Anzeigeoptionen|Kurzbeschreibung anzeigen|Review schreiben|Regelverstoß melden|★ Social Bookmarks
   Schriftgröße|Schriftart|Zeilenbreite|Textausrichtung|Zeilenabstand|Kontrast
   10px|12px|15px|17px|19px
   Times|Arial|Verdana
   25%|50%|75%|100%
   Linksbündig|Blocksatz
   gering|normal|groß|sehr groß
   normal|stark
 
»
Schreiben: für sich und für andere

Schreiben dient dazu, der Fantasie freien Lauf zu lassen, kreative Ideen zu realisieren und Leser in eine spannende Welt zu entführen. Wir stampfen Schauplätze aus dem Boden, spannen Brücken über Flüsse, jagen unsere literarischen Figuren von einem Abenteuer in das nächste und erfinden spannende Situationen. Schreiben hilft, sich selbst besser zu verstehen, eigene Stärken und Schwächen zu erkennen. Indem Menschen schreiben, können sie auch ihre Gedanken ordnen und ihre Probleme besser bewältigen. Psychologen haben erkannt, dass das Schreiben Menschen hilft, mit einer schweren Krankheit ein wenig besser zurecht zu kommen. Deshalb werden Patienten dazu motiviert, sich alles von der Seele zu schreiben.

Manches bleibt im Schreibtisch oder auf der Festplatte, weil es nur für den Autor oder für eine sehr kleine Leserschaft gedacht ist. Manches dient dazu, möglichst viele Leser zu unterhalten, zu faszinieren, zu schockieren, ihnen Hoffnung zu schenken, ihren Horizont zu erweitern, sie zum Nachdenken zu bewegen.

Was bedeutet euch das Schreiben?


2010 war kein leichtes Jahr. Meine Hoffnungen zerplatzten, scheinbar längst Abgeschlossenes holte mich mit voller Wucht ein, Dinge passierten, die mir so sehr zusetzten, dass ich tagelang nichts schrieb. Aber irgendwann setzte ich mich wieder an mein Laptop und fing an, weiterzuschreiben.
Meine innere Unruhe, meine Verzweiflung flossen in die Handlung ein, wenn auch in komplett anderer Form. Den Plot änderte ich in dieser Zeit, in der es mir schlecht ging, nicht, sondern schöpfte alles aus den negativen Emotionen, die mich tagtäglich gefoltert hatten, um die Handlung voranzutreiben. Und ich glaube, es tat meinem aktuellen Roman wirklich gut.





Der lange Weg

Als ich 16 Jahre alt war, bekam ich meinen ersten Job; ich arbeitete als Abräumkraft in einem sehr bekannten Restaurant, das für seine Qualität und leckere Speisen bekannt ist. Von diesem Geld, wofür ich jeden Samstag schuftete, gab ich einen kleinen Teil für alle Dinge aus, die ich brauchte. Einen Teil legte ich beiseite, um mir davon den Führerschein zu finanzieren.

Ich erinnere mich daran, wie hektisch es am Wochenende im Restaurant zuging. Fast immer arbeitete ich zusammen mit ein oder zwei Kolleginnen in der Spülküche. In unregelmäßigen Abständen stürmte jemand in die Spülküche und brüllte nach Besteck, nach sauberen Gläsern, nach Tellern. Stundenlang kümmerte ich mich um das heiße Geschirr, das frisch gewaschen aus der Maschine kam, um Gläser, die einsortiert werden mussten, während brütend heiße 20 - 30 Besteckpaare darauf warteten, endlich abgetrocknet zu werden. Wieder schrie jemand: „Habt ihr den Tablettwagen schon ausgeräumt? Habt ihr die Bleche in die Küche gefahren?“

Irgendwann schaltete das Gehirn ab. Teller abtrocknen, sie stapeln, Essensreste aus dem Blechbehälter heraus kratzen, Gläser aus der Spülmaschine in den Korb einsortieren, alles auf einen Wagen packen, Wagen in die Küche fahren, entladen, zurück fahren, sich in blinder Wut auf das nasse Geschirr stürzen, Teller abtrocknen, sie stapeln, Essensreste aus dem Blechbehälter heraus kratzen, ... und so ging es immer weiter.

Wir waren immer wieder gnadenlos unterbesetzt. Ich erinnere mich daran, wie ich vor lauter Aufgaben irgendwann hektisch um mich blickte und mich fragte: Was mache ich gerade? Und was zum Teufel muss als Nächstes dringend gemacht werden?!


Ich weiß noch, dass ich nach der Arbeit trotz gründlicher Dusche immer noch den Geruch nach Frittieröl an mir trug. Manchmal saß ich völlig erschöpft mit einem Gesichtsausdruck, der an einen Computerabsturz erinnerte, in meinem Zimmer und starrte eine Weile lang einfach vor mich hin, bis der Lärm - das Brüllen des Managers, das Fauchen und Dröhnen der gewaltigen Spülmaschine, das Scheppern von Metall, das Klirren von Glas - in meinem Kopf endlich erstarb.
Es gab Abende, an denen ich so erschöpft war, dass ich eines Nachts aufwachte und feststellte, dass ich unter Decke im Bademantel und in Hausschuhen liege. Ich erinnere mich an gelegentliche Diskonächte, in denen ich spätestens um drei alle Viere von mir strecken wollte.

„Du lernst fürs Leben“, hatten viele Menschen damals zu mir gesagt.

Team-Geist war es nicht, denn Teamplayer bin ich schon immer gewesen. Was das Geld angeht, so hatte ich den Wert des Geldes auch vor meinem ersten Aushilfsjob gekannt.

Was ich in all der Zeit gelernt hatte, war: Der lange Weg ist erfüllend – nicht der kurze.

Ich lernte, den Prozess zu schätzen.

Es war wunderbar zu beobachten, wie mein privates, kleines Vermögen monatlich wuchs. Es tat auch nicht wirklich weh, sich davon zu trennen, um die Fahrerlaubnis zu bekommen.

Wenn ich einen Roman von etwa 300 - 400 Seiten beginne, bin ich Feuer und Flamme. Das Hochgefühl flaut irgendwann nach der vierzigsten oder zweihundertsten Seite ein wenig ab. Aber es gefällt mir immer, zu beobachten, wie sich Seiten füllen, wie das Skelett Fleisch ansetzt. Und wenn ein Roman zu Ende geht, fühle ich mich, als hätte ich wieder etwas geschafft. Auch wenn niemand je erfahren wird, wovon der Roman handelt.

Kennt ihr dieses süße Gefühl auch?
 
»
Anzeigeoptionen|Kurzbeschreibung anzeigen|Review schreiben|Regelverstoß melden|★ Social Bookmarks
   Schriftgröße|Schriftart|Zeilenbreite|Textausrichtung|Zeilenabstand|Kontrast
   10px|12px|15px|17px|19px
   Times|Arial|Verdana
   25%|50%|75%|100%
   Linksbündig|Blocksatz
   gering|normal|groß|sehr groß
   normal|stark