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von Haertelfuss    erstellt: 06.08.2010    letztes Update: 06.08.2010    Geschichte, Allgemein / P6    (fertiggestellt)
Vergessen

Vergessen ist der Titel dieser Geschichte, da sie nun einmal am besten passt. Es ist nicht leugnen, das dieses Wort nicht viel aussagt, aber manchmal sind wenige Worte schon zu viel. Meine Geschichte beginnt an einem kalten Dezembertag. Um genau zu sein ist es eine Woche vor heilig Abend.
Und die kleine Sahra stampft durch den frisch gefallenen Schnee. Und hofft inständig das der Weihnachtsmann sie nicht vergisst. Sie hätte diesen Gedanken nicht im Kopf, wenn ihr großer Bruder ihr keine Angst eingejagt hätte. Daniel. Daniel war 12 und sagte oft, das er nicht an den Weihnachtsmann glaube.. Das gefiel Sahra, die jetzt durch den mindestens 10 Zenitmeter hohen Schnee ging, überhaupt nicht. Daraufhin dachte Daniel sich einen üblen Streich aus. Wenn er also am Vormittag zu Sahra nicht gesagt hätte:„ Hey du hast Recht! Es gibt den Weihnachtsmann, aber ich habe gehört der Weihnachtsmann soll sehr vergesslich sein und wer weiß vielleicht vergisst er ja so ein kleines und zickiges Mädchen wie dich.” Dann hätte Sahra jetzt keine Angst vergessen zu werden. Immerhin war sie erst 5. Zickig? Hatte se sich gefragt, nachdem Daniel ihr gesagt hatte, das der Weihnachtsmann so ein kleines zickiges Mädchen vergessen würde. Was heißt zickig dachte sie als sie so durch den Schnee ging. Ihre Eltern Franz und Ida, waren einkaufen und oft ärgerte Daniel sie dann, wenn sie alleine waren. Sie wollte nicht bei Daniel sein. Er war gemein, dachte sie. Sie ging auf und ab auf dem Hof und überlegte, ob der Weihnachtsmann sie wirklich vergessen würde. Sie wollte nicht das er sie vergisst und glaubte auch nicht an den quatsch den Daniel ihr erzählt hatte, aber konnte sie sich sicher sein? Konnte sie? Sie wusste keine Antwort. Um sich abzulenken baute sie einen Schneemann. Erst eine ganz große Kugel, die sie auf dem Hof auf und ab rollte, damit sie noch größer würde. Sie platzierte die Kugel in der Mitte des Hofes. Der Hof war nicht groß, sah aber ganz hübsch aus, fand Sahra. Sie klopfte die Kugel mit ihren Handschuhen fest und brachte sie in Form. Nun machte sie sich geschickt an die zweite Kugel. Diese ein bisschen kleiner und glatter. Der Schneemann sollte von unten nach oben schöner werden. Gerade als sie bei der zweiten Kugel angefangen hatte, hörte sie hinter sich Schritte. Sie drehte sich um und erblickte das Gesicht von Daniel. Er lehnte sich an eine Mauer und schaute ihr zu. Sie beachtete ihn nicht weiter. Sie rollte die zweite Kugel hin und her, bis sie nur noch ein bisschen kleiner war, als die erste. Sie wollte die Kugel hoch heben, hatte aber Angst das sie sie kaputt machen würde, und schaffte es gar nicht sie hochzuheben. Sie schaute Daniel bittend an. Dieser grinste nur und kam mit schnellen Schritten auf sie zu. Er haute seiner kleinen Schwester leicht über den Hinterkopf, sodass diese sich an den Kopf faste. Daniel war echt gemein dachte sie und sie wurde traurig. Wieso kann nicht der Weihnachtsmann mein Bruder sein, dachte sie sich? Wieso musste Mami Daniel mitbringen? Hätte es nicht der Weihnachtsmann sein können?? Daniel ging wieder ins Haus und beachtete die nun frierende Sahra nicht mehr. Er knallte die Haustür zu und ließ Sahra draußen stehen. Sahra merkte wie sehr ihr doch die Kälte in die Glieder gekrochen war und zog die nassen Handschuhe aus. Ihre kalten Hände schob sie in die auch nicht viel wärmeren Taschen. Sie fragte sich, wann wohl Mami und Papi wieder kommen würden um ihr die Tür aufzumachen. Sie wusste ganz genau das Daniel sie nicht rein lassen würde. Das würde er niemals tun, das wusste sie. Ihre Schritte knirschten auf dem Schnee. Sie schaute sich ihren Schneemann an und stellte fest, das er gar nicht hübsch aussah. Er sah eher hässlich und klobig aus, gar nicht so wie die im Fernsehen.
Und so saß sie auf der mauer, wo hinter ihr im Frühling die Blumen blühen würden, und wartete. Sie wartete darauf in das warme Haus zu kommen. Kurz bevor es dunkel wurde, kamen die Eltern dann auch. Sie waren voll beladen und sahen Sahra nicht die immer noch wartend auf der Mauer saß und nicht bemerkt hatte, das ihre Eltern gekommen waren. Ihre Schritte waren hastig und eilig, sie hätten gar keine zeit gehabt die kleine Sahra zu bemerken. Die Tür knallte zu und ihre Eltern waren im warmen Haus. Das bemerkte auch Sahra, die die Tränen nun nicht mehr zurück halten konnte. Sie lief zur Haustür und klopfte dagegen, doch ihre Eltern saßen schien in der Küche und hörten es nicht. Nur Daniel der im Flur stand und durch das fast undurchblickbare Glas, die Schemen seiner kleinen Schwester sah, hätte die Tür öffnen können. Doch dieser wollte nicht. Er ging hoch in sein Zimmer, als wüsste er von nichts. Erst eine halbe Stunde später bemerkten die Eltern, das Sahra fort war. Sie suchten Sahra überall im ganzen Haus und fragten auch Sahras verräterischen Bruder, der natürlich nichts sagte. Der Vater ging raus um sie zu suchen. Schon im Flur hörte er leises wimmern. Er stellte fest das es von draußen kam und ging hinaus. Hinaus, wo seine 5 Jahre alte Tochter weinte. Sie sprang ihm um den hals  und umarmte ihn am Ende. Der Vater war sprachlos. Sprachlos davon das seine Tochter die ganze Zeit draußen gesessen hatte. Die Eltern redeten mit Sahra. Sie entschuldigten sich oft genug um zu verstehen, dass sie keine Schuld trugenDas Sahra draußen vergessen worden ist, schien sie wenig zu belasten. Es war eher etwas anderes, etwas das sie den Eltern anvertraute. Etwas das Daniel nicht gefallen würde.

Der Tannenbaum war geschmückt und alle waren bereit. Bereit auf den heutigen Abend. Weihnachten war heute. Sahra die vor einer Woche draußen vergessen worden war, hatte bis heute kein Wort mit ihrem Bruder gewechselt. Manchmal hatte Daniel versucht mit ihr zu reden, doch sie blockte immer ab und stieß ihn von sich. Als es dann an die Bescherung ging, schaute er dumm aus der Wäsche, als er sah das im ganzen Sack nur Geschenke für seine kleine Schwester waren. Geschenke, die groß und teuer aussahen. Daniel konnte es nicht fassen. Er schrie seine Eltern fast an:„ Mama, Papa wieso habe ich denn kein Geschenk bekommen?” Und die Stimme seiner Mutter klang für ihn völlig fremd:„ Wieso? Hat dich der Weihnachtsmann etwa vergessen? Oh na ja ich glaube Sahra möchte dir noch etwas geben.” Daniel schaute erst seine Mutter, dann seinen Vater und zum Schluss Sahra fassungslos an. Sahra rannte hoch in ihr Zimmer und holte ein kleines Päcken, das mit grünen Geschenkpapier eingewickelt war. Sie überreichte Daniel das Geschenk, mit einem Ausdruckslosen Gesicht. Daniel schaute ungläubig auf das kleine Geschenk, das seine Schwester gemacht hatte. Er nahm es vorsichtig und packte es aus. Als er den Deckel hob. Staunte er. Er lacht und freute sich.

Jetzt wollt ihr bestimmt das ich euch verrate was in dem Päckchen drin war, aber ich denke das sollte lieber ein Geheimnis bleiben, denn ich will nicht alles verraten. Ihr könnt ja Vermutungen anstellen. Auf jeden Fall, war es das einzige Geschenk, das er zu Weihnachten bekam, denn der Weihnachtsmann hatte ihn vergessen.
 
 
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