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von Snowhoney    erstellt: 02.04.2010    letztes Update: 14.03.2012    Geschichte, Romanze, Humor / P16    (in Arbeit)
Halli hallo.
Neues Kapitel!!! Und ja ich hab ne Menge vergessen beim letzten Mal:
Gepostet wird wöchentlich, das habe ich mir zumindest vorgenommen und ich habe ein klein wenig Vorlauf, also sollte das zumindest die nächsten zwei Monate kein Problem sein.
Ich hoffe das freut euch.
Die Kapitel werden auch länger, ich verspreche es euch, denn ich habe einige die doch ein ganzes Stück länger sind. Auch da hoffe ich, dass euch das freut.
Es wird ab dem 4. Kapitel auch unser männlicher Hauptdarsteller mitwirken, worauf ihr euch sehr freuen dürft, denn er hat in jedem vierten Kapitel das Vergnügen seine eigene Sicht wiederzugeben.
Auch da hoffe ich, dass ihr euch WIRKLICH freut - ich tue es.


Herzlichen Dank an meine bisherigen Reviewer:

angel-on-the-moon dieses mal unter dem Partneraccount Angel-Oriares (du allerliebste Beta!)
Oriares (Daaaankö und die Widmung war Ehrensache)
annalenaxoxo (Hab dich lieb du süße kleine Schwester du!)
Nera200 (Herzlichen Dank!)
daniellegale (lass dich drücken, ich hab damit ja schon genervt ^^)
IsaBella (anonyme sind mir auch willkommen!)


Und JETZT lass ich euch lesen und beantworte die Reviews direkt unter euren Kommentaren ;-)
Viel Spaß.





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Song des Kapitels: Jason Walker – Down
http://www.youtube.com/watch?v=AEMiAN8NY_o






Kapitel 2 – So why do I try?




Der Gefühlsausbruch war jetzt gute fünf Wochen her und mein Blutdruck hatte sich erstaunlicherweise wieder normalisiert. Halbwegs.
Nervenzusammenbrüche hatten mir noch nie gelegen, aber einmal war ja bekanntlich immer das erste Mal. Und wer konnte mir das schon bei so einer Extremsituation verdenken? Eben, niemand.
Selena hatte Stunden gebraucht, um mich wieder soweit zu beruhigen, dass ich überhaupt schlafen konnte. Scheußliche Sache, das hatte mich drei Tage gekostet, bis ich wieder vorzeigbar aussah.
Endlich rückte DAS Ereignis in unserer Agentur näher.
Das Ereignis, für das wir die letzten vier Monate ununterbrochen geschuftet hatten. Naja, gut, nicht ganz.
Hauptsächlich Dan und meine Wenigkeit hatten ununterbrochen daran gearbeitet, wir waren nämlich diejenigen unserer Agentur, die direkt vor Ort einen Teil der Organisation bekommen hatten – eine große Ehre. Und mindestens genauso viel Arbeit.
Nur noch ein paar Tage bevor Dan und ich uns in ein Luxushotel erster Güte einmieten durften und das Beste daran: Wir mussten es nicht bezahlen.
Hach, das könnte glatt als Urlaub durchgehen, wenn wir nicht ein paar Tage lang vierundzwanzig Stunden jeden Tag durcharbeiten müssten.
Aber mir war das vollkommen gleich, denn mein Job zeigte mir dadurch einmal mehr, dass es einfach gut war, wie es gekommen war.
Als Kind hatte ich unbedingt Tierärztin werden wollen – gut welches Mädchen hatte diesen Traum nicht? – aber ich hatte schnell festgestellt, wie unangenehm es werden würde, Tiere einschläfern zu müssen.
Hallo? Könnt ihr euch vorstellen so süße kleine Knopfaugen für immer einschlafen zu lassen?
Danke, nein, nur über meine Leiche. Na gut, jetzt wurde das ein bisschen überdramatisch. Aber ich stand auch unter enormem Druck.
„Bist du noch da, Mary?“ Ich schreckte aus meinen Erinnerungen auf und lächelte entschuldigend zu Dan, der mit einem Stapel Papier in der Hand vor mir stand. Wenn ich mich nicht endlich wieder zusammenreißen würde, würde ich am Ende noch meinen Job verlieren.
Meine Gedanken waren zwar wirklich aufgewühlt und zu Recht beschäftigt, aber das durfte keiner wissen. Nur Selena.
Meine Selena, meine Beste und die Einzige, die eingeweiht war. Meine Schatzkiste, verschlossen durch mindestens zehn Vorhängeschlösser bitte. Und das sollte auch so bleiben.
Zumindest bis ich eine endgültige Entscheidung getroffen hatte.
„Es tut mir Leid, Dan. Das große Ereignis macht mich einfach kirre. Ich bin total nervös gespannt auf die neue Erfahrung.“ Meine Mundwinkel verzogen sich etwas bei der Notlüge und ich hoffte, Dan wäre unaufmerksam.
Er kannte mich schon so gut, dass es ihm eigentlich auffallen müsste, wenn ich log, aber zum Glück war ich in letzter Zeit nicht die Einzige mit einem kleinen Konzentrationsproblem – wenn auch aus komplett unterschiedlichen Gründen.
Dan hatte nämlich damit zu kämpfen, dass seine Mutter schwer erkrank war und sie wohnte so weit weg, dass er die Nachrichten immer als Letzter bekam.
Ich wünschte, ich könnte etwas für ihn tun.
„Ach, keine Sorge, du machst das schon. Du bist die engagierteste Frau in diesem Beruf. Da wirst du auch den Job als PA schaffen“, lachte er und ich sah verlegen zu Boden.
Er mochte ja Recht haben, was das Engagement anging, aber reichte das?
Sicher, Engagement konnte manchmal den entscheidenden Unterschied beim Einstellen ausmachen, aber wer sagte mir denn, ich würde dadurch den Job auch gut machen?
„PA ist ja auch nicht so ganz richtig, oder? Ich mein, muss ich am Ende doch die Wasserflasche tragen?“, scherzte ich und wir fingen beide an zu lachen.
Es tat gut, ab und zu die Anspannung zu lösen, auch wenn sie unterbewusst immer da sein würde.
Mein Lachen klang wahrscheinlich sogar leicht hysterisch, aber ich wusste eben, mir rann die Zeit davon.
„Wenn einer von uns Wasserflaschen tragen darf, dann wahrscheinlich ich. Du hast garantiert nach den ersten fünf Minuten schon unsere Schützlinge um den Finger gewickelt. Die Jungs auf jeden Fall.“ Mein Kollege grinste mich unverschämt an und ich seufzte.
Das Letzte, was ich gebrauchen konnte, war ein Kerl oder auch nur ein Flirt. Da würde ich vielleicht sogar einfach anfangen zu schreien, obwohl ich zu solchem Verhalten eigentlich nicht neigte.
Und meine Güte: Jede andere Frau würde mich darum beneiden, falls dieser Fall tatsächlich eintreten sollte.
„Wir haben auch nur ‚Jungs’, das ist dir schon klar, oder?“ Das Klingeln des Telefons in unserem gemeinsamen Büro rettete mich aus dieser Situation.
„Dan Snyder?“ Meine Finger glitten durch den Stapel Papier, der sich vor mir auf unserer Tischplatte ausbreitete. Überall waren farbige Markierungen, Notizen am Rand und Merkzettel klebten kreuz und quer über den Dokumenten.
Mit anderen Worten: Ein heilloses Durcheinander, welches es zu ordnen galt. Bitte schnell Ordnung in das Chaos bringen, denn unser Chef wollte morgen noch einmal alles überprüfen.
Ich versuchte den seriösen Tonfall zu ignorieren, den Dan angeschlagen hatte, da ich wusste wen er am Telefon hatte und ich hatte nicht vor auf mich aufmerksam zu machen.
Mit ausreichend Pech – welches ich scheinbar momentan gepachtet hatte – würde ich sowieso noch ans Telefon zitiert werden. Leise seufzte ich, schob einige Blätter zur Seite und schrieb eine neue Notiz auf ein anderes.
Ich fühlte mich elend, absolut durch den Wolf gezogen und es würde auch sicher in den nächsten Tagen nicht besser werden. Bis ich eine Entscheidung traf.
Langsam aber sicher bekam ich Kopfschmerzen und ich hasste sie. Hasste sie abgrundtief, weil ich sie nicht jetzt haben sollte, sondern sie vor einigen Wochen gebraucht hätte.
Dann als sie noch etwas an meiner Situation hätten ändern können.
Nein, wie erbärmlich war ich denn, wenn ich mir schon so etwas wünschte?
Ich hatte Mist gebaut vor ein paar Wochen und das war eine Tatsache. Unausweichlich.
War ich nicht mutig genug, um mir einzugestehen, dass ich einen Fehler begangen hatte? Dafür geradezustehen und es mir einzugestehen war ja wohl das Mindeste.
Ein Fehler, ein verdammter Fehler, der dein ganzes Leben auf den Kopf stellte. Scheiße.
Aber es blieb, wie es war.
Der Fehltritt war gemacht und die Zeit zurückzudrehen unmöglich. Zeitmaschinen sollten wirklich langsam mal erfunden werden, dachte ich missmutig.
Ich verlor mich in der Vorstellung, ob ich wohl eine Zeitmaschine benutzen würde, um meinen Ausrutscher auszubügeln?
Mein Kopf war nicht bereit, das Vergnügen dieses Ausrutschers zu beheben, er wollte nur die Folgen vermeiden, die ich jetzt an der Backe hatte.
Bilder stiegen vor meinem geistigen Auge wieder auf und ich hätte fast lustvoll aufgeseufzt, aber ich verkniff es mir. Ich sah noch genau den Oberkörper vor mir, die seidige Haut die unter meinen Fingern so warm gewesen war, ich spürte noch die sanften Finger, die mich erkundet hatten und den glühenden Blick, der mir eine Hitze beschert hatte, als er über meinen entblößten Oberkörper geglitten.... Stop! Bis hierhin und nicht weiter, Mary.
Du hast keine Zeit dich jetzt irgendwelchen Fantasien hinzugeben.
Und schon gar nicht genau DIESEN Fantasien. Nicht in Erinnerungen schwelgen. Dann war es eben der beste Sex seit langem gewesen. Na und?
Es würde ganz bestimmt wieder ein Mann kommen, mit dem ich solch tollen Sex haben könnte. Nur Geduld. Oh Moment mal, je nachdem wie ich mich entschied würde, ich nicht so schnell wieder solchen  Sex bekommen.
Noch mal scheiße. Das Leben war echt beschissen ungerecht.
„Mary?“ Die Stimme meines Kollegen holte mich aus meinen dunklen Gedanken. Ich nickte und hielt ihm abwartend die Hand entgegen.
Es war mir klar, dass unser Auftraggeber jetzt mich sprechen wollte.
Als ob es nicht reichte, mit einem von uns zu sprechen! Was für unterschiedliche Dinge hatten wir schon zu sagen?
„Mary-Jane Simmons.”, meldete ich mich sicher und wartete ab. Sofort ergoss sich ein Schwall an unnötigen Informationen und Versicherungen über mich, Nachfragen und Befürchtungen erklangen und ich schüttelte genervt den Kopf.
Dan grinste breit und zeigte auf die Bürotür. Wahrscheinlich hatte er vor, mir etwas Gutes zu tun und mir einen Kaffee zu holen.
Moment mal, wie war das noch einmal mit Kaffee in besonderen Umständen? Schnell legte ich eine Hand über die Sprechmuschel und flüsterte:
„Einen grünen Tee, bitte.“ Dan hob fragend seine Augenbrauen, zuckte dann aber mit den Schultern und verschwand durch die Tür.
Nach mehrmaligem tief Durchatmen, widmete ich meine Aufmerksamkeit wieder meinem Telefonat und dem scheinbar dauergestressten und dazu noch hyperaktiven Kunden.




Als ich die Tür aufschloss, hörte ich es schon klingeln und rollte mit den Augen. Es war gerade mal kurz nach sieben und ich war selten so früh aus der Agentur raus, das wussten doch eigentlich alle die mich kannten.
Also konnten es nur meine Eltern sein. Eltern vergaßen eh immer alles.
Man konnte ihnen auch zehnmal sagen, am Wochenende anzurufen, sie würden immer eine Möglichkeit finden, dich doch unter der Woche anrufen zu müssen.
Und am Ende sagten sie dir doch nur, dass du dich ungesund ernährst. Ich seufzte, warf meine Handtasche und die Einkaufstüte in den Flur und angelte mein tragbares Telefon von seiner Ladestation.
„Simmons.“ Ich klang gelangweilt – ganz schnell ändern, wenn ich meiner Mutter keinen Grund zur Sorge geben wollte. Da war ich schon fast dreißig und sie glaubte, immer noch mir immer noch bei allem helfen zu müssen.
Wahrscheinlich legte man das Muttersein nie ab. Oh Schreck! Wenn ich dann mal genauso werden würde? Mich überkam eine unangenehme Gänsehaut.
„Oh Mary, meine Liebe, wie geht es dir?“, flötete mir meine Mutter ins Ohr und ich setzte sofort ein künstliches Lächeln auf.
Sie sah es zwar nicht, aber ganz sicher hörte sie es meiner Stimme an, ob ich lächelte oder nicht!
Mütter und ihr blöder sechster Sinn für ihre Kinder! Mit dem Hörer zwischen Ohr und Schulter geklemmt, machte ich mich daran, meine Einkäufe zu verstauen,
während ich gleichzeitig meiner Mutter geduldig erklärte, dass es mir gut ging und im Job alles super lief.
Es gab einfachere Dinge als seiner Mutter zu erklären, wieso man wochenlang keinen Ton von sich gegeben hatte und dabei ein verdammtes Single-Tiefkühlgericht nach dem anderen in seinen Kühlschrank zu stopfen.
Ich musterte den Stapel Gerichte auf meinem Küchentresen, musterte das Tiefkühlfach und runzelte die Stirn.
Kochen wäre mal eine wirklich gute Idee, um nicht zu deprimieren, aber sich nach einem elend langen Tag im Büro noch zu Hause in die Küche stellen und kochen?
Und noch dazu für nur eine Person. Traurig. Deprimierend.
Das Thema kam mir aber trotzdem immer wieder in den Sinn und das deprimierte mich nur noch mehr.
Ich seufzte, räumte schnell alles ein, um mich wieder auf meine Mutter zu konzentrieren, die mir von ihren und Dads Plänen für die nächste große Reise ins Ausland berichtete.
„Und da wollten wir dich fragen, ob du immer noch diesen Kontakt aus Neuseeland hast? Dieser junge Mann da, du weißt schon.“ Stirnrunzelnd lehnte ich mich an den Tresen.
‚Dieser junge Mann da’ war eine Beschreibung, die wahrscheinlich auf glatt dreiviertel der Menschen passte, die ich in meinem Leben getroffen hatte.
Da war mir das Land schon eher ein Anhaltspunkt, aber trotzdem grübelte ich, wen genau sie meinen könnte.
Hatte ich tatsächlich mal viel von einem Kiwi gesprochen? So viele Neuseeländer kannte ich doch überhaupt nicht.  
„Meinst du den Schauspieler aus Herr der Ringe?“, hakte ich nach und schüttelte den Kopf.
Hoffentlich sprach sie von jemand anderem, denn die Bekanntschaften von irgendwelchen Konferenzen, Meetings oder Geschäftspartys konnte man wohl kaum nach Urlaubszielen für die Eltern fragen.
Das war irgendwie absurd.
„Ja genau, der war Schauspieler.“ Meine Mutter klang begeistert und ich stöhnte auf.
„Mom, ich kann doch keinen Schauspieler, den ich mal flüchtig bei einem Job kennengelernt habe, nach Informationen fragen!“, entgegnete ich empört. „Was soll der denn von mir denken? Außerdem glaube ich nicht, dass ich noch seine Kontaktdaten habe. Sei es Handy oder E-Mail. Keine Ahnung.“
„Och bitte, mein Schatz. Du kannst ja mal nach den Adressen suchen und eine E-Mail schreiben. Der wird doch sicher genauso gern Auskunft über sein Land geben, wie wir es tun. Oder sind Neuseeländer nicht stolz auf ihr Land, wie wir es sind?“ Streiten half ja nichts. Ich murmelte mein Einverständnis und schüttelte weiterhin den Kopf.
Es war typisch für meine Mutter mich zu so etwas zu überreden. Ich konnte gut nein sagen, tat es andauernd – schließlich war ich wählerisch und wusste, was ich wollte – aber nicht bei meiner Mutter.
Ihr konnte man schwerlich etwas abschlagen, sie war nun einmal meine Mutter.
Die Frau, die mich neun Monate mit sich herumgetragen hatte und sich dann mehr als 20 Jahre aufopferungsvoll um mich gekümmert hatte und der ich einen Arschtritt verpasst hatte, als ich nach LA gezogen war.
Natürlich war das so nicht ganz richtig, aber ich wusste es hatte meine Mutter verletzt, als ich quer über den Kontinent gezogen war, um in der Glamourstadt zu leben.
Meine Familie kam aus dem Midwestern, so sagte man in den USA gerne: Michigan, Whitehall.
Ein winziges Nest, das sich Stadt schimpfte und das einzig richtig Gute an dieser Stadt war, dass sie direkt am Wasser lag.
Der White Lake war der beste Ort meiner Kindheit gewesen und hing direkt mit dem Lake Michigan zusammen, einem der großen Seen an der Grenze zwischen USA und Kanada.
Dort hatten sich die schönsten Erinnerungen meiner Jugend zugetragen und ich freute mich jedes Mal wieder, wenn ich dorthin zurückkam.
Es war eben meine Heimat, egal wie sehr es mich von dort weggezogen hatte.
„Hast du denn schon was gegessen, Liebes?“, fragte meine Mutter und ich ließ die Kindheitserinnerungen ruhen.
Melancholie konnte ich jetzt auch nicht gebrauchen. Ich sollte besser im Hier und Jetzt leben, mich konzentrieren und endlich diese verdammte Entscheidung treffen, die ich zu treffen hatte.
Bisher war ich gut darin gewesen Entscheidungen zu treffen, das verlangte mein Beruf sobald ich in einem Event drinsteckte.
Der Kunde bestimmte, wie das Event grob zu verlaufen hatte, doch falls es kurzerhand vor Ort Schwierigkeiten gab, dann waren wir gefragt. Die Eventmanager.
Gott, ich liebte meinen  Beruf, selbst wenn er stressig war. Und das war er oft.
„Nein, Mom, und genau deswegen werde ich jetzt auflegen. Aber ich melde mich, sobald ich eine Antwort welcher Art auch immer auf deine Urlaubsanfragen habe, okay?“ Innerlich hätte ich am liebsten geschrien, aber ich wusste, ich würde es einfach tun und sehen, was ich zurückbekam.
Falls überhaupt irgendetwas kam.
Wir verabschiedeten uns kurz und knapp, ich mit dem Versprechen sie möglichst bald wieder anzurufen.
Nachdenklich sah ich auf meine restlichen Einkäufe hinab und versuchte mir ein Gericht vorzustellen, das ich jetzt kochen konnte. Pustekuchen. Ich hatte von allem etwas, aber von nichts genug.
Ich war wirklich fantasielos was das Kochen anging. Eines Tages würde ich verhungern – gesetzt dem Fall der Extremfall trat ein und ich saß mitten im Nirgendwo ohne andere Menschen fest.
Dann würde ich es sicher schaffen zu verhungern, obwohl ich einen Haufen Nahrungsmittel bei mir hatte.
Kopfschüttelnd zog ich eine Lasagne aus dem Tiefkühlfach und schaltete den Ofen ein.
„Ran an dein Problem, meine Liebe“, ermahnte ich mich, räumte den Salat und das Obst weg und dachte nach.
Ich konnte nicht kochen, arbeitete den ganzen Tag und war schwanger. Das war ein einziger Witz! Wie sollte ich mich um ein Kind kümmern?
Ich war unfähig, ich mochte sie nicht einmal übermäßig.
Sicher Kinder waren einfach süß, solange man sie wieder abgeben konnte. Hatte man sie ein paar Stunden, war man geduldig und kümmerte sich rührend und gern um sie, aber sobald du sie mehrere Tage hattest gingen sie dir auf die Nerven.
Zumindest erging es mir so. Auch hatte ich klare Prioritäten was das Alter der Kinder betraf.
Säuglinge: wirklich süß, solange sie nicht schrien.
Kleinkinder: Danke nein, die redeten doch die ganze Zeit und fragten dich nach Gott und der Welt, außerdem rannten sie dauernd sonst wohin.
Teenager: Scheiße, waren die schwierig. Dauernd hassten sie dich und wollten auf einmal ganz schnell erwachsen sein und alles tun.
Und wenn ich alles sage, dann meine ich alles. Ich erinnerte mich noch viel zu gut an meine Teenagerzeit.
Ich war einfach nicht bereit für ein Kind, noch dazu ohne Vater. Ich wollte mir nichts vormachen: Allein erziehende Mutter zu sein war alles andere als ein Kinderspiel und auch wenn ich gutes Geld verdiente, arbeiten gehen, Mutter sein und dann jemanden anstellen, der sich um das Kind kümmerte?
Das überstieg meine finanziellen Möglichkeiten. Obwohl, wenn ich hier und da ein wenig sparte, zum Beispiel an der Kleidung? An meinen täglichen Besuchen bei Starbucks?
Schließlich machten sie den besten Kaffee der Welt, aber teuer waren sie immer noch. Oh man, ob ich ohne meine tägliche Ration Starbucks auskommen würde?
„Mach dich nicht lächerlich, Mary. Natürlich kommst du ohne den Kaffee aus.“ Super, ich führte schon Selbstgespräche. Das war ja ganz großes Kino!
Aber ich hatte ja Recht: Momentan trank ich ja auch keinen Kaffee mehr und wenn ich meine Eltern zu Hause besuchte, was wegen meinem Arbeitspensum nicht oft vorkam, verzichtete ich auch auf Starbucks.
In Whitehall gab es zwar einen, aber Urlaub war eben Urlaub, ich trank dann immer heiße Schokolade statt Kaffee. Noch mehr Kindheitserinnerungen, dankeschön.
Ich seufzte und ließ mich auf mein Sofa fallen. Grübelnd blickte ich mich um.
Meine Wohnung war schön, auch wenn es viel Zeit und Mühe gekostet hatte. Die zwei Zimmer, plus Küche, Bad und Balkon waren mein ganzer Stolz.
Die Küche lag vom Flur aus direkt links und man konnte sie auch direkt ins Wohnzimmer verlassen, so wie ich es gerade getan hatte. Über den Flug lagen Badezimmer und Schlafzimmer.
Meinen Balkon konnte man sowohl vom Schlafzimmer als auch vom Wohnzimmer aus direkt betreten, obwohl er nun auch nicht gerade der Größte war.
Mein Blick blieb an den zahlreichen Ecken und Kanten hängen, die eine Mutter, die ihr Kind herbrachte, wohl zum Schreien bringen würde.
So viele Möglichkeiten und Gelegenheiten für Kinder sich zu verletzen und ich war mir sicher, dass ich nicht einmal die Hälfte aller Gefahrenstellen sah. Ein Kind kam einfach nicht infrage verdammt.
Die Türklingel riss mich aus meinen Gedanken und stirnrunzelnd näherte ich mich meiner Wohnungstür. Besuch war nicht vorgesehen, aber so viele Leute kamen hier auch nicht vorbei.
Die Mädels, mein Kollege Dan und seine Familie und vielleicht einmal alle paar Monate ein Mann, wenn ich keine Lust hatte diejenige zu sein, die gehen musste.
Ich spähte durch den Türspion und sah das lächelnde Gesicht meiner besten Freundin Selena.
„Na also, hat ja gedauert. Ich hab dir was mitgebracht, Grübelqueen.“ Sie drückte sich an mir vorbei und wedelte mit einer kleinen Tüte.
Ich konnte nur die Aufschrift erkennen, aber nicht lesen und folgte ihr einfach in mein Wohnzimmer. Sie zog eine DVD aus der Tüte und machte sich an meinem Player zu schaffen.
„Was schauen wir denn?“ In meiner Küche klingelte die Zeitschaltuhr des Ofens und ich holte meine Lasagne.
Selena wartete bis ich wieder bei ihr im Wohnzimmer und auf der Couch war, um mir zu antworten:
„Juno.“ Erwiderte sie und grinste breit. „Ich hab gehört die Kleine steckte in einer ähnlichen Situation wie du, vielleicht hilft das bei der Entscheidungsfindung.“ Selena lachte und nahm sich eine der Gabeln, die ich ihr hinhielt.
Sie drückte auf Play und machte sich an die Lasagne.
Single-Portionen, das ich nicht lache! Die Portionen waren groß genug für zwei.
Das große Fox-Emblem prangte auf meinem Bildschirm und dann setzte der Film ein.


     
„Mit einem Sessel fing alles an....“






AN: Wer den Film „Juno“ noch nicht kennt, ist eine Empfehlung von mir. Echt gut, unterhaltsam und einfach gut gemacht. Und nicht nur etwas für Schwangere ;-)


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Ich freue mich auf eure Kommentare uuuund nicht vergessen auch mal hier vorbeizuschauen und Mary-Jane direkt anzusprechen: http://maryjanesimmons.blogspot.com/
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