Johto-Journey-Cronicles

MitmachgeschichteAbenteuer / P16
08.08.2010
26.09.2013
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Erst einmal danke für das Feedback und ich werde gar nicht lange quatschen, sondern die nächste Folge präsentieren.

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Folge 32: Coni`s großer Tag

Die Erde erzitterte unter den stampfenden Schritte der beiden Schwergewichte, die mit viel Schwung auf einander zu sprinteten, so dass sie mit einem lauten Krachen zusammen stießen.
Eine Druckwelle fegte durch die gesamte Arena und warf Coni zu Boden.
Das Mädchen war starr vor Schreck aber sie würde sich nicht geschlagen geben, nachdem sie so hart gekämpft hatte.
Ihre Beine zitterten und für einen Augenblick kehrte das Gefühl der Einsamkeit zurück. Die Trainerin mit dem zerzausten, rosaroten Haar biss angespannt die Zähne zusammen und versuchte sich zu sammeln.
Es erklang ein letztes Knirschen und schon flogen beide Pokemon durch die Luft. Es war muskulöse Kreaturen, die sich sofort für die nächste Runde bereit machten. Coni war sprachlos, als ihr Pokemon, ein grauer Elefant mit Panzerplatten, sich zusammen rollte und wieder Geschwindigkeit aufnahm. Sein Gegner, ein behaarter Keiler, stieß ein wütendes Schnauben aus, als es sich auf den Aufprall vorbereitete. Coni kniff ängstlich die Augen zusammen:
„Nicht schon wieder!“
Der rollende Elefant wurde von einem Kraftfeld aus Energie eingehüllt und rauschte unkontrolliert auf sein Ziel zu, als es zur Kollision kam. Wieder peitschten Druckwellen durch die Halle und Coni musste ihre Hand vor das Gesicht heben, um etwas zu sehen:
„Ist das das Ende?“
Das ihre finale Prüfung hart werden würde, hatte sie geahnt aber es hing zu viel von diesem Sieg ab. Nicht nur sie brauchte den Orden, sondern auch Marco. Jetzt zu verlieren, kam für sie nicht in Frage und so schrie sie mit all ihrer Kraft auf das Kampffeld, um ihr Pokemon zum entscheidenden Angriff zu treiben:
„Los, du schaffst es! Hau es weg!“
Dann ein letztes Donner, eine Explosion und der Kampf war entschieden.

Stunden zuvor...
Die Sonne war bereits aufgegangen aber die Freunde hatten sich viel Zeit beim Frühstück gelassen. Marco schlürfte gemütlich an einem Kakao. Lienne blätterte durch einen Stapel Bücher, den sie sich letzten Nachmittag in der Bücherei von Mahagonia-City geliehen hatte. Dabei machte sie sich immer wieder Notizen und rümpfte grübelnd die Stirn. Marco neigte sich neugierig vor:
„So intensiv hast du ja sonst noch nie gelernt...“
„Meine Prüfung ist in knapp drei Wochen und deshalb habe ich etwas Sorge, ob ich den ganzen Stoff schaffe!“, erklärte die Blonde und gab ein erschöpftes Seufzen von sich.
Erst jetzt viel den beiden die überraschende Stille auf, wie sie sonst nie am Tisch herrschte:
„Sag mal, wo steckt Coni?“
Marco legte seinen Kopf auf die Arme und zuckte mit der Schulter:
„Die pennt noch! Sie war wegen dem Kampf heute so aufgeregt, dass sie die Nacht kaum ein Auge zugetan hat.“
Lienne wurde skeptisch und musterte Marco mit einem zwielichtigen Blick:
„Woher weißt du das? Hast du wieder Alpträume und kannst nicht schlafen?“
Vorwurfsvoller hätte das Mädchen nicht klingen können aber Marco entschärfte das Gespräch sofort mit einer gelassenen Geste:
„Nein, ich bin bewusst noch auf gewesen, weil ich Kramurx trainieren wollte. Als ich wieder kam, lag sie noch wach im Bett und hat laut herum gemurmelt!“
„Wieso habe ich das nicht mitbekommen?“, fragte Lienne und kratzte sich nachdenklich am Kopf, als der Teenager vor ihr auch schon frech zwinkerte:
„Du schläfst noch fester als ein Relaxo, besonders wenn du Stunden lang vorher gelernt hast!“
Andere Menschen wären sicherlich ärgerlich aufgesprungen aber Lienne lief stattdessen knallrot an:
„Echt? Bin ich so schlimm?“
„Ach, keine Panik! Du machst immer so niedliche Grunzgeräusche...“
Auf diese Antwort hätte sie verzichten können. Sie vergrub ihren Kopf laut wimmernd unter ihren Büchern und wäre am liebsten im Boden versunken:
„Hör auf! Das ist ja peinlich! Wie kommst du eigentlich dazu, mich Nachts zu beobachten?! Das ist irgendwie gruselig!“
„Das war keine Absicht! Während meiner Schlafstörung habe ich das nebenbei mitbekommen. Es war echt lustig zu sehen, wie du das Kopfkissen zerdrückt hast, besonders wenn du im Traum über deinen Schwarm Siegfried geredet hast...“
„Hör auf! Das ist nicht lustig! Ich schäme mich voll...“
„Ich habe nur noch nicht verstanden, warum du manchmal meinen Namen gesagt hast...“, philosophierte der Trainer weiter, als Lienne auch schon laut schimpfend aufsprang:
„Das habe ich gar nicht! Das hast du jetzt doch erfunden! Warum sollte ich deinen Namen im Schlaf sagen?!“
Der Blondschopf grinste nur frech und antwortete nicht mehr weiter. Lienne hingegen war verunsichert. Hatte sie wirklich seinen Namen gesagt oder war es nur eine gemeine Provokation? Bevor sie weiter rätseln konnte, stand auch schon Coni laut röchelnd im Eingang der Kantine, zeigte panisch auf ihren Pokecom und brüllte ihre Kameraden an:
„Wieso habt ihr mich nicht geweckt!?“
„Na ja, du warst die ganze Nacht...“, versuchte Marco zu erklären, wurde aber brutal durch seinen Schützling unterbrochen, die Schweißperlen auf der Stirn bekam:
„Mein Kampf sollte vor fünf Minuten beginnen! Wisst ihr, wie das bei einem Arenaleiter ankommt?!“
Nun sprangen auch die Gefährten hoch, wobei der Junge sich ärgerlich durch sein Haar fuhr:
„Scheiße! Warum hast du uns das gestern nicht gesagt? Außerdem hat dein Pokecom eine Weckerfunktion!“
„Ihr seid trotzdem Schuld!“, jammerte Coni und stürmte voran. Innerhalb von Minuten waren sie durch die Stadt gesprintet und fanden sich vor der Arena wieder.

Der alte Norbert stand mit seinem Krückstock wartend vor der Tür und schaute strafend auf die Uhr:
„Ihr Gören habt Nerven einen Arenaleiter warten zu lassen. Keinen Respekt vor dem Alter!“
Die drei Freunde wechselten unschlüssige Blicke, dann senkte Marco unterwürfig den Kopf:
„Bitte verzeihen sie! Wir hatten Probleme mit unserer Uhr...“
Eine Erklärung wollte Norbert gar nicht erst haben, rümpfte streng die Nase und holte den Schlüssel für die Arena hervor, um die Tür abzuschließen:
„Tja, Pech gehabt! Dann müsst ihr morgen wieder kommen. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!“
„Das können sie doch nicht machen! Wir sind nur zehn Minuten zu spät!“, protestierte Coni aufgewühlt und stampfte mehrmals mit ihren Füßen auf. Der ältere Mann musterte sie argwöhnisch, dann formte er aus seinen Augen schmale Schlitze:
„Ziemlich vorlaut, junge Dame! Dir scheint es an nötigem Respekt zu fehlen!“
„Ich habe auch keinen Respekt vor einem grimmigen, alten Opa, der nichts besseres zu tun hat, als sich den ganzen Tag zu beschweren!“, raunte die Trainerin zurück, weshalb ein böses Blitzen durch die Augen von Norbert wanderte:
„Du hältst dich wohl für besonders stark was?! Okay, lass uns kämpfen aber ich sehe darin eher eine Lernstunde! Ich werde dir zeigen, was es heißt Respekt zu haben, dummes Kind!“
Funken flogen zwischen den beiden hin und her, als Coni auch schon tapfer vor trat und die Fäuste ballte:
„Ich hoffe sie haben ihren Herzschrittmacher auf eine Niederlage eingestellt! Hoffentlich brauchen ihre Pokemon nicht auch schon Gehhilfen!“
„Ein Schlag unter die Gürtellinie...“, flüsterte Lienne leise, als die Freunde in das Gebäude eintreten wollten. Coni war gerade drin, da hob Norbert seinen Stock und versperrte den anderen den Weg:
„Der Kampf findet nur zwischen mir und dem weiblichen Großmaul statt! Ihr habt laut den Regeln des Paten-Trainer-Programms keinen Zutritt!“
Ein Schock für alle Anwesenden und Coni wollte protestieren, als Norbert ihr auch schon schroff das Wort abschnitt:
„Das ist deine Prüfung, Mädchen! Deine Freunde haben hier nichts zu suchen, außerdem will ich sehen, wie gut du ohne sie klar kommst!“
Sie alle sahen sich mitfühlend an, dann nickte Marco seiner jüngeren Begleiterin zu:
„Keine Sorge, Coni! Du schaffst das!“
Sie strich sich durch ihr rosarotes Haar, dann hob sie den Daumen. Tatsächlich hatte ihr der Ringwettbewerb etwas mehr Selbstvertrauen eingebracht und dieses würde sie vor einem gnadenlosen Untergang bewahren:
„Klaro, verlasst euch auf mich!“
Sie drehte sich selbstsicher zu dem Arenaleiter um und marschierte tapfer voran, während sich die Türen hinter ihr schlossen und Lienne mit Marco draußen zurück blieb:
„Dann wollen wir das kleine Rentenherz mal in Wallungen bringen!“
„Pah, einfältiges, naives Ding!“, murrte Norbert und humpelte zu seiner Seite des Kampffeldes.

Coni hatte sich über Norbert informiert und wusste, dass er Trainer des Typs Eis war. Entsprechend sah seine Arena aus. Das Kampffeld bestand aus Eisbergen und einer glatten Oberfläche. Norbert räusperte sich, dann zog er einen Pokeball hervor:
„Die Regeln sind einfach! Wir setzen beide drei Pokemon ein und du darfst auch wechseln! Dann fangen wir mal an!“
Mit einem Nicken schleuderte der Rentner seinen Ball auf das Feld und befreite einen rotweißen Schneevogel, der einen großen Beutel schulterte. Coni war etwas irritiert und zog ihren Pokedex hervor:
„Ein Botogel? Interessant aber es ist ein Eis-Pokemon, also werde ich es besiegen! Komm raus, Hunduster!“
Direkt vor dem Mädchen erschien der schwarze Höllenhund, bekam ein fieses Funkeln und drehte sich mit dem Schwanz wedelnd zu ihr um. Coni stemmte die Arme in die Taille, stampfte tapfer auf und schenkte ihrem Pokemon einen zerschmetternden Blick:
„Wenn du es wagst mich jetzt zu beißen, wirst du nie wieder die Welt außerhalb des Pokeballs sehen!“
Die Ansage kam an und so machte sich der Hund bereit für den Kampf. Der Schiedsrichter positionierte sich am Feldrand, um alles zu überblicken, dann konnte das Match beginnen.
Coni ergriff die Initiative und hob drohend den Finger:
„Los, Hunduster! Setze Feuerzahn ein!“
Das schwarze Pokemon stürzte laut bellend voran und riss sein Maul auf, um glühende Flammenzähne hervor springen zu lassen. Norbert schüttelte abwertend den Kopf:
„Viel zu unüberlegt! Ich denke du hast noch viel zu lernen! Botogel, Aero-Ass!“
Der Schneevogel sprang auf den Boden, rutschte auf dem Bauch voran und krachte mit viel Geschwindigkeit in Hunduster hinein, so dass dieses seine Attacke unterbrach.
Das Pokemon rutschte irritiert über die Eisfläche aber Coni blieb gefasst:
„Tsss, da müssen sie sich mehr einfallen lassen!“
„Gerne! Botogel, Geschenk!“, konterte der alte Mann und rief seinem Pokemon zu.
Botogel kramte in seinem Beutel und zog eine leuchtende Energiekugel hervor, die es nach dem Hund warf. Hunduster schien ahnungslos, als die Leuchtkugel explodierte und es gegen den nächsten Eisberg katapultierte. Nun bekam es das Mädchen doch mit der Angst zu tun:
„Okay, der Flattermann ist doch nicht schlecht aber wir sind besser! Smog!“
Hunduster gehorchte aufs Wort und stieß einen schwarzen Dunst aus, der Botogel einhüllte und zum Husten brachte. Der giftige Nebel schien dem Vogel nicht zu bekommen und Norbert hob die Augenbrauen:
„Das ist sehr vulgär und äußerst schwach! Los, Botogel! Aero-Ass!“
Wieder schoss der Vogel über den glatten Boden voran und stieß Hunduster mit seinem Schnabel nieder. Plötzlich riss Coni die Augen auf und begann zu grinsen:
„Ein Fehler so nahe heran zu kommen! Feuerzahn!“
Hunduster schnellte herum und schon kassierte der Vogel einen frontalen Treffer mit brennenden Zähnen. Botogel gab einen Schrei von sich und ging dampfend zu Boden. Norbert  zögerte, dann schloss er die Augen. Coni war von sich vollkommen überzeugt und hob triumphierend die Arme in die Luft:
„Tja, das habe ich von Marco gelernt! Gegner nahe heran kommen lassen, notfalls n Treffer kassieren und dafür direkt mit voller Kraft zurück schlagen!“
„Erbärmlich... Hast du keine eigene Strategie!?“, knurrte der Arenaleiter und zog Botogel in den Ball zurück.

Es verging ein Moment, dann begann der Arenaleiter selbstsicher zu lachen:
„Wie schön, du hast mein schwächstes Pokemon besiegt. Jetzt wird es aber etwas härter! Komm raus, Jugong!“
Aus dem zweiten Pokeball erstrahlte ein greller Lichtblitz und schon erhob sich der wuchtige Körper eine weißen Robbe. Coni musste schlucken, versuchte sich ihre Unsicherheit nicht anmerken zu lassen und kniff die Augen zusammen:
„Das macht uns nichts aus! Hunduster, Glut!“
Der Hund wollte einen Hagel aus Glutpartikeln ausstoßen aber Jugong war auf so eine Attacke vorbereitet und senkte leicht den Kopf, als Norbert den Befehl gab:
„Aurorastrahl!“
Der Seehund war flink wie kein anderes Pokemon und feuerte einen bunten Strahl aus Energie ab, der Hunduster weg drückte und es gleichzeitig mit einer dünnen Eisschicht bedeckte. Der Strahl entfaltete seine volle Wirkung und so ging der Höllenhund sofort zu Boden. Norbert begann zu lächeln, während Coni doch etwas geschockt ihren Partner zurück rief:
„Was ist los, junges Mädchen? Hast du gedacht alle meine Pokemon wären so schwach wie Botogel? Noch nie etwas von Gegnereinschätzung gehört!“
„Seien sie still! Langsam gehen sie mir tierisch auf den Sack, alter Mann!“, knurrte Coni giftig und zog selbst einen Pokeball hervor. Eigentlich wollte sie erst Glow in den Kampf schicken aber sicherlich würde der kleine Kerl keinen Treffer mit Aurorastrahl überstehen. Ein anderes musste her, also vollzog Coni einen Akt der Verzweiflung und setzte ein Pokemon ein, das sie bisher nur selten eingesetzt hatte.

Die blaue Kaulquappe mit dem Kringelmuster erschien auf dem Kampffeld, sah sich irritiert um und zuckte mit der Schulter. Coni ahnte bereits böses, besonders als Quaputzi sich treudoof zu ihr umdrehte und zu winken begann:
„Mach jetzt nichts Falsches und konzentriere dich!“
Das Wasser-Pokemon, geschockt von der platten Ansprache drehte sich wieder um, als Jugong auch schon vor es gerutscht war. Norbert zögerte nicht mit dem Angriff:
„Jugong, Eiseskälte!“
Coni zuckte zusammen, da sie die Attacke noch von Chyokos Sniebel kannte und wedelte panisch mit den Armen:
„Scheiße!“
Wieder sank die Temperatur im Raum auf ein Minimum und Eiskristalle wanderten über das Feld, als Quaputzi tapfer die Augen zu kniff, einen gewaltigen Sprung hinlegte und dem Jungong einen Kinnhaken verpasste. Norbert wusste nicht, wie ihm geschah, als seine Robbe regelrecht davon flog:
„Was war das denn für eine Sprungfeder? Immer ihr nervigen Kinder mit euren neumodischen Hüpfattacken!“
„Dann pass mal auf, wir können noch mehr! Duplexhieb!“, befahl Coni aber Quaputzi war sofort total überfordert. Es fuchtelte unkontrolliert mit den Händen und versuchte Jugong zu Ohrfeigen aber dieses schlug ihm mit seiner Flosse die Beine weg, so dass die Kaulquappe einen Bauchklatscher hinlegte und über das Feld rutschte, bis es mit einem Kopf an einen Eisblock krachte.
Norbert hatte große Fragezeichen über dem Kopf:
„Dein Quaputzi ist eine Witzfigur! Guck dir diesen Versager doch mal an!“
Das Wasser-Pokemon war sofort total deprimiert durch die Worte und senkte traurig den Kopf. Jugong fing nur an spöttisch zu lachen und Norbert zeigte mit dem nackten Finger auf das Pokemon, weshalb Quaputzi sogar anfing zu weinen.
Ein Kurzschluss setzte bei dem blauen Lebewesen ein und es verkrampfte sich kurz. Coni erwartete schon, dass es einen Nervenzusammenbruch kriegen würde, als es die Augen wieder aufriss und einen immensen Energieschub bekam. Die entstanden Druckwelle riss den Eisboden in Stücke und traf krachend auf Jugong. Wieder war der alte Mann von der Attackenpalette des Quaputzi überrascht:
„Frustration? Bei so einem tollpatschigen Pokemon ist das tödlich!“
Jugong war völlig benebelt und rutschte benommen hin und her, während Quaputzi nicht mehr weiter wusste und Coni fragend anstarrte. Das Mädchen schlug sich mit der flachen Hand an die Stirn:
„Glotz mich nicht so doof an und kämpfe weiter! Noch einmal Duplexhieb!“
Nickend sprintete die Kaulquappe auf Jugong zu, bis es über seine eigenen Füße stolperte und wieder auf der Nase landete. Noch nie hatte jemand so ein tollpatschiges Pokemon gesehen und Norbert hatte die Nase gestrichen voll:
„Beende es mit Aurorastrahl, Jugong!“
Die Robbe schien dem nur zuzustimmen und setzte wieder den bunten Lichtstrahl frei. Es gab eine Explosion und schon wurde Quaputzi durch die Macht des Strahls fortgerissen und durch einen der Eisberge gedrückt. Das massive Eis zerbrach und Quaputzi ging röchelnd nieder, schien aber immer noch bei Bewusstsein zu sein:
„Das gibt es doch nicht... Dieser Nichtsnutz steht immer noch?!“
„Wahnsinn... Quaputzi ist echt widerstandsfähig... Das wusste ich gar nicht...“, stotterte Coni ungläubig und bemerkte, wie ihr Wasser-Pokemon sich wieder aufrichtete und sich am Kopf kratzte.
Jugong war nun doch etwas gefrustet und ging frontal zum Angriff mit einem Bodyslam über aber gerade als der Seehund sein Opfer erreichte, schnellte Quaputzi herum und bekam die Flosse des weißen Pokemon zu fassen. Norbert und Coni schienen selbst etwas überrascht, wie der Kampf ausartete, als Quaputzi sich einmal um die eigene Achse drehte, all seine Kraft in den Armen sammelte und Jugong davon schleuderte.
Bei dem Wurf durchschlug die Robbe zwei Eisberge und krachte an die nächste Arenawand, so dass ein tiefer Abdruck im Mauerwerk entstand. Jugong war besiegt und Coni schaute fassungslos auf das Kampfergebnis:
„Mein Quaputzi beherrscht Geowurf und dann auch noch so stark? Gleich drei neue Attacken, die ich nicht kannte... Sprungfeder, Frustration und Geowurf...“
Nun riss Norberts Geduldsfaden und er fuchtelte zornig mit seinem Stock herum:
„Du dummes Mädchen kennst nicht einmal deine eigenen Pokemon?! Wie kann so eine Trainerin schon so viele Orden haben!? Das ist einfach nur unverständlich!“
„Hey, ich habe ihr Jugong doch auch so besiegt oder etwa nicht?!“, verteidigte sich die Jugendliche und schenkte ihrem Quaputzi ein stolzes Zwinkern.

Der Arenaleiter strich sich grübelnd über sein Kinn, dann zog er den Pokeball seines letzten Kämpfers hervor und hielt ihn demonstrativ in die Luft:
„Bisher hattest du sehr viel Glück aber jetzt zeige ich dir, was ein richtiges Pokemon können muss!“
Er öffnete die Kugel und entließ ein gewaltiges Wildschein, welches so sehr mit Haaren bedeckt war, dass abgesehen von den Hauern nichts im Gesicht zu erkennen war. Das Ungetüm schabte mit seinen Stampfern am Boden und wartete auf den Beginn der nächsten Runde, während Quaputzi eingeschüchtert ein paar Schritte zurück machte.
„Lass dich nicht unterkriegen! Das Teil besiegen wir schon!“, versuchte Coni ihr Pokemon aufzubauen aber genau genommen hatte sie selbst große Angst vor der Kraft des Keilers. Norbert lächelte nur siegessicher:
„Keifel! Keine großen Spielchen! Eissturm!“
Keifel holte einmal kräftig Luft und stieß dann einen heftigen Windhauch mit Hagel aus. Eigentlich wollte Coni ihrem Pokemon befehlen mit Sprungfeder auszuweichen aber der Eissturm traf genau ins Schwarze. Erst wurde Quaputzi zu Boden geworfen und wäre sicher wieder aufgestanden aber dann bildete sich ein richtiger Klotz um das Wasser-Pokemon.
Im nächsten Moment war Quaputzi in einen Eisberg eingefroren.
Die Trainerin schlug die Hände über dem Kopf zusammen:
„Nein, Quaputzi!“
„Ich habe dich gewarnt, du naives Ding! Beende es mit deinem Bodycheck, Keifel!“, rief Norbert lässig, als sich die Muskelmassen von seinem Pokemon in Bewegung setzten. Pure Kraft preschte durch die Arena und ließ alles um sich herum erzittern. Mit seinen Stoßzähnen zertrümmerte Keifel den Eisblock und schleuderte Quaputzi davon. Das blaue Geschöpf konnte nur alle Gliedmaßen von sich strecken und ging jaulend auf die Bretter, während sein Peiniger das zottelige Fell ausschüttelte.
Coni war sprachlos und zog ihr Pokemon zurück, während ihr Gehirn angestrengt zu grübeln begann. Die unbegrenzte Muskelkraft, kombiniert mit den ungewöhnlichen Typen von Keifel, war eine kaum zu überwindende Mauer:
„Was soll ich denn jetzt machen? Lola und Evie haben keine Chance gegen Eisattacken und Glow kann wegen des Bodentyps ebenfalls nichts ausrichten...“
Zum ersten Mal fühlte sich die Jugendliche alleine. Sonst war es Marco, der ihr tapfere Worte zu rief und sie so auf die entscheidende Idee brachte aber heute stand sie alleine am Kampffeld. Bedrückt sank ihr Blick zu Boden und die Verzweiflung begann sie aufzufressen. Norbert bemerkte die geistige Abwesenheit seiner Kontrahentin und hatte nichts besseres zu tun, als garstig in der Wunde zu stochern:
„Na? Hast du deine Unfähigkeit endlich erkannt? Ich kenne solche Mädchen wie dich, die glauben sie können Kämpfe bestreiten. Letzt endlich sollten Mädchen lieber doch Koordinatoren werden. Hübsch und süß passt besser zu euch... Für Arenakämpfe seid ihr doch viel zu schwach...“
Andere Menschen hätte Coni jetzt wütend zusammen gefaltet aber heute war sie wie gelähmt.
Immer wieder schluckte sie die Verzweiflung hinunter, bis ihr wieder Marco in den Sinn kam. Hatte er aufgegeben? Nein, er hatte sogar sein Trauma überwunden, um ein starker Trainer zu werden. Marco? Genau dieser Name ließ eine Idee in ihrem Kopf wachsen:
„Ich habe doch ein Pokemon, welches gegen die Bodenattacken ankommen kann...“
Sie schnappte sich den nächsten Pokeball und warf ihn vor sich auf die Eisfläche des Kampffeldes.
Ein heller Lichtstrahl schoss hervor und schon erklang ein niedliches Tröten. Phanpy schnüffelte in der Luft, dann bemerkte es das Keifel am anderen Ende des Feldes. Coni hatte nur noch diese eine Chance:
„Phanpy! Wir müssen alles geben! Der Kampf hängt davon ab!“
Der Babyelefant röchelte kampfbereit und nahm Position ein, als der Schiedsrichter die Runde auch schon eröffnete:
„Los, Walzer!“
Phanpy rollte sich zusammen und nahm immer mehr Geschwindigkeit auf aber Norbert schien der Versuch weniger zu beeindrucken:
„Wie niedlich aber extrem wirkungslos! Wehre den Angriff mit Eissturm ab!“
Conis Pokemon erreichte nicht einmal das Ziel, als Keifel wieder den Schneesturm spie, Phanpy erfasste und fort riss. Das kleine Boden-Pokemon hatte dem Eisangriff nichts entgegen zu setzen und landete scheppernd in einem der Eisberge. Ein so schnelles Ende hatte der Teenager nicht vorhergesehen, während Norbert sich laut lachend den Bauch hielt:
„Es ist einfach nur erbärmlich, wie du die Lage eingeschätzt hast! Dachtest du dein Kuscheltier könnte mein Keifel besiegen!? Lächerlich!“
Diese Worte hätte der Leiter vielleicht bereuen sollen, denn die Trümmer des Eisberges flogen in alle Richtungen und schon stapfte der kleine Elefant wieder in den Kampfbereich. Coni war erleichtert und musste grinsen:
„Natürlich hält es solche Attacken aus... Ich hätte fast vergessen, dass Marco es trainiert hat!“

Phanpy war ärgerlich und das äußerte sich in einem verächtlichen Knurren. Es tapste vor seine Trainerin und schon begann es zu leuchten. Wie schon in so vielen Arenakämpfen, kam die Entwicklung eines Pokemon genau zum richtigen Zeitpunkt. Phanpy wuchs zum Vielfachen seiner Größe an und wurde immer muskulöser. Irgendwann war es genauso wuchtig wie Keifel und richtete seinen Rüssel auf. Das neue Pokemon war am ganzen Körper mit harten Panzerplatten bedeckt und seine Stoßzähne waren mindestens doppelt so lang wie bei dem Wildschwein.
Conis Verzweiflung war wie weg geblasen und Donphan schnaubte angriffslustig vor sich hin:
„Toll gemacht aber jetzt lass uns gewinnen, Donphan! Walzer!“
Wie beim ersten Anlauf rollte sich das Pokemon zusammen und wurde immer schneller. Norbert war trotz der Entwicklung cool geblieben und versuchte den Angriff erneut abzuwehren:
„Wieder Eissturm! Der blöde Trick klappt nicht zweimal!“
Ein neuer Eiswind brachte Donphan ins Schlingern aber dieses Mal setzte sich der Koloss durch und rammte seinen Körper mit all seinem Gewicht in Keifel hinein. Das Wildschwein musste unter der Belastung zurück weichen und schüttelte überfordert den Kopf. Nun musste der Rentner doch handeln:
„Das gibt es doch nicht... Wenn wir es so nicht bremsen können, setzen wir eben Erdbeben ein!“
Keifel machte einen kleinen Sprung und setzte wieder auf der Eisfläche auf, so dass eine heftige Erschütterung durch die Arena ging. Risse wanderten quer über das Feld aber Coni wusste schon, wie sie diesem Angriff entgegen wirken konnte:
„Hebe die Wirkung mit deinem eigenen Erdbeben auf!“
Donphan imitierte die Bewegungen seines Konkurrenten und setzte die gleichen Schockwellen frei. Zwar gingen einige Eisberge und Felsen zu Bruch aber keine der beiden Attacken traf sein Ziel.
Langsam ging dieses Mädchen ihm auf die Nerven, weshalb der alte Herr auch schmollend das Gesicht verzog:
„Ich werde mich doch nicht von einem Kleinkind besiegen lassen! Bodycheck!“
Der Keiler setzte sich in Bewegung und verursachte bei jedem Schritt ein dumpfes Grollen. Wie eine Lokomotive sauste das Ungetüm voran und visierte den Elefanten mit seinen Stoßzähnen an aber auch Coni befahl den Angriff:
„Wir halten mit Stärke dagegen!“

Die Erde erzitterte unter den stampfenden Schritte der beiden Schwergewichte, die mit viel Schwung auf einander zu sprinteten, so dass sie mit einem lauten Krachen zusammen stießen.
Eine Druckwelle fegte durch die gesamte Arena und warf Coni zu Boden.
Das Mädchen war starr vor Schreck aber sie würde sich nicht geschlagen geben, nachdem sie so hart gekämpft hatte.
Ihre Beine zitterten und für einen Augenblick kehrte das Gefühl der Einsamkeit zurück. Die Trainerin mit dem zerzausten, rosaroten Haar biss angespannt die Zähne zusammen und versuchte sich zu sammeln.
Es erklang ein letztes Knirschen und schon flogen beide Pokemon durch die Luft. Donphan und Keifel setzten ungeheure Energien frei, wenn sie mit all ihrer Macht gegeneinander stießen. Der letzte Aufprall hatte beiden schweren Schaden zu gefügt und der Elefant erkannte sofort, dass sein Gegenüber zu keuchen begann.
Noch bevor Coni etwas sagen konnte, ergriff der Riese die Initiative und rollte sich wieder zusammen. Keifel atmete schwer und bereitete sich auf den kommenden Aufprall vor, während Coni nur die Augen zusammen kniff:
„Nicht schon wieder!“
Im nächsten Moment wurde der rollende Elefant von einem Kraftfeld aus purer Energie eingehüllt und rauschte unkontrolliert auf sein Ziel zu, als es zu Kollision kam. Norbert begann plötzlich zu lachen und sein grimmiges Gesicht wurde sanfter:
„Gute Arbeit, Coni!“
Wieder peitschten Druckwellen durch die Halle und keiner konnte sagen, wie dieser Schlagabtausch enden würde. Noch war nur ein ohrenbetäubendes Rauschen zu hören, während Dreck und Eis aufgewirbelt wurden.
„Los, du schaffst es! Hau es weg!“, schrie die Jugendliche mit Halseskräften, als es eine letzte Explosion den Kampf entschied und der Ausgang des Matches enthüllt wurde. Keifel lag ohnmächtig am Boden, während Donphan sich triumphierend aufbäumte und den Rest der Energieaura von sich stieß. Der Schiedsrichter hob die Fahne und erklärte Coni zur Siegerin des Kampfes:
„Keifel kann nicht weiter kämpfen und Coni gewinnt den Kampf!“
Erst wollte es die Trainerin nicht glauben aber dann stürmte sie glücklich über das Feld und nahm ihr Donphan in den Arm. Der Riese freute sich selbst über dieses Lob und warf sie um. Norbert zog seinen Kämpfer zurück, dann humpelte er zu der Siegerin hinüber. Coni streckte ihm frech die Zunge entgegen:
„Ich habe gewonnen, die verkalkter, alter Sack! Da haben sie wohl nicht mit gerechnet! Sieht so aus, als wenn ihre Strategien und Ansichten etwas veraltet sind!“
Norbert lachte freundlich, dann musterte er das Donphan an Conis Seite:
„Das glaubst du vielleicht, junge Dame aber eigentlich sind mir alte Werte und Respekt gar nicht so wichtig... Um ehrlich zu sein, habe ich einen supermodernen Flachbildschirmfernseher in meinem Wohnzimmer...“
Der Herausforderin entglitten die Gesichtszüge, besonders weil der Tonfall des Arenaleiters kein bisschen böse schien:
„Ich habe dich beim Ringwettbewerb gesehen und schon da erkannt, dass du eine fabelhafte Trainerin bist. Ich habe dich heute nur so fies behandelt, weil ich dich aus der Reserve locken wollte. Vielleicht habe ich es dabei etwas mit dem Schauspiel übertrieben...“
„Wie meinen sie das jetzt?!“, fragte der Teenager verwirrt, als sich eine kleine Tür an der hinteren Ecke der Arena öffnete und drei Personen herein spazierten. Es war ein etwas jüngerer Mann, der Marco und Lienne in die Arena geleitete.
Beide schienen völlig begeistert und gesellten sich zu Norbert, der die Situation erklären wollte:
„Ich habe meinen Assistenten gebeten, deine Freunde in einzusammeln! Du solltest den Kampf alleine bestehen aber ich weiß, dass es auch deinen Gefährten wichtig war dieses Ereignis zu sehen, also habe ich veranlasst, dass sie alles vom Überwachungsraum aus mitverfolgen konnten.“
Nun war Coni platt und Lienne half ihrer Freundin breit grinsend auf die Beine:
„Du warst heute echt die Wucht und noch dazu hast du mit Pokemon gewonnen, die du kaum bisher benutzt hast!“
Auch Marco reichte seinem Schützling lobend die Hand, bevor er sich Donphan genauer ansah:
„Tja, sieht so aus, als hätte sich Donphan entwickelt und noch dazu eine neue Attacke gelernt...“
„Wie meinst du das?“, hakte Coni nach, sich an den energiegeladenen Finalstoß erinnernd. Marco klopfte seinem ehemaligen Boden-Pokemon auf den gepanzerten Rücken, dann hob er den Finger:
„Die letzte Attacke, die alles entschieden hat, war Gigastoß! Eine sehr mächtige Attacke, die einen Kampf schnell entscheiden kann...“

Bevor der Tag zu Ende ging, überreichte Norbert beiden Trainern seinen Orden. Anschließend begleitete er sie zur Tür und lächelte wie der nette alte Opa von Nebenan. Coni war noch etwas skeptisch aber dann war sie außer sich vor Glück:
„BIIIINNGOOOOO!!! Nur noch ein Orden, dann können wir an der Silberkonferenz teilnehmen!“
Marco nickte, dann strich er sich durch sein blondes Haar:
„Ja, allerdings werden wir wohl noch etwas trainieren müssen, bevor es mit dem Ligaturnier losgehen kann und ein Orden fehlt uns ja noch!“
Norbert erlangte die Aufmerksamkeit der Gruppe mit einem lauten Räuspern, während er den Blondschopf mit einem stechenden Blick belegte:
„Das gilt besonders für dich Marco, denn laut den Regeln des Paten-Trainer-Programms ist der Kampf gegen Sandra, die Arenaleiterin von Ebenholz-City, deine Abschlussprüfung! Ich hoffe du bereitest dich gut darauf vor!“
Diese Worte würde sich der Trainer zu Herzen nehmen. Nach einer letzten Verabschiedung kehrten die Reisenden in das Pokemon-Center zurück, holten ihre Sachen und machten sich auf den Weg, um den verbliebenen Orden zu gewinnen und die letzte Etappe durch die Johto-Region in Angriff zu nehmen.
Marco wusste innerlich jedoch, dass schon bald das große Turnier beginnen würde, in dem viele Rivalen auf ihn warteten...


Preview:
Atlas, immer noch verbittert durch seine Niederlage in Teak-City, plant einen schrecklichen Racheakt und nimmt dafür ausgerechnet Lienne als Geisel. Gemeinsam mit einem alten Freund, bricht Marco in die Drachenhöhle von Ebenholz-City auf, um seine Gefährtin zu retten...

Es kommt zum Höhepunkt im Kampf gegen Team Rocket in „Folge 33: Atlas Rache“