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von JayAnn Aych    erstellt: 02.09.2010    letztes Update: 02.03.2011    Geschichte, Romanze / P18    (fertiggestellt)
Hallo Leute!
Erst mal:
DANKE für das SUPER FEEDBACK!!!!
5 Reviews sind echt der HAMMER!!!
-> Ich bin sehr, sehr, SEHR glücklich und WIRKLICH STOLZ!!!!
;-D;-D;-D;-D *JUBELTRUBELHEITERKEIT*
Also gilt:

Viel Spaß beim lesen, schreibt weiter fleißig Kommis
und habt einen schönen Freitagabend!
Gglg,
wiess


Chap 2

Eigentlich, wenn sie es genau betrachtete und genau überlegte, war die Geschichte absoluter Nonsens. Sie wusste zwar noch nicht, warum, aber aus irgendeinem abartigen Grund hatte sich Draco Malfoy entschlossen, ihr einen albernen, unreifen Streich zu spielen und ihr vorzumachen, sie wären verheiratet -wie gesagt, das ‘Warum’ war ihr noch nicht klar, aber das spielte im Grunde auch keine Rolle, solange sie die ganze Sache einfach vergessen konnte und ganz normal weiterlebte. Während sie unter der Dusche stand, begann sie zu lachen -wie absurd, dass sie für einen Moment tatsächlich geglaubt hatte, was er versucht hatte, ihr vorzumachen! Er war aber auch ein wirklich guter Schauspieler... seine ernste Mine war wirklich überzeugend gewesen, das musste sie ihm lassen. Als sie aus der Dusche stieg und sich in ein Handtuch hüllte, ein anderes für ihre Haare hernahm und aus dem Bad kam, fühlte sie sich schon viel entspannter -meine Güte, das war vielleicht ein Morgen gewesen! Sie war bei DRACO MALFOY aufgewacht!

Jetzt erst wurde ihr so richtig bewusst, was das eigentlich bedeutete. Und- Moment, hatte er tatsächlich etwas von einer ‘heißen Nacht’ gesagt? Hieß das, dass sie mit ihm geschlafen hatte? Scheiße, daran konnte sie sich nicht erinnern. Überhaupt -ihr Gedächtnis ließ immer noch zu wünschen übrig. Wenigstens hatte sie jetzt keine Kopfschmerzen mehr -sie hatte ihren EIGENEN Stärkungstrank. Sie brauchte keine Hilfe von jemandem, der sich einen Spaß daraus machte, ihr zu erzählen, sie wären verheiratet. Seufzend setzte sie sich an den kleinen Tisch in ihrer Küche, nachdem sie den Wasserkocher eingeschaltet und die Zeitung von draußen herein geholt hatte. Lässig schlug sie ein Bein über das andere und überflog die erste Seite -nichts wirklich interessantes. Okay, es war Samstag -wenigstens hatte sie darauf geachtet, an einem Abend auszugehen, der keinen Arbeitstag nach sich zog. Obwohl -welchen Unterschied machte das schon, wenn man magische Tränke brauen konnte?

Ein leises Plop ertönte und keine drei Sekunden später sah sie auf und erblickte Draco in der Küchentür. Verdattert starrte sie ihn an: “Verdammt, wie kommst du hier rein? Meinst du, der Schutzzauber war umsonst da? Und komm’ mir jetzt bloß nicht wieder mit dem Unsinn, wir wären verheiratet!” Sie rollte mit den Augen und verschränkte die Arme, wobei sie ihn vorwurfsvoll und strafend  ansah. Zu ihrer Verwunderung jedoch war er absolut stoisch: „Frühstückst du immer im Handtuch? Was machst du, wenn ein Einbrecher hereinkommt?” Sie zog eine Augenbraue in die Höhe: “Das ist MEINE Wohnung! Ich kann tun, was ich will! Aber wenn’s dich so stört...,” sie versuchte, sich möglichst anmutig zu bewegen, als sie aufstand und hinaus spazierte. Kurze Zeit später kam sie in einem Morgenmantel wieder, der weit mehr verhüllte und von ihr so hochgezogen wurde, wie nur irgend möglich. Sie goss den Tee auf und setzte sich wieder auf ihren Stuhl -erstaunlicherweise stand er immer noch absolut bewegungslos an derselben Stelle.

“Sag’ mal, ist irgendwas passiert? Normalerweise zeigst du zumindest ein paar... naja, sagen wir mal unfreundliche Emotionen! Ist irgendwas nicht in Ordnung?” Er zog die Augenbrauen zusammen: “Ich bemühe mich, klar zu denken und analytisch zu bleiben, während ich ein Problem löse. Das ist nicht verwerflich, soweit ich weiß. Es gibt also keinen Grund, mich so besorgt anzusehen!” Sie lächelte freundlich: “Okay, dann lass’ ich es eben bleiben. Willst du dich vielleicht setzen? Ich habe Brötchen im Ofen -sie sind gleich fertig.” Er sah sie irritiert an: “Du machst Brötchen? Selber?” Ihr Grinsen wurde noch tiefer, als er sich schließlich doch setzte: “Nicht direkt. Ich backe sie nur auf -das geht schneller und schmeckt mindestens genauso gut. Es gibt Firmen, die backen die Brötchen sozusagen schon vor und man muss sie dann nur noch in den Backofen schieben und ein paar Minuten nachbacken -und wenn sie dann rauskommen, sind sie frisch und warm. Ich finde, dann schmecken sie am besten -und so richtig warm kriegt man sie einfach nicht vom Bäcker. Auf dem Weg  nach Hause werden sie doch wieder kalt.”

Er verschränkte die Arme: “Okay, vielleicht habe ich ja einen Fehler gemacht,” sagte er jetzt leicht spöttisch: “Tut mir leid. Ich dachte wirklich, ich wäre hier bei Hermine Granger -der besten Hexe der ganzen Generation, die einfach alles kann und 90% aller Zauber kennt, die es gibt.” Sie lachte und zog eine Augenbraue in die Höhe, bevor sie einen Schluck von ihrem Tee trank und aufstand, um die Brötchen zu holen: “93%. Wenn wir schon dabei sind. An die wirklich dunklen Zauber habe ich mich zwar nicht rangetraut, aber ein paar kenne selbst ich.” Mit einem dicken Handschuh holte sie die goldbraunen Brötchen heraus und legte sie in einen Metallkorb, bevor sie ein Glas Orangenmarmelade und eine Tüte Milch aus dem Kühlschrank holte und sie zusammen mit zwei Tellern und Besteck auf den Tisch stellte. Als sie sich setzte bemerkte sie seinen kritischen Blick, der sowohl die recht kleine Küche, als auch die eher studentisch anmutende Einrichtung musterte. “Ich weiß, es ist nicht Malfoy Manor, aber immerhin bist du zu mir gekommen -und ich zwinge dich nicht, zu bleiben,” sagte sie sanft.

Er sah sie scharf an: “Du bist einfach weggelaufen! Du bist vor unserem Problem davon gelaufen!”, sagte er vorwurfsvoll: “Wir müssen diese Sache klären. Falls du es noch nicht bemerkt hast: ich habe NICHT gescherzt!” Sie hatte inzwischen ein Brötchen bestrichen und abgebissen: “Und wie überprüft man so was? Tut mir leid, aber ich habe keine Ahnung,” neckte sie ihn. Irgendwie hatte sie plötzlich unheimlich gute Laune -sie war richtiggehend übermütig -vermutlich der Trank. Er seufzte und lehnte sich zurück: “Ich sitze hier und der Schutzzauber ist noch aktiv –reicht dir das nicht? Du kannst versichert sein, dass ich deinen Schutzzauber nicht brechen könnte. Aber ich bin dein Mann und als solcher ist es mir möglich, in deine Wohnung zu kommen, ohne mit dem Zauber auch nur in Berührung zu kommen. Abgesehen davon: hast du schon versucht, den Ring abzunehmen?” Sie sah erstaunt auf das billige, silberfarbene Ding mit dem roten Plastikstein und versuchte automatisch, ihn abzuziehen.

Als er sich nicht abstreifen ließ, seufzte sie und sah ihn belustigt an: “Tut mir leid, aber ich habe richtig dicke Finger,” scherzte sie. Er schüttelte den Kopf: “Hermine, das ist nicht lustig.” Sie machte schlagartig ein spöttisch- ernstes Gesicht: “Tut mir leid,” sie legte das Brötchen ab und lehnte sich entspannt zurück: “Ich schätze, wenn du das Plastikteil zurück haben willst, musst du warten, bis ich den Ring mit Seife runter wasche.” Er beugte sich vor und durchbohrte sie mit seinem Blick -jetzt war er wirklich nicht mehr gelassen: “Verdammt noch mal, Hermine! Das ist ernst!” Sie ließ schlagartig ihre gut gelaunte Maske fallen und sah ihn ernst an: “Na endlich! Weißt du, es ist einfacher, mit einem Stein die Eigenheiten von Trollen zu besprechen, als eine Emotion von dir zu bekommen!” Sie sah ihm an, wie erstaunt er war, als sie jetzt mit vollem Ernst wieder das Brötchen ergriff: “Okay, also dann lass’ uns Klartext reden: ich weiß nicht, wie oder wo wir angeblich geheiratet haben sollen, aber wenn dieser Ring der Beweis dafür sein soll, muss ich zugeben: ich bin noch nicht ganz überzeugt!”

Er nickte: “Gut. Also was die Ringe angeht: wir können sie nur gleichzeitig abnehmen. Und da sie ziemlich hässlich sind, schlage ich vor, dass wir das auch tun. Aber selbst, wenn wir sie nicht tragen: wir sind und bleiben verheiratet. Ich dachte mir schon, dass du mir nicht glauben würdest, wenn ich es dir sage -das hast du vorhin ja auch nicht getan, obwohl ich jetzt hier sitze. Also habe ich die Urkunde mitgebracht, die beweist, dass wir gestern geheiratet haben,” er zog eine Rolle Pergament aus seinem Umhang und reichte sie ihr über den Tisch hinweg. Als sie sie entgegen nahm, seufzte sie: “Na schön. Willst du wirklich nichts essen?” Er hatte weder die Brötchen noch die Marmelade angerührt und auch von dem Tee hatte er sich bisher noch nicht genommen. Passend dazu schüttelte er jetzt den Kopf: “Nein, danke,” sagte er höflich. Sie zuckte mit den Schultern, dann rollte sie das Pergament auseinander und begann, es zu lesen. Nach einer ganzen Weile rollte sie es wieder zusammen und reichte es ihm zurück.

Sie fühlte seinen durchdringenden Blick, während sie ihre Teetasse ergriff und anfing, zu überlegen: “Hm. Okay und wie können wir das Ganze rückgängig machen?” Er schüttelte den Kopf: “Das magische Gesetzt erlaubt eine Scheidung frühestens in 90 Tagen.” Sie nickte nachdenklich, dann zuckte sie mit den Schultern: “Na gut, dann beantragen wir sie eben gleich und sind in genau 89 Tagen und,” sie sah auf die Uhr: “15 Stunden geschieden.” Sie klang ziemlich gelassen. “Wie, das war’s?”, er schien erstaunt. Sie rollte mit den Augen: “Was hattest du erwartet? Ich habe offensichtlich zu viel getrunken -und ich nehme an, dir ging es ebenso- aber jetzt ist alles wieder okay und das Unheil ist nicht irreparabel. Es wird sich nichts ändern und es ist nichts passiert. Also: Schwamm drüber. Möchtest du nicht vielleicht doch ein Brötchen? Orangenmarmelade ist einfach unschlagbar!” Er schüttelte den Kopf: “Du... du erwartest also nichts?”, versicherte er sich, als er aufstand und sie ungläubig ansah.

Sie nickte und unterschlug einen Arm: “Nein. Ich werde bestimmt nicht plötzlich eines Morgens in deinem Haus stehen und dich überfallen. Falls es dich beruhigt: ich habe mein eigenes Leben,” sie lächelte aufmunternd. Er nickte -und zeigte ihr einen unheimlich ernsten Gesichtsausdruck: “Da bin ich ja beruhigt.” Sie neigte den Kopf und seufzte -nachdem sie die ganze Zeit über so wunderbar pragmatisch gewesen waren, musste er ausgerechnet jetzt anfangen, beißend zu werden? Dabei hatte sie wirklich gehofft, die Vergangenheit da raushalten zu können! Aber nein -reichte man den Kerlen den kleinen Finger, nahmen sie den ganzen Arm. Kaum versicherte sie ihm, dass er nichts zahlen musste -denn sie war sich sicher, dass es ihm nur darum ging- wurde er wieder unfreundlich. “Heute morgen warst du freundlicher,” bemerkte sie spitz. “Da hatte ich ja auch noch eine nackte Frau in meinem Bett,” erwiderte er gekonnt. Sie meinte sogar, ein leichtes Funkeln in seinen Augen erkennen zu können.

Er sah wirklich gut aus -ein erfolgreicher, kompetenter Geschäftsmann. Nicht mehr so gemein, wie noch vor einigen Jahren, aber immer noch zielstrebig und nicht unbedingt freundlich. Eher kaltherzig. Gruselig. Wie hatte sie gestern bloß mit Draco zusammentreffen können? Und warum war sie nicht gegangen? Wie zum Henker hatte sie diesen unheimlichen Mann heiraten können? “Glaubst du, wir hatten gestern Abend Spaß?”, fragte sie neugierig -irgendwie konnte sie sich das im Moment nicht wirklich vorstellen. Draco war doch ziemlich... steif. Er drehte sich in der Tür um: “Dessen bin ich gewiss.” Genau das hatte sie gemeint! Genau DAS! Konnte er nicht ein kleines bisschen gelassener sein? Sie unterdrückte ein Seufzen und lächelte so freundlich wie möglich -IHR war es in den letzten Jahren gelungen, etwas zu entspannen und alles etwas lockerer zu sehen. Vor allem an ihrem freien Tag. “Na dann: mach’s gut!” Lässig hob sie die Hand und winkte, als er verschwand.

Meine Güte, dieser Mann war wirklich nicht ihr Traumtyp! Als hätte er einen Stock im Hintern! Irgendwie hatte sie erwartet, er hätte sich über seine Freiheit nach dem Sturz Voldemorts so sehr gefreut, dass er ausschweifend und übermütig wäre -offensichtlich war das ein Irrtum. Ob er wohl Probleme mit seinen Firmen hatte? Wenn sie so darüber nachdachte, war sie erstaunt, wie lässig sie mit seinem Besuch umgegangen war... okay, sie war lockerer und entspannter, aber sie war deshalb noch lange nicht so... gechillt. Vermutlich lag das an dem Beruhigungsmittel- Zusatz bei dem Aufputschtrank -womöglich hatte sie etwas zu viel Baldrian in den Trank gemischt. Oder Johanniskraut. Nun, jedenfalls war sie jetzt absolut ruhig und entspannt und... ruhig. Ja, ruhig war das richtige Wort. Sie war ruhig. Absolut ruhig. Im Grunde genommen war ja auch nichts passiert -wie sie Draco gesagt hatte. Nichts war passiert und alles ließ sich wieder richten. Wenigstens war sie jetzt den hässlichen Ring los -echt ein scheußliches Teil. Wer hatte das ausgesucht?
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