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von Keyla    erstellt: 25.03.2010    letztes Update: 29.12.2010    Geschichte, Abenteuer / P12    (fertiggestellt)
Disclaimer: Mir gehört nichts und ich verdiene hiermit auch kein Geld! Alle Rechte liegen bei den Autoren von x-men und 20th Century Fox...

Diese Story orientiert sich nur an den x-men-Filmen!!

A/N: Tja, so schnell kanns gehen ;) Da bin ich wieder mit der Fortsetzung zu meiner (laaangen) Story An Tagen wie diesen. Allen, die meine Story schon kennen, wünsche ich viel Spaß beim lesen, und alle neuen Leser empfehle ich, meine FF "An Tagen wie diesen" zu lesen, da dort wichtige Grundkenntnisse zu meinen Charakteren Rain, Vita, Future und Quappe drin stehen...
LG Keyla :)

Rain

Sanft strich ich über meinen Bauch. Fühlte das Leben, das da in mir heranwuchs. Immer wenn ich dies tat, musste ich lächeln. Mein Baby. Ich spürte einen leichten Tritt. Es tat nicht weh und unangenehm war es schon seit langem nicht mehr.
„Es hat wieder getreten“, verkündete ich überglücklich.
„Wenn das so weiter geht, wird das Kind mal ein Fußballstar“, lachte Marlow. Doch er wurde sofort wieder ernst. „Bist du dir sicher…dass deine…Eltern…also ich meine, das Kind ist ja auf jeden Fall…“
Ich ergriff seine Hand. „Keine Sorge. Nur weil ich ein Mutant bin, heißt das nicht, dass sie mich nicht trotzdem lieben. Mom freut sich sogar schon auf das Kind. Sie hat es damals sehr bereut, mich so abgeschoben zu haben.“
„Trotzdem…sie wird ihre Meinung sicherlich nicht sofort geändert haben“, meinte er unruhig.
„Nun hab dich nicht so! Du merkst doch, dass die Menschen anfangen uns zu akzeptieren. Und ich schulde ihr das, dafür dass sie bei unserer Hochzeit nicht dabei war.“ Ja, irgendwie fühlte ich mich da schuldig. Ich hatte zwar einen regen Briefwechsel mit ihr, doch sie hatte erst erfahren, dass ich verheiratet bin, als ich ihr meine Schwangerschaft verkündet hatte. Okay, es war nur eine standesamtliche Hochzeit…aber immerhin.
„Wir laden sie zu unserer kirchlichen Hochzeit ein, okay? Sobald das Kind da ist.“ Er legte seine Hand genau in dem Moment auf meinen Bauch, als wir in den Bahnhof einfuhren.

Von dort ging es per Bus weiter. Der fuhr bis in unser Viertel.
„Das letzte Mal, wo ich hier entlanggefahren bin, war ich vierzehn. Da wusste ich erst seit etwa einem Monat wieder, wo ich als Kind gelebt hatte“, erklärte ich ihm, auch wenn er meine Geschichte schon in- und auswendig kannte. Doch wie immer betrachtete er mich dabei mit Neugier und Sorge. Marlow hatte das Glück, von Dr. Xavier geholt worden zu sein.
Belustigt betrachtete ich meinen Ehemann. Er sah wild aus. Seine Mähne hatte er nur selten unter Kontrolle, obwohl er sie relativ kurz hielt. Logan hatte ihm mal an der Schule den Spitznamen Kätzchen verpasst, obwohl das wohl die größte Untertreibung des Jahrhunderts war. Marlow konnte, wenn er seine Haare wachsen ließ, wie ein Löwe aussehen. Er besaß auch Krallen, doch die hatte er sich abstumpfen lassen, nachdem er mich in einem Albtraum beinahe getötet hätte. Gott sei dank, war das noch zu der Zeit gewesen, da Vita im Internat gewesen war.
Gemeinsam gingen wir meine Straße entlang, die unter einer Flut an Blütenblättern versank. Ja, es war schon Ende Frühling und im sonnigen Staat Kalifornien lagen die Temperaturen schon um die zwanzig Grad.
Als ich mein altes Zuhause erblickte, kamen mir unwillkürlich die Tränen. Die Bäume und die Blumen blühten so, wie ich sie von damals hatte. Damals, als ich noch ein Kind gewesen war. Während ich hier mit vierzehn war, hatte kaum was geblüht, da meine miese Stimmung auf das Wetter abgefärbt hatte und es Monatelang nur Regen oder Nieselregen gab. Selten hatte die Sonne hinter den Wolken hervorgelugt.
„Es ist wie damals“, flüsterte ich tränenerstickt. Marlow nahm mich in den Arm und half mir, die letzten Schritte zu Veranda zu bewältigen.
Wir brauchten nicht klingeln oder klopfen. Meine Mom stürzte aus der Haustür und umarmte mich innig. „Mein kleines Mädchen“, hauchte sie überglücklich. Dann entdeckte sie Marlow, der etwas verlegen neben mir stand. „Und du musst Marlow sein. Kommt doch rein!“ Auch ihn umarmte sie.
„Lilly!“, hörte ich eine quietschende Stimme aus dem ersten Stock und gleich darauf polterte meine kleine Schwester Zoe die Treppe hinunter. „Ist das Baby schon da?“ Ehe ich antworten konnte, hatte sie schon ihr Ohr an meinen Bauch gelegt und lauschte gespannt.
Meine Mutter hatte mir geschrieben, dass Zoe ein unglaublicher Wirbelwind war, trotzdem hatte die Warnung nicht ausgereicht und ich stand ziemlich perplex da, bis Mom sie wegzog. „Der offizielle Termin ist in drei Wochen. Bis dahin wirst du dich noch gedulden müssen.“
„Es ist schön, wieder hier zu sein, Mom“, sagte ich, als sie uns auf die Terrasse bat, wo schon ein Tisch mit Kuchen und Kaffee gedeckt war. „Wann kommt denn Dad?“
„Wahrscheinlich in zwanzig Minuten. Wenn nichts dazwischen kommt.“ Sie seufzte. In ihren Briefen hatte sie geschrieben, dass meinem Vater seine steile Karriere ein wenig zu Kopf stieg und er jeden medienwerten Fall annahm. Seitdem er durch meinen Fall groß rausgekommen war, spielte er in der obersten Liga der Anwälte mit. Er besaß zwanzig Angestellte, arbeitete in einem der besten Bürogebäude der Stadt und hatte selten einen Prozess verloren.
Mom mochte das nicht so gerne. Früher war er immer pünktlich um vier daheim gewesen und hatte sich um meine beiden kleinen Geschwister gekümmert, damit sie zur Abendschule gehen konnte. Aus irgendeinem Grund hatte meine Mutter damals beschlossen, Italienisch zu lernen.
Wir setzten uns an den Tisch und Mom goss uns jeweils eine Tasse Kaffee ein. Sie selber bevorzugte Schwarzen Tee.
„Wie habt ihr euch denn jetzt eigentlich kennengelernt?“, fragte sie schließlich, nachdem wir uns ein wenig über belanglose Dinge unterhalten hatten.
„Also…eigentlich haben wir uns schon in den ersten Wochen auf dem Internat gesehen, aber eine richtige Beziehung wurde daraus erst, als…“ Marlow brach ab. Verstohlen warf er mit einen Blick zu.
„Weißt du Mom, ich bin nachts mal durch die Flure gelaufen und er…nun ja, er hat geschrien im Schlaf. Da bin ich in sein Zimmer und…nun ja, mit seinen Krallen hat er mich dann verletzt und…“ Weiter kam ich nicht. Mom hatte ihre Tasse fallengelassen, die umgekippt auf der Kuchenplatte liegenblieb.
„Was?!“
„Keine Sorge, Mom. Vita war ja da und er…“, versuchte ich sie zu beruhigen.
„Ich hatte zu der Zeit häufiger Albträume“, entschuldigte sich Marlow, dem diese Situation äußerst peinlich war. „Gleich am Tag danach, habe ich meine Krallen abstumpfen lassen und bin zu Ihrer Tochter gegangen und habe mich entschuldigt.“
„Wir waren im Park spazieren und haben miteinander geredet und irgendwie…hat’s da gefunkt.“ Ich spürte, wie ich leicht rot wurde. Zum Glück beruhigte sich Mom schnell und ließ sich von Marlow seine Krallen zeigen, die aus seinen Fingernägeln wuchsen.
„Ist…Marlow dein richtiger Name?“, fragte sie schließlich.
„Nein, Ma’am“, sagte er mit einem leichten Zittern in der Stimme. „Mein Menschenname lautet Johnny Berlam. Mein kleiner Bruder hatte früher ein Plüschlöwen, den er Marlow genannt hat.“
„Und genauso plüschig ist auch mein Marlow“, rief ich lachend und umarmte ihn.
In dem Moment kam mein Dad auf die Terrasse. „Ach, das ist also Marlow?“ Er fragte dies mit ein wenig Herablassung, die uns sofort wieder ernst werden ließ. „Freut mich.“ Er reichte meinem Mann die Hand.
„Ganz meinerseits, Sir.“ Marlow schien eingeschüchtert zu sein und seine Mundwinkel wanderten erst wieder etwas nach oben, als mein Vater zu Zoe und Ray ging, um sie zu begrüßen.
„Tut mir Leid. Er…kann immer noch nicht sonderlich gut mit Mutanten umgehen, aber…bitte nenn mich doch einfach Clara.“ Das schien etwas aufzuheitern und er nickte.
„So, wisst ihr schon, was es wird?“, fragte sie belanglos, als mein Dad sich zu uns setzte und sich seinen Kaffee eingoss.
„Nein.“ Ich griff nach Marlows Hand. „Wir haben beschlossen, es nicht vorher zu erfahren.“
„Sag mal, Marlow, als was arbeitest du denn?“, fragte mein Vater unwillkürlich.
„Ich bin Sportlehrer an Xaviers Schule für begabte Kinder“, antwortete er ohne eine Miene zu verziehen, so als ob er die Absichten meines Vaters schon durchschaut hatte.
„Du arbeitest also mit Kindern?“, hakte Dad nach und Mom und ich verdrehten augenblicklich die Augen. Mom schien zu wissen, was ich gerade an Peinlichkeiten durchmachte und drückte meine Hand.
„Ja, Sir. Ich war selber auf dieser Schule. Und zudem arbeitet Rain auch dort. Das macht das alles viel einfacher“, erklärte Marlow tapfer.
„Du arbeitest?“, schlug Dad sofort den Bogen und sah mich streng an.
„Ja. Ich habe doch in den Briefen geschrieben, dass ich Kunst- und Musiklehrerin bin. Und ich kann ja schlecht im Internat einfach nur rumgammeln, während für viele Kinder Kunst und Musik dann ausfällt oder verkürzt wird.“ Oh ja, ich wusste mich zu verteidigen.
So ging mein Dad noch weiter auf mich und Marlow ein, während wir beide uns – auch Dank Moms Warnungen in den Briefen – gekonnt verteidigten und jede Frage, auf die er eine negative Antwort erwartete, gut kontern konnten.

„Dein Vater ist eine harte Nuss, nicht wahr?“, bemerkte Marlow, als er schließlich in mein Zimmer ging, wo Mom uns meine Schlafcouch gerichtet hatte. Ich selber wollte noch ein wenig mit Mom draußen sein und mich mit ihr unterhalten.
Wir hatten die Lampen angemacht, die uns soweit Licht spendeten, dass wir einander noch ansehen konnten. Dummerweise lockte dies auch Mücken an. Alle paar Minuten schlugen wir uns auf die Haut, um diese lästigen Biester zu vertreiben.
Wir redeten viel. Auch wenn wir uns oft geschrieben hatten, so gab es doch vieles, das wir vergessen hatten in die Briefe zu schreiben. Ja, und wir lachten auch. Und dann erzählte ich Mom von meinen Plänen, eine kirchliche Hochzeit zu feiern.
„Ich weiß, ich habe weder Kommunion doch Firmung gehabt, aber ich habe mir eine weiße Hochzeit so sehr gewünscht. Glaubst du, du könntest mit Pfarrer Brown reden?“ Marlow war ebenfalls katholisch, wenn auch er nicht wirklich viel in einer Kirche war in seinem bisherigen Leben.
„Möglich ist es bestimmt. Immerhin ist er ein Jugendfreund meines Vaters“, meinte Mom und stand auf. „Ich hole mal eben eine Fliegenklatsche. Ansonsten sehe ich morgen aus wie ein Streuselkuchen.“ Wir lachten.
Sie ging hinein und ich konnte sie leise fluchen hören, als sie verzweifelt nach dem Teil suchte. Ich konnte mir ein weiteres Lachen nicht verkneifen. Doch plötzlich blieb mir die Luft weg. Eine kräftige Hand hatte sich auf meinen Mund gelegt und zerrte mich von der Terrasse weg.
WAS…? Ich war zu geschockt um mich zu wehren. Selbst wenn, die Hände, die nun meine Beine und Arme packten, waren viel zu stark. Ich konnte mich nicht bewegen, nicht schreien! Ich war hilflos und niemand würde es bemerkten. Niemand…
STOP! Ich war nicht hilflos. Schnell konzentrierte ich mich und spürte die Kraft, die von meinen Gedanken aus wortwörtlich in den Himmel stieg. Ein dumpfes Grollen ertönte.
Meine Entführer schleppten mich gerade um die Hausecke herum in den Schatten, als meine Mom wieder auf die Terrasse trat. Ich hörte sie noch sagen: „Lilly? Ich glaube, es gibt ein Frühjahrsgewitter. Lilly?“
Konzentrier dich, feuerte ich mich selbst an. Storm hatte mir beigebracht, meine Kräfte auch konzentriert anzuwenden. Ich war nicht sonderlich gut und würde nie so gut werden wir sie, aber ich besaß genug Kraft, um Marlow zu warnen.
Ich spürte die Spitze der Gewitterwolken. Die absolute Elektrizität! Die Spannung der Blitze schien durch mich selbst hindurchzuwandern. Und jetzt schossen die Blitze nieder. Immer und immer wieder. Ganz nahe, nur wenige Meter von der Terrasse entfernt!
Die Kerle hatten mich bis zu einem dunklen Lieferwagen geschleppt. Wo blieb…?
„RAIN!“, schrie Marlow panisch, als er die Haustür aufriss. Im diffusen Licht der Blitze, die ich noch immer herunter krachen ließ, sah ich, wie er erstarrt zu mir sah. Dann packte ihn die Wut.
Er stieß ein ohrenbetäubendes Gebrüll aus, das noch die Straßenlaternen hundert Meter entfernt erzittern ließ. Er ließ sich auf die Hände fallen und raste auf den Wagen zu.
„Verdammt! Fahl los“, schrie einer der Typen und sprang zu mir ins Heck. Er holte eine gefüllte Spritze aus einem kleinen Etui und rammte sie mir in den Oberschenkel.
„Was…?“ Mir wurde schwindelig. Kurz sah ich noch, wie Marlow einen der Typen niederriss. Dann waren wir weg. Ich sackte zur Seite. Sein Gebrüll ließ mich noch mal alle meine Kräfte zusammennehmen. „Marlow!“, schrie ich und sandte einen letzten Blitz gen Erde. Dann wurde alles schwarz.
 
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