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von Snowhoney    erstellt: 02.04.2010    letztes Update: 31.12.2011    Geschichte, Romanze, Humor / P16    (in Arbeit)
Disclaimer: Ich kenne keine der gennanten berühmten Personen und kann keine Garantie dafür geben, dass sie meinen Hirngespinsten in irgendeiner Art und Weise ähneln.




Vorwort


So, hier ist sie also: die erste Bobby Long-FanFiction (falls ich das jetzt zu Unrecht schreibe, bitte ich um einen Link, denn ich habe im Netz noch keine gefunden!).
Ich weiß, ihr fragt euch sicher wieso ich über den schreibe, schließlich ist der jetzt nicht der Megastar. Sicher? Bei mir ist er einer, deswegen schreibe ich über ihn ;-)
Okay, aber bevor hier jemand was ganz Falsches denkt: Ich bin ein ganz braver Fan seiner Musik. Punkt.




Widmung



Widmen muss (und will ich auch irgendwie) diese Story der lieben Becka aka Oriares, die mir die Rechte an der Grundidee hierzu abgetreten hat.
Nachdem sie meinen OneShot gelesen hat – auf dem das Ganze hier basiert (man muss ihn aber nicht zwingend gelesen haben, aber wer das vorher noch machen will: http://www.fanfiktion.de/s/4b3826610000c30d06d0138d ) – ist sie mir mit einer Idee so auf die Nerven gegangen, bis ich die nicht mehr aus dem Kopf bekam.
Tja und nun ist das Baby hier online.

Danke auch an meine Beta Nadine aka angel-on-the-moon. Ich weiß, dass diese Story dank dir noch ein paar sehr interessante Momente bekommt, weil du mich mit Brainstorming-Attacken nachts um 3 noch vollkommen um den Verstand bringst ;-)
Aber ohne Spaß und ein bisschen Blödsinn schwätzen ist das Leben ja auch langweilig. Danke und fühl dich herzlich gedrückt.

Jetzt aber genug geschwätzt, here we go:
Viel Spaß.






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Song des Kapitels: Sugababes – Run for cover
http://www.youtube.com/watch?v=3FaC85p0FV4


     
Kapitel 1 –  Makes me wanna scream


„Gott, Mary, was zur Hölle ist eigentlich mit dir los?“ Die Stimme riss mich total aus dem Gleichgewicht und ich verpasste den Ball, der an mir vorbeischoss.
Blinzelnd blickte ich dem Ball hinterher, wie er in hohem Bogen über das metallene Gitter sprang, bevor ich mich meiner Freundin zuwandte.
Selena war hübsch. Sie war schlank, hatte lange schwarze Haare und die Proportionen eines Topmodels. Manchmal war ich mehr als nur neidisch auf sie, denn sie war einfach perfekt und es mangelte ihr nie an Verehrern.
Ich dagegen, nun ja, meine Dates für dieses Jahr konnte man getrost an einer Hand abzählen. Was, wenn man bedachte dass ich Mitte 20 war, ziemlich traurig war.
Das Jahr war zwar erst zur Hälfte um, doch ich blieb trotzdem beharrlich die Frau in meinem Freundeskreis mit den wenigsten Dates. Das konnte eine Singlefrau schon frustrieren.
Laut meiner Freundinnen lag das aber nur an meinen Auswahlverfahren.
Ich war wählerisch, aber das gab ich auch offen zu. Wieso auch nicht ein bisschen anspruchsvoll sein? Man sollte sich ja auch nicht verschenken.
Ich wollte meine Zeit nicht mit jemandem verschwenden, der nur auf schnellen Sex aus war. Mir war an einer Beziehung gelegen. Nun ja, zumindest die meiste Zeit.
„Mary!“ Ihre Hand wedelte vor meinen Augen auf und ab.
„Hallo? Bist du noch da?“ Ich nickte schnell. Langsam müsste ich anfangen mich zusammenzureißen.
Seit Tagen war ich übernervös und unaufmerksam, was kontinuierlich immer mehr zunahm und die Aufmerksamkeit aller Leute um mich herum auf mich lenkte, wodurch es noch viel mehr auffiel, dass ich geistig so abwesend war. Das konnte ich mir nun wirklich nicht leisten.
Es war mein Job andere Menschen in Szene zu setzen, nicht mich selbst zu inszenieren und ich hatte vor, es dabei zu belassen. Der Mittelpunkt war nicht unbedingt mein liebster Aufenthaltsort.
Nur ab und zu einmal. Wenn mich Männer ansahen. Und dann auch nur wenn der Mann nicht total abstoßend war.
Vor mein geistiges Auge schob sich das Bild eines jungen Musikers. Groß, schlank mit feingliedrigen Fingern und kräftigen Oberarmen, etwas längeren haselnussbraunen Haaren und funkelnden Augen. Ich unterdrückte ein sehnsuchtsvolles Aufseufzen.
„Was?“ Fragte ich deshalb und sah meine Freundin an. Selenas blaue Augen – noch etwas sehr Eindrucksvolles an ihr – weiteten sich ein wenig und sie sah mich fragend an.
„Wie weit bist du mit den Vorbereitungen für die Convention?“ Wiederholte sie ihre Frage leicht genervt.
Na super, ich schaffte es aber auch wirklich gut alle um mich herum zu reizen.
Dabei konnte ich ihr nicht einmal sagen wieso ich so seltsam drauf war. Nun ja, noch nicht.
„Wir liegen im Zeitplan. Dan und ich schaffen das bis zum vereinbarten Termin mit der Planung.“ Meine Stimme klang leicht erschöpft und ich wusste es lag nicht nur an dem Satz, den wir gerade hinter uns gebracht hatten.
Tennis war eine tolle Sportart. Es war perfekt dafür geeignet den Körper zu trainieren.
Man bekam eine straffe Silhouette, starke Arme und Kondition. Alles in allem, ein wirklich gutes Training.
Seit drei Jahren spielte ich nun mit Selena mindestens einmal die Woche.
„Gut, Steve hat nämlich fast jede Woche einen Tobsuchtsanfall weil er fürchtet, dass ihr nicht rechtzeitig fertig werdet. Und dir ist bestimmt klar, dass es zu einem Großteil an dir liegt. Deine Unaufmerksamkeit macht ihm Sorgen. Es macht ihn nervös.“ Ich seufzte und nickte wieder.
Mir war das alles durchaus bewusst, denn schließlich war ich genauso anwesend bei den Besprechungen wie meine Freundin. Steve war der Leiter unserer Event-Agentur und bekannt für seine nervösen Anfälle von „Die-Welt-geht-unter-Vorträgen“.
Wie es jemand mit solch einer nervösen Art überhaupt schaffte in unserer Branche zu bestehen, war mir wahrhaftig ein Rätsel.
Was mich wiederum zum Grund seiner Nervosität brachte, zumindest dem Grund der letzten Wochen: mich.
Mir war bewusst wie oft man mich anstarrte, aus Gedanken reißen musste oder auch gezwungen war, mir etwas dreimal zu sagen. Das war nicht normal für mich.
Ich liebte meinen Job und war normalerweise zu hundert Prozent anwesend. Nicht so in letzter Zeit. Ich schüttelte den Kopf.
„Was hast du, Mary?“ Sanft umschmeichelte mich die Stimme meiner Freundin und ich sah ihr tief in die großen, blauen Augen.
Sie würde dichthalten, ganz sicher, aber ich war mir ja noch nicht einmal sicher was genau los war. Sollte ich ihr also möglicherweise grundlos Sorgen bereiten? Ich entschied mich dagegen und setzte ein Lächeln auf.
Nein, ich würde ihr erst alles erzählen, wenn ich wirklich im Schlamassel feststeckte, den ich befürchtete.
„Mir geht’s gut, wirklich. Ich bin wahrscheinlich einfach nur urlaubsreif.“, besänftigte ich sie und lächelte tapfer weiter. Ihr Blick war noch immer besorgt, aber sie musterte mich kurz und nickte dann.
„Spielen wir unseren zweiten Satz?“, kehrte sie zur Normalität zurück.




Meine Wohnung umfing mich in tiefer Dunkelheit als ich die Haustür aufstieß und meine Tasche auf die niedrige Kommode sinken ließ, die nur wenige Schritte entfernt im Flur stand. Meine Nervosität hatte sich den ganzen Tag über gesteigert, gleich nachdem ich vor der Arbeit bei meinem Arzt vorbeigeschaut hatte.
Die Ergebnisse würden heute Abend noch oder aber morgen vorliegen und ich hoffte, dass es kein böses Erwachen für mich geben würde.
Seit Wochen hatte ich ein ungutes Gefühl in der Magengegend und nachdem ich mir überlegt hatte welche Gründe das haben könnte, war ich dazu übergegangen sie der Reihe nach auszuloten:
War mein Job in Gefahr? Diese Bedenken hatte ich schnell ausräumen können, denn mein Chef war haltlos begeistert von mir.
Man hatte wohl auch nicht oft eine so erfolgreiche Mitarbeiterin, die keinerlei Interesse daran zeigte sich von der Konkurrenz einwickeln zu lassen. Gute Angebote hatte es gegeben.
Ging es meiner Familie gut? Ein paar Telefonate und auch das hatte sich abhaken lassen: Es ging allen wunderbar.
Mein Bruder studierte brav in Sydney und stürzte sich in seiner Freizeit von einem Abenteuer ins nächste, aber so war er nun mal, also keine größere Gefahr als sonst auch.
Meinen Eltern ging es gut. Beide lebten bescheiden und ihre Rente genießend in dem kleinen Ort, in dem ich aufgewachsen war: Whitehall, Michigan.
Doch irgendetwas nagte an mir und ich hatte in all den Jahren in meinem Job gelernt, auf mein Bauchgefühl zu vertrauen. Es gab nichts, was präziser und empfänglicher war für Störungen, als die weibliche Intuition.
Mit Schrecken war mir dann doch noch etwas eingefallen und das zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt –  bei der Besprechung in der Agentur, vor ein paar Tagen. Plötzlich hatten sich Bilder vor mein geistiges Auge geschoben und mich fast erröten lassen.
Gedanklich hatte ich mir mit der Hand vor die Stirn geschlagen und mich gescholten wie dumm ich war, nicht früher daran gedacht zu haben.
Der One Night Stand war jetzt gute zwei Monate her und ich hatte ihn zwar nicht vergessen, aber manche Details waren mir eben präsenter gewesen als andere. Manchmal, wenn ich nach einem langen Arbeitstag in meinem Bett lag, dann sah ich sein Gesicht vor mir.
Das Lächeln mit den blitzenden, weißen Zähnen, die funkelnden Augen mit dem samtweichen Blick und hörte die Stimme, die warm und weich, aber auch unheimlich viel rauer klingen konnte und ich spürte fast die Hände wieder auf meinem Körper.
Dass wir damals tatsächlich im Eifer der Leidenschaft kein Kondom verwendet hatten, war mir glatt entfallen. Verflucht nochmal. Ich sollte besser auf mich aufpassen.
Bisher war ich ja auch keine Frau ohne Prinzipien gewesen und Kondome beim Sex waren Pflicht. Das Geißeln hatte ich dann aber großzügig verschoben, um mir erst einmal Gewissheit zu verschaffen.
Gleich nach der Besprechung hatte ich mich in eine verfrühte Mittagspause verabschiedet, war ins nächste Krankenhaus gefahren und hatte mich auf HIV testen lassen: negativ.
Die Erleichterung die mich durchströmte war mir sichtlich anzusehen gewesen, denn der Arzt hatte mich besorgt gemustert und mir dann ein Aufklärungsgespräch über die Gefahren von Sex ohne Gummi aufgedrückt. Als ob ich das nicht selbst wusste!
Geduldig hatte ich es über mich ergehen lassen und ihm hoch und heilig geschworen, von nun an nur noch Safer Sex zu haben.
Die ernstere Gefahr war also auch in Bezug darauf aus dem Weg geräumt, doch was war mit der anderen Nebenwirklung von ungeschütztem Sex? Panisch hatte ich meinen Gynäkologen angerufen und einen Termin vereinbart, ein bisschen genörgelt und betont wie wichtig es war diese Befürchtung schnell auszuräumen und hatte einen Termin bekommen.
Heute war ich dort gewesen und mein Arzt hatte mich ernst angesehen. Der Ultraschall war ihm gestern um die Ohren geflogen und der Techniker hatte noch keine Zeit gehabt, aber es gäbe ja zum Glück mehr als eine Methode um herauszufinden ob eine Frau schwanger war.
Jetzt saß ich also auf glühenden Kohlen und konnte nichts dagegen tun.
Unsicher schaltete ich das Licht ein und schlüpfte aus meinen Schuhen. Es waren flachere Exemplare als die, welche ich bei Verhandlungen mit Sponsoren üblicherweise trug, aber sie hatten immer noch einen quälenden Absatz, der mir nach einem langen Tag sich in meinen Fuß bohrens  zuwider war. Ich stellte sie sorgfältig in einer Ecke ab.
Mein Weg führte mich schnurstracks in die Küche und ich durchsuchte den Gefrierschrank nach einem meiner obligatorischen Tiefkühlgerichte. Eigentlich würde ich viel lieber etwas Frisches kochen und essen, aber wenn man erst um halb neun Uhr abends wieder daheim war und das Haus bereits um Sieben verlassen hatte...
Nun ja, sagen wir es mal so: Die Lust noch lange zu kochen war einfach auf dem Nullpunkt.
Und ich konnte mir schließlich auch nicht jeden Tag etwas bestellen. Ich verdiente zwar nicht schlecht, aber eine Wohnung in LA war auch teuer. Zumal ich eine Schwäche für schöne Kostüme hatte und leidenschaftlich gerne las.
Meine gesamte Wohnung war mit Bücherregalen überflutet, die leider auch aus allen Nähten platzten. Es sammelten sich alle Werke, die mich über mein Leben hin begleitet hatten: Meine liebsten Kinderbücher, die Klassiker und Dramen aus der Schulzeit, über die wenigen Krimis aus der Zeit meiner Ausbildung, wo ich eine Phase gehabt hatte, in der ich mit Horror und Thrillern geliebäugelt hatte,
bis hin zu den ellenlangen Romanen über Historie, Fantasy und Liebesromanzen, die ich heute nicht mehr aus der Hand legen konnte.
Ich seufzte. Ich hatte seit Wochen kein neues Buch angefangen. Es war schwer zu begreifen, wann und wo ich meine Faszination für Bücher entdeckt hatte, aber sie war da, sie war unleugbar.
Aus einer Laune heraus nahm ich die Lasagne aus dem Gefrierfach und schob sie in den Ofen. Es dauerte zwar eine Weile, aber heute konnte ich etwas Deftiges durchaus vertragen. Meine Nerven wollten beruhigt werden.
Und so lange die Lasagne im Ofen war, konnte ich unter die Dusche schlüpfen. Meine Kleidung ließ ich achtlos im Bad fallen und räkelte mich unter dem heißen Wasser, welches ich jetzt so dringend nötig hatte.
Während das Wasser an mir herunterrann, dachte ich darüber nach, was ich tun würde, wenn die Ergebnisse des Testes nicht die waren, die ich herbeisehnte. Unwillkürlich keimte Hilflosigkeit in mir auf.
Was sollte ich denn mit einem Kind? Ich war weder besonders erpicht darauf, jemals eines zu bekommen, noch hatte ich mich jemals in dieser Rolle gesehen.
Meine Cousine Megan, ja, sie hatte immer schon gewusst, dass sie nichts mehr wollte als Mutter zu sein. Ihr reichte es einen netten Mann zu heiraten, eine Familie zu gründen und Hausfrau zu sein. Das war der größte Unterschied zwischen uns gewesen. Schon immer.
Sie hatte das mit  fünf Jahren genauso entschlossen verkündet wie mit zwölf und dann auch mit 21 kurz vor ihrer Hochzeit. Sie hatte nicht studiert, genauso wenig wie ich, aber sie hatte nie den Ehrgeiz gehabt – oder auch nur verstanden wieso ich ihn besaß – in ihrem Job aufzusteigen.
Mitleid hatte sich damals in mir geregt, als sie vor den Altar trat und ihre Karriere wegwarf, aber sie hatte glücklich ausgesehen. Vielleicht war es so für sie in Ordnung.
Wenn ich ihr heute begegnete, was nur etwa einmal im Jahr passierte, da mir die Zeit fehlte für mehr Besuche, schien sie sorgenfrei zu sein.
Sie ging vollkommen auf in der Aufgabe sich um ihre zwei Söhne zu kümmern.
Mich hingegen nervten die ganzen Kinder bei den Familientreffen. Sie waren laut, brachten Unordnung und Unruhe überall hin und hingen wie Kletten an dir, weil sie nach Aufmerksamkeit nur so schrien.
Nicht dass ich nicht daran gewöhnt war anderen Menschen die Aufmerksamkeit zu schenken, nach der sie verlangten, einige unserer Klienten waren regelrecht Aufmerksamkeitssüchtig, aber Kinder sabberten dich dabei voll und ruinierten deine Designerklamotten.
Wenn ich aber mit meiner Familie in Michigan sprach, hielt ich mich schön zurück. Sie würden mich zerfleischen für eine solche Einstellung, denn wir waren eine kinderreiche Familie – schon immer – und sie erwarteten, dass ich eines Tages diesem Beispiel folgen würde.
Sie würden mich für oberflächlich halten, für eingebildet und egoistisch, aber so war es nicht. Ich hielt mich für alles andere als oberflächlich, auch wenn mein Job das zumeist war.
Ich hatte nur keinen Nerv für kleine Kinder. Basta.
Mit einem entnervten Schnauben drehte ich den Regler ab und wickelte mich in ein großes, flauschiges Handtuch. Ich betrachtete mich im Spiegel und suchte nach irgendwelchen Anzeichen für oder gegen eine Schwangerschaft.
Hieß es nicht, dass so etwas eine Frau veränderte? Forschend sah ich mich an, entdeckte aber nichts.
Die leichten Augenringe hatten bei mir rein gar nichts zu bedeuten und ansonsten sah mein Gesicht aus wie immer.




„Mary! Du siehst ja aus als hättest du einen Geist gesehen.“, kommentierte Selena meine Gestalt entsetzt als ich ihr am nächsten Abend die Tür öffnete.
Am frühen Morgen, genau bevor ich zur Arbeit aufgebrochen war, hatte mich Dr. Carter angerufen. Mit den Testergebnissen.
Weiter als bis zum „Ich gratuliere ihnen“ hatte ich ihn nicht kommen lassen.
Meine Beine und Arme hatten angefangen zu zittern und augenblicklich waren mir die Tränen gekommen. Ich war nie der Typ Frau gewesen, der viel weinte, aber als ich meine ganze Welt zusammenbrechen sah wegen eines One Night Stands, da war es einfach zu viel.
Lautes Schluchzen hatte sich aus meiner Kehle den Weg nach draußen gebahnt und mich beinahe hysterisch werden lassen.
Dr. Carter hatte mir das Versprechen abgenommen, in ein paar Tagen noch einmal bei ihm vorbeizuschauen – wenn ich mich gefangen hatte – damit er mich über alles aufklären konnte.
Über meine ‚Möglichkeiten‘. Dann hatte er aufgelegt.
Ich war allein. Vollkommen allein und das hatte mich nur dazu gebracht noch heftiger zu schluchzen.
Als Selena nun vor mir stand konnte ich nicht mehr an mich halten. Ich stürzte mich auf sie, schlang meine Arme um ihren zarten Hals und schluchzte schon wieder hemmungslos.
Meine Nerven hielten das einfach nicht aus und ich fragte mich schon den ganzen Tag lang ‚Warum ich?‘.
Vollkommen überrumpelt und bestürzt geleitete mich Selena rüber ins Wohnzimmer und ließ sich mit mir auf der gemütlichen knallgrünen Couch nieder. Ihre Hände glitten beruhigend über meinen Rücken und ich war ihr dankbar, dass sie mich erst einmal mit Fragen in Ruhe ließ.
Sie wusste dass dies für mich mehr als untypisch war und würde so lange ihre Fragen zurückhalten bis ich soweit war und mich halbwegs wieder gefangen hatte.
Ich schniefte vor mich hin, ließ mich von den Schluchzern durchschütteln und nahm dankbar das Taschentuch entgegen, das Selena mir reichte.
„Ich mach uns einen Tee, okay?“ Sie wartete meine Antwort nicht ab, sondern erhob sich und verschwand in meiner halboffenen Küche.
Ich hörte das metallische Klappern des Wasserkochers, das leise Geräusch das mein Küchenschrank verursachte wenn man ihn wieder schloss und keine fünf Minuten später saß sie wieder neben mir, zwei Tassen dampfenden Tees vor uns auf dem Couchtisch aus Glas.
Meine Tränen waren vorübergehend versiegt und ich wusste, dass sie auf Antworten wartete. Zittrig atmete ich ein und schob meine Horrorszenarien beiseite um ihr alles erzählen zu können.
„Also, äh, erinnerst du dich an meine letzte Geschäftsreise? Diese Sponsorentermine in Chicago?“ Aufmerksam musterte Selena mich und nickte dann langsam.
Ich holte noch einmal tief Luft. Zeit für die Beichte, dachte ich und wäre beinahe schon wieder in Tränen ausgebrochen.
„Also, das war so...“, begann ich und hoffte nur sie würde mich ohne Unterbrechung reden lassen, bis ich beim heutigen Tag und meiner Frage nach dem ‚Was jetzt?‘ angekommen war.





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Wer sich für Mary-Janes Leben interessiert, der kann hier gerne mal reinschauen. Fragen sind erwünscht! ;-)
http://maryjanesimmons.blogspot.com/
 
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