■
Geschichte: Fanfiktion
/ Prominente
/ Musik
/ Tokio Hotel
/ Hör mein Herz schlagen
||||
10px|12px|15px|17px|19px
Times|Arial|Helvetica
25%|50%|75%|100%
Linksbündig|Blocksatz
gering|normal|groß|sehr groß
von oOSeifenblaseOo
erstellt: 21.08.2010
letztes Update: 04.10.2010
Geschichte, Drama / P18 Slash
(fertiggestellt)
Autoren: Vampirefreak und oOSeifenblaseOo
(Vip-) Beta: Icelady
Kapitel: 24
Postings: Aller 2-3 Tage
Pairing: Bill x Tom / Tom x Bill ( nicht verwandt )
Rating: P 16 Slash
Genre: Drama/Romanze/Allgemein
Warnings: Lemons, Beleidigungen, Slash, etc
Inhalt: Bill ist schon lange in den Internatsliebling und Basketballteamchef verliebt und wünscht sich nichts sehnlicher, als irgendwann mit ihm zusammen zu kommen. Allerdings hat weder Tom, noch der Rest der Schülerschaft auch nur einen Funken Freundlichkeit und ernsthaftes Interesse für ihn übrig. Alle lachen ihn aus, hänseln und verletzen ihn teilweise sogar, bis der Siebzehnjährige an seine Grenzen trifft. Als auf einmal alles aus dem Ruder läuft, nutzt Bill die Chance und stellt damit letztendlich alles auf den Kopf ...
Unsere erste Partnerarbeit miteinander. Wir hoffen es gefällt euch und wünschen euch viel Spaß beim lesen!
--------------------------------------------------------------------------
,,Man Schwuchtel, bring mal endlich das Wasser!", schrie ein Junge, der gerade mal Volljährig geworden war und sich aufführte, als sei er Gott persönlich. Das er nur ein kleiner Spieler einer Basketballmannschaft war, schien er gern zu übersehen.
Schallendes Gelächter folgte den spottenden Worten und liesen den eingeschüchterten Schwarzhaarigen, erschrocken zusammen zucken. Sofort nickte er hastig und schnappte sich einige kleine Wasserflaschen und rannte dann vollbepackt, zu den Mädchen und Jungen, welche ihn herablassend anblickten.
„Na, das ging auch schon mal schneller, du Nichtsnutz! Wieso bist du auf dem besten Sportinternat in Deutschland, wenn du nicht mal ein paar Hilfsarbeiten machen kannst, geschweige denn Sport?! Du ruinierst ja noch den guten Ruf des Internats, nur weil du Schiss hast, dir einen Fingernagel einzureisen?!''
Bedrückt fixierte der Schwarzhaarige den Boden. Immer wieder diese Sprüche, dieser gottverdammte Ruf… Immer wieder wurde ihm an den Kopf geworfen, dass er ihn ruinieren würde. Mittlerweile reagierte er gar nicht mehr drauf sondern versuchte es auszublenden, so wie jetzt auch. Obwohl, an den Sprüchen könnte was dran sein. Ein Junge wie er hatte nichts an einem Sportinternat zu suchen. Er war unsportlich wie sonst was und hasste Sport über alles. Daher hatte er den Job als „Pampel“ bekommen und konnte somit den Anderen immer ihr Wasser bringen, sich um die Wäsche kümmern und all diese Arbeiten erledigen. Und sich nebenbei noch von allen fertig machen lassen. Und das nur wegen ihm. Tom. Der Kapitän des Teams.
Tom ... Tom ... Tom ... Ja, dieser Junge hatte was ... und das war Bills Herz. Das Mädchen-für-alles und der Basketballteamchef... Ja, man konnte noch träumen, auch wenn Bill es langsam leid war, immer nur zu träumen. Aber was sollte er denn sonst machen? Wenn sie 'unter sich' waren, konnte Tom zwar relativ nett und stumm sein, aber wenn diese Hühner und diese Gorillas dabei waren, war der Chef des Teams ein Arschloch hoch zehn. Ungenießbar war hier noch milde ausgedrückt, denn eher war der Kerl dann kreuzgefährlich.
Es war nicht erst einmal vorgekommen, dass Bill eine der Plastikflaschen an den Kopf bekommen hatte. Hartplastik, keine von den weichen Dingern…
„Hey du Pfeife, würdest du mal aus deinen schwulen Gedanken aufwachen? Ich will nicht sehen, das du uns in Gedanken ausziehst, also verpiss dich und dreh zehn Runden um den Platz und amüsiere uns damit mal ein bisschen!", wurde Bill auf einmal angeknurrt und auf die Füße gespuckt.
„ Aber ...'', wollte er gerade protestieren, wurde aber unterbrochen.
„Nichts aber! Bei vierzig Grad in der Sonne, ist es für uns ein Leichtes hier Stundenlang zu trainieren, also halte du wenigstens mal deine Beine ein bisschen fit, damit du nicht noch langsamer wirst, beim Bedienen!"
Widerspruch? Zwecklos! Das wusste er mittlerweile gut genug. Also fing er langsam an den Platz zu umrunden. Zehn Runden… Wie zum Teufel sollte er zehn Runden durchstehen? Er wusste selbst, dass er null Ausdauer hatte. Und wirklich passend zum laufen war er jetzt auch nicht gekleidet.
Als er die erste Runde um hatte war er schon völlig außer Atem. Sein Herz raste, sein Atem ging stoßweise und er hatte das Gefühl keine Luft mehr zu bekommen.
„Los du lahme Ente! Du sollst laufen und nicht da her schleichen!“
„Schneller!“
„Ich mach dir gleich Beine!“
„Lahmarschige, dreckige Schwuchtel!“
Er kam gerade bei dem Team vorbei und konnte sich somit noch diese Sprüche anhören.
Er senkte den Blick wieder starr auf die Bahn vor sich. Es tat weh. Nach all den Jahren taten diese Sprüche immer noch weh. Und das schlimmste: Unter ihnen war Tom. Sein Tom, sein wundervoller, sportlicher Tom. Und der sah Tag für Tag dabei zu wie er sich fertig machen lies. Und jetzt sah er ihm hier bei der Blamage zu… Nicht mal zehn Runden konnte er laufen. Erbärmlich! Tom… Tom… Er rannte schneller, mit einem Bild von Tom vor den Augen… Für ihn lief er, um ihm zu beweisen, dass er mehr als nur eine nichtsnutzige Schwuchtel war. Tom. Tom. Im Takt seines Herzschlags hörte er immer wieder seinen Namen in den Ohren pochen. Tom.
Er hastete weiter, fiel mehrmals beinah über die eigenen Beine und war heilfroh, als er endlich die zehnte Runde hinter sich gebracht hatte. Der Siebzehn Jährige brach am Boden zusammen, als er endlich auf dem kleinen Stück Wiese ankam, auf welchem die ganze Gruppe Jugendlicher, versammelt hatte. Hechelnd drückte Bill sich mit den Armen nach oben und ging mit den Beinen zumindest in die Knie, damit seine Sachen nicht so verdreckten. Er hatte gerade das Gefühl, als würde er gleich sterben ... Tropfend verließ der Schweiß seine Stirn und gerade als er seine Augen öffnete, konnte er sehen wie ein Finger einen Schweißtropfen von ihm, auffing. Fassungslos hob Bill seinen Kopf und konnte kurz darauf, den Teamchef vor sich hocken sehen. Tom grinste den Schweißtropfen an und leckte ihn sich, nach einem noch breiteren Grinsen Richtung Bills Gesicht, vom Finger.
„Ich liebe den Geschmack von Hoffnungslosigkeit und Erniedrigung!" Mit einem neckischen Grinsen, erhob sich der achtzehn jährige und drehte sich um.
,,Bring die Flaschen weg und hol uns neue Trikots, damit wir endlich weiter trainieren können!"
Sprachlos sah Bill Tom hinterher. Das konnte doch jetzt nicht sein Ernst sein, oder?! Er lag hier am Boden, einem Häufchen Elend gleich, konnte nicht mal mehr laufen und sollte dann Trikots und Wasser holen? Mit wackeligen Beinen versuchte Bill sich aufzuraffen. Als er stand, hatte er das Gefühl, dass seine Beine jeden Moment unter ihm wegbrechen würden. Seine Knie zitterten, seine Füße taten weh und sein Puls raste immer noch. Langsam, wie ein kleines Kind, das gerade laufen lernte, machte er sich auf den Weg um die Trikots und das Wasser zu holen.
Gerade als er an dem Team vorbei ging, spürte er einen Schubs von hinten, nahm noch die Worte
„Jetzt beweg endlich deinen Arsch und hol unsere bestellten Sachen und kriech hier nicht rum wie ´ne Oma!“ war, ehe er vornüber fiel und hart auf den Boden aufschlug. Gepeinigt schloss er die Augen und blieb liegen. Wo war er hier bloß? Das konnte doch bloß die Hölle sein!
Das Mädchen das ihn geschubst hatte, lachte schallend auf und wurde von dem Gelächter der anderen, noch unterstützt. Der ausgelachte Junge musste stark an sich halten um nicht auszurasten oder gar anfangen zu heulen. Aber er schaffte es, seine Nerven beisammen zu halten und stand Zähne knirschend wieder auf, ehe er sich, noch immer so langsam, weiter auf den Weg machte. Am liebsten wäre er hier abgehauen und rein theoretisch war es ja auch möglich, immerhin war er bald alt genug. Aber er war so weit gekommen und wollte auch das letzte Jahr bis zu seinem Schulabschluss, noch durchhalten. Er war ein Mensch der alles durchzog, sofern es ihm möglich war, außerdem war er niemand, der aufgab. Er hatte noch nie aufgegeben und so würde er es auch dieses Mal nicht tun. Außerdem war Tom ja hier...
Als er mit dem Wasser und den Trikots zur Mannschaft zurück kehrte, warteten alle schon ungeduldig auf ihn.
„Ging das nicht schneller?!“ fauchte Tom ihn direkt wieder an. Einen Moment lang sah Bill ihn mit traurigen Augen an. Warum tat er ihm das bloß an? Wieso demütigte er ihn so? Er hatte ihm doch nichts getan…
Doch als er den kalten Blick sah der in Toms Augen lag guckte er schnell wieder weg und verteilte das Wasser und gab jedem sein Trikot mit der passenden Nummer und dem passendem Namen drauf.
„Hey, Schwuchtel! Sofort herkommen!“, schrie Andi ihn plötzlich an. Andi war einer der besten Freunde von Tom, führte sich aber fast noch schlimmer auf. Als Bill langsam zu Andi ging bereitete er sich schon auf das Schlimmste vor.
„Sag mal, vielleicht solltest du dich mehr auf deine Arbeit konzentrieren als darauf, uns mit den Augen auszuziehen! Oder sehe ich so aus wie Georg?!“ Der Schwarzhaarige war verunsichert und verstand die Frage nicht. Daher schüttelte er nur stumm den Kopf.
„Du sollst mir antworten verdammt!“, fuhr dieser Andi ihn an, und zack, hatte er eine Ohrfeige sitzen. Geschockt wich Bill zurück, senkte den Blick und kämpfte gegen die, in ihm aufkommenden, Tränen an. Seine Wange pochte unaufhörlich und am liebsten wäre er spätestes jetzt einfach nur weggerannt und hätte sich in seinem Zimmer eingeschlossen. Doch riss er sich zusammen und antwortete leise: „Nein, du siehst nicht aus wie Georg.“
„Und wieso zum Teufel hast du mir dann Georgs Trikot gegeben?!“
Jetzt war der Schwarzhaarige einfach nur sprachlos. Nur weil er die Trikots vertauscht hatte so ein Aufstand?!
,N ... nein, Entschuldigung ...'', stotterte der Schwarzhaarige und nahm schnell das Trikot entgegen, um es auszutauschen. Kopfschüttelnd beobachtete Tom das ganze Szenario. Er mochte diesen Bill nicht. Er trat von einem Fettnäpfchen ins andere und katapultierte sich damit immer mehr in die Scheiße. Ja, Tom mochte diesen komischen Kauz nicht, auch wenn er ihn nicht kannte. Die Jungs hatten damals einfach angefangen gehabt ihn runter zu machen und Tom hatte einfach mit gemacht. Es war quasi seine Pflicht gewesen ... Seine Abneigung wurde gegen den Jungen einfach immer echter, war nicht mehr gespielt, wie sie es Anfangs noch war. Zwar war sein Hass nicht vorhanden, aber das – nicht mögen – war da, wenn auch nicht so stark wie er es gegenüber den anderen zeigte. Außerdem war Bill schwul und stand auf Tom, so hieß es zumindest, und Schwule konnte der Teamchef nun mal nicht leiden. Erstrecht nicht wenn der Schwule auch noch ausgerechnet auf ihn stand.
Abermals schüttelte Tom den Kopf und sah sich in der Gegend um, als er sich fertig umgezogen hatte. Sein Blick wanderte zu den Cheerleadern und somit auch sofort zu Jana. Eine kleine Schlampe die für alles und jeden die Beine breit machte, super toll aussah und die Zicke von Dienst war. Ja ... er mochte sie nicht sonderlich, auch wenn sie äußerlich ganz sein Geschmack war. Problem war nur ... er war der Chef des Basketballteams und sie die Chefin der Cheerleader. Jeder von seinem Team und den Cheerleadern, klopfte darauf, dass sie endlich ein Paar wurden und so langsam nervte Tom das, sodass er wirklich nah dran war, bald nachzugeben und sich einfach auf sie einzulassen. Ob er es wirklich machen würde, wusste der Hopper noch nicht, aber es dauerte wirklich nicht mehr lange und er würde nachgeben. Er wollte letztendlich ja auch seinen guten Ruf und seinen Status behalten.
Sie waren auf einem Sportinternat und hatten einen ganzen Tag in der Woche Training. Die restlichen Tage stand ihnen das Basketballfeld und die dazu gehörigen Umkleiden und das ganze drum und dran, jeden Nachmittag nach der Schule, zur Verfügung. Wochenende war eigentlich wie im normalen Leben Frei, nur erwartete man hier auch da, das sie trainierten. Also war jeden Tag Sport angesagt, somit auch jeden Tag das Mannweib vom Dienst und genauso Jana, die Cheerleaderschlampe. Da konnte man beide schlecht ignorieren und beide nervten ihn auf eine gewisse Art und Weise, gleichermaßen. Wobei beide nicht mal was dafür konnten, denn das Quatschen, das was Tom nervte, kam ja von den ganzen anderen.
Ja und Jana ... okay, die schmachtete ihn auch echt an ... Ignorieren konnte er immerhin das, denn er gab ihr nicht oft die Zeit zum Schmachten ...
„Tom, was ist los? Können wir endlich anfangen?'', wurde der Basketballer auf einmal aus seinen Gedanken gerissen und schreckte leicht auf.
„Jaja!“, antwortet er laut und deutet der Mannschaft an, das es nun los ging.
Zuerst liefen die Jungs fünfzehn Minuten um warm zu werden. Tom musste unwillkürlich grinsen, als er daran dachte wie Bill schon nach zehn Runden abgekackt war. Tz, der Junge war ein echter Jammerlappen. Nicht mal zehn Runden laufen können… Also das würde er ja noch um zwei Uhr Nachts schaffen wenn man ihn mitten als dem Schlaf holte. Zehn Runden, das war wirklich ein Klacks! Der Cornrow Träger konnte eh nicht nachvollziehen was ein Junge wie Bill es war, an einem Sportinternat verloren hatte. Mal ehrlich, der Typ schminkte sich, toupierte sich die Haare und machte sich die Nägel. Und so etwas sollte dann ein Junge sein? Dann noch auf einem Sportinternat wo eigentlich nur Sportler waren?! Ne, kein Wunder das der so fertig gemacht wurde, war der doch selbst Schuld. Hätte er sich mal ein bisschen besser angepasst, dann hätte der doch den ganzen Stress nicht. Oder der sollte am besten direkt in so ne Pussy-Schule gehen. Aber so… Nee, kein Wunder das der der Pampel geworden war, dachte sich Tom. Auch hier konnte er nur wieder sagen: Selbst Schuld!
Tom war so in Gedanken, dass er gar nicht mitbekam, dass die fünfzehn Minuten schon um waren. So dehnten sich die jungen Männer noch, ehe sie mit dem Training anfingen.
„Schau mal Tom, dein Verehrer beobachtet dich die ganze Zeit!“, grinste Andi den Teamchef auf einmal an und deutete zur Seite. Verwirrt folgte Tom der Geste und konnte gerade sehen, wie Bill sich leicht errötet abwendete. Dem siebzehn Jährigen war das so unheimlich peinlich. Wie auf frischer Tat ertappt ... Er ritt sich wirklich immer mehr in den Mist rein und brauchte sich wohl langsam nicht mehr wundern, dass er so schlecht behandelt wurde. Kein Wunder, wenn er sich so verhielt ... Und so war Bill auch froh, als die heutigen, freiwilligen Übungsstunden zu Ende waren und er somit sozusagen Feierabend hatte. Er musste nur noch die dreckigen Trikots von heute in die Waschmaschine stecken und dann konnte er in sein Internatszimmer, welches genau neben Toms lag...
„Schwuchtel, du bleibst draußen! Wir wollen nicht beim duschen begafft werden!“, meckerte einer der Teammitglieder, als Bill wie automatisch der Mannschaft folgen wollte. Seufzend blieb er stehen und ließ sich vor der Tür an der Wand hinunter rutschen, um zu warten, bis die Jungs fertig waren. Vier Stunden hatten sie heute trainiert und auch wenn Bill nicht mitgespielt hatte, war er mindestens genauso k.o. und gestresst, nach den ganzen Strapazen.
Total müde lies Bill sich eine halbe Stunde später ins Bett fallen. Jeder Tag kostete immer unheimlich viel Kraft, nicht nur das Rumrennen, sondern einfach auch nur das Durchhalten… Er durfte einfach nicht zulassen, dass die anderen sahen, wie sehr sie ihn wirklich trafen.
Doch eins wusste der Schwarzhaarige; eines Tages würden sie ihn wirklich kennen lernen, dann würde er ihnen alles zurückzahlen! Er selbst identifizierte sich mit dem Wind:
Von anderen verspottet, nicht mal wirklich wahr und ernst genommen, aber wenn er wütend wurde, dann wurde aus einem lauen, immer belächeltem Wind ein tosender Sturm, zerstörerischer als alles andere. Und diesen Sturm, der eines Tages aus Bill herausbrechen würde, den sollten die anderen dann zu spüren bekommen! Dann würden sie merken was sie ihm all die Jahre angetan hatten! Dann würden sie Respekt vor ihm haben und ihn achten. Und Tom würde ihn nicht mehr verspottend ansehen. Ja, eines Tages.
Er freute sich schon auf diesen Moment und genau die Hoffnung auf diesen Augenblick, diese Sekunden, diese kurze Zeit, wo er endlich die Seiten umdrehen würde, ließ ihn stark sein und durchhalten. Und Tom ... Ja, Tom war fast schon sein Leben, auch wenn sie kaum was miteinander zu tun hatten.
Bill kannte seine ganze Akte und wusste somit wahrscheinlich besser über Tom bescheid, als über sich selbst. Es war schon von Vorteil wenn die Eltern mit dem Leiter des Internats befreundet waren und man somit mehr Freiheiten hatte. Allerdings wäre er ohne die Freundschaft zwischen ihnen, auch nicht auf dieses Internat gekommen. Aber vielleicht würde es sich ja irgendwann mal als gut erweisen, hier unterrichtet worden zu sein? Ja, vielleicht, irgendwann ... Jedenfalls wusste Bill alles über Tom und wenn er mal was vergas, dann sah er einfach noch mal in die Akte rein. Er wusste Tom der Adoptivsohn, genauso wie Bill selbst, eines reichen Paares war, weil seine Eltern gestorben waren, als er gerade mal zehn geworden war. Warum sie umgekommen waren, wusste Bill nicht, denn das stand nicht in der Mappe. Außerdem wusste er, dass Tom in Mathe und in Kunst eine Niete war und schnell ausrastete aber auch schnell anfing zu schweigen und dann unter Umständen, zumindest war früher so, für ein paar Tage schwieg. Ob das alles jetzt noch so war, wusste Bill nicht, aber zumindest war das früher alles so, denn das waren sozusagen ein paar Infos zur Einschulung ins Internat gewesen, was nun fünf Jahre her war. Nur das die beiden Fächer noch immer Toms Schwächen waren, war immer noch so. Erstens war er in Bills Klasse und zweitens konnte Bill das anhand seiner Zeugnisse sehen.
Die Schulglocke läutete und ließ den Schwarzhaarigen beinah aus dem Bett fallen, als er dadurch aus seinen Gedanken gerissen wurde. Es war Zeit für Abendbrot, weshalb Bill auch gleich aufstand und sein Zimmer verließ. Dumpf knallte die Tür gegen etwas, als der siebzehn Jährige diese rasch öffnete und vernahm sofort ein leises Schimpfen und Keuchen.
||||
10px|12px|15px|17px|19px
Times|Arial|Helvetica
25%|50%|75%|100%
Linksbündig|Blocksatz
gering|normal|groß|sehr groß
