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von newmoondragon    erstellt: 06.06.2010    letztes Update: 06.06.2010    Geschichte, Drama / P6    (abgebrochen)
Suki geht durch die Hallen des Einkaufscenters. Heute ist Heiligabend, doch zu Hause erwartet sie niemand.
Ihre Eltern sind verreist. Ihr Bruder ist alleine auf einer Party und jemand anderen hat sie nicht. Jeder normal denkende Mensch würde sich nun fragen, warum eine Familie Weihnachten nicht zusammen feiert. Nun ja dieser Familie bedeutet Weihnachten nichts. Religiös sind sie alle nicht und aus diesem Grund haben Sukis Eltern beschlossen ihre 2. Flitterwochen über die Weihnachtsfeiertage zu machen. Sie meinten nur auf eine Nachfrage ihrer Tochter: "Ihr Kinder seit ja schon groß." Julien, ihr ältester Sohn ist 20 und Suki ist 4 Jahre jünger.
Langsam wird es spät und die letzten Geschäfte schließen gerade. Suki geht nach draußen und sieht wie sich einige auf den Weg zur oder von der Kirche auf den Straßen tummeln. Da fällt der einsamen Suki eine kleine Familie ins Auge welche gerade an ihr vorbei geht.
Ein fröhlicher kleiner Junge, der sich schon auf seine Geschenke freut. Ein Vater der seine kleine Tochter auf den Schultern trägt, während sie laut lachend versucht einzelne Schneeflocken zu fangen und eine Mutter die nur still in sich hinein lächelnd und den Jungen an der Hand haltend, neben den anderen hergeht und leise ein Weihnachtslied summt. Ja genauso sieht eine perfekte Familie aus am Heiligen Abend.
Ihre eigene Familie ist nicht im geringsten so perfekt. Sie lassen sie alleine zu Weihnachten und drücken ihr nur 5000 Euro in die Hand und sagen dazu: "Mach dir eine schöne Zeit."
Schmerzlich rinnen Tränen aus ihren Augen und sie lenkt ihre Schritte zum nächsten Schnellrestaurant. ''Wie können sie nur so etwas tun?'', denkt sie sich und öffnet leise die Tür, worauf ein warmer asiatisch riechender Luftzug ihr entgegen strömt. '' Hallo Miss! Das selbe wie immer?'' ''Ja, einmal die Gebratenen Nudeln mit Hühnerfleisch, Pilzen und Gemüse.'', sagt Suki und lächelt den netten Vietnamesen hinter der Theke an ''Und dazu heute bitte einen heißen Grünen Tee.'',fügt sie hinzu und schenkt dem Mann ein Lächeln. ''Gerne doch. Der geht zur Feier des Tages aufs Haus.'' Suki setzt sich auf einen der Hocker an der Theke und legt ihren Mantel ab.
Heute Abend scheinen nur Familien mit Kindern hier zu sein, die alle das selbe bestellen.  Pekinente! Nagut hier gibt es ja auch die beste Pekingente der Stadt und immerhin ist heute ein Festtag. ''Hier ist schon mal ihr Tee, Miss. Aber warum heute Abend so traurig und allein. Sind Sie nicht bei ihrer Familie?'' ''Nein, sie sind nicht in der Stadt. Ich bin heute allein.'' ''Das tut mir Leid junge Miss.'' ''Nein, nein. Das muss es nicht. Ich komm schon klar.'' Er nickt und geht zurück zur Küche.
Suki schaut auf die Uhr. Es ist noch nicht ganz um 9 doch langsam wirkt auch dieser Ort hier wie leer gefegt. Naja es ist ja auch Weihnachten. Da sollte man bei Familie oder Freunden sein, feiern Spaß haben und einfach nur die Besinnlichkeit dieser Zeit genießen. Besonders nach diesem ganzen Weihnachtsstress der letzten Wochen. Doch der hielt sich bei Suki sowieso in Grenzen. Sie hatte keine Geschenke für ihre Familie besorgt. Ihren Freunden schenkte sie sowieso nicht weiter. Sie steht nun mal nicht so auf Weihnachten und hat es seit sie ein kleines Kind war nicht mehr gefeiert.
''Hier Miss ihr Essen.'', sagt der nette Mann hinter der Theke. ''Vielen Dank. Ich werde mich auch beeilen damit sie dann schließen können. Es ist schon spät und heute ist der Heilige Abend da wollen doch sicher zu ihrer Familie.'' ''Ja schon, aber die sind in Thailand. Ich bin nur hier um Geld zu verdienen um sie nachkommen zu lassen. Und bald habe ich es auch zusammen. Mir fehlen nur noch etwa 200Euro dann können sie nach fliegen und wir sind hier vereint. Ich vermisse meine Frau und meine 3 kleinen Kinder. Besonders wenn hier in Deutschland Feiertage sind. Zu Hause feiern wir natürlich nicht eure Feiertage, aber es ist die Zeit der Familien und der Rückbesinnung auf das was man hat. Da fällt es mir schon schwer alleine in meiner Wohnung zu sitzen und meine Abende zu verbringen.''
Suki nickt nur stumm und denkt nach. Was sie jetzt tut würde, weiß sie längst schon. Still spielt sich ein Lächeln um ihre Mundwinkel und sie beobachtet den Mann der doch schon so viele Probleme hat und sich dennoch um ihr Wohl sorgt.
Nach dem sie ihren Tee ausgetrunken und aufgegessen hat, steht sie auf und bezahlt. Naja eigentlich legt sie nur das Geld auf den Tisch während der Besitzer des Restaurants gerade in der Küche am Spülen ist. Sie schnappt sich einen ihrer Zettel und schreibt ihm eine Nachricht zu den 4000 Euro die neben ihrem leeren Teller liegen.

Dies ist für Sie und ihre Familie.
Holen Sie sie zu sich und feiern Sie mit dem
Restgeld ihr wieder beisammen sein.
Ich wünsche Ihnen noch ein paar schöne Feiertage.

Ihre kleine Miss

P.S. Bitte geben Sie mir nicht das Geld zurück,
denn ich weiß was viele andere noch nicht begriffen haben.
Geld allein macht nicht glücklich.
Glück findet man nur bei Menschen die man liebt.

Der Besitzer des Restaurants hört nur die Türglocke gehen und weiß, dass die junge Frau gegangen war. Es tat ihm Leid. Er wollte sie doch noch bitten ein wenig zu bleiben. Sie alleine hinaus ziehen zu lassen erschien ihm nicht richtig. Sie solle doch wo sie ihm so nett erschien. 'Sie ist genauso wie meine Frau.', dachte er während ihm das Bild neben der Theke ins Auge fiel.
Es wurde gemacht bevor er vor 3 Jahren von seiner Familie fortging um nach Deutschland zu kommen und dort zu arbeiten. Seine Frau war noch jung und hatte 3 kleine Mädchen an der Hand. Sanft streichelt er symbolisch seiner Frau über die Wange und denk sich so dabei. Nächstes Jahr habe ich es dann geschafft und ihr könnt herkommen, dann sind wir wieder vereint.
Erst da bemerkt er den Zettel und das Geld. Sie hat zu viel bezahlt. Für meine Familie. Damit wir wieder zusammen sein können. Und dabei ist sie selbst doch so allein. Er stürmte hinaus auf die Straße und suchte sie jedoch vergebens. Sie war verschwunden. Spurlos! Nur der leichte Duft ihres Parfums war in den Straßen wahrzunehmen. Der Duft nach Vergissmeinnicht.
 
 
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