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Geschichte: Fanfiktion
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von Minaechen
erstellt: 03.05.2010
letztes Update: 16.11.2010
Geschichte, Romanze / P16
(abgebrochen)
So hab jetzt eine neue Story on gestellt, wie ihr seht. Bei meinen anderen FFs werden auch bald neue Chaps erscheinen, denn die sind gerade in bearbeitung und zur hälfte bereits fertig.
So, genug gelaber. Viel Spaß beim lesen und hinterlasst mir ein paar Reviews. :D
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1. Kapitel
Belladonnalilie
Belladonnalilie
Ich musste zugeben, dass ich nie viel davon hielt, wenn jemand einen heimlichen Verehrer hatte. Man wusste doch nie, wer dabei rauskam. Am Schluss war das einer wie Mike Newton. Ein Ekel, der nur das Eine im Kopf hatte.
Zu High School Zeiten waren solche Sachen fast schon so etwas wie Mode. Jeder musste einen haben. Je schöner die Blumen, desto besser. Die eine wollte die andere übertrumpfen. Wer keinen Verehrer hatte, erschuf sich einen. Der Zweck heiligte die Mittel. Entweder sie kauften sich einen Typen oder sie gingen auch so weit, dass sie sich selbst Blumen schickten. Doch leider kann man schnell dahinter, dass es keinen Verehrer gab und dann ging die Hölle erst richtig los. Ich hatte damals nichts für diese Mode übrig und war auch froh, dass kein Junge auf die Idee gekommen war, mir irgendwelche Blumen zu schicken. Meine High School Zeit verging Stress- und Blumenfrei. Doch das sollte sich noch ändern.
Als ich die ersten Blumen erhalten hatte, war ich erst einmal baff. Ich meine... Niemand hatte damit gerechnet und am wenigsten ich. Inzwischen ging ich auf die Uni, da durfte man doch mal davon ausgehen, dass die Leute inzwischen etwas erwachsener waren.
Ich wusste, dass es ein konnte, dass sich jemand einen schlechten Scherz mit mir erlaubte, und so wollte ich es auch behandeln. Wie einen Witz. Natürlich war ich Anfangs geschmeichelt, welche Frau wäre das nicht. Doch ich war realistisch. Wie groß war die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Mann mit der Sprache der Blumen ernsthaft auskannte und sie auch an wandte. Meistens waren sie absolute Ignoranten, wenn es um so etwas romantisches ging. Hauptsache die Frau hatte ihre Blumen und gab dann Ruhe. Der Rest war unwichtig, denn danach waren die Frauen für paar Monate ruhig und man(n) konnte wieder in Ruhe Fernsehen schauen konnte. Auf der ganzen Welt gab es nur noch eine Handvoll Gentlemans. Wieso sollte ausgerechnet ich das Glück haben und einen abbekommen?
Ich war niemand außergewöhnliches. Niemand besonderes. Ich passte eher zum Durchschnitt. Meine braunen schulterlangen Haare hatten nichts besonderes an sich, außer vielleicht das sie leite Naturlocken an den Enden hatten und noch dazu verflucht widerspenstig waren. Ein Heuhaufen sah dementsprechend, wie ein Kunstwerk aus.
Mit meinen 1.65 m konnte man mich eher übersehen als sehen.
Das einzige auffällige an mir waren meine braunen Augen. So sagten es mir jedenfalls die anderen. Jeder verglich sie mit geschmolzener Vollmilchschokolade. Doch ich konnte es nicht wirklich nachvollziehen. Für mich waren sie braun. Einfach nur braun.
Meine Bestefreundin Alice, versuchte zwar mich immer davon zu überzeugen, dass es an mir sehr vieles gab, was ich lieben konnte und sollte und, dass andere es ebenfalls sehen würden. Doch ich hatte, zu meinem Leidwesen, sehr viele von meiner Mutter geerbt und somit leider auch ihren Dickkopf. Egal was ich mir in den Kopf gesetzt hatte, zog ich gnadenlos durch. Manchmal wollte ich auch mit dem Kopf durch die Wand, was nicht immer schmerzfrei war.
Und genau diese Gene zwangen mich dazu, herauszufinden, wer mir die Blumen schickte. Es waren nie die selben und auch nicht immer ein ganzer Strauß (AN: Nicht der Vogel Strauß^^. Ich weiß.... Doofer Witz^^). Manchmal kamen auch nur einzelne Blumen. Es ging auch nicht darum, was für Blumen es waren, sondern viel mehr um deren Bedeutung.
Die Blumensprache war einfach faszinierend. Wer sich nicht traute, seiner Angebeteten ins Gesicht zu sagen, was er empfand, so schickte er ihr einfach Blumen. Dumm war nur, wenn die Angetraute nicht verstand, was man(n) damit sagen wollte. Deswegen hatte ich mir schon vor Jahren ein Buch gekauft, indem alle Bedeutungen der Blumensprache verzeichnet waren. Okay... Ich musste gestehen, dass mein Florist mir das Buch empfohlen hatte. Doch ich musste sagen, dass ich diese Anschaffung kein bisschen bereute. Edward arbeitete bereits seit Jahren in dem Blumenladen, indem ich angefangen hatte die Blumensträuße für das Grab meiner Eltern zu kaufen.
Meine Eltern waren vor fünf Jahren bei einem Autounfall gestorben. Eigentlich hätte ich mit im Auto sitzen sollen, denn sie waren auf dem Weg zu meiner Tante gewesen und ich hätte sie auch besuchen sollen. Doch da ich am nächsten Tag eine wichtige Klausur hatte und noch etwas lernen wollte, blieb ich zu Hause.
Mitten in der Nacht hatte es dann bei uns geklingelt und vor meiner Haustüre standen zwei Polizisten und überbrachten mir die Nachricht, dass meine Eltern noch vor Ort verstorben waren. Für mich brach eine ganze Welt zusammen. Seit dem wohnte ich alleine in unserem großen Haus, doch lange hielt ich es dort nicht aus. Alles erinnerte mich zu stark an meine Eltern. Ein Jahr nach ihrem Tod zog ich schließlich aus, doch das Haus blieb in meinem Besitz. Ich brachte es einfach nicht übers Herz es zu verkaufen. Dafür war es mir dann doch zu schade. Mit der Lebensversicherung meiner Eltern konnte ich ganz leicht beides bezahlen. Meine jetzige Wohnung und das Haus. Langsam ging alles wieder Bergauf.
Mit den Blumen, wollte ich mich wenigstens ein wenig bei meinen Eltern erkenntlich zeigen und so hatte ich auch Edward kennen gelernt. Wir waren inzwischen sehr gute Freunde geworden. Doch ich hatte immer das Gefühl, dass da mehr sein sollte. Ich konnte es nicht genau benennen. Ich fühlte mich in seiner Nähe pudelwohl, sicher und wollte am liebsten die ganze Zeit bei ihm bleiben. Doch ich stellte diese Gefühle in den Hintergrund, denn mir war unsere Freundschaft wichtiger, als irgendwelche ominösen Gefühle.
Doch wenn ich es mir genau überlegte, wussten wir fast gar nichts über einander. Eigentlich nur die grundlegenden Sachen, und nicht einmal die zu hundert Prozent. Den vollen Namen – seiner war Edward Anthony Masen -, als was wir arbeiteten oder arbeiteten wollten – bei ihm war es ja offensichtlich –, ein bisschen etwas über unsere Eltern – sein Vater war Arzt und seine Mutter Innenarchitektin – und etwas über unsere Hobbys – er spielte sehr gerne Klavier -.
Ich selber hatte Edward auch nicht viel über meine Eltern erzählen können, da ich immer in Tränen ausbrach und er mich dann tröstend im Arm hielt. Es schmerzte heute immer noch von ihnen zu reden oder an sie zu denken, aber ich heulte nicht mehr wie ein Schlosshund. Über seine Eltern redete Edward auch nicht sehr gerne, ob es wohl daran lag, dass er sich vielleicht mit ihnen zerstritten hatte oder daran, dass sie sich einfach nicht so gut verstanden, wusste ich nicht. Er wollte mir nicht so viel preisgeben. Am Anfang dachte ich noch, dass es nur daran lag, weil er mich nicht an meine toten Eltern erinnern wollte, aber von Jahr zu Jahr wurde ich misstrauischer, doch den Mut, um ihn darauf anzusprechen, konnte ich nicht aufbringen.
Meine gesamte Freizeit verbrachte ich bei ihm im Landen. Ich liebte den Duft der Blumen. Meistens aber half Edward mir mit meinem Studium. Da ich Innenarchitektur studierte und Edwards Mutter genau diesen Beruf ausübte, war er die perfekte Hilfe, da er sich auch ein bisschen damit auskannte. Wenn er nicht gewesen wäre, hätte ich mein Studium gleich an den Nagel hängen können. Nur durch ihn hatte ich meine Noten halten können. Irgendwie musste ich mich ihm noch erdenklich zeigen. Vielleicht sollte ich etwas kochen. Mein Vater meinte immer, ich wäre eine spitzen Köchin und sollte mir doch lieber das zu nutzen machen, als irgendwelche Dekorationen in fremden Wohnungen zu verteilen. Aber es setzten sich mal wieder die Sturkopf-Gene meiner Mutter durch. Aber ich würde auf jeden Fall Edward irgendwann einladen. Vielleicht in den Ferien, denn da hatte ich die Abende frei und könnte mich darauf konzentrieren.
Heute war es mal wieder so weit. Ich wollte auf den Friedhof. Ich hatte jedes mal Angst davor, denn es nahm mich immer wieder mit. Es machte mir so sehr zu schaffen, dass ich danach doch wieder zu Edward in den Laden ging, da ich es nicht aushielt alleine zu sein.
Kaum hatte ich die Tür passiert, fühlte ich mich, als würde ich in eine andere Welt eintreten. Der Gestank von Hot Dogs und Autoabgasen hing hier nicht in de Luft, sondern nur der süßliche Duft der Blumen. Hier könnte ich bis zum Ende meines Lebtages bleiben und wäre einfach überglücklich.
Leider funktionierte das nicht und ich musste in die Uni, auf den Friedhof oder wohin das Leben mich auch verschlug.
„Hey Bella!
Wie war die Schule? Stehen wieder irgendwelche Tests an?“ Edward wie er Leibt und Lebt. Das war jeden Tag die gleiche Begrüßung. Er umsorgte mich wie ein Ehemann und irgendwie gefiel mir diese Vorstellung. So einen Mann kannte sich jede Frau nur wünschen.
„Langsam Ed! Hol mal wieder Luft. Ich glaube, ich sollte dich in Zukunft von Alice fernhalten. Ihr Verhalten scheint ansteckend zu sein.“ Dafür erhielt ich von Edward sein alt bekanntes schiefes Lächeln.
„Ich bin einfach nur neugierig. Das kannst du mir doch wohl nicht verübeln, oder? Ich interessiere mich halt für dich.“
„Was soll an Schule schon interessant sein? Man wird verarscht, bekommt schlechte Noten und hatte mindestens die halbe Footballmannschaft im Bett.“ Edward starrte mich mit geschockten Augen an.
„Das war ein Scherz! Also wirklich! Manchmal bist du wirklich der humorloseste Mensch, der mir je untergekommen ist.“ Warum schaute er denn jetzt so verletzt? Hatte ich was falsches gesagt?
„Tut mir leid. Ich war mir nicht sicher, ob du es wirklich als Scherz meintest, deswegen...“
„Edward. Das du auch nur daran denkst, mir so etwas zu unterstellen...“
„Nein! So war das doch gar nicht gemeint! Ich weiß, dass du so etwas nicht machen würdest. Du bist für so etwas einfach zu gut. Du hast wirklich was besseres verdient, als solche dämlichen Typen.“ Man merkte ihm sofort an, dass er ein schrecklich schlechtes Gewissen hatte, wegen dem, was er gedacht hatte. Er hatte ein wirklich liebes Mädchen an seiner Seite verdient. Einen besseren Kerl, konnte keine Frau der Welt bekommen.
„Du solltest nicht immer alles so ernst nehmen, was Leute so sagen“, er schaute mich irritiert an. Ich lächelte ihn sanft an. „Ich necke dich doch nur ein bisschen. Ganz besonders bei mir scheinst du bei so etwas über zu reagieren. Du weißt doch, dass ich so etwas nicht so ernst nehme.“
„Ich nehme dich sehr ernst. Ich finde es sehr wichtig. Ich finde dich wichtig. Irgendwie hatte ich das Gefühl, als könne man mit Alice nicht über so wichtige Sachen sprechen, deswegen strenge ich mich doppelt so stark an. Vielleicht ist es manchmal einfach zu viel. Ich werde versuchen mich ein bisschen zurück zu halten.“ Er war wirklich zu süß. Entweder ich hatte mich verguckt oder er ist wirklich ein bisschen rot geworden.
„Und dafür danke ich dir viel Mals. Ich weiß das wirklich zu schätzen, aber du solltest es wirklich nicht übertreiben. Ich finde Humor bei einem Menschen sehr wichtig, deswegen hoffe ich doch, dass dein Sinn für Humor noch nicht verkümmert ist. Das wäre nämlich zu schade.“ Jetzt lächelte ich ihn schief an. Er schaffte es tatsächlich mich immer wieder aufzubauen. Egal wie schlecht ich drauf war, ein kleiner Besuch bei Edward und es ging mir wieder blendend.
„Nein. Ist er noch nicht. Ich hoffe doch, dass ich dir genauso wichtig bin, wie der Humor beim Menschen.“ Er lehnte sich leicht über die Theke und ich bemerkte erst jetzt, dass ich immer noch am Eingang stand und den Blumenduft inhalierte. Sofort stoppte ich meine Tätigkeit und ging zu ihm an den Tisch.
„Ach Schatz. Wie kannst du nur denken, dass du mir nicht wichtig bist? Du weißt doch, dass ich ohne dich nicht leben könnte.“ Herr Gott, jetzt hörte ich mich an wie eine dieser Betthäschen. Ich war sogar sehr nahe dran und das machte mir Angst. Aber Übertreibung war war sehr wichtig, um das Ego eines Mannes wieder aufzubauen.
„Wieso höre ich dann aus deiner Stimme Sarkasmus heraus?“ Er hob eine seiner Augenbrauen.
Verdammt! Er hatte es bemerkt! Houston wir haben ein Problem!
„Weißt du Edward...
Einbildung ist auch eine Bildung. Und es ist wahrscheinlich die einzig Bildung die du bekommst.“ Es war zwar gemein, doch Edward merkte, dass es nicht ernst gemeint war und ich mein Lachen kaum noch zurückhalten konnte.
„Warum musst du immer so gemein zu mir sein? Ich habe dir nie etwas getan“, schniefte er.
„Ooohhh! Umarmung?“ ich breitete meine Arme aus und wartete, bis er nickte, um den Tisch ging und mich auch umarmte. So war das jedenfalls bisher immer. Doch heute weigerte er sich und schmollte. So sah er sogar noch putziger aus.
„Ach komm schon! Schmoll hier nicht so herum. Du weiß doch, dass du der einzige bist, denn ich mit meinen Sticheleien ärgere. Du bist der einzige, der nicht gleich beleidigte Leberwurst spielt. Naja, jedenfalls war es bisher so. Aber wenn du die Alice-Nummer abziehen willst und mindestens eine Woche auf mich sauer sein willst... Bitte schön!“ Damit drehte ich mich um und ging auf den Ausgang zu. Bevor ich auch nur in die Nähe der Tür kam hörte ich wie Edward über den Tisch sprang, auf mich zugeeilt kam, mich packte, herumgedreht und in eine feste Umarmung zog.
„Du machst nicht mit?“ Edward hatte mich ein Stück von sich weggedrückt und schaute mir jetzt in die Augen.
„Nö. Jetzt habe ich keine Lust mehr. Du kannst dich ja selber knuddeln.“ Ich befreite mich umständlich aus seinem Griff und wollte wieder auf die Tür zu marschieren, als er von hinten die Arme um meine Taille schlang und seinen Kopf auf meiner Schulter legte. Diese Geste brachte mein kleines Herz zum schneller schlagen, warum auch immer. Ich atmete ein paar male unauffällig durch und versuchte somit meinen Herzschlag wieder unter Kontrolle zu bekommen, bevor er etwas bemerken konnte.
„Nicht sauer sein. Ich hab dich doch Lieb. Nicht mehr streiten, in Ordnung?“ Mit seiner kindlichen Stimme, brachte er mich immer wieder zum Lachen, und das wusste er genau. Ich konnte ihm nie lange wegen irgendetwas böse sein.
„Also gut. Ich gebe auf. Ausnahmsweise. Nicht mehr streiten. Das solltest du öfters machen“ Ich musste mich ja noch bei im revanchieren. Ich konnte ein böses grinsen nicht unterdrücken, doch allem Anschein nach, hatte es Edward nicht bemerkt. Gut so.
„Was? Mit dir streiten oder dich umarmen?“
„Weder noch. Naja, das letzte kannst du so oft machen, wie du willst. Nein, ich meine dich wie ein Kind verhalten. Das passt zu dir.“ Das musste einfach sein.
„Bhoa!“ Ich drehte mich zu ihm um und brach in schallendes Gelächter aus. Edward starrte mich mit offenem Mund an. So hatte ich ihn noch nie gesehen.
Irgendwann schien er seinen Schock überwunden zu haben, denn er warf mir solch böse Blicke zu, wo andere sich längst in die Hosen gemacht hätten. Ich konnte darüber nur noch mehr lachen. Erst jetzt bemerkte ich, dass seine Hände immer noch auf meinen Hüften lagen und das war ein sehr schwieriges unterfangen. Denn ich lief Gefahr, dass er sich das zu nutzen machte und mich mal wieder so richtig gründlich durch kitzelte. Ich war an den Seiten viel zu kitzelig und Edward machte sich dieses Wissen nur zu gerne zu Nutzen.
Ich wurde von ihm schon zu oft auf diese Weise attackiert und das vorzugsweise hier im Laden. Es interessierte ihn kein bisschen, dass jederzeit ein Kunde reinkommen könnte. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass er nur im Laden war und arbeitete, wenn er gelangweilt war. Er schien mir nicht gerade der typische Arbeiter zu sein.
Anscheinend wurde sich auch Edward der Position seiner Hände bewusst, denn ein böses Lächeln zierte plötzlich seine Lippen. Ich konnte nur laut schlucken, denn ich hatte schon so eine Ahnung, was jetzt passieren würde. Dafür musste man keine Hellseherin sein (AN: Sorry Alice^^ Aber diese Bemerkung konnte ich mir einfach nicht verkneifen XD)
„Edward“, warnte ich ihn. „Komm nicht auf dumme Ideen, die du später bereuen könntest. Ich warne dich!“ Allen Warnungen zum Trotz, fing er an mich durch zu kitzeln. Ich versuchte mich zu wehren, doch das einzige was dadurch erreichte war, dass ich hängen blieb und auf den Boden knallte. Doch Edward kannte keine Gnade, er setzte sich auf meine Beine, damit ich nicht nach ihm treten konnte und machte einfach weiter.
„Hö... hör......a... auuf....!!!“ Ich versuchte seine Hände zu fangen und sie aufzuhalten, doch leider gelang es mir nicht wirklich.
„Nimmst du es zurück? Entschuldigst du dich bei mir?“ Dieser Mistkerl!
„NIEMALS!“, rief ich durch mein Lachen hindurch.
„Gibst du auf?“
„Nei... Nein!“ Er kitzelte mich noch stärker. Ich bekam kaum noch Luft, aber so schnell würde ich mich nicht geschlagen geben.
„Na los! Gib auf und ich höre auf dich zu foltern.“ Egal wie verlockend dieser Vorschlag auch war, ich würde nicht aufgeben. Auch wenn ich dadurch sterben würde.
„NEIN!“ Oh Gott! Mir tat schon der Bauch weh. Lange würde ich das nicht mehr aushalten.
Plötzlich räusperte sich jemand und Edward stoppte sofort. Ich bekam endlich wieder die Chance tiefe Atemzüge zu nehmen und die nutze ich auch. Fast gleichzeitig schauten wir zu Tür, wobei Edward immer noch auf mir saß.
„Wieso wundert es mich nicht, Sie hier und vor allen Dingen so zu sehen?“ Na super, als wäre mein heutiger Tag nicht schon schlimm genug gewesen, jetzt musste auch noch meine verhasste Kunstlehrerin Mrs. Dwayer hier auftauchen. Was hatte ich in meinem vorherigen Leben getan, dass ich das verdiente?
„Typisch! Da fehlt die elterliche Aufsicht und Erziehung. Aus so einem Kind, kann ja nichts werden. Man hätte Sie nicht mit Samthandschuhen anfassen sollen. Die Rute hat noch keinem geschadet. Sie sind zu nichts nutze. Das beweisen ja auch ihre Kunstnoten.“
Edward war inzwischen von mir runter gekrochen und half mir beim aufstehen, während die Schimpftirade von Mrs. Dwayer nicht zu enden schien. Ich hatte schon vor Jahren gelernt das zu ignorieren, da sie mich ja nur in der Schule fertig gemacht hatte. Bis jetzt jedenfalls. Sie konnte mich schon von Anfang an nicht ausstehen und zeigte sie auch ganz deutlich. Sie machte meine Arbeiten vor der ganzen Klasse nieder, obwohl sie denen eines Profis glichen. Den das einzige, das ich zu hundert Prozent beherrschte, war nun mal das Zeichnen. Dennoch bekam ich immer schlechte Noten und keiner schien etwas zu bemerken, oder wollte sich einmischen. Wenn es so weiter ging, würde ich meinen Abschluss – aufgrund meiner Kunstnoten – nicht bestehen.
„Genau so wie die Mutter!“ Genau dieser Satz ließ mich erstarren und mein Herz still stehen. Wie konnte sie es wagen, meine Mutter schlecht zu machen? Was bildete sie sich eigentlich ein, wer sie war? Mich konnte sie kritisieren, so viel sie wollte, aber wenn es um meine Eltern ging, hörte der Spaß auf.
„Was erlauben Sie...“, fing ich an, wurde jedoch von Edward unterbrochen.
„Ich glaube kaum, dass Sie in der Position sind, um über Bellas Eltern zu urteilen. Sie sollten jeden Schüler mit einem gewissen Respekt behandeln und außerdem glaube ich nicht, dass Bellas Arbeiten so schlecht sind. Ich habe ihre Hausaufgaben gesehen und ich muss sagen, dass sie hervorragend sind. Ein Profi könnte es nicht besser machen.“
Mrs. Dwayer öffnete den Mund, um etwas zu sagen, doch Edward hinderte sie daran, indem er einfach weiter sprach.
„Ich habe Bella immer unterstützt und ihr geholfen. So eine Behandlung hat sie nicht verdient. Sie arbeitet sehr hart für ihr Studium und kämpft sich ohne ihre Eltern durch. Ich glaube kaum, dass irgend ein anderer Student so etwas durchleben musste. Ich werde auf jeden Fall nicht zulassen, wie Sie Bella in meinem Laden fertig machen.
Wenn ich Sie jetzt bitte meinen Laden verlassen würden, denn hier werden sie nicht bedient werden.“ Edward zeigte mit der Hand auf die Tür und meine Kunstlehrerin konnte ihn nur fassungslos anstarren. Genau so wie ich. Ich glotzte in regelrecht an.
So hatte ich Edward noch nie erlebt. Egal wie unfreundlich jemand zu ihm war, er behielt immer seine professionelle Art bei und blieb freundlich. Doch jetzt schien er regelrecht außer sich zu sein. Seine Augen blitzten, die andere Hand, die nicht auf die Tür zeigte, war zu einer Faust geballt, als wolle er gleich am liebsten zu schlagen. Es sah richtig angsteinflössend aus. Ich wollte Ed nicht als Feind haben.
Mrs. Dwayer tötete mich noch einmal mit den Blicken und marschierte dann erhobenen Hauptes von dannen.
„So etwas unfreundliches ist mir ja noch nie unter gekommen! Wie kann so jemand wie sie bloß Lehrerin werden?!“ Erst jetzt schien er meinen Blick zu bemerken, denn er schaute mich irritiert an.
„Was ist denn? Hat sie dich sehr mit ihren Worten verletzt? Bella, du darfst nicht darauf hören, was so eine alte Schreckschraube sagt, sie...“, ich schüttelte den Kopf.
„Darum geht es gar nicht. Ich habe mich inzwischen an ihre Gemeinheiten gewöhnt. Es wird von mal zu mal schlimmer. Doch heute war das erste mal, dass sie es wagte meine Eltern mit rein zu ziehen. Doch deswegen bin ich nicht so überrascht.“ Anscheinend verwirrte ich ihn nur noch mehr, denn auf seiner Stirn erschienen wieder die typischen Denkfalten, welche er nur bekam, wenn er angestrengt versuchte etwas zu begreifen.
„Ich habe dich noch nie so sauer und unfreundlich erlebt“ erklärte ich ihm. „Sonst hast du es immer geschafft, deine Professionalität bei zu behalten, doch heute schien der gesamte Damm zu brechen.“
„Sonst gingen die Leute auch nur auf mich und mein Unwissen los, doch heute wurdest du attackiert und das kann ich nicht einfach so hin nehmen. Ganz besonders als sie auf deine Eltern los gegangen ist, sah ich rot.“
„Mein großer Beschützer“, gab ich sarkastisch von mir, konnte aber mein grinsen nicht verheimlichen.
„Naja, jemand muss es ja machen, oder?“ Jetzt war mein schiefes Lächeln wieder da.
Ich war wirklich froh darüber, dass ich so einen guten Freund gefunden hatte. Er konnte nie lange todernst bleiben, genau so wie ich. Wir beide waren manchmal total abgedreht, so dass wir selbst über unsere eigene Dummheit lachen mussten. Und genau das brauchte ich nach der Schule. Jemanden der mich aufheiterte. Manchmal war ich so deprimiert, dass ich dachte, dass niemand meine Laune anheben könnte, doch Edward war dann immer derjenige, der mich aus dieser Phase dann zog. Ich hatte in wirklich lieb.
„Wer sagt denn, dass ich niemanden hätte, der gerne den Job übernehmen würde? Und bevor du jetzt wieder anfängst mit mir zu streiten, ich habe ja deine Fragen von nicht beantwortet.“
„Welche Fragen?“ Er schaute mich verwirrt an.
„Na die, die du mir gestellt hast, als ich den Laden betreten habe“, half ich ihm auf die Sprünge.
„Ah! Hä?“ Idiot.
„Nein ich habe keine bevorstehenden Klausuren.“ Ich drehte ihm den Rücken zu. „Darf ich dich denn nicht einfach nur so besuchen und mit dir Zeit verbringen?“ Edward packte meinen Oberarm und drehte mich zu sich um.
„Du darfst mich immer besuchen. Egal wie oft, wie spät oder aus welchen Gründen es auch immer ist. Ich will, dass du das weißt und das ist mein voller Ernst. Du bist ein Teil meines Lebens geworden, ohne den ich nicht leben kann und will.“ Er sagte es mit so einer Ernsthaftigkeit, dass ich ihm nur stumm anstarren konnte. So ein Gesicht hatte ich noch nie bei ihm gesehen. Edward schaute mir direkt in die Augen, als wolle er mich allein mit seinem Blick überzeugen.
Doch das alles wusste ich schon. Ich wusste, dass er immer für mich da sein würde. Ich konnte mich immer auf ihn verlassen, egal was kam. Er war wie ein Bruder für mich. Wie ein verdammt heißer Bruder.
„Das weiß ich doch Edward. Du hast mir über den schwierigsten Teil meines Lebens hinweg geholfen. Ich weiß nicht, was ich wohl ohne dich gemacht hätte. Wahrscheinlich wäre ich damals zusammen gebrochen. Du glaubst gar nicht wie dankbar ich dir bin. Ohne dich wäre ich nicht das, was ich heute bin. Verdammt! Das hört sich verdammt schnulzig an. Jetzt fehlt nur noch, dass ich anfing zu weinen.“ Ich musste ja nicht unbedingt zugeben, dass ich kurz davor war. Er hatte mich schon oft und lang genug weinen gesehen.
„Hör auf damit, sonst fange ich noch an zu Heulen!“, schniefte er. „Wir sind schon ein Pärchen, was?“
„So etwas wie uns findet man nicht alle Tage, heh?“ Wir mussten beide über den Gesichtsausdruck des anderen lachen.
Wir wurden schon so oft von anderen Leuten von der Seite angeschaut, so dass ich mich langsam daran gewöhnt hatte. Ich mochte es zwar nicht, wenn ich im Mittelpunkt stand, hatte aber gelernt damit umzugehen. Die Leute bezeichneten uns sehr häufig als Pärchen. Edward schien es überhaupt nicht zu stören, ganz im Gegenteil. Er schien seine helle Freude daran zu haben.
„Wir beide sind halt was besonderes.“
„Wenn du meinst...
Könntest du vielleicht einen Blumenstrauß für mich zusammenstecken?“ Allein bei dem Gedanken, was mir noch bevor stand, sank meine Laune in den Keller.
„Du willst heute auf den Friedhof?“, ich schaffte es nur schwach zu nicken. „Kein Problem. Irgendwelche besonderen Wünsche? Bestimmte Blumen, Farbe...?“ Ich schüttelte nur den Kopf.
„Da vertraue ich ganz dem Meister.“ Und wieder schaffte es Edward ohne bestimmtes zu tun, dass sich ein kleines Lächeln auf mein Gesicht stahl.
„Der Meister wird dich nicht enttäuschen. In einer halben sollte ich mit ihm fertig sein.“
„Gut. Ich warte so lange hinten, in Ordnung?“ Er nickte nur und schaute mich weiterhin hoch konzentriert an. Ich wusste nicht, was ich mit diesem Blick anfangen sollte und außerdem war er sehr verwirrend. „Willst du auch einen Kaffee?“ Irgendwie versuchte ich diese drückende Stille zu durchbrechen, doch leider machte mir Edward ein Strich durch die Rechnung, denn er sagte immer noch kein einziges Wort, sondern schüttelte nur verneinend den Kopf.
Was war denn plötzlich mit ihm los? So hatte er sich noch nie benommen.
„Ähm... Edward... du hältst mich immer noch fest.“ Irgendwie waren seine Hände auf meinen Hüften gelandet, worauf ich ihn mit einem Nicken aufmerksam machte. Zuerst schaute er mich fragend an und dann wanderte sein Blick von seinen Händen zu meiner Hüfte.
„'Tschuldigung.“ Sofort nahm er seine Hände weg und ich fühlte mich irgendwie leer.
Edward schaute mir noch einmal kurz in die Augen und machte sich dann an die Arbeit. Ich stand immer noch an der selben Stelle und war wie versteinert. Irgendetwas stimmte mit ihm ganz und gar nicht. Doch anscheinend wollte er nicht mit mir darüber reden, also machte ich mich auf den Weg in den kleinen Mitarbeiterraum, um mir meinen wohlverdienten Kaffee zu machen. Hier gab es zwar nur den billigen Löslichen, aber nach so vielen Jahren, hatte ich gelernt den auch zu mögen und das war auch gut so, denn den würde ich heute bitter nötig haben. Wahrscheinlich würde es auch nicht bei einem bleiben, denn ich hatte noch nie in meinem Leben so viele Hausaufgaben auf bekommen, wie heute. Doch ich würde sie hoffentlich recht schnell hinter mich bringen können, denn mit Edwards Hilfe klappte alles einfach viel schneller und besser.
Doch mir ging Edwards Blick nicht aus dem Kopf. Irgendwie hatte es so ausgesehen, als wolle er mir irgendetwas wichtiges sagen oder als wolle er sich mein Gesicht einprägen, weil er Angst hatte er würde mich nie wiedersehen, was absoluter Blödsinn war. Ich konnte mir ein Leben ohne ihn gar nicht mehr vorstellen.
Doch warum hatte er mich so angeschaut? Wollte er mich etwa nicht mehr in seiner Nähe haben? Wenn es so wäre, müsste ich es akzeptieren. Jedoch würde es mir nicht leicht fallen und sehr weh tun, doch ich würde ihn in Ruhe lassen. Ich müsste seinen Wunsch hinnehmen.
Doch wenn es nicht darum ging. Wenn das geklärt wäre, warum zum Teufel heulte ich dann?! Allein der Gedanke schmerzte höllisch.
„Bella der Strauß ist fertig. Er wartete nur noch darauf, dass eine hübsche brünette ihn abholt und ausliefert.“ Edward steckte den Kopf zur Tür rein und riss mich somit aus meinen Gedanken. Schnell wischte ich mir die Tränen aus dem Gesicht und hoffte es würde ihm nicht auffallen.
„Süße, was ist denn los? Hast du dich geschnitten oder angehauen? Bella, du solltest wirklich besser auf dich aufpassen. Du weiß ganz genau, dass du ein kleiner Tollpatsch bist.“ War ja klar, dass es ihm auffallen würde. Aber das er sofort wieder dachte, dass ich mich durch meine Tollpatschigkeit verletzt hatte war wirklich die Höhe. So schlimm war es nun auch nicht. Gut ich hatte schon die seltsamsten Verletzungen und schaffe nicht einen Tag ohne hinzufallen oder zu stolpern, aber man konnte es ja auch mit der Fürsorge übertreiben.
„Edward...“, jammerte ich übertrieben, aber er schien nicht zu bemerken, dass das alles nur gespielt war.
„Ja? Brauchst du eine Kompresse oder soll ich den Erste Hilfe Kasten holen?“ Edward klang schon ein klein wenig panisch.
„Edward...“, fing ich wieder an. „Du bist ein Idiot.“ gab ich kalt von mir.
„Was habe ich denn jetzt schon wieder gemacht?“ Ich schaute ihm noch kurz ins Gesicht und prustete dann lauthals los. Sein geschocktes Gesicht war einfach unschlagbar. Als er verstand, warum ich lachte, machte er auf beleidigte Leberwurst.
„Ach komm schon! Sei doch nicht gleich so eingeschnappt.“ Doch das half alles nichts.
„Schon gut! Es tut mir Leid. Ich konnte einfach nicht wieder stehen. Verzeihst du mir?“ Ich schaute ihn mit meinem besten Hundeblick an.
„Also gut. Aber nur wenn du mir verrätst, warum du geweint hast.“ Ich musste ihn irgendwie hinters Licht führen. Auf gar keinen Fall würde ich ihm die Wahrheit über meine Tränen verraten.
„Tut mir leid. Ich habe nur wieder an meine Eltern gedacht. Du weißt ja wie sentimental ich dann immer werde. Es ist gleich vorbei.“, schniefte ich ihm entgegen.
„Bist du dir sicher, dass es nur wegen deinen Eltern ist?“ Ich war schon immer eine schlechte Lügnerin.
„Ja. Nein. Verdammt! Das ist alles deine Schuld! Wegen wem sollte es denn sonst sein?!“ Ich versuchte möglichst ungeduldig und neugierig zu klingen.
„Keine Ahnung, aber es musste etwas schwerwiegendes sein, wenn du sogar vergisst, dir einen Kaffee zu machen.“ Ich schaute zum Wasserkocher und verstand, was er meinte. Der Kocher hier im Laden zeigte immer die genaue Wassertemperatur an und die jetzige lag bei 22°C und sank von Sekunde zu Sekunde weiter ab. Tja, und genau das war der Beweis, dass ich hier schon länger rumstand und nachdachte.
„Oh.“ mehr viel mir beim besten Willen nicht ein.
„Was ist den heute mit dir los? Du benimmst dich so komisch.“ Das sage der Richtige. Das hatte doch alles mit ihm angefangen. Jetzt kam ich mir irgendwie wie im Kindergarten vor.
„Ein Esel schimpft den anderen Langohr“, murmelte ich in meinen nicht vorhandenen Bart.
„Es ist wirklich nichts. Bin heute einfach nur ein bisschen in Gedanken. Das ist alles.“ Ich wünschte wirklich, das wäre alles.
„Bist du sicher? Du bekommst doch hoffentlich keine Erkältung.“ Sofort war er bei mir und legte eine Hand auf die Stirn und die andere lege er auf seine eigene.
„Fieber scheinst du keines zu haben.“
„Es geht mir gut!“ Wiederholte ich noch einmal mit Nachdruck.
„Ich gehe jetzt schnell auf den Friedhof, lege die Blumen ab und komme dann wieder hier her. Wenn ich dann wieder da bin, können wir einen Kaffee trinken, danach mach ich noch schnell alle meine Aufgaben und anschließend, wenn noch Zeit ist, können wir machen, was immer du willst, Okey?“
„Also gut...“ Er schien zwar nicht so sehr von meiner Beteuerung überzeugt zu sein, aber er ging nicht weiter darauf ein, wofür ich überaus dankbar war.
Ich holte noch schnell meinen I-Pod aus meiner Tasche und ging mit Edward wieder nach vorne in den Verkaufsraum.
„Hier ist er... (http://www.arenablumen.de/product_image/large/3754-geschenk_in_weiss.jpg)“ Dieses mal hatte Edward sich selbst übertroffen.
„Der ist wirklich schön.“ Vorsichtig strich ich mit einem Finger über die Blüten.
„Danke“, sagte er lächelnd.
„Die hätten meinen Eltern sicher auch gefallen. Vor allen Dingen meiner Mutter.“ Da war ich mir zu hundert Prozent sicher. Meine Mutter liebte weiße Blumen, auch diese Eigenschaft hatte ich von ihr übernommen. Aber nur zum Teil, denn ich liebte sie alle.
„Das freut mich zu hören. Willst du jetzt gleich los?“ Ich nickte nur zur Bestätigung.
„Es sieht ganz stark nach Regen aus und ich habe keine Lust, mir tatsächlich noch eine Grippe einzufangen.“
„Ich würde dich jederzeit wieder gesund pflegen.“ War ja klar.
„Ich wusste es!“, rief ich triumphierend heraus und zeigte mit dem Finger auf ihn. „Du tust nicht, wenn es nicht auch Vorteile für dich mit sich bringt. Du verdammter Egoist!“ Edward grinste nur und schüttelte den Kopf über mich. Ich wusste ja, dass ich manchmal schräg war, aber alle kannten und mochten mich so wie ich war.
„Jetzt bist du wenigstens wieder unsere schräge Bella.“ Na super! Er musste es mir ja nicht auch noch unter die Nase reiben, oder?
„Ja ja. Her mit den Blumen und den Betrag ab auf die Rechnung.“ Edward gab mir die Blumen mit einem fetten Grinsen, doch ich beachtete ihn nicht weiter, sondern machte mich auf den Weg zum Friedhof. Es waren zwar nur 15 Minuten Busfahrt, ab er mir kamen sie immer wie eine halbe Ewigkeit vor. Ich beobachtete, wie die Häuser an mir vorbei sausten und je länger ich fuhr, desto weniger wurden sie. Der Friedhof, auf dem meine Eltern beigesetzt wurden, lag außerhalb der Stadt auf einem Ruhigen Hügel. Ich mochte städtische Friedhöfe noch nie. Sie waren so... gewöhnlich. Doch für meine Eltern, hatte ich mir diesen besonderen Platz ausgesucht. Irgendwann kam ich dann doch noch an der letzten Ruhestätte meiner Eltern an und stieg aus.
Ich konnte allgemein Friedhöfe nicht ausstehen. Nicht nur die städtischen. Sie hatten so etwas endgültiges an sich. So Sackgassen ähnliches. Ich konnte mir nicht vorstellen, irgendwann da unten zu liegen und von Würmern angeknabbert zu werden. Das war einfach ein widerlicher Gedanke. Nach unzähligen, unbekannten Gräbern, stand ich schließlich vor einem mir sehr bekannten Grabstein. (http://m-weniger.de/Bilder/doppelgrab_gross.jpg AN: Nur das dann halt die Namen von Bellas Eltern drauf stehen)
Irgendwie erschien es mir, als würden alle meine glücklichen Gefühle einfach aufgesaugt. Alles was zurück blieb, warnen Trauer und Schmerz. Selbst ein kleines bisschen Hass war dabei. Hass auf mich selber, dass ich nicht mit ihnen gefahren war. Ich konnte immer noch nicht richtig begreifen, dass es tatsächlich passiert war. Ich würde sie nie wieder sehen. Nie mehr etwas mit ihnen unternehmen können. Sie nie mehr lachen hören können. Nie mehr mit ihnen Scherze machen können und mich nie mehr mit ihnen streiten können.
Tränen strömten mir über das Gesicht. Die ganze Zeit konnte ich meine Maske aufrecht halten, doch kaum stand ich hier, zersprang sie in tausend kleine Teile. Ich heulte und konnte mich einfach nicht zurückhalten. Nur Alice und Edward wussten über meine Maske bescheid. Ich war nicht nur eine schlechte Lügnerin sondern auch eine miserable Schauspielerin.
Die beiden versuchten zwar für mich da zu sein, aber sie konnten meine Eltern einfach nicht ersetzten. Es konnte einfach niemand.
Die Erinnerungen an vergangene, glückliche Momente schlugen mit so einer Wucht auf mich ein, dass ich fast keine Luft mehr bekam.
Die Erinnerung an unserer gemeinsamen Picknicke und an das Versprechen, welches mir meine Eltern damals gaben, von wegen, sie würden immer für mich da sein und mich nicht verlassen.
„Ihr habt euer Versprechen gebrochen“, brachte ich mit weinerlicher Stimme hervor. „Ihr wolltet mich nie verlassen. Wie konntet ihr mich das nur antun?“ Jetzt liefen mir die Tränen in strömen die Wangen herunter. Natürlich würde ich nie eine Antwort darauf bekommen. Nie würden sie mir antworten können. „Bitte...“, meine Stimme brach. „Bitte lasst mich nicht alleine... Kommt zurück... Ich habe euch doch so lieb... Warum?“
Damals hatte ich noch an ihr Versprechen geglaubt, dass sie alt werden würden und ihre Enkelkinder aufwachsen sehen würden.
Jetzt brach ich endgültig zusammen und fiel vor dem Grab meiner Eltern auf die Knie und konnte einfach nur noch heulen. Wieso musste es ausgerechnet sie treffen?
Ich befreite das Grab von liegen gebliebenen Blättern und legte danach den Blumenstrauß oben auf. Andauernd schaute ich auf die Inschrift, um mich zu überzeugen, dass sie tatsächlich hier lagen und es nicht doch einfach nur ein schlechter Traum war. Doch leider, war es kein Albtraum. Die Namen veränderten sich kein bisschen. Sie blieben so wie sie waren. Es blieben die Namen meiner Eltern.
Ich wusste nicht, wie lange ich dort schon gesessen war, aber in der Ferne hörte ich bereits Donnergrollen. Eines war sicher. Trocken würde ich ohne ein Wunder nicht zu Hause ankommen. Schweren Herzens verabschiedete ich mich von meinen Eltern und macht ich auf den Weg zurück zur Bushaltestelle. Irgendwie schien die Fahrt zurück zum Blumenladen viel schneller zu vergehen, als der Weg zum Friedhof.
Natürlich schauten mich die Leute schräg an. Ich würde wahrscheinlich nicht anders reagieren, wenn ein Mädchen mit geschwollenen, roten Augen sich in den selben Bus wie ich, setzen würde. Ich wusste, dass ich mich nicht nur scheiße fühlte, sondern auch genauso scheiße aussah. Doch es war noch lange kein Grund, einen so anzustarren. Wenn sie mir weiter so auf die Nerven gehen würden, würde ich sie irgendwann Edward auf den Hals hetzten. Sollte er sich doch mit denen auseinander setzen.
Ich konnte es nicht ausstehen, wenn wild fremde Menschen meinten mich bemitleiden zu müssen. Sie wussten gar nichts über mich und dachten, sie könnten meine Gesamtsituation überblicken.
So schnell konnte ich gar nicht gucken, und schon hielt der Bus wieder vor Edwards Blumenladen.
Es tröstete mich irgendwie, den Laden zu sehen. Wenn ich hier her kam, wusste ich wenigstens, dass ich nicht alleine war. Ich betrat wieder meinen persönlichen Himmel, in dem ein sexy Engel auf mich wartete und mir frischen Kaffee anbot. Vielleicht sollte ich diese Koffeinbomben eine Zeit lang auf Eis stellen, aber ich konnte ihnen einfach nicht widerstehen.
„Du weißt irgendwie immer, was ich brauche“, lächelte ich ihm dankbar entgegen. Edward zuckte nur mit den Schultern.
„Jahre lange Übung und ein hauch Talent“
„Sicher doch...“ Wie sehr ich doch den Sarkasmus liebte. „Nur du hast etwas vergessen. Dein 'Talent' hat das wichtigste vergessen. Wo ist meine...“ Edward zog hinter seinem Rücken eine große Tafel Schokolade hervor. Ich schaute genauer hin und verfluchte ihn innerlich. Mit Karamell. Meine Lieblingssorte. Verflucht!
„Tse. Anfängerglück.“ Er hatte doch tatsächlich den Nerv, mich mit diesem doofen männlichen Grinsen im Gesicht anzuschauen. Am liebsten würde ich ihm sein verdammtes, freches, hinreisendes... ähem... (AN: Ups! Na da ist ja was reingeschlüpft^^) Lächeln aus dem Gesicht wischen und wer weiß was damit machen. (AN: Nicht falsch verstehen. Im negativen Sinne natürlich.^^)
„Rede dir das ruhig weiter ein, süße.“ Ich ging nicht weiter auf seine Hänseleien ein, sondern lief einfach in den Mitarbeiterraum.
„Wie geht es dir denn jetzt?“
„Bestens!“, gab ich schnippisch von mir.
„Bella!“
„Mir geht es gut.“
„Ach ja? Und warum sind deine Augen immer noch so geschwollen? Und warum siehst du so aus, als würdest du gleich wieder in Tränen ausbrechen?“ So ein Mist. Warum musste er auch alles bemerken?
„Das ist eine böswillige Unterstellung!“ Ich konnte förmlich spüren, wie er mit den Augen rollte, da ich mich immer noch nicht zu ihm umgedreht hatte.
„Bella, du bist eine miserable Lügnerin.“
„Ich weiß“, seufzend drehte ich mich zu ihm um. „Ich meine es wirklich ernst, Edward. Ich habe mich am Friedhof nur ein bisschen ausgeheult. Natürlich steckte mir noch alles in den Knochen und ich kann nicht vergessen, dass ich meine Eltern nie wiedersehen werde und sie nie ihre zukünftigen Enkelkinder, wenn ich mal welche haben werde, kennenlernen werden. Aber ich kann leider die Zeit nicht zurück drehen. Ich muss lernen endlich damit umzugehen. Wenn ich die Chance bekommen würde, um dieses Ereignis zu ändern, dann würde ich sie ohne zu zögern ergreifen. Doch ich würde dadurch auch andere, gute, Augenblicke zerstören.“ Edward starrte mich verständnislos an.
„Ich hätte dich nie kennengelernt“, half ich ihm auf die Sprünge. Jetzt riss er überrascht die Augen auf. Über seinen Gesichtsausdruck konnte man nur lächeln. Ich setzte mich an den Tisch, da ich auf einmal furchtbar erschöpft war. Der ganze Tag hatte mich mehr mitgenommen, als ich gedacht hätte. Jetzt konnte ich nur meinen Kaffee schlürfen und meine Schokolade futtern.
„Ich glaube nicht an Schicksal und diesen ganzen Vorhersehungs-Quatsch, aber in diesem Fall musste ich wohl eine Ausnahme machen. Irgendwie kommt es mir wirklich vor, als wäre es Vorhersehung gewesen. Ich musste zwei geliebte Personen verlieren, um eine neue zu gewinnen.“ Ich lächelte leicht. Ich hätte nie gedacht, dass ich tatsächlich jemals so einen Mist von mir geben würde. Ich schaute von der Tischplatte auf, wobei ich merkte, dass ich, ohne es zu merken, fast ein Loch rein gestarrt hatte. Doch jetzt, da mein Blick den von Edward traf, wünschte ich mir, ich hätte nicht aufgeschaut.
„Wag' es ja nicht!“, drohte ich ihm. Er schaute mich fragend an.
„Wag' es ja nicht, hier los zu heulen! Du bist ein Mann! Zeig etwas mehr Würde!“ Edward stand tatsächlich vor mir und hatte Tränen in den Augen.
„Hey! Auch Männer haben Gefühle! Auch wir heulen ab und zu“, schniefte er.
„Nein tut ihr nicht! Ihr seit Grobiane, denen Gefühle völlig fremd sind und sich über die lustig machen, die welche haben.“ Damit konnte ich ihn immer ärgern. Er versuchte andauernd, denn männlichen Stolz und Ruf wieder herzustellen, was ihm aber immer wieder misslang.
„Das stimmt doch gar nicht! Wir...“
„Ihr überspielt es nur, damit es nicht so sehr auffällt... bla bla bla. Ist schon klar“, unterbrach ich ihn. „Ich sollte mich langsam an meine Hausaufgaben machen, denn es wird langsam spät und ich muss morgen früh raus.“
Der ganze Hausaufgaben-Mist dauerte fast vier Stunden. Vor allem lag es aber daran, dass Edward mich andauernd ablenkte und zum Lachen brachte. Schließlich schafften wir es dann doch noch, doch leider hatte der Regen früher angefangen, als gedacht und gehofft.
„So ein Mist. War ja klar, dass es so enden würde“, fluchte ich als ich aus dem Fenster sah.
„Wenn du willst, kann ich doch nach Hause fahren.“
„Du willst doch nur mit deinem neuen Auto angeben. Nur weil ich mir keines leisten kann. ( http://erpics.de/data/media/11/Opel_GTC_Concept_2.jpg Edwards Auto)“, hielt ich ihm vor.
„Du brauchst auch keines. Wenn du irgendwo hin willst, fahre ich dich sofort hin, Prinzessin. Ich stehe stets zu Diensten.“ Edward machte eine formvollendete Verbeugung.
„So so. Gut zu wissen. Das werde ich mir merken. Aber dein Angebot nehme ich gerne an.
Moment!
Was ist mit dem Laden? Du kannst doch nicht einfach so zu machen.“
„Doch kann ich. Bei diesem Wetter kommt hier so wie so niemand mehr rein. Glaub mir. Jahre lange Erfahrung.“ Wie konnte er da nur grinsen? Sein Job stand da auf dem Spiel, wenn das raus kam. Aber mir sollte es recht sein.
„Wenn du meinst.“ Dennoch war ich nicht wirklich überzeugt, doch ich wusste, dass es nichts nützen würde sich mit ihm zu streiten. Wenn es um sein 'Erfahrung' mit dem Blumenladen ging, war er rigoros.
„Ich hole nur noch schnell meine Autoschlüsseln und einen Regenschirm. Bin gleich wieder da. Nicht weglaufen.“
„Na klar. Ich habe ja nichts besseres zu tun.“ murmelte ich vor mich hin, während ich meine Sachen zusammen suchte und sie in meine sie in meine Tasche packte. Ich konnte nur hoffen, dass ich nichts vergessen hatte, was allerdings fast immer der Fall war. Ich hatte Edward schon so oft in der Nacht aus dem Bett geholt, weil er mir unbedingt etwas aus dem Laden bringen musste, was ich bei all der Hektik vergessen hatte. Es wunderte mich, dass er mich noch nicht zum Teufel geschickt hatte. Er stimmte immer breit willig ein, denn er wusste, ich würde ihn nicht hinschicken, wenn es nicht überlebens wichtig wäre.
„So da bin ich wieder. Wir können los, wenn du bereit bist.“
„Klar. Ich glaube ich hab alles zusammen.“ Edward schaute mich skeptisch an. „Und wenn nicht, weiß ich ja, wen ich anrufen muss“, schloss ich meine Ausführung grinsend.
„War ja klar.“ Eddie rollte übertrieben mit den Augen. „Lass uns gehen, bevor es noch so richtig anfängt zu duschen.“ Ganz Gentleman like hielt er mir die Tür auf.
„Seit wann bist du den so gut erzogen? Das kenn' ich ja gar nicht von dir“,neckte ich ihn wieder.
„Sehr witzig! Ich war schon immer gut erzogen, hatte nur nie die Gelegenheit es zu beweisen.“ Ja, das war wirklich schmeichelhaft.
Vor der Ladentür, unter einer kleinen Hervorhebung, wartete ich bis Edward den Laden abgeschlossen hatte.
Hinter seinem Rücken zog er dann den Regenschirm hervor und öffnete ihn.
„Darf ich bitten?“ Sein schiefes Grinsen war einfach ansteckend.
„Ach, zu freundlich, der Herr.“ Ich machte einen kleinen Knicks und hackte mich bei ihm ein.
Er führte mich zu seinem Auto und blieb so lange mit dem Regenschirm vor der Beifahrertür stehen, bis ich vollständig drinnen saß. Anschließend ging er zu Fahrerseite, schmiss den Schirm hinten rein und setzte sich dann hinters Steuer.
„Los geht die wilde Fahrt!“
„Übertreib' es nicht immer! Sonst laufe ich doch noch“, drohte ich ihm.
„Spaßbremse“, murmelte er in seinen nicht vorhandenen Bart.
„Das habe ich gehört.“ Ich hatte mich vorgebeugt und spielte an seinem Radio herum, bis ich einen guten Sender fand und mich wieder nach hinten in den Sitz sinken ließ. Das Lied passte perfekt zur vorherigen Situation ( http://www.youtube.com/watch?v=_iQRXuAo6Eg Rihanna-Umbrella).
Edward hatte inzwischen den Motor gestartet und versuchte den Wagen sicher durch den strömenden Regen zu lenken. Außer dem Radio war im Wagen nichts zu hören. Jeder von uns hing seinen Gedanken nach. Naja, ich eher nicht. Ich erlaubte meinem Gehirn nicht, an irgendetwas zu denken. Ich genoss es einfach. Mit Edward war alles so einfach.
Die ganze Fahr über schaute ich aus dem Fenster, auf die nassen Straßen und Häuser. Ich liebte den Regen, aber nur dann, wenn ich zu Hause saß und nirgendwo hin musste.
Viel zu schnell kamen wir an meiner Wohnung an. Ich könnte noch ewig so weiter fahren.
Noch bevor ich überhaupt geblinzelt hatte, war Edward bereits raus gesprungen, hatte den Regenschirm genommen und stand auf meiner Seite und wartete, bis ich mich endlich abgeschnallt hatte und und aus stieg.
„Kannst du es etwa nicht erwarten, mich los zu werden?“, fragte ich ihn, während ich mich, ohne jede Anmut, aus dem Auto gezwängt hatte.
„Das ist es nicht. Ich wollte nicht, dass du auf die dumme Idee kommst, ohne Schirm zu deinem Haus zu laufen.“
„Ich glaube, ich muss mal mit deiner Mutter reden. Sie hat das mit dem Erziehen etwas zu ernst genommen. Das ist ja schon fast beängstigend.“ Edward fing an zu lachen.
„Meine Mutter wird stolz auf mich sein. Du hast keine Chance, ihr ein schlechtes Gewissen wegen dem einzureden.“
„Na das werden wir ja noch sehen. Was hast du gesagt, wann sie dich besuchen kommt?“ Er öffnete den Mund, schloss ihn aber schnell wieder. Er kniff die Augen zusammen und ich wusste, dass er hinter meinen Trick gekommen war.
„Netter Versuch, süße. Wird aber nicht funktionierten.“ Verdammt noch mal. Der musste aber auch alles merken. Ich ließ ihn aber nicht merken, wie sehr es mich ärgerte, dass er mich durchschaut hatte. Ich zuckte nur mit den Schulter, hat so, als würde es mich nicht interessieren. Eddie-Bär begleitete mich bis zur Haustüre und das alles nur, damit ich nicht nass wurde.
„Findest du nicht, dass du ein kleines bisschen übertreibst? So weit ist es von deinem Auto bis zu meiner Haustüre nun auch wieder nicht.“
„Eine Prinzessin wird immer so weit gebracht, damit sie nicht ein klein wenig nass wird“, gab Edward mit gespielter Ernsthaftigkeit zurück.
„Tja, dann hast du auf ganzer Ebene versagt.“ Er schaute mich fragend an. „Ich bin nass geworden.“ Ich zeigte auf meine Schuhe und die Hosenbeine, welche bis zum Knöchel nass waren.
„Oh nein!“, rief er übertrieben und schlug seine Hand auf sein Herz.
„Okey jetzt reicht's! Das muss ich mir heute echt nicht mehr geben.“ Ich drehte mich um, zog meinen Schlüssel und schloss die Tür auf. Bevor ich jedoch auch nur einen Fuß reinsetzten konnte, packte mich Edward am Arm und zog mich in eine Umarmung.
„Gute Nacht, Bella. Träum' was schönes“, murmelte er in meine Haare.
„Ja ja... Immer die selbe Leier“ Edward warf den Kopf zurück und lachte.
„Eine bestimmte Routine, ist nie verkehrt. Das vermittelt wenigstens ein bisschen Normalität.“
„Du musst unbedingt die Glückskekse wegwerfen. Die Sprüche sind nicht nur veraltet, sondern auch noch Grotten schlecht.“ Ich schüttelte belehrend den Kopf.
„Sehr witzig! Bis morgen.“
„Ja, bis morgen.“ Ich schaute ihm noch so lange nach, bis er weggefahren war und ich ihn nicht mehr sehen konnte. Ich lief eiligst in meine Wohnung, da ich wusste, dass dort eine schöne große Badewanne und mein großes kuscheliges Bett auf mich warteten. Kaum hatte ich die Tür zu meiner Wohnung entriegelt, pfefferte ich meine Sachen – ohne Rücksicht auf Verluste – in die Ecke, zog mir die Schuhe aus. Schnell marschierte ich ins Badezimmer und machte mir sofort mein Badewasser zurecht. Ich wollte nicht länger, als nötig, darauf verzichten. Ich machte noch schnell das Radio an, zog mich aus und schlüpfte bereits in die Badewanne, obwohl sie noch nicht einmal zur Hälfte gefüllt war. Doch kaum hatte auch nur mein kleiner Zeh das warme Wasser berührt, merkte ich, wie der gesamte Tag von mir abperlte. Ich verbot meinem Gehirn wieder, auch nur einen Gedanken von sich zu geben. Wenn es so weiter ging, würde es irgendwann überhaupt nicht mehr starten, dennoch wollte ich es einfach nur genießen.
Ich hatte keine Ahnung, wie lange ich jetzt schon in der Badewanne lag, aber als das Wasser anfing kalt zu werden, stieg ich raus und wickelte mich in meinen kuscheligen Bademantel. Ich hatte zu gar nichts mehr Lust. Der heutige Tag steckte mir einfach zu tief in den Knochen. Ich wollte den heutigen Tag einfach nur vergessen, deswegen trocknete ich mich einfach nur ab, zog mir meinen Pyjama an und legte mich ins Bett. Sofort übermannte mich die Müdigkeit und ich schwebte ins Traumland.
*~*
Als ich durch meinen nervtötenden Wecker aus dem Schlaf gerissen wurde, fiel mir als erstes auf, dass die Sonne schien. Anscheinend war das Unwetter während der Nacht weitergezogen.
Ich stand auf und ging auf meinen Balkon. Naja, wenigstens musste ich heute meine Blumen nicht gießen. Inzwischen war es wieder warm geworden, also konnte man langsam die kurzen Hosen aus den tiefen der Kleiderschränke hervor holen.
Ich wusste zwar nicht, woran es lag, aber ich hatte das Gefühl,dass heute ein seltsamer Tag werden würde. Vielleicht, weil auf der Straße die Hölle los war. Krankenwagen- und Feuerwehrsirenen lieferten sich mit den Autohupen eine regelrechte Schlacht. So in der Art 'Wer ist am lautesten und geht den Menschen am meisten auf den Keks?' Ich zuckte mit den Schultern. Den Tag würde ich genau so überleben, wie jeden anderen auch. Egal wie seltsam und eigenartig er auch werden würde. Das gesamte Leben war seltsam genug, da musste ich mich nicht auch noch vor jedem einzelnen Tag fürchten.
Ich ging wieder rein und zog mir ein paar Klamotten raus. Es interessierte mich schon lange nicht mehr, was ich anzog und ob es modisch war.
Schnell schlüpfte ich unter die Dusche, denn frisch gewaschen fing der Tag doch gleich viel schöner an. Nachdem ich sämtliche Körperhygiene hinter mich gebracht hatte, zog ich mich an und ging in die Küche. Ich schaute nur nach, ob ich genug Zutaten für das Abendessen beisammen hatte, den Frühstücken tat ich schon lange nicht mehr.
Da ich genug Sachen für heute Abend hatte, hieß das, dass ich nicht einkaufen musste. Wenigstens eine gute Nachricht an diesem Tag. Die schlechte allerdings war, dass ich heute Kunst hatte. Mit Mrs. Dwayer. Sie würde mir den Kopf abreisen. Nach der Aktion gestern, stand fest, dass sie mich ab jetzt nicht nur hassen würde, nein sie würde mich verabscheuen. Ich würde wieder um eine Notenstufe sinken. Jetzt musste ich mich in den anderen Fächern doppelt so sehr anstrengen und mich reinhängen, wenn ich meinen Notenspiegel auch nur im entferntesten auf dieser Ebene halten wollte. Warum konnte man diese Frau nicht einfach austauschen? Mit einem einzigen Anruf, so wie in der Kinderserie 'Tauschrausch' (amerik. Onriginal The Replacements Wikipedia-> http://de.wikipedia.org/wiki/Disneys_Tauschrausch ) Das ich so etwas wusste, war wirklich beängstigend, aber Edward ein Disney-Channel-Junkie. Im Laden lief der Fernseher lief dann immer den ganzen Tag. Aber manche Serien waren wirklich witzig und man wünschte sich fast, dass man es in die Realität umsetzen könnte. Mit einem einzigen Anruf die Lehrer vertauschen und sich einen nach Wunsch bestellen. Wäre eigentlich eine super Idee, doch leider war das Leben kein Wunschkonzert.
Ich verließ wieder die Küche und schnappe mir beim vorbei gehen meine Tasche, welche seit gestern Abend auf dem Fußboden lag und machte mich auf den Weg zur Schule. Auf dem Weg dorthin schaute ich im Coffeeshop vorbei, holte mir meinen Morgenkaffee und meinen Bagel und schlug dann schlussendlich und widerwillig den Weg zur Schule ein.
Angela, meine Kommilitonin, wartete bereits am Eingang auf mich.
„Morgen. Ich dachte schon du kommst gar nicht mehr“, begrüßte sie mich gut gelaunt.
„Morgen. Wenn ich ehrlich bin, habe ich tatsächlich mit diesem Gedanken gespielt“, gab ich mürrisch von mir.
„Was ist denn passiert? So mürrisch warst du bisher ja noch nie.“ Allein bei der Erinnerung, musste ich ein auf seufzen unterdrücken.
„Mrs. Dwayer ist gestern in den Laden von Edward gekommen und hat uns in einer möglichen prekären Situation erwischt.“ Wenn ich jetzt so darüber nachdachte, konnte man wirklich falsche Schlüsse daraus ziehen.
„Möglichen prekären Situation?“, Angela schaute mich fragend an und dieses mal konnte ich mein seufzen nicht unterdrücken. Auf dem Weg zum Englischunterricht, erklärte ich ihr, was für einen Anschein die Situation, bei ihr erweckt haben könnte. Ich erzählte ihr auch, wie kurz Edward vor dem Ausflippen war. Nachdem ich ihr auch das kleinste Detail mitgeteilt hatte, brach sie Ang in lautes Gelächter aus. Natürlich schauten uns die anderen Schüler irritiert und verachtend an, doch es interessierte mich nicht die Bohne.
„Ist nicht dein Ernst?“ Angela schaute mich verblüfft an, wobei es ihr Grinsen kein Stück beeinträchtigte.
„Leider doch. Und genau deswegen, will ich nicht zu Kunst.“
Wir diskutierten noch die ganze Zeit, ob wir nicht doch noch eine Bomben Warnung los lassen sollten, doch ich verwarf diesen Gedanken – leider – wieder. So weit wollte ich es nun auch wieder nicht kommen lassen. Gerade als Angela mich doch noch davon überzeugen wollte, kam unser Lehrer und Ang musste ihre Pläne doch noch auf später verschieben. Ich wusste allerdings, dass sie es bis dahin wieder vergessen haben würde.
Die Stunden bis zur Mittagspause flogen nahe zu an mir vorbei. Am liebsten wäre es mir, wenn die Pause gar nicht mehr enden würde.
Gerade saß ich mit Angela und Alice, die wir unterwegs aufgelesen hatten, draußen unter einem Baum, aßen und scherzten, bis wir einen fremden auf dem Campus entdeckten.
„Kennt ihr den?“ Alice machte uns auf einen Mann aufmerksam, der sich um sah und wahrscheinlich jemanden suchte.
„Nee, aber schau doch mal... Der hat ein Päckchen in der Hand. Muss wohl ein Kurier sein, der das Sekretariat nicht finden kann“, vermutete Angela.
„Wahrscheinlich“ Ich beachtete diesen Typen nicht weiter, da es mich nicht wirklich interessierte. Ich versuchte die ganze Zeit den Gedanken an Kunst zu verdrängen. Wenn es zum Ende der Mittagspause klingeln würde, würde mein persönlicher Albtraum beginnen. Drei volle Stunden mit Mrs. Dwayer und ihren Gemeinheiten.
„Hey er kommt auf uns zu“, Angela wirkte leicht panisch. Der wollte doch wahrscheinlich nur nach dem Weg fragen. Kurze Zeit später stand er direkt vor uns.
„Entschuldigung die Damen, aber ist eine von Ihnen zufällig...“, er schaut schnell auf seine Liste „Isabella Swan?“
Hä? Ich? Ich konnte ihn nur mit großen Augen anstarren. Wer zum Teufel sollte mir ein Päckchen direkt in die Schule schicken?!
„Ähm... j-ja...“, ich räusperte mich schnell und versuchte mich wieder zu fangen, was nicht so leicht war. „Ja, das bin ich“, gab ich schlussendlich zu. Ich musste leicht blinzeln, denn seine Glatze spiegelte das Sonnenlicht so stark, dass es aussah, als würde ihn ein Heiligenschein umgeben. Seine grau grünen Augen hatten überhaupt nichts besonderes an sich. Im Gegensatz zu Edward Jade-grünen Augen, die einen einfach nur umhauten.
„Ich hab hier ein Paket für Sie. Könnten Sie bitte hier unterschreiben?“ Er hielt mir sein Klemmbrett entgegen und zeigte auf eine kleine Linie, auf der ich meine Unterschrift hinsetzen musste. Ich unterschrieb nervös die Empfangsbestätigung und gab sie ihm zurück. Er bedankte sich und zog wieder von dannen.
Ich schaute mir das Päckchen, in meinen Händen, genauer an. Es war vollkommen unauffällig. Es sah wie eine überdimensionale Schuhschachtel aus. Es stand weder ein Absender noch irgendeine andere Information, die auf den Absender hinwies, drauf.
„Nun mach schon! Mit einem 'Sesam öffne dich' wird der Deckel nicht einfach weg fliegen. Mach auf! Mach auf!
„Ist ja gut, Alice. Reg' dich ab. Ich mach ja schon.“ Sie war schlimmer, als jedes keine Kind.
Vorsichtig hob ich den Deckel hoch und lugte hinein. Das, was ich da sah, ließ mich aufkeuchen.
„Jetzt zeig schon!“, quängelte Alice herum.
Ich öffnete die Schachtel jetzt ganz, und konnte den Inhalt in seiner vollen Pracht betrachten.
(So und jetzt kommt hier ein Cliff^^
Spaß! Ich lasse euch doch nicht hängen. Noch nicht XD)
„Wow. Die ist ja der Hammer“, kam es leise von Angela. Ich brachte nur ein schwaches Nicken zustande.
„Das sind ja nur Blumen. Ich hatte gehofft jemand schickt dir ein Kleid oder Schuhe. Aber das...“ Alice zeigte mit dem Finger auf die Blumen. „Ist einfach nur klischeehaft.“
„Es geht nicht darum, dass es Blumen sind, sonder was für eine Blumen es sind.“ Jetzt schaute sie mich irritiert an.
„Was macht das für einen Unterschied?“
„Einen großen. Es geht hier um die Blumensprache“, erklärte ich ihr, ohne den Blick auch nur eine Sekunde von den Blumen zu nehmen.
„Und was bedeuten sie?“, warf jetzt Angela ein.
„Das hier...“, jetzt zeigte ich auf das gemeinte Objekt.“Ist eine Amaryllis Art. Genau genommen sind das Belladonnalilien ( http://www.amaryllis-liebhaber.de/amaryllis-belladonna/belladonnalilie/belladonnalilie_blueten.jpg ). Wenn es euch immer noch nicht reicht, dann hätte ich sogar noch den lateinischen Namen zur Auswahl.“
„Nein, nein. Mir reicht das bereits.“ Alice war nicht so der Blumenfreund. Deswegen hatte Jasper, Alice' Freund, am Anfang auch solche Schwierigkeiten. Er kam jeden Tag mit Blumen an. Alice war natürlich hell auf begeistert. Ich musste den Sarkasmus langsam zurückschrauben. Das wurde ja von Tag zu Tag schlimmer.
„Und was bedeuten sie?“ Im Gegensatz zu Alice, war Angela eine absolute Blumenfenatikerin.
„Deine Schönheit geht mir über alles übertreffend in die Seele“ Im Karton lag noch eine kleine Karte. Ich nahm sie raus und klappte sie auf.
Deine Schönheit
Bist wie die Jahreszeiten - Töchter vier.
Wie blühend Frühling, duftend, hell und zart
und ganz der Sommersonne wärmend Art.
So will ich dich beschreiben, jetzt und hier.
Wie milder Herbst in seiner bunten Pracht.
Genauso stürmisch und dann wieder leis'.
Sogar des Winters Fensterblumen-Eis,
an all das habe ich dabei gedacht.
Du bist für mich die Schönheit der Natur.
So reich und froh in meinem Herzenskern,
des Trübsal’s und der Schatten mehr als fern.
Mein Blick will sich an dir, verschwenden nur.
Uwe Walter
Ich war einfach nur sprachlos. Wer könnte mir denn diese Blumen schicken? Und das auch noch mit so einer Karte. Ausgerechnet in die Schule?!
Bellas Klamotten: http://www.polyvore.com/say_it_wirh_flowers/set?id=18429959
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Diese Story spuckt mir schon seit Jahren im Kopf herum, doch ich hatte nie den passenden Charakter griffbereit. Doch jetzt ist es endlich da.
Hoffe, es gefällt euch und ihr lasst mir ein Kommi da.
Es ist noch nicht beta gelesen, also wer Fehler findet, darf sie behalten.
Bei 20 Reviews gibt es eine kleine Vorschau und kurz danach dann das zweite Chap.
Meine neues Chap zu 'Nicht alles ist so wie es scheint' ist zu 50 % fertig. Sollte bald veröffentlicht werden.
GLG Minaechen
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