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von Animagus    erstellt: 06.04.2010    letztes Update: 12.09.2010    Geschichte, Drama / P16    (abgebrochen)
Vorne weg möchte ich betonen, dass ich noch nicht einmal annähernd an die Relaität komme und das möchte ich auch nicht! Es ist schlimm genug, dass so etwas wirklich passiert. Bitte äußert deswegen keine Kritik. Dies dient nur zum weiteren Verständnis, Verlauf der Geschichte.


Nach einem zweiten, viel lauterem und verzweifelterem Aufschrei als der Erste kehrte wieder Ruhe ein.

Ein dumpfes Geräusch war zu hören und eine wütende Stimme: „Bleib wo du bist!“
Dann, fiel etwas zu Boden. Porzelan zerbrach.
Im Haus war es stickig und dämmrig.
Das Licht der Mittagssonne drang nur spärlich durch die geschlossenen Fensterläden.

Erneut ein erstickender Schrei.
Ein Murren war zu vernehemen.

Draußen konnte man die Kinder auf der Straße lachen hören.
Die Vögel sangen ihr Sommerlied und nichts deutete an diesen schönen Freitag darauf hin, dass irgendwo in Manchester ein Mädchen von ihrem Vater vergewaltigt wurde.

Das Telefon klingelte.
Der Mann drückte das Mädchen an die Wand. Er umklammerte ihre Handgelenke so stark, dass die Hände sich bläulich färbten und sich weiße Punkte bildeten.
Das Telefon klingelte immer noch.
Sie konnte ihre Hände nicht mehr spüren, ebenso wenig wie ihre Beine.
Der Mann lies sie los und warf sie von der Wand gegen den Tisch.
„Du verdammtes Miststück, warum hast du nicht auf mich gehört?“

Das glückliche Schreien der Kinder wurde immer lauter.
Das Mädchen spürte, wie ihr Rücken schmerzte.
Das Telefon verstummte.
Ein Schlag ins Gesicht, ein starker Griff am Oberarm.
Der Mann lies von dem siebzehn Jahre alten Mädchen ab.

Sie hörte ihn die Treppe hochpoltern, eine Tür aufreißen und Wasser in die Wanne laufen lassen.
Ihr Herzschlag verdoppelte sich noch einmal, ihr Atem wurde schneller. Langsam rappelte sie sich auf. Sie wollte nicht schon wieder, sie wollte nicht. Sie bekam Panik, dann hörte sie den Briefschlitz. So schnell es ihr ihre zittrigen Beine erlaubten, eilte sie zur Tür und griff nach der Post. Ihre blassen bis bläulichen Hände zitterten als sie die Briefe durch sah.
Die ersten drei waren für sie, der Rest interessierte sie gar nicht.
Sie zuckte zusammen. Kam er etwa schon die Treppe hinunter? Vorsichtig drehte sie sich um.

Sie konnte die lachenden Kinder hören. Sie konnte die Vögel sinken hören, sogar den Wind hörte sie ganz deutlich.
Ihr Blick huschte durch den Flur und ihr Herz wurde ihr etwas leichter, als sie ihren Vater nicht sah.
Sie schluckte und wandte sich wieder den Briefen zu.
Sollte sie einfach abhauen und erst am Abend wieder kommen? Sie musste irgendwann zurück und spätestens vor dem 1.September.
Und spätestens dann würde sie gehörig was von ihrem Vater zu spüren bekommen. Traurig stellte sie fest, dass sie nicht drum herum kam.
Aber sie musste mal raus. Sie wollte die Sonne auf ihrer blassen Haut spüren. Sie wollte den Wind, der ihr das Haar zerzauste, spüren und einfach die schreckliche Welt, in der sie gefangen war, hinter sich lassen. Auch wenn es nur für wenige Minuten war und auch, wenn sie später von ihrem Vater seine Meinung spüren würde, sie musste raus aus diesem ekligen, dunklem und stickigem Loch.

Sie atmete tief durch, griff leise nach den Schlüsseln und öffnete langsam die Haustür. Das Schreien der Kinder wurde lauter, sie drückte sich durch den kleinen Spalt und schloss die Tür wieder schnell hinter sich.
Sie steckte den Schlüssel ein und ging eilig zum Gartentor.
Ihre Hand hatte schon nach dem Griff gegriffen, als ihr klar wurde, dass ihr Vater das Tor immer noch nicht geölt hatte und so kletterte sie, wenn auch etwas mühseelig, über das Gartentor und verschwand ohne sich noch mal umzudrehen auf den Bürgersteig.

Die Sonne strahlte vom Himmel, eine frische Brise war zu spüren, die Menschen waren glücklich und zufrieden über das schöne Wetter, was seit einer Woche über Manchester und der ganzen Insel zu genießen war.
Sie kam an dem Spielplatz, an dem See, an Eisdielen, die vollkommen besetzt waren, an vollen Geschäften und an Parks vorbei.
Ein leichtes und warmes Lächeln bildete sich auf ihrem fahlen Gesicht, als ein kleiner Junge sie ansprach.
„Wie heißt du?“, fragte er. Sie sah in seine fröhlichen, strahlenden grünen Augen, die ihr sehr bekannt vor kamen. Er hatte schwarze, zerzauste Haare und einen frechen Gesichtsausdruck. Gerade als sie antworten wollte verschwand sein Gesicht vor ihren Augen und es tauchte ein Gesicht auf, was ihr die Wärme hochschießen lies.
„James! Wie oft soll ich dir noch sagen, man spricht keine Fremden Leute an.“
Das Mädchen schüttelte den Kopf und sah wieder den Jungen vor sich, sie schaute auf und sah eine junge Frau auf sie zu kommen.
Sie hatte rotblonde Haare, war vielleicht nur zwei Jahre älter als sie selbst und ihre Augen ähnelten wie die ihres Sohnes.
„Entschuldigen Sie, aber James ist nun mal ziemlich aufgeweckt.“, entschuldigte sich die Frau bei ihr und nahm ihren Sohn an die Hand.
„Aber Mummy.“, protestierte der Junge, doch brachte seine Mutter ihn mit einem strengen und doch liebevollen Blick zum Schweigen.
Das Mädchen schaute ihnen noch lange nach. Wie sehr träumte sie davon wieder eine Mutter zu haben, die einem Schutz und Sicherheit gab.
Der Wind wurde etwas stärker und ihre roten Haare wehten in ihr Gesicht.
Ihr lief eine Träne am Gesicht hinunter.
Sie musste tapfer sein, sie durfte keine Schwäche zeigen, nicht sie. Aber es war so schwer, es war schwer in den Ferien nach Hause zu kommen, von ihrem eigenen Vater gedemütigt und von ihrer Schwester verhasst zu werden und in Hogwarts das schlaue, starke und selbstsichere Mädchen zu miemen.
Sie atmete tief durch und ging weiter.
Die Briefe hielt sie immer noch fest in der Hand und dachte nach, wem dieser Junge so ähnlich gewesen war. Er hatte ihre Augen und die Augen ihrer Mutter. Sie schluchzte, dann bog sie in eine kleine Gabelung ein und ging unbeirrt ihren Weg.

Endlich kam sie an ihrem Ort an. Hier konnte sie alleine mit ihrer Mutter sein. Sie atmete tief durch, dann öffnete sie das Tor zum Friedhof und ging langsam zum Grabstein ihrer Mutter. Die Schmerzen in ihrem Körper waren wie weggeblasen, als sie vor dem Stein stand. Dieser trug die Aufschrift: Charlotte Evans(geb.Smith) *30.10.1921 +12.05.1975
Ihr Herz raste, sie lies sich auf den Boden sinken, zog die Beine ganz dicht an ihren Körper und spürte die Sonne auf ihrem Rücken scheinen.
Mit glasigen Augen sah das Mädchen auf den Grabstein. „Wieso hast du mich alleine gelassen?“, flüsterte das Mädchen und hielt ihre Tränen zurück.
Sie bekam keine Antwort.
Ihre Mutter war letztes Jahr bei einer Operation ums Leben gekommen. Ihre Schwester Petunia war schon längst über den Tod ihrer gemeinsamen Mutter und um den Verlust eines wundervollen Menschen hinweg gekommen. Sie war zu ihrem Freund Vernon gezogen und lies sie, ihre kleine Schwester, mit ihrem Vater alleine. Petunia wusste nicht, dass ihr Vater ihre kleine Schwester vergewaltigte und selbst wenn, wäre es ihr egal gewesen. Seitdem ihre Schwester die Schule für Hexerei und Zauberei besuchte, hasste Petunia sie.
Sie hatte keinen Kontakt mehr zu ihr und auch so hatten die beiden Geschwister nicht viel zu sagen. Jeder lebte sein eigenes Leben.
Und das Leben des siebzehnjährigen Mädchens war vollkommen zerstört.
 
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