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von Elbenstein1978    erstellt: 15.06.2010    letztes Update: 14.03.2011    Geschichte, Mystery / P18 Slash    (fertiggestellt)
Hallo liebe Leser/rinnen!


Ich schiele mal um die Ecke und bringe eine neue Fanfiction aus meiner Feder mit *smile* Voraussichtlich werde ich alle zwei bis drei Wochen updaten, mal sehen, wie gut ich vorankomme. Aber ein paar Kapitelchen habe ich ja schon im Vorlauf.


Dann mal zum Obligatorischen

Beta: DANKE an Silvereyes *knuddel*
Genre: Allgemein mit einer Mischung aus Drama, Mystery, Thriller und Romanze
Alter: 18 Jahre/Slash
Pairing: Harry x Draco

Inhalt: Drei Monate sind seit der Endschlacht vergangen und Harry hat sich weitestgehend aus der Zaubererwelt zurückgezogen. Jedoch liegen seine Nerven blank und der Held der Zaubererwelt wird von mysteriösen Blackouts und Gedächtnisverlust geplagt. Doch dann wird eines Morgens sein Leben endgültig auf den Kopf gestellt und zwar in Form eines alten Feindes, der ihm jedoch vielleicht dabei helfen kann, das Mysterium seiner Blackouts zu lösen ...

Disclaimer: Alle urheberrechtlich geschützten Figuren gehören JKR.
Ich habe mir die Charaktere nur ausgeliehen und verdiene mit dieser Story kein Geld!



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Neumondnacht



Auftakt


Die ersten Sonnenstrahlen des neuen Tages blinzelten durch den Wolken verhangenen Himmel, die Vögel begannen zu zwitschern und draußen auf den Straßen fuhren die ersten Muggel mit ihren Autos zur Arbeit oder beeilten sich nicht die nächste U-Bahn zu verpassen. Das alles registrierte Harry Potter nur am Rand seines Bewusstseins. Seine Gedanken waren in der Vergangenheit gefangen und er sah immer und immer wieder die zutiefst erschrockenen Gesichter seiner gefallenen Freunde und Mitschüler vor sich. Wie in einem Horrorfilm spielte sich die Endschlacht in Hogwarts vor seinem inneren Auge ab. Es war wie ein niemals enden wollender Albtraum, der selbst nach drei unendlich langen Monaten nicht aufhören wollte.

Auf dem Boden in der Großen Halle türmten sich zu jener Zeit die Leichenberge. Man hatte dort die Gefallenen aufgebahrt, darunter sein bester Freund Ron, dessen Zwillingsbrüder Fred und George, Cormac McLaggen, Jack Sloper, Andrew Kirke und Romilda Vane, alles tapfere Schüler aus Gryffindor. Aber auch Ravenclaws und Hufflepuffs und zu großem Erstaunen vieler Anwesender auch zahlreiche Schüler aus Slytherin. Um den verräterischen Vincent Crabbe trauerte bis heute keiner, auch nicht um Gregory Goyle, dafür um Pansy Parkinson und Daphne Greengrass und noch mehr Mädchen aus dem Haus der Schlangen. Dem nicht genug hatten Mitglieder des Phönixordens ebenfalls ihr Leben lassen müssen, was Harry in seinen Träumen nicht losließ. Ausgerechnet Tonks und Remus waren gestorben, zusammen mit Hagrid und Serverus Snape. Damals hatte Harry neben Hermine, Neville, Seamus, Dean, Ginny, Luna, Lavender und sogar Blaise Zabini wie betäubt in der Großen Halle gestanden, während die Überlebenden den Gryffindor als Held-der-Zaubererwelt feierten. Und zur größten Überraschung war es Blaise Zabini gewesen, der von Anfang an auf der guten Seite kämpfte und sich in der Schlacht Respekt und Anerkennung erworben hatte. Es kam letztendlich soweit, dass sich Harry und Hermine mit dem Slytherin ausgesprochen und eine Freundschaft aufgebaut hatten, die nun schon drei Monate währte und ständig weiter wuchs. Es war, als wären sie schon immer Freunde gewesen. Das tröstete Harry ein wenig über den Verlust von Ron hinweg, obwohl er ihn vermisste.

Eine Woche nach Kriegsende wurden die mutigen Krieger offiziell vom Zaubereiministerium geehrt, wobei Kingsley Shacklebolt als neu gewählter Zaubereiminister jedem einen Tapferkeitsorden verlieh, und Harry noch mehr als sonst verehrt und gefeiert wurde. Von diesem Tag an gab es für ihn, aber auch für Hermine, nur noch Vorteile - ganz egal wo sie sich in der Zaubererwelt auch aufhielten mochten. Von einer großzügigen Spende für das goldenen Trio aus der Staatskasse, bis hin zu unentgeltlichen Dingen aller Art. Es war egal wo die beiden Gryffindors auftauchten, sie bekamen alles was sie wollten. Keiner hatte jemals gefragt, ob sie es haben wollten, denn Geld brachte die Opfer und ihre Freunde auch nicht zurück ins Leben. Daher hatte Harry seines für den Wiederaufbau von Hogwarts weitergegeben. Hermine spendete ihren Anteil an ein Waisenhaus für Kinder der Kriegsopfer und Rons Anteil ging an seine Familie über. Was sie damit getan hatten wusste keiner, es interessierte allerdings auch niemanden.

Zwei Wochen nach der kuriosen Ordensverleihung beschlossen die beiden Freunde der Zaubererwelt vorerst ein wenig aus dem Weg zu gehen. So kam es, dass der Gryffindor den Grimmauldplatz Nr. 12 komplett renovieren ließ, sogar das alte Portrait von Mrs Black konnte problemlos entfernt werden. Einige spekulierten, dass das mit Voldemorts Tod zusammenhing, aber letztendlich war Harry nur froh, das ewige Gekreische der Schreckschraube nicht länger ertragen zu müssen. Nach der Renovierung, wobei er sich zuvor Muggelstrom, eine Telefonleitung und Kabelfernsehen hatte legen lassen, zog er schließlich in ein helles, freundliches Haus ein, was dank Hermines Hilfe modern eingerichtet war. Harry hatte auf keinen Luxus verzichtet, diesmal nicht, obwohl er sich selbst kaum erinnerte, wieso er plötzlich so viel Geld auf einmal ausgegeben hatte. Aber zum ersten Mal konnte er alleine leben, tun und lassen was er wollte und sich etwas Gutes gönnen. Arm sterben würde er durch das Vermögen seiner Eltern und des Blackerbes ohnehin nie.

Dagegen war Hermine nur eine Straße weiter in ihre erste eigene Wohnung eingezogen, während ihre Eltern in Australien ein neues Leben lebten, ohne befürchten zu müssen, dass sie irgendwann in Gefahr schweben würden. Aber die Brünette hatte noch mehr getan. Sie arbeitete dreimal in der Woche in einer großen Muggelbibliothek in der Londoner City. Mitte September würde sie schließlich mit dem Studieren anfangen, aber nicht etwa noch mehr Zauberei. Von der neuen Direktorin in Hogwarts, Professorin Minerva McGonagall, hatte sie erfahren, dass es im Süden Londons eine neue und vor allem einzigartige Schule gab. Dort wurden Muggelstämmige und Halbblutkinder vor ihrer Hogwartszeit in einer besonderen Klasse unterrichtet, um sie mit den Gebräuchen und Eigenheiten der Zaubererwelt bekannt zu machen, wo aber auch der Unterricht, wie er in einer normalen Muggelschule stattfand, nicht zu kurz kam. Das war der Ort wo sie zukünftig arbeiten wollte.

Plötzlich wurde Harry durch einen lauten Ruf in die Gegenwart zurückgeholt. Hermine war gekommen, die immer und jederzeit Zugang zum Haus hatte, ebenso wie Blaise. Erst jetzt bemerkte er, dass er in seinem geräumigen Schlafzimmer auf dem beigen Teppichboden saß und aus dem Fenster starrte, welches von der Decke bis zum Boden reichte und mit einem modischen Vorhangschal verhangen war, genauso wie alle anderen Fenster in dem großen Haus. In der Hand hielt er eine halbleere Flasche Scotch, die er wehleidig beäugte. Nicht zum ersten und höchstwahrscheinlich auch nicht zum letzten Mal hatte er versucht mit dem Alkohol einen Ausweg aus seinen düsteren Gedanken zu finden. Immerhin schlief er kaum noch und wenn, dann benutzte er seit Ende des Krieges einen starken Schlaftrank, damit er die grausamen Bilder nicht ständig sehen musste.

„Harry, da bist du ja!“, kam es von Hermine und sie lief von der offenen Schlafzimmertür auf ihn zu.

Einen kurzen Moment schaute er sie über seine Schulter hinweg an, um dann wieder den erwachenden Morgen zu beobachten. Dabei stellte er fest, dass seine Freundin so schön wie eh und je war und mit ihren neuen glatten Haaren noch attraktiver wirkte als ohnehin schon. Sie trug einen knielangen blauen Sommerrock und ein modernes weißes Top, zusammen mit Absatzschuhen. Ein dezentes Make-up vervollständigte ihr attraktives Erscheinungsbild. Wäre sie nicht seine beste Freundin und nicht wie eine große Schwester für ihn, oder er würde nicht das eigene Geschlecht anziehender finden, dann würde er sich glatt in sie verlieben.

„Oh nein“, seufzte Hermine und kniete sich neben ihn. Harry so zu sehen tat ihr in der Seele weh und hätte sie ihm helfen können, sie hätte keine Sekunde gezögert. Doch so konnte sie nur für ihn da sein, wenn er reden wollte oder eine Schulter zum weinen brauchte. „Du solltest nicht so viel trinken“, meinte sie mit einer Spur Besorgnis in der Stimme. „Die Flasche ist schon fast leer. Stell sie weg, du musst dich jetzt beeilen, sonst kommen wir zu spät.“

„Zu spät?“ Der Schwarzhaarige sah sie fragend an und stellte gehorsam die Alkoholflasche zur Seite. „Für was?“

„Sag mir nicht …“, seufzte sie erneut, „… du hast die Anhörung vergessen. Immerhin hast du gestern Mittag noch darauf bestanden unbedingt hinzugehen. Blaise wartet bestimmt auch schon im Ministerium.“

Anhörung? Dieses Wort wiederholte er mehrmals stumm und überlegt fieberhaft, was ihm Hermine damit sagen wollte. Je mehr er darüber nachdachte, desto mehr öffnete sich der graue Schleier in seinem Gedächtnis. Stimmt, heute stand etwas Wichtiges im Zaubereiministerium an und es hatte mit jemandem zu tun, den er kannte. Doch an viel mehr konnte er sich beim besten Willen nicht erinnern, worauf er fluchend zur Scotchflasche schielte. Wahrscheinlich hatte er sich mit dem Zeug ein paar weitere tausend Gehirnzellen oder mehr abgetötet und es schlichtweg vergessen. Das war seit vier Wochen nichts Neues für ihn, aber das behielt er geflissentlich für sich. Hermine war schon besorgt genug und kämpfte mit ihren eigenen Dämonen aus dem grausamen Krieg.

„Ach ja, die … die Anhörung“, lachte Harry und schlug sich mit der flachen Hand gegen die Stirn. „Die hatte ich fast vergessen“, log er und überraschenderweise nahm Hermine es ihm mit einem gequälten Lächeln ab. „Am besten wartest du unten, ich spring schnell unter die Dusche. Kannst du mir aufstehen helfen?“

Die Brünette erhob sich und streckte ihrem Freund eine helfende Hand entgegen. Harry war ein bisschen wacklig auf den Beinen und zu allem Überfluss nagten ausgerechnet jetzt dumpfe Kopfschmerzen in seinem Schädel.

„Okay“, nickte sie. „Du hast genau eine Viertelstunde und keine Sekunde länger.“ Anschließend lief sie zur Tür und verschwand aus seinem Blickfeld.

Er wiederum verlor keine Zeit und machte sich schwankend zum Badezimmer auf. Pünktlich auf die Sekunde kam er frisch geduscht und angezogen die Treppen herunter. Heute hatte er absichtlich auf seinen Schlabberlook verzichtet, obwohl er seine bequemen Klamotten über alles schätzte, und sich stattdessen für mehr Stil entschieden. Er trug eine schwarze Jeans und Lederschuhe, dazu ein königsblaues Hemd und ein dunkles Sommerjackett darüber. Sein Zauberstab steckte jederzeit griffbereit in der rechten Hosentasche. Natürlich standen seine Haare verwuschelt ab, was ihm in Kombination mit seinen glänzend smaragdgrünen Augen einen sehr verwegenen Touch verlieh. Da er seit seinem Einzug im Grimmauldplatz Nr. 12 Kontaktlinsen trug, störte auch keine Brille mehr sein Aussehen.

„Oh Harry“, staunte Hermine bei seinem Anblick und lächelte zufrieden. „Hast du heute noch eine Verabredung?“

Er kicherte und hauchte seiner Freundin ein Küsschen auf die Wange. „Na ja, wer weiß. Es freut mich, dass dir mein Auftritt gefällt. Ich dachte, etwas anderes könnte nicht schaden“, und für sie drehte er sich einmal im Kreis herum. Doch er musste sich danach am Treppengeländer festhalten, als er für einen kurzen Moment kleine Sternchen aufblitzen sah. Ein stechender Schmerz an beiden Schläfen machte sich gleichzeitig bemerkbar, was ihn innerlich zum Fluchen brachte. Er hatte eben noch einen Anti-Katertrank getrunken, aber einer schien wohl nicht genug gewesen zu sein. Doch es war sein letzter gewesen, er musste sich erst wieder neue Phiolen kaufen.

Hermine hatte es gemerkt und schüttelte kaum merklich den Kopf, ansonsten schwieg sie. In den letzten Wochen hatte sie Harry schon viel zu oft wegen seines Alkoholkonsums gerügt, bisher ohne großen Erfolg. Nun schnappte sie sich ihre Handtasche von einer kleinen Kommode, wo auch das tragbare Muggeltelefon auf der Ladestation stand, und nahm Harrys Hand. Zusammen gingen sie ins Wohnzimmer und flohten Augenblicke später nacheinander ins Ministerium.

Wie es die Gryffindor prophezeit hatte, wartete der dunkelhaarige Slytherin Blaise Zabini neben dem Informationsschalter in der Empfangshalle auf sie. Als er beide kommen sah, lächelte er erleichtert und zur Begrüßung umarmten sie sich.

„Was hat denn so lange gedauert?“, erkundigte sich Blaise und benötigte keine Antwort, als er Hermines Gesichtsausdruck wahrnahm. „Nicht schon wieder, Harry“, schimpfte er sofort und schaute ihn enttäuscht an. Doch sein Gegenüber zuckte lediglich mit den Schultern, weil er darüber nicht reden wollte. „Okay … okay … aber du solltest trotzdem damit aufhören.“

„Weißt du wohin wir müssen?“, lenkte der Gryffindor vom Thema ab, obwohl er immer noch nicht wusste, zu welcher Anhörung sie eigentlich gingen.

Blaise seufzte ergeben und ließ den derzeitig stark zunehmenden Alkoholkonsum seines Freundes tatsächlich auf sich beruhen. „Wir müssen in die Abteilung für magische Strafverfolgung“, erklärte er und deutete auf einen der zahlreichen Aufzüge. „Dracos Anhörung ist auf neun Uhr angesetzt, also in zehn Minuten.“

Hermine nickte dem ehemaligen Slytherin zu und gemeinsam machten sie sich auf den Weg, während Harry wie angewurzelt stehen blieb und glaubte sich verhört zu haben. Warum in drei Teufels Namen und bei Merlins Bart gingen sie zu Malfoys Verhandlung? Aber er erinnerte sich daran, was ihm Hermine zu Hause gesagt hatte, er hätte gestern darauf gepocht. Bei Blaise konnte er die Motivation noch verstehen, er war mit Malfoy aufgewachsen, später gingen sie ins selbe Haus und teilten sich den Schlafraum. Kurz gesagt, der dunkelhaarige Slytherin war mit Draco Malfoy selbst nach den Ereignissen des Krieges befreundet, er hatte ihm sogar schon einen Brief ins Gefängnis geschrieben, und daran würde sich sicherlich auch nie etwas ändern. Aber noch immer konnte er sich selbst nicht erklären, warum ausgerechnet ER heute dabei sein wollte? Mit Malfoy hatte er seit dessen Verhaftung in Hogwarts nichts mehr zu tun gehabt, nur indirekt. Er konnte sich keine Antwort darauf geben, dafür schmerzte sein Kopf ein wenig mehr. Am liebsten wäre er auf der Stelle in die nächste Muggelapotheke appariert und hätte sich drei oder mehr Aspirin eingeworfen, um sich anschließend im Bett zu verkriechen. Soweit kam es nicht, denn seine zwei Freunde riefen laut nach ihm. Seufzend winkte er ihnen zu und rannte dann zum Aufzug.

Auf dem Weg in den zweiten Stock zum Verhörraum Nr. 14 schwiegen alle drei und Harry versuchte sich trotz des penetranten Pochens hinter seinen Schläfen ins Gedächtnis zu rufen, was heute genau geschehen sollte. Es fiel ihm unheimlich schwer und er konnte sich nur vage daran erinnern und das meiste wusste er nur, weil er in der Aurorenabteilung eine Ausbildung zum Auror machte.

Erst vor kurzem hatte er im Ministerium angefangen und das ohne Schulabschluss. Und das auch nur, weil Hermine ihn drängte nichts aufzuschieben. Still zu Hause herumsitzen würde ihn nur depressiv machen und als Auror wurde er mit Kusshand aufgenommen. Zugegeben wollte er von Anfang an diesen Karriereweg einschlagen, nun hatte er es tatsächlich getan. Als Held-der-Zaubererwelt (diesen Titel hasste er) gab es einen großen Vorteil für ihn. Obwohl er mit der Ausbildung erst ganz am Anfang stand, konnte er Urlaub nehmen ohne einen Grund nennen zu müssen. Genau das hatte er gestern getan und weil heute Freitag war, konnte er sich auf ein längeres Wochenende freuen. Aber er freute sich nicht, denn er lief soeben mit seinen Freunden den Gang entlang, der ihn eigentlich zu seinem Schreibtisch führte. Doch sie bogen zum Glück vorher ab und marschierten einen anderen Flur entlang.

Dabei dachte er unweigerlich an Draco Malfoy. Vorgestern hatte Harry ihn reinzufällig im Kerker des Zaubereiministeriums gesehen, er ihn wiederum nicht. Gemeinsam war der ehemalige Gryffindor mit seinem Ausbilder Dave O’Connerly nach unten gegangen, um einen Verdächtigen den dortigen Wachen zu übergeben.

Die ursprüngliche Funktion der drei auf drei Meter großen Zellen hatten seit Kriegsende eine ganz neue Bedeutung bekommen. Was früher eher als Wartebereich für Gefangene gedient hatte, während sie auf ihre Gerichtsverhandlung warteten, um anschließend wieder nach Askaban gebracht zu werden, war nun ein beständiger Ort für Verbrecher. Zum einen waren viele von ihnen schon abgeurteilt worden, andere warteten noch darauf, darunter Draco Malfoy. Askaban selbst war von oben bis unten mit Schwerverbrechern überbelegt, hauptsächlich mit Todessern der übelsten Sorte, alle anderen saßen im Keller des Ministeriums fest.

Dort unten war es dunkel und feucht. Aber anders wie in dem berühmten Zauberergefängnis besaß jeder Insasse eine schmale Pritsche und eine Wolldecke. Zweimal am Tag gab es etwas Warmes zu essen und einmal täglich einen vollen Eimer Wasser zum Waschen. Laut Harrys Vorgesetztem O’Connerly, wären die Kerker gegen Askaban das reinste Paradies. Aber unter dem Begriff Paradies konnte sich der Gryffindor eine Menge mehr vorstellen, weswegen er nur froh war, niemals dort eingesperrt zu sein.

„Wir sind da“, drang Hermines Stimme an Harrys Ohr und schreckte ihn aus seinen Gedanken auf. Sofort spürte er wieder die pochenden Schmerzen hinter seinen Schläfen und sie wanderten allmählich in Richtung Stirn; zu seiner Stirn, auf der seit Voldemorts Tod keine Blitznarbe mehr zu sehen war. Instinktiv massierte er sich die Schläfen und hoffte auf schnelle Besserung.

„Ich weiß ja, du willst es nicht hören …“, sagte Blaise, dessen Stimme für Harrys Geschmack viel zu laut in seinen Schädel dröhnte, „… aber du musst aufhören zu trinken. Mein Boss lässt bestimmt ein paar Schlaftränke springen, wenn ich sage, sie sind für dich.“

„Von dem Zeug wird man abhängig“, brummte Harry ärgerlich, obgleich ihm der Vorschlag gefiel. Immerhin arbeitete der dunkelhaarige Slytherin in einer neu eröffneten Apotheke in der Winkelgasse, die in letzter Zeit großes Ansehen genoss, denn der Besitzer hatte neue und verbesserte Rezepturen auf den Markt gebracht.

„Als ob Alkohol nicht abhängig macht“, hüstelte Hermine.

Harry schluckte merklich und hätte am liebsten erwidert, sie und Blaise sollten sich um ihre eigenen Probleme kümmern, aber er winkte nur ab und meinte: „Kommt ihr, sonst sind wir wirklich zu spät.“ Anschließend öffnete er die Tür und trat in den Verhörraum ein.



~~~ 1. Kapitel folgt ~~~




So, das war’s dann mit dem Prolog und ich hoffe, er hat euch zum einen Gefallen und Lust auf mehr gemacht *smile*
Ich würde mich wahnsinnig über eure Meinung freuen, also nicht schüchtern sein.

Viele liebe Grüße
Eure Elbi


Information

Mein neuer Fantasyroman „Pech und Schwefel“ wird noch im Juni 2010 erscheinen!

Als kleine Leseprobe hier der Klapptentext:
Das Chaos herrscht in den Straßen von Mayonta. In einer einzigen Nacht verlieren die Zwillingsbrüder des Hohepriester Ronor und Nomarac ihre Eltern, ihr Zuhause und ihre Identität. Von diesem Moment müssen sie sich verängstigt, hungrig und alleine durchs Leben schlagen. Dabei landen beide mitten in einen Sumpf aus Feindschaft und Machenschaften. Aber eine gute Seele – die Prostituierte Liehshy – kennt ihr Geheimnis und hilft ihnen ihr neues Leben zu akzeptieren. Doch nach Jahren lauert die Gefahr immer noch im Verborgenen, bis sie ihre Maske fallen lässt und die Zwillinge auf eine harte Probe stellt. Sie lernen was wahre Freundschaft, Liebe und Mut wirklich bedeuten.

Wenn ihr mehr darüber erfahren möchtet, dann besucht doch einfach mal meinen Weblog http://autorin-annetteeickert.blogspot.com/
 
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