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Geschichte: Fanfiktion
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von MsBlindo
erstellt: 19.05.2010
letztes Update: 02.03.2011
Geschichte, Drama / P18
(abgebrochen, keine anonymen Reviews)
Anmerkung: Diese Geschichte `My mistakes were made for you´ gehört einzig und allein der Autorin Miss Baby und ich habe die Ehre ihr Baby ins Deutsche zu übersetzen. Vielen Dank dafür.
Kommen wir auch schon zum zweiten Kapitel.
lg Moony
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Trost
BPOV
Nachdem ich mich wieder beruhigt hatte, löste ich mich von meiner Tochter und räumte die Aufsätze, die ich eben noch korrigiert hatte, zur Seite. Es wäre der Wahnsinn, zu denken, dass ich heute noch irgendwas an Arbeit schaffen würde.
Ich überlegte, ob ich Emmett und Rose anrufen sollte und fragen, ob ich vorbei kommen dürfte. Ich war verzweifelt und brauchte etwas Ablenkung. Aber vor allem brauchte ich jemanden zum reden, nachdem das mit Libby passiert war. Ich wusste Rose würde mir zuhören und mir ihre ehrliche Meinung sagen. Wenn jemand ehrlich war, dann die Freundin von meinem Bruder.
„Was hältst Du davon, wenn wir Onkel Emmett und Tante Rosalie besuchen?“, fragte ich Libby.
„Au ja! Denkst Du Onkel Emmett spielt mit mir?“ Libby hüpfte bei der Vorstellung wie ein Känguru auf und ab.
„Ich weiß nicht, ob er schon zu Haus ist.“, antwortete ich. „Aber wenn, dann wird er es sicher tun.“
Mein Bruder war ein sehr vielversprechender Footballspieler, bis er sich in seinem zweiten Jahr verletzte. Heute hatte er nicht weit von hier, mit einem Kollegen aus seinem Team in der Universität, ein Fitnessstudio eröffnet. Es war ein riesiger Erfolg und inzwischen überlegten sie eine weitere Filiale zu eröffnen.
Das letzte Mal, als wir meinen Bruder besucht hatten, hatte er meinem kleinen Mädchen einige Grundlagen des Footballspiels beigebracht. Natürlich war der Ball schon bald vergessen und es artete eher in einen Wrestlingkampf aus, bei dem er mit Libby durch den Park sauste. Das Bild, wie meine kleine Tochter in ihrem pinken Kleid mit ihrem riesigen Onkel kämpfte, hatte ich immer noch scharf vor meinen Augen. Das war der größte Spaß, den ich seit Jahren hatte.
Ich nahm das Telefon und wählte.
„Hallo?“, fragte Rose am Telefon.
„Hi Rose. Wie geht es Dir?“
„Oh, alles großartig hier. Emmett hat gestern endlich das Kinderbett zusammengebaut, also kann ich aufhören zu zicken. Das kleine tritt mich irgendwann noch mal kaputt, vor allem nachts. Ich hatte seit zwei Wochen keine ruhige Nacht mehr.
„Owww. Ich weiß, wie Du Dich fühlst. Muss wohl genetisch sein, Libby hat das auch immer gemacht.“, erwiderte ich.
„Das war´s. Ich werde nach diesem hier keine weiteren Babies mehr bekommen!“, lachte Rosalie.
„Hey Rose, denkst Du es wäre okay, wenn Libby und ich vorbeikommen?“
„Natürlich ist das okay. Musst Du immer danach fragen?“ Rose klang fast beleidigt.
„Naja….ich dachte Du bist vielleicht müde, oder so.“, erwiderte ich.
„Ich langweile mich hier zu Tode! Ich schwöre dir, wenn das Baby nicht bald kommt, dann gibt es hier verletzte!“
„Okay, dann denke ich werden Libby und ich gleich da sein…“ Ich schaute auf die Uhr. „…sagen wir in einer halben Stunde?“
„Super. Wir sehen uns dann!“
„Tschüss Rose.“
Libby hatte bereits angefangen zu packen oder eher gesagt packte sie alles Zeugs zusammen, das sie als notwendig erachtete, für den Besuch bei ihrem liebsten – und einzigen – Onkel.
Ich hetzte durch das Haus und griff die wirklich notwendigen Sachen, wie Geldbörse, Schlüssel, Telefon – und so waren wir bereits nach zehn Minuten auf unserem Weg.
Libby griff nach meiner Hand, als wir auf den Weg von unserer kleinen Wohnung in der `Morningside Heights´ zu meinem Bruder in die edlere Gegend der `Upper West Side´ machten. So oft, wie ich den Weg schon gegangen war, konnte ich nicht mehr müde werden. Ich liebte die Hektik und Anonymität, die das Leben in der großen Stadt brachte. Insbesondere im Vergleich zu der kleinen Stadt Forks, in der ich aufgewachsen war. Es erweckte mich zum leben, so als würde die Stadt unbewusst ihre Energie an mich abgeben.
Libby hüpfte an meiner Seite – ihre Hand lag immer noch in meiner – und schleifte mich mit sich. Sie war so ein ungewöhnliches Kind, aber ich denke, dass würden alle Eltern über ihr eigenes Kind behaupten. Sie konnte in einem Moment aktiv und kontaktfreudig sein, aber andererseits auch nachdenklich und still. Sie konnte Stundenlang auf der Fensterbank sitzen und in die Welt hinaus schauen. Dabei konnte sie Dir jedes noch so kleine Detail beschreiben, dass jeder andere locker übersehen hätte. Manchmal war sie so unglaublich mit ihren Einblicken in die Welt. Einblicke jenseits ihres Alters.
Ihr Aussehen war ein Mix von mir und…ihm. Sie hatte seine smaragdgrünen Augen und seine makellose, blasse Haut. Meine Nase und Schokobraune Locken. Ihr Verhalten hatte sie von mir – was nicht ungewöhnlich war, da ich ihre einzige Bezugsperson war – aber Gott sei Dank erbte sie seine elegante Art sich zu bewegen. Für mich war es gut, dass sie die Möglichkeit hatte sich ohne Stürze und Verletzungen zu bewegen. Wie sie jedoch ihre Liebe zu der Farbe pink fand, war mir aber unklar; es war so jenseits von mir.
„Sammy!“, rief Libby, als wir das Gebäude, in dem mein Bruder lebte, erreichten. Sie ließ meine Hand los und lief in das Gebäude und suchte den Pförtner. Ich konnte ihr Lachen vom inneren des Gebäudes hören und wusste, dass sie sich wieder in die Arme des armen Pförtners geworfen hatte. Es war ein typisches Verhalten meiner Tochter. Sie konnte keine fünf Minuten in einem Gebäude sein, ohne mit jemanden, egal ob Mensch oder Tier Freundschaft zu schließen. Sobald sie laufen und sprechen konnte, machte sie es sich zur Pflicht jeder Person, die sie in unserem Haus oder bei Emmett kennenlernte, unsere Lebensgeschichte zu erzählen.
„Kommst Du Libby?“, fragte ich und wartete neben dem verschlungenen, roten Pförtner und pinken Libby Kneul. „Du willst doch Onkel Emmett jetzt nicht warten lassen, oder?“
Libby quietschte und rannte in Richtung der Fahrstühle.
„Entschuldigen sie bitte.“, entschuldigte ich mich und lächelte den jetzt verzottelten Pförtner an.
„War mir ein Vergnügen, Miss Bella.“, erwiderte der Pförtner lachend.
Meine Tochter stand bereits bei den Fahrstühlen, tippelte mit ihrem Fuß und wurde langsam wütend. Sobald wir den Fahrstuhl betreten hatten, hob sie ihre Arme, damit ich sie hochheben konnte. Sie wollte den Knopf im Fahrstuhl zu Emmett´s Etage drücken.
„Wer hätte das gedacht! Der Zwerg mit dem Baby Zwerg!“, rief Emmett, sobald er die Tür geöffnet hatte.
In meinem Augenwinkel konnte ich sehen, wie etwas quietschendes, pink – braunes an mir vorbei flog und sich in Emmett´s Arme warf. Es war ihr normales Begrüßungsritual. Emmett´s und Libby´s lachen hallte durch den Raum, als er sie umher wirbelte.
Noch bevor ich mitbekam, dass mein Bruder Libby wieder auf den Boden gestellt hatte, umschlangen mich die starken Arme meines kräftigen Bruders und ich wurde ich in eine bärige Umarmung gezogen.
„Em…keine….Luft!“, versuchte ich zu sprechen.
„Tschuldige, Schwesterchen!“, lachte er, stellte mich wieder ab und strubbelte mir mit einer seiner großen Hände durch die Haare. „Hab vergessen, dass Du von der zerbrechlichen Sorte bist.“
Ich blitzte ihn an. Es war nicht so, dass er mich schon mal versehentlich ins Krankenhaus befördert hatte!
Ich hörte ein sanftes Lachen hinter meinem Bruder und lief in die Wohnung hinein, um seine Freundin zu begrüßen.
Rose und ich hatten uns vor vier Jahren kennengelernt. Da mein Bruder vermeiden wollte, dass ich in der großen Stadt in Gefahr geraten konnte, meldete er mich kurz nach Libby´s Geburt zu einem Selbstverteidigungskurs an. Ich versuchte ihm zu erklären, dass der Selbstverteidigungskurs gefährlicher für mich war, als durch die Straßen von New York zu laufen.
Rose, die meinen Selbstverteidigungskurs leitete und ich konnten uns vom ersten Moment an nicht leiden. Rose dachte, ich wäre ein kleines, weinerliches Mädchen und ich dachte Rose wäre einer dieser hirnlosen Barbies.
Wir lernten uns besser kennen, als sie mich ins Krankenhaus brachte, nachdem ich mir mein Handgelenk in der vierten Trainingsstunde verstaucht hatte. Ich war stolz auf mich, dass ich die ersten drei Stunden ohne Knochenbrüche überstanden hatte, obwohl mein Trainingspartner entschieden hatte, Schulterwürfe zu üben. Ich konzentrierte mich so darauf, dass ich mich, so wie es mir gezeigt wurde, richtig mit meinem Rücken und meinen Beinen abrollte, dass ich mit meinem Handgelenk falsch auf kam und wie ein nasser Sack auf die Matratze fiel.
Während wir auf den Arzt warteten, unterhielten wir uns und lernten uns kennen. Ich fand heraus, dass Rosalie Verteidigungskurse besuchte, nachdem sie mit fünfzehn auf der Straße von einer Gruppe betrunkener Männer angegriffen wurde. Es hatte ihr geholfen, dass alles zu verarbeiten, was ihr geschehen war und es half ihr, sich nicht mehr ganz so wie ein Opfer zu fühlen. Sie hatte festgestellt, dass Gejammer einem schon in die Wiege gelegt wird. Dennoch war es bei mir eher meine Schüchternheit und nicht meine Versnobtheit, die mich etwas kühl wirken ließ.
Trotz unserer Unterschiede wurden wir Freundinnen und nach einer Weile, schickte ich sie zu einem Blind – Date mit meinem Bruder. Sie haben sich gleich gut verstanden – das Ex-Model und der Ex-Footballspieler – und sie zogen letztes Jahr zusammen; Ein riesiger Schritt für meinen Bruder. Er bekam beinahe einen Herzinfarkt, als sie ihm nur ein paar Monate später sagte, dass sie schwanger war.
„Baby Zwerg.” Emmett´s donnernde Stimme riss mich aus meinen Gedanken.
„Ja, Onkel Em?”
„Was würdest Du sagen, wenn wir die beiden lieben Damen allein lassen, damit sie reden können und wir gehen in den Park und machen unsere zweite Footballstunde?”
„Ja! Ja! Ja! Ja!”, kam es von Libby. Sie hüpfte wild umher.
Emmett nahm meine Tochter, griff nach dem Ball und stürmte aus der Wohnung. Ihr Lachen hallte durch das ganze Gebäude.
Sobald sie gegangen waren, zog Rose mich ins Wohnzimmer, in dem eine heiße Kanne Tee und ein riesiger Teller Schoko Cookies warteten.
Ich war total verwirrt. Rose war eine gute Freundin, versteht mich nicht falsch, aber sie nahm die Welt außerhalb ihre kleinen Blase kaum wahr, doch beschützte sie die Menschen die sie liebt. Sie war nicht der Typ, der sein Herz bei Tee und Cookies ausschüttete. Sie war eher so drauf, dass sie die Leute in die Eier trat, die ihre Liebsten verletzten.
„Was hat das alles zu bedeuten, Rose? Nistest…Du?“, fragte ich, nachdem ich meine Stimme wiedergefunden hatte.
„Willst Du mir irgendwas sagen, junge Dame!”, sagte sie und stach mir bei jedem Wort mit einem ihrer manikürten Finger in meine Brust. Unterbewusst entschied ich mich, auf die sichere Seite des Raumes zu wechseln.
„Du hast mich angerufen, klangst verheult und hast mich sanft werden lassen. Das sind die Hormone. Du bist diejenige die hier Erklärungen abzuliefern hat!“, bellte sie.
Sie zeigte auf das Sofa und ich setzte mich. Ich würde es nicht wagen mit meiner zukünftigen Schwägerin zu diskutieren, wenn sie so drauf war. Sie setzte sich neben mich, goss den Tee ein und schob mir die Tasse in die Hand. Die heiße Flüssigkeit lief mir fast über die Hände.
„Ich warte…”, sagte sie und tippelte mit ihren Nägeln neben ihrer Tasse. Plötzlich wusste ich, wie die Opfer sich in der `Spanischen Inquisition´ gefühlt haben.
„Naja…Libby fragte mich heut nach ihrem Vater.”, platzte ich heraus.
„Was?” Rose fiel fast vom Sofa. „Bella, bist Du in Ordnung?“
„Jepp, ich denke schon. Es war nur…hart. Härter, als ich es je gedacht hatte.“, antwortete ich und blickte auf meine Finger, während die Tränen wieder aufstiegen.
„Was hast Du gesagt?”
„Nur, dass sie einen Dad hat, so wie jeder andere auch, nur dass er halt nicht hier ist.“
„Wie hat sie reagiert?”
„Sie hat es akzeptiert. Ich denke nicht, dass sie komplett zufrieden damit war. Sie hat nur nicht weiter gefragt, weil…“
„Wieso? Was hast Du gemacht?”
„Ich habe geweint. Ich konnte nicht anders….” Die Tränen strömten jetzt frei heraus. „Gott ich hasse mich dafür, dass ich das getan habe!“
„Was genau?”, fragte Rosalie und zog mich in eine warme Umarmung, so wie ihre jetzige Situation es ihr erlaubte. „Süße, Du hast nichts falsch gemacht. Du verdienst eine Medaille dafür…“
„Ganz sicher.”, schnaubte ich zwischen meinem Schluchzen. „Die Medaille für den größten Schlamassel, den eine einzige Person verursachen kann.“
„NEIN BELLA.” Rose Stimme klang wütend und plötzlich verstand ich, warum ihre Kollegen der Fashion Magazine sie `Baracuda´ nannten. Wenn jemand mit dem heiligen Schein ausgezeichnet wird, dann DU. Du hast Deinen Vater verloren, hast er fahren, dass Du von diesem Bastard, der Dich sitzen gelassen hat schwanger bist und hast den Kontakt mit Deiner Mutter abgebrochen. Und das alles in einer Woche. Und nicht nur Du hast DAS überlebt. Du hast es sogar geschafft, dass schönste kleine Mädchen zur Welt zu bringen und hast Deinen Abschluss mit Auszeichnung gemacht.
„Er hat mich nicht sitzen gelassen, Rose.”, murmelte ich und versuchte mich aus ihrem Griff zu befreien.
„Hat er Dich jemals angerufen?”
„Nein…aber….”
„Hat er Dir je eine Email geschrieben?”
„Nein…aber Rose….”
„Hat er je eine Brieftaube zu Deinem Haus geschickt?”
„Nein, aber Rose. Was wäre, wenn irgendwas schief gelaufen ist? Was ist, wenn er meine Nachricht nie erhalten hat? Was ist…“
„Wenn er es gewollt hätte, dann hätte er einen Weg gefunden, Dich zu kontaktieren. Keine Macht dieser Erde hätte ihn davon abhalten können. Aber er hat es nicht. Das heißt für mich, er hat Dich sitzenlassen!“ Sie schnaufte.
Ich hasste es, wenn Rose so über Edward sprach. Libby´s Worte hatten die Nähte an der Wunde meines Herzens wieder aufgerissen, die mich die letzten fünf Jahre zusammen hielten. Rose ihre Worte ließen es bluten. Alles prasselte wieder auf mich ein. Ich wurde von meinem kleinen Stückchen Himmel verjagt. Das ganze brachte mich ohne jegliche Vorwarnung von meiner extremen Freude zur vollständigen Verwüstung und das geschah von innerhalb zwei Tagen.
Ich erinnerte mich, wie ich in Edward´s Armen lag, nach der besten Nacht meines Lebens. Dieses Gefühl erfüllte mich mit Freude. Doch nicht Mal 48 Stunden später saß ich neben dem leblosen Körper meines Vaters und fünf Wochen später spürte ich, wie meine Grundmauern unter mir zusammenbrachen. Ich hatte mein Leben als erfolgreiche Studentin in ein Leben als alleinerziehende Mutter, die allein da stand, eingetauscht. Nur zwei meiner besten Freunde und mein Bruder unterstützten mich.
In meinem Unterbewusstsein hatte ich immer das Gefühl, beinahe die Sicherheit, dass irgendwas schief gelaufen war. Edward hätte mich nicht einfach so sitzen gelassen. Er hätte es einfach...nicht getan.
Ich war beinahe hysterisch und saß eingerollt zu einem Ball neben Rose.
„Ich...weiß....nicht....,warum....mich....ihre....Fragen....so....aus.....der....Bahn....geworfen....haben.....ich.....dachte....ich....hätte.....das.....alles....hinter...mit.....gelassen.”, stotterte ich schluchzend.
„Du weißt ganz genau, dass Du es nie `hinter Dir gelassen hast´, Süße.” Ich konnte mich nie daran erinnern, dass Rose in der Lage war jemanden zu beruhigen. „Du hattest vielleicht die Möglichkeit es zu ignorieren, aber Du weiß es genauso gut wie ich, dass Du ihn noch immer liebst.”
Sie hatte Recht. Ich liebte ihn noch immer. Sogar nach all den Jahren. Sogar nach dem ganzen Leid und der Schmerzen. Ich liebte ihn noch immer...so sehr.
„Was soll ich nur tun, Rose?”
„Das gleiche wie die ganze Zeit, seit das passiert ist. Grinsen und es ertragen. Ich wünschte, ich könnte Dir sagen, wie ich Dir helfen kann, aber Du weißt, dass Du da allein durch musst. Und Du schaffst das, Süße, denn Du musst.”
Ich schluchzte an Roses Schulter, bis ich mich langsam wieder unter Kontrolle hatte. Rose hatte Recht. Ich würde es ertragen. Ich musste.
„Und nun.” Roses Stimme klang wieder normal. „Wirst Du mir jemals etwas über diesen unglaublichen Edward erzählen?”
Ich hatte das von ihr erwartet. Sie versuchte es immer, sobald sein Name in unseren Gesprächen fiel. Sie ertrug es nicht, dass sie nichts über den Mann wusste, der so viel Trubel in das Leben ihrer Liebsten gebracht hatte.
Ich hatte nie jemandem von Edward erzählt. Naja, nichts, außer seinen Namen, meinem Zugeständnis, dass ich ihn liebe und die Tatsache, dass er der Vater meines Babies ist. Nur meine beste Freundin Angela wusste die ganze Wahrheit und sie würde nie etwas sagen.
Erst sagte ich nichts, um ihn zu schützen. Ich wusste, sobald mein Bruder seinen Nachnamen herausfand, würde er sämtliche Telefonbücher der gesamten USA durchsuchen und jeden mit dem Namen `Cullen´ anrufen, bis er denjenigen gefunden hat, der seine kleine Schwester verletzt hatte. Wenn er ihn gefunden hatte, würde er ihn ganz sicher verfolgen, schlagen und zermalmen. Doch so sehr er mich verletzt hatte, verdiente er es nicht.
Es war alles meine Schuld. Ich war das naive kleine Mädchen, das einen kleinen Sommerflirt als die große Liebe ansah. Ich wusste noch immer nicht, wie ich so dumm sein konnte. Edward Cullen war Lichtjahre außerhalb meiner Liga. Er und ich zusammen wären wie das Lamm, das sich in den Löwen verliebte
Später sagte ich nichts, aus Selbstschutz. Nachdem ich mein Herz sorgfältig wieder zusammengeflickt hatte, wollte ich nicht, dass man über ihn sprach. Ich wollte nicht darüber nachdenken, denn es schmerzte.
Rose sah es anscheinend anders. Sie dachte, solange ich nicht darüber sprach, würde ich nie darüber hinwegkommen.
Ich wusste nicht, wie lang Rose und ich so zusammen saßen, bis ich die Stimmen von Emmett und Libby hörte. Sie klangen wie zwei Soldaten, die von ihrer Schlacht zurückkehrten. Zum Glück waren meine Tränen getrocknet, so sah ich wenigstens nicht ganz so schlimm aus.
„Mommy! Mommy! Mommy!”, rief Libby und rannte durch das Wohnzimmer.
„Ja, Baby?”
„Onkel Emmett hat mir gezeigt, wie man ein Tor wirft!”, rief sie und betonte die letzten beiden Wörter, als wären sie besonders wichtig. Ich versuchte mich zu erinnern, wie man beim Football Tore warf, doch ich konnte mich nicht erinnern. Ich versuchte immer alle Sportarten zu vermeiden, da sie meistens eh in der Notaufnahme endeten.
„Warte...ist das nicht das, wo man den Ball zwischen zwei solche Pfosten werfen muss?”, fragte ich.
Libby ärgerte sich über meine Wortwahl, warf mir einen vernichtenden Blick zu und drehte sich zu Rosalie. Sie brachte ihren Onkel fast zur Weißglut.
„Besser ich bring Libby jetzt nach Haus. Es ist schon recht spät.”, sagte ich und versuchte aufzustehen.
„Ich habe eine bessere Idee....”, warf Emmett ein. „Wie sieht aus? Wir bestellen etwas beim Chinesen und schauen die ganze Nacht Trickfilme an!”, fuhr er fort und klatschte mit Libby ab.
Rosalie und ich rollten mit den Augen. Emmett war manchmal so ein Kind!
„Können wir, Mommy?”, fragte Libby und zog eine Schnute.
„Du weißt, dass ich nicht nein sagen kann, wenn Du mich so ansiehst!”, antwortete ich gespielt streng.
Der restliche Abend war gefüllt mit Freude und Lachen. Ich war froh, dass ich die Möglichkeit hatte das Drama zu vergessen und meinen Blick auf die positiven Sachen zu legen. Ich hatte alles, was ich zum Glücklich sein brauchte. Ich hatte einen großartigen Job und war gesegnet mit dem unglaublichsten kleinen Mädchen, dass man sich vorstellen konnte und ich wurde unterstützt, von Menschen, die mich liebten – so wie ich war – und bald wurde ich zum ersten Mal Tante.
Emmett hatte genug vom Chinesen geordert, um eine ganze Armee zu füttern und aß selbst die Hälfte davon. Nachdem wir gegessen hatten, begannen wir mit dem Trickfilm – Marathon. Wir alle hatten `Happy Feet´ schon tausend Mal gesehen, doch mussten wir immer wieder lachen. Die Reaktionen von Libby und Emmett machten es noch lustiger. Ich fiel fast von der Couch, als Emmett versuchte zu tanzen und beinahe den gläsernen Couchtisch zu Bruch brachte. Rose und ich hielten uns gegenseitig, um wieder zu Atem zu kommen.
Irgendwann bei `Shrek´ war Libby auf Emmett´s Schoß eingeschlafen. Nachdem ich auch fast einschlief, entschied ich den Abend als beendet zu erklären. Emmett bot an mich nach Haus zu bringen, ein Angebot, dass ich sehr gern annahm, denn Libby den ganzen Weg zu tragen, war nicht gerade einfach.
Als wir zu Haus waren, legte Emmett Libby sanft in ihr Bett und verließ das Zimmer, damit ich ihr ihren Pyjama anziehen konnte. Sie wachte nicht auf, nicht mal als ich ihre Arme aus ihrem Pullover hob. Als ich fertig war, legte ich sie wieder in ihr Bett, gab ihr einen Kuss und legte Emmett´s Bär – einen Teddy, den Rose und Emmett ihr geschenkt hatten, als sie geboren wurde – in ihren Arm.
„Danke für den Abend, großer Bruder.”, sagte ich zu Emmett, der noch immer im Flur stand.
„Nicht der Rede wert, Zwerg. Du hättest dasselbe auch für mich getan.” Er gab mir wieder eine seiner knochenbrechenden Umarmungen und ging. Emmett und ich brauchten nicht viele Worte.
Ich verriegelte die Tür und seufzte. Ich fühlte mich, wie der Tod auf Latschen, aber ich wollte nicht schlafen, denn ich wusste, meine Träume würden von ihm handeln. Diese Träume kamen immer wieder, wenn ich zu viel darüber nachdachte. Ich liebte es von ihm zu träumen, doch der Schmerz danach, war nur schwer zu ertragen.
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Lasst mich wissen, was ihr denkt.
Bis bald.
lg. Moony
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