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Geschichte: Fanfiktion
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von Chukun
erstellt: 25.04.2010
letztes Update: 25.04.2010
Geschichte, Abenteuer / P12
(fertiggestellt)
Kapitel 2: Der letzte Auftrag
Kelly saß auf dem Dach des Hochhauses und lies die Beine baumeln. Neben ihr stand der Texaner und sah mit einem Fernglas auf die weit entfernte Innenstadt von Dublin. Das Scharfschützengewehr lag leicht und beschwingt in ihrer Hand. Es war mit einem Schalldämpfer, sowie einem riesigen Zielfernrohr ausgerüstet worden. Außerdem hatte Kelly die normale Munition durch Giftpatronen ersetzt. Es nieselte und ihre Haare waren schon leicht durchnässt. Ein Gähnen mischte sich mit einem Schniefen und einem Seufzen. „Ich glaub’, der kommt heute nicht mehr!“, bemerkte Billy treffend und nahm das Fernglas weg. Er ging in die Hocke, bevor er sich neben Kelly auf dem Sims niederließ. Diese seufzte noch einmal, jedoch relativ schwerer, als zuvor.
Billy klopfte ihr beruhigend auf die Schulter. „Ich hass es, Aufträge nicht erledigen zu können!“ „Mach dir nichts ’draus! Morgen kriegen wir ihn!“, antwortete der Texaner. Hey, er konnte ja auch mal mitfühlend und kein Idiot sein! Kelly lies den Kopf sinken und nickte leicht. Billy lächelte und ließ seine Hand sinken, wanderte zu ihrer Hüfte. Sofort schnellte Kellys Hand auf ihn zu und scheuerte ihm eine. „Autsch!“, sagte er. „Jedes Mal, wenn ich denke, du bist ganz in Ordnung, dann machst du diese Stimmung mit nur einem Griff zunichte!“, sagte Kelly ärgerlich. Billy lächelte wieder und richtete sich die vom Wind zerzausten Haare. „Du kennst mich doch! Du bist einfach zu scharf! Da kann doch niemand ruhig bleiben!“, antwortete er. „Ts!“, war alles, was Kelly darauf erwiderte. Sie stand auf und ging hinüber zu einem kleinen Tisch, der vermutlich irgendeinem der Hausinsassen gehörte.
Darauf stand ein großer, geöffneter Koffer. Kelly verpackte ihr Scharfschützengewehr darin. Doch plötzlich hörte sie etwas. Ganz leise, als wäre es hunderte von Meilen entfernt. Sie lief zurück zum Sims und riss Billy das Fernglas aus der Hand. „Ja!“, jubelte sie. „Das Schicksal ist doch noch auf meiner Seite!“ Schnell lief sie zurück zum Koffer, nahm das Gewehr heraus und stellte es auf den Sims. Durch das Fernrohr konnte Kelly ihr Opfer genau beobachten. Er trug einen grauen Nadelstreifenanzug und hatte sich die Haare mit Gel nach hinten gekämmt. So wie er aussah, war er bestimmt ein arroganter Mistkerl. Er hatte das Handy ans Ohr gedrückt und nickte immer wieder zustimmend. Kelly legte den Finger auf den Abzug, atmete noch einmal tief ein und drückte dann ab. Ein gedämpfter Schuss durchbrach die Stille der Nacht. Billy hatte sich währenddessen wieder des Fernglases bemächtigt. Er sah durch, lächelte und gab einen überraschten Laut von sich.
„Wow, sogar durch das Handy! Du verblüffst mich immer wieder!“, sagte er und nahm das Fernglas wieder weg. Kelly leckte sich über die rauen Lippen. Die kalte Nachtluft hatte diese rissig und spröde gemacht und Kelly hatte das Gefühl, als könnten sie bei jedem unvorsichtigen Wort aufplatzen. Sie atmete schwerer, als zuvor. Jeder Mord, bei dem sie eine Pistole oder ein Gewehr benutzen musste, brachte auch ein unbefriedigtes Verlangen nach Blut mit sich. Sie wollte es nicht schmecken oder gar trinken. Sie war doch keiner dieser elendigen Vampire! Nein, sie wollte das Blut ihrer Opfer einfach nur an ihren Fingern kleben spüren. Anders als manch andere in ihrer Organisation brachte sie keine Unschuldigen um. Das war ja wohl selbstverständlich! Unvermittelt seufzte sie und stand auf. Kelly klopfte sich etwas Dreck von den Knien und ging hinüber zum Gewehrkoffer, in welchem sie nun endgültig ihr Scharfschützengewehr verstaute. Während sie dies tat, sah Billy sie prüfend an. Kelly schloss den Metallkoffer gerade, als er sagte: „Ist alles in Ordnung mit dir? Du siehst irgendwie… traurig aus!“ Kelly legte den Kopf etwas schief und lächelte. Doch das Lächeln sah erzwungen aus. Jetzt fiel Billy noch etwas anderes an ihr auf. Sie sah nicht nur traurig aus, sondern auch erschöpft. So, als hätte sie tagelang nicht mehr geschlafen. „Weißt du, Billy. Das.. war unser letzter gemeinsamer Auftrag. Ab jetzt werde ich nicht mehr mit dir zusammenarbeiten können!“, antwortete Kelly leise.
„Häh?“, war das Einzige, was der Texaner herausbrachte. „Gallow hat mich ins Labor versetzt. Ich soll dort meine Forschungen von früher wieder aufnehmen. Du weißt schon, die über das ewige Leben!“, erklärte sie ihm. Billy starrte sie ungläubig an. „Heißt das … Lebewohl?“, fragte er. Kelly schüttelte mit dem Kopf. Tropfen glitten von ihren Haarspitzen und fielen lautlos zu Boden. „Keineswegs! Ich arbeite weiterhin für die Diablerie. Nur eben in einer anderen Abteilung. Ich würde dennoch viel lieber an forderster Front kämpfen!“ „Aber, das bedeutet, dass ich dich immer sehen kann, oder?“, fragte Billy noch immer etwas schockiert. Kelly lächelte wieder. Dieses Mal jedoch sichtlich erfreut. „Natürlich kannst du das! Nur hör auf, mich immer zu erschrecken! Sonst fliegen wir noch alle irgendwann in die Luft!“, antwortete sie, nahm den Koffer und lief zu der Tür, die in den Treppenaufgang führte. Sie öffnete diese und lächelte Billy noch einmal an, bevor sie darin verschwand. Der Texaner blieb noch eine Weile stehen und starrte in den Nachthimmel.
In seinem Kopf gähnte vollkommene Leere. Nur ein einziger Gedanke beschäftigte ihn jetzt noch: „Wie soll ich Freude am Morden haben, wenn du nicht da bist?“ Es dämmerte bereits, als auch Billy das Dach verlies.
Kelly saß auf dem Dach des Hochhauses und lies die Beine baumeln. Neben ihr stand der Texaner und sah mit einem Fernglas auf die weit entfernte Innenstadt von Dublin. Das Scharfschützengewehr lag leicht und beschwingt in ihrer Hand. Es war mit einem Schalldämpfer, sowie einem riesigen Zielfernrohr ausgerüstet worden. Außerdem hatte Kelly die normale Munition durch Giftpatronen ersetzt. Es nieselte und ihre Haare waren schon leicht durchnässt. Ein Gähnen mischte sich mit einem Schniefen und einem Seufzen. „Ich glaub’, der kommt heute nicht mehr!“, bemerkte Billy treffend und nahm das Fernglas weg. Er ging in die Hocke, bevor er sich neben Kelly auf dem Sims niederließ. Diese seufzte noch einmal, jedoch relativ schwerer, als zuvor.
Billy klopfte ihr beruhigend auf die Schulter. „Ich hass es, Aufträge nicht erledigen zu können!“ „Mach dir nichts ’draus! Morgen kriegen wir ihn!“, antwortete der Texaner. Hey, er konnte ja auch mal mitfühlend und kein Idiot sein! Kelly lies den Kopf sinken und nickte leicht. Billy lächelte und ließ seine Hand sinken, wanderte zu ihrer Hüfte. Sofort schnellte Kellys Hand auf ihn zu und scheuerte ihm eine. „Autsch!“, sagte er. „Jedes Mal, wenn ich denke, du bist ganz in Ordnung, dann machst du diese Stimmung mit nur einem Griff zunichte!“, sagte Kelly ärgerlich. Billy lächelte wieder und richtete sich die vom Wind zerzausten Haare. „Du kennst mich doch! Du bist einfach zu scharf! Da kann doch niemand ruhig bleiben!“, antwortete er. „Ts!“, war alles, was Kelly darauf erwiderte. Sie stand auf und ging hinüber zu einem kleinen Tisch, der vermutlich irgendeinem der Hausinsassen gehörte.
Darauf stand ein großer, geöffneter Koffer. Kelly verpackte ihr Scharfschützengewehr darin. Doch plötzlich hörte sie etwas. Ganz leise, als wäre es hunderte von Meilen entfernt. Sie lief zurück zum Sims und riss Billy das Fernglas aus der Hand. „Ja!“, jubelte sie. „Das Schicksal ist doch noch auf meiner Seite!“ Schnell lief sie zurück zum Koffer, nahm das Gewehr heraus und stellte es auf den Sims. Durch das Fernrohr konnte Kelly ihr Opfer genau beobachten. Er trug einen grauen Nadelstreifenanzug und hatte sich die Haare mit Gel nach hinten gekämmt. So wie er aussah, war er bestimmt ein arroganter Mistkerl. Er hatte das Handy ans Ohr gedrückt und nickte immer wieder zustimmend. Kelly legte den Finger auf den Abzug, atmete noch einmal tief ein und drückte dann ab. Ein gedämpfter Schuss durchbrach die Stille der Nacht. Billy hatte sich währenddessen wieder des Fernglases bemächtigt. Er sah durch, lächelte und gab einen überraschten Laut von sich.
„Wow, sogar durch das Handy! Du verblüffst mich immer wieder!“, sagte er und nahm das Fernglas wieder weg. Kelly leckte sich über die rauen Lippen. Die kalte Nachtluft hatte diese rissig und spröde gemacht und Kelly hatte das Gefühl, als könnten sie bei jedem unvorsichtigen Wort aufplatzen. Sie atmete schwerer, als zuvor. Jeder Mord, bei dem sie eine Pistole oder ein Gewehr benutzen musste, brachte auch ein unbefriedigtes Verlangen nach Blut mit sich. Sie wollte es nicht schmecken oder gar trinken. Sie war doch keiner dieser elendigen Vampire! Nein, sie wollte das Blut ihrer Opfer einfach nur an ihren Fingern kleben spüren. Anders als manch andere in ihrer Organisation brachte sie keine Unschuldigen um. Das war ja wohl selbstverständlich! Unvermittelt seufzte sie und stand auf. Kelly klopfte sich etwas Dreck von den Knien und ging hinüber zum Gewehrkoffer, in welchem sie nun endgültig ihr Scharfschützengewehr verstaute. Während sie dies tat, sah Billy sie prüfend an. Kelly schloss den Metallkoffer gerade, als er sagte: „Ist alles in Ordnung mit dir? Du siehst irgendwie… traurig aus!“ Kelly legte den Kopf etwas schief und lächelte. Doch das Lächeln sah erzwungen aus. Jetzt fiel Billy noch etwas anderes an ihr auf. Sie sah nicht nur traurig aus, sondern auch erschöpft. So, als hätte sie tagelang nicht mehr geschlafen. „Weißt du, Billy. Das.. war unser letzter gemeinsamer Auftrag. Ab jetzt werde ich nicht mehr mit dir zusammenarbeiten können!“, antwortete Kelly leise.
„Häh?“, war das Einzige, was der Texaner herausbrachte. „Gallow hat mich ins Labor versetzt. Ich soll dort meine Forschungen von früher wieder aufnehmen. Du weißt schon, die über das ewige Leben!“, erklärte sie ihm. Billy starrte sie ungläubig an. „Heißt das … Lebewohl?“, fragte er. Kelly schüttelte mit dem Kopf. Tropfen glitten von ihren Haarspitzen und fielen lautlos zu Boden. „Keineswegs! Ich arbeite weiterhin für die Diablerie. Nur eben in einer anderen Abteilung. Ich würde dennoch viel lieber an forderster Front kämpfen!“ „Aber, das bedeutet, dass ich dich immer sehen kann, oder?“, fragte Billy noch immer etwas schockiert. Kelly lächelte wieder. Dieses Mal jedoch sichtlich erfreut. „Natürlich kannst du das! Nur hör auf, mich immer zu erschrecken! Sonst fliegen wir noch alle irgendwann in die Luft!“, antwortete sie, nahm den Koffer und lief zu der Tür, die in den Treppenaufgang führte. Sie öffnete diese und lächelte Billy noch einmal an, bevor sie darin verschwand. Der Texaner blieb noch eine Weile stehen und starrte in den Nachthimmel.
In seinem Kopf gähnte vollkommene Leere. Nur ein einziger Gedanke beschäftigte ihn jetzt noch: „Wie soll ich Freude am Morden haben, wenn du nicht da bist?“ Es dämmerte bereits, als auch Billy das Dach verlies.
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