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Geschichte: Fanfiktion
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/ Gruß und Kuss, dein Severus.
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von potionlady
erstellt: 18.06.2010
letztes Update: 09.04.2011
Geschichte, Humor / P12
(abgebrochen)
Das gekochte Ei war steinhart gewesen, der Tee nur noch lauwarm, es gab keine Zitronenschnitze dazu und in der Himbeermarmelade waren für seinen Geschmack entschieden zu viele Kerne enthalten.
Am Toast gab es nichts auszusetzen, was ihn auch wieder ärgerte.
(Manche sind nur glücklich, wenn sie etwas zu meckern haben.)
Er sollte den Hauselfen wohl wieder einmal ordentlich den Marsch blasen!
Andererseits, vielleicht lieber doch nicht.
Nach seinem letzten "Besuch" in der Küche hatten die Elfen unter Dobbys Führung einen denkwürdigen Streik angezettelt, der halb Hogwarts lahm gelegt hatte.
Zwar nur für einen halben Tag, aber der hatte deutlich gezeigt, daß angeblich zivilisierte Menschen nur zwei verpasste Mahlzeiten von der Barbarei entfernt sind.
Nachdem die hungrigen Schüler wieder unter Kontrolle gebracht worden waren, hatte der Direktor Severus genötigt, sich zu entschuldigen.
Entschuldigen, bei Hauselfen!
Das wäre ja noch nicht mal so schlimm gewesen.
Hätte in der Küche ja eh keiner mitbekommen.
Außer vielleicht den Weasley Zwillingen, die dort erstaunlich viel Zeit zu verbringen schienen. Aber die hätte er vorher ohne viel Federlesen hinauswefen können.
Aber daß er anschliessend auch noch die unsägliche Miss Granger bei ihrer Hauselfenbefreiungsfront, oder wie auch immer dieser Quatsch hieß, unterstützen musste, indem er seinen Slytherins durch zusammen gebissene Zähne hindurch erklärte, wie wichtig jeder einzelne Elf für die Gemeinschaft war und was für wundervolle Wesen sie doch seien, daß sie ein Recht auf Autonomie hätten und so weiter...
Was für eine Thestralkacke! Hauselfen waren von Natur aus servil, sie lebten, um zu dienen, und waren zufrieden, wenn ihr Meister es war.
Wenn es beiden Seiten mit diesem Arrangement gut ging, warum sollte man etwas daran ändern wollen?
Granger schwafelte in diesem Zusammenhang von grundlegenden Menschenrechten.
Der springende Punkt war folgender: Hauselfen waren nun mal keine Menschen.
Das war keine Bewertung, kein Rassedenken, es war einfach nur eine Tatsache.
Die Ankunft der Posteulen lenkte ihn von seinen unangenehmen Erinnerungen ab.
Er hielt Ausschau nach dem dunkelbraunen Uhu, der ihm sein Exemplar des Tagespropheten brachte und, da heute Mittwoch war, ausserdem die neueste Fachzeitschrift über angewandte Braukunst.
Die Eulen, Uhus und Käuzchen, auch der eine oder andere exotische Vogel, der wohl einen Brief aus fernen Ländern ablieferte, veranstalteten einen unglaublichen Lärm, als sie die Halle auf der Suche nach ihrem Empfänger durchquerten.
Die Schüler bedeckten schnell und in lange geübter Präzision ihre Teller und Tassen, eine Eulenfeder im Tee trägt nicht unbedingt zur Geschmacksverbesserung bei. Wenn es denn immer nur bei einer Feder bleiben würde.
(Vögel haben die unangenehme Angewohnheit, sich im Flug zu erleichtern, der geneigte Leser weiß sicher, worauf ich hinaus will.)
Sobald Severus die erwartete Lieferung in Händen hielt, beachtete er das morgendliche Spektakel nicht weiter.
Umso überraschter war er, als eine ihm unbekannte kleine hellbraune Eule einen Brief neben seinem Teller fallen liess.
Addressiert an:
Professor S. Snape
Hogwarts Schule
Irgendwo in Schottland
Großbrittanien
Er starrte fassungslos auf den Umschlag.
Sollte das etwa...
Hatte diese Muggel ihm tatsächlich geantwortet?
Auf diesen gemeinen Brief?
Er drehte das Stück Papier unsicher in seinen feingliedrigen Händen.
"Du wirst es erst wissen, wenn du ihn öffnest und nachsiehst."
Albus hatte die nervige Angewohnheit, immer und überall seine lange Nase hinein stecken zu müssen, wenn es um persönliche Angelegenheiten ihm nahe Stehender ging und dann auch seine Meinung dazu offen kund zu tun.
Und am meisten nervte Severus die Tatsache, daß sein Boss fast immer recht behielt.
Um die unweigerlich folgende Diskussion zu umgehen öffnete er den Brief mit seinem Buttermesser.
Und las:
"Hallo Severus.
Tut mir leid, deine Hoffnung enttäuschen zu müssen.
Hier ist meine Antwort.
Ich habe in meinem Profil bei -Freunde von morgen- nur angegeben, wie ich eben bin, intelligent, launisch, zynisch, allgemein unzufrieden mit der Welt, sozial nicht eben kompatibel, rabenschwarzer Humor, um nur einige Eigenschaften zu nennen.
Wenn der Datenabgleich hier eine Übereinstimmung ergeben hat, wirft das wohl auf uns beide das gleiche schlechte Licht.
Wobei ich mich nicht als negativen Charakter sehe.
Ich bin eben anders, und das muss ja nicht automatisch schlecht sein.
Daß du ein Zauberer bist, nehme ich jetzt einfach mal so hin, mein Englisch ist nicht besonders gut, vielleicht habe ich da auch nur etwas falsch übersetzt.
Aber falls nicht: Zaubertränkemeister?
Kann ich mir das so vorstellen, wie die drei Hexen in McBeth, die in einem grossen Kessel voller Bääh herumrühren und kreischen: "When shall we three meet again..."?
Na, wie auch immer, wenn du mich wirklich los werden wolltest, hättest du nicht dein Äusseres beschreiben dürfen.
Groß, dunkelhaarig, fast schwarze Augen...Genau mein Typ!
-Seufzer-
Jetzt kommt die kalte Dusche!
Ich bin einsfünfundsechsig, nicht schlank, habe dunkelbraunes kurzes Haar, grüne Augen, die allerdings in ihrer Färbung ein wenig an eine Schlammpfütze erinnern, ich trage eine Brille und ich rauche.
Von Beruf bin ich Krankenschwester, oder, nach der letzten "Reform":
Fach-Kranken-und-Gesundheitspflegerin für Anästhesie und Intensivmedizin.
Versuch mal, das in eines dieser winzigen Kästchen auf einem beliebigen Vordruck egal welcher Behörde unter zu bringen.
Es geht nicht.
Deine Worte frech ignorierend, habe ich im Internet einfach mal ´Severus´ als Suchbegriff angegeben.
Ich weiss nun wirklich nicht, was an deinem Namen komisch sein soll.
Severus bedeutet doch soviel wie, der Ernste, der Strenge.
Es war auch der Beiname mehrerer römischer Imperatoren, es gibt einen Heiligen dieses Namens bei den Katholiken und in alter Zeit bezeichnete man mit deinem Namen den Heerführer.
Alles keine lustigen Angelegenheiten.
Wie auch immer, ich würde mich sehr freuen, noch mal von dir zu hören, bzw zu lesen.
Erzähl mir mehr über deine "Zaubertränke".
P.S.: Wenn du deine Schüler so hasst, wirkt sich das nicht negativ auf das Arbeitsklima aus? Wie wäre es mit einem anderen Job?
P.P.S.: Ich war das letzte mal vor etwa zehn Jahren in England, da bewegten sich die Postgebühren noch in einem akzeptablen Rahmen.
Warum hast du dann Briefmarken im Wert von etwa sieben Pfund auf diesen Umschlag geklebt?
Es war ja kaum noch Platz für die Adresse!
Ohne viel Hoffnung auf Antwort,
Stefanie"
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