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von Hell Girl    erstellt: 30.05.2010    letztes Update: 17.07.2010    Geschichte, Abenteuer / P12    (fertiggestellt)
FEUERENGEL – WASSERENGEL

Kapitel 1
Auf dem Dach

„Ohh, bitte!“, jammerte Kurt erwartungsvoll und verzog den Mund zu einem bittendem Lächeln. Durch seinen Bildinduzierer sah er wie ein ganz normaler Junge aus, aber der Schein trügte – sein wahres Aussehen hätte die meisten Menschen erschreckt. Kurt Wagner, der sich auch Nightcrawler nannte, besaß blaue Haut, kleine spitze Reißzähne und einen langen Schwanz, der in einem gebogenen Zacken endete, durch den er ein nahezu perfektes Gleichgewicht hatte, wenn er auf irgendwelchen Dächern herumturnte. Er war wie eine Katze, nur, dass er die durch das X-Gen mutierte Fähigkeit besaß, sich zu teleportieren, also von einem Augenblick auf den nächsten von einem Ort an einem anderen aufzutauchen, selbst wenn sich dieser drei Kilometer vom Ursprungsort entfernt befand.
„Ja, komm schon, Scott!“, fiel nun auch Kitty mit ein. Auch sie war nicht so normal, wie man meinen könnte: Kitty Pryde – Shadowcat – war genauso wie Kurt uns Scott, der Laserstrahlen aus seinen Augen verschießen konnte (weshalb er immer eine spezielle Sonnenbrille trug) eine Mutantin. Ihre Kraft bestand darin, feste Materie zu durchdringen (was auch „phasen“ genannt wurde), weshalb es für sie ein leichtes war, durch Wände oder geschlossene Türen zu gehen.
„Die Einkaufspassage liegt doch genau auf unserem Weg ! Warum dürfen wir nicht ein bisschen shoppen gehen?“, fuhr Kitty fort.
„Sei kein Spielverderber, Scott.“, mischte sich nun auch Rogue ein. Meistens trug das Mutantenmädchen einen eher unglücklichen Gesichtsausdruck zur Schau, aber im Moment schien sie eigentlich ganz gute Laune zu haben. Ein erstaunlicher Umstand, denn Rogue, die mit bürgerlichem Namen Marie D'Arcanto hieß, besaß eine Fähigkeit, die sich eher nachteilig auswirkte und weniger starke Charakter sicher zur Verzweiflung getrieben hätte: Jedem, der Rogue's Haut berührte, zapfte sie automatisch die Lebensenergie ab, bei Mutanten übernahm sie zusätzlich für einige Zeit deren Fähigkeiten. Das schlimmste jedoch war, dass Marie diese Kraft nicht kontrollieren konnte, sodass sie jederzeit Handschuhe trug, um niemanden zu verletzen – niemanden konnte sie gefahrlos berühren.
„Aber der Professor wird es bestimmt nicht erlauben...“, murmelte Scott Summers, auch Ciclops, versuchshalber.
Die vier Mitglieder der X-MEN saßen in Scotts rotem Cabrio und hatten gerade ein paar Erledigungen in der Stadt gemacht, jetzt bettelten die anderen, dass sie doch noch für „fünf Minuten“ ins Great Centre gehen könnten, das ganz in der Nähe lag.
„Wann haben wir schon mal die Möglichkeit dazu?!“, unterbrach Kitty ihn.
Alle drei sahen Ciclops an.
Dessen Widerstand brach endlich.
„Na, schön, ich geb's auf...Aber wirklich nur ganz kurz. Und verhaltet euch unauffällig, nicht, dass wir noch von irgendwelchen Sentinel aufgespürt werden.“
Der Rest jubelte und sie fuhren vor die riesige Einkaufspassage des Great Centre, suchten sich zwischen den vielen anderen Autos eine Lücke zum Parken und stiegen aus.

Kaum waren sie im Inneren des großen Gebäudes, zappelten Kitty und Rogue schon beim Anblick der vielen Kleider-Geschäfte ungeduldig herum.
„Mann, das alles hier ist ja sooo groß...“, murmelte Kurt verblüfft, „Ich war noch nie hier. Es ist größer als die meisten Geschäfte, die ich kenne.“
Größer ?! Es ist das mit Abstand größte der Stadt! Vielleicht auch des ganzen Landes!“, fiel Shadowcat ihm ins Wort.
„Na, übertreib mal nicht.“, meinte Scott schmunzelnd. Sein Blick wanderte an die hohe Decke des Gebäudes und seine Augen weiteten sich erstaunt. Das Dach des Great Centre war vollkommen verglast, aber mit so klarem und dünnen Glas, dass es einem vorkam, als würde einen nur der Abstand vom freien Himmel trennen.
Ciclops pfiff anerkennend durch die Zähne.
„Also, ich gehe jetzt in dieses Geschäft da.“, erklärte Rogue schließlich voller Vorfreude und tänzelte auch schon in Richtung eines monströsen Geschäftes voller angesagter Markenklamotten davon – gefolgt von Kitty. Nightcrawler und Scott blieben zurück.
„Tja, dann bleiben ja nur noch wir übrig...“, stellte Kurt fest, „Komm, gehen wir da rein“, Er deutete auf einen Laden für Handys, I-Pods und Laptops, „Mein altes Handy ist schon mindestens zehn Jahre alt.“
Scott stimmte zu und zusammen steuerten sie auf das Geschäft zu, doch sehr weit kamen sie nicht. Nightcrawler sah etwas aus den Augenwinkeln, eine Bewegung, die er durch das durchsichtige Dach des Great Centre wahrnahm – er hielt mitten in der Bewegung inne.
„Oh, mein Gott.“, hauchte er. Scott war auf der Stelle hellwach und folgte Kurts Blick.
„Das muss ein Engel sein.“, sagte der blaue Dämon, wie es für ihn typisch war, aber dieses Mal hatte er da gar nicht so unrecht: Auf dem Dach eines naheliegenden Hochhauses standen einige bewaffnete Personen, die wie wild Befehle erteilten und auf jemanden deuteten, der sich in ihrer Mitte befand und anscheinend von ihnen umzingelt wurde. Doch die ganze Szenerie war nebensächlich im Vergleich zu dem besonderen Aussehen der Person in ihrer Zentrum, also derselben, auf die gerade einige der Menschenversammlung da oben auf dem Dach mit ihren Gewehren zielten.
Es war ein Mädchen und auf seinem Rücken trug es zwei silberne Schwingen, die Engelsflügeln nicht unähnlich waren, mit dem kleinen Unterschied, dass sie an manchen Stellen von blauen Federn gespickt waren, welche aus all dem Weiß ziemlich herausstachen.
Mehr konnte man von dieser Entfernung aus nicht erkennen, aber das war auch nicht nötig, zu oft hatten Nightcrawler und Ciclops (als X-Men) dieses Szenario schon gesehen: Bei der jungen Frau, die mittlerweile schon ziemlich in die Enge getrieben worden war, handelte es sich um eine Mutantin, welche von mehreren Vertretern irgendeiner Organisation gegen Mutanten gejagt wurde.
Kurt reagiert als erster. „Wir müssen ihr helfen ! Die bringen sie doch gleich um!“
„Du hast Recht.“, sagte Scott, „Aber wie-“. Er hatte keine Zeit seinen Satz zu vollenden, denn sein Freund hatte sich schon teleportiert.

Eine Sekunde später landete Kurt auf dem Dach, genau in der Mitte der Angreifer, neben dem Mädchen, das bei näherem Hinsehen so entkräftet wirkte, dass er sich fragte, wie sie überhaupt noch stehen konnte – anscheinend hatte sie schon eine längere Hetzjagd hinter sich. Am Rande des Hauses konnte er ein Gerüst erkennen, was erklärte, wie die Meute, welche im Moment sehr perplex über Nightcrawlers plötzliches Auftauchen war, hierher gekommen war. Das Mädchen war wahrscheinlich geflogen, mit eben diesen blau-weißen Flügel, die jetzt nur noch schlaff heruterhingen. Kurt wurde bewusst, dass die junge Mutantin ihn anstarrte – in diesem Moment war er sehr froh über seinen Bildinduzierer – und er ergriff schnell ihre Hand, bevor irgendjemand auf einen von ihnen schießen konnte. Dann teleportierte er sich in eine verlassene Straße, denn wenn er auf einmal im Great Cetre, das immer ziemlich überfüllt war, aufgetaucht wäre, noch dazu mit einem geflügelten Mädchen, wäre das wohl mehr als auffällig gewesen.
Stattdessen saßen sie jetzt zu zweit in einer Gasse und versteckten sich hinter einigen großen Mülltonnen und warteten, bis Kurt sich davon überzeugt hatte, dass keiner der Verfolger seiner Begleiterin gesehen hatte, wohin er sie beide teleportiert hatte.
Dann drehte er sich erst einmal besorgt zu der jungen Mutantin um und musterte sie. Sie hatte lange blonde Haare, die ihr glatt bis zur Hüfte flossen und strahlend blaue Augen, umrahmt von schwarzen Wimpern. Sie war wohl etwa sechzehn Jahre alt und wirklich hübsch, wir Kurt feststellte. Allerdings schien sie im Moment in keinem guten Zustand zu sein: Ihre Knie waren aufgeschlagen, einer ihrer Flügel war an der Spitze blutverklebt und sie hatte eine Platzwunde an der Stirn, ihre Lippe war aufgeplatzt. Das blaue, fließende Kleid, das sie trug, war an einigen Stellen dreckverkrustet und am Saum zerrissen. Alles in allem stellte Kurt also fest, dass das Mädchen anscheinend schon mehrere Tage auf der Flucht gewesen war.
„Geht es dir gut ?“, fragte er vorsichtig. Das Mädchen starrte ihn nur an, ohne zu antworten – vielleicht stand es ja noch unter Schock. „Du bist verletzt...“, murmelte er und wollte gerade vorsichtig einen ihrer Flügel anheben, um ihn zu untersuchen, doch die Mutantin zog ihn schnell aus seiner Reichweite und fauchte ihn wie eine wilde Katze an, wobei sie -auf allen Vieren- ein Stück vor ihm zurückwich. Kurt sah sie erschrocken an, dann sagte er eilig: „Tut mir leid, ich möchte dir nicht weh tun. Du brauchst Hilfe – dein Flügel sieht nicht gut aus.“
Als Antwort bekam er wieder ein Schweigen und ihren starrenden Blick, also versuchte er es auf andere Weise, um erstmal ihr Vertrauen zu gewinnen. Er lächelte sie an und sagte: „Mein Name ist Kurt. Ich bin auch ein Mutant und kann mich teleportieren – deshalb war ich so schnell auf dem Dach bei dir. Diese Menschen haben dich gejagt, oder?“ Kurts Gegenüber rührte sich nicht. Langsam begann er zu bezweifeln, ob ihr Geisteszustand vorhin nicht irgendwie Schaden genommen hatte. Warum sagte sie denn nichts, sondern schaute ihn nur immernoch wie ein gehetztes Tier an ? Sprach sie seine Sprache etwa nicht ?
„Du musst keine Angst mehr haben. Wir sind jetzt in Sicherheit und keiner wird dir mehr etwas tun. Bist du von zu Hause abgehauen? Wie heißt du ? Wenn du nicht mit mir reden willst, ist das auch okay, dann -“
„Moon.“, unterbrach die Mutantin ihn plötzlich mit ausdrucksloser Stimme.
„Moon? Mond? Was meinst du damit ?“ Nightcrawler war zwar erfreut, dass sie anscheinend doch sprechen konnte, aber das, was sie da von sich gab, war ihm ein Rätsel.
„So heiße ich.“, erklärte das Mädchen ihm kurzangebunden, blieb jedoch immer noch in Angriffsstellung, ohne sich zu entspannen. In dem Moment entdeckte Kurt das Mal an ihrem Hals: Es war eine silberne Mondsichel, die beinahe ganz von Moons (Kurt bezweifelte, dass sie wirklich so hieß, aber viele Mutanten legten sich Codenamen zu) dichter Haarpracht verdeckt wurde. Irgendwie wurde die Gestalt vor ihm immer merkwürdiger. „Na schön, Moon. Meine Freunde werden jeden Moment hier auftauchen. Sie sind genauso wie du und ich Mutanten und gehen auf das Xavier-Institut. Dort bringen wir dich auch hin, in Ordnung ? Deine Wunden müssen versorgt werden und wenn du dort wohnen willst, wirst du nie wieder von irgendwelchen Leuten gejagt werden. Also wie wäre es-“
„Mutant ?!“,unterbrach das Mädchen ihn zum zweiten Mal, „Was redest du da, Junge? Was ist ein Mutant ?! Du weißt wohl nicht, wen du da vor dir hast ?“ Kurt schaute sie überrascht an – es war allgemein bekannt, um was es sich bei einem „Mutanten“ handelte, in den Nachrichten brachten sie ständig irgendwelche neuen Berichte oder Erkenntnisse über das X-Gen. War es möglich, dass Moon gar nicht wusste, dass sie das Mutationen hervorrufende X-Gen in sich trug ?
„Moon. Das kommt jetzt vielleicht etwas plötzlich für dich, aber du bist eine Mutantin. Für viele von uns ist das schwer, aber nun ja, man sollte sich damit abfinden. Warum sonst, besitzt du diese Flügel?“, redete Kurt auf sie ein, doch sie hörte ihm gar nicht zu.
„Ich werde dir mein wahres Wesen offenbaren, aber nur, um dich von deiner Unwissenheit zu befreien.“, begann sie mit beschwörender Stimme, wobei sie aufstand und mit den Händen- die Handflächen nach oben gerichtet -eine rasche Bewegung machte. Während sie zu sprechen anfing, schien die Luft um sie herum auf einmal zu vibrieren und ihre Haare wirbelten, trotz der Windstille, wie eine Fahne hinter ihr her. „Mein Name ist Moon.“fur sie mit gebieterischer Stimme fort und das Mal an ihrem Hals leuchtete auf, während das Mädchen selbst von einem bläulichen Schein umgeben wurde, „Ich bin kein sterbliches Wesen! Ich bin der Engel des Wassers!“ Plötzlich bildeten um sie herum Wasserblasen, die sie umkreisten und in denen sich die blaue Energie, die ihren Körper umwaberte, spiegelte. Es wurden immer mehr Tropfen, die um Moon herumwirbelten, bis sie schließlich ganz von ihnen umhüllt war.
Einige Augenblicke wurde sie von dem Wasser verborgen, dann kam sie wieder zum Vorschein – und Kurt wollte seinen Augen nicht trauen: All ihre Wunden waren verschwunden, ihr Kleid sah aus wie neu und auch sonst deutete nichts mehr darauf hin, dass sie in irgendeiner Weise verletzt oder geschwächt war. Außer, dass sie im nächsten Moment zusammenbrach.
                                     

Soo..Also, das wäre dann das erste Kapitel meiner FanFiktion „WASSERENGEL-FEUERENGEL“.
Ich hoffe, dass es euch gefallen hat. Biiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitte lasst mir Reviews da, weil ich sonst denke, dass die Story niemand liest. Der Kommentar muss ja kein Roman sein, ich will nur wissen, wie das Kapitel ankommt !
Das zweite Kapitel werde ich nämlich erst hochladen, wenn ich mindestens einen Review für das erste bekommen habe!!!

P.S. :  Da ich dem Nightcrawler im Film nichts abgewinnen kann, ist er bei mir als eine Mischung aus Kurt in  "X-Men Evolution"  und aus dem X-Men Comic dargestellt. Wundert euch also nicht über die Beschreibung.
 
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