Geschichte: Fanfiktion / Bücher / Bis(s) / Realize
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von MsBlindo    erstellt: 04.04.2010    letztes Update: 12.07.2010    Geschichte, Drama / P18    (fertiggestellt)


Danke, danke, danke für eure Reviews, habe mich sehr gefreut!

Die Kapitel sind wahnsinnig lang und ich hoffe, euch gefällt meine Arbeit weiterhin.

Ich mach so schnell ich kann, damit ihr alle an dieser wundervollen Geschichte teilhaben könnt.

Disclaimer:

Alle Figuren gehören Stephenie Meyer und die Geschichte Goo82, ich habe nur die Ehre sie ins Deutsche zu übersetzen und dafür danke ich Dir liebe Goo82 =)

Und nun geht es aber weiter!

lg. MsBlindo



___________________________________________________________________

Chapter 02

BPOV


Edward war endlich fertig und wir machten uns auf den Weg zu seinem Vorsprechen.

Das Vorsprechen war nur zehn Minuten von unserem Haus entfernt, also hielten wir bei einem nahegelegenen Starbucks an, um uns einen weiteren Koffein Schub zu organisieren.  Ich nahm wie immer einen normalen Venti Karamell Frappuccino und Edward einen Venti White Mocha Latte.

Edward musste sich nie für diese Vorsprechen vorzubereiten. Es war unglaublich, er machte all diese Sachen immer völlig entspannt und mit solch einer Ruhe. Dieses Mal bat ihn der Produzent sogar persönlich darum, für die Rolle vorzusprechen; Er hatte das Projekt damit schon mehr oder weniger in der Tasche. Edward fummelte an meinem iPod rum. Er versuchte irgendwas zu finden, was er hören konnte und trank einen Schluck von seinem Kaffee.

„Edward, bitte hör auf dieses Ding zu quälen. Du weißt Du findest eh nichts passendes, bis wir da sind. Warum musst Du nur immer so nerven?“, fragte ich ihn mit gespielter Verärgerung. Seine komischen Angewohnheiten erstaunten mich immer wieder.

„Ich mache das, weil ich Musik hören möchte. Es ist nicht meine Schuld, dass hier so viel Auswahl drauf ist.“, spottete er, sah von dem iPod auf und schenkte mir sein schiefes Lächeln.

Ich rollte nur mit meinen Augen und parkte das Auto, vor dem Gebäude, indem das Vorsprechen stattfinden sollte.

„Schau, zwanzig Minuten zu früh, Bella. Wir brauchen uns über nichts Sorgen zu machen. Du und Deine irrsinnige Besessenheit überall früh da zu sein.“, lachte er spöttisch.

„Richtig, ist wahrscheinlich wie Deine irrsinnige Besessenheit überall dreißig Minuten zu spät zu kommen.“, schoss ich zurück.

„Bella, das nennt man das modische Halbe.“, sagte er mir lächelnd.

Dieser eingebildete Arsch hatte aber auch auf alles eine Antwort.

„Und wenn sie damit ein Problem hätten, würde ich die Jobs nicht bekommen, oder? Du machst Dir viel zu viele Sorgen.“, beendete er seine Ausführung, trank einen großen Schluck von seinem Kaffee und stellte ihn zurück in den Getränkehalter.

„Jemand muss ja aber dafür sorgen, dass wir mehr von Deinem hübschen Gesicht zu sehen bekommen. Und nun los.“, sagte ich und kniff ihm in die Wange. „Meinst Du, Du brauchst heut noch einen Termin mit Emmett?“

„Sicher, sag ihm, er soll vorbeikommen, wenn wir zurück sind. Vielleicht können wir ein bisschen Zusammensitzen. Ruf Alice an und sag ihr, sie soll Jasper mitbringen und Emmett kann ja Rose mitbringen, wenn er mag.“

„Okay, ich rufe sie an und sag Bescheid. Du solltest reingehen. Mach einen guten Eindruck, mit Deiner Pünktlichkeit und verklicker ihnen, dass Du Die Rolle haben willst.“

„Zu Befehl, Madame!“ Er lehnte sich zu mir und gab mir einen Kuss auf die Wange. „Was würde ich nur ohne Dich tun, Bella?“

„Naja…“, ich legte einen Finger an mein Kinn und seufzte übertrieben. „schlafen während Deiner Vorsprechen? Meistens zumindest.“, sagte ich und zog eine Grimasse.

„Sehr witzig, Swan!“ Er kniff mir in meinen Oberschenkel, hüpfte aus dem Auto und machte sich auf den Weg ins Gebäude.

Jetzt musste ich Emmett anrufen. Ich sah auf die Uhr und war mir sicher, dass er schon wach war.

Emmett war ein guter Freund von uns beiden, wir trafen ihn, als wir nach Hollywood kamen.

Wir waren in einem Club und Edward ließ mich an der Bar zurück, um zur Toilette zu gehen. Ich stand da also ganz allein und es kam dieser Kerl auf mich zu, der sich als Tyler vorstellte. Er wollte mir einen Drink ausgeben. Er sprach immer weiter, obwohl ich ihm bereits eine dezente Abfuhr erteilt hatte und fragte mich, ob ich tanzen wolle. Noch einmal sagte ich ihm so – nett – wie – möglich nein. Der Typ mochte es anscheinend nicht, wenn man ihm eine Abfuhr erteilte und so versuchte er mich zum Tanzen zu zwingen. Ich suchte verzweifelt nach Edward, während ich versuchte dem Kerl klar zu machen, dass er mich in Ruhe lassen solle. Dann vernahm ich eine laute Stimme: „Hey Baby, da bist Du ja. Ich habe Dich gesucht.“ Ich fühlte, wie sich zwei starke Arme um mich legten. Ich sah hoch zu einem riesigen muskelbepackten Mann, der zu mir herunter lächelte. Die Größe des Mannes schien Tyler anscheinend Angst zu machen, da er quasi die Flucht ergriff und dabei eine Entschuldigung murmelte. Er hatte wohl mein geschocktes Gesicht und meine panischen Augen bemerkt, denn er ließ mich sofort los und fing an zu lachen. Er erklärte mir, dass er gesehen hatte, wie dieser Kerl mich belästigte und fand, dass es der beste Weg gewesen sei, sich als mein  Freund auszugeben, um ihn zu vertreiben. Er wollte keine Prügelei hervorrufen. Er stellte sich mir als Emmett McCarty vor und war auch grad erst zugezogen. Er kam ursprünglich aus North Darkota und arbeitete als Personal Trainer. Ich war nicht überrascht, dass er als Personal Trainer arbeitete, bei seiner Größe. Er war riesig, mit braunem lockigen Haaren und wunderschönen blauen Augen. Seine Arme waren breiter, als meine Hüfte. Ein richtiger Bär.

Edward war inzwischen auch wieder aufgetaucht. Ich machte ihn mit Emmett bekannt und erzählte ihm, wie wir uns kennenlernten. Edward bedankte sich bei Emmett für seine Hilfe und wir saßen den ganzen Abend zusammen. Da wir alle neu in der Stadt waren, beschlossen wir in Kontakt zu bleiben und wurden schnell Freunde. Als Edward gesagt bekam, dass er einen Trainer brauche, um in Form zu bleiben, konnten wir uns keinen anderen als Emmett für diesen Job vorstellen.  Nicht das Edward es nötig hatte, denn er war mit perfekten Genen ausgestattet; Der Mann konnte wirklich alles essen und hatte nie Probleme mit seinem Körper. Diese sogenannten work – out Termine waren inzwischen allgemeine Treffen in der Gruppe, bei denen wir gemütlich zusammen saßen und entspannten.

Ich schnappte mir mein Telefon, wählte schnell seine Nummer und lauschte dem klingeln. Nach dem vierten klingeln nahm er ab. Er war außer Atem.

„Hallo?“

„Hey, Em, Bella hier. Ich stör Dich nicht grad, oder?“

„Warum, Hallo mein kleiner Sonnenschein. Wie läuft´s mit Eddie?“ Oh und weiter geht’s!  
„Nein du störst nicht, ich habe nur ein paar Hanteln gestemmt, so zum Spaß.“

„Was ist nur mit euch und warum belästigt ihr mich alle mit diesem Scheiß?!“, fragte ich ihn und seufzte verärgert.

„Uh oh, wer war vor mir?“, fragte Emmett und lachte.

„Alice, sie hielt mir heut Morgen schon eine Predigt.“

„Naja, Du weißt der einfachste Weg uns zu stoppen ist, wenn Du es ihm einfach sagst.“, erklärte Emmett mir, so als wäre es das einfachste der Welt. So als sollte man es mal so nebenbei erwähnen. Ich konnte es nicht glauben.

„Hey Edward, hier Dein Kaffee. Ach übrigens, ich bin seit Jahren unsterblich in Dich verliebt. Ich wünsch Dir einen schönen Tag.“

Jepp, das würde Wunder vollbringen.

„Ja und was wirst Du für mich tun, wenn ich dann arbeitslos bin, mein lieber Freund?“

„Du willst mir als weismachen, dass Edward Dich feuern wird, wenn Du ihm Deine Gefühle offenbarst. Ja Bella, dass würde auch meine erste Reaktion sein, wenn meine beste Freundin mir sagen würde, dass sie Gefühle für mich hat…wie lange sie auch schon bestehen mögen.“

„Nein, Emmett. Ich denke, dass er mich eines Tages zurückweisen würde. Und ich würde zu schüchtern sein, um ihm dann noch ins Gesicht zu sehen und ich würde ihn aufgeben. Und dann stehe ich da, obdachlos und ohne Job.“

„Bella, Bella, Bella, egal was wir mit Dir machen werden, Du weißt der Mann ist verrückt nach Dir. Er weiß es nur noch nicht, weil Du es ihm noch nicht gesagt hast. Er ist ein Mann Bella, wir warten auf Signale.“

„Ganz bestimmt, Emmett.“, ich spürte, wie der Ärger in mir aufstieg. „Er liebt mich, wie eine kleine Schwester. Die Sachen, die ich mir mit Edward vorstelle, macht man aber nun mal nicht mit Geschwistern.“ Emmett konnte sein Lachen nicht mehr verbergen.

„Wirklich? Du stellst dir solche Sachen mit Eddie vor? Ich glaub ich muss dir einen neuen Namen geben, meine kleine verruchte Bella.“

„Das machen hunderte andere Mädchen auch, Em.“, verteidigte ich mich.

„Jepp, aber er kennt diese Mädchen nicht. Sie lieben ihn nur weil er berühmt ist. Er würde mit Dir zusammen sein und wissen, dass Du schon immer geliebt hat, auch als er noch nicht berühmt war.“

„Wie auch immer, Emmett. Du kannst es nicht wissen. Du hast gesehen, wie die Mädchen sich ihm hinwerfen. Ich seh doch nur aus wie ein schmutziger Lumpen, im Vergleich zu diesen Mädchen.“

„Bella, Du bist wunderschön. Bitte rede nicht so von Dir. Warum alles in der Welt willst Du mit jemandem befreundet sein, der nur auf das Äußere achtet und nicht auf seine inneren Werte. Ich denke nicht, dass Edward so oberflächlich ist.“

Jetzt fühlte ich mich schlecht. War ich wirklich der Meinung, dass Edward nicht mit mir ausgehen würde, nur weil ich nicht hübsch genug war? Er war nie oberflächlich, warum sollte er also jetzt so sein? Meine Unsicherheit schien meine Wahrnehmung über meinen besten Freund zu täuschen. Er war nicht so ein Typ.

„Nein Emmett, Ich denke nicht, dass Edward so ist. Ich möchte nur nicht verletzt werden und vor allem möchte ich ihn nicht verlieren.“

„Du würdest ihn nicht verlieren, er liebt Dich. Du brauchst nur Hilfe, damit er es erkennt.“

„Ich weiß.“, doch konnte ich ihm nicht wirklich glauben.

„Wie auch immer, entschuldige, dass ich Dich darauf angesprochen habe. Das war meine Chance heute. Ich werde das Thema heut nicht mehr anreißen.“ Ich hätte schwören können, dass er grinste, doch ich rollte ich nur mit meinen Augen.

„Edward meinte Du und Rose könntet heut Nachmittag vorbeikommen. Wir sollten gegen drei zu Haus sein. Er möchte ein bisschen „trainieren“. Alice und Jasper kommen auch. Wir könnten den Grill anwerfen oder so; einfach entspannen.“

„Klingt wirklich gut, Bella. Ich werde Alice und Jasper anrufen und ihnen Bescheid geben.“

Nun saß ich hier im Auto, kritzelte auf meinen Notizblock rum und überprüfte mit meinem Blackberry, was die Woche noch bringen würde. Es war nicht viel geplant. Wir waren grad aus Seattle zurück, wo Edward Dreharbeiten für einen Teenie Film hatte. Sein knabenhaftes Aussehen ließ ihn noch glatt als Teenager durchgehen und da er in der Öffentlichkeit sehr bekannt war, flehte der Produzent ihn quasi an den Job zu übernehmen.

Edwards Berühmtheit war ein Vorteil. Er wurde oft zu irgendwelchen Eröffnungen diverser Clubs oder Geschäfte eingeladen und erhielt dafür sogar noch Geld. Was gab es besseres, wenn die Klatschblätter über seine Auftritte bei ihnen berichteten: „Angehender Jungschauspieler Edward Cullen erscheint auf der Eröffnungsparty des neuen Clubs...“

Edwards Vorsprechen dauerte etwas länger, als erwartet. Ich machte es mir bequem, schnappte mir meinen iPod und suchte nach meiner Playlist. Ich lehnte mich zurück und schloss meine Augen. Doch sobald ich sie geschlossen hatte, wanderten meine Gedanken zu den beiden Gesprächen, die ich mit meinen Freunden hatte. Beide flehten mich an Edward endlich zu sagen, was ich fühle. Sie versicherten mir, dass er genauso fühlen würde, es aber noch nicht bemerkt hätte. Doch was mache ich, wenn es nicht so ist?

Ich konnte nicht abstreiten, dass ich mir mein Leben so vorstellte, wie meine Freunde es mir prophezeiten. Ich sollte zu Edward gehen, ihm in die Augen schauen und ihm mein Herz öffnen. Ihm erklären, dass ich ihn eigentlich schon seit unserer Geburt liebe. Ihm sagen, dass er der einzige ist, mit dem ich mir vorstellen kann, alt zu werden, eine Familie zu gründen und Sesshaft zu werden. Er könnte weiter schauspielern und ich könnte schreiben. Wir würden zwei Kinder haben; ein kleines Mädchen mit braunem Haar und seinen grünen Augen und einen kleinen Jungen, mit wilden bronzefarbenen Locken und meinen braunen Augen. Er würde mir in die Augen sehen und mir sagen, dass er schon immer genauso gefühlt hat, aber immer Angst hatte es mir zu sagen. Wir würden beide von dem Moment überwältigt sein, uns in die Arme fallen und er würde mich küssen. Dann würde er mich hochnehmen und ins Schlafzimmer tragen, wo wir uns ewig lieben würden – um die Zeit nachzuholen, die wir durch unsere Unsicherheit verloren hatten.

Ich konnte fühlen, wie sich bei diesen schönen Gedanken ein Lächeln auf meine Lippen schlich, als plötzlich die Tür geöffnet wurde.

„Schläfst Du während der Arbeit, Bella?“ Sanft zog Edward an meinen Haaren.

„Oh, Edward, warum musst Du immer so gemein sein?“ Ich versuchte mich aufzusetzen und strich mir durch meine Haare.

„Urlaub Bella, Du brauchst Urlaub. Hör auf zu grummeln.“ Ich konnte nur mit meinen Augen rollen.

„Wie lief das Vorsprechen?“

„Es lief gut, der Produzent scheint mich zu mögen; er will mir diese Woche noch Bescheid geben.“

„Das klingt gut! Ich hoffe es klappt.“

„Danke Bells.“ Er lehnte sich zu mir herüber um mich zu umarmen und mein dummes Herz, fing an zu rasen. Nicht Du auch noch. Dachte ich. Verräter!

„Ich habe mit Emmett gesprochen, als Du drin warst und er sagt den anderen Bescheid. Sie werden so gegen drei vorbeikommen. Ich sagte ihm, dass wir grillen und uns entspannen könnten.

„Find ich gut. Wir haben nichts weiter geplant heut, oder?“

„Nö, wir müssen nur noch mal zu Deiner Agentin, prüfen ob Du irgendwelche neuen Angebote hast. Dann haben wir es geschafft für heut.“, sagte ich, während ich das Auto startete um loszufahren.

„Super, Angela hat mir versprochen, dass ich eine Pause zwischen den Drehterminen bekomme. Ich wollte nicht unbedingt gleich wieder einen neuen Job antreten. Ich brauch unbedingt ´ne Pause.“

„Naja, soweit ich weiß, war es das. Natürlich wirst Du einige kleine Sachen machen müssen, wie ein Fotoshoot, oder ein Interview, aber ich denke das sollte kein Problem für Dich sein.“

„Das ist okay.“, sagte er. Er lehnte sich zurück und schloss seine Augen.

Den Rest des Weges zu seiner Agentur verbrachten wir schweigend. Als wir ankamen, stieß ich ihn sanft an und sagte ihm, dass wir angekommen waren. Er seufzte, als wir ausstiegen und machten uns auf den Weg zu Angelas Büro.

Wir gingen zu Angelas Sekretärin und meldeten uns an. Einen Anruf später konnten wir dann auch schon zu ihr.

„Na wie lief es heut bei meinem Goldjungen? War das Vorsprechen gut?“, fragte sie, als sie ebenfalls Platz nahm und an ihrem Rock zupfte.

Edward ließ sich auf den Stuhl neben mir plumpsen. Er lächelte und rutschte in eine bequemere Position.

„Es lief großartig. Ich denke sie mögen mich. Sie wollen sich diese Woche noch melden.“

„Na das klingt doch gut. Wenn sie sich hier im Büro melden, werde ich es Dich wissen lassen. Für diese Woche haben wir jedenfalls nichts mehr für Dich. Was so viel heißt, Du hast frei.“ Sie tippte etwas in ihren Computer, um Edwards Akte zu öffnen. „Bella, er wird nächste Woche ein Photoshoot mit dem EW Magazin haben, als einer der Top 30, der unter 30 Jährigen. Und wir wurden kontaktiert für ein Interview mit ihm. Sie wollen mehr über Deine zukünftigen Projekte wissen. Also nichts, was Du nicht Händeln kannst. Ich hoffe Du hast bis dahin auch die Rückmeldung von Deinem heutigen Vorsprechen.“

„Schickst Du mir alles per Fax rüber, dann kann ich alles zu Haus ergänzen.“ Ich hatte ein System, dass Edward half seine Jobs zu organisieren. Nicht das es notwendig war alles zu dokumentieren, aber für seine zukünftigen Projekte war es nicht verkehrt, auch einen Überblick über die vergangen Projekte zu haben.

„Natürlich Bella, wie immer. So das war es dann von meiner Seite. Genieß Deine freie Zeit, Edward. Ich werde mit Dir oder Bella in Kontakt bleiben, falls irgendwas kommen sollte.“

Wir erhoben uns, verabschiedeten uns und liefen zurück zu Auto.

„Na das waren doch Gute Nachrichten. So viel freie Zeit hatte ich schon seit Jahren nicht mehr.“ Er war begeistert, über die Chance endlich etwas zu entspannen und Zeit für sich zu haben.

„Und was wirst Du tun mit deiner neu gewonnenen Freiheit?“, fragte ich ihn, auf dem Weg zum Auto, um nach Haus zu fahren.

„Ich habe keinen blassen Schimmer, Bella. Ich kann mich nicht erinnern, was freie Zeit ist.“, sagte er lachend.

„Naja, ich denke Du findest schon etwas, womit Du Deine Freizeit verbringen kannst. Bisher war Dir doch noch nie langweilig.“

„Ja, ja. Wir werden schon etwas finden um das Beste draus zu machen.“

Inzwischen waren wir zu Haus angekommen und hatten noch ein paar Stunden Zeit, bevor die anderen vorbei kommen würden. Wir entschieden uns einen Film anzusehen. Edward jammerte mal wieder bei meiner Filmauswahl, also gab ich nach und überließ es dem großen Baby einen Film auszusuchen. Wie immer griff er sofort nach einem Horrorstreifen. Ich konnte nur wieder mit meinen Augen rollen, über seine lächerliche Filmauswahl.

Als der Film endlich zu Ende war, gingen wir in die Küche, um uns etwas zu essen zu machen. Die anderen würden bald hier sein. Wir wollten einen Grillabend machen. Also entschieden wir uns nur für ein Sandwich mit Käse und Tomaten. Nach dem Essen schnappte ich mir meine Tasche und ging in mein Zimmer. Ich setzte mich auf mein Bett und lehnte mich zurück. Ich rieb mir über meine Augen und atmete tief durch.

Dieser ganze Bella sollte – Edward – endlich – ihre – Liebe – gestehen Kram ging mir auf die Nerven. Es war schon schlimm genug nur mit ihm befreundet zu sein und zu beobachten, wie er von den Mädchen angegraben wird. Aber seit ich wusste, dass ich ihn liebe, war jeder Tag schlimm. Zu sehen, wie er diese Mädchen küsst, brach mir das Herz. Wenn ich nur den Mut hätte es ihm zu sagen, vielleicht würde er dann mich umarmen und küssen

Jedoch hatte ich diesen Mut nicht. Ich war ein Angsthase durch und durch. Und allein der Gedanke, dass Edward auch nur ein wenig Liebe für mich empfinden würde, wie ich für ihn, war einfach nur lächerlich.

Ich stöhnte laut und legte mich hin. Plötzlich spürte ich, dass sich die Matratze neben mir senkte und Edward zu sprechen begann.

„Was ist los? Fühlst Du Dich nicht gut?“, seine Stimme klang voller Sorge.

Ich nahm meinen Arm von meinen Augen und drehte mein Gesicht zu ihm. Ich war erstaunt, wie nah sein Gesicht war und wünschte mir so sehr seine Lippen zu küssen, die nur wenige Zentimeter entfernt waren. Ach hör auf, Bella!

„Ich bin nur etwas Müde.“, sagte ich und wandte meinen Blick zur Decke. „Brauchst Du irgendwas?“

„Nein, ich dachte nur, ich schau mal nach Dir und wir quatschen ein bisschen, bis die anderen kommen.“

„Was hast Du denn auf dem Herzen?“

„Naja, ich hab versucht zu überlegen, was wir machen könnten. Ich will ja nicht nur schlafen, während meiner freien Zeit.“

„Hast Du schon eine Idee?“

„Nichts Spektakuläres. Ich würde gern etwas Zeit mit euch allen verbringen. Ich hab die anderen lang nicht gesehen. Ich hab mir gedacht, wir könnten für ein oder zwei Tage nach Santa Barbara fahren oder so.“

„Das klingt gut. Lass es mich einfach wissen, wann Du fahren möchtest, dann kann ich mich um die Hotelzimmer kümmern.“

„Ich werde Angela morgen mal anrufen und fragen, ob es okay ist die Stadt für ein paar Tage zu verlassen. Dann brauchen wir uns keine Sorgen machen, wenn überraschend ein Auftrag kommt.“

„Naja, ich bin mir sicher, dass Du gegebenenfalls noch am gleichen Tag zurückkommen kannst, wenn es sich um einen guten Auftrag handelt.“

„Ja das stimmt. Aber ich will es lieber vorher abklären.“

Wir verfielen in ein angenehmes Schweigen. Es dauerte nicht lang und meine Augen wurden schwer. Kurz darauf war ich eingeschlafen.

Ich wurde wach, als Edward aus dem Bett krabbelte. Er sah aus, als wenn er ebenfalls geschlafen hatte, denn er strich sich übers Gesicht und gähnte herzhaft. Verschlafen  blickten wir uns an.

„Ich denke sie sind da.“, rief er mir zu, als er den Raum verließ, um unsere Gäste zu begrüßen.

Ich krabbelte ebenfalls aus dem Bett und ging ins Badezimmer. Mein Blick fiel auf den Spiegel. Meine Augen waren rot vom Schlafen und meine Haare glichen einem Vogelnest. Schnell griff ich meine Bürste und versuchte sie zu entwirren.

Ich hörte Stimmen im Wohnzimmer und machte mich auf den Weg, um unsere Gäste ebenfalls zu begrüßen. Doch als ich in den Flur einbog, knallte ich gegen meine kleine schwarzhaarige Elfe.

„Umpf, Oh Alice, es tut mir leid!“ Meine Tollpatschigkeit spiegelte sich in ihrem Gesicht wieder.

„Oh Bella, Ich dachte ich wär über den Punkt hinaus, wo man mich nicht wahrnimmt.“ Ha! Als wenn Alice zu übersehen wäre. Sie sah aus, als wäre eine Farbbombe über ihr explodiert. Sie trug ein pinkfarbenes Wickelkleid, mit einem knallgelben breiten Gürtel, der versuchte, ihre nicht vorhandenen Kurven zu betonen.

„Nein, ich hab einfach nicht aufgepasst, wie immer.“

„Hast Du wieder von jemand bestimmtes geträumt?“, ich seufzte frustriert und schüttelte mit dem Kopf.  

„Alice, bitte, nicht jetzt!“

„Oh Bella, entspann Dich. Ich zieh Dich doch nur etwas auf.“

„Ich weiß Alice, ich bin nur müde. Entschuldige, dass ich so mies drauf bin.“

„Kein Problem.“, zwitscherte sie fröhlich.

Wir machten uns auf den Weg ins Wohnzimmer und gesellten uns zu den anderen. Alle hatten sich hingesetzt und quatschten. Alice ging sofort rüber zu ihrem Verlobten, Jasper, und setzte sich auf seinen Schoß.

Jasper und Alice haben sich kennengelernt, als sie das erste Mal in L.A. war. Sie ging damals in eine Bar, wo junge Musiker auftraten. Sie erzählte, dass sie dort allein saß, weil sie noch niemanden kannte und an ihrem Drink nippte. Als sie die wunderschöne Musik hörte wurde sie aufmerksam und als dann auch noch die engelsgleiche Stimme hörte, fiel ihr Blick letztendlich auf die Bühne. Und da stand er. Ein großer, blonder Mann, der wie ein Gott aussah. Er war nicht sehr muskulös, aber dennoch gut durchtrainiert. Sie konnte einfach ihre Augen nicht mehr von ihm nehmen. Sie erzählte, dass er schließlich ihren Blick erwidert hat und den Blickkontakt während des ganzen Songs nicht unterbrochen hat; er sang ihn anscheinend nur für sie. Als der Song zu Ende war, stand sie auf und lief Richtung Bühne. Sie trafen sich auf halber Strecke;  als wurden sie magisch angezogen. Als sie sich gegenüberstanden, sagte Alice nur: „Auf Dich habe ich mein ganzes Leben lang gewartet.“ Seitdem waren sie unzertrennlich.

Jasper war inzwischen bei einem Indie Label unter Vertrag und arbeitete an seinem ersten Album. Es soll im Herbst erscheinen. Er war tatsächlich sehr talentiert. Er konnte nicht nur außergewöhnlich singen und spielen, sondern schrieb auch all seine Stücke und Texte selbst. Sie waren wirklich wundervoll und so gefühlvoll. Jasper fand mit seiner Musik einen Weg jemanden direkt in seinem Herzen zu berühren.

Emmett stand neben der Heimkinoanlage und stöberte nach neuen DVD´s in Edwards Sammlung. Seine Berühmtheit hatte den Vorteil, dass er viele Filme schon vor dem eigentlichen DVD Erscheinungen bekam. Emmetts Freundin, Rosalie saß gegenüber von Alice und Jasper und erzählte grad von ihrem letzten Job.

Rosalie arbeitet als Model. Als ich sie das erste Mal sah, gab es keinen Zweifel, was sie beruflich machte. Sie sah aus wie eine Amazone. Sie war groß, mit langen blonden Haaren und strahlend blauen Augen. Sie hatte einen Körper, von denen manch andere nur träumten. Sogar Schönheitschirurgie würden ihn als Vorlage für ihre Patienten nutzen, wobei niemand an das Original heranreichen würde. Rosalie war mit gottesgleichen Genen ausgestattet, ellenlange Beine und weibliche Kurven an den richtigen Stellen. Sie begann ihre Karriere als Model bei einer lokalen Autoshow. Du weißt, diese wo die Mädels in knappen Bikinis neben den Autos herumstolzieren, damit die Jungs neben den schnellen Autos noch was anderes zu bestaunen haben. Man entdeckte sie dort und brachte sie in die obere Liga des Model – Business. Heute hatte sie unter anderen Kampagnen mit Chanel und Victoria Secret. Sie und Emmett lernten sich kennen, als sie ihn als Personal Trainer anheuerte. Zuerst dachte sie er wäre ein oberflächlicher Macho und er dachte von ihr, sie sei eine eingebildete Schlampe. Heute sagen sie, dass das der Grund ist, warum sie perfekt sind füreinander. Inzwischen sind sie jetzt auch schon zwei Jahre zusammen.  

Ich konnte das aufkommende Gefühl der Eifersucht nicht verbergen, als ich die beiden glücklich verliebten Pärchen in unserem Wohnzimmer sitzen sah. Schon lange sehnte ich mich nach so einer Beziehung. Von Kopf bis Fuß verliebt in die Person, ohne die man nicht mehr Leben möchte und die genauso für einen fühlt. So wie ich in Edward verliebt war, so war ich mir aber auch mehr als sicher, dass er nicht genauso für mich fühlte. Ich saß nun hier und beobachte, wie er mit unseren Freunden sprach. Er war so viel besser als ich. Ich hatte ihm absolut gar nichts zu bieten, was er nicht schon kannte. Es war mehr als eindeutig, dass ich für ihn nie mehr sein würde, als seine beste Freundin, oder persönliche Assistentin. Es war einfach aussichtslos.

Nachdem alle angekommen waren und sich auf den neusten Stand gebracht hatten, machten wir uns auf den Weg in den Garten, um den Grill anzuwerfen. Selbstverständlich standen die Männer am Grill und diskutierten darüber wer grillt und wer sich um das andere Essen kümmert. Sie diskutierten darüber, wer die meisten Grillerfahrungen hätte, entschieden sich aber bald darauf sich gegenseitig hoch zu loben und standen schlussendlich einfach nur um den Grill und philosophierten darüber, was man hätte besser machen können.  

Die Mädels und ich saßen am Pool und unterhielten uns. Wir lachten über die Jungs und ihrem Machogehabe.

„So, Bellalein, wie ist die Sachlage?“, fragte Rose und hob dabei eine Ihrer perfekt gezupften Augenbraue.

„Oh Gott, Rose, nicht Du auch noch.“ Ich rollte mit meinen Augen. Werden meine sogenannten Freunde denn nie aufgeben? „Alice, habe ich zu erwarten, dass Jasper mich nachher auch noch darauf anspricht?“

„Huh?“, fragte sie und sah von ihrer Italienischen Vogue auf. „Ich weiß nicht, wovon Du sprichst.“

„Oh, natürlich nicht. Ihr seid alle wie lästige Staubsaugervertreter, das kotzt mich an. Erst Du Alice, dann Emmett heute Morgen. Und nun hast Du Rose auch noch angesteckt damit.“ Das wurde alles langsam mehr als albern.

„Bella“, sagte Rose und legte sanft ihre Hand auf meine. „Warum sitzt Du hier nur rum und schaust Dir an, wie dieser Mann all diese Mädchen anschleppt, die ihm nichts bedeuten, wenn Du ihm doch einfach nur sagen brauchst, was Du für ihn empfindest?“

„Richtig, als wenn das so einfach wäre. Zur Hölle man, dann hätte ich es doch schon vor Jahren getan, aber so einfach ist es nicht. Ich könnte alles verlieren, wenn er nicht genauso fühlt. Und dieses Risiko möchte ich einfach nicht eingehen. Ihr solltet mir vertrauen, denn ich könnte nicht damit leben, wenn ich mit meinen Gefühle eine 20 jährige Freundschaft zerstöre.“ Meine Freunde hatten recht. ich wollte es ihn so sehr, ich konnte es nur nicht riskieren, egal wie sehr ich ihn auch wollte.

„Bella, ich wünschte Du würdest uns vertrauen. Wir lieben Dich und würden Dir nie raten irgendwas zu tun, was Dich verletzen würde. Der Mann liebt Dich, er weiß es einfach nur noch nicht. Er braucht nur zu wissen, dass Du ihn liebst und alles wird gut.“, zählte Alice die Fakten auf.

„Naja, wenn das so einfach ist, warum redet ihr nicht mit ihm? Er der mutigere von uns beiden. Warum belästigt ihr nicht einfach ihn und erklärt ihm seine Liebe zu mir?“

Als wenn das der Fall wäre.

„Bella, weil er es nicht weiß, dass er Dich liebt Er ist ein Mann, bei denen dauert das immer etwas länger.“, erwiderte Rose spitz.

„Naja, ich fühl mich nicht grad danach jemandem zu zeigen, dass er mich lieben soll. Ich denke derjenige sollte es eigentlich von allein erkennen. Es würde so aussehen, als wenn ich mich ihm aufdrängen würde oder ihn einer Gehirnwäsche unterziehen würde, damit er es glauben würde.“

„Oh, Bella, du bist so dämlich. Jungs sehen manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht. Sie sehen manchmal nicht mal das, was genau vor ihrer Nase ist. Also musst Du ihm es sagen, oder es Rose und mir überlassen dich zu bearbeiten, damit er zu Dir kommt!“ Alice blätterte wild durch einen Prospekt, auf der Suche nach Designer Klamotten für mich. Sie war nicht ganz bei Trost, wenn sie dachte, dass ich mich von ihr freiwillig foltern lasse.

„Nein, Alice, ich denke es wird nichts bringen Bella nur umzustylen.“

„Aber, Bella, wenn Du möchtest, dass Edward in Dir mehr sieht, als nur seine beste Freundin, dann musst Du aufhören wie seine beste Freundin zu handeln. Fang an Dich von Deiner weiblichen Seite zu zeigen. Erster Schritt, werde Sexy. Zweiter Schritt, habe Dates.“

„Alice, ich möchte mich nicht mit irgendjemand verabreden. Ich will ihn.“, flüsterte ich.

„Wir wissen, dass es nicht leicht wird. Aber sag uns, wie viele Dates hattest Du seitdem Du hier in L.A. lebst?“, fragte Rose.

„Ich weiß nicht, zwei vielleicht?“, ich versuchte herauszufinden, ob ich alle berücksichtigt hatte.

„Wirklich? Und lief da irgendwas? Du weißt, über das erste Date hinaus?“ Alice begutachtete mich genau.

„Nein, ich war nicht an ihnen interessiert, die Chemie stimmte einfach nicht.“ Oder eher gesagt, waren sie nicht er.


„Uh-huh, oder eher gesagt, sie waren nicht unser Freund da drüben.“ Rose warf einen Blick auf die Jungs.

„Ich rollte nur mit meinen Augen. Sie würden wohl niemals aufgegeben.

„Also, wie sieht es aus?“, fragte Alice mit bösem Blick.

„Wie sieht was aus?“

„Deine Entscheidung Bella. Wirst Du es ihm selbst sagen, oder versuchen wir es auf unsere Weise?“

Ich versuchte meine Möglichkeiten abzuwiegen. Wenn ich es ihm selbst sage, könnte es schrecklich peinlich für mich werden, wenn er mir sagen würde, dass er meine Gefühle nicht erwidert. Es Rose und Alice zu überlassen mich aufzustylen und abzuwarten, ob ihre Idee Früchte trägt, schien mir die bessere Variante zu sein. Und so entschied ich mich mit einem Seufzer für Variante zwei.

„Oh Bella, Du wirst uns dafür danken, wenn Dein sexy Freund seine Finger nicht mehr von Dir lassen kann!“ Alice hüpfte wild auf und ab und rieb sich die Hände.

„Ganz bestimmt, Alice.“, seufzte ich.

Plötzlich spürte ich die bohrenden Blicke von Alice und Rose.

„Was?“

„Als allererstes arbeiten wir an Deinem Selbstvertrauen. Das muss unbedingt hochgepuscht werden.“, sagte Rose.

„Natürlich“, ich gab auf.

Nachdem ich die Belagerung überstanden hatte, kam Emmett auf uns zu und sagte uns, dass der Kampf beendet sei und das Essen fertig. Wir schnappten uns jeder einen Teller, machten uns ein paar leckere Cocktails und setzten uns zusammen. Die Nacht war noch jung, als wir mit dem Essen fertig waren und so überlegten wir, was wir noch machen könnten.

Da uns allen langweilig war und wir offenbar nicht sehr kreativ waren, entschieden wir uns Emmett´s und Alice´s albernen Vorschlag anzunehmen. Wir spielten Wahrheit oder Pflicht! Und irgendwie war jeder extrem erfreut dieses Spiel zu spielen.

Ich ließ meinen Blick durch die Runde schweifen und stellte fest, dass alle außer Edward hinterhältig grinsten. Nicht gut, gar nicht gut!

Edward war der erste.

„Alice, Wahrheit oder Pflicht?“

Alice legte einen Finger auf ihre Lippen und sah aus, als würde sie sich stark konzentrieren.

„Pflicht“

„Gut, dann geh an Bellas Kleiderschrank und zieh Dir eines ihrer Outfits an. Und Du musst es für den Rest des Abends tragen.“

Ein fürchterlicher Schrei war von Alice zu hören, doch die anderen verfielen in gedämpftes Gelächter. Ich wusste nicht, ob ich lachen oder beleidigt sein sollte. So schlecht waren meine Klamotten doch nicht. Oder doch?

„Das musst Du wohl durch, Alice. Und nun sei ein guter Verlierer und beeil Dich. Es ist doch nur Spaß.“ Sie stampfte schmollend ins Haus, nachdem sie Jasper noch einmal umarmt hatte.

Wir kümmerten uns um eine neue Runde Getränke, während Alice ihre Designer Klamotten gegen meine unscheinbaren Klamotten tauschte. Als schließlich die Terrassentür geöffnet wurde, blickten wir in ihre Richtung.

Alice kam heraus und kratzte sich an den Armen. Sie trug eine meiner alten dunkelblauen Jeans mit Löchern an den Knien und eine übergroße Sweatjacke, in der sie fast verschwand. Sie setzte sich wieder direkt hinüber zu Jasper und hörte nicht auf sich zu kratzen.

„Alice, ist alles in Ordnung? Warum kratzt Du Dich so?“, fragte Rose.

„Bellas Kleiderschrank mangelt es an Kleidungsstücken, die nicht aus synthetischen Fasern bestehen. Davon krieg ich Ausschlag.“

„Hey!“

„Bella ich kann nichts dafür, dass meine Haut an Klamotten gewöhnt ist die man nicht für 25,99 in  jedem Laden bekommt.“

„Wow, Alice, sag mir wie denkst Du wirklich über meine Klamotten?“ So schlimm waren die doch gar nicht.

„Nix da, alles ist in Ordnung. Nachdem ich einen Blick in Deinen Schrank geworfen habe und Du zugestimmt hast mit mir shoppen zu gehen, wird sich das Problem wohl bald von allein lösen.“ Ich stöhnte innerlich. „Naja egal, ich bin dran.“ Sie warf mir einen bösen Blick zu und ich bekam Angst, dass sie sich bei mir rächen würde, da ich ebenfalls lachen musste, als ich sie in meinen Klamotten sah. Doch zum Glück drehte sie sich zu Jasper.

„Wahrheit oder Pflicht, Jasper?“

„Wahrheit.“

„Okay, wer war Deine erste Liebe?“ Sie blickte ihm tief in die Augen.

„Das weißt Du.“, flüsterte Jasper. „Ihr Name ist Alice Brandon und sie ist das einzige Mädchen, dass ich einzig und allein lieben werde.“, sagte er mit seiner samtenen Stimme und zog sie näher an sich heran auf seinen Schoß.

Alice warf ihre Arme und Jaspers Nacken und gab ihm einen sanften Kuss auf die Lippen.

„Weißt Du, wie sehr ich es liebe, wenn Du mit Deinem Akzent sprichst, Baby.“, quietschte sie und küsste ihn weiter.

„Oh. Mein. Gott. Das war ja sooooo süß.“ Emmett legte theatralisch seine Hand an sein Herz und tat so, als müsse er seine Tränen trocknen.

Alice drehte sich zu Emmett, blickte ihn sehr ernst an und streckte ihm ihre Zunge entgegen. Emmett brüllte vor Lachen.  

„Naja, ich denke dann bin ich wohl jetzt dran.“, kam es von Jasper. „Nun Emmett, Du siehst so ungeduldig aus, wenn ich anmerken darf. Also Wahrheit oder Pflicht?“

„Wahrheit.“ Ein kleines Lächeln umspielte seine Lippen, er machte sich um nie was sorgen.

„Was war Dein peinlichster Job, den Du machen musstest?“

„Ihr werdet es nicht glauben, aber ich habe mal eine Woche lang als Stripper gearbeitet. Es gab gutes Geld dafür und ich genoss es sehr, wenn die Mädels mich anschmachteten. Doch fand ich es nicht so prickelnd, wenn die Damen, die meine Oma hätten sein können, mir Dollarnoten in meine Hose steckten.“

Ich spürte, wie mir die Kinnlade runter fiel, als ich mir Emmett bildlich im Tanga mit Dollarnoten vorstellte.

„Ich arbeitete unter dem Namen „der große Schürzenjäger“ und mein Outfit war nicht mehr als ein schwarzer Lederstring, mit gelben Applikationen an der wichtigsten Stelle.“

Wir konnten uns vor Lachen kaum noch halten, als Emmett den Namen aussprach. Es lag nicht nur an dem Namen selbst, sondern auch daran, wie er ihn aussprach. Es war eindeutig, dass auch die anderen bisher noch nichts Peinlicheres gehört hatten und so brauchten wir alle unsere Zeit, um uns von Emmetts Enthüllungen zu erholen. Nun war Emmett an der Reihe.

„Also, Emmett wen nimmst Du?“, fragte Rose.

„Ich nehme Dich Rose. Also?“

„Wahrheit, Emmett.“ Ihr schien es egal zu sein, wie die Frage lautet, denn sie rollte nur mit ihren Augen.

„Wann hattest Du das erste Mal Sex? Wie alt warst Du und wie alt war der Typ? Und vor allem, wo hattet ihr ihn?“

„Also, ich war fünfzehn und im zweiten Jahr der Highschool. Er war siebzehn und im letzten Jahr. Wir waren in der Tiefgarage der Schule, auf der Motorhaube einer 1967 Corvette Sting Ray. Sie war der ganze Stolz unseres Lehrers, er hatte sie von Grund auf restauriert und brachte sie einmal mit, um sie uns zu zeigen.“

„Heilige Scheiße, Rose. Das wusste ich ja gar nicht!“, kam es von Emmett. „Das ist so was von heiß.“

Ich schüttelte mit meinem Kopf, als ich sah, wie freizügig meine Freunde in diesen Sachen waren.

„Jetzt, bin ich dran.“, sagte Rose. Ich konnte mir vorstellen, was sie jetzt tun würde.

Doch zu meiner Überraschung war es nicht mein Name, den sie sagte.

„Edward, Wahrheit oder Pflicht?“ Ich sollte ihr danken, dass sie mich verschonte.

„Pflicht.“, kam es von Edward.

„Ich möchte das Du Bella küsst, mit Zunge und das für zwei Minuten.“ Ich sollte meine Dankbarkeit zurücknehmen und Rose stattdessen einfach kalt ermorden.

Ich strich mir mit der Hand über mein Gesicht und versuchte positiv zu denken. Bella Du schaffst das!

Edward kam zu mir herüber und kniete sich genau vor mich. Mein Herz explodierte fast in meiner Brust. Ich versuchte mich auf meine Atmung zu konzentrieren, damit ich nicht in Ohnmacht fiel. Er hatte mich noch nicht einmal berührt und ich fühlte mich, als würde ich sterben.

Ich fühlte, wie er langsam seine Hände hob. Seine warmen starken Hände berührten meine Wangen und er schenkte mir sein schönstes Lächeln. Langsam lehnte er sich vor und ich hatte nur noch einen Gedanken. Ich kann das nicht, ich kann das einfach nicht. Doch es war zu bereits zu spät. Bei dem Gefühl, wie seine Lippen meine berührten war ich geschockt. Es fühlte sich so….richtig an. Ob er das auch fühlen konnte? Ich fühlte, wie seine Zunge sanft über meine Lippen strich und um Einlass bat. Und ja, ich gewährte ihr. Ich konnte es kaum erwarten, war nervös. Und dann vertiefte ich den Kuss. Unsere Zungen tanzten wild und ich konnte kaum atmen, doch es war mir egal. Wer braucht schon Luft. Ich stöhnte, als er mich zu sich zog. Meine Hände verschwanden in seinen Haaren. Dieser Kuss würde wohl meine einzige Chance sein, ihm zu zeigen, wie ich fühlte und ich würde sie nutzen. Doch leider verging dieser Moment viel zu schnell und ich wusste, dass unsere Zeit vorbei war.

Langsam ließ ich von Edward ab, auch wenn ich es nicht wollte. Er lachte.

„Wow, ich wusste gar nicht, was in Dir steckt, Bella. Das war richtig heiß.“, sagte er außer Atem. Seine Wangen waren gerötet und seine Lippen geschwollen.

„Jepp, ich bin auch stolz auf mein Talent.“, schoss ich nur zurück und versuchte ruhig zu atmen.

„Das war großartig, meine beste Freundin ist wirklich talentiert.“ Mein Herz setzte aus.

Ich wusste es. Er fühlte nicht das gleiche bei dem Kuss. Ich war so dumm, daran zu glauben.
Meine Unsicherheit war wieder da und ich musste hier weg. Ich wollte nicht mehr spielen. Ich musste einfach nur weg, bevor meine Gefühle ausbrachen.

„Genau, okay, für mich war es das für heute. Leute, ich muss ins Bett.“, sagte ich und erhob mich. Alice und Rose warfen mir einen besorgten Blick zu. Sie hatten es wohl bemerkt, dass ich verärgert war.

Wir verabschiedeten uns und ich rannte in mein Zimmer. Ich versuchte Tränen zurück zu halten, bis ich in meinem Zimmer war und die Tür verschlossen hatte. Schluchzend ließ ich mich auf den Boden sinken. Ich wusste, es war unmöglich, dass er je mehr für mich empfinden würde. Er fühlte ja nicht mal etwas bei diesem wundervollen Kuss.

Für Edward werde ich wohl immer nur die beste Freundin sein…



Hat es euch gefallen? Lasst es mich wissen. Bis bald

lg. MsBlindo



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