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von pekuxumi    erstellt: 08.04.2010    letztes Update: 15.07.2010    Geschichte, Drama / P16    (abgebrochen)
Hallo alle zusammen! :D
Nach Jahren hat es mich doch noch gepackt- eine AS- Fanfiction!
Ich hoffe ihr habt Spass und reviewt brav, ansonsten weiß man als Autor nie, ob ankommt, was man gerade verbricht oder nicht..
Jetzt zum wichtigen Teil:
Angel Sanctaury gehört nicht mir, ich will kein Geld verdienen. Die Geschichte habe ich mir ausgedacht, die Figuren geklaut.
Sie wird hauptsächlich aus Raphaels Sicht erzählt, und wo Raphael ist, kann Mika-chan nicht weit sein. Das wird er noch bereuen *muhahaha! * Kein besonderes Time-setting, die Geschichte wird nicht auf die Rahmenstory der AS- Bände eingehen.
Es wird KEINEN SLASH oder YAOI geben. Keine Chance, versucht es nicht mal.
Trotzdem viel Spass!

****

STARING AT THE SUN

Chapter One

Widerwillig öffnete ich die Tür und trat ein.
Der Großadmiral verstummte und nickte mir zu, sofort fühlte ich die Blicke aller Anwesenden auf mir. Ich verzichtete auf den Gruß und steuerte auf den leeren Stuhl neben Michael zu, ließ mich darauf fallen und funkelte Mariel an. Er wusste, was ich von diesen Treffen hielt.

„Raphael- sama, wie schön, dass ihr uns doch noch die Ehre erweist. Sind unsere Soldaten wohl auf?“, fragte der Verteidigungsminister, wahrscheinlich aus reiner Höflichkeit.

Ich schnaubte. Er kannte die Antwort darauf genau. „Die Überlebenden sind geheilt, damit ihr sie morgen wieder in den Krieg schicken könnt.“ Krieg gehörte eindeutig nicht zu den Dingen, mit denen ich mich gerne beschäftigte. Ich spürte Michaels Blick auf mir.

Seit der Krieg vor einigen Wochen -wieder einmal- ausgebrochen war, hatten wir uns nicht mehr richtig gesprochen. Dafür war keine Zeit gewesen. Während Mika-chan, ganz in seinem Element, an der vordersten Front kämpfte, hielt ich mich hinter den Linien auf und kümmerte mich um die verletzten Überlebenden, von denen es täglich mehr als reichlich gab. Hin und wieder tauchte Michael auf, ließ sich eine Stichwunde oder gebrochene Rippen verarzten, aber mehr Zeit blieb uns auch nicht.

Die Toten türmten sich. Normalerweise hätte ich Wiederbelebungen durchführen können, aber nun fehlte mir die Kraft, geschweige denn die Zeit, dafür. Heilen benötigt Energie, die mir nach und nach ausging.
Um aufzutanken hätte ich Schlaf gebraucht, doch auch nachdem ich das Lazarett verließ musste ich mich den Treffen der Kriegsminister und Strategen anschließen, was auch immer das nützen sollte.

Als Erzengel war es meine Pflicht den „Treffen, die über das Schicksal des Himmels entschieden“
beizuwohnen. Nicht, dass das besonders ernst genommen wurde. Uriel zum Beispiel ließ sich mit den Worten „Ich kümmere mich doch schon um den Tod“ entschuldigen, und dass Jibril nichts vom Krieg hielt, war kein Geheimnis im Himmel.

Die Dämonen die uns angriffen, schienen dieses mal entschlossener zu sein. Seit Jahrhunderten schon kam es zu regelmäßigen Angriffen und kurzen Kriegen zwischen Dämonen und Engeln, aber dieses mal war es anders. Wir wussten nicht, was in der Hölle vorgefallen war, doch die Dämonen gegen die der Himmel nun ankommen musste, waren organisierter. Es waren keine Horden Aufmüpfiger mehr, es war eine Armee. Es schien, als hätte sich die Hölle letztendlich doch organisiert.

Mariel hatte derweil erneut angefangen, seine Truppen auf der Holo-Landkarte zu verschieben und die Strategie für die nächsten Tage zu erklären. Ich hörte nur halbherzig zu, immerhin war meine Aufgabe in diesem Gerangel nicht das Planen.

„.. die Analysen der Bewegungen der letzten Tage ergab, dass der Feind anscheinend plant, soviel Stützpunkte wie möglich am südlichen Tor aufzubauen, wahrscheinlich um schließlich unsere Armee in einer Zangenbewegung einzukeilen.“, Muriel deutete auf die Südgrenze der untersten Himmelsschale, auf welcher wir uns gerade befanden. Würden die Dämonen die Armeewälle durchbrechen, hätten sie Zugang zur Mitte der Schale, und damit zum Aufstieg zur nächsten.
„...wir ziehen daher unsere Truppen vom Osttor ab und stärken die südliche Front, dana--“

„Das ist doch der absolute Bullshit!“, ertönte auf einmal eine Stimme neben mir, unverkennbar Mika-chans. Ich verdrehte die Augen. Welch Wortwahl.

Die Ratsmitglieder drehten sich überrascht um. Bisher war Michael auffällig ruhig gewesen, doch nun schien das ein Ende zu haben. Großadmiral Mariel atmete tief ein und aus, bevor er sich als letzter zu Mika-chan umdrehte. Dass die beiden keine besten Freunde waren, musste wohl kaum erwähnt werden.

„Habt ihr etwas hinzu zufügen, Michael-sama?“

Mika-chan stand auf und warf einen verächtlichen Blick auf die Karte, die das Kriegsgeschehen dokumentieren sollte.

„Die Dämonen werden nicht am südlichen Tor angreifen, welches Interesse sollten sie daran auch haben? Sie wissen, dass unser Hauptquartier südlich liegt, und dass unsere Armee mehr Nachschub hat. Sie werden keinen Frontalschlag riskieren!“

Verdutzt starrte ich Mika-chan an. So ruhig hatte ich ihn noch nie erlebt. In bisherigen Kriegen war er nicht mal zu den Sitzungen gekommen, sondern hatte sich mit seinem Batallion weder um die Strategen, noch um die Opfer gekümmert. Diesmal war es anders. Der Krieg war anders.

Mariel, nicht glücklich über die Einmischung, funkelte Mika-chan an. „Was ist euer Vorschlag?“

„Sie werden das Osttor angreifen.“
Die Bestimmtheit in Michaels Stimme schien die meisten Ratsmitglieder zu verwundern. Als Engel des Krieges hatte Mika-chan eine Sonderstellung in Krisenzeiten, ihm war ein eigenes, großes Bataillon zugestellt, über das er alleinige Befehlsgewalt besaß. Im Grunde war er im Besitz eines Freifahrtscheins. Durch seine ständigen Eskapaden hatte der hohe Rat allerdings vor langer Zeit schon einen Kriegsrat einbestellt, der Michael offiziell „unterstützen und beraten“ sollte.
Inoffiziell kümmerte sich keine der beiden Seiten groß um die andere.

Mariel und einige seiner Anhänger fingen an zu grinsen.
„Michael-sama, ihr scheint nicht zugehört zu haben. Sie versuchen eindeutig dass Südtor zu umzingeln, warum sollten sie sonst fast alle Truppen vom Osten abgezogen haben? Ihr scheint wohl ein bisschen zu lang auf dem Schlachtfeld gestanden zu haben, Michael.“

Die Luft im Raum wurde bei jedem Wort heißer. Ich hatte mich schon gefragt, wann Mika-chans Temperament durchbrechen würde, aber anscheinend hatte er sich diesmal sogar unter Kontrolle. Ich blickte kurz zum Kalender. Ein Datum, dass man sich merken sollte.

„Die bisherigen Angriffe auf das Südtor waren nur Show. Sie wollen dass wir Truppen abziehen, um dann ins Osttor eindringen zu können und uns von hinten zu überfallen. Die Dämonen kämpfen dieses mal anders, sie sind organisierter. Wenn ihr euch zur Abwechslung auch mal die Hände schmutzig machen würdet und mit euren Leuten kämpft, würdet ihr das merken..“

Mariel lächtelte höhnisch. „Aber dafür seid ihr doch zuständi--“

Es krachte, und der Versammlungstisch brach unter der Wucht von Mariels Aufprall in zwei Teile. Ich konnte Rippen brechen hören, als Mika-chans Stiefel den Brustkorb des Großadmirals beinahe zerdrückte.

„Mika-chan....“, dachte ich nur, und guckte mich nach einer unauffälligen Fluchtmöglichkeit um. Darauf hatte ich nun wirklich keine Lust mehr.
„Mariel.“, zischte Mika-chan, und neben Mariels entsetztem Gesicht loderten kleine Flammen.

Die anderen Ratsmitglieder hatten sich soweit zurückgezogen, wie ihr Rang es zuließ, ohne dass sie feige wirkten. Ich seufzte und stand auf.

„Michael.“, sagte ich nur und legte dem Feuerengel meine Hand auf die Schulter. Die Brandwunde schloss sich sofort wieder, jahrelanges Training mit Mika-chan hatten aus mir einen Experten in Sachen Verbrennungen gemacht. „Lass ihn in Ruhe, das ist er nicht wert.“

Tatsächlich kühlte sich die Luft augenblicklich ab, Mika-chans Fäuste ballten sich, und langsam aber sicher bekam das keine Nervenbündel sich wieder unter Kontrolle.
Er trat zurück und Mariel schnappte panisch nach Luft.

Mika-chan würdigte ihm keines Blickes, als er sich umdrehte und den Raum verliess.

******

Schweren Herzens entsagte ich meinem Bett und der süßen Krankenschwester darin, und trat ohne anzuklopfen in Michaels Zelt.

Besagter nervenzerfetzender Engel band sich gerade die Stiefel, eindeutig bereit, aufzubrechen.

Ich blieb ein paar Schritte entfernt stehen. „Du gehst wirklich?“

Mika-chan blickte auf und grinste mich an. Das war schon eher der Engel den ich kannte.
„Yo, natürlich. Irgendjemand muss diesen Krieg doch gewinnen! Hat Mariel mittlerweile aufgehört zu weinen?“

Ich musste unwillkürlich grinsen, obwohl die Sache ernst war. Ich konnte diesen aufgeblasenen Sack auch nicht ausstehen. „Das wird noch Konsequenzen haben, Mika-chan.“
Michaels Mine verdunkelte sich, während er seine Schwertscheide umband. „Darüber mach ich mir Gedanken, wenn ich den morgigen Tag überlebe. Und nenn mich nicht Mika-chan.“

„Michael...“, versuchte ich nun, ernst, „aber Mariel hat recht, du hast keinen Beweis. Wenn die Dämonen morgen das Südtor angreifen, werden wir deine Hilfe brauchen!“
„Du glaubst ihm??“, Mika-chan knurrte mich an. „Ich bin der Engel des Krieges, verdammt, vielleicht hab ich ja ein bisschen mehr Ahnung, als dieser Idiot der nicht mal weiß was Krieg ist!!“

„Woher willst du denn wissen, ob deine Ahnung stimmt??“, versuchte ich ihn zu überzeugen.

Mika-chan trat an mir vorbei, auf den Zeltausgang zu. „Ich weiss es einfach, ich spüre es. Irgendwas stimmt hier nicht, ich traue diesem Krieg nicht.“

Ich eilte ihm nach. Als ich aus dem Zelt heraustrat, befand sich Michael schon 30 Meter in der Luft und hatte mit einem Flammenball die Aufmerksamkeit der Soldaten auf sich gerichtet.

„Männer!!!“, rief er, und wiedereinmal war ich überrascht, wie laut dieser Winzling reden konnte.

Die Soldaten kamen aus ihren Zelten heraus und sammelten sich, viele von ihnen humpelnd oder von ihren Kameraden gestützt.

„Großadmiral Mariel wird einer falschen Eingebung folgen und morgen das Südtor bewachen lassen.“
ich konnte Mariel und sein Gefolge sehen, wie sie wütend und fluchend aus ihren Zelten eilten.
„Die wahre Schlacht wird im Osten ausgetragen werden, wer den Himmel verteidigen will, muss mit mir kommen!!“

Ich beobachte die verwirrten Soldaten. Einige von ihnen fingen erhitzte Debatten an, Michaels Bataillon wetzte schon die Schwerter.

„Jeder der Großadmiral Mariels Befehl verweigert, steht unter meinem Schutz. Wir gehen sofort los, wer will, soll sich uns anschließen!!“

Mika-chan genoss, trotz seiner Wutausbrüche und Eskapaden, ein hohes Ansehen in der Armee. Obwohl er ein Engel von hohem Rang und damit der Pflicht selbst zu kämpfen entbunden war, verpasste er keine Schlacht und kämpfte als einzige Befehlskraft mit seinen Untergebenen. Bestimmt würden einige Männer seinem Ruf folgen.

Michael landete vor mir und den anderen hohen Engeln.

„Das gleiche gilt für euch.“ Er ließ den Blick langsam über die Gesichter des Rates gleiten, jeder von ihnen wich ihm aus. Dann blieb er bei mir hängen.

„Wir werden dich brauchen, Raphael.“

Ich schwieg, dann schüttelte ich den Kopf.

Wortlos drehte Mika-chan sich um verließ das Hauptlager gen Osten.

*** to be continued ****

*******

Kritik? Ideen?
Sorry, dass das erste Kapitel nicht vor action strotzte, das übernimmt das zweite. Irgendwie muss man ja eine Story aufbauen.

„Staring at the sun“ ist übrigens der Titel eines genialen Song von the Offspring, dessen Text mich immer an Michael, Raphael und Luzifer denken lässt :D Hört es an!

„When I ran I didn't feel like a runaway/ When I escaped I didn't feel like I got away/ (..)
but I won't be burned by the reflection of the fire in your eyes as you're staring at the sun!“
 
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