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von JayAnn Aych    erstellt: 02.09.2010    letztes Update: 02.03.2011    Geschichte, Romanze / P18    (fertiggestellt)
So, für alle, die Romanzen lieber mögen, als Dramen:
hier meine neue Story! ;-D *freufreuhibbelhibbel*
Ich bin IRRE aufgeregt wg. dieser Story -meine Hände sind ganz kalt!- und ich kann mir selber nicht erklären, wieso...
also: schaut rein und hinterlasst mir -wenn's geht- eine Rev, ja?
Mich würde wirklich interessieren, was ihr von meiner neuen Idee haltet! (Ist eher so ein spontanes Ding -Abends beim Fernsehen eingefallen- und sollte eher so nebenher laufen, weil ich ja eigentlich an meinem Drama schreibe. Aber: diese Story schreibt sich eigentlich von selbst. ;-)
Also: lesen und Spaß haben!

Slg und viel Spaß,
wiess


Chap 1

Oh Gott, ihr Kopf schmerzte höllisch. Wie viele Coktails hatte sie gestern getrunken? Konnte es sein, dass sie die blöderweise mit Bier gemischt hatte? Oder war es Likör gewesen? Oder Tequila? Warum genau hatte sie angefangen, zu trinken? Und überhaupt: wo war das gewesen? Ooooohhh... zu viele Fragen. Sie war definitiv noch nicht bereit, Fragen zu beantworten, deren Formulierung alleine schon Schmerzen verursachte. Die Augen zu öffnen versuchte sie gar nicht erst. Von Bewegungen gar nicht zu reden! Das konnte sie gleich vergessen. Egal, wo sie momentan war, es ging ihr vergleichsweise schlecht -jedenfalls zu schlecht, um herauszufinden, wo sie war, oder die Augen zu öffnen, um sich umzusehen. Alleine das Atmen war schon eine Anstrengung für sich. Wenn sie nicht höllisch aufpasste, beschloss ihr Mageninhalt von einer Millisekunde auf die Andere, den Weg, den er bereits zurückgelegt hatte, noch einmal zu machen -und darauf konnte sie verzichten. Definitiv. Oh Gott, wenn man getrunken hatte, nahm man sich am nächsten Morgen jedes Mal aufs neue vor, nie wieder so viel zu trinken -und daran hatte sie sich in den letzten Monaten eigentlich auch immer gehalten.

Warum zum Teufel hatte sie diesen schlauen Entschluss über Bord geworfen? Die Kopfschmerzen waren unerträglich. Es wäre wohl das Beste, wenn sie versuchte, wieder einzuschlafen. Schlafen war gut. Schlafen war wirklich gut. Sie sollte wieder schlafen. Verdammt noch mal, wer trampelte denn da so rum wie ein übergewichtiger Troll? Mühsam öffnete sie die Augen und versuchte, irgendetwas zu erkennen. Scheiße nochmal, hatte sie so viel getrunken, dass sie ihre eigene Wohnung nicht mehr erkannte? Oder hatte sie tatsächlich einen so furchtbaren Absturz erlebt, dass sie sich nicht mehr erinnern konnte, wohin sie gegangen war? Diesen honigfarbenen Parkettboden kannte sie nicht -in ihrer Wohnung lag nur der billigere, buchenfarbene Laminat. Der war viel heller als dieses Holz. Überhaupt -so ein großes Zimmer hatte ihre Wohnung nicht! Und... lag sie in einem Bett? Okay, ihr Bett war groß, aber das hier war... riesig. Kannte sie jemanden, der ein solches Bett besaß? Harry?

Nein, der hatte ein normales Doppelbett. Ron hatte ein Einzelbett -damit bloß ja keine Frau jemals auf die Idee kam, eine Beziehung zu wollen. Eigentlich erinnerte sie sich an NICHTS aus diesem Zimmer. Hatte sie jemand entführt? Als sie ihren Arm hob, um die Haare zur Seite zu streichen, die vor ihrem Gesicht hingen, war sie erstaunt, wie schwer er war. Und wie langsam alles ging. Ihr Arm schien unheimlich weit weg zu sein -überhaupt waren alle Dimensionen irgendwie verzogen. Zu weit weg oder zu nah, zu groß oder zu klein, irgendwie war nichts richtig. Sie stöhnte ungemütlich -Gott, was für eine Scheiß- Situation! Warum hatte sie sich gestern nicht besser unter Kontrolle gehabt? Wie hatte es soweit kommen können? Jedenfalls sah das Zimmer sauber und ordentlich aus -eigentlich, wenn sie es genau bedachte, konnte man sogar sagen, dass das Zimmer richtig edel wirkte -teure Möbel, edler Fußboden und überhaupt... das Ganze hatte... Ambiente! Auf der Kommode neben der Tür, die sie von ihrer Position in der Mitte des riesigen Bettes aus ziemlich gut im Blick hatte, stand eine Vase aus rotem Glas, in der fünf langstielige, perfekte, weiße Lilien perfekt arrangiert waren.

Oh Gott, wo war sie da bloß gelandet? Okay, es hätte schlimmer kommen können, aber... OH GOTT! OH GOTT! Sie war NACKT! In einem FREMDEN BETT!!! Nach einem ABSTURZ!!! Scheiße. Scheiße, scheiße, scheiße. Okay, es hätte schlimmer kommen können- viel schlimmer!- aber darum ging es nicht. Mühsam rappelte sie sich auf und setzte sich hin -wobei sie genau darauf Acht gab, ihren Magen nicht über Gebühr zu beanspruchen. Er rebellierte nur allzu deutlich. Sie schloss die Augen und presste die Lippen zusammen, um tief ein- und auszuatmen und nicht an den ganzen Alkohol zu denken, den sie allem Anschein nach gestern in sich hinein geschüttet hatte. Hatte sie nicht daran gedacht, etwas zu essen? Sie WUSSTE doch, dass man nicht auf nüchternen Magen trinken sollte! Was hatte sie bloß falsch gemacht? Und wie kam sie hier bloß wieder weg? Nur diese einzige Kommode und zwei Stühle plus Tisch -irgendwie seltsam, wo waren die ganzen Möbel? Das war doch alles sehr befremdlich! Immerhin hingen vor den Fenstern wertvolle Vorhänge -und sie konnte das Meer von hier -dem Bett!- aus sehen.

Wo zum Teufel war sie? Als sie hörte, wie die Tür gegenüber des Bettes aufging -die zweite Tür dieses Zimmers- wandte sie sich um -jetzt würde sie wohl endlich herausfinden, wo sie war und wer hier den Samariter gespielt und sie mitgenommen hatte! “Ah, du bist wach. Brauchst du einen Aufputschtrank? Ich habe sicherheitshalber mal einen mitgebracht.” “Malfoy! Scheiße, nein! Nein, das kann nicht sein! Ich weiß nicht, was hier abgeht, aber DAS ist echt einer der schlechtesten Scherze, die ich in letzter Zeit erlebt habe!” Er lächelte gequält -was aber nicht viel war, denn sein Gesicht wirkte irgendwie maskenhaft starr- und ein wenig beleidigt, als er auf das Bett zutrat und eine kleine Glasflasche aus dem Inneren seines Mantels zog: “Zu blöd aber auch. Ich fand ihn eigentlich ziemlich gut,” sagte er spöttisch, was man aber nur dem Ton entnahm, während er ihr die Flasche reichte, die sie jedoch nicht annahm -inzwischen hatte sie sich das Bettlaken bis ans Kinn hoch gezogen.

“Warum zur Hölle habe ich in DEINEM Bett geschlafen? Bin ich in deinem Haus?” Er stand neben dem Bett und sah auf sie hinunter: “Malfoy Manor, ja. Gefällt es dir?” Sie rollte mit den Augen: “Beantworte meine Frage! Warum habe ich hier geschlafen?” Er zuckte mit den Schultern und hob seine Hand: “Ich schätze mal, du hast hier geschlafen, weil wir zusammen hierher gegangen sind, nachdem wir gestern Nacht geheiratet haben,” erklärte er logisch. Entgeistert sah sie auf seine Hand: “Das ist ein PLASTIKRING! Willst du mich verarschen?” Er schüttelte den Kopf und sah sie pikiert an: “Sicher nicht.” Sie rutschte von ihm weg und griff nach den wenigen Klamotten, die sie finden konnte -Rock und Bluse. Leise fluchte sie über das Abhandenkommen ihrer Unterwäsche: “Du hast nicht zufällig meine Schuhe gesehen?”, fragte sie unpersönlich. Da er nichts sagte -und sich in diesem verdammten Zimmer nichts außer einem Bett und einer Kommode befand- vermutete sie, dass er sie beobachtete, was nicht unbedingt zu ihrem Wohlbefinden beitrug.

Ihre Übelkeit ignorierend sah sie sogar unter dem Bett nach, doch ihre Schuhe schienen sich in Luft aufgelöst zu haben. “Okay, egal, SO teuer waren die jetzt auch wieder nicht,” murmelte sie vor sich hin, bevor sie aufstand und die Bluse glatt strich. Zaubern konnte sie in diesem Zustand -mit dem benebelten Hirn und dem rebellischen Magen- bestimmt nicht und auch wenn sie nicht besonders scharf aufs flohen war, war das immer noch besser als die Aussicht auf einen verlängerten Aufenthalt im Hause Malfoy. “Okay, also ich weiß nicht, was gestern passiert ist -oder wie das Ganze angefangen hat, ganz zu schweigen vom weiteren Verlauf der Nacht- aber ich denke, ich werde jetzt gehen. Du hast sicher nichts dagegen, wenn ich deinen Kamin benutze, oder?” Sie drehte sich um, um möglichst schnell aus dem Zimmer zu fliehen, aber es dauerte nicht einmal zwei Sekunden, bis sie Dracos Griff an ihrem Arm spürte und von ihm herumgewirbelt wurde, sodass sie in seinen Armen landete.

Sie schloss die Augen und bemühte sich um Beherrschung, als sie förmlich spüren konnte, wie ihr die Magensäure hochstieg: “Oh Gott, mach’ das bloß nicht nochmal, hast du verstanden? Sonst kotze ich dir auf diesen wunderschönen Parkettboden und dann hast du den Salat!” Als sie die Augen öffnete und ihn anblitzte, sah sie seine ernste Mine. Er hatte eine Augenbraue hochgezogen, weil er sie offensichtlich witzig fand: “Fein. Das werde ich nicht,” stimmte er zu. Überrascht stellte sie fest, dass er sich bemühte, sehr ruhig und gefasst zu sprechen -bar jeder Emotion. Oder musste er sich am Ende gar nicht bemühen? “Okay, hör’ zu: Ich kann mich auch nicht mehr genau an alles erinnern, was gestern passiert ist, aber ich bin mir einer Sache absolut sicher,” er nahm ihre Hand und hielt sie neben seiner in die Höhe, sodass sie die beiden gleichförmigen Ringe sah, die sie trugen: “Wir sind definitiv verheiratet.” Oh Gott. Oh Gott. Oh Gott. Ohgottohgottohgottohgott!

“OhGott. OhGott. OhmeinGottohmeinGottohmeinGott! Nein! Nein, nein, nein! Ausgeschlossen!” Sie schüttelte den Kopf -und ließ das gleich darauf wieder bleiben: “Du willst mich bloß ärgern.” Kaum hatte sie das gesagt, glättete sich ihr verwirrtes Gesicht und sie lächelte ihn plötzlich beinahe selig an: “Ohhohohoho, versteeeehe,” sie lachte, als wäre sie auf Dope -was ja eigentlich auch der Fall war: “Witzig. Sehr witzig, Malfoy. Das ist mit Abstand die abgefahrenste Nummer, die du jemals abgezogen hast! Wie bist du nur auf die Idee gekommen? Ich meine -wir beide verheiratet? Das ist doch ziemlich unglaubwürdig!” Sie lachte amüsiert: “Netter Versuch.” Sie drehte sich um und wollte erneut versuchen, das Zimmer zu verlassen, doch er hielt sie ein weiteres Mal auf: “Denkst du ehrlich, ich hätte mir nach all den Jahren unserer... Bekanntschaft wirklich nichts besseres überlegt, als dich in einer Bar aufzugabeln, nach Hause zu schleppen, eine heiße Nacht mit dir zu verbringen und dir am nächsten Tag zu erzählen, wir wären verheiratet? Obwohl... wenn ich’s genau bedenke... der Plan ist ziemlich gut...”

Als sie versuchte, sich aus seinem Griff zu entwinden, richtete er seine Aufmerksamkeit wieder auf sie: “Okay, hör’ zu: FALLS ich vorgehabt hätte, dich reinzulegen, hätte ich mir durchaus etwas derartiges ausdenken können. Aber, ehrlich mal: ich habe besseres zu tun, als dich zu ärgern. Ich glaube, über dieses Stadium sind wir hinaus. Und außerdem lässt sich ja wohl ganz einfach beweisen, ob ich recht habe, oder nicht.” Sie sah ihn erstaunt an: “Ach ja? Und wie? Weißt du, ich habe nicht das Kleinste bisschen Erfahrung, was Ehen angeht,” ein leicht spöttischer Ton schwang in ihrer Stimme mit und sie hob die Hand, um mit den Fingerspitzen ihre Schläfe zu massieren: “Mann, hab’ ich einen Kater... wie konnte es nur dazu kommen?” “Willst du nicht vielleicht doch den Aufputschtrank nehmen?”, seine Stimme war ziemlich umgänglich und beinahe freundlich. Sie schüttelte den Kopf: “Nein. Ich will einfach nur nach Hause. Wirklich. Und ich will, dass du aufhörst, mir einzureden, wir wären verheiratet. Ich würde dich niemals heiraten und du würdest bestimmt nicht ‘ja’ sagen, wenn man dich fragen würde.”

Seine Mine war todernst und absolut nüchtern: “Meine Worte waren: ‘Absolut und hundertprozentig’,” sagte er trocken. “Was?”, sie starrte ihn entgeistert an und wusste genau, dass ihr Gesicht entgleist war -was sie momentan wirklich nicht interessierte. “Und du sagtest: ‘Oh ja und wie!’,” ahmte er ihre hohe Stimme nach. Sie schloss die Augen und versuchte mühsam, sich an irgendetwas zu erinnern -IRGENDETWAS!!! “Nein. Nein, nein, nein! Oh nein! Das KANN nicht wahr sein!”, ihre Stimme versagte ihr als sie ihn ansah und in seinen Augen verzweifelt nach einem Anzeichen für einen Scherz suchte -den sie jedoch nicht fand. Sein Blick war immer noch ernst -und ziemlich bohrend: “Es ist wahr,” sagte er stoisch. Sie atmete tief ein und entwand ihm ruhig ihren Arm: “Okay. Ich glaube, ich werde jetzt gehen. Ich muss jetzt wirklich nach Hause. Ich kann mir keine Gedanken darüber machen.” Dieses Mal ließ sie sich nicht von ihm aufhalten. Wie im Traum verließ sie das Zimmer, wirbelte die Treppe hinunter und öffnete auf gut Glück drei Türen, bis sie einen Raum mit Kamin fand und Flohpulver fand. Ohne zu zögern stürmte sie darauf zu, griff in die Schale und verschwand in den grünen Flammen.
 
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