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„Hi, ist da noch frei? Mein Name ist Sunnivah, du kannst mich aber auch Sunni nennen und wie heißt du?“ „Ähm haaaaaaaaalloooooooo! Hörst du mir überhaupt zu?“ „Was… oh Entschuldigung redest du mit mir?“, irritiert schaute das schwarzhaarige Mädchen von ihrem Essen auf. „Mit wem den sonst. Hier sitzt außer du niemand am Tisch. Also noch mal. Nenn mich Sunni und wie heißt du?“, quasselte ein blondes Mädchen auf sie ein. „Mitsuy… Mitsuy Hito. Du bist doch heute neu in meine Klasse gekommen, oder?“ „Genau und ich sitz neben dir. Mitsuy Hito das bedeutet doch Honig Mensch, oder? Ein komischer Name. Aber er klingt hübsch. Sag mal warum sitzt du denn ganz allein. Die anderen Mädchen aus deiner Klasse sitzen alle dahinten.“ „Ähm… nun sie sagen ich wäre komisch und wahrscheinlich haben sie Recht. Du wirst das bestimmt auch bald merken.“, antwortete Mitsuy traurig. „Ach so du hast also keine Freunde! Das ist gut! Dann bin ich jetzt deine Freundin. Ich mag dich auch wenn du komisch bist. Ich bin ja selber ein bisschen verrückt…“ Der Redeschwall des jungen Mädchens wurde vom dem Klingeln der Schulglocke unterbrochen. „Och schon wieder Pause aus. Naja, wir sitzen ja neben einander. Wo wohnst du denn?“ „Ähm… ich wohne bei meiner Tante. Am Stadtrand, beim Meer.“ „Am Meer? Cool ich auch! Meine Mutter hat dort ein Restaurant. Wir können ja ein Stück zusammen heimgehen!“ „Ja…gerne“, antwortete Mitsuy und lächelte schüchtern.
Nach dem Sunni sie nach Hause begleitet hatte, stieg sie langsam die Stufen zu ihrem Haus hoch. Es war ein großes Haus und der obere Teil gehörte ihr allein. Über die Treppe und einem Balkon gelangte sie zu ihrem Flur. Allerdings konnte sie auch von unten nach oben gehen. Ihre Tante war um die 40 Jahre alt und verdiente ihr Geld als Wahrsagerin und Psychologin. Wie immer wartete sie schon auf Mitsuy. Heute mit ihrem Lieblingsgericht: Schoko-Crêpes. „Ich bin wieder zu Hause. Hallo Seira.“ „Willkommen und alles Gute zum Geburtstag!“ „Heute kam eine neue in die Klasse. Sie ist irgendwie ein wenig komisch, immerhin redet sie mit mir obwohl jeder ihr davon abrät. Aber es hat mich gefreut. Mit mir hat fast noch nie jemand so nett geredet.“ „Das freut mich für dich. Ich hab für heute Abend schon viel geplant.“ „Für heute Abend?! Aber Seira du weist doch wie gerne ich schwimme, besonderst bei Nacht. Ich wollte…“ „Nichts da heute Abend ist Vollmond. Ich hab dir doch gesagt das du bei Voll und Neumond nicht schwimmen darfst. Die Fische sind da so aggressiv. Dir könnte etwas passieren.“ „Ich weis aber heute ist doch mein Geburtstag!
Bitte Seira nur dieses eine mal. Ich passe auch auf und außerdem habe ich sogar schon mit Haien gespielt. Ich weis auch nicht warum aber die Fische mögen mich. Sie sind meine Freunde… meine einzigen.“ „Mitsuy, ich weis das und es tut mir ja auch leid. Ich weis dass alle Kinder dich meiden weil du bei einer alten Psychotante lebst und mit Tieren redest. Aber ich kann das nicht erlauben. Ich hab deine Mutter versprochen auf dich aufzupassen. Willst du sie traurig machen?“ „Meine Mutter ist mir egal! Sie ist immer irgendwo im Ausland und ich habe sie in meinem ganzen leben noch nie gesehen. Nur an Geburtstag schickt sie mir ab und zu einen Brief. Wieso sollte ich mich um so jemanden sorgen. Würde ich ihr wirklich was bedeuten hätte sie mich nicht so im Stich gelassen.“, rief Mitsuy wütend. „Mitsuy ich verbiete dir so über deine Mutter zu reden. Sie hatte ihre Gründe und glaub mir es viel ihr nicht leicht. Auf jeden fall gehst du heute nicht schwimmen und damit Pasta!“
Enttäuscht verließ Mitsuy denn Raum. Sie hatte keinen Hunger mehr. Warum durfte sie nie bei Voll und Neumond schwimmen gehen? Das machte doch keinen Sinn! Sie liebte das Wasser und wusste dass ihr darin nie etwas zustoßen würde. Traurig schlief sie ein.
Weit weg hörte sie das Schreien eines Vogels. Erschrocken wachte sie auf. Schnell Atmend saß Mitsuy in ihrem Bett. Sie wusste dass, sie irgendwas Schlechtes geträumt hatte, konnte sich aber an nichts mehr erinnern. Sie schaute aus dem Fenster. Nur der große Mond erhellte die Gegend und weiter hinten sah sie das Meer. Es war ganz nah und doch so weit weg. Wieder regte sich der Wunsch in Mitsuy schwimmen zu gehen. Ihre Tante schlief und würde nichts bemerken. Vielleicht sollte sie auch einfach nur am Meer entlang spazieren, das war nicht verboten. Entschlossen nickte Mitsuy und stand auf. Es war eine warme Sommernacht und deswegen zog sie nur ein weises Kleid an. Ein kühler Wind strich durch ihr Haar und sie hörte das sanfte Rauchen des Meeres. Im nassen Sand hinterließen ihrer Schritte Spuren, doch außer ihr war niemand da der ihnen hätte folgen können. Bald hatte Mitsuy ihre Lieblingsbucht erreicht. Sie setzte sich auf einen großen Stein und schaute auf das Meer. Plötzlich kam ihr eine Melodie in den Kopf und sie begann zu singen. Die Wellen klatschten zum Takt gegen den Stein und Mitsuy geriet ganz in den Bann ihrer Melodie. Langsam erhob sie sich und schritt ins Meer. Das Wasser umspülte ihre Beine und als sie bis zu ihrer Hüfte im Meer stand, ließ sie sich fallen. Sie tauchte in das kühle Wasser ein. Plötzlich fing ihre Muschelkette, die sie, wie ihre Tante gesagt hatte, von ihrer Mutter hatte, an zu leuchten. Es war ein rosa Licht mir schwarzen Streifen, welches sich ausbreitete bis es sie schließlich ganz umschloss. Vorsichtig öffnete Mitsuy die Augen, doch was sie sah konnte sie selber nicht glauben. Ihre kurzen schwarze Harre waren zu langen schwarzen Zöpfe geworden, ihr weises Kleid zu einem rosa B.H. und schwarzem Perlenschmuck und ihre Beine zu einem rosa Fischschwanz. Sie war eine Meerjungfrau. Völlig verwirrt tauchte sie auf. Wie konnte das nur sein? Es gab Meerjungfrauen doch nur im Märchen! Plötzlich hörte sie eine Stimme hinter sich: „Wer bist du und was machst du im Wasser?“ Erschrocken drehte sie sich um. Hinter ihr stand ein schwarzhaariger Junge der sie überrascht anstarrte!
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