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von oOSeifenblaseOo    erstellt: 21.08.2010    letztes Update: 04.10.2010    Geschichte, Drama / P18 Slash    (fertiggestellt)
Hui, 6 Kommis schon! Dankeschön :D Macht weiter so ;) Wir freuen UNS(!), dass UNSERE (!) FF so gut ankommt ^^

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Entsetzt sah Bill, wie Tom auf dem Boden saß, sich die Stirn hielt und fluchte. Er hatte ihm wohl augenscheinlich die Tür so richtig schön vor den Kopf geknallt.

„Oh scheiße! Ist alles in Ordnung?“ fragte Bill daher auch direkt und hockte sich zu Tom hinunter.

„Ja, alles bestens, mir geht’s so gut wie schon lange nicht mehr!“, antwortete Tom im ironischen und doch gleichzeitig bissigen Tonfall.

„Komm, lass deine Beule mal sehen!“, sagte Bill daher nur, da auf Toms Stirn doch schon ein Veilchen sichtbar wurde. Doch gerade als er die Hand ausstreckte, fauchte Tom ihn abfällig an: „Fass mich nicht an du scheiß Schwuchtel!“

Perplex lies Bill seine Hand sinken. Sonst war Tom doch immer etwas normaler  gewesen wenn sie unter sich waren. Aber das schien wohl auch vorbei zu sein. Stumm beobachtete er, wie Tom sich an der Wand abstütze und sich somit auf die Beine zog. Noch etwas torkelnd ging Tom weg. Sein Kopf dröhnte und mit Sicherheit würde er eine riesen Beule bekommen. Und wieso? Nur weil diese scheiß Schwuchtel zu dämlich war um eine Tür aufzumachen. Das Bill im Grunde nichts dafür konnte ignorierte er geflissentlich. Und was bitteschön sollte er jetzt seinem Team erzählen, warum er aussah wie frisch verprügelt? Die würden sich doch den Arsch weglachen wenn er ihnen erzählte, dass Bill ihm eine Tür vor den Kopf geknallt hatte, da das ja auf der einen Seite so aussah, als wäre er davor gerannt. Oder, doch, er würde es seinen Freunden sagen, aber etwas anders. Er würde es ihnen so sagen, dass Bill ihm mit Absicht die Tür gegen den Kopf gedonnert hatte, denn so wäre Bill der Böse und nicht er der Dämliche. Ja, so würde er es machen, so wäre er sauber aus dem Schneider. Was für Auswirkungen das noch haben würde, dass war Tom zu diesem Zeitpunkt einfach noch nicht bewusst.

Stöhnend betrat er den Speisesaal, in dem sich schon einige Schüler eingefunden hatten. Dem Achtzehnjährigen klopfte nun die Schläfe unangenehm, was ihn mies gelaunt sein lies. Als er an dem Tisch seiner Freunde ankam, wurde er schon verwundert angesehen, weshalb er auch nicht lange zögerte und den kleinen Vorfall in seiner Version erzählte.

„Hey Schwuchtel, hast du nen Knall? Willste das nächste mal zwanzig Runden rennen? Pass auf die Retour kommt bald!", drohte Andi, Bill auch gleich, als dieser in den Saal trat, an, und so tat, als hätte er Andis Ausruf nicht gehört. Die Tränen konnte Tom in seinen Augen sehen, aber es war ihm egal. Ja, Bill tat es nicht leid das er deswegen noch mehr runter gemacht werden würde, sondern weil er Tom weh getan hatte. Er wollte Tom nie weh tun und nun hatte er es doch getan...

Bill schottete sich an diesem Abend noch mehr von den Anderen ab als sonst. Er hatte ein wirklich schlechtes Gewissen wegen der Sache mit der Tür. Eigentlich hatte er keine Schuld, dass wusste er, und trotzdem, hätte er die Tür vielleicht etwas sanfter geöffnet wäre das nicht passiert… Hätte, wenn und aber…  Diese Gedanken führten ihn nirgendwo hin, dass wusste er, und trotzdem, ihm nahm die ganze Sache mehr mit als er es gedacht hätte. Dazu kam noch, dass er sich Sorgen machte, dass Tom von seinem Team vielleicht verspottet werden würde, da er eine Tür vor den Kopf bekommen hatte. Der manchmal doch etwas naive Schwarzhaarige wusste ja nicht, wie Tom seinen Kumpanen diese Geschichte erzählt hatte. Er wunderte sich zwar, warum die ihm gerade wieder doof gekommen waren, aber er schob es einfach darauf, dass sie ihn zu blöd hielten um eine Tür zu öffnen. Und auch wenn nicht deshalb, er wurde so oder so wegen jedem Müll fertig gemacht, da könnte das ja jetzt auch nicht so tragisch sein… Glaubte er, hoffte er ….

Die ganze Zeit saß der Siebzehnjährige an seinem Tisch in der Ecke und starrte vor sich hin. Das Essen hatte er kaum angerührt, was aber wohl verständlich war, ob der Tatsache, dass er seinen Tom verletzt hatte... Der halbe Speisesaal war schon wieder leer und es war erstaunlich ruhig. Bill bemerkte das gerade, als einer der Lehrer auf ihn zu kam. Sein Gesicht war leicht verzogen, sodass der Junge schon wusste, dass jetzt keine guten Nachrichten kamen. Stumm setzte Herr Maidorf sich ihm gegenüber und sah ihn musternd an, was dem Schüler mehr als unangenehm war. Das hier war nicht nur irgendein Lehrer, sondern der Leiter ... der beste Freund von Bill Eltern, die sich eh kaum für ihren Jungen interessierten und sich nur einmal im Jahr blicken ließen. Und das war der Tag der Zeugnis Ausgabe, damit sie sahen, dass Bill auch ja gute Noten auf dem Papier stehen hatte.

,,Ich hab da gerade etwas nicht sehr erfreuliches gehört, Bill!", löste Herr Maidorf nun die Stille. Ja, es war wirklich noch immer still ... Als Bill sich umsah, konnte er sehen, das nur noch Tom und seien Freunde da saßen, der Rest hatte sich wohl bei Ankommen des Internatsleiters verpisst ... Feiglinge!

„Was denn?'', murmelte der Schwarzhaarige leise und stocherte lustlos in seinem Essen herum. Hoffentlich kam nicht wieder die Leier, dass das Basketballteam und die Cheerleader, unzufrieden mit ihm waren...

„Ich hab gehört, dass du Tom Trümper mutwillig die Tür gegen den Kopf geschlagen hast! Ist ja schön und gut das du ihn nicht leiden kannst Bill, aber so kann es nicht weiter gehen! Ich hab dich in die Akten sehen lassen, weil ich dachte dass du dich mit ihm vertragen willst und deswegen ein paar Gemeinsamkeiten gesucht hast oder so, aber nicht, damit du ihn halb zu Tode prügelst! Das wird Konsequenzen haben Bill! Und glaub mir, die werden was mit Tom zu tun haben! Ihr müsst euch irgendwie zusammen raffen! Ich kann die ewigen Beschwerden nicht mehr hören und kann es nicht verantworten, dass du ihm gegenüber jetzt auch noch aggressiv wirst!''

Völlig fassungslos sah Bill seinem gegenüber in die Augen. Das konnte doch jetzt nur ein schlechter Witz sein, oder? Er würde doch nie, wirklich niemals, seinem Tom mit Absicht weh tun. Dafür liebte er ihn doch viel zu sehr! Und vor allem, welcher Idiot hatte Herrn Maidorf diese Lüge erzählt?! Das konnte doch nur von Tom kommen. Und dieses Wissen, das Tom so etwas behauptet hatte, dass tat noch viel mehr als jeder Schlag ins Gesicht!

„Aber ich habe ihm doch nicht die Tür mit Absicht ins Gesicht geknallt! Das war ein Unfall! Ich würde Tom doch nie mit Absicht weh tun!“ Augenblicklich wurde dem Jungen klar was er in seinem letzten Satz gesagt hatte. Ertappt biss er sich auf die Zunge, doch Herr Maidorf überging diesen Teil einfach.

„Und wieso sollte Tom mir etwas anderes sagen?“ harkte der ältere Mann nach.

„Ich.. ich weiß es nicht… Vielleicht weil er mich nicht mag.“ Flüsterte Bill mehr der Tischplatte als dem Lehrer entgegen. Skeptisch zog der Leiter eine Augenbraue hoch. Konnte das wirklich sein? Aber wieso sollte Tom lügen?
Tom und seine Kumpanen, die ein paar Tische weiter weg saßen, sahen sich das ganze höchst amüsiert an. Tom war sich sehr wohl bewusst um welches Thema es ging, doch hatte er kein Problem damit, dass Bill jetzt den Ärger bekam. War doch bloß gerecht, immerhin war er durch seine Beule schon gestraft genug! Sollte Bill ruhig mal nen Anpfiff kriegen. Würde ihm ganz gut tun.

Als der Cornrow Träger wieder zu Bill blickte, sah er nur noch wie dieser mit Tränen in den Augen aufstand und aus dem Speisesaal stürzte. Bill verstand die Welt nicht mehr. Verzweifelt versuchte er auf dem Weg zu seinem Zimmer nicht los zu weinen. Es war so unfair, wieso glaubte dieser beschissene Herr Maidorf Tom und nicht ihm? Und jetzt wird er auch noch eine miese Strafe bekommen.

Kaum hatte Bill sich auf sein Bett gesetzt, um jetzt einfach nur noch zu heulen und einzuschlafen, um diesem grausam Internat zu entkommen, betrat schon, ohne anzuklopfen, eine Person das Zimmer und setzte sich neben ihn auf das Bett.

„Weißt du Bill ... wenn es so schlimm mit euch beiden ist, denke ich, hilft nur gemeinsames Wohnen etwas. Ich werde euch morgen ein Doppelzimmer frei geben, in dem ihr eine Woche miteinander wohnt. Vielleicht gewöhnt ihr euch dann besser an einander! Ich will aber von euch beiden keine Beschwerden hören, verstanden? Ich gebe Tom gleich noch bescheid und dann packt ihr morgen die Sachen. Ich werde mit euren Lehrern reden, dass ihr morgen nur bis zu vierten Stunde habt und dann euer Zeug packt und in das Zimmer einzieht! Ich gebe euch dann morgen noch genaueres Bescheid!"

Fassungslos sah Bill dem älteren Mann an.

„Was ... aber ... das geht doch gar nicht. Ich will das doch gar nicht!“, stammelte er. Er würde natürlich schon gerne mit Tom ein Zimmer haben, aber nicht unter diesen Umständen! Er wusste genau, dass er diese Woche die Hölle durchleiden würde. Tom und seine Teamkollegen würden in fertig machen wie noch nie zuvor. Immer noch geschockt blickte er Herrn Maidorf an, doch dieser schüttelte bloß den Kopf, lächelte ihn zwar noch einmal Mut machend an, verließ dann aber das Zimmer, um wohl zu Tom zu gehen. Als Tom diese Nachricht bekam, viel er fast aus allen Wolken. Nie, aber auch nie, hätte er mit so etwas gerechnet! Er hatte gehofft, dass Bill bestraft wird und ordentlich was abkriegt, aber jetzt sollte er mit ihm zusammen ziehen?! Da musste er ja Angst haben, dass er Nachts, wenn er noch schlief, betatscht wurde.

Ebenso fassungslos wie Bill, als dieser die Nachricht bekommen hatte, schüttelte Tom den Kopf und wollte widersprechen, doch auch bei Tom wurde kein Widerspruch geduldet. Doch immer hin, so tröstete sich der Hopper, hatte er seine Jungs, und mit denen würde er Bill schon in seine Grenzen weisen! Oh ja, an sich könnte das ganze für den Sportler noch ganz lustig werden… Eine ganze Woche lang den Pampel fertig machen und sich vielleicht nebenbei noch bedienen lassen, das hatte doch was.  

Und ob das was hatte! Tom war zwar eigentlich nicht so schlimm wie seine Freunde, zu Bill, aber warum denn die Situation nicht mal ausnutzen, wenn er alleine mit ihm war? So konnte Tom sich ein paar Hausaufgaben sparen, aufräumen und andere Sachen auch ... Oh ja, das würde sicher gar nicht mal so schlecht werden! Grinsend ließ sich Tom nach hinten auf sein Bett fallen. Er freute sich schon auf morgen und war gespannt was alles so für ihn rausspringen würde. Er musste nur aufpassen, dass er Bill nicht überstrapazieren würde, denn wenn er mal umkippen würde, dann wäre gleich klar, wessen Schuld das war ... Ach, das würde schon gut gehen! Und wie gesagt, er war ja nicht so schlimm wie seine Freunde, wenn sie unter sich waren. Nur das mit den Hausaufgaben und dem Aufräumen und so, würde er des Öfteren mal ausnutzen und den Rest der Zeit würde er Bill einfach ignorieren. Also war es nicht anstrengend und ... ach egal! Tom hatte jetzt keine Lust sich zu sehr den Kopf zu zerbrechen!

Als Bill am nächsten Morgen aufwachte, hätte er sich am liebsten wieder im Bett umgedreht und weiter geschlafen. Am besten den ganzen Tag verschlafen, und dann, wenn er am Abend aufgewacht wäre, dann hätte er festgestellt, dass das alles nur ein Albtraum gewesen war. Doch so war es nun mal nicht, und liegen bleiben konnte der junge Mann auch nicht, da er zum Unterricht musste. Daher raffte er sich auf, duschte sich und machte sich für den Tag fertig.  Fertig geschminkt und mit fertig toupierten Haaren verlies er dann das Zimmer um vor Unterrichtsbeginn wenigstens noch etwas frühstücken zu gehen. Doch kaum hatte er den Speisesaal betreten, kam Andi auf ihn zu. Unsicher schluckte der Schwarzhaarige, denn jetzt konnte einfach nichts Gutes kommen. „Hör mir mal gut zu Freundchen“ begann er und packte Bill doch tatsächlich oben am T-shirt an, wohl als Kragenersatz und zog ihn somit etwas höher.

„Wenn mir auch nur einmal zu Ohren kommt, dass du Tom auch nur mit dem kleinen Finger angepackt hast, dann erlebst du Saw 7 , verstanden?!“ Eingeschüchtert nickte Bill wieder nur, hatte wohl vergessen was ihm schon am vorherigen Tag das nur stumme Antworten eingebrockt hatte. Unsanft schleuderte Andi ihn als Quittung dafür auch direkt in eine der Stuhlreihen.

„Ob du mich verstanden hast habe ich gefragt?!“, fauchte er dazu noch.

„Ja, ich habe dich verstanden“, flüsterte Bill ihm leise entgegen. Er hatte Angst, dass wenn er lauter sprechen würde, dass dann seine Stimme wegbrechen würde. Als Andi dann zufrieden mit sich selber wegging, versuchte Bill sich langsam aufzurichten. Ihm tat der ganze Rücken weh. Und der Appetit war ihm jetzt auch vergangen, daher ging er wieder hoch in sein Zimmer, stellte sich vor den Spiegel und zog das T-shirt etwas hoch. Und das, was der da sah, sah nicht gut aus. Sein ganzer Rücken fing jetzt schon an sich blau zu färben, und eine Stelle war sogar aufgeschürft. Das würde ihm noch ordentlich Schmerzen bereiten, doch was Bill zu diesem Zeitpunkt noch viel mehr Sorgen machte war Andis Verhalten. Sonst hatte er ihn, wie alle anderen auch, immer nur verbal fertig gemacht, doch jetzt wurde er immer öfter handgreiflich und brutaler… Hart schluckte Bill. Er wollte es sich nicht eingestehen, aber so langsam bekam er nun doch Angst.

Tom hatte das ganze nur mit einem Seufzen beobachtet. Er fand es nicht in Ordnung dass Andi jetzt des Öfteren mal handgreiflich wurde. Das war nicht nur bei Bill so, sondern auch bei anderen Loosern des Internats. Aber so doll wie bei Bill gerade ... Sowas war gefährlich. Der Junge hätte nur dumm aufkommen müssen und hätte dadurch sonst was für schlimme Verletzungen davon ziehen können. Kopfschüttelnd bestätigte Tom sich selbst, dass er die Aktion nicht gut fand, aber Andi auch nichts sagen würde. Andi war der Einzige der sich nichts von Tom sagen lies und ihn dennoch vergötterte. Aber trotzdem konnte und wollte der Hopper dazu nichts sagen. Er hatte oft genug versucht, Andi etwas zu Recht zu biegen, aber es hatte nie was genutzt.

Pünktlich zum Vorklingeln, stürmten die Schüler die Klassenzimmer. So auch Tom und Bill. Sie sahen sich nur stumm an, sagten also kein Wort und gaben somit jeweils dem anderen zu verstehen, das keine Ruhe sein würde und die Woche wohl eher ein Machtkampf werden würde, als ein friedliches Zusammenleben.

Als Bill in Toms Augen blickte und die stumme Kampfansage sah, wurde ihm klar, dass er froh sein konnte wenn diese Woche um war. Doch noch mehr hoffte er, dass Tom nicht auch so wie Andi anfing, denn das tat wirklich unbeschreiblich weh. Als Bill sich auf seinen Stuhl sinken lies und sich anlehnte zuckte er sofort zusammen. Durch diese nur ganz leichte Berührung brannte sein Rücken wieder wie Hölle.

Aus den Augenwinkeln sah er, dass Tom ihn musterte, doch versuchte er das jetzt auszublenden, viel zu sehr war er drauf fixiert sich seine Schmerzen nicht anmerken zu lassen. Und um gar nicht erst diese entsetzlichen Schmerzen zu spüren, konnte er sich gar nicht anlehnen, was hieß, dass er die ganzen vier Stunden so unbequem auf dem Stuhl sitzen musste. Zum Glück, so dachte sich Bill, hatte er heute ja nur vier Stunden, wenigstens etwas positives an diesem Tag, aber morgen würde es wohl auch nicht besser sein und da hatte er einen langen Tag Unterricht. Und trotz seines verletzten Rückens musste er ja weiterhin der Mannschaft als Pampel bereitstehen. Aber darüber würde er sich später Sorgen machen. Jetzt musste er erst diese vier Stunden überstehen und sich dann mit Tom auseinandersetzen.
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