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von Leda    erstellt: 13.05.2010    letztes Update: 16.05.2010    Geschichte, Drama / P18 Slash    (fertiggestellt)
So, hier jetzt der zweite Teil. Vielen dank für die Kommis vom letzten Kapitel. Ich hab versucht sie so gut ich konnte zu beantworten, allerdings bin ich heute nicht 100%ig zurechnungsfähig.
Hoffe das Ende ist akzeptabel. Die Handlung hat sich nämlich während dem schreiben gefühlte 1000 mal verändert. Herausgekommen ist das hier:
             


Teil Zwei

Als Daniel am nächsten Morgen aufwachte wusste er im ersten Moment nicht, warum er sich so unglaublich glücklich fühlte. Dann jedoch strömten die Erinnerungen des vergangene Abends auf ihn hinein und mit einem zufriedenen Brummen drehte er sich zu Fynn um. Lächelnd öffnete er die Augen, doch das Lächeln gefror ihm auf den Lippen, als er sah, dass das Bett neben ihm leer war.

Fynn war gegangen, ohne ihn auch nur aufzuwecken. Er versuchte sich einzureden, dass er einfach nur auf Toilette gegangen war, oder vielleicht auch Brötchen holen, doch es wollte ihm einfach nicht gelingen. Dazu kannte er Fynn einfach zu gut. Da er eh nicht mehr schlafen konnte, setzte er sich auf und für einen Moment verbarg er sein Gesicht in den Händen.

Warum brannten seine verdammten Augen denn jetzt so? Er würde ganz bestimmt nicht anfangen zu heulen! Schön und gut, er hatte sich gestern wirklich eingeredet, dass Fynn es ernst meinte, doch im Grunde hätte er hiermit doch rechnen können oder?

Energisch rieb er sich über die Augen und stand dann auf. Mechanisch ging er ins Bad, wo er duschte und sich die Zähe putzte. Dann zog er sich an und ging ins Wohnzimmer, wo er alle Spuren vom vergangenen Tag beseitigte, damit er nichts hatte was ihn an Fynn erinnern konnte.

Ein Blick auf die Uhr sagte ihm, dass er noch über eine Stunde Zeit hatte, ehe er zur Uni musste. Normalerweise würde er diese Zeit mit seinem besten Freund verbringen, doch das stand gerade völlig außer Frage. Daniel hatte nämlich beschlossen Fynn aus seinem Leben zu streichen. Endgültig und ein für alle mal. Es machte einfach keinen Sinn mehr, sich weiter mit seinen unerwiderten Gefühlen herum zu quälen und da er wusste, dass es alles nur noch schlimmer machen würde, wenn er Fynn ständig sah, hatte er beschlossen ihn einfach gar nicht mehr zu sehen. Das klang einfacher als es eigentlich war, aber irgendwie würde Daniel das schon schaffen. Ganz bestimmt.

Der erste Schritt war, dass er Fynns Telefonnummer aus seinem Handy löschte. Ganz symbolisch verstand sich, schließlich kannte Daniel die längst auswendig, so dass es keine Rolle spielte, ob er sie nun löschte oder nicht. Danach stopfte er alle Sachen die Fynn ihm jemals geschenkt hatte und alle die Fotos von ihnen in einen Karton, klebte ihn zu und verstaute ihn irgendwo zwischen seinem Putzzeug. Am liebsten hätte er das ganze Zeug einfach weggeschmissen, aber das brachte er dann doch nicht über sich.

Der zweite Schritt war, dass er sich eine Mitgliedsschaft für das neue Fitnessstudie bei sich um die Ecke besorgte. Schließlich brauchte er dringend irgendetwas zu tun, was seine Gedanken ablenkte.

Der vorerst letzte Schritt war dann schließlich, dass er vor Kirsten verkündete, dass er sich einen Freund suchen würde, was seine Freundin in helle Aufregung versetzte. Immerhin waren all ihre Verkupplungsversuche, in den Jahren die sie sich schon kannte, fehlgeschlagen, da Daniel sich schlicht und ergreifend geweigert hatte sich auch  nur mit einem der möglichen Kandidaten zu treffen. Dass er in diesem Sinne endlich seine Meinung geändert hatte, zeigte in ihren Augen nur, dass er endlich zu Verstand gekommen war.

Alles in allem ging es Daniel erstaunlich gut. Nach und nach realisierte er, dass er sich eigentlich schon seit längerer Zeit immer weiter von Fynn distanziert hatte, so dass die Zurückweisung von seinem ehemaligen besten Freund die Trennung eigentlich nur abschloss und nicht einleitete.
Er ging wieder auf Partys, die er zuvor immer gemieden hatte, lernte neue Leute kennen, ging ins Fitnessstudio und stürzte sich in seine Studien. Somit hatte er eigentlich kaum Zeit auch nur an Fynn zu denken, geschweige denn, ihn zu vermissen.


Selbst Fynn, schien gemerkt zu haben, dass er zu weit gegangen war, denn er hatte sich seit jenem Abend nicht mehr gemeldet und Daniel war ganz froh darüber. Das gab ihm die Möglichkeit Abstand zu gewinnen oder zumindest hatte er das vor. Denn so wirklich wollte es ihm nicht gelingen. In allen möglichen und unmöglichen Moment tauchte Fynn plötzlich in seinem Kopf auf und so hartnäckig er es auch versuchte, er konnte ihn einfach nicht daraus vertreiben.

Das war auch der Grund warum er nun hier, vor dem Friseursalon stand, in dem Fynn arbeitete, anstatt zu lernen, wie er es eigentlich vorgehabt hatte. Unsicher trat er von seinem Fuß auf den anderen und starrte angestrengt durch das Schaufenster. Von Fynn war weit und breit nichts zu sehen. Vermutlich arbeitete er heute einfach nicht. Also konnte er doch ebenso gut nach Hause gehen oder? Automatisch setzten Daniels Füße sich in Bewegung, doch seltsamerweise trugen sie ihn nicht zurück in die Richtung aus der er gekommen war, sondern direkt in den Laden hinein.

„Haben sie einen Termin?“, fragte die volumöse Frau, die gerade dabei war einer Kundin die Haare zu waschen, ihn mit einem falschen französischen Akzent und obwohl er sie noch nie zuvor gesehen hatte, wusste Daniel, dass er es mit der Besitzerin des Ladens zu tun hatte. Fynn hatte ihm schon so viel von ihr erzählt, dass er sie praktisch schon zu kennen glaubte.

„Nein, aber ich bin auch nicht zum Haare schneiden hier. Ich wollte mit Fynn Rusche sprechen. Ist er hier?“
„Fynn?“, fragte die Frau verwundert und stellte dabei das Wasser ab.
„Nein, den habe ich schon ewig nicht mehr gesehen..Genaugenommen nicht mehr, seitdem er hier gekündigt hat. Das vor fünf Monaten oder so.“

Vor fünf Monaten? Das war zu der selben Zeit, als ihre Freundschaft auseinander gebrochen war. Aber alleine deshalb würde Fynn doch niemals seinen Job kündigen. Dafür liebte er ihn einfach viel zu sehr. Oder?

„Oh, ok, tut mir Leid sie gestört zu haben“, murmelte er, ehe er auf dem Absatz kehrt machte. Er war schon fast an der Tür, als die Frau ihn noch einmal zurück pfiff.
„Er hat, als er gekündigt hat, eine Adresse zurück gelassen“, sagte sie und kramte einen Zettel aus ihrer Theke.
„Vermutlich seine neue Arbeitsstelle oder so. Vielleicht versuchen sie es da einmal.“ Artig bedankte Daniel sich, während er die Adresse abschrieb. Dann stolperte er nach draußen und starrte auf den Zettel in seiner Hand. Er kannte die Straße. Mit der U-Bahn waren es gerade mal drei Stationen, doch wollte er dort wirklich hin? Nervös biss er sich auf die Unterlippe, doch noch ehe er eine Entscheidung getroffen hatte setzten seine Beine sich auch schon in Richtung U-Bahnstation in Bewegung. Er musste Fynn einfach sehen. Auch wenn es nur ein letztes Mal war. Ansonsten würde ihn das Ganze bis an sein Lebensende verfolgen.

Die ganze Fahrt über brachte er mit Grübeln und auch danach war er noch so tief in Gedanken versunken, dass er dreimal an der Adresse vorbei lief, ehe er schließlich begriff wo er war. Verwirrt starrte er auf den Zettel und dann wieder auf das Gebäude vor ihm stand. Fynns ehemalige Chefin hatte gesagt, dass das seine neue Arbeitsstelle war, doch das konnte Daniel sich beim besten Willen nicht vorstellen. Denn Daniel stand vor einem Krankenhaus und er wusste ganz genau, dass Fynn die auf den Tod nicht ausstehen konnte.
Trotzdem betrat er das Gebäude und bereits im Eingangsbereich schlug ihm der Geruch von Krankheit und Desinfektionsmitteln entgegen.

„Entschuldigen sie“, wandte er sich an die Frau am Empfangsschalter, die ihm ein müdes Lächeln schenkte.
„Kann ich ihnen irgendwie behilflich sein?“, fragte sie trotz ihrer offensichtlichen Erschöpfung ausgesprochen freundlich und am liebsten hätte Daniel nein gesagt und wäre einfach gegangen. Ein ungutes Gefühl hatte sich in seiner Magengegend breit gemacht und eine böse Vorahnung beschlich ihn.
„Ich wollte zu Fynn Rusche“, sagte er mit zitternder Stimme und nervös knetete er seine Hände, als die Frau einen Blick auf ihren Computer warf.
„Fynn Rusche, hmm ah da haben wir ihn ja. Dritter Stock, Zimmer elf. Besucher sind für nicht länger als eine halbe Stunde erlaubt und regen sie ihn bitte nicht auf.“

Daniel hatte das Gefühl, dass seine Beine auf Blei wären. Im Schneckentempo schleppte er sich zum Aufzug und drinnen musste er sich gegen die Wand lehnen, um nicht umzukippen. Sein Kopf war wie leer gefegt. Das Einzige was blieb, war eine tiefe  Verzweiflung, die sich immer weiter in ihm ausbreitete, bis sie ihn zu sprengen drohte.

Der Fahrstuhl brauchte eine gefühlte Ewigkeit bis in den dritten Stock und Daniel stand kurz davor umzukippen, als die Türen sich schließlich mit einem leisen 'Pling' öffneten. Hals über Kopf stürzte er nach draußen und rannte bei dem Versuch das richtige Zimmer zu finden fast eine Schwester über den Haufen.

„Passen sie doch auf“, keifte sie ihm nach, doch Daniel nahm es gar nicht wirklich wahr.
Alle seine Gedanken drehten sich allein um Fynn: Wie es ihm ging, was mit ihm war und wie es mit ihnen weiter gehen würde.

Sein Herz blieb beinah stehen, als er schließlich von dem Zimmer mit der Nummer elf stand. Er zwang sich dazu ein paar Mal tief durchzuatmen, ehe er schließlich klopfte und dann das Zimmer betrat. Das Licht war ausgeschaltet und die Vorhänge zugezogen und es dauerte einen Augenblick, ehe seine Augen sich an die Dunkelheit gewöhnt hatten.

Dann jedoch erkannte er schließlich die ersten Umrisse und schließlich auch das Bett, in dem eine schmale Gestalt lag. Fynn hatte ihm den Rücken zugekehrt, trotzdem erkannte Daniel ihn sofort. Am liebsten hätte er sich sofort auf ihn gestürzt, um ihn in seine Arme zu ziehen und es kostete ihn alle Selbstbeherrschung die er aufbringen konnte es nicht zu tun. Stattdessen umrundete er das Bett und setzte sich dann auf den Stuhl der dort stand.

Für einen Moment schloss er die Augen und atmete ein paar Mal tief durch, ehe er sie wieder öffnete und Fynn anblickte. Zum ersten Mal seit fünf Monaten sah er ihn wieder und Daniel war sich nicht sicher, ob er ihn erkannt hätte, wenn er ihm auf der Straße begegnet wäre. Sein im Schlaf noch erschöpftes und angespanntes Gesicht, war aschfahl und wirkte, abgehärmt und eingefallen. Violette Ringe umgaben seine Augen und die Lider waren von bläulichen Äderchen durchzogen. Ein leichter , heller Flaum überzog Fynns Kopf, der davon abgesehen völlig kahl war und automatisch streckte Daniel die Hand aus, um darüber zu streicheln. Die Bewegung schien Fynn aufzuschrecken, denn er wurde unruhig und leicht begann er sich zu regen.
„Daniel“, murmelte er im Schlaf und seine farblosen, rissigen Lippen verzogen sich zu einem schiefen Lächeln.
„Daniel.“
„Ich bin hier“, murmelte Daniel und mit einem zufriedenen Seufzen schmiegte Fynn sich gegen seine Hand.

Später konnte Daniel nicht sagen wie viel Zeit vergangen war, ehe Fynns Augenlider schließlich zu flattern begannen. Die ganze Zeit hatte er gedankenverloren über seinen Kopf gestreichelt, doch seine Hand stockte als Fynns Augen so unvermittelt auf seine trafen.
Für einen Moment starrte er ihn einfach nur an, doch dann trat plötzlich ein wütender Ausdruck auf Fynns Gesicht.

„Was, zum Teufel, tust du hier?“, krächzte er während er versuchte sich aufzusetzen. Jedoch gaben seine Arme unter ihm nach und kraftlos fiel er auf das Bett zurück.
„Ich hab...ich wollte...“, stammelte Daniel. Plötzlich war er sich ziemlich sicher, dass es ein Fehler gewesen war her zu kommen. Er hätte einfach zuhause bleiben und für die anstehende Prüfung lernen sollen. Dann wäre er jetzt nicht hier und müsste sich nicht Fynns Zorn stellen, dessen Ursprung er noch nicht einmal kannte.

„Deine ehemalige Chefin hat mir die Adresse gegeben“, sagte Daniel schließlich, als ihm klar wurde, dass Fynn offenbar immer noch auf eine Antwort von ihm wartete.
„Sie dachte, dass du jetzt hier arbeitest...“ Daniel brach ab, da er nicht wusste was er sonst noch sagen sollte. Verächtlich schnaubte Fynn auf und allein das schien ihn so sehr zu erschöpfen, dass er mit einem Seufzen die Augen schloss.

„Du hättest nicht kommen sollen“, flüsterte er und mit einem Mal klang er nicht mehr wütend sondern einfach nur noch erschöpft und ein kleines bisschen traurig.
„Ich wollte nie, dass du mich so siehst.“
Die Worte wirbelten so lange in Daniels Kopf herum, bis es schließlich 'Klick' machte. Alle Teile rückten an ihren Platz und wie ein Puzzel ergaben sie ein Bild, welches Sinn machte. Und zum ersten Mal hatte Daniel das Gefühl, Fynn von Grund auf zu verstehen.

„Das war der Grund oder?“, fragte er leise, wie um sich zu vergewissern und Fynns linkes Auge öffnete sich einen Spalt breit. Gerade genug um ihn anzublicken.

„Warum ich nie eine Beziehung eingegangen bin? Ja, so kann man das wohl sagen.“ Er machte eine kurze Pause, offenbar um seine Kräfte zu sammeln, ehe er weiter sprach.
„Das liegt bei uns in der Familie. Meine Großeltern hatten es, meine Tante und auch meine Mutter. Ich hab gesehen wie mein Vater sich von ihr abgewandt hat, als sie so schwer krank wurde. Das hat sie zerstört, mehr als die Krankheit und als ich an ihrem Grab stand, da habe ich mir geschworen, dass ich niemals jemanden so viel Macht über mich geben würde. Und dann bist du gekommen und hast alles kaputt gemacht.“ Wieder legte er eine Pause ein, während der Daniel seine Hand streichelte und von ganzem Herzen wünschte, dass er ihm ein bisschen von seiner Kraft abgeben könnte.

„Weißt du noch, als ich letztes Jahr angeblich in England war?“ Es war nur eine rein rhetorische Frage und Fynn ließ ihm auch keine Zeit sie zu beantworten.
„Die Narbe an meinem Bauch stammt nicht von einem Schwulenschläger aus Manchester. In Wirklichkeit war ich im Krankenhaus und hab die Milz entfernt bekommen. Viele von den Männer habe ich nur erfunden. Wenn ich angeblich mit ihnen weg war, war ich hier und hab Bestrahlung gekriegt. Ich wollte dich nicht anlügen, aber ich konnte dir auch nicht die Wahrheit sagen. Ich wollte weder, dass du dich von mir abwendest, noch, dass du aus Mitleid bei mir bleibst.“ Tränen begannen bei diesen Worten über Fynns Wangen zu rinnen und so sanft er konnte streichelte Daniel sie fort.

„Weißt du noch den Abend, als ich bei dir war und na ja, du weißt schon...“ Ein leichter rot Schimmer überzog Fynns Wangen, was seinem fahlen Gesicht etwas Leben einhauchte.
„Ich wusste, dass ich am nächsten Tag meine Blutergebnisse bekommen würde. Es gab nur zwei Möglichkeiten. Entweder der Krebs war ganz verschwunden, dann könnte ich zu dir zurückkommen und endlich ein normales Leben beginnen oder der Krebs hatte gestreut, dann wäre das die ideale Möglichkeit für einen glatten Bruch. Ich wusste genau, dass du mir niemals verzeihen würdest...“ Daniel musste nicht fragen wie die Geschichte weiter ging. Er wusste es auch so. Schließlich war Fynn an jenem Morgen nicht zurück gekommen und lag nun hier, völlig zerstört von der Krankheit, gegen die er all die Jahre auf sich allein gestellt gekämpft hatte.

„Wie geht es dir jetzt?“, fragte er leise, da er es einfach wissen musste und Fynn schenkte ihm ein dünnes Lächeln.
„Ganz ehrlich? Die Chemo hat mich fast umgebracht, im wahrsten Sinne des Wortes, aber ich werde es überleben. Zumindest für eine Weile.“
Das 'Und dann' lag Daniel schon auf den Lippen, doch er  wagte nicht es auszusprechen. Viel zu sehr fürchtete er sich vor der Antwort, die Fynn ihm geben würde. Doch was brachte es, sich schon jetzt Gedanken darum zu machen? Sollten sie nicht einfach die Zeit die sie hatten so gut sie konnten nutzen und jeden Augenblick zusammen genießen? Das war zumindest das was Daniel wollte.

Mit einem Lächeln hob er Fynns Hand an seine Lippen und drückte einen Kuss auf die weiche Innenfläche. Was auch immer noch passieren würde, er würde bis zum Ende bei ihm bleiben. Er hatte so viele Jahre auf ihn gewartet, da würde er sich die Chance durch nichts und niemanden neben lassen. Weder von Fynn, noch von seiner Krankheit, der er eh schon den Kampf angesagt hatte. Wenn sein werter Freund wirklich glaubte, dass er einfach so aufgeben würde, dann hatte er sich aber mächtig getäuscht. Er steckte schon viel zu tief drin, als das er einfach noch umdrehen könnte.

„Du planst doch irgendetwas“, bemerkte Fynn mit zu Schlitzen verengten Augen. Daniel erwiderte nichts, sondern lächelte nur still vor sich hin. Fynn würde noch früh genug bemerken was ihm alles bevorstand. Dafür würde er schon sorgen.


*+*+*+*+*+*+*+*+*+*+*+*



„Wo zum Teufel sind wir hier?“ Misstrauisch beäugte Fynn die unscheinbare, braune Wohungstür und drehte sich dann zu Daniel um, der dabei war einen Schlüssel aus seiner Tasche zu kramen.
„Kannst du dir das denn nicht denken?“, fragte er, während er die Tür aufschloss und sie dann aufstieß. Dahinter lag ein heller Flur, der in eine geräumige Küche auslief.
„Du...“, setzte Fynn an, brach jedoch mit einem Quieken ab, als Daniel ihn hoch hob und über die Türschwelle trug.

„Lass den Blödsinn,“ rief er lachend und Daniel konnte einfach nicht widerstehen. Er beugte sich vor und küsste ihn auf die vollen Lippen. Der Kuss dauerte etwas zu lange um noch keusch genannt zu werden und Fynns Wangen waren hoch rot, als sie sich schließlich wieder voneinander lösten.
„Schlafzimmer“, keuchte er atemlos. Mit einem Fußtritt schloss Daniel die Tür hinter ihnen und trug seinen Freund dann in das Schlafzimmer ihrer ersten gemeinsamen Wohnung. Fynn war erst kurz zuvor aus dem Krankenhaus entlassen worden. Da er seine Wohnung zwangsläufig aufgeben musste, während er im Krankenhaus war, hatte er Daniel gefragt ob er vorübergehend bei ihm bleiben könnte, nicht ahnend, dass sein Freund bereits alles geregelt hatte.

Daniel hatte nicht vor Fynn jemals wieder gehen zu lassen und so war er bereit alles erdenkliche zu tun, um ihn an sich zu ketten. Der Gedanke mit der gemeinsamen Wohnung war ihm einige Wochen zuvor gekommen und er hatte es gerade ebenso geschafft alles bis zu Fynns Entlassung zu regeln. So blieb ihnen jetzt nichts mehr zu tun, so dass Daniel auch kein schlechtes Gewissen haben musste, als er Fynn auf ihrem Bett ablegte.
Schließlich hatten sie alle Zeit der Welt.
Zumindest für eine Weile, so paradox das jetzt auch klingen mochte.


Daniel liebte Fynn so lange und ausführlich, dass Fynn irgendwann nicht mehr wusste wo oben und unten war. Zufrieden kuschelte er sich danach in seine Arme und sanft streichelte Daniel ihm über das Haar, welches schon ein gutes Stück nachgewachsen war.

„Du bist doch noch da wenn ich morgen aufwache oder?“, fragte er, nur um ganz sicher zu gehen und schläfrig lachte Fynn auf.
„Natürlich“, murmelte er.
„Ich verspreche es.“ Mit diesen Worten schmiegte er sich noch ein bisschen enger an Daniel, der seine Arme um ihm schlang und ihm einen leichten Kuss auf die Schläfe hauchte.
Daniel wartete noch bis Fynns Atem ganz ruhig und gleichmäßig ging, dann setzte er sich leicht auf und zog ein paar Handschellen unter seinem Kopfkissen hervor.

Es mochte paranoid und besitzergreifend wirken, dass er Fynns Hand an das Geländer von ihrem Bett kettete, aber sicher war nun einmal sicher und als Daniel schließlich einschlief, tat er das mit der Gewissheit, dass Fynn am nächsten Tag immer noch da sein würde. Ob er nun wollte oder nicht...





Sooooo. Wie man merkt stehe ich auf diese relativen Happyends. Wenn es irgendwelche Beschwerden dazu gibt, ihr wisst ja wo das Knöpfchen für die Drohbriefe ist. Ich hoffe mal es war alles nicht zu absehbar und ich konnte den einen oder anderen noch überraschen.

Ach ja, Daniel kettet Fynn ans Bett weil er einfach ein bisschen vorgeschädigt ist von ihrer ersten gemeinsamen Nacht und das gleiche nicht noch mal erleben möchte. Würde Fynn allerdings wirklich gehen wollen und nicht nur aus einer Kurzschlussreaktion heraus handeln, würde Daniel ihn selbstverständlich gehen lassen.


Bis zum nächsten Mal. Liebe Grüße Leda
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