Probleme miteinander! Wie soll denn das weitergehen, wenn ihr beide ununterbrochen aufeinander hockt? Du kannst dich ja nicht mal zurückziehen!“
Lara schaute Rosie erstaunt an.
„Ich hätte eigentlich gerade von dir erwartet, dass du in dieser Sache voll hinter mir stehst, du weißt doch, wie lange ich darauf gewartet habe, überhaupt mit Till zusammen zu kommen, und...“
„Ich möchte ihn dir ja auch nicht mies machen, es ist nur...also weißt du, als er letztens hier mit dir aufgetaucht ist, da hatte ich schon den Eindruck, dass er ein ziemlich impulsiver Typ ist...“
„Rosie, bitte, das kannst du doch nicht so sagen, er war wütend und er konnte das alles nun mal nicht verstehen. Das macht ihn doch zu keinem schlechten Menschen!“
„Nein, Lara, das nicht, aber gerade du mit deiner Vergangenheit, in der es keine Liebe und auch Gewalt gegeben hat, solltest du sehr vorsichtig sein. Zu leicht klammert man sich in deiner Situation an einen Menschen, von dem man hofft, er könne all die Defizite ausgleichen, die sich im Laufe des Lebens angehäuft haben. Aber das ist ein Trugschluss, du musst ganz alleine zurechtkommen. Glaub mir, ich weiß am besten, wovon ich rede. Warum meinst du, gerate ich immer wieder an die selben Typen? Weil ich es nicht besser kenne und tief in meinem Inneren fühle ich mich wertlos. Ich möchte wirklich nicht, dass du so etwas dein Leben lang durchmachst. Also sei bitte ein bisschen vorsichtiger.“
Bei diesen Worten von Rosie fühlte sich Lara schon ein wenig unwohl und sie war auch enttäuscht. Von Rosie hätte sie nun wirklich nicht erwartet, dass sie eine dermaßen schlechte Meinung von Till hatte.
„Ich finde, du wirst jetzt ein bisschen ungerecht, immerhin hat Till dir wirklich geholfen, als Papa dich zusammengeschlagen hat, auch wenn du das nicht mitbekommen hast. Außerdem kann man das alles wirklich nicht miteinander vergleichen. Bei Till und mir ist das ganz anders! Wir sind zusammen, weil ich ihn liebe, und...“
„Siehst du Lara? DU liebst ihn und was ist mit ihm? Liebt er dich genauso? Bist du dir ganz sicher?“
Rosie wirkte irgendwie gereizt, beinahe aggressiv und sie schien sich jetzt so richtig in etwas hineinzusteigern, von dem sie meinte, es sei die Wahrheit. Lara ging nun ein wenig auf Abstand und sagte knapp: „Ich muss jetzt gehen.“
Sie wollte sich schon umdrehen, als Rosie sagte: „Warte, es...es tut mir leid...ich...habe wahrscheinlich übertrieben.“
Als Lara ihr ins Gesicht schaute, erkannte sie, dass Rosie jetzt sehr traurig wirkte und mit zitternder Stimme fuhr sie fort: „Ich bin so dumm, ich wollte das nicht. Ich bin undankbar. Wahrscheinlich bin ich nur eine neidische alte frustrierte Zicke, die dir dein Glück nicht gönnt...“
Sie rang sich mühsam ein gequältes Lächeln ab.
„Ich bin einfach nur froh, von Zuhause weg zu sein und endlich mit Till zusammen sein zu können, ist denn das so schwer zu verstehen? Ich will doch auch nur einfach mal glücklich sein!“
Jetzt war es Lara, die fast schon wütend reagierte und sie spürte, wie gegen ihren Willen ihre Augen anfingen, sich mit Tränen zu füllen, die sie aber energisch weg zwinkerte.
„Ich würde dich vielleicht gerne wiedersehen, wenn du möchtest, wenn ich wieder hier raus bin. Bitte versteh mich nicht falsch, ich bin nur immer noch ziemlich durch den Wind. Ich schreib dir mal meine Telefonnummer auf. Also wenn du willst, meld dich mal bei mir und danke für alles. Es tut mir leid, alles...“
Schweigend nahm Lara den Zettel entgegen. Dann ging sie, ohne noch ein einziges Wort zu verlieren mit einem mulmigen Gefühl im Magen.
Am nächsten Montag kehrte der allseits so ungeliebte Alltag ins Leben von Till und Lara zurück. Als der Wecker morgens um sechs gnadenlos klingelte, war Till der Erste, der aufsprang und den Kaffee zubereitete. Lara wollte eigentlich noch liegen bleiben, doch das ließ Till nicht zu.
„Aufstehen, die Pflicht ruft, hier ist dein Frühstück!“
Er reichte ihr eine Tasse heißen Kaffees und beobachtete sie, wie sie völlig zerknautscht wieder ihre Augen schloss. Daraufhin schüttelte er sie und sie knurrte: „Lass mich, ich muss noch nicht aufstehen!“
„Doch, du musst zur Schule, oder sind etwa schon wieder Ferien?“
„Ich geh da nicht mehr hin, das lohnt sich doch gar nicht...“
„Ach komm, Lara. Wir beide wissen ganz genau, dass es das Beste ist, wenn du deinen Abschluss machst, und...“
„Ich bin siebzehn, verdammt noch mal! Ich bin schon einmal sitzengeblieben und dieses Schuljahr werde ich auch nicht schaffen!“, unterbrach sie ihn barsch.
„Siebzehn? Ich dachte, du bist sechzehn.“
„Ich hatte Geburtstag, aber das spielt ja nun mal keine Rolle.“
„Lass uns nicht am frühen Morgen darüber diskutieren, in Ordnung? Geh doch erst einmal wieder dorthin und dann schauen wir weiter.“
Lara brubbelte noch etwas unverständliches vor sich hin, doch Till hörte schon gar nicht mehr hin, sondern zündete sich erst einmal seine Morgenzigarette an, während sie im Bad verschwand. Er drängte sie, endlich wieder zur Schule zu gehen, weil er glaubte, es sei das Beste für sie, ebenso, wie er endlich mal wieder auf Arbeit erscheinen musste. Es lag ihm wirklich fern, ihr Vorschriften zu machen, was sie mit ihrem Leben anfangen sollte, aber er konnte wenigstens versuchen, sie in die halbwegs vernünftige Richtung zu lenken, wobei er sich dabei ein wenig lächerlich vorkam, denn er war nun alles andere als ein gutes Vorbild, wenn es darum ging, seinen Lebensunterhalt auf ehrliche Art und Weise zu verdienen. Aber immerhin, er selbst hatte sogar einen Schulabschluss, weil seine Mutter mit ihrer resoluten Art dafür gesorgt hatte. Gebracht hatte ihm das persönlich nichts, aber das stand auf einem anderen Blatt Papier...
Nach einer halben Stunde kam Lara wieder aus dem Bad heraus und hatte aus sich einen halbwegs vorzeigbaren Menschen gemacht.
Till stellte sich vor ihr hin und reichte ihr lächelnd den Wohnungsschlüssel.
„Hier, nimm den erst mal, du wirst sicher heute früher als ich zu Hause sein und ich werde heute noch einen für dich nachmachen lassen. Ich gratuliere dir zu deiner ersten eigenen Bude. Es ist zwar kein Fünf-Sterne-Hotel, aber es ist deins!“
„Du Spinner!“
Lara nahm den Schlüssel an sich, fühlte das kalte Metall in ihrer Handfläche und ahnte, dass das nicht nur ein Schlüssel war, sondern so viel mehr. Er bedeutete eine ungekannte Freiheit für sie, die sie bis jetzt noch nicht ganz so genießen konnte, aber das würde schon noch kommen. Es gab niemanden mehr, der ihr Vorschriften machen konnte, unglaublich, aber wahr! Und sie konnte Till sehen, wann immer sie wollte, ihn berühren, ihn küssen, seine Wärme spüren...
„Ich danke dir Till, sowieso für alles, du ahnst ja gar nicht, was mir das bedeutet!“
Till winkte ab.
„Nun übertreib mal nicht. Du hast ja keine Ahnung, was noch alles auf dich zukommt. Ich meine, das hier ist ein Männerhaushalt, irgendjemand muss ja hier mal für Ordnung sorgen, oder?“
Lara grinste.
„Nein, die Zeiten sind vorbei. Ich werde nie wieder putzen für einen Mann!“
„Nun, da muss ich dich leider enttäuschen. Wusstest du nicht, dass du ab jetzt meine persönliche Haushaltssklavin bist? Wenn ich Feierabend habe, möchte ich, dass mein Essen und mein Bier auf dem Tisch steht, verstanden?“
„Du weißt doch, für dich würde ich alles tun...außer putzen und kochen!“
„Okay, ich hätte da aber noch eine andere Idee, wie du mir vielleicht dienen könntest!“
Ohne Vorwarnung zog Till Lara fest an sich und küsste ihren Hals, während sein heißer Atem über ihre empfindliche Haut strich. Überrascht stöhnte sie auf. Oh, wie er sich nach ihrer Nähe gesehnt hatte. Warum nur hatte sie sich schon angezogen? Till ließ seine Hände ungeduldig immer tiefer gleiten und knetete nun ihre Pobacken. Da er nur seine Unterhose anhatte, war deutlich zu spüren, WAS Till wollte, doch dann wurde er sich wieder bewusst, was er hier eigentlich tat, ging ein wenig auf Abstand zu ihr und murmelte schuldbewusst: „Es tut mir leid, ich bin gedankenlos...“
Dann wandte er sich ab, um sich anzuziehen. Lara atmete tief durch. Sie verstand ihn nicht so recht. Er hatte sich abrupt von ihr gelöst, so als würde er sich an ihr verbrennen! Also ging sie auf ihn zu, umarmte ihn von hinten und genoss noch für einen Moment seine Nähe.
„Lara, komm, es wird Zeit, ich muss wirklich los...“
Er drehte sich zu ihr um, gab ihr noch einen flüchtigen Kuss und packte seine Sachen zusammen. Ehe Lara noch etwas sagen konnte, war er schon verschwunden. Sie zuckte nur mit den Schultern, trank noch einen Kaffee und tröstete sich mit dem Gedanken, dass sie beide in Zukunft unendlich viel Zeit miteinander verbringen würden, eine schöne Aussicht...
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